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  • s-Laute

    Allgemeines S-Laute S-Laute können auf zweierlei Weise ausgesprochen werden: weich (gesummt, stimmhaft) Beispiele: sauer, säuseln, Esel, Saat, leise, verreisen scharf (gezischt, stimmlos) Beispiele: Gras, Hass, grüßen, Fluss, heißen, er las Die Beispiele machen deutlich, dass der weich ausgesprochene s-­Laut immer mit einfachem s geschrieben wird. Bei dem scharf oder gezischt ausgesprochenen s-­Laut unter­scheidet man drei Schreibweisen: die Schreibung mit einfachem s, die Schreibung mit ss, die Schreibung mit ß. Schreibung mit s Die meisten scharf ausgesprochenen, doch mit einfachem s...

  • SA

    SA, Abkürzung für Sturmabteilung, die paramilitärische, uniformierte und bewaffnete Kampforganisation der NSDAP. Die SA wurde 1920 als Versammlungsschutz der Partei gegründet, seit 1921 von ehemaligen Freikorpsoffizieren zu einer paramilitärischen Kampforganisation umgeformt. Nach dem gescheiterten Hitlerputsch war sie verboten, wurde 1925 neu aufgebaut. Die SA (1931: 77000, 1933: etwa 700.000 jugendliche Mitglieder) wurde im Straßenkampf und zur Terrorisierung politischer Gegner und der Staatsgewalt eingesetzt, ab 1933 auch als Hilfspolizei zur Ausschaltung des politischen Widerstands gegen...

  • Saccharide

    [lat. saccharum »Zuckerrohr«]: Gruppe der Kohlenhydrate, die sich in Monosaccharide, Disaccharide und Polysaccharide gliedert. Der Begriff Saccharide wird oft synonym mit Zucker gebraucht.

  • Saccharose

    (Rohrzucker, Rübenzucker, Sucrose): Kohlenhydrat aus der Gruppe der Disaccharide, das aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben gewonnen wird. In der Saccharose sind ein Molekül α-D-Glucopyranose und ein Molekül β-D-Fructofuranose über die Hydroxylgruppen in 1- und 2-Stellung miteinander verbunden (Disaccharide). Saccharose wirkt nicht reduzierend; dreht die Polarisationsebene des Lichts nach rechts; das durch Hydrolyse in Glucose und Fructose zerlegte Gemisch (Invertzucker) ist linksdrehend. Beim Erhitzen von Saccharose über den Schmelzpunkt (185–186 °C) tritt Zersetzung ein, wobei der typische...

  • Sachtext

    Allgemein Im Vergleich zu poetischen Texten stehen bei Sachtexten vor allem der Gebrauchs- und Informationswert, der pragmatische Kommunikationszusammenhang (die Frage nach der Absicht des Verfassers und der Wirkung beim Adressaten) im Vordergrund. Man wird also bei Sachtexten u.a. zunächst die folgenden Fragen stellen: Wer sagt wem was warum mit welcher Absicht? Ähnlich wie bei poetischen Texten werden danach Gesichtspunkte wie Thema/Inhalt, Aufbau, Textsorte, sprachlich-rhetorische Wirkungsmittel einbezogen (Analyse von Sachtexten). In Sachtexten geht es vor allem um folgende Schwerpunkte...

  • Sage

    Die Sage zählt zu den erzählenden Texten und ist eine kurze volkstümliche Erzählung oder ein Bericht über ein außergewöhnliches, oftmals übernatürliches Ereignis oder Erlebnis, das an Personen, Naturerscheinungen oder bestimmte Gebäude geknüpft ist und Anspruch auf Glaubwürdigkeit erhebt. Die Sage bietet einen Erklärungsversuch mittels überirdischer Kräfte oder wunderbarer Fügungen an, weil vernünftige Erklärungen nicht hinreichend sind. Sie hat oftmals einen geschichtlichen Kern. Man unterscheidet zwischen Volkssagen, die vor allem mündlich überliefert sind und Kunstsagen, die von einem...

  • Salier

    Salier, Adelsgeschlecht und Herrscherdynastie im Deutschen Reich des 10 bis 12. Jahrhunderts, das sie von 1024 bis 1125 beherrschten. Stammland waren die Gebiete um Speyer, Worms und an der Nahe. Bedeutende Herrscher aus dem Geschlecht der Salier waren: Konrad II. (*um 990, †1039, König seit 1024, römisch-deutscher Kaiser seit 1027), Heinrich III. (*1016; †1056, König seit 1039, römisch-deutscher Kaiser seit 1046), Heinrich IV. (*1050, †1106, König seit 1056, römisch-deutscher Kaiser seit 1084), Heinrich V. (*1086, †1125, König seit 1098, römisch-deutscher Kaiser seit 1111). Den Saliern...

  • Salmiak

    [zu lat. sal Ammoniacum »Salz aus Ammon (in Ägypten)«]: Veraltet für Ammoniumchlorid.

  • Salons

    Salons, zunächst Treffpunkte der besseren Kreise in Paris. Ihre Einrichtung fand aber bald auch in anderen europäischen Zentren Verbreitung. Die Salongesellschaften ermöglichten erstmals regelmäßige und häusliche Kontakte zwischen Frauen und Männern unterschiedlichen Standes und religiösen Bekenntnisses. In den Salons diskutierte man bei Tee und anderen Erfrischungen literarische und politische Themen oder lauschte Musikdarbietungen. Die Salons wurden somit zum Treffpunkt für die Ideen der Aufklärung. Ähnliche Zentren der Kommunikation des aufklärerischen Bürgertums waren seit Mitte des 17...

  • Salpeter

    [zu lat. sal »Salz« und griech. petra »Fels«]: Trivialname für Nitrate, speziell Natrium- und Kaliumnitrat. Kaliumnitrat, KNO3, (Kalisalpeter) blüht mancherorts auf kaliumhaltigen Felsböden in auf Regen folgenden Trockenzeiten aus. Natriumnitrat (NaNO3, Natronsalpeter) kommt als Mineral hauptsächlich in Chile vor; es wird deshalb auch Chilesalpeter genannt. Mauer- oder Kalksalpeter sind Trivialnamen für Calciumnitrat, Ca(NO3)2.

  • Salpetersäure

    HNO3: Sauerstoffsäure des Stickstoffs, in der der Stickstoff die Oxidationszahl 5 hat; sie kommt in der Natur nur in Form ihrer Salze, der Nitrate, vor. Reine Salpetersäure ist eine farblose Flüssigkeit, die bei 87 °C azeotrop siedet (konzentrierte Salpetersäure, maximal 68,4 % HNO3). Am Licht zersetzt sich Salpetersäure unter Bildung von Sauerstoff und Stickstoffdioxid, das die Salpetersäure rotbraun färbt; rauchende Salpetersäure enthält Stickstoffoxide in größerer Menge. Die meisten unedlen Metalle sowie Silber werden von Salpetersäure gelöst (Scheidewasser). Hergestellt wird die...

  • Salze

    Nach S. Arrhenius Verbindungen, die in wässrigen Lösungen oder Schmelzen in Kationen und Anionen zerfallen. Sie entstehen nach folgendem Schema: Arrhenius-Säure + Arrhenius-Base → Salz + Wasser. Beispiel: HCl + NaOH → NaCl + H2O. Nach neuerer Auffassung sind Salze alle Verbindungen, die im festen Zustand ein Ionengitter bilden. Darunter versteht man eine regelmäßige räumliche Struktur, zu der sich Kationen und Anionen anordnen, äußerlich tritt das Salz dann als Kristall in Erscheinung. Einfache Salze entstehen, wenn eine (Arrhenius-) Säure nur mit einer (Arrhenius-) Base reagiert. Dagegen...

  • Salzsäure

    (Chlorwasserstoffsäure), HCl: Die wässrige, in reinem Zustand farblose, häufig aber durch Verunreinigungen gelb gefärbte Lösung des Chlorwasserstoffs. Salzsäure siedet azeotrop bei 108,6 °C mit 20,4 Gewichts-% HCl. Salzsäure löst alle Metalle mit negativem Normalpotenzial. Aus konzentrierter Salzsäure entweicht ständig Chlorwasserstoff (hoher Partialdruck), der mit dem in der Luft enthaltenen Wasserdampf Salzsäurenebel bildet (»rauchende« Salzsäure). Salzsäure wird durch Einleiten von Chlorwasserstoffgas in Wasser hergestellt. Sie wird u. a. zur Herstellung von Metallchloriden und als...

  • Sandburg, Carl

    Carl Sandburg, amerikanischer Lyriker, Historiker und Journalist, geb. am 06.01.1878 in Galesburg, Illinois, gest. am 22.07.1967 in Flat Rock, North Carolina. Werke (Auswahl) Seine bekannteste Gedichtsammlung ist bis heute Chicago Poems (1914), zu den weiteren Werken gehören Smoke and Steel (1920) und The People, Yes (1936). Darüber hinaus schrieb er u.a. eine sechsbändige Lincoln-Biographie, von Lincoln: The Prairie Years (1926) bis Abraham Lincoln: The War Years (1939), für die er den Pulitzer-Preis erhielt, und den Roman Remembrance Rock (1948). Themen Sandburg gilt als ausgesprochen...

  • Saprobionten

    Saprobionten (Fäulnisbewohner) sind heterotrophe Lebewesen an Standorten mit faulenden bzw. verwesenden Substanzen (eutrophierte Standorte). Man unterscheidet die Saprozoen als tierische S. (z. B. Aasfresser, Regenwürmer, Nacktschnecken) von den Saprophyten (z. B. Pilze). Von besonderem Interesse in der Hydrobiologie (Gewässerkunde) und zur Beurteilung der Wasserqualität sind die saproben Mikroorganismen unterschiedlich stark verunreinigter Gewässer.

  • Sarrus-Regel

    Die nach dem französischen Mathematiker Pierre Frédéric Sarrus benannte Sarrus-Regel bzw. Regel von Sarrus ist eine Merkhilfe zur Berechnung der Determinante einer Matrix.

  • Sattelpunkt

    Ein Funktionsgraph hat einen Sattelpunkt oder Terrassenpunkt, wenn er an einer Stelle gleichzeitig einen Wendepunkt und eine waagerechte Tangente besitzt. Dies bedeutet, dass dort sowohl die erste als auch die zweite Ableitung der Funktion verschwinden (null sind). Außerdem darf die dritte Ableitung nicht null sein. Ein typisches Beispiel sind Potenzfunktionen mit ungeradem natürlichem Exponenten, y = xn (n > 1). Diese haben alle im Ursprung einen Sattelpunkt (die Abbilung zeigt y = x3 und y = x5).

  • Satz

    Definition Ein „Satz“ ist der kleinste Teil einer menschlichen Sprachäußerung, für den gilt: • Er enthält mindestens EINE neue Information (= aussagewertige Komponente). UND • Er ist formal keinem anderen Teil dieser (oder einer anderen) Sprachäußerung über- oder untergeordnet. Eigenschaften (1) Satzstruktur (a) Ein Satz besteht aus einem oder meist mehreren Wörtern. Die Wörter eines Satzes sind durch (mehr oder weniger deutliche) grammatische Abhängigkeitssignale miteinander verknüpft. Diese Abhängigkeitssignale schaffen eine Hierarchie (= Über- und Unterordnung) zwischen den Wörtern des...

  • Satz des Pythagoras

    Der Satz des Pythagoras ist einer der berühmtesten Sätze der Mathematik, wenn nicht aller Naturwissenschaften. Er besagt, dass in einem rechtwinkligen Dreieck der Flächeninhalt der beiden Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrats ist: a2 +b2 = c2 Man fasst den Satz zusammen mit Kathetensatz, Höhensatz und verallgemeinertem Pythagoras-Satz auch zur sog. Satzgruppe des Pythagoras zusammen. Es gibt unzählige Beweise für diesen Satz, eine Beweisidee illustriert die nachstehende Bilderfolge (man beachte, dass die Fläche eines Parallelogramms gleich bleibt, wenn man eine...

  • Satz des Thales

    Der Satz des Thales besagt in seiner Kurzform „Jeder Winkel im Halbkreis ist ein rechter". Etwas ausführlich ist jedes Dreieck, bei dem zwei Ecken den Durchmesser eines Kreises begrenzen und dessen dritte Ecke ebenfalls auf der Kreislinie liegt, rechtwinklig. Oder: Jeder Winkel, dessen Scheitelpunkt auf einer Kreislinie liegt und dessen Schenkel diese Kreislinie auf zwei gegenüberliegenden Punkten schnieden, ist rechtwinklig. Umgekehrt kann man auch sagen, dass der Umkreismittelpunkt eines rechtwinkligen Dreiecks in der Mitte der Hypotenuse liegt. Außer über den Satz vom Umkreismittelpunkt...

  • Satz vom Nullprodukt

    Der Satz vom Nullprodukt besagt, dass ein Produkt immer dann gleich null ist, wenn mindestens ein Faktor gleich null ist: 5 · 293.257 · \(\pi\) · 0,22 · 0 · (–111) = 0 Dies gilt auch, wenn die Faktoren Terme sind und Variablen enthalten. Dies kann man sich zunutze machen, wenn man wissen will, ob eine Funktion (mindestens) eine Nullstelle hat: Wenn man die Funktion faktorisieren also als Produkt schreiben kann, genügt es einen Faktor zu finden, der null wird. Beispiel: Die Funktion \(f(x) = x^4 + 3x^2 –0,5x = 0\) hat eine Nullstelle bei x = 0, denn \(x^4 + 3x^2 –0,5x = 0 \ \ \Leftrightarrow \...

  • Satz von Bayes

    Mit dem nach dem englischen Mathematiker und Pfarrer Thomas Bayes (ca. 1702–1761) benannten Satz von Bayes (Bayes’sche Satz) kann man bedingte Wahrscheinlichkeiten ineinander umrechnen. Genauer gesagt beschreibt der Satz den Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis A eintritt, wenn ein Ereignis B sicher geschieht, also P(A|B) bzw. „P von A unter der Bedingung B“, und der Wahrscheinlichkeit, dass B eintritt, wenn A sicher geschieht, also P(B|A) bzw. „P von B unter der Bedingung A“: \(P(A|B) = \displaystyle \frac{P (B|A) \cdot P(A)}{P(B)}\) Die Formel kann man sich...

  • Satz von Moivre-Laplace

    Der Satz bzw. die Regel von Moivre-Laplace ist ein Spezialfall des zentralen Grenzwertsatzes für binomialverteilte Zufallsvariablen, demzufolge man die Binomialverteilung bei „langen“ Bernoulli-Ketten durch die Wahrscheinlichkeitsdichte der Normalverteilung annähern kann. Genauer gesagt gilt \(\displaystyle B_{n; \ p} (k) \approx \frac 1 \sigma \cdot \phi \left( \frac{k-\mu}{\sigma} \right) = \frac{1}{\sqrt{2\pi \sigma^2}}\cdot e^{- \frac{1}{2} \cdot \left(\frac{k-\mu}{\sigma}\right)^2}\) mit dem Erwartungswert \(\mu = n\cdot p\) und der Varianz \(\sigma^2 = n\cdot p \cdot (1-p) = npq\). Die...

  • Satz von Vieta

    Der Satz von Vieta (nach Franciscus Vieta bzw. François Viète) beschreibt den Zusammenhang zwischen den Koeffizienten einer quadratischen Gleichung in Normalform und ihren Nullstellen. Wenn x1 und x2 die Lösungen der Gleichung \(x^2 + px + q = 0\) sind, dann ist \((\text I) \quad x^2 + px + q = (x - x_1)(x - x_2)\) und es gilt \((\text {II}) \quad x_1 + x_2 = -p \ \land \ x_1 \cdot x_2 = q\) Anmerkung: Beweisen kann man dies durch Ausmultiplizieren der rechten Seite von (I) und anschließenden Koeffizientenvergleich. Es gibt auch eine Version des Vieta-Satzes für kubische Gleichungen (und sogar...

  • Satzanschluss

    Ein lateinischer Satz wird an den ihm vorausgehenden Satz und damit an den Text mit einem der folgenden Mittel angeschlossen: • Konjunktion • Adverb (insbesondere Pronominaladverb) • Relativwort (= Relativpronomen oder Relativadverb) im sogenannten relativischen Satzanschluss Im Normalfall darf nur ein einziges satzanschließendes Wort pro Satz verwendet werden. So ist z.B. eine Konjunktion nicht mit einem relativischen Satzanschluss kombinierbar. Wie im Deutschen können Sätze aber auch unverbunden aneinandergereiht werden (= Asyndeton). Als Satzanschluss im weiteren Sinn kann man jeden Verweis...

  • Satzgefüge

    Allgemein Hauptsatz und Nebensatz bilden zusammen ein Satzgefüge. Dabei können unterordnende Konjunktionen (als, weil, nach­dem) oder Relativpronomen Nebensatz und Hauptsatz miteinander verknüpfen oder aufeinander beziehen. Der Nebensatz kann dabei an unterschiedlichen Stellen stehen. Von einem Hauptsatz können auch mehrere Nebensätze abhängen. Beispiel: Das Buch, das ich mir ausgeliehen habe, habe ich sofort gelesen, weil es so spannend war. Von einem Nebensatz (Nebensatz 1. Grades), der selbst von einem Hauptsatz abhängt, kann wiederum ein Nebensatz (Nebensatz 2. Grades) abhängen. Beispiel...

  • Satzglieder

    Allgemein Ein Satz besteht aus einzelnen Bausteinen, den Satzgliedern. Ein Satzglied kann aus einem einzelnen Wort, einer Wortgruppe oder einem Gliedsatz bestehen. Innerhalb eines Satzes übernehmen die Satzglieder bestimmte inhaltliche Funktionen. Jedes einzelne Wort kann einer Wortart zugeordnet werden und lässt sich grammatisch genau bestimmen. Arten von Satzgliedern: Subjekt Prädikat Objekt adverbiale Bestimmung Beispiel: Subjekt Prädikat Akkusativobjekt Der Sportler nutzte die wohlverdiente Pause. Abgrenzung der Satzglieder Es gibt zwei Methoden, um festzustellen, welche Wörter...

  • Satzglieder

    Definition Unter „Satzgliedern“ versteht man die obersten Einheiten, die bei der Analyse der Hierarchie (= Über- und Unterordnung) im Satz sichtbar werden, nämlich: • Prädikat (einschließlich Prädikatsnomen) • alles, was unmittelbar vom Prädikat abhängt: — Subjekt (= ein Komplement zum Verb) — Objekt (= ein Komplement zum Verb) — Ortskomplement (= ein Komplement zum Verb) — zugewiesene Eigenschaft (= ein Komplement zum Verb) — Adverbial (= ein Supplement zum Verb) Erläuterungen: • Traditionell wird die zugewiesene Eigenschaft mit zum Prädikatsnomen gerechnet. Beide haben zwar die gleiche...

  • Satzgruppe des Pythagoras

    Zur Satzgruppe des Pythagoras zählen neben dem berühmten Satz des Pythagoras, \(a^2+b^2=c^2\), die folgenden Sätze: Kathetensatz (Kathetenquadrate udn Rechtecke über den Hypotenusenabschnitten) Höhensatz (Höhenquadrat und Rechteck der Hypotenusenabschnitte) Verallgemeinerter Satz des Pythagoras (ähnliche Figuren statt Quadrate)

  • Satzreihe

    Eine Satzreihe (Parataxe) besteht im Gegensatz zu einem Satzgefüge aus einer Verbindung von zwei oder mehreren selbstständigen, gleichrangigen Hauptsätzen. Hauptsätze kann man mit Semikolon, Komma und/​oder einer nebenordnenden Konjunktion zu einer Satzreihe verbinden. Damit wird verdeutlicht, dass die einzelnen Hauptsätze inhaltlich aufeinander bezogen sind. Bei den nebenordnenden Konjunktionen und oder oder kann das Komma entfallen. Beispiele: Der Schreck fuhr uns in die Glieder, das Lachen erstarb uns auf den Lippen. (Komma) Der Film war gut, doch es fehlte der Humor. (Komma) Es schellt...

  • Satzschlusszeichen

    Der Schluss ganzer Sätze kann durch unterschiedliche Satzzeichen gekennzeichnet werden, mit denen ein Text übersichtlicher und lesbarer wird: Punkt: Am Ende eines abgeschlossenen und vollständigen Satzes, der aus mindestens einem Subjekt und einem Prädikat bestehen muss, steht ein Punkt. Der folgende Satz beginnt wieder mit einem Großbuchstaben. Beispiel: Es ist Frühling. Aber aufgepasst: Nach einer Überschrift steht kein Punkt! Ausrufezeichen: Ausrufe, Aufforderung und Befehle werden mit einem Ausrufezeichen beendet. Auch besonders wichtige Aussagen können am Ende mit einem Ausrufezeichen...

  • Satztypen

    Andere Bezeichnung: Satzarten Definition Ein „Satztyp“ ist eine Klasse aller Sätze, die die gleiche Grundfunktion für die Kommunikation erfüllen. Bestand an Satztypen Traditionell unterscheidet man fünf Satztypen: • Aussagesatz (= Deklarativsatz) • Ausrufesatz (= Exklamativsatz) • Wunschsatz (= Desiderativsatz, Optativsatz) • Aufforderungssatz (= Imperativsatz) • Fragesatz (= Interrogativsatz) Definitionen und Beispiele siehe unten unter „Erscheinungsformen“. ERSCHEINUNGSFORMEN (A) Aussagesatz Der Sprecher teilt dem Angesprochenen einen bestehenden Sachverhalt mit („Wie es ist“). Dieser...

  • Satzzeichen

    Allgemein Um einen Satz zu beenden oder diesen zu strukturieren, werden verschiedene Satzzeichen benutzt. Hierbei gibt es zum einen die Satzschlusszeichen und weitere Satzzeichen, die nicht am Schluss eines Satzes stehen, wie zum Beispiel das Semikolon oder das Komma. Satzschlusszeichen Punkt: Aussagen oder Feststellungen enden mit einem Punkt. Beispiel: Gestern war ich nicht da. Ausrufezeichen: Aufforderung, Ausruf, Wunsch und besonders wichtige Aussage enden mit einem Ausrufezeichen. Beispiel: Gib mir das Heft, bitte! Fragezeichen: Der Fragesatz endet mit einem Fragezeichen. Beispiel: Kommst...

  • Sauerstoff

    Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Zeichen O, OZ 8, relative Atommasse 16,0; Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Farb-, geruchs- und geschmackloses, in Wasser mäßig lösliches Gas mit einer Dichte von 1,43 g/l (bei physikalischen Normalbedingungen), Fp. -218,79 °C, Sp. -182,95 °C. Chemische Eigenschaften: Sauerstoff tritt normalerweise molekular als Disauerstoff, O2, auf. Daneben können z. B. durch elektrische Entladungen sowohl kurzlebiger einatomiger Sauerstoff als auch Ozon (Trisauerstoff, O3) gebildet werden. Sauerstoff ist chemisch sehr reaktionsfähig und bildet mit fast allen...

  • Säulendiagramm

    Das Säulendiagramm (Streifendiagramm) ist eine grafische Darstellung der Ergebnisse von statistischen Erhebungen, durch die die Ergebnisse schneller erfasst werden können und auch einprägsamer werden. Ein Säulendiagramm eignet sich gut, um die absoluten Häufigkeiten verschiedener Ausprägungen eines Merkmals darzustellen. Die y-Achse eines Säulendiagramms stellt dabei die Anzahl dar. In der Waagerechten werden dann für die unterschiedlichen Merkmalsausprägungen jeweils eigene „Säulen“ nebeneinander angeordnet. Dadurch kann man gut die verschiedenen Merkmalsausprägungen miteinander vergleichen...

  • saure Reaktion

    Eine chemische Reaktion, die auf der Anwesenheit von Hydronium-Ionen, H3O+, beruht. Die Hydronium-Ionen sind dabei in einer höheren Konzentration vorhanden als die Hydroxid-Ionen, OH–. Der pH-Wert einer sauer reagierenden Lösung liegt also immer unter 7. Sauer reagierende Lösungen entfärben eine rote Phenolphthaleinlösung und färben blaues Lackmuspapier rot.

  • Säuren und Basen

    Viele Säuren und Basen waren bereits im Altertum bekannt. Sie wurden zuerst nach ihren geschmacklichen und stofflichen Eigenschaften benannt: Säuren (wie beispielsweise die Essigsäure, die Citronensäure, die Oxalsäure usw.) schmecken sauer, und Laugen schmecken seifig und fühlen sich auch so an. Ihre wässrigen Lösungen werden auch Laugen genannt. Die heutige Definition der (normalen) Säuren und Basen stammt von J. N. Brønsted und Thomas Martin Lowry (*1874, †1936): Säuren sind Moleküle oder Ionen, die Protonen abgeben können, also Protonendonatoren, Basen sind Moleküle oder Ionen, die Protonen...

  • saurer Regen

    Säurehaltige atmosphärische Niederschläge, die hauptsächlich durch Schwefeldioxid, SO2, und Stickoxide (v. a. Stickstoffdioxid, NO2) aus Verbrennungsprozessen (Rauchgase, Abgase aus Dieselkraftfahrzeugen) hervorgerufen werden. Die Gase werden in der Atmosphäre oxidiert und bilden mit Wasser Schwefelsäure und Salpetersäure: \(\ce{SO2 + H2O + 1/2 O2 -> H2SO4}\) \(\ce{2 NO2 + H2O + 1/2 O2 -> 2 HNO3}\) Säurehaltige Niederschläge führen zu erheblichen Umweltschäden, wie Versauern der Gewässer und Böden, Absterben von Mikroorganismen im Boden, Schäden an Pflanzen und Tieren.

  • Schall

    Schall ist eine Sammelbezeichnung für mechanische Schwingungen und Wellen im Frequenzbereich des menschlichen Hörens (16–20.000 Hz) – d.h. „alles, was man hören kann“. Bei Frequenzen unter 16 Hz spricht man von Infraschall, über etwa 20 kHz von Ultraschall, über etwa 1 GHz von Hyperschall. Schall kann sich in jedem Medium ausbreiten, dessen Atome oder Moleküle nicht vollkommen fixiert sind, also insbesondere allen Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern. Dabei hängt seine Ausbreitungsgeschwindigkeit, die Schallgeschwindigkeit, stark vom jeweiligen Medium ab. Im engeren Sinn versteht man unter...

  • Schallgeschwindigkeit

    Die Schallgeschwindigkeit (Formelzeichen c, vS) ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schallwellen in einem festen, flüssigen oder gasförmigen Medium. Im Allgemeinen ist sie in Gasen deutlich kleiner als in Flüssigkeiten und in Flüssigkeiten kleiner als in festen Körpern. Dies liegt daran, dass der Kontakt zwischen den Atomen oder Molekülen in Festkörpern am größten ist und daher die einzelnen Teilchen ihre Bewegungen durch Stöße dort wesentlich leichter an ihre Nachbarn weitergeben können. Dementsprechend ist die Schallgeschwindigkeit in sehr harten und starren Körpern am größten. Außer vom...

  • Schaltzeichen

    Schaltzeichen sind standardisierte Symbole zur zeichnerischen Darstellung von elektronischen bzw. elektrotechnischen Bauelementen, Geräten und Leitungen.

  • Schatten

    Der Schatten ist der Bereich hinter einem beleuchteten (undurchsichtigen) Objekt, in den kein oder nur wenig Licht oder andere Strahlung gelangt. Mit Schatten kann auch das Bild gemeint sein, das durch die fehlende Beleuchtung auf einer Projektionsfläche erscheint. Schattenraum und Schattenbild sind abhängig von der Form des lichtundurchlässigen Körpers und der Art der Lichtquelle: Eine punktförmige Lichtquelle erzeugt einen scharf begrenzten Schatten. Zwei punktförmige Lichtquellen werfen i. A. zwei Schatten, die sich jedoch überlappen können. Den Raum, in den weder Lichtstrahlen von der...

  • Schattenpunkt

    Der Schattenpunkt ist die Projektion eines Punkts P im Raum auf eine Fläche wie die horizontale Ebene (den „Fußboden“) oder eine (Haus-)Wand. Wenn die Lichtquelle das Sonnenlicht ist, kann man von parallel einfallendem Licht ausgehen, also einer Parallelprojektion in Richtung des Vektors \(\vec v\). Der Schattenpunkt ist dann der Schnittpunkt der Geraden durch den Punkt P mit dem Richtungsvektor \(\vec v\) und der angegebenen Fläche. Bei einer punktförmigen Lichtquelle L wird die Projektionsrichtung durch den Differenzvektor von P und L angegeben. Beispiel: Die Abbildung zeigt die...

  • Schätzen von Größen

    Das Schätzen von Größen ist eine Hilfe, wenn man schnell überprüfen will, ob das Ergebnis einer Messung plausibel ist, oder wenn keine Zeit für eine echte Messung ist. Dabei kann man z. B. ausnutzen, dass ein Daumen ungefähr 1 cm breit ist und ein (großer) Schritt etwa 1 m weit reicht. Weiterhin wiegen 1 Liter Wasser, Milch oder Saft (und von vielen anderen Getränken) ziemlich genau 1 kg und der Ruhepuls von Kindern und Jugendlichen hat eine Frequenz von etwa 1,5 Hertz, d. h., dein Herz schlägt ungefähr dreimal in zwei Sekunden. Das Schätzen von Größen hat damit eine ähnliche Funktion wie die...

  • Schaum

    Gemenge, bei dem gasgefüllte Blasen in einer Flüssigkeit oder einem Feststoff verteilt sind. Ein Schaum ist ein disperses System. Beispiele für flüssigen Schaum sind Bier- und Seifenschaum, Beispiele für festen Schaum sind Bimsstein und Schaumstoffe.

  • Scheidetrichter

    Trichterförmiges, oben mit einem Stopfen und unten mit einem Hahn verschließbares Glasgerät, das im Labor zum Ausschütteln verwendet wird. Durch Ablassen der unteren Phase kann man nach Entmischung die beiden flüssigen Phasen trennen.

  • Scheidewasser

    Veraltet für Salpetersäure, HNO3. Der Name beruht auf der Fähigkeit von Scheidewasser, Gold und Silber voneinander zu trennen. Durch die oxidierende Wirkung der konzentrierten Salpetersäure wird das Silber zu Silber-Ionen oxidiert: \(\ce{Ag + 2 HNO3 -> AgNO3 +NO2 + H2O}\) Gold und auch Platin werden durch Scheidewasser nicht angegriffen.

  • Scheitelpunktform

    Die Scheitelpunktform einer quadratischen Gleichung hat den Vorteil, dass man aus ihr den Scheitelpunkt oder schlicht Scheitel S(s|t) des parabelförmigen Funktionsgraphen direkt ablesen kann: \(y= a (x - s )^2 + t \ \ (s,t \in \mathbb R)\) Für s = t = 0 geht dies in die Gleichung der Normalparabel y = x2 über, deren Scheitelpunkt im Ursprung liegt (wie es dann ja auch sein sollte). Man erkennt an der Scheitelpunktform auch, dass die allgemeine Parabel eine Normalparabel ist, die entlang der x-Achse um die Strecke s und entlang der y-Achse um die Strecke t verschoben ist (Form- und...

  • Scheitelwinkelsatz und Nebenwinkelsatz

    Schneiden sich zwei Geraden in der Ebene, lassen sich vier Winkelfelder unterscheiden. Die gegenüberliegenden Winkel heißen Scheitelwinkel und sind gleich groß, d. h. es gilt: \(\mathbf{\alpha=\gamma}\) \(\mathbf{\beta=\delta}\) Die nebeneinanderliegenden Winkel heißen Nebenwinkel und haben immer eine Summe von \(180° \): \(\alpha+\beta=180°\) \(\gamma+\delta=180°\) Nimmt man beide Sätze zusammen, folgen außerdem: \(\alpha+\delta=180°\) \(\gamma+\beta=180°\) Die folgende Abbildung verdeutlicht den Zusammenhang noch einmal.

  • Scherbengericht, Ostrakismus

    Scherbengericht, Ostrakismus, von Perikles 488/487 v. Chr. eingeführte Abstimmung attischer Bürger in der Volksversammlung, um die Herrschaft eines Einzelnen zu verhindern. Ein Bürger konnte für zehn Jahre aus Athen verbannt werden, wenn mindestens 6.000 Bürger seinen Namen bei einer Abstimmung auf eine Tonscherbe ritzten.

  • Schiefe Ebene

    Eine schiefe bzw. geneigte Ebene ist ein klassisches Untersuchungsobjekt der Mechanik, da sich hier Bewegungen je nach Neigungswinkel \(\alpha\) der Ebene so weit verlangsamen lassen, dass man auch ohne technische Hilfsmittel quantitativ erfassen kann – Galileo Galilei nutzt sie beispielsweise, als er seine Fallgesetze herleitete (die somit in gewisser Weise eher Rutsch- bzw. Rollgesetze waren). Außerdem ist die schiefe Ebene auch ein sog. einfache Maschine, da sich mit ihr Kraft einsparen lässt, indem man den Weg verlängert. In der Abb. ist die Strecke AC die Länge l und die Strecke BC als...

  • Schilddrüse

    Schilddrüse (Glandula thyreoidea): eine aus zahllosen Bläschen sich zusammensetzende Hormondrüse im Halsbereich der Luftröhre. Sie kommt bei allen Wirbeltieren (also auch beim Menschen) vor. Beim Menschen ist die Schilddrüse mit 20–60 g Gewicht die größte Hormondrüse. Sie produziert die Schilddrüsenhormone und das für den Calciumstoffwechsel wichtige Calcitonin. Schilddrüsenhormone sind die in der Schilddrüse gebildete und gespeicherte Hormone, insbesondere Thyroxin und Triiodthyronin. Unter Einfluss des Sympathikus (vegetatives Nervensystem) werden sie ausgeschüttet und ins Blut abgegeben...

  • Schiller, Friedrich von

    Geboren in Marbach am Neckar am 10.11.1759, gestorben in Weimar am 9.5.1805: Zu Beginn seiner literarischen Tätigkeit schrieb Friedrich Schiller, der zu den bedeutendsten deutschen Dichtern zählt, im enthusiastischen Ton des Sturm und Drang. Als entschiedener Vertreter der Aufklärung beschäftigte er sich später auch mit Geschichte, Ästhetik und Moralphilosophie. Sein literarisches Spätwerk, entstanden im engen Austausch mit Johann Wolfgang von Goethe, ging als Teil der Weimarer Klassik in die deutsche Literaturgeschichte ein. Freiheitsdrang Johann Christopher Friedrich von Schiller wurde als...

  • Schizogonie

    Schizogonie: eine Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung bei Einzellern, v. a. bei den Sporentierchen. Dabei entstehen im Zellkörper aus dem ursprünglichen Kern durch einfache Mitosen zahlreiche Tochterkerne, aus denen (nach Zerfall der Mutterzelle, des Schizonten) neue Individuen hervorgehen.

  • Schlaf

    Schlaf: Im Schlaf befindet sich der gesamte Organismus in einem Erholungsvorgang mit herabgesetztem oder aufgehobenem Bewusstsein, entspannter Ruhelage und Umstellung verschiedener vegetativer Körperfunktionen (Verlangsamung der Atmung, Erniedrigung des Blutdrucks). Ebenso wie die Aufmerksamkeit im Wachen variieren kann, ändert sich auch die Schlaftiefe, kenntlich an der Stärke des zur Unterbrechung des Schlafes erforderlichen Weckreizes. Mithilfe des Elektroencephalogramms (EEG) lassen sich die folgenden Schlafstadien unterscheiden: Tiefschlaf (Stadium E): fast ausschließlich mit langsamen...

  • Schlieffenplan

    Schlieffenplan, von Generalstabschef Alfred Graf von Schlieffen (*1833, †1913, preußischer Generalfeldmarschall seit 1911) 1905 entwickelter Plan, der für den Fall eines Zweifrontenkriegs vorsah, die französischen Streitkräfte durch einen raschen Schlag zu vernichten, um sich dann gegen Russland wenden zu können. Unter Bruch der belgischen, luxemburgischen und niederländischen Neutralität sollten die deutschen Truppen nach Nordfrankreich vorstoßen, dort nach Süden und Osten umschwenken und so die auf Deutschland zumarschierenden französischen Truppen umfassen und vernichten. Der Schlieffenplan...

  • Schlüsselreiz

    Schlüsselreiz: ein Reiz, der über einen angeborenen Auslösemechanismus wirkt und eine artspezifische Instinkthandlung (Instinktverhalten) auslöst. Schlüsselreiz und ausgelöstes Verhalten wurden von Konrad Lorenz mit »Schlüssel und Schloss« verglichen. Aus der Vielzahl der Reize, die von den Sinnesorganen der Tiere aufgenommen werden, haben nur einige Signalcharakter. Sie müssen unter natürlichen Bedingungen so selten sein, dass das ausgelöste Verhalten des Tiers sinnvoll und von Nutzen ist. Häufig handelt es sich um eine Kombination von angeborenen und erlernten Reizen, die sich ergänzen...

  • Schmalkaldischer Bund

    Schmalkaldischer Bund, von den evangelischen Fürsten und Städten 1531 in Schmalkalden (Thüringen) gegründetes Verteidigungsbündnis gegen die Religionspolitik Kaiser Karls V. Nachdem weder auf einem Reichstag in Nürnberg 1532 noch auf dem Konzil von Trient 1535 die Religionskonflikte gelöst werden konnten, griffen im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 die kaiserlichen Truppen an. Karl V. besiegte die evangelischen Stände. Allerdings konnte erst der Augsburger Religionsfrieden von 1555 die Konflikte vorerst lösen.

  • Schmelze

    Ein meist durch Wärmezufuhr verflüssigter Stoff, der unter Normalbedingungen fest ist, z. B. Metallschmelze, Salzschmelze.

  • Schmelzen

    Übergang eines Körpers aus dem festen in den flüssigen Aggregatzustand. Die Temperatur, bei der sich dieser Übergang vollzieht, wird als Schmelztemperatur, Schmelzpunkt oder Fusionspunkt bezeichnet (Abk. Fp.). Sie ist außer vom Material auch vom Druck abhängig.

  • Schmelzflusselektrolyse

    Abscheidung eines Metalls aus einem schmelzflüssigen Gemisch von Salzen bei hoher Stromstärke (bis 150 000 A), aber geringer Spannung (1 bis 6 V). Die Schmelzflusselektrolyse dient v. a. zur Gewinnung von Metallen, die wegen ihrer großen Affinität zu Sauerstoff auf normalem chemischem Wege nur schwer oder überhaupt nicht aus den Oxiden zum Metall reduziert werden können. Man gewinnt damit z. B. Alkalimetalle, Erdalkalimetalle und Titan. Besondere Bedeutung hat die Schmelzflusselektrolyse für die Gewinnung von Aluminium erlangt: Da Aluminiumoxid, Al2O3, einen sehr hohen Schmelzpunkt hat (2050...

  • Schnittgeraden von Ebenen

    Zwei Ebenen E1 und E2, die nicht parallel (und nicht identisch!) sind, schneiden sich in einer Geraden, der Schnittgeraden. Diese bestimmt man, indem man die Gleichungen der beiden Ebenen gleichsetzt und das sich ergebende Gleichungssystem löst. In Parameterform sieht das folgendermaßen aus (natürlich kann man auch andere Darstellungsformen der Ebenengleichung wählen oder aber eine andere Darstellungsform in die Parameterform umwandeln): \(\vec a_1 +\lambda_1\vec u_1 + \mu_1\vec v_1 = \vec a_2 +\lambda_2\vec u_2 + \mu_2\vec v_2\) Da das System insgesamt vier freie Parameter hat (\(\lambda_1,\...

  • Schnittmenge

    Bei zwei Mengen A und B die Menge aller Elemente, die sowohl in A als auch in B enthalten sind: \(A \cap B = \{x|\ x\in A \land x\in B\}\) Es ist immer \(A \cap B = B \cap A\). Ein andere Name für die Schnittmenge ist Durchschnitt.

  • Schnittwinkel von Funktionsgraphen

    Unter dem Schnittwinkel zweier Funktionsgraphen \(G_{f_1}\) und \(G_{f_2}\) an einer Stelle x0 versteht man den nichtstumpfen Winkel \(\varphi\), unter dem sich die Tangenten an die beiden Graphen in diesem Punkt schneiden. Für diesen Winkel gilt \(\displaystyle \tan \varphi = \left| \frac{m_1 - m_2}{1 + m_1 \cdot m_2} \right| = \left| \frac{f_1'(x_0) - f_2'(x_0)}{1 + f_1'(x_0) \cdot f_2'(x_0)} \right|\) Im Spezialfall, dass die Graphen senkrecht aufeinander stehen, so gilt: \(f_1 ' ( x_0 ) \cdot f_2 ' ( x_0 ) = m_1 \cdot m_2 = - 1\). Beispiel: Die Graphen der Funktionen \(f_1\!: x \mapsto x^2...

  • Schnittwinkel zwischen Ebenen

    Der Schnittwinkel \(\varphi\) zwischen zwei Ebenen E1 und E2 ist der (nicht stumpfe) Winkel zwischen ihren Normalenvektoren \(\vec n_1\) und \(\vec n_2\). mit den Ebenen \(E_1 : \overrightarrow{n_1} \circ ( \overrightarrow{x} - \overrightarrow{a_1} ) = 0\) und \(E_2 : \overrightarrow{n_2} \circ ( \overrightarrow{x} - \overrightarrow{a_2} ) = 0\), mit den Aufpunkten (Stützvektoren) \(\vec a_1\) und \(\vec a_2\). Beispiel: \(E_1 : 2 x_1 - 6 x_2 + 3 x_3 + 4 = 0\) und \(E_2 : 1,5 x_1 - x_2 + 3 x_3 - 1 = 0\) \(\displaystyle \cos \varphi = \frac{\begin{pmatrix} 2 \\ -6 \\ 3 \end{pmatrix} \circ...

  • Schnittwinkel zwischen Gerade und Ebene

    Unter dem Schnittwinkel \(\varphi\) zwischen einer Geraden g und einer Ebene E versteht man den nicht stumpfen Winkel zwischen dem Normalenvektor \(\vec n\) der Ebene der senkrechten Projektion gE des Richtungsvektors \(\vec u\) der Geraden auf die Ebene. Dies ist also nicht der Winkel \(\psi\) zwischen \(\vec n\) und \(\vec u\), sondern es gilt \(\varphi = 90^\circ - \psi\) (siehe Abbildung). Dabei sind \(g : \overrightarrow{x} = \overrightarrow{a} + \lambda \cdot \overrightarrow{u} (\lambda \in \mathbb{R})\) und \(E: \overrightarrow{n} \circ ( \overrightarrow{x} - \overrightarrow{a} ) = 0\)...

  • Schnittwinkel zwischen Geraden

    Unter dem Schnittwinkel \(\varphi\) zwischen zwei verschiedenen Geraden g und h versteht man den nicht stumpfen Winkel an der Geradenkreuzung. Dabei bezeichnet „\(\circ\)“ das Skalarprodukt zwischen den beiden Richtungsvektoren \(\vec u\) und \(\vec v\). Beispiel: \(\displaystyle g : \begin{pmatrix} x_1 \\ x_2 \\ x_3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} -2 \\ 7 \\ 2 \end{pmatrix} + \lambda \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 2 \\ 1 \end{pmatrix}, \quad \lambda \in \mathbb R\) \(\displaystyle h: \begin{pmatrix} x_1 \\ x_2 \\ x_3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} -6 \\ 4 \\ -1 \end{pmatrix} + \mu \cdot \begin...

  • Schrägbild von Körpern

    Ein Schrägbild ist eine zweidimensionale Darstellung oder Projektion von dreidimensionalen Objekten (Körpern), bei der zwei Achsen (x, z) in der „Papierpebene“ aufeinander senkrecht stehen. Die dritte Achse (y) wird dagegen um einen gewissen Verzerrungswinkel \(\alpha\) gedreht, sodass sie scheinbar „nach hinten“ zeigt. Längen auf dieser Achse werden um einen Verkürzungsfaktor k verkleinert dargestellt. In der Regel wählt man \(\mathbf{\alpha = 45^\circ}\) und k = 0,5, was man auch die „Kavaliersprojektion“ oder -perspektive nennt (allerdings wird der Begriff nicht immer in dieser Bedeutung...

  • Schreibung nach kurzen Vokalen (Schärfung)

    Allgemein Man unterscheidet zwischen kurzen und langen Vokalen. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für das Schriftbild. Die Kennzeichnung eines langen Vokals bezeichnet man als Dehnung, die eines kurzen Vokals als Schärfung. Möglichkeiten der Schärfung Konsonantenhäufung Bei einer Konsonantenhäufung folgen auf einen kurzen Vokal zwei oder mehrere Konsonanten. Anders ausgedrückt: Der Vokal erfährt eine Schärfung. Beispiele: Band, kämpfen, Kerne, Kind, Schmerz, Strumpf, welken Doppelkonsonanten Nach einem kurzen Vokal wird der nachfolgende Konsonant häufig verdoppelt. Beispiele: Brett, Ebbe...

  • Schreibung nach langen Vokalen (Dehnung)

    Allgemein Man unterscheidet zwischen kurzen und langen Vokalen. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für das Schriftbild. Die Kennzeichnung eines langen Vokals bezeichnet man als Dehnung, die eines kurzen Vokals als Schärfung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die dazu führen, dass ein Vokal lang gesprochen wird. Vokale, die lang gesprochen werden, haben meistens ein uneinheitlicheres Schriftbild zur Folge. Möglichkeiten der Dehnung Dehnungs-h Häufig folgt auf einen langen Vokal der Buchstabe -h, um die Dehnung anzuzeigen. Beispiele: Bohne, Hahn, Stuhl, kehren, lahm Der lange i-Laut (Tiger...

  • Schriftliches Rechnen

    Sollten einmal weder ein Taschenrechner, noch ein Smartphone, Schreibtischcomputer oder Kopfrechengenie vefügbar sein, kann man die Grundrechenarten auch „auf Papier“, also schriftlich ausführen. Dabei wird immer stellengerecht gerechnet, d. h. alle Dezimalkommas müssen untereinander stehen. Fehlende Dezimalstellen am Ende können zur besseren Übersicht durch Nullen aufgefüllt werden. Addition Es wird von rechts nach links und von oben nach unten gerechnet, also erst „7 + 0 = 7“, dann „6 + 3 = 9“ usw. Achtung: Bei der „Einerstelle“ rechnet man „4 + 8 = 12“, das Ergebnis ist also größer als 9...

  • Schriftsystem

    Das Schriftsystem der meisten Sprachen besteht aus: (1) Alphabet: Buchstabenzeichen, die (mehr oder weniger genau und einfach) die wortunterscheidenden Laute (= Phoneme) der gesprochenen Sprache repräsentieren und dazu dienen, die Wörter von Sprachäußerungen abzubilden. (2) Satzzeichen: Zeichen, mit denen die Gliederung, Intonation und Funktion von Sprachäußerungen beschrieben werden (unter anderem Unterscheidung der Satztypen). (3) Symbole für häufig gebrauchte ganze Wörter, Sätze und Funktionen, darunter vor allem: — mathematische Zeichen: Zahlzeichen und Symbole für mathematische Funktionen...

  • Schrödinger-Gleichung

    Die Schrödinger-Gleichung (nach Erwin Schrödinger) ist die grundlegende Differenzialgleichung der (nicht relativistischen) Quantenmechanik, die an die Stelle der Bewegungsgleichung der Mechanik tritt. Sie ist eine Gleichung für die zunächst unbekannte Wellenfunktion \(\Psi(x,\, t)\) eines Quantenobjekts, d. h. sie stellt Forderungen an Wellenfunktionen. Die Lösungen der Gleichung sind die physikalisch möglichen Wellenfunktionen, etwa im Wasserstoffatom die die erlaubten Elektronenorbitale. Im einfachen Fall, dass die Bewegung eines Teilchens auf eine Dimension beschränkt ist und die äußeren...

  • Schrödingers Katze

    Schrödingers Katze ist ein von Erwin Schrödinger entworfenes Gedankenexperiment, das die begrifflichen Schwierigkeiten der Quantenmechanik illustrieren soll. In dem (gedachten) Versuch wird eine Katze in einen undurchsichtigen Kasten gesperrt. Dieser enthält eine Fläschen mit einem tödlichen Gas, das über einen komplizierten Mechanismus genau dann zertrümmert wird, wenn ein radioaktives Präparat zufällig ein Alphateilchen aussendet. Da der radioaktive Zerfall ein Quantenprozess ist, gibt es eine Wellenfunktion für die Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses. Nach der gängigen Interpretation der...

  • Schumanplan

    Schumanplan, Plan des französischen Außenminister Robert Schuman (*1886, †1963) vom 9.5.1950, mit dem er den Anstoß für die 1951 gegründete Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) gab. Dabei wurden unterschiedliche Interessen verwirklicht. Während Frankreich ein Interesse hatte, die deutsche Kohle- und Stahlindustrie, insbesondere das Ruhrgebiet, unter eine gemeinsame Kontrolle europäischer Staaten zu stellen, um die Möglichkeit eines von Deutschland ausgehenden Krieges zukünftig auszuschließen, nutzte die noch nicht souveräne Bundesrepublik Deutschland unter Bundeskanzler...

  • Schutzgas

    Inertes Gas, meist Stickstoff, N2, oder Argon, Ar, das empfindliche Stoffe vor der Einwirkung von (Luft)Sauerstoff oder anderen aggressiven Gasen schützt.

  • Schwache Wechselwirkung und starke Wechselwirkung

    Die schwache und die starke Wechselwirkung bzw. Fundamentalkraft sind zwei Grundkräfte, die zusammen mit Elektromagnetismus und Gravitation allen physikalischen Prozessen zugrundliegen. Beiden Kräften ist gemein, dass sie nur auf extrem kurzen Abständen zutage treten (die starke Wechselwirkung ungefähr bei Abständen in der Größenordnung des Protonendurchmessers, also etwa \(1\,\text{fm} = 10^{-15}\,\text m\), und kleiner, die schwache sogar nur bei noch kleineren Abständen \(< 10^{-16}\,\text m\)). Es gibt aber mehrere grundsätzliche Unterschiede: Die starke Wechselwirkung oder Farbkraft wirkt...

  • Schwangerschaft

    Schwangerschaft (Gravidität) ist die Zeitspanne von der Einnistung eines befruchteten Eies bis zur Geburt eines Kindes. Die Schwangerschaft dauert im Mittel 280 Tage, gerechnet vom ersten Tag der letzten Monatsblutung (Menstruationszyklus). Aus biologischer Sicht beginnt die Schwangerschaft mit der Besamung der Eizelle und der nachfolgenden Befruchtung. Unter Annahme eines durchschnittlichen Menstruationszyklus von 28 Tagen erreicht der so entstandene Blasenkeim die Gebärmutterhöhle gewöhnlich am 18. Zyklustag, wenn die Befruchtung am 14. Zyklustag stattgefunden hat. Die Einnistung des...

  • Schwarz-Rot-Gold

    Schwarz-Rot-Gold, in den Befreiungskriegen gegen Napoleon entstandene Farben, erstmals von einer studentischen Burschenschaft 1815 getragen. Die Farben Schwarz-Rot-Gold der Fahnen symbolisierten nationale Einheit statt staatlicher Zersplitterung im Deutschen Bund, Freiheit, politische Mitbestimmung und Gerechtigkeit. In der heutigen Form wurden die Fahnen erstmals auf dem Hambacher Fest von 1832 geführt. Im Deutschen Kaiserreich (1871 bis 1918) und zur Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft (1933 bis 1945) war Schwarz-Rot-Gold verschmäht. Offizielle Staatsflagge bzw. Staatsfarben wurde...

  • Schwarzer Strahler

    Ein schwarzer Strahler oder schwarzer Körper ist ein gedachter bzw. idealisierter Körper, der auftreffende Strahlung aller Wellenlängen vollständig absorbiert. Die dadurch aufgenommene Energie strahlt er dann gemäß den Strahlungsgesetzen als Wärmestrahlung wieder ab. Dabei müssen seine maßgeblichen Bestandteile alle dieselbe Temperatur aufweisen. Da er bei niedrigen Temperaturen (z. B. Zimmertemperatur) praktisch kein sichtbares Licht abstrahlt, erscheint er dann also vollkommen schwarz. Mit zunehmender Temperatur leuchtet er aber erst rötlich, dann gelblich und schließlich bläulich. Reale...

  • Schwarzpulver

    Aus Schwefel, Holzkohle und Kalium- oder Natriumnitrat hergestelltes, fein gepulvertes Gemenge, das früher als Schießpulver verwendet wurde.

  • Schweben, Schwimmen und Fliegen

    Bei der Bewegung in einem Fluid (Gas oder Flüssigkeit) gibt es – außer „Runterfallen“ bzw. „Untergehen und Liegenbleiben“ – grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Wenn Körper in Luft, Wasser oder anderen Fluiden schweben, befinden sie sich in einem Kräftegleichgewicht zwischen Gewichtskraft und statischem Auftrieb. Ohne weitere Kräfte und auch ohne Bewegung relativ zum Fluid ist das Gleichgewicht stabil. Wenn Körper in Wasser oder einer anderne Flüssigkeit schwimmen bzw. in Luft oder einem anderen Gas fliegen, nutzen sie den dynamischen Auftrieb, wodurch sie auch dann ihre Höhe halten können, wenn...

  • Schwebung

    Unter einer Schwebung versteht man in der Akustik bzw. der Schwingungslehre allgemein das periodische Schwanken der Amplitude einer Schwingung, die durch Überlagerung zweier gleichartiger Schwingungen mit nur geringem Frequenzunterschied entsteht. Haben die beiden sich überlagernden Teilschwingungen die Frequenzen f1 und f2, so resultiert eine Schwingung, deren Amplitude mit der Frequenz \(f = |f_2-f_1|\) periodisch schwankt. Die Frequenz f heißt Schwebungsfrequenz. Sind die Amplituden der sich überlagernden Schwingungen gleich groß, schwankt die Amplitude zwischen null und einem Maximalwert...

  • Schwedisch-Französischer Krieg

    Schwedisch-Französischer Krieg, die vierte Phase des Dreißigjährigen Kriegs von 1635 bis 1648. Kampf um Macht in Europa Frankreich wollte ein übermächtiges Deutsches Reich verhindern, die eigene Position stärken und die Grenzen zum Deutschen Reich weiter nach Osten über Lothringen und das Elsass verschieben. Frankreich unter dem katholischen König Ludwig XIII. (*1601, †1643, König von Frankreich seit 1610) und Kardinal Richelieu (*1585, †1642) verbündete sich mit den evangelischen Schweden unter Königin Christina (*1626, †1689, schwedische Königin von 1632 bis 1654) und trat 1635 in den Krieg...

  • Schwedischer Krieg

    Schwedischer Krieg, die dritte Phase des Dreißigjährigen Kriegs von 1630 bis 1635. Das Eingreifen Schwedens Die gestärkte Macht des Deutschen Reichs in Norddeutschland veranlasste den evangelischen Schwedenkönig Gustav II. Adolf (*1594, †1632, König von Schweden seit 1611), 1630 militärisch in den Kampf einzugreifen. Schwedische Truppen landeten im Oderdelta (Vorpommern). Dies führte zum Schwedischen Krieg. Siege und Niederlagen Das schwedische Heer war zunächst in norddeutschen Regionen schnell erfolgreich und besiegte 1631 auch die Katholische Liga. Nach dem Tod von Johann Tserclaes Graf von...

  • Schwefel

    Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Zeichen S, OZ 16, relative Atommasse 32,07; Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Schwefel tritt in mehreren allotropen Modifikationen auf: Bei Normaltemperatur in leuchtend gelben, rhombischen Kristallen (α-Schwefel, Dichte 2,07 g/cm³, Fp. 112,8 °C), oberhalb 95,6 °C als monokliner hellgelber β-Schwefel (Dichte 1,96 g/cm³); oberhalb des Schmelzpunkts von 119 °C bildet Schwefel eine leicht bewegliche gelbe Flüssigkeit (λ-Schwefel), die ab 160 °C in eine rotbraune viskose Masse (µ-Schwefel) übergeht. Ab 200 °C wird die Schmelze dünnflüssig, bei 444,6...

  • Schwefeldioxid

    SO2: Ein farbloses, stechend riechendes Gas; es entsteht beim Verbrennen von Schwefel oder Rösten von Sulfiden; seine wässrige Lösung ist die schweflige Säure, H2SO3, eine schwache Säure, von der sich die Sulfite ableiten. Das durch katalytische Oxidation von Schwefeldioxid gewonnene Schwefeltrioxid, SO3, dient vor allem zur Herstellung von Schwefelsäure, H2SO4. Schwefeldioxid findet sich in allen aus schwefelhaltigen Brennstoffen entstehenden Abgasen und ist ein luftverunreinigender Schadstoff (saurer Regen).

  • Schwefelsäure

    H2SO4: Sauerstoffsäure des positiv sechswertigen Schwefels. Wasserfreie Schwefelsäure ist eine farblose, ölige Flüssigkeit, Dichte 1,84 g/cm³ bei 20 °C, Fp. 10 °C, Sp. 338 °C. Konzentrierte Schwefelsäure ist meist 98 %ig, die Akkumulatorsäure etwa 30 %ig, verdünnte Schwefelsäure 16 %ig. Konzentrierte Schwefelsäure, die zusätzlich Schwefeltrioxid gelöst enthält, wird Oleum genannt. Konzentrierte Schwefelsäure ist außerordentlich hygroskopisch: Sie entzieht Wasser sogar organischen Substanzen (z. B. Zucker), wobei diese verkohlen. In Wasser löst sie sich unter starker Wärmeentwicklung und darf...

  • Schweifreim

    Ein Schweifreim folgt dem Schema aabccb. Er eignet sich besonders für sechszeilige Strophen und bewirkt eine Unterteilung der Strophe in einen Paarreim (aabb) und einen umarmenden Reim (abba). Beispiel: a Als jüngst die Nacht dem sonnenmüden Land, a Der Dämmrung leise Boten hat gesandt, b Da lag ich einsam noch im Moose. c Die dunklen Zweige nickten so vertraut, c An meiner Wange flüsterte das Kraut, b Unsichtbar duftete die Heiderose. (Annette von Droste-Hülshoff, Im Moose)

  • Schweißen

    Schaffung einer festen mechanischen Verbindung zweier Metall-, Metalllegierungs- oder Kunststoffteile, wobei Grundmaterial und Schweißstelle ein weitgehend gleichartiges Ganzes bilden. Das Metallschweißen ist das Vereinigen metallischer Werkstoffe unter Anwendung von Wärme und/oder Druck, und zwar mit oder ohne Zusetzen von gleichartigen Werkstoffen, die den gleichen oder nahezu gleichen Schmelzbereich haben. Beim Kunststoffschweißen werden die thermoplastischen Werkstoffe mithilfe von Hochfrequenzstrom oder Heißluft bis zum Schmelzbeginn erwärmt und mit oder ohne Druckeinwirkung bzw. unter...

  • Schwellenländer

    Schwellenländer, Gruppe von Entwicklungsländern, die sich durch rasantes Wirtschaftswachstum und beachtliche Industrialisierungsfortschritte auszeichnen und sich am Übergang vom Entwicklungsland zum Industrieland befinden. Dazu zählen Staaten in Lateinamerika wie Brasilien, Argentinien, Mexiko, Chile, vor allem aber Staaten in Asien wie die Volksrepublik China und Indien und Länder wie Thailand, Süd-Korea, Singapur, Taiwan, Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen (Tigerstaaten), weiterhin Israel und Südafrika sowie die arabischen Erdöl exportierenden Staaten wie Saudi-Arabien.

  • schweres Wasser

    D2O: Wasser, bei dem die Moleküle statt des gewöhnlichen Wasserstoffs mit der Massenzahl 1 den schweren Wasserstoff (Deuterium, chemisches Symbol D oder 2H) enthalten, dessen Massenzahl 2 beträgt. Physikalisch unterscheidet sich schweres Wasser von normalem Wasser, H2O, erheblich. Unter Normalbedingungen erstarrt es bei 3,82 °C und siedet bei 101,42 °C. Seine größte Dichte (1,107 g/cm³) erreicht es bei 11,6 °C. Schweres Wasser wird durch Elektrolyse aus natürlichem Wasser gewonnen; es reichert sich bis über 98 % im Rückstand an. Verwendet wird schweres Wasser vorwiegend als Moderator in...

  • Schwermetalle

    Metalle, deren Dichte größer als 4,5 ist. Es gibt mehr als 60 Schwermetalle. Zu ihnen zählen ausnahmslos alle Edelmetalle mit einer Dichte von mehr als 9,5 g/cm³. Die hohe Dichte der Schwermetalle ist auf den verhältnismäßig kleinen Atomdurchmesser zurückzuführen. Die wichtigsten Schwermetalle sind Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Nickel, Chrom, Uran, Silber, Gold und Platin. Die größten Dichten haben Iridium mit 22,65 g/cm³ und Osmium mit 22,61 g/cm³. Viele Schwermetalle sind toxisch (besonders Cadmium, Quecksilber, Blei); sie können sich in der Nahrungskette anreichern, da einige ihrer...

  • Schwerpunkt

    Der Schwerpunkt eines Dreiecks ist der Schnittpunkt seiner Seitenhalbierenden. Wenn die Ortsvektoren der Ecken A, B und C die Vektoren \(\vec a\), \(\vec b\) und \(\vec c\) sind, ist der Ortsvektor des Schwerpunkts \(\displaystyle \vec s = \frac 1 3 (\vec a +\vec b+\vec c)\). Die Bezeichnung „Schwerpunkt“ kann man auch physikalisch wörtlich nehmen: Wenn man ein dreieckiges Holzbrett (ganz vorsichtig!) auf dem Schwerpunkt balanciert, bleibt es im Gleichgewicht. Und wenn man ein Dreieck an der Spitze drehbar aufhängt, folgt die Verlängerung des Fadens der jeweiligen Seitenhalbierenden (eben weil...

  • Schwerpunkt

    Der Schwerpunkt (Massenmittelpunkt) eines Körpers ist derjenige Punkt, den man sich als Angriffspunkt der Schwerkraft denken kann – der Körper bewegt sich genau so durch das Schwerefeld wie eine Punktmasse am Ort des Schwerpunkts. Dabei muss der Schwerpunkt nicht unbedingt innerhalb des Körpers liegen, so liegt der Schwerpunkt einer Rings oder einer Kugelschale jeweils im Zentrum dieser Objekte. Hängt man einen festen Körper in seinem Schwerpunkt auf, so bleibt er bei jeder Orientierung im Gleichgewicht (zumindest solange nur die Schwerkraft wirkt). Ein Drehmoment, das im Schwerpunkt angreift...

  • Schwingkreis

    Ein Schwingkreis ist ein (geschlossener) Stromkreis, in dem eine Spule und ein Kondensator in Reihe geschaltet sind. Ein realer Schwingkreis besitzt immer auch einen Ohm’schen Widerstand, dies vernachlässigt der ideale Schwingkreis jedoch wegen der einfacheren Berechnung. Werden die Ladungen im Schwingkreis einmal in Bewegung versetzt, führen Strom und Spannung harmonische Schwingungen aus, wobei die Energie zwischen dem Kondensator (elektrische Energie) und der Spule (magnetische Energie) hin- und herschwingt. Strom und Spannung sind dabei um 90° bzw. \(\pi/2\) phasenverschoben. Ein realer...

  • Schwingungen und Wellen

    Schwingungen (Oszillationen) und Wellen sind, ganz allgemein ausgedrückt, periodische Änderungen von physikalischen Größen, wobei diese bei Schwingungen unabhängig vom Ort bzw. an einem festen Ort stattfinden und sich bei Wellen durch den Raum ausbreiten (s. u.). Bei einer mechanischen Schwingung ändert sich der Ort eines Körpers periodisch, etwa bei einem Fadenpendel, einer Geigensaite oder einer Membran. Bei einer elektromagnetischen Schwingung sind die periodisch veränderlichen Größen etwa die elektrische und magnetische Feldstärke, die elektrische Ladung oder Stromstärke bzw. Spannung...

  • sē (Pronomen)

    sē sich ist die 3.Person Singular und Plural, Akkusativ und Ablativ, des Reflexivpronomens, genauer gesagt: des reflexiven Personalpronomens.

  • Sechseck

    Ein Sechseck oder Hexagon ist ein Polygon (Vieleck) mit sechs Ecken und sechs Seiten. Die Winkelsumme (Summe der sechs Innenwinkel) beträgt \(\alpha + \beta + \gamma + \delta + \epsilon + \eta = 720^\circ\). Von besonderer Bedeutung ist das regelmäßige Sechseck, bei dem alle Seiten gleich lang sind und die und Innenwinkel alle 720° : 6 = 120° betragen. Es lässt sich in sechs kongruente gleichseitige Dreiecke zerlegen. Demzufolge hat das regelmäßige Sechseck den Flächeninhalt \(A = \displaystyle 6 \cdot \frac{\sqrt 3} 4 \cdot a^2 = \frac{3\sqrt 3} 2 \cdot a^2\).

  • SED

    SED, Abkürzung für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, durch Zusammenschluss von Kommunistischer Partei Deutschlands (KPD) und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) in der Sowjetischen Besatzungszone 1946 gegründete politische Partei. Den Zusammenschluss vollzogen im April 1946 der SPD-Politiker Otto Grotewohl (*1894, †1964, Ministerpräsident der DDR von 1949 bis 1964) und der KPD-Politiker Wilhelm Pieck (*1876, †1960, Präsidenten der DDR von 1949 bis 1960). SED als zentrales Machtinstrument Die SED war auf Betreiben der Kommunisten und mit Unterstützung der sowjetischen...

  • Sehne

    Eine Sehne ist eine Strecke, die zwei Punkte auf der Begrenzungslinie eines Kreises, also der Kreislinie, verbindet. Alternativ kann man auch sagen, dass eine Sehne der Abschnitt einer die Kreislinie zweimal schneidenden Geraden, d. h. einer Sekante ist, der innerhalb des Kreises liegt. Wenn \(\overline{AB}\) eine Sehne des Kreises mit dem Mittelpunkt M ist, dann heißt \(\measuredangle\) \(AMB\) Mittelpunktswinkel .

  • Sehnenviereck

    Ein Sehnenviereck ist ein Viereck, um das man einen Umkreis zeichnen kann. Dies ist genau dann der Fall, wenn sich die vier Mittelsenkrechten in einem Punkt schneiden, der dann automatisch der Umkreismittelpunkt ist. Der Name „Sehnenviereck“ kommt daher, dass alle vier Seiten Sehnen des Umkreises sind. Bei einem Sehnenviereck ergänzen sich einander gegenüber liegende Winkel zu 180°: \(\alpha + \gamma = \beta + \delta = 180^\circ\) Zu den Sehnenvierecken zählen das gleichschenklige Trapez, das Rechteck und das Quadrat, es gibt aber auch Sehnenvierecke, die keinerlei Symmetrien aufweisen.

  • Seitenfläche

    Eine Seitenfläche ist ein abgegrenter Teil der Oberfläche eines geometrischen Körpers. Bei einem Polyeder, etwa einem Würfel, sind alle Seitenflächen flache Polygone (Vielecke) und durch die Kanten des Polyeders begrenzt. Bei manchen Polyedern wie Pyramiden oder Prismen ist es sinnvoll, zwischen Grundfläche und Seitenflächen zu unterscheiden. Die Mantelfläche eines Kegels ist ein Beispiel für eine gekrümmte Seitenfläche. Eine Kugel hat keine voneinander abgrenzbaren Seitenflächen, sondern nur eine einzige gekrümmte, sie gleichmäßig umhüllende Oberfläche.

  • Seitenhalbierende im Dreieck

    Die Seitenhalbierenden sa, sb und sc eines Dreiecks sind die Verbindungslinien zwischen je einer Ecke und der gegenüberliegenden Seite. Sie gehören zu den besonderen Linien im Dreieck. Sie schneiden sich alle im selben Punkt S, den man den Schwerpunkt nennt. Der Schwerpunkt teilt die Seitenhalbierenden jeweils im Verhältnis 1 : 2 und die Seitenhalbierenden teilen die Dreiecksfläche jeweils in zwei gleich große Hälften.

  • Seitenlinienorgane

    Seitenlinienorgane sind Hautsinnesorgane bei wasserbewohnenden Wirbeltieren (Fische, wasserlebende Amphibien und Amphibienlarven). Seitenlinienorgane sitzen in linienförmiger Anordnung an Kopf und Körper, bevorzugt an den Längsseiten. Sie sind Sitz des Strömungssinns, dienen also der Wahrnehmung von Richtung und Geschwindigkeit von Wasserströmungen. Die Seitenlinienorgane bestehen aus Gruppen sekundärer Sinneszellen auf der Oberhaut (frei stehend oder eingesenkt), deren lange Sinneshaare in eine elastische Gallertsäule hineinragen. Die Gallertsäule wird durch kleinste Wasserbewegungen...

  • Sekante

    Eine Sekante ist eine Gerade, die einen gegebenen Kreis in genau zwei Punkten schneidet (lat. „secare“ heißt abschneiden). Verläuft die Sekante durch den Mittelpunkt M, nennt man sie auch Mittelpunktsgerade oder Zentrale. In der Skizze ist die Gerade s eine Sekante. t ist eine Tangente (genau ein Berührpunkt), p eine Passante (gar kein gemeinsamer Punkt mit dem Kreis).

  • Sekante von Funktionsgraphen

    Bei einem Funktionsgraphen nennt man eine Gerade Sekante, wenn sie ihn in (mindestens) zwei Punkten schneidet. Wenn man die beiden Schnittpunkte beliebig dicht aneinander rücken lässt, wird die Sekante im Grenzfall zur Tangente.

  • Sekret

    Sekret: Produkt einer Drüse, das nach außen oder innen abgesondert wird (Sekretion) und für den tierischen oder menschlichen Organismus verwertbar ist (Speichel, Magensaft, Bauchspeichel). Im Fall der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten, die keine bestimmte Funktion mehr erfüllen, spricht man auch von Exkreten. In gewissem Sinne kann man auch bei Pflanzen von Sekreten sprechen, so z. B. im Falle der zuckerhaltigen Lösungen in den Nektarien der Blüten oder der Verdauungsenzyme der fleischfressenden Pflanzen.

  • Sektor

    Ein Sektor (Kreissektor, Kreisausschnitt) ist ein Teil der Kreisfläche, der von zwei Radien (\(\overline{AM}\) und \(\overline{BM}\), \(\left|\overline{AM}\right| = \left|\overline{AM}\right| = r\)) und dem dazwischen liegenden Kreisbogen \(\widehat{AB}\) mit der (Bogen-)Länge \(b = \left|\widehat{AB}\right|\) begrenzt wird. Der vom Sektor aufgespannte Mittelpunktswinkel ist im Bogenmaß \(\alpha = \displaystyle \frac b r\). Die Fläche des Sektors beträgt im Bogenmaß \(\displaystyle A_\text{Sektor} = \pi r^2\cdot \frac{\alpha}{2\pi} = \alpha \cdot \frac{r^2}{2}\). Im Gradmaß ist \(\displaystyle...

  • Sekundärelektronenvervielfacher (Photomultiplier)

    Ein Sekundärelektronenvervielfacher (SEV) ist ein Gerät, das einen extrem schwachen Strom, der sogar nur aus einzeln eintreffenden Elektronen bestehen kann, millionenfach und mehr verstärkt. Er ist daher ein wesentlicher Bestandteil vieler Detektoren in Elementarteilchenphysik und Astronomie, insbesondere zum Nachweis sehr seltener Teilchen bzw. Ereignisse. Das Messprinzip ist die Auslösung von Sekundärelektronen durch ein Elektron oder ein anderes Teilchen mit hoher Energie. Dies kann auch ein Photon oder radioaktive Strahlung sein, in diesem Fall spricht man auch von einem Photomultiplier...

  • Selbstentzündung

    Entflammung bestimmter Stoffe ohne äußere Einwirkung. Da die Entzündungstemperatur dieser Stoffe sehr niedrig liegt, genügt die durch spontane chemische Reaktionen (z. B. Oxidation) oder durch physikalische Vorgänge (z. B. Reibung) im Inneren oder an der Oberfläche frei werdende Energie, die Entzündung herbeizuführen. Selbstentzündlich sind z. B. Stoffe wie weißer Phosphor, frisch geglühte Holzkohle, feuchtes Heu und manche feinen Metallpulver.

  • Selbstinduktion

    Die Induktion einer elektrischen Spannung in einem Leiter aufgrund der Änderung des von dem Leiter selbst hervorgerufenen Magnetfelds. Dieses Phänomen lässt sich besonders gut mit einer Spule untersuchen. In deren Inneren entsteht ein Magnetfeld, wenn ein Strom durch sie fließt. Ändert man den Strom, so ändert sich auch der magnetische Fluss \(\Phi\) durch den Spulenquerschnitt, was eine zusätzliche Spannung in der Schleife selbst induziert (daher der Name „Selbstinduktion“). Die Selbstinduktion spielt bei Ein- und Ausschaltvorgängen eine wesentliche Rolle. Wenn z. B. in einem Gleichstromkreis...

  • Selektion

    Selektion (Auslese): das Phänomen, dass bei unterschiedlicher Merkmalsausprägung (Phänotyp) Individuen, die an die herrschenden Umweltbedingungen gut angepasst sind, zu höherem Fortpflanzungserfolg kommen und somit in der folgenden Generation stärker vertreten sind als weniger gut angepasste Individuen. Selektionstheorie: Darwinismus.

  • Semideponens

    Andere Bezeichnung: Halbdeponens Über das Wort „Semideponens“ Genus, Betonung: das Semideponens Plural: die Semideponentien Abkürzung: Semidep. Herkunft: von lat. sēmi- (Präfix) halb + (verbum) dēpōnēns ablegendes Verb, Deponens Definition Unter „Semideponens“ versteht man ein Verb, das • im Präsensstamm (d.h. im Präsens, Imperfekt und Futur) nur Aktivformen, aber keine Passivformen bildet und • im Perfekt, Plusquamperfekt und Futurperfekt (wie ein Deponens) nur Passivformen, aber keine Aktivformen bildet, oder umgekehrt. Erläuterung: Alle Formen eines Semideponens haben dieselbe...

  • Senat

    Senat, offizielles Beratungsgremium im Römischen Reich, insbesondere in der römischen Republik. Der Senat bestand in der Königszeit aus den Familienoberhäuptern der Adelsfamilien (Patrizier). Etwa vom 5.Jahrhundert v. Chr. an wurden auch angesehene Plebejer (zunächst jedoch mit minderen Rechten) zugelassen. Die 300 Senatoren wurden in Frühzeit der römischen Republik von den Konsuln, ab 312 v. Chr. von den Zensoren gewählt. Seit dem 2./1. Jahrhundert v. Chr. hatten ehemalige Magistrate Anspruch auf die lebenslange Aufnahme in den Senat. Die Entwicklung des Senats zur einflussreichen...

  • Senkrecht

    Zwei Linien stehen aufeinander senkrecht, wenn sie einen Winkel von 90° (im Bogenmaß: \(\displaystyle \frac \pi 2\)), d. h. einen rechten Winkel bilden. Ein anderes Wort für „senkrecht“ ist orthogonal. Wenn zwei Geraden g und h aufeinander senkrecht stehen, schreibt man \(g \perp h\). Das Skalarprodukt ihrer Richtungsvektoren ist dann 0. Eine Gerade steht auf einer Ebene senkrecht, wenn sie parallel zu deren Normalenvektor ist, denn dieser ist gerade so definiert, dass er auf der Ebene senkrecht steht. Zwei Ebenen sind aufeinander senkrecht, wenn ihre Normalenvektoren senkrecht stehen. Achtung...

  • Senkrechte Projektion

    Eine senkrechte Projektion (Orthogonalprojektion) bildet Punkte so auf eine Ebene oder Gerade ab, dass die Verbindungslinie zwischen Punkt und Bildpunkt senkrecht auf der Projektionsebene/-gerade steht. Man ignoriert also in gewisser Weise alle Komponenten außerhalb der Projektionsebene/-gerade und interessiert sich nur für den Anteil in der Projektionsebene/-gerade. Auf diese Weise wird aus einem dreidimensionalen Problem ein zwei- oder eindimensionales. Wenn der \(\vec b\) Ortsvektor von Punkt B ist und \(\vec a\) der Richtungsvektor der Geraden, auf die B projiziert werden soll (\(\vec a^0\...

  • Sense devices / Gedankenfiguren

    Definition Sense devices (Gedankenfiguren) sind Stilmittel (stylistic devices), die auf der Bedeutungsebene (Semantik) wirken. Sie entstehen auf gedanklicher Ebene und können sprachlich verschieden ausformuliert werden. Sense devices im Überblick Figur Beschreibung Beispiel allusion (Anspielung) Spielt auf ein Ereignis oder eine andere Textquelle an “Frankenfood” meaning “genetically altered food” is an allusion to Frankenstein’s misshapen creature. ambiguity (Mehrdeutigkeit) Mehrdeutigkeit von Wörtern oder Sachverhalten, oft mit komischem Effekt “The sauce is too hot!” could mean that it is...

  • Sensor

    Ein Sensor (von lat. sensus „Sinn, Wahrnehmung“) ist allgemein ein elektronisches Bauelement, das mittels physikalischer, chemischer oder auch biologischer Effekte physikalische und chemische Größen (Beschleunigungen, Drücke, Konzentrationen etc.) misst und ein mit der Messgröße korreliertes elektrisches Signal erzeugt. Beispiele für physikalische Sensoren sind Piezoelemente, Thermoelemente oder Dehnungsmessstreifen. Sensoren können oft mit mikroskopischen Abmessungen und in großen Stückzahlen gefertigt werden und spielen daher in der Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik eine große Rolle.

  • Sentence connectives / Satzverknüpfungen

    Allgemein Sinnvoll verknüpfte Sätze sind ein Merkmal gut geschriebener Texte. Es gibt zahlreiche sentence connectives (Satzverknüpfungen), mit denen man die einfach Aneinanderreihung von Sätzen vermeiden und gedankliche Brücken zwischen den Sätzen schlagen kann. In der folgenden Übersicht finden sich - nach verschiedenen Kriterien sortiert - nützliche Ausdrücke und Wendungen, die häufig verwendet werden. Übersicht: sentence connectives Zeitliche Ordnung:at first, then, next, later, afterwardsas soon as (sobald), at the same time, at the moment, as longas, no sooner than (nicht bevor)recently...

  • Sentence types / Satzarten

    Allgemein Wird ein Hauptsatz (main clause) mit einem Nebensatz (subordinate clause) verbunden, entsteht ein Satzgefüge (complex sentence). Es gibt viele verschiedene Arten von Nebensätzen. Sie werden durch Relativpronomen, Konjunktionen oder Fragewörter mit dem Hauptsatz verbunden. Hauptsätze (main clauses) Hauptsätze können alleine stehen und mit einem weiteren Hauptsatz oder einem Nebensatz verbunden sein. Die Wortstellung ist Subjekt – Verb. Man unterscheidet folgende Arten von Hauptsätzen: Aussagesatz (statement) Fragesatz (questions) Aufforderungssatz (command) Inversion (inversion)...

  • Sephardim

    Sephardim, diejenigen Juden, die vor ihrer Vertreibung 1492/1497 in Spanien und Portugal lebten und sich anschließend in Südosteuropa, Nordafrika, Asien, aber auch in Holland, England, Nordwestdeutschland und Amerika niederließen. Von der im Mittelalter aufblühenden aschkenasischen Tradition unterscheiden sie sich durch ihre eigenständige Sprache. Auch gibt es Unterschiede beispielsweise in den Festtagsbräuchen und der Synagogeneinrichtung.

  • Sequenzanalyse

    Sequenzanalyse (Sequenzierung): die Ermittlung der Reihenfolge der verschiedenen molekularen Bausteine in Biopolymeren sowie deren Auswertung. Da die eigentlichen Sequenzierverfahren meist nicht an den sehr großen Molekülen durchgeführt werden können, müssen diese gewöhnlich in einem ersten Schritt in kleinere Bruchstücke zerlegt werden. Das kann auf chemischem Weg oder mithilfe spezifischer Enzyme erfolgen. So lassen sich z. B. Proteine durch Proteasen zu kleineren Peptiden, DNA durch Restriktionsenzyme zu Oligonucleotiden fragmentieren. Besonders der Sequenzierung der DNA kommt heute große...

  • Serienschaltung

    Bei einer Serien-, Hintereinander- bzw. Reihenschaltung von elektrischen Bauteilen wird jeweils die Ausgangsklemme des vorgehenden Elements mit dem Eingang des folgenden verbunden. Stromstärke, Spannung, Widerstand, Kapazität und Induktivität verhalten sich jeweils entgegengesetzt wie bei einer Parallelschaltung: Alle in Serie geschalteten Elemente werden von dem gleichen Strom I durchflossen (Abb.), während sich die jeweils abfallenden Spannungen addieren: \(I = I_1 = I_2 = \ldots = I_n \\ U = U_1 + U_2 + \ldots + U_n\) Der Gesamtwiderstand ist die Summe aller Einzelwiderstände. Man sieht...

  • Serum

    Serum: Bezeichnung für den allgemein von mikroskopischen Teilchen freie, nicht mehr gerinnbaren flüssigen Teil von Blut, Lymphe, Milch.

  • Sesshaftigkeit

    Sesshaftigkeit, Kennzeichen der neolithischen Revolution in der Jungsteinzeit. Die Menschen änderten ihre Lebensweise und wurden sesshaft. Sesshaftigkeit war dem Nomadentum überlegen, weil die Menschen begannen, sich von der Natur unabhängig zu machen, Ackerbau und Viehzucht betrieben (erzeugende Wirtschaft). Wahrscheinlich trieben Jäger und Sesshafte untereinander Handel. Umstritten ist, ob aus nomadisierenden Jägern allmählich Sesshafte wurden, Siedler Jäger durch ihre Lebensweise überzeugten oder Siedler Nomaden gewaltsam verdrängten oder sogar töteten.

  • Seuche

    Seuche: ansteckende Infektionskrankheit, für die eine rasche Verbreitung und ein schwerer Verlauf charakteristisch sind (vergl.Epidemie , Pandemie), z. B. Grippe, Cholera und Typhus.

  • Sexualität

    Rein biologisch versteht man unter Sexualität das Phänomen, dass Lebewesen in zwei Geschlechtern (männlich, weiblich) vorkommen und sich geschlechtlich fortpflanzen. Hierbei verschmelzen die durch Reduktionsteilung (Meiose) entstehenden geschlechtlich differenzierten Keimzellen (Geschlechtszellen) miteinander (Befruchtung). Auf diese Weise dient die Sexualität der Rekombination von Erbanlagen, ohne dass damit eine tatsächliche Veränderung (Mutation) des Erbguts eintritt. Durch Bildung neuer Rekombinanten kann die Sexualität zur besseren Anpassung von Lebewesen an (sich ändernde)...

  • Shakespeare, William

    Allgemein Es gibt nur wenige gesicherte Fakten über Shakespeares Leben. Anhand von verschiedenen Dokumenten und Gemeindelisten hat die Shakespeare-Forschung versucht, seinen Lebensweg nachzuzeichnen. Die Lücken müssen mit Vermutungen gefüllt werden. Biographie Geboren wurde William Shakespeare am 23.04.1564 in Stratford-upon-Avon als Sohn des Kaufmanns John Shakespeare und seiner Frau Mary Arden. Er hatte vermutlich acht Geschwister, von denen drei schon sehr früh starben. Die Geschäfte seines Vaters John liefen gut und er war ein angesehenes Gemeindemitglied. Diese Lebensumstände lassen...

  • Short story / Kurzgeschichte

    Allgemein Die short story (Kurzgeschichte) gehört zu den epischen Kurzfomen. Die amerikanische und die englische short story sind durch Knappheit und Konzentration gekennzeichnet. Sie holen einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben der Hauptperson(en) nahe an den Leser heran. Häufig wird eine Entscheidungssituation, eine Krise oder ein Moment der Erkenntnis dargestellt. Merkmale Kurzgeschichten sind sehr diverse (vielfältig), dennoch zeigen die meisten gewisse common features (typische Merkmale). Form und Inhalt Der Umfang von Kurzgeschichten ist verhältnismäßig knapp. Bei den meisten...

  • Sicherheitswahrscheinlichkeit

    Bei einem Hypothesentest (Signifikanztest) die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Fehler 1. oder 2. Art nicht gemacht wird. Die Sicherheitswahrscheinlichkeit ist also die Gegenwahrscheinlichkeit (Komplementärwahrscheinlichkeit) des Signifikanzniveaus.

  • Sicherung

    Eine Sicherung ist ein selbsttätig wirkender Schalter, der einen Stromkreis bei Kurzschluss oder Überlastung unterbricht. Früher verwendete man im Haushalt häufig Schmelzsicherungen, bei denen ein dünner Draht mit definiertem Querschnitt oberhalb einer gewissen Stromstärke schmilzt, wodurch die Leitung unterbrochen wird. Dies hat den Nachteil, dass man sie nur einmal verwenden kann. Heutige Sicherungsautomaten (Leitungsschutzschalter) besitzen einen elektromagnetischen Auslöser und können viele Male eingesetzt werden. Ein Bimetallstreifen verzögert die Wirkung, um fälschliches Auslösen bei...

  • Sieden

    (Verdampfen): Übergang eines flüssigen Körpers in den gasförmigen Aggregatzustand beim Erreichen der (druckabhängigen) Siedetemperatur. Im Gegensatz dazu erfolgt das Verdunsten unterhalb der Siedetemperatur. Beim Sieden vollzieht sich der Übergang in den gasförmigen Aggregatzustand in allen Teilen der Flüssigkeit, beim Verdunsten dagegen nur an der Oberfläche. Deshalb ist der Siedevorgang am Aufsteigen von (Dampf-)Blasen erkennbar (Verdampfen).

  • Siedepunktserhöhung

    Phänomen, dass gelöste Stoffe, abhängig von ihrer Konzentration, den Siedepunkt des Lösungsmittels erhöhen. Anhand dieses Effekts kann wie mit der Gefrierpunktserniedrigung die Molmasse eines löslichen Stoffs bestimmt werden (ebullioskopische Methode). Die Siedepunktserhöhung ist der Molarität des gelösten Stoffs proportional. Die Molmasse errechnet sich nach der Beziehung \(M=\frac{m}{\Delta t_Sm_L }\) (m Masse des gelösten Stoffes, M Molmasse des gelösten Stoffes, ΔtS Siedepunktserhöhung, mL Masse des Lösungsmittels).

  • Siedetemperatur

    (Siedepunkt): Diejenige Temperatur, bei der ein flüssiger Körper in allen seinen Teilen (also nicht nur an der Oberfläche) bei Zufuhr von (Wärme-)Energie ohne Temperaturerhöhung in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht. Die Siedetemperatur ist nicht nur vom Material, sondern auch in starkem Maße vom Druck über der Flüssigkeitsoberfläche abhängig.

  • Siedeverzug

    Als Siedeverzug bezeichnet man die Erscheinung, dass eine Flüssigkeit weit über ihre Siedetemperatur erhitzt werden kann, ohne dass der Siedevorgang einsetzt. Man spricht sie dann eine überhitzte Flüssigkeit. Zum Siedeverzug kommt es, wenn in der Flüssigkeit oder an der Gefäßwand keine sog. Siedekeime vorhanden sind, das sind kleine Partikel, an deren Oberfläche sich winzige embryonale Gasbläschen bilden können. Je kleiner ein solches Bläschen ist, desto größer ist seine Krümmung und damit seine Oberflächenspannung; daher ist die Energie, die zur Bildung eines kleinen Bläschens –...

  • Signifikanzniveau

    Bei einem Hypothesentest (Signifikanztest) ist das Signifikanzniveau die maximal zulässige Irrtumswahrscheinlichkeit, in der Regel meint man dabei die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. Die Komplementärwahrscheinlichkeit des Signifikanzniveaus (Wahrscheinlichkeit, dass der entsprechende Fehler nicht gemacht wird) wird manchmal Sicherheitswahrscheinlichkeit genannt.

  • Signifikanztest

    Anderer Ausdruck für Hypothesentest. Die Bezeichnung kommt daher, dass man nach signifikanten, also nicht rein zufälligen Abweichungen von einer Annahme (der „Nullhypothese“) sucht.

  • Signum-Funktion

    Die Signum-Funktion liefert das Vorzeichen einer ganzen, rationalen oder reellen Zahl. Sie hat daher nur drei mögliche Funktionswerte: +1 („Plus“), 0 („kein Vorzeichen“) und –1 („Minus“) . Das Funktionszeichen ist „sgn“. Formal schreibt man \(\text{sgn}\,x = \left\{ \begin{array} \\ +1\ \text{für}\ x > 0 \\ \ \ 0 \ \ \text{für}\ x = 0 \\ -1\ \text{für}\ x < 0 \end{array} \right.\)

  • Silbe

    Über das Wort „Silbe“ Genus, Betonung: die Silbe Plural: die Silben Abkürzung: — Herkunft: von lat. syllaba Silbe, dies von griechisch syllabḗ Zusammenfassung, Silbe (Silbe als Zusammenfassung von Lauten; zu syllambánein zusammenfassen) Definition Das Wort „Silbe“ wird in drei verschiedenen Bedeutungen verwendet, die man genauer bezeichnen kann als Sprechsilben, Sinnsilben und Schreibsilben. (1) „Sprechsilben“ sind die kleinsten angenehm sprechbaren lautlichen Einheiten, in die sich Wörter und Sätze aufteilen lassen. Was die Sprecher als angenehm sprechbar empfinden und wie sie daher Silben...

  • Silbentrennung

    Allgemein Anders als im Deutschen werden im Englischen Wörter nicht nur nach Sprechsilben, sondern besonders häufig auch nach Wortbestandteilen (Präfixe, Suffixe, Wortstamm usw.) getrennt. Die wichtigsten Regeln zur Silbentrennung Zusammengesetzte Wörter werden nach ihren Bestandteilen (Wortstamm + Endung) getrennt. won-der-ful, some-body, Scot-land, York-shire Bei zwei- oder mehrsilbigen Wörtern, mit Silben auf zwei oder mehr Konsonanten, wird nach dem ersten Konsonanten getrennt. win-dow, hap-pi-ly, nar-rate, swin-dle Buchstabenkombinationen wie th, ph, ch, sh, ng, dg werden nicht getrennt...

  • Silber

    Chemisches Element der I. Nebengruppe, Zeichen Ag (lat. argentum), OZ 47, relative Atommasse 107,87; Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Weiß glänzendes, polierbares Schwermetall. Silber ist der beste Strom- und Wärmeleiter und nach Gold das dehnbarste Metall; Fp. 961,78 °C, Sp. 2162 °C, Dichte 10,5 g/cm³. Chemische Eigenschaften: Gegen Luft und nicht oxidierende Säuren beständiges Edelmetall. Silber wird in schwefelwasserstoffhaltiger Luft schwarz (Bildung von Silbersulfid, Ag2S). Darstellung: Silber wird aus seinen Erzen, in denen es gediegen oder häufiger sulfidisch vorliegt, durch...

  • Silicium

    [lat. silex »(Quarz-)Kiesel«]: Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Zeichen Si, OZ 14, relative Atommasse 28,09; Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Silicium bildet kubische, metallisch glänzende, dunkelgraue bis schwarze Kristalle (die Gitterstruktur ist die gleiche wie die des Diamanten); sehr spröde, härter als Glas; leitet den elektrischen Strom (Leitfähigkeit nimmt mit steigender Temperatur zu, Halbleiter); Dichte 2,33 g/cm³, Fp. 1414 °C, Sp. 3265 °C. Chemische Eigenschaften: Silicium verbrennt bei großer Hitze zu Siliciumdioxid, SiO2, mit Fluor reagiert es schon bei...

  • Siliciumdioxid

    SiO2: In der Natur weit verbreiteter, sehr harter, kristalliner oder amorpher Feststoff. In ihm ist jedes Siliciumatom tetraedrisch von vier Sauerstoffatomen umgeben. Jedes Sauerstoffatom ist wiederum mit zwei Siliciumatomen so verbunden, dass ein dreidimensionales Atomgitter entsteht, ähnlich wie in Kieselsäuren. Die Silicium-Sauerstoff-Einfachbindungen sind stark polar. Das ist einer der Gründe für ihre große Stabilität. Siliciumdioxid kommt in der Natur in mehreren Modifikationen vor, deren weitaus wichtigste und beständigste der Quarz ist.Sämtliche Erscheinungsformen des Siliciumdioxids...

  • Simple past

    Bildung Um das simple past zu bilden, hängt man die Endung -ed an den Infinitiv der regelmäßigen Verben. Die unregelmäßigen Verben bilden eigene Formen, die auswendig gelernt werden müssen. Hier findest du eine Übersicht der irregular verbs. Singular Plural I watched / you watched / he, she, it watched we watched / you watched / they watched Es gelten folgende Schreibregeln: Nach einem einzelnen betonten Vokal wird der Endkonsonant verdoppelt: stopped / stirred Das stumme -e am Ende des Infinitivs entfällt: loved / starved Endet der Infinitiv auf Konsonant + y, wird das -y zu -ie, es wird nur...

  • Simple present

    Bildung Das simple present hat die Form des Infinitivs (infinitive). Beachte jedoch, dass in der 3. Person Singular immer ein -s an den Infinitiv angehängt wird. Singular Plural I run / you run / he, she, it runs we run / you run / they run Es gibt folgende Schreibregeln beim Anhängen von -s in der 3. Person Singular: Bei einem Zischlaut (-ch, -sh, -ss, -x) benutzen wir -es: he teaches / she washes / she misses / he fixes Das -y nach einem Konsonanten wird zum -i und -es wird angehängt: he flies / she tries Das -y nach einem Vokal bleibt dagegen unverändert: she buys / he stays Gebrauch Das...

  • since and for

    Allgemein Die Zeitangaben since (seit) und for (seit) geben an, wann ein Geschehen begonnen hat, beziehungsweise wie lange es schon dauert. since last week for one week since five o’ clock for three hours since he was three for seven years since yesterday for one day since und for mit dem present perfect Beide werden mit dem present perfect simple und dem present perfect progressive verwendet. since bezeichnet den genauen Zeitpunkt, zu dem eine Handlung einsetzte. Beispiele: She has been reading since 3 o’ clock. He has played the piano since he was five years old. for bezeichnet die...

  • Sinnesorgane

    Sinnesorgane dienen der Aufnahme von Reizen. Sinnesorgane nehmen mechanische (Mechanorezeptoren), optische (Fotorezeptoren, Lichtsinn) oder chemische Reize (chemische Sinne) auf und formen sie in Nervenimpulse um, die ein Nervensystem verarbeitet. Die Reizaufnahme in den Sinnesorganen erfolgt stets durch Sinneszellen bzw. freie Nervenendigungen. Dabei können die Sinneszellen diffus über die Körperoberfläche verteilt oder an bestimmten Stellen zu Sinnesorganen vereint sein. Zur Reizaufnahme besitzen Sinnesorgane fast immer Hilfseinrichtungen, die nur ganz bestimmte Reize zu den Nervenzellen...

  • Sinusfunktion

    Die Sinusfunktion ist eine trigonometrische Funktion, welche den vom rechtwinkligen Dreieck bekannten Sinus eines Winkels („\(\sin \varphi\)“) zu einer auf ganz \(\mathbb R\) definierten Funktion erweitert. Dazu wird das Argument im Bogenmaß angegeben, also als Zahlenwert, wobei der rechte Winkel (±90°) dem Wert \(\displaystyle \pm \frac \pi 2\) und der Vollwinkel dem Wert \(2\pi\) entspricht. Die Sinusfunktion ist periodisch, es gilt \(\sin x = \sin(x + k \cdot 2\pi) \ \ (k \in \mathbb Z)\). Der Definitionsbereich ist, wie gesagt, \(D_f = \mathbb R\), der Wertebereich ist Wf = [–1; 1]. Der...

  • Sinussatz

    Der Sinussatz ist neben dem Kosinussatz das zweite wichtige Hilfsmittel, um fehlende Größen am allgemeinen Dreieck auszurechnen. Er besagt, dass das Verhältnis einer Dreiecksseite zum Sinus des zugehörigen Winkels für alle drei Seiten gleich groß ist: \(\displaystyle \frac{a}{\sin \alpha} = \frac{b}{\sin \beta} = \frac{c}{\sin \gamma}\) Man kann mit Kosinussatz und Sinussatz auch die Kongruenzsätze für Dreiecke beweisen bzw. aus den dort angebenen Hauptgrößen alle übrigen berechnen – was meist wesentlich weniger Aufwand macht als die (eindeutige) Konstruktion mit Zirkel und Lineal. Achtung...

  • Sippe

    Sippe, Lebensgemeinschaft in der Steinzeit. In der Altsteinzeit war die Sippe eine Gruppe mehrerer Großfamilien (Horde), die umherzogen (Nomadentum). In der Jungsteinzeit ließen sich mehrere Großfamilien nieder (Sesshaftigkeit) und bildeten erste Dörfer mit festen Häusern.

  • Skalar

    In der Analytischen Geometrie bezeichnet man reelle Zahlen auch als Skalare, und zwar insbesondere dann, wenn es um den Unterschied zwischen „normalen“ Zahlen und Vektoren oder Matrizen geht. So ist das Skalarprodukt von zwei Vektoren ein Skalar, d. h. eine Zahl, während das Vektorprodukt (Kreuzprodukt) von zwei Vektoren ein Vektor ist. Der Ausdruck „Skalar“ kommt vom italienischen Wort scala für „Leiter“, „Abstufung“ oder „Messskala“, soll also andeuten, dass man einfache Zahlen auf einer (einzelnen) Skala messen und vergleichen kann, während Vektoren mehrere Komponenten besitzen.

  • Skalare Multiplikation

    Die skalare Multiplikation, Skalarmultiplikation oder S-Multiplikation ist die Multiplikation eines Vektors mit einem Skalar, d. h. einer reellen Zahl. Dabei wird jede Komponente mit derselben Zahl multipliziert, wodurch sich der Betrag, aber nicht die Richtung des Vektors ändert (man kann auch sagen, der Vektor werde hierdurch „skaliert“). Beispiel: \(3 \cdot \begin{pmatrix} -4 \\ 2,5 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \cdot -4 \\ 3 \cdot 2,5 \\ 3 \cdot 0 \end{pmatrix}= \begin{pmatrix} -12 \\ 7,5 \\ 0 \end{pmatrix}\) Durch Abspalten eines skalaren Faktors lassen sich Vektoren oft...

  • Skalare und Vektoren

    Physikalische Größen werden danach unterschieden, ob sie Skalare oder Vektoren sind. „Normale“ Größen wie Energie, Masse oder elektrische Ladung, die man zum Teil schon im Naturkundeunterricht in der Grundschule oder Unterstufe kennenlernt, sind Skalare, d. h., sie lassen sich mathematisch durch Angaben von (nur) einer Zahl darstellen. Es gibt aber auch sog. gerichtete Größen, zu denen neben einer zahlenmäßigen Angabe ihrer „Stärke“ auch noch eine Richtungsangabe gehört. Das einfachste Besipiel ist die Geschwindigkeit: Es kommt etwa bei der Fahrt in den Urlaub nicht nur darauf an, wie schnell...

  • Skalarprodukt

    Unter dem Skalarprodukt zweier Vektoren \(\overrightarrow{a}\) und \(\overrightarrow{b}\) versteht man den Skalar (die reelle Zahl) \(\overrightarrow{a}\circ\overrightarrow{b}=|\overrightarrow{a}|\cdot|\overrightarrow{b}|\cdot\cos\varphi,\) wobei \(\varphi\) der Winkel zwischen den Vektoren \(\overrightarrow{a}\) und \(\overrightarrow{b}\) ist (mit 0° \(\le\varphi\le\) 180°). Aus dieser Definition geht hervor, dass bei aufeinander senkrecht stehenden Vektoren das Skalarprodukt verschwindet (cos 90° = 0), bei parallelen Vektoren ist es maximal groß und entspricht dem Produkt der beiden...

  • Skelett

    Skelett bezeichnet ein äußeres oder inneres Stützsystem, das dem tierischen Körper Form und Halt gibt und den bewegenden Muskeln Ansatzstellen bietet. Ein Außenskelett (Exoskelett) aus Chitin (Chitinskelett) kommt bei den Gliederfüßern (v.a. Insekten, Krebse, Spinnentiere) vor. Es besteht aus einzelnen röhren- oder plattenförmigen Teilen, die durch dünne Gelenkhäute miteinander verbunden sind. Von innen setzen Muskeln an diesen Skelettteilen an und bewegen sie. Die Teile des Außenskeletts sind starr und können nicht mitwachsen. Deshalb wird beim Wachstum unter dem alten Chitinskelett ein neues...

  • Sklaven

    Sklaven, im Römischen Reich die Angehörigen besiegter Völker. Sklaven waren rechtlos, galten als Sache. Ihre Kinder gehörten automatisch dem Besitzer der Eltern, der frei über sie verfügen konnte Sklaven wurden auch aus anderen Ländern wie Waren eingekauft, aber auch durch Schulden konnten Menschen in Sklaverei geraten (Schuldknechtschaft). Sklaven konnten aber auch von ihrem Herren freigelassen werden. Sie erhielten dann Namen und Würde eines römischen Bürgers. Es wird geschätzt, dass am Ende der römischen Republik etwa 300.000 Sklaven in Rom lebten. Dies entspräche einem Drittel der...

  • Sklaven (griechische Antike)

    Sklaven (griechische Antike), Angehörige unterworfener Völker; ihre Kinder waren ebenfalls Eigentum ihres Herrn. Sklaven konnten jederzeit verkauft oder vermietet werden. Sklaven waren wie Frauen, Kinder und Metöken von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen. Nur die Bürger konnten am politischen Leben der Polis teilnehmen. Die Wirtschaft der Stadtstaaten fußte zum großen Teil auf Sklavenarbeit. Sklaven machten z. B. etwa ein Drittel der Bewohner Athens aus.

  • Sklavenaufstände

    Sklavenaufstände, die Auflehnung von Sklaven im Römischen Reich zwischen 135 und 71 v. Chr. In Sizilien revoltieren beim 1. Sklavenaufstand 135 bis 132 v. Chr. viele Sklaven gegen ihre Herren. 8.000 römische Soldaten wurden gegen 20.000 bewaffnete Sklaven eingesetzt. Im 2. Sklavenaufstand 104 bis 100 v. Chr. erhoben sich erneut zahlreiche Sklaven gegen ihre Herren auf Sizilien. Römische Soldaten kämpfen gegen 40.000 Sklaven. Der 3. Sklavenaufstand 73 bis 71 v. Chr. in Süditalien unter der Führung des Gladiators Spartacus (†71 v. Chr.) endete nach anfänglichen Erfolgen blutig: Spartacus wurde...

  • Sklaverei

    Sklaverei, die völlige rechtliche und wirtschaftliche Abhängigkeit eines Menschen. Begründet wurde die bereits auf die frühen Hochkulturen und die griechische und römische Antike zurückgehende Sklaverei durch Geburt (von einer Sklavin), Kriegsfolge (Gefangenschaft, Verschleppung, Menschenraub), Bestrafung oder totale Verschuldung. Beendet werden konnte sie etwa durch Freilassung und Loskauf. Das von den amerikanischen Gründungsvätern im 18. Jahrhundert verkündete „Streben nach Glück“ galt nicht für alle. Sklaven und Indianer blieben von den Menschen- und Bürgerrechten ausgeschlossen. Der...

  • Söldner

    Söldner, von Heerführern angeworbene und gegen Bezahlung (Sold) kämpfende Soldaten. Die meisten Soldaten im Dreißigjährigen Krieg waren Söldner. Ihre Versorgung war häufig sehr schlecht, aber noch stärker vom Krieg betroffen war die einfache Bevölkerung, vor allem die Bauern. Da der Sold und die Verpflegung für die Soldaten häufig ausblieben, „versorgten“ sie sich selbst, indem sie Dörfer und Städte plünderten. Die stehenden Heere im Zeitalter des Absolutismus waren überwiegend Söldnerheere.

  • Solidarność

    Solidarność, die 1980 in Danzig (Polen) gegründete unabhängige Gewerkschaft. An ihre Spitze trat Lech Walesa (*1943, Vorsitzender der Solidarność 1980 bis 1990 und Staatspräsident Polens 1990 bis 1995). Die Gewerkschaft Solidarność (Solidarität) entwickelte sich zur politischen Bewegung. Wegen der wochenlang anhaltenden Streiks und Unruhen im sozialistischen Polen stürzte der kommunistische Parteichef Edward Gierek (*1913, †2001). 1981 übernahm Ministerpräsident General Wojciech Jaruzelski (*1923, †2014) auch das Amt des Parteichefs. Er verhängte den Kriegszustand über das Land. Die...

  • Sonett

    Das Sonett ist eine Gattungsform der Lyrik und entstand im 14. Jahrhundert in Italien. In Deutschland wurde das Sonett besonders im Zeitalter des Barock, der Romantik und um die Jahrhundertwende verwendet. Der formale Aufbau folgt strengen Regeln: 14 Zeilen verteilen sich auf zwei Quartette (Vierzeiler) und zwei Terzette (Dreizeiler). Das Reimschema ist abba abba cdc dcd. Es kann jedoch auf vielfache Weise variieren. Meist wird ein jambisches Metrum verwendet. Die inhaltiche Struktur prägt meist ein antithetischer Aufbau: Die Quartette bauen Spannung auf, indem sie eine Behauptung oder...

  • Song / Lied

    Songs (Lieder) gehören zu den lyrischen Texten. Sie sind wie poems (Gedichte) in Versform geschrieben und weisen noch weitere Gemeinsamkeiten mit ihnen auf.

  • Sonnen- und Mondfinsternisse

    In der Astronomie versteht man unter einer Finsternis die Bedeckung eines Himmelskörpers durch einen anderen: Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond so zwischen Sonne und Erde, dass auf einem 100–200 km breiten und einige Tausend Kilometer langen Streifen der Erdoberfläche die Sonne für einige Minuten nicht zu sehen ist (totale Sonnenfinsternis). In einem deutlich breiteren Streifen ist die Sonne teilweise abgedeckt (partielle Finsternis). Der Streifen ist, verglichen mit der Größe der Erde, so klein, weil der Mond am Himmel zufälligerweise fast genauso groß aussieht wie die Sonne (je nach...

  • Sonnengeflecht

    Sonnengeflecht (Solarplexus): das größte und wichtigste Gangliengeflecht des vegetativen Nervensystems beiderseits der mittleren Brustwirbelsäule beim Menschen.

  • Sonnet / Sonett

    Definition Das sonnet (Sonett) ist eine besondere, aus dem Italienischen stammende Gedichtform mit strengem formalem Aufbau. Es besteht aus 14 Zeilen, meist in jambischem Versmaß. Formen des Sonetts Beim Petrarchan sonnet (petrarkischen Sonett) folgen auf zwei vierzeilige Strophen (octet) mit dem Reimschema abba/abba zwei dreizeilige Strophen (sestet), die im Reim miteinander verbunden sind: cdc/dcd oder ccd/eed oder cd/cd/cd oder cde/cde. Zwischen den Quartetten und Terzetten findet eine Zäsur statt, die auch einen inhaltlichen Einschnitt oder Kontrast kennzeichnet. Das Elizabethan sonnet...

  • Sophokles

    Geboren in Athen um 496 v.Chr., gestorben in Athen um 406 v.Chr.: Der griechische Tragödiendichter stammte aus einer wohlhabenden Familie; er bekleidete hohe Ämter. 468 v.Chr. wurde er zum literarischen Rivalen des um 30 Jahre älteren Aischylos. Die Athener verehrten Sophokles nach seinem Tod als Held. Weiterentwickler der Tragödie Sophokles führte wichtige Neuerungen im Drama ein: Die Zahl der Schauspieler wurde von zwei auf drei, die Zahl der Chormitglieder von zwölf auf fünfzehn erhöht, wodurch eine größere Dramatik und eine komplexere Handlung erreicht wurden. Gleichzeitig stellte er den...

  • Sound devices / Klangfiguren

    Definition Als sound devices (Klangfiguren) bezeichnet man Stilmittel (stylistic devices), die die klangliche Gestaltung eines Satzes prägen. Sound devices im Überblick Figur Beschreibung Beispiel alliteration (Alliteration) Wiederholung von Konsonanten (consonant sound) am Wortanfang aufeinander folgender, betonter Wörter. Die Aussage wird rhythmisiert und dadurch betont. Betty bought a pound of butter, but she found the butter bitter. Girls’ power leaves lads lagging behind. exclamation / interjection (Ausruf / Interjektion) Meist lautmalerische, kurze Wörter, um Gefühle wie Überraschung...

  • Souveränität

    Souveränität, die höchste unabhängige Herrschafts- und Entscheidungsgewalt eines Staates. Dazu gehört, dass ein Staat seine Verfassung und das Rechtssystem frei und unabhängig gestalten kann sowie die Richtlinien in der Innen- und Außenpolitik selbst bestimmt. Die Bundesrepublik Deutschland erlangte schrittweise ihre volle Souveränität. Das Besatzungsstatut und seine Erweiterung im Petersberger Abkommen (1949) regelten den Zugang der Bundesrepublik zu internationalen Organisationen wie dem Europarat, die Wiederaufnahme der Handels- und diplomatischen Beziehungen zu Staaten des Westens und das...

  • Sowjets

    Sowjets, zur Organisation von Streiks und Aufständen von Arbeitern gegründete Räte. Sowjet ist die russische Bezeichnung für Rat. Das Rätesystem Sowjets wurden erstmals bei den revolutionären Aufständen 1905 gebildet. Der Rätegedanke verfolgte ursprünglich ein demokratisches Konzept. Die gewählten Delegierten sollten den Wählern direkt verantwortlich und jederzeit abwählbar sein. Das Rätesystem der Bolschewiki hatte große Bedeutung in den russischen Revolutionen. Es wurde flankiert durch bewaffnete Arbeitermilizen, die „Roten Garden“. In der russischen Februarrevolution 1917 entstand eine...

  • Sozialdarwinismus

    Sozialdarwinismus, Bezeichnung für Theorien, die die naturgesetzlichen Prinzipien der biologischen Evolutionstheorie des britischen Naturforschers Charles Robert Darwin (*1809, †1882) wie Auslese, Kampf ums Dasein, Anpassung an die Umwelt, Vererbbarkeit erlernter Fähigkeiten auf den sozialen Bereich übertragen. Die vom Sozialdarwinismus behauptete »natürliche« Ungleichheit der Menschen wurde von der Rassenideologie des Nationalsozialismus übernommen, um die Überlegenheit der »arischen Rasse« zu untermauern sowie die Ausmerzung »rassenfremder« Bevölkerungsteile und den Kampf um »Lebensraum im...

  • Sozialdemokratie

    Sozialdemokratie, politische Bewegung, die sich für eine sozial gerechte Gesellschaft einsetzt. Entstehung der SPD Entstanden ist die Sozialdemokratie in Deutschland im 19. Jahrhundert aus der Auseinandersetzung mit den Folgen der industriellen Revolution, der sozialen Frage und der Arbeiterbewegung. Die Sozialdemokratie suchte die Forderungen nach Freiheit und Gleichheit im Liberalismus auch im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu verwirklichen und forderte daher neben dem allgemeinen Wahlrecht grundlegende soziale Veränderungen, soziale Gerechtigkeit und eine solidarische...

  • Sozialdemokratie (nach 1945)

    Sozialdemokratie (nach 1945). 1945 wurde in den vier Besatzungszonen Deutschlands die SPD wiedergegründet. In der Sowjetischen Besatzungszone wurde die SPD unter dem Druck der Sowjetunion 1946 mit der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) gezwungen. In den der westlichen Besatzungszonen und der späteren Bundesrepublik Deutschland grenzte sich die SPD unter Kurt Schumacher (*1895, †1952, Vorsitzender von 1946 bis 1952) sowohl von der KPD als auch von der CDU mit ihrer Politik der sozialen Marktwirtschaft und Westintegration ab. Wesentlich...

  • Soziale Frage

    Soziale Frage, zusammenfassender Begriff für die vielfältigen Probleme , die sich aufgrund der zahlreichen Veränderungen durch die industrielle Revolution und die Industrialisierung an der jahrhundertealten Lebensweise der Bevölkerung ergaben, und ihre konkreten Lösungen. Bevölkerungsentwicklung Zu den großen Problemen der Bevölkerung zählten Verstädterung, Wohnungssituation, Ernährungslage, Arbeitsbedingungen, Frauen- und Kinderarbeit, Massenelend. Hinzu kamen die Auswirkungen einer Bevölkerungsexplosion. Zwischen 1816 und 1864 nahm in Deutschland die Bevölkerungszahl um rund 15 Millionen und...

  • Soziale Marktwirtschaft

    Soziale Marktwirtschaft, das Wirtschaftssystem in der Bundesrepublik Deutschland. Das Modell Marktwirtschaft Eine Marktwirtschaft (freie Verkehrswirtschaft) ist im Unterschied zu einer Planwirtschaft gekennzeichnet durch Privateigentum an Produktionsmitteln und der Abstimmung aller wirtschaftlichen Handlungen durch dezentrale Planung über Märkte. Der Staat setzt die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Handeln (staatlicher Ordnungsrahmen), greift selbst aber nicht in das Wirtschaftsgeschehen ein. Die Preise für Güter und Dienstleistungen bilden sich nach Angebot und Nachfrage auf Märkten...

  • Sozialgesetzgebung

    Sozialgesetzgebung, auf Otto von Bismarck zurückgehende Maßnahmen der staatlichen Fürsorge, um die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft zu verbessern. 1883 regelte erstmalig ein Gesetz die Krankenversicherung der Arbeiter. Die Beiträge wurden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam aufgebracht und in eine gemeinsame Kasse (Krankenkasse) eingezahlt. Die Leistungen bestanden in freier ärztlicher Behandlung und einem Krankengeld, das vom 3. Tage an bis zu höchstens 13 Wochen gezahlt wurde. Es folgten Gesetze über eine Unfallversicherung (1884) sowie eine Alters- und Invalidenversicherung...

  • Sozialismus

    Sozialismus, im 19. Jahrhundert entstandene politische Lehre neben dem Liberalismus und dem Konservativismus. Kernaussagen Die Lehre des Sozialismus verbreitete sich mit der Durchsetzung der industriellen Produktionsweise in der industriellen Revolution und Industrialisierung und der immer dringlicher werdenden Lösung der sozialen Frage. Der Sozialismus klagte die bestehende Ordnung des Kapitalismus an, die Armut, Unrecht, Abhängigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung der entstehenden Arbeiterklasse zuließ, Egoismus und Konkurrenz dagegen förderte. Im Sozialismus sollen Gewinne nicht den privaten...

  • Sozialistengesetze

    Sozialistengesetze, von 1878 bis 1890 geltende gesetzliche Regelungen, mit denen die Arbeiterbewegung und besonders die Sozialdemokratie bekämpft werden sollte. Anlass und Maßnahmen Die Regelungen wurden 1878 nach zwei Attentaten auf den Kaiser eingeführt, obwohl der sozialdemokratische Hintergrund dieser Taten nie nachgewiesen werden konnte. Maßnahmen waren: Auflösung aller sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Vereine, Unterdrückung von Gewerkschaften, Ausweisung von aktiven Sozialdemokraten, Beschlagnahmung ihrer Schriften. Bismarcks Doppelstrategie Die Partei selbst...

  • Spaltenvektor

    Die Bezeichnung Spaltenvektor wird in der Analytischen Geometrie auf zweierlei Weise gebraucht: Entweder ist damit einfach ein Vektor gemeint, dessen Komponenten übereinander notiert werden (also sozusagen in einer vertikalen Spalte), z. B. \(\vec v = \begin{pmatrix} 3 \\ -\frac 2 3 \\ 0 \end{pmatrix}\) oder man nennt bezeichnet eine Spalte einer Matrix als Spaltenvektor, z. B. wenn man die Spalten auf lineare Unabhängigkeit untersuchen will. Formal kann man einen Spaltenvektor durch eine Matrixtransposition in einen Zeilenvektor umwandeln: \(\begin{pmatrix} 3 \\ - \!\frac 2 3 \\ 0 \end...

  • Spannungsquelle

    Spannungsquelle ist eine gebräuchliche, aber nicht ganz korrekte Bezeichnung für ein Gerät, das zwischen zwei Punkten, den sog. Klemmen, eine elektrische Spannung bzw. Potenzialdifferenz aufrechterhält. Eine Spannungsquelle macht sich z. B. elektrochemische (galvanisches Element), elektromechanische (Generator), elektrothermische (Thermoelement) oder anderer physikalische Effekte (Fotozelle, Nuklidbatterie usw.) zunutze. Eine Spannungsquelle lässt sich durch eine Ersatzschaltung darstellen (Abb.), in der eine ideale, widerstandslose Urspannungsquelle mit der Quellenspannung UQ mit einem...

  • Spannungsreihe

    Einordnung der chemischen Elemente, insbesondere der Metalle, nach der Größe der Potenzialdifferenz, die sich an der Phasengrenze bei jedem dieser Elemente ergibt, wenn sie in einen Elektrolyten eintauchen. Dieses elektrolytische Potenzial kann man nicht direkt messen, sondern nur relativ zu einem Referenzpotenzial. Dazu misst man die Spannung eines galvanischen Elements, dessen einer Pol das einzuordnende Element und dessen anderer Pol eine Normalwasserstoffelektrode ist. Das Element taucht hierbei als Elektrode in eine Lösung, die 1 mol Ionen des Metalls pro Liter enthält. Die nun...

  • Spannvektoren

    Bei der Darstellung einer Ebene in Parameterform \(E: \vec x = \vec p+\lambda \cdot \vec u +\mu \cdot \vec v\) heißen die Vektoren \(\vec u\) und \(\vec v\) Spannvektoren, da sie sozusagen vom Aufpunkt oder Stützvektor \(\vec p\) aus die Ebene in die jeweiligen Richtungen „aufspannen“. Wird eine Gerade in Parameterform angegeben, sagt man Richtungsvektor statt Spannvektor.

  • Spannweite

    In der beschreibenden Statistik ein Streuungsmaß, das einfach als Differenz zwischen dem größten und dem kleinsten Datenwert definiert ist. Es ist daher sehr leicht zu berechnen, ist aber andererseits sehr empfindlich gegenüber Ausreißern, wie das folgende Beispiel zeigt: S = {1; 1; 2; 4; 4; 4; 5; 5; 6; 1000} Obwohl alle Werte bis auf einen im Intervall [1; 6] liegen, beträgt die Spannweite 1000 – 1 = 999.

  • Sparta

    Sparta, neben Athen der mächtigste Stadtstaat (Polis) Griechenlands. Um 900 v. Chr. wurde der Militärstaat gegründet, nachdem die Vorfahren um 1200 v. Chr. auf die Halbinsel Peloponnes vorgedrungen waren und die einheimische Bevölkerung versklavt hatten. Politische Ordnung Die adlige Herrschaftsschicht waren die Spartiaten. Sie hatten Landbesitz, eine gemeinsame Abstammung und waren durch eine staatlich geregelte Erziehung gegangen. Zur Herrschaftssicherung wurden Kinder von Anfang an zu Kriegern erzogen. Alle männlichen Spartiaten waren Mitglied der Volksversammlung. Sie wählten zwei Könige...

  • Spartakusaufstand

    Spartakusaufstand, die Massendemonstration mit Generalstreik und anschließenden bürgerkriegsähnlichen Straßenkämpfen vom 5. bis 15.1.1919 in Berlin gegen den Rat der Volksbeauftragten, die provisorische Regierung. Der Aufstand wurde vor allem vom Spartakusbund getragen. Der Spartakusbund war ursprünglich innerhalb der SPD angesiedelt, repräsentierte dort den äußerst linken Flügel und schloss sich 1917 mit seiner Forderung nach einer radikalen sozialistischen Republik der USPD an. Zum Jahreswechsel 1918/19 gründete der Spartakusbund mit anderen linken Gruppen die Kommunistische Partei...

  • Spätmittelalter

    Spätmittelalter, Bezeichnung für den Teil des Mittelalters zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, gekennzeichnet durch die Ausbreitung einer allgemeinen Krisenstimmung: Pestepidemien, Missernten, Hungernöte und Kriege führen zu Bevölkerungsruckgang, Verödung ganzer Landstriche und Verarmung breiter Bevölkerungsschichten.

  • Spatprodukt

    Das Spatprodukt \( \left( \vec a, \vec b, \vec c \right)\) von drei Vektoren \(\vec a\), \(\vec b\) und \(\vec c\) ist definiert als das Skalarprodukt des Kreuzprodukts der ersten beiden Vektoren mit dem dritten: \( \left( \vec a, \vec b, \vec c \right)= \left( \vec a \times \vec b \right) \cdot \vec c \). Die geometrische Bedeutung des Spatprodukts liegt daran, dass das von den drei Vektoren aufgespannte Parallelepiped gerade das Volumen \(V = \left| \left( \vec a \times \vec b \right) \cdot \vec c \right|\) hat. Das Spatprodukt ändert sich nicht, wenn man die Vektoren „zyklisch vertauscht“:...

  • Spektrallinien

    Spektrallinien sind linienartige Struktur im Spektrum einer elektromagnetischen Strahlungsquelle. Setzt sich ein Spektrum nur aus solchen Linien zusammen, spricht man von einem Linienspektrum. Eine Spektrallinie entspricht immer einer diskreten Wellenlänge \(\lambda\) und Frequenz f und damit auch Energie der Strahlung. Man unterscheidet dunkle Absorptionslinien: eine bestimmte Frequenz wird durch Absorption aus einem einfallenden kontinuierlichen Spektrum entfernt und helle Emissionslinien: angeregte Atome oder Moleküle emittieren bei der Abregung eine bestimmte Frequenz, welche der...

  • Spektroskopie

    Die Spektroskopie ist ein oft eingesetztes Hilfsmittel in Physik und Chemie. Dabei wird aus dem Spektrum einer Größe auf die Zusammensetzung oder den Zustand einer Probe geschlossen. Am weitesten verbreitet ist die Untersuchung von elektromagnetischen Spektren, also der Zerlegung von elektromagnetischen Wellen in die enthaltenten einzelnen Wellenlängen bzw. Frequenzen. Je nach Spektralbereich spricht man z. B. von Infrarot-, optischer, UV-, Röntgen- und Gammaspektroskopie. Es gibt aber auch Ultraschallspektroskopie, Neutronenspektroskopie, Massenspektrometrie und andere Methoden. Ein Gerät...

  • Spektrum

    Ein Spektrum (von lat. spectrum „Erscheinung“) ist ganz allgemein eine Auftragung von Häufigkeiten oder Intensitäten in einer Menge von Objekten in Abhängigkeit von einer gemeinsamen Eigenschaft aller Objekte. Konkreter wird die übliche Definition: Die Häufigkeits- bzwl Intensitätsverteilung der Farben bzw. Wellenlängen, die in einem Gemisch von elektromagnetischen Wellen im sichtbaren Spektralbereich – auf Deutsch: Licht – enthalten sind. Ein natürlich entstehendes optisches Spektrum ist der Regenbogen. Künstlich kann man optische Spektren mit einem Prisma oder einem optischen Gitter erzeugen...

  • Spermatogenese

    Spermatogenese: Die männlichen Keimzellen (Samenzellen) entwickeln sich in den Hoden. Dort werden während der Embryonalentwicklung oder in der Kindheit (beim Menschen das ganze Leben hindurch) aus Urkeimzellen durch rasche mitotische Zellteilungen diploide Ursamenzellen (Spermatogonien) gebildet (Vermehrungsphase). Da die Zellen ihr Plasma dabei nicht ergänzen, werden sie immer kleiner. In der Wachstumsphase erfolgt nun die Vermehrung des Plasmas. Es entstehen die Spermatocyten erster Ordnung. Während der folgenden ersten Reifungsteilung (Meiose) entstehen aus einem Spermatocyten erster...

  • Spermium

    Spermium (Samenzelle): männliche Geschlechtszellen mit einfachem (haploidem) Chromosomensatz und meist starker Eigenbeweglichkeit, die in den männlichen Keimdrüsen, den Hoden, gebildet werden. Form und Größe sind charakteristisch für die einzelnen Arten. Spermien bestehen i. A. aus einem meist ovalen, abgeflachten, daher von der Kante her keilartig zugespitzt erscheinenden Kopf, dem Hals, einem Mittelstück und dem dünnen, langen Schwanz. Beim Menschen sind die Spermien über 50 mm lang. Der Kopf (beim Menschen 3–5 mm lang) enthält den Kern mit den Chromosomen und sehr wenig Plasma. In seiner...

  • Spezielle Relativitätstheorie

    Die Spezielle Relativitätstheorie ist eine maßgeblich von Albert Einstein ausgearbeitete Erweiterung der Bewegungslehre der klassischen Mechanik auf Fälle, in denen sich der Beobachter bzw. dessen Bezugssystem sich mit einer Geschwindigkeit \(v\) am Geschehen vorbeibewegt, die vergleichbar mit der Lichtgeschwindigkeit c ist. Die aus dem Alltag vertrauten Bewegungsgesetze ergeben sich jeweils im Grenzfall \(v/c \rightarrow 0\). Dabei werden allerdings nur geradlinig-gleichmäßig bewegte Bezugssysteme betrachtet (sog. Inertialsysteme), der Fall beschleunigter Bezugssysteme wird in der Allgemeinen...

  • Spezifischer Widerstand

    Der spezifischer Widerstand – von lat. „species“ (Eigen-)Art – ist der auf die Querschnittsfläche A und die Länge l eines elektrischen Leiters bezogene elektrische Widerstand. Sein Formelzeichen ist \(\rho\), die SI-Einheit \(\Omega \text m\). Es gilt \(\rho = R \cdot \dfrac A l\) Bei zylindrischen homogenen Leitern mit homogenem Stromfluss ist \(\rho\) eine Materialkonstante, die allerdings beispielsweise von der Temperatur abhängen kann. Kupfer hat unter Normalbedingungen \(\rho = 1,55 \cdot 10^{-8} \Omega \text m\). Der Kehrwert des spezifischen Widerstands ist die elektrische Leitfähigkeit...

  • Spezifisches Gewicht

    Das spezifisches Gewicht (früher auch die Wichte) \(\gamma\) eines Körpers ist der Quotient aus seiner Gewichtskraft FG und seinem Volumen V: \(\gamma = \dfrac{F_\text G} V = \dfrac{m \cdot g} V \) (m: Masse des Körpers, g: Fallbeschleunigung). Heute charakterisiert man Körper in der Regel mit ihrer Dichte und nicht mit ihrem spezifischen Gewicht.

  • Spiegel

    Ein Spiegel ist ein optisches Bauteil, das auftreffendes Licht gemäß den Gesetzen der Reflexion zurückwirft. Man unterscheidet die folgenden Typen: Bei einem Planspiegel (ebener Spiegel) stehen die Einfallslote in allen Punkten der Oberfläche parallel. Ein Planspiegel liefert immer ein virtuelles Bild eines Gegenstands, alle von einem Punkt P ausgehenden Strahlen verlaufen nach der Reflexion so, als ob sie von einem Punkt \(P'\) hinter der Spiegelfläche ausgingen (Abb.). Gegenstand und Bild sind achsensymmetrisch zur Spiegelfläche und erscheinen gleich groß. Beim Spiegelbild sind damit vorne...

  • Spiegelung

    Eine Spiegelung ist eine eineindeutige Abbildung ind der Ebene oder im Raum, die Winkel und Längen unverändert lässt, also eine Bewegung bzw. Kongruenzabbildung. Man unterscheidet folgende Fälle: Bei einer Punktspiegelung wird eine Figur oder ein Körper an einem Punkt Z, dem Spiegelzentrum, gespiegelt. Dies entspricht einer Drehung um 180°. Dabei bleibt die Orientierung erhalten (ein rechter Handschuh ist auch nach der Punktspiegelung ein rechter Handschuh). Bei Geradenspiegelungen (zweidimensionaler Fall) bzw. Ebenenspiegelungen (dreidimensionaler Fall) ändert sich dagegen die Orientierung...

  • Spin

    Der Spin (von engl. to spin „(sich) drehen“) \(\vec S\) ist das quantenphysikalische Analagon des Eigendrehimpulses, also des Drehimpulses bezüglich der eigenen Körperachse. Es gibt allerdings wesentliche Unterschiede zwischen dem Spin und einem klassischen Drehimpuls: Auch punktförmig gedachte Teilchen wie das Elektron, die definitionsgemäß kein Trägheitsmoment haben, besitzen trotzdem einen Spin, Es gibt Teilchen, die erst nach zwei Spin-„Umdrehungen“ wieder ihren Ausgangszustand erreichen. Der Spin ist auch in der Quantenmechanik ein Vektor, besitzt also einen Betrag und eine räumliche...

  • Spiritus

    [lat. »Hauch«, »Geist«]: Durch Vergällungsmittel denaturierter Alkohol (Ethylalkohol).

  • Spondeus

    Über das Wort „Spondeus“ Genus, Betonung: der Spondeus (sprich dreisilbig: „Spon-de-us“)Plural: die Spondeen (sprich dreisilbig: „Spon-de-en“)Abkürzung: —Herkunft: von lat. spondēus (pēs) Spondeus, dies von griechisch spondeîos (poús) Spondeus (von spondḗ Trankopfer, da die Folge aus zwei langen Silben wegen ihres ruhigen, schweren Charakters für feierliche Opferlieder typisch war) Definition Unter „Spondeus“ versteht man die Abfolge von zwei langen Silben, Schema: . Vorkommen Der Spondeus tritt als Variante mehrerer Versmaße auf, unter anderem des Daktylus, des (einakzentigen) Jambus und des...

  • Sprossung

    Sprossung (Knospung): eine Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung bei verschiedenen niederen Lebewesen, v. a. bei Algen, Pilzen, Schwämmen, Hohltieren, Manteltieren und den Finnen mancher Bandwürmer. Dabei werden besondere Zellkomplexe als Körperauswüchse (Knospen) mehr oder weniger weitgehend abgeschnürt und zu Tochterindividuen (Strobilation). Verbleiben diese am Mutterorganismus, so entstehen Kolonien bzw. Tierstöcke. – Bei Hefen bildet sich vor der Kernteilung von der Mutterzelle aus ein Auswuchs. Dann erfolgen die Einwanderung des (sehr kleinen) Tochterkerns und die Abschnürung der...

  • Spule

    Eine Spule ist ein elektrisches Bauelement, bei dem ein langer dünner Leiter spiralförmig um einen meist zylindrischen Körper gewickelt wird. Spulen werden in vielen Bereichen eingesetzt, u. a. sind sie die Grundbausteine von Elektromagneten und Elektromotoren. Jeder fließende elektrische Strom induziert um den Leiter ein Magnetfeld. Bei einer kreisförmigen Leiterschlaufe verläuft das senkrecht durch die Kreismitte, daher ergibt sich bei den vielen hintereinanderliegenden Schlaufen einer Spule in deren Innerem ein annähernd homogenes Magnetfeld in Längsrichtung der Spule. Die magnetische...

  • Spurenelemente

    Spurenelemente sind lebenswichtige chemische Elemente, die Pflanzen, Tiere und der Mensch nur in geringen Spuren benötigen. Bei Pflanzen sind dies z. B. die Schwermetalle und Eisen, Mangan, Kupfer, Molybdän und Zink sowie Chlor und Bor. Einige Spurenelemente werden im Organismus zur Enzymbildung benötigt. Bei Mangel treten Krankheiten auf, z. B. bei Manganmangel die Dörrfleckenkrankheit des Getreides, bei Bormangel die Herzfäule der Rüben. Bei extremem Kupfermangel unterbleibt die Ähren- oder Rispenbildung des Getreides. Der Mensch benötigt als Spurenelemente v. a. Eisen, Kupfer, Zink, Kobalt...

  • Spurpunkte und Spurgeraden

    Ein Spurpunkt ist der Schnittpunkt einer Geraden oder Ebene mit einer Koordinatenebene (also der x1x2-, der x2x3- oder der x1x3-Ebene). Je zwei Spurpunkte legen eine Spurgerade fest. Die von den drei Spurgeraden begrenzte Figur wird manchmal Spurdreieck genannt. Der Abstand zwischen Spurpunkt und Nullpunkt (Koordinatenursprung) wird manchmal wie am Achsenkreuz in der Analysis Achsenabschnitt genannt. Beispiel für eine Gerade: \(g : \begin{pmatrix} x_1 \\ x_2 \\ x_3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 4 \end{pmatrix} + \lambda \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ -1 \\ -2 \end{pmatrix} \ ( \lambda...

  • SS

    SS, Abkürzung für Schutzstaffel, zunächst für den persönlichen Schutz Hitlers und anderer NSDAP-Führer geschaffen, eine der wichtigsten Organisationen des NS-Systems. Die SS entwickelte sich nach der Machtergreifung 1933 zum wichtigsten politischen Sicherheits- und Terrorinstrument des nationalsozialistischen Regimes. Ihre Mitgliederzahl stieg von (1929) 280 auf (1933) 209.000. Die SS war zunächst formal der SA unterstellt, wurde nach der Röhmaffäre 1934 aber als selbstständige Gliederung innerhalb der NSDAP Hitler unmittelbar zugeordnet. Heinrich Himmler (*1900, †1945) wurde 1929...

  • Stadt

    Stadt, eine größere, meist an wichtigen Verkehrsknotenpunkten liegende Siedlung im Unterschied zum Dorf. Städte waren gekennzeichnet durch eine größere Bevölkerungszahl, eine dichte Bebauung und eine arbeitsteilige Wirtschaftsform. Sie entwickelten eine gewisse Bedeutung für Wirtschaft und Kultur in einem Gebiet Frühgeschichte und Antike Die Stadtentwicklung setzte im 9. Jahrtausend v.Chr. in Palästina, seit dem 5. Jahrtausend z.B. in den Tälern von Nil, Euphrat und Tigris ein. In Europa begann sie im 2. Jahrtausend v.Chr. im östlichen Mittelmeerraum und erreichte bis zum 1. Jahrhundert n.Chr...

  • Stage directions / Bühnenanweisungen

    Definition Stage directions (Bühnenanweisungen) sind Bestandteil dramatischer Texte. Sie beschreiben Ausdrucksweise (mode of expression) und Art und Weise der Bewegung der Schauspieler. Sie werden im Text in Klammern und einer anderen Schriftart angegeben. Funktion Die Bühnenanweisungen liefern Hinweise zur optisch sichtbaren Gestaltung des Bühnengeschehens: Detaillierte Angaben zu Ort und Zeit der Handlung, Bühnenausstattung und -effekten lassen Rückschlüsse auf die Stimmung zu. Bestimmte Einzelheiten der Bühnenausstattung können symbolische Bedeutung besitzen. Angaben zur Gestik, Mimik...

  • Stalin

    Stalin, Josef Wissarionowitsch, eigentlich J. W. Dschugaschwili, sowjetischer Politiker und Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU seit 1922, der von 1879 bis 1953 lebte und eine sozialistische Diktatur in der Sowjetunion errichtete. Stalins Rolle bei den russischen Revolutionen Stalin trat 1894 in ein orthodoxes Priesterseminar ein, beschäftigte sich mit den Schriften von Karl Marx und schloss sich 1898 der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands an. Wegen der Organisation von Streiks wurde er 1899 aus dem Priesterseminar ausgeschlossen. Nach der Spaltung der russischen...

  • Stalinismus

    Stalinismus, die von Josef Stalin in der Sowjetunion (UdSSR) nach dem Tod Wladimir Iljitsch Lenins 1924 errichtete sozialistische Diktatur, die bis zu seinem Tod 1953 bestand. Nach der Verstaatlichung der Wirtschaft wurde die Landwirtschaft zwangsweise kollektiviert und die Industrialisierung des rückständigen Staats vorangetrieben. In der Landwirtschaft entstanden Sowchosen und Kolchosen als staatliche landwirtschaftliche Großbetriebe. Millionen Menschen wurden in Lagern zur Arbeit gezwungen, viele starben. Niemand war vor Verhaftung, Lager und Tod sicher. Die Säuberungen mit öffentlichen...

  • Stalinnote

    Stalinnote, Vorschlag des sowjetischen Führers Josef Stalin vom 10.3.1952 an die westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über Bedingungen für einen Friedensvertrag mit Deutschland, zur Bildung einer gesamtdeutschen Regierung, die an der Vorbereitung eines Friedensvertrags mit Deutschland beteiligt sein und sich international neutral verhalten sollte, und zur völkerrechtlichen Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens. Die Stalinnote kam zwei Monate vor dem vorgesehenen Unterzeichnungstermin für die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Bundeskanzler Konrad Adenauer...

  • Stamm

    Stamm, in der Steinzeit ein Verband mehrerer Sippen mit gemeinsamen Traditionen. Während in der Altsteinzeit die Horden und Sippen noch umherzogen, wurden die Menschen in der Jungsteinzeit sesshaft und siedelten in Dörfern mit festen Häusern. In der Bronze- und Eisenzeit bildeten sich aus größeren Stammesgemeinschaften erste Kulturgemeinschaften wie die Kelten oder Germanen. An der Spitze eines Stammes stand erstmals ein Fürst oder ein Häuptling. Er sorgte für Schutz und besaß die Macht über großflächige und befestigte Siedlungen.

  • Stamm

    Andere Bezeichnung: Wortstamm Definition Der „Stamm“ eines Wortes ist derjenige Anteil des Wortes, der bei der Flexion (= Deklination oder Konjugation) unverändert bleibt, der also allen Flexionsformen gemeinsam ist. Erläuterung: • Der durch Flexion veränderliche Teil des Wortes ist im Lateinischen fast immer nur der Schluss des Wortes und heißt daher Endung. Besonderheiten bei der Feststellung des Stamms • In der Konjugation ist zu berücksichtigen, dass das Verb von seinem Stamm, dem Verbalstamm, zunächst drei Unterstämme bildet, an die dann erst die eigentlichen Konjugationsendungen antreten...

  • Stammbrüche

    Ein Stammbruch ist eine Bruchzahl mit einer 1 im Zähler, z. B. \(\dfrac 1 2,\ \dfrac 1 {17},\ \dfrac 1 {20.000}\). Man kann jeden echten Bruch in eine Summe aus Stammbrüchen zerlegen. Ein Stammbruch ist immer der Kehrwert einer natürlichen Zahl.

  • Stammformen

    Stammformen nennt man eine Auflistung von Verbformen eines Verbs. Es sind normalerweise vier Formen. Diese vier Formen sind die Grundlage für alle Formen, die von einem Verb gebildet werden können: Infinitiv 1. Pers. Singular Präsens Aktiv 1. Pers. Singular Perfekt Aktiv Partizip Perfekt Passiv → Präsensstamm → Perfektstamm Die Stammformen von mittere zum Beispiel lauten: mittere, mitto, misi, missum. Du lernst die Stammformen beim Vokabellernen am besten immer schon mit. Alle Informationen zum Präsensstamm und Perfektstamm findest du im Artikel Unterstämme des Verbs.

  • Stammfunktion

    Eine Stammfunktion F einer Funktion f ist dadurch definiert, dass f ihre Ableitung ist: \(F'(x) = f(x)\) F muss natürlich differenzierbar sein können, um die Stammfunktion ihrer Ableitung sein zu können! Achtung: Während die Ableitung einer Funktion eindeutig bestimmt ist, kann eine Funktion beliebig viele Stammfunktionen haben. Denn wenn F eine Stammfunktion von f ist, dann ist die Funktion F* = F + c ebenfalls eine Stammfunktion von f! Außer durch eine additive Konstante unterscheiden sich zwei Stammfunktionen derselben Funktion allerdings nicht: Die Differenz zweier Stammfunktionen...

  • Stammzellen

    Stammzellen sind die Ursprungszellen aller mehrzelligen Lebewesen, jede Zelle eines Organismus leitet sich letztlich von diesen Stammzellen ab. Stammzellen werden nur durch zwei Minimalkriterien definiert: Selbsterneuerung und das Potenzial zur Differenzierung. Unter Selbsterneuerung versteht man die Fähigkeit einer Stammzelle, bei einer Zellteilung immer mindestens eine Tochterzelle hervorzubringen, die wieder eine Stammzelle und identisch zur Mutterzelle ist. Die Fähigkeit der Stammzellen zur Ausreifung in verschiedene spezialisierte Zelltypen nennt man Potenzial. Die Stammzelltherapie im...

  • Standardabweichung

    Die Standardabweichung s bzw. \(\sigma\) ist die Wurzel aus der Varianz einer Stichprobe bzw. Wahrscheinlichkeitsverteilung. Die Standardabweichung einer Stichprobe ist ein häufig verwendetes empirisches Streuungsmaß. Je größer die Standardabweichung ist, desto stärker weichen die Stichprobenwerte vom Mittelwert ab.

  • Standardaufgaben der Bernoulli-Kette

    Beispiele: \(X\) sei die Anzahl der Treffer (Sechser). Fünfmaliges Werfen eines Würfels: \(( n = 5, p = \frac{1}{6} )\) „Genau einmal \(6\)“: \(P (X = 1) = B_{5;\frac{1}{6}} (1) = \dbinom{5}{1} \cdot {\left(\frac{1}{6}\right)}^1 \cdot {\left(\frac{5}{6}\right)}^4 \approx 40 \%\) „Mindestens zweimal \(6\)“: \(P (X \geq 2) = 1 - P (X \leq 1) = 1 - \textstyle \sum_{k=0}^1 B_{5;\frac{1}{6}} (k) \approx 1 - 0,80 = 20 \%\) „Mindestens zweimal und höchstens viermal \(6\)“: \(P (2 \leq X \leq 4) = P (X \leq 4) - P (X \leq 1) =\textstyle \sum_{k=0}^4 B_{5;\frac{1}{6}} (k) - \textstyle \sum_{k=0}^1 B_{5...

  • Ständegesellschaft

    Ständegesellschaft, im mittelalterlichen Herrschaftssystem des Feudalismus bzw. Lehnswesens die Über- und Unterordnung in sich abgeschlossener gesellschaftliche Großgruppen. Die Stände Diese Stände waren durch ihre Abstammung (Geburt), durch ihre besonderen Rechte, Pflichten, Privilegien und gesellschaftlichen Funktionen (Beruf) gekennzeichnet und grenzten sich voneinander durch ihre soziale Position innerhalb der Hierarchie und auch durch ihre Lebensführung und Anschauungen (Standesethik) gegeneinander ab. In der Ständegesellschaft soll jeder Stand die bestehende Ordnung als sinnvoll...

  • Ständekämpfe

    Ständekämpfe, die Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Plebejern um politische Macht in der Zeit der Entstehung der römischen Republik, die mehr als zwei Jahrhunderte dauerten. Letztlich mussten sich die Patrizier den Forderungen der Plebejer beugen. Stationen der Ständekämpfe waren unter anderem die Gründung einer eigenen Volksversammlung durch die Plebejer und die Ernennung von Volkstribunen als Vertreter zur Durchsetzung ihrer Forderungen (um 494 v. Chr.) sowie die schriftliche Fixierung des bisherigen Gewohnheitsrechts im Zwölftafelgesetz (um 450 v. Chr.). Die Plebejer wurden den...

  • Stanza / Strophe

    Allgemein Gedichte sind in der Regel in lines (Verse) und stanzas (Strophen) gleicher oder unterschiedlicher Länge eingeteilt. In manchen Balladen oder Liedtexten folgt auf jede Strophe ein refrain (Kehrreim), der eine oder mehrere Wortzeilen wiederholt. Er kann den Inhalt zusammenfassen oder nochmals hervorheben. Arten von Strophen Rein äußerlich lassen sich die verschiedenen Arten von stanzas (Strophen) nach der Anzahl ihrer verses (Zeilen) unterscheiden: couplet (Zweizeiler) tercet (dreizeilige Strophe) quatrain (vierzeilige Strophe) quintain (fünfzeilige Strophe) sestet (sechszeilige...

  • Stark-Effekt

    Der Stark-Effekt (nach Johannes Stark) besteht in der Aufspaltung von Spektrallinien unter dem Einfluss eines elektrischen Felds. Die Stärke der Aufspaltung ist i. A. proportional zum Quadrat der Feldstärke. Der Stark-Effekt beruht ähnlich wie der – magnetische – Zeeman-Effekt darauf, dass bei Anwesenheit eines äußeren Felds zwei oder mehrere Elektronenzustände, die sonst bei der gleichen Energie und damit im Spektrum an derselben Stelle liegen, unterschiedlich mit dem Feld in Wechselwirkung treten. Dadurch liegen sie nun bei verschiedenen Energiewerten, sodass bei Übergängen auf diese Niveaus...

  • Stärke

    Stärke: ein Polysaccharid, das aus vielen Glucosemolekülen zusammengesetzt ist. Stärke entsteht als kurzlebiges, erstes sichtbares Assimilationsprodukt innerhalb der Chloroplasten. Diese schwer lösliche Assimilationsstärke wird in der Nacht durch Wirkung der a- und b-Amylase zur wasserlöslichen Glucose abgebaut und zu den Leukoplasten als Speicherorten transportiert. Im Inneren des Stärkekorns wird die Stärke in Form von Amylose (eine unverzweigte Kette), in der Hülle in Form von Amylopektin (verzweigte Kette) gespeichert. Die tierische Stärke ist das Glykogen, das v. a. in den Leber- und...

  • Starrer Körper

    Ein starrer Körper ist ein idealisierter Körper aus Massenpunkten, deren Abstände stets gleich bleiben. Er eignet sich in der Mechanik als Modell für alle Fälle, bei denen deformierende Wirkungen der angreifenden Kräfte (d. h. Verformungen) vernachlässigt werden können. Während ein Massenpunkt nur Translationen ausführen kann, kommen beim starren Körper noch Rotationsbewegungen hinzu.

  • STASI

    STASI, Abkürzung für Staatssicherheit, genauer das 1950 in der DDR geschaffene Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Die Stasi als Machtfaktor Hauptaufgabe der Stasi war die Sicherung der SED-Herrschaft nach innen und außen. In diesem Sinn war sie nach innen eine politische Geheimpolizei mit einer Untersuchungsbehörde für politische Strafsachen und nach außen ein Nachrichtendienst bzw. Geheimdienst. Die Stasi sorgte für ein flächendeckendes Netz staatlicher Überwachung der Bevölkerung (besonders der Kritiker der SED), verfügte über eine Spionageabwehr und unterhielt eigene Gefängnisse (z.B...

  • Statement / Aussagesatz

    Merkmale des statements Die Wortstellung in bejahten Aussagesätzen ist immer Subjekt + Verb (+ Ergänzung). Ergänzungen können Objekte (Wen-/Wem-/Was-Frage), adverbiale Bestimmungen (in Central London) oder prädikative Ergänzungen (cheap) sein. Subjekt (Wer-Frage) und Objekt (Wen- oder Wem-Frage) können im Englischen leicht erkannt werden, da die Satzstellung immer Subjekt – Verb – Objekt bleibt. Subjekt Verb Ergänzung I live in Central London. Many people use the underground. Tickets are expensive. Some people prefer to walk. Die richtige Wortstellung Die Wortstellung Subjekt + Verb +...

  • Statistische Diagramme

    Ein statistisches Diagramm ist eine grafische Darstellung der Werte (Merkmalsausprägungen) einer Stichprobe. Auf diese Weise lassen sich schnell Zusammenhänge und Trends erkennen, während die rechnerische Analyse mit den Mitteln der beurteilenden Statistik deutlich aufwendiger ist. Wichtige Diagrammtypen sind: Säulendiagramme Kreisdiagramme Kurven- und Punktdiagramme Eine Darstellung mit der Zahlengeraden als Achse, bei der die Häufigkeit als Flächeninhalt eines Rechtecks veranschaulicht wird, heißt Histogramm. Werden anstelle von Häufigkeiten Summenhäufigkeiten dargestellt, spricht man auch...

  • Statistische Merkmale

    In der beschreibenden Statistik eine Variable bzw. Eigenschaft, bei der man die Verteilung ihrer Werte man untersuchen möchte. In einer statistischen Erhebung, etwa einer Meinungsumfrage oder einer Qualitätskontrolle in einer Fabrik, wird eine Stichprobe aus der Grundgesamtheit gezogen. Die Beispiele zeigen, dass die Merkmalsträger sowohl Menschen als auch Objekte von Zufallsexperimenten sein können. Die Merkmalsausprägungen wiederum können sowohl quantitativ (Zahlen) als auch qualitativ sein (s. u.). Die Menge der Merkmalsausprägungen wird mit S bezeichnet, ihre Elemente mit a1, a2, …, an...

  • Statistische Parameterschätzung

    Bei der Parameterschätzung werden Schätzwerte für unbekannte statistische (bzw. stochastische) Parameter wie Erwartungswert \(E(X) = \mu\) und Varianz \(\sigma ^2\) der Verteilungsfunktion einer Zufallsvariablen X aus einer Stichprobe mit Mittelwert \( \overline{x}\) und Stichprobenvarianz \(s^2\) abgeleitet. Eine mathematische Abbildung, die jeder Stichprobe vom Umfang n aus einer Grundgesamtheit einen Schätzwert für einen bestimmten Parameter der Grundgesamtheit zuordnet, heißt Schätzfunktion für diesen Parameter. Schätzen eines unbekannten Erwartungswertes \(\mu\) Sind die Zufallsvariablen...

  • Statistische Physik

    Die statistische Physik ist dasjenige Teilgebiet der modernen Physik, das makroskopische Eigenschaften der Materie wie z. B. Temperatur oder Entropie auf statistische Parameter von sehr großen Mengen von Atomen oder Molekülen zurückführt – ein Gramm Wasser z. B. enthält etwa ein sechzehntel Mol, d. h. knapp \(4 \cdot 10^{22}\) Wassermoleküle! In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde zunächst die statistische Mechanik entwickelt (u. a. von James Clerk Maxwell und Ludwig Boltzmann). Heute gilt die Quantenstatistik als theoretische Grundlage der Thermodynamik; u. a. begründet sie die Hauptsätze...

  • Staufer

    Staufer, Adelsgeschlecht und Herrscherdynastie im Deutschen Reich des 11 bis 13. Jahrhunderts, das sie von 1138 bis 1268 beherrschten. Der Name kommt von der Burg Hohenstaufen auf der Schwäbischen Alb. Die Staufer stellten schwäbische Herzöge. Bedeutende Herrscher aus dem Geschlecht der Staufer waren Konrad III. (*1093/94, †1152, Gegenkönig von 1227 bis 1235, König seit 1138) als erster Stauferkönig, Friedrich I. Barbarossa (*1122, †1190, Herzog von Schwaben, römisch-deutscher Kaiser seit 1155), Heinrich VI. (*1165, †1197, König seit 1169, römisch-deutscher Kaiser seit 1191) und Friedrich II...

  • Stehende Wellen

    Als stehende Welle bezeichnet man eine Welle, bei der sich die räumliche Lage der Schwingungs- bzw. Wellenbäuche und -knoten mit der Zeit nicht ändert, im Gegensatz zu einer fortschreitenden Welle. Eine stehnde Welle transportiert, anders als eine fortschreitende, keine Energie. Sie entsteht, wenn sich zwei ebene harmonische Wellen (Sinuswellen) mit gleicher Frequenz und Amplitude, aber entgegengesetzter Ausbreitungsrichtung überlagern (Interferenz). Dies geschieht z. B. , wenn eine Welle an einem Hindernis reflektiert wird und sich einfallende und reflektierte Welle überlagern (Abb.). In...

  • Stehendes Heer

    Stehendes Heer, auch ein in Friedenszeiten ständig dienstbereites und einsetzbares Heer im Unterschied zu Heeren, die in Kriegszeiten angeworben oder aufgeboten werden (meist Söldnerheere). Ein stehendes Heer gehörte zu den Säulen der Macht der Herrscher im Zeitalter des Absolutismus. Eine wesentliche Stütze der absolutistischen Macht in Frankreich waren unter König Ludwig XIV. das größte stehende Heer der Welt mit 400.000 Soldaten. Das Heer sicherte Ludwigs Macht innerhalb Frankreichs und war Instrument zahlreicher Eroberungskriege gegen europäische Nachbarn. Zum Ruf Preußens als Militärstaat...

  • Steigung

    Die Steigung einer Geraden im Koordinatensystem ist das Verhältnis \(\dfrac{\Delta y}{\Delta x} = \dfrac{\Delta f(x)}{\Delta x}=\dfrac{f(x) - f(x_0)}{x-x_0}\). Sie entspricht dem Tangens des Steigungswinkels \(\alpha\) und dem Parameter m in der allgemeinen Gleichung einer linearen Funktion, y = f(x) = mx + b: \(\dfrac{\Delta y}{\Delta x} = \tan \alpha = m\) Anmerkung: Das Dreieck mit den Seiten \(\Delta x\), \(\Delta y = \Delta f(x)\) und dem entsprechenden Geradenabschnitt heißt Steigungsdreieck. Bei beliebigen, d. h. im Allgemeinen nichtlinearen differenzierbaren Funktionen kann man...

  • Steinzeit

    Steinzeit, Epoche der Menschheitsgeschichte, die vor etwa 2,5 Millionen Jahren begann und etwa 2000 v. Chr. endete. In der Steinzeit verwendeten die Urmenschen Knochen, Holz und vor allem spaltbare Steine zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen. Man unterteilt die Steinzeit in Altsteinzeit und Jungsteinzeit.

  • Stellenwertsystem

    Ein Stellenwertsystem ist ein Schema, mit dem Zahlen mithilfe von Ziffern eindeutig dargestellt werden. Am gebräuchlichsten ist das Dezimalsystem bzw. Zehnersystem. Das Dezimalsystem hat seinen Namen davon, dass die Zahl 10 (lateinisch „decem“) die Basis dieses Systems ist: Jede Zahl wird als Summe von Produkten aus einer Zehnerpotenz (Stufenzahl) und einem Vorfaktor zwischen 0 und 9 dargestellt. Beispiel: 9367 = 9 · 1000 + 3 · 100 + 6 · 10 + 7 · 1 = 9 · 103 + 3 · 102 + 6 · 101 + 7 · 100 Dies gilt auch für sog. Dezimalzahlen, also Zahlen mit „Nachkommastellen“, bei diesen kommen dann auch die...

  • Stellungskrieg

    Stellungskrieg, ineffektive Sturmangriffe mit hohen Verlusten, wochenlangem Trommelfeuer und Giftgaseinsatz im Ersten Weltkrieg. Die Gegner standen sich in befestigten Gräben und Bunkern gegenüber. Menschen- und Materialschlachten Menschen- und Materialschlachten prägten den Jahre andauernden Stellungskrieg mit geringen Veränderungen des Frontverlaufs zwischen den Krieg führenden Parteien. Der Erste Weltkrieg stellte damit einen traurigen Wendepunkt in der Kriegsführung dar. Durch die industrielle Fertigung wurden in vorher unvorstellbarer Weise Vernichtungswaffen produziert und eingesetzt...

  • Stellvertreterkriege

    Stellvertreterkriege, Bezeichnung für kriegerische Auseinandersetzungen zu Zeiten des Kalten Kriegs und des Ost-West-Konflikts. Die Staaten, die sich in den Militärbündnissen NATO und Warschauer Pakt gegenüberstanden, waren konventionell und atomar hoch gerüstet. Während das „Gleichgewicht des Schreckens“ eine direkte militärische Auseinandersetzung bis zu einem Atomkrieg verhinderte, kam es in anderen Teilen der Erde zu Kriegen. Beispiele sind der Koreakrieg, der Vietnamkrieg sowie die Kubakrise.

  • Stern-Gerlach-Versuch

    Der erstmals 1921 durchgeführte Stern-Gerlach-Versuch (nach Otto Stern und Walther Gerlach) zeigt die Aufspaltung von atomaren Energieniveaus durch ein räumlich inhomogenes Magnetfeld. Dies beweist die Richtungsquantelung des Drehimpulses in der Quantenmechanik. Diese Aufspaltung tritt bei Elektronenzuständen auf, die über ein magnetisches Moment verfügen. Dies ist dann der Fall, wenn der aus Bahndrehimpuls und Spin zusammengesetzte Gesamtdrehimpuls des Elektrons in diesem Zustand nicht verschwindet. Der Drehimpulsvektor und damit auch das magnetische Moment des Hüllenelektrons kann sich...

  • Sterne

    Sterne sind Himmelskörper, in deren Innerem durch Kernfusion gewaltige Energiemengen freigesetzt werden, die unter anderem als elektromagnetische Wellen in den umgebenden Weltraum abgestrahlt werden. Außerdem senden Sterne einen Strom von hochenergetischen Teilchen (Sternen- bzw. Sonnenwind) und unzählige Neutrinos aus. Sterne lassen sich in guter Näherung als Schwarze Strahler beschreiben. Daher nimmt das Intensitätsmaximum ihrer Strahlung mit der Oberflächentemperatur zu. Bei der Sonne liegt es im grünen Bereich des sichtbaren Spektrums, kleine kühle Sterne strahlen rötlich, heiße...

  • Stetigkeit

    Eine Funktion f ist an einer Stelle \(x_0 \in D_f\) genau dann stetig, wenn f an dieser Stelle definiert ist und ihr Grenzwert an dieser Stelle existiert: \(\displaystyle \lim_{x \to x_0} f(x) = f(x_0)\) Anschaulich gesprochen heißt das, dass die Funktionswerte in unmittelbarer Nähe von x0 beliebig dicht an f(x0) „heranrürcken.“ Beispiel: \(f : x \mapsto f (x) = 2 x^3 \ \ ( x \in \mathbb{R})\) ist an der Stelle x0 = 1 stetig, denn f(1) = 2 ·13 = 2 ist wohldefiniert und es gilt \(\displaystyle \lim_{x \to x_0} 2x^3 = 2 = f(1)\). ▶ Anmerkung Für die Randwerte a und b eines Intervalls [a; b] wird...

  • Stichprobe

    In der beschreibenden Statistik ist eine Stichprobe eine Teilmenge der untersuchten Grundgesamtheit. Da man z. B. vor einer Bundestagswahl nicht alle Wahlberechtigten nach ihren Ansichten befragen kann, wählt man eine Stichprobe von z. B. 2000 Personen aus, bei denen die sog. Ausprägungen von statistischen Merkmalen wie „bevorzugte Partei“ oder „wichtigstes politisches Thema" ermittelt werden. Man kann die Anzahl der Ausprägungen eines bestimmten Merkmals entweder als absolute oder als relative Häufigkeit angeben. Die Gesamtzahl der Elemente einer Stichprobe nennt man ihren Umfang, im obigen...

  • Stickstoff

    Chemisches Element, V. Hauptgruppe; Zeichen N, OZ 7, relative Atommasse 14,01, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Farb- und geruchloses, geschmackfreies, unbrennbares Gas mit einer Dichte von 1,25 g/l; Fp. -210 °C, Sp. -195,8 °C. Chemische Eigenschaften: Stickstoff existiert in Form sehr stabiler Moleküle, N2; er ist daher chemisch sehr reaktionsträge und wenig wasserlöslich. Mit Lithium und mit den Metallen der Erdalkaligruppe verbindet er sich leicht zu Nitriden. Mit anderen Elementen reagiert er nur bei höheren Temperaturen oder unter dem Einfluss von Katalysatoren. Gewinnung: Durch...

  • Stickstoffgruppe

    Die V. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente: Stickstoff, N, Phosphor, P, Arsen, As, Antimon, Sb, und Bismut, Bi.

  • Stilmittel

    Definition Unter „Stilmitteln“ versteht man alle Arten der Auswahl und Anordnung von Wörtern, die vom Autor dazu eingesetzt werden, die Wirkung des Textes zu verstärken. Bestand Wir erklären in diesem Lateinlexikon die wichtigsten Stilmittel. Hier folgt eine alphabetische Liste: • Alliteration • Anapher • Antithese • Aposiopese • Asyndeton • Chiasmus • Correctio • Ellipse • Enallage • Epipher • Euphemismus • Exclamatio • Figura etymologica • Hendiadyoin • Hyperbaton • Hyperbel • Interrogatio • Ironie • Klimax • Litotes • Metapher • Metonymie • Monosyndeton • Onomatopoiie • Oxymoron • Paradoxon...

  • Stochastik

    Neben Analytischer Geometrie und Analysis eines der drei abiturrelevanten Themengebiete der Mathematik. Der Ausdruck „Stochastik“ leitet sich vom griechischen Wort für „vermuten“ ab, was ganz gut beschreibt, worum es in der Stochastik geht: um Zufallsexperimente, Wahrscheinlichkeiten, Statistiken, Messdaten und die mit ihnen verbundenen Unsicherheiten und Fehlergrenzen. Die Stochastik gliedert sich im Wesentlichen in die folgenden Teilgebiete: Beschreibende Statistik: Erheben von Umfrage- oder Messdaten (Stichproben) und die Darstellung der Ergebnisse in Grafiken, Tabellen oder mithilfe von...

  • Stochastische Unabhängigkeit

    Eine Aussage über stochastische Ereignisse bzw. Zufallsvariablen, derzufolge sich zwei solche stochastischen Größen gegenseitig nicht beeinflussen. Dem liegt die folgende Definition zugrunde (der Einfachheit halber betrachten wir ab jetzt nur für Ereignisse, die Unabhängigkeit von Zufallsvariablen ist eher von theoretischem Interesse und für die Schule nicht so wichtig): Zwei Ereignisse A und B heißen (stochastisch) unabhängig, wenn \(P(A\cap B) = P(A) \cdot P(B)\) andernfalls sind sie (stochastisch) abhängig. Wenn die Ereignisse A und B unabhängig sind, so sind auch die folgenden Ereignisse...

  • Stöchiometrische Formeln

    (Verhältnisformeln, Substanzformeln) geben an, welche Arten von Atomen in der betreffenden Verbindung vorliegen und in welchem Zahlenverhältnis sie zueinander stehen. So sagt z. B. die Formel Al2O3 aus, dass die betreffende Verbindung (Aluminiumoxid) aus den Elementen Aluminium und Sauerstoff besteht und dass Aluminiumatome und Sauerstoffatome im Mengenverhältnis 2:3 vorliegen. Stöchiometrische Formeln werden hauptsächlich für Ionenverbindungen verwendet, die in Form eines ausgedehnten, dreidimensionalen Gitters vorliegen.

  • Stoff

    (Substanz): Diejenige Materie, die in Form von festen, flüssigen oder gasförmigen Atom-, Ionen- oder Molekülverbänden oder Mischungen daraus in Erscheinung tritt. Erst wenn Atome, Ionen oder Moleküle in genügend großer Anzahl zusammengelagert sind, kann von einem Stoff gesprochen werden. Es gibt unzählig viele solcher aus Atom-, Ionen- oder Molekülverbänden bestehender, raumerfüllender, greif barer, mechanisch bearbeitbarer Stoff. Jeder einzelne von ihnen ist unabhängig von Größe und Gestalt gekennzeichnet durch gleichbleibende charakteristische, also spezifische Eigenschaften, z. B. Dichte...

  • Stoffmenge

    (Teilchenzahl): Eine Basisgröße, mit der die Quantität einer Stoffportion auf der Grundlage der Anzahl der darin enthaltenen Teilchen bestimmter Art angegeben wird. SI-Einheit der Stoffmenge ist das Mol.

  • Stoffwechsel

    Stoffwechsel (Metabolismus) ist die Gesamtheit der im Organismus ablaufenden chemischen Reaktionen, die allesamt enzymatisch gesteuert sind. Man unterscheidet den Anabolismus (Aufbaustoffwechsel) vom Katabolismus (Abbaustoffwechsel). Grundsätzlich ist der anabolische Prozess stets mit einem Energieverbrauch, der katabolische dagegen mit einem Energiegewinn verbunden. Der größte Teil der menschlichen Nahrung besteht aus Kohlenhydraten, die etwa 60 % der Kalorien liefern. Sie können in gewissem Umfang durch Proteine und Fette ersetzt werden. Die Fette erfüllen bei der Ernährung drei Aufgaben...

  • Storm, Theodor

    Geboren in Husum am 14.9.1817, gestorben in Hadermaschen (Schleswig-Holstein) am 4.7.1888: Der Sohn eines Advokaten studierte in Kiel und Berlin Jura und wurde selbst Advokat in seiner friesischen Heimatstadt, bevor er sein Amt nach der Einverleibung Schleswigs durch Dänemark verlor. Er arbeitete in Potsdam und Heiligenstadt, bis er 1864 mit seiner Frau Konstanze Esmarch in das preußisch gewordene Schleswig-Holstein zurückgehen konnte. Nachdem seine Frau bei der Geburt des siebten Kindes gestorben war, heiratete Storm 1866 Dorothea Jensen, wurde Landvogt und 1874 Richter in Husum. Die...

  • Stoßtheorie

    Modell zur Interpretation von Reaktionsgeschwindigkeiten auf molekularer Ebene. Man geht dabei von folgenden Vorstellungen aus: Die an der Reaktion beteiligten Teilchen (Atome, Moleküle) werden als starre Kugeln betrachtet, die sich mit steigender Temperatur immer schneller bewegen. Voraussetzung für den Ablauf einer (makroskopisch beobachtbaren) Reaktion ist ein Zusammenstoßen der beteiligten Teilchen. Es gibt nichtreaktive und reaktive Stöße. Damit ein Stoß reaktiv ist, müssen die Teilchen eine bestimmte Mindestenergie und eine gewisse räumliche Orientierung zueinander haben. Je größer die...

  • Strahl

    Eine andere Bezeichnung für eine Halbgerade, also eine gerade Linie mit einem Ausgangspunkt und ohne Endpunkt.

  • Strahlensätze

    Die Strahlensätze sind wichtige geometrische Merksätze, mit denen man unbekannte Streckenlängen ausrechnen kann. Sie beruhen auf den Prinzipien von zentrischer Streckung und Ähnlichkeit. Erster Strahlensatz Werden zwei Strahlen von Parallelen geschnitten, so ist das Verhältnis entsprechender Längen auf beiden Strahlen gleich, denn entsprechende Längen auf den Strahlen enthalten gleich viele Abschnitte. \(\displaystyle \frac{|SA_1|}{|SA_2|}=\frac{|SB_1|}{|SB_2|}\) oder \(\displaystyle \frac{|A_1A_2|}{|A_2A_3|}=\frac{|B_1B_2|}{|B_2B_3|}\) In der Grafik (unten) gilt beispielsweise: \(...

  • Strahlenschutz

    Zum Strahlenschutz gehören die Erforschung und Durchführung von Maßnahmen zur Verhinderung von Strahlenschäden. Dabei ging es früher in erster Linie um Schäden durch ionisierende Strahlung, in den letzten zwei Jahrzehnten wurde auch niederenergetische Strahlung („Elektrosmog“) miteinbezogen. Man unterscheidet zwischen dem Strahlenschutz für Personen und dem für Material. Der Strahlenschutz muss besonders in der Kerntechnik, der Kern- und Hochenergiephysik, in der Radiochemie, der Nuklearmedizin sowie im Umgang mit Lasern beachtet werden. An erster Stelle steht immer eine hinreichende...

  • Strahlung

    Strahlung ist ganz allgemein die gerichtete räumliche und zeitliche Ausbreitung von Energie in Form von Wellen oder Teilchen. Beispiele für Wellenstrahlung (Wellen) sind Schall- und elektromagnetische Wellen, für Korpuskular- bzw. Teilchenstrahlung Alpha- oder Betastrahlen (Radioaktivität). Unter ionisierender Strahlung versteht man Strahlung, deren Energie ausreicht, um in bestrahltem Material oder Gewebe Elektronen aus Atomen oder Molekülen herauszulösen.

  • Strahlungsgesetze

    Die Strahlungsgesetze beschreiben die Emission von elektromagnetischer Wärmestrahlung durch einen im thermodynamischen Gleichgewicht stehenden Körper. Im Einzelnen zählen hierzu: Das 1859 von Gustav Kirchhoff aufgestellte Kirchhoff’sches Gesetz besagt, dass der Quotient von Emissionsvermögen E und Absorptionsvermögen A eines strahlenden Körpers nur von dessen (absoluter) Temperatur T und der Wellenlänge \(\lambda\) der von ihm emittierten Strahlung abhängt: \(\dfrac{ E(\lambda,t) }{ A(\lambda,t) } = f(\lambda,t)\) Für einen schwarzen Strahler gilt stets A = 1. Daher ist sein Emissionsvermögen...

  • Stream of Consciousness

    Der Stream of Consciousness als besondere Form des inneren Monologs gibt scheinbar unmittelbare und assoziative Bewusstseinsinhalte einer Romanfigur wieder. Beispiel: Monolog der Molly Bloom in James Joyce’ Ulysses (1904)

  • Strecke

    Eine Strecke ist ein Abschnitt auf einer Geraden, der durch seine zwei Randpunkte festgelegt wird. Sie ist die kürzeste Verbindung zwischen diesen zwei Punkten.

  • Stresemann

    Stresemann, Gustav, nationalliberaler Politiker, der von 1878 bis 1929 lebte. Politischer Aufstieg Der spätere Außenminister und Reichskanzler kam aus einer kleinbürgerlichen Familie. Von Hause aus war er Volkswirtschaftler. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde er Abgeordneter der Nationalliberalen Partei im Reichstag (1907 bis 1912, 1914 bis 1918). 1915 übernahm Stresemann den Vorsitz der Reichstagsfraktion. Stresemann befürwortete den U-Boot-Krieg und war Gegner einer Friedensresolution des Reichstags. Innenpolitisch trat er für die Weiterentwicklung der Sozialpolitik ein. Nach der...

  • Stress

    Stress ist ein charakteristisches Reaktionsmuster (Anpassungssyndrom), das Tiere und Menschen als Antwort auf erhöhte Beanspruchung zeigen. In einer Stresssituation kommt es durch Nervenimpulse des Hypothalamus zu einer Aktivierung des Nebennierenmarks, mit der Folge, dass Adrenalin und Noradrenalin vermehrt ausgeschüttet werden. Über einen weiteren Mechanismus wird über eine Aktivierung des Hypophysenvorderlappens eine vermehrte Ausschüttung von ACTH (Hypophysenhormone) veranlasst, das die Produktion von Hormonen der Nebennierenrinde (Nebennierenhormone), insbesondere von Glucocorticoiden...

  • Streusalz

    (Tausalz): Gemahlenes Steinsalz (Natriumchlorid), das als Auftaumittel zum Entfernen von Schnee und Eis v. a. auf Verkehrswegen verwendet wird. Streusalz ist meist eingefärbt und durch Zusatz von Eisenoxiden ungenießbar gemacht. Es wird wegen seiner für Pflanzen schädlichen und in Bezug auf Materialien korrodierenden Wirkung heute z. T. durch andere Salzgemische (z. B. mit Calciumchlorid, Magnesiumchlorid, Ammoniumsalze) ersetzt. Funktionsweise: Siehe Kältemischung.

  • Streuung

    Unter Streuung verseht man allgemein die teilweise Ablenkung eines Teilchen- bzw. Wellenstrahls in beliebige Richtungen durch Wechselwirkung mit Materie, z. B. die Streuung von Licht an Staubpartikeln oder Luftmolekülen oder von Neutronen an den Atomkernen eines Abschirmmaterials. Im weiteren Sinne lässt sich auch die Beugung als Streuung auffassen. Die Streuung erfolgt jeweils an einzelnen mikroskopischen Teilchen des streuenden Mediums, den sog. Streuzentren. Betrachtet man die Wechselwirkung eines einzelnen Strahlteilchens mit einem Zielteilchen, spricht man auch von Einzelstreuung; solche...

  • Streuungsmaße

    In der beschreibenden Statistik ist ein Streuungsmaß ist ein statistischer Parameter (bzw. eine Kenngröße oder Maßzahl), die Auskunft über die Variabilität der Daten gibt, also darüber, wie sehr die Datenwerte einer Stichprobe voneinander und vom mittleren Wert abweichen („streuen“). Grundsätzlich kann man die Streuung nur bei quantitativen Messdaten untersuchen, also wenn es für die Werte eine metrische Skala gibt (wenn die Stichprobenwerte keine Zahlen sind, kann man keine Differenzen zwischen ihnen berechnen). Die wichtigsten Streuungsmaße sind: Spannweite (Differenz von größtem und...

  • Strichliste

    Ein einfaches Verfahren, um ohne Computer oder Taschenrechner die absoluten Häufigkeiten der Merkmalsausprägungen einer Stichprobe zu ermitteln. Dazu notiert man die verschiedenen Merkmalsausprägungen und setzt für jedes Auftreten einen Strich. Übersichtlicher wird es, wenn die Striche in Fünfergruppen (fünfter Strich als Querstrich) zusammengefasst werden. Beispiel: Merkmal: Handy-Farbe rot grün blau Strichliste IIII IIII IIII II IIII II absolute Häufigkeit 4 12 7

  • Strom- und Spannungsmessung

    Zur Strom- und Spannungsmessung bestimmt man die Stärke I des durch ihn fließenden elektrischen Stroms zwischen den Endpunkten eines Leiters mit Widerstand R bzw. die elektrische Spannung U zwischen diesen Punkten. Da Strom, Spannung und Widerstand über das Ohm’sche Gesetz \(U = R \cdot I\) verknüpft sind, kann man im Prinzip mit demselben Messgerät bei bekanntem R sowohl Strom als auch Spannung bestimmen. Dabei wird das Gerät für die Strommessung mit dem Widerstand in Reihe geschaltet; der Innenwiderstand Ri des dann Amperemeter genannten Messinstruments muss möglichst klein sein (kleiner...

  • Stromkreis

    Eine geschlossene Anordnung aus elektrischen Leitern, Schaltelementen (z. B. Lichtquelle, Kondensator oder Spule) und Spannungsquellen, durch die ein elektrischer Strom fließen kann. Je nach Art des Stroms unterscheidet man zwischen Gleichstrom- und Wechselstromkreisen. In letzteren zeigen viele Bauelemente frequenzabhängiges Verhalten. Insbesondere können sich in Wechselstromkreisen elektromagnetische Schwingungen ausbilden und als elektromagnetische Wellen abgestrahlt werden.

  • Strontium

    [nach dem Ort Strontian im Nordwesten Schottlands]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Sr, OZ 38, relative Atommasse 87,62; Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Strontium ist ein silberweißes, sehr unedles Leichtmetall (Erdalkalimetall), Dichte 2,64 g/cm³, Fp. 777 °C, Sp. 1382 °C. Chemische Eigenschaften: Sehr reaktionsfähig, geht an feuchter Luft schnell in Strontiumhydroxid, Sr(OH)2, über; die Strontiumverbindungen sind denen des Calciums und Bariums sehr ähnlich. Darstellung: Strontium wird durch Schmelzflusselektrolyse aus Strontiumchlorid gewonnen. Verwendung: in der...

  • Strophe

    Als Strophe bezeichnet man einen Gedichtabschnitt, der in der Regel aus mehreren Versen besteht. Eine Strophe ist durch einen Absatz von der nächsten Strophe (den folgenden Versen) getrennt. Beispiel: In Heinrich Heines Ballade Belsatzar besteht jede Strophe aus zwei Versen: Die Mitternacht zog näher schon; In stummer Ruh lag Babylon. Nur oben in des Königs Schloss, Da flackerts, da lärmt des Königs Tross. (...) Strophenformen Volksliedstrophe: jambischer Vierzeiler mit drei oder vier Hebungen, meist Kreuzreim mit abwechselnd männlichen und weiblichen Kadenzen, häufigste Strophenform Chevy...

  • Studentenproteste

    Studentenproteste, die Massenproteste gegen Ende der 1960er-Jahre in der Bundesrepublik Deutschland wie in fast allen anderen westeuropäischen Staaten und der USA. Vor allem politisch links stehende Studenten demonstrierten gegen die vom Bundestag beschlossenen Notstandsgesetze und gegen den Umgang mit der Protestbewegung. Unzufriedenheit herrschte auch wegen mangelnder gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Wichtige Positionen in Militär, Justiz, Wirtschaft und Wissenschaft waren nach vorzeitiger Beendigung der Entnazifizierung mit ehemaligen...

  • Stufenzahlen

    Die Zahlen 1, 10, 100, 1000 usw. heißen Stufenzahlen. Man erhält jede Stufenzahl aus der vorhergehenden durch Multiplikation mit der Grundzahl 10. Deshalb heißt unser Zahlensystem auch Zehnersystem oder Dezimalsystem. Jede natürliche Zahl lässt sich eindeutig als Summe von Vielfachen der Stufenzahlen schreiben, wobei ihre Ziffer als Faktoren (Koeffizienten) vor den Stufenzahlen stehen: Beispiel: \(8418=8\cdot1000+4\cdot100+1\cdot10+8\cdot1\) Je nach Definition werden auch die zu den Nachkommastellen der Dezimalzahlen gehörigen Zahlen 0,1, 0,01, 0,001, … als Stufenzahlen bezeichnet. In jedem...

  • Stunde Null

    Stunde null, im Deutschland der Nachkriegszeit die Bezeichnung für den Neubeginn nach der bedingungslosen Kapitulation am 7./8.5.1945, der Zerstörung vieler Städte und Industrieanlagen sowie dem völligen Zusammenbruch des NS-Staats. Allerdings konnte von einem völligen Neubeginn nicht gesprochen werden, da es in vielen Bereichen von Politik und Wirtschaft auch Kontinuität gab.

  • Sturm und Drang (um 1770-1785)

    Kennzeichen der literarischen Bewegung Der Begriff Sturm und Drang geht zurück auf den Titel eines Dramas von Maximilian Klinger. Man spricht auch von Geniezeit, weil in dieser Epoche Kreativität und Genialität des künstlerischen Individuums betont werden. Der Sturm und Drang war eine neue Bewegung junger Literaten, die eine unmittelbare Empfindung für die Natur entwickelten und hergebrachte dichterische Formen infrage stellten. Das Ideal der Zeit war nicht mehr (wie in der Aufklärung) der vernünftige Mensch, sondern der natürliche und unverbildete Mensch mit seiner Individualität. Betont...

  • Stützvektor

    Bei der Darstellung von Geraden und Ebenen in Parameterform ist der Stützvektor derjenige Vektor, zu dem man ein skalares Vielfaches des Richtungsvektors bzw. der Spannvektoren addiert. Der Stützvektor ist der Ortsvektor des Aufpunkts.

  • Stylistic devices / Stilmittel

    Definition Unter stylistic devices (Stilmittel) versteht man bestimmte sprachliche Mittel, die durch einen veränderten Satzbau oder durch veränderte Wörter und Wortteile gekennzeichnet sind. Sie treten je nach Textsorte mehr oder weniger häufig auf und dienen dem Autor dazu, die Aufmerksamkeit des Lesers zu steuern und das Anliegen des Textes zu verdeutlichen. Bei der Analyse von Texten ist es wichtig, auf solche sprachlichen Auffälligkeiten im Text zu achten. Sie liefern wichtige Hinweise zur Entschlüsselung von Aussage und Absicht eines Textes. Stilmittel nach Gruppen Stilmittel (auch...

  • Subject / Subjekt

    Definition Das Subjekt (der Satzgegenstand) beschreibt, wer oder was etwas tut oder selbst eine Handlung erfährt. Das Subjekt steht immer im Nominativ. Ein Subjekt kann ein Pronomen (He works out.), ein Eigenname (Benedict takes a long shower), ein Substantiv (The teacher fell asleep during the presentation.) oder eine Nominalisierung (That green matches your eyes perfectly.) sein. Beispiele Jonathan snores rather loudly. Who snores rather loudly? → Jonathan A huge festival took place last week. What took place last week? → A huge festival

  • Subject complement

    Definition Das subject complement ist ein Satzglied, das eng mit dem Verb bzw. Prädikat im Satz verknüpft ist. Das subject complement gibt eine Eigenschaft des Subjekts an und wird nur im Zusammenhang und als Ergänzung zu folgenden Verben genutzt: to be, to become, to seem, to feel, to sound, to look etc. Wird das subject complement bei diesen Verben weggelassen, verliert der Satz seinen Sinn bzw. seine eigentliche Aussage über das Subjekt. Beispiele Jane is sad. Subject complement → sad My mother became a great actress. Subject complement → great actress You will be a good teacher. Subject...

  • Subjekt

    Das Satzglied Subjekt (Satzgegenstand) spielt im Satz eine wichtige Rolle. Es drückt aus, wer oder was im Satz etwas ist, etwas tut oder etwas veranlasst, daher steht es immer im Nominativ (1. Fall) und man erfragt es mit „wer oder was?“. Das Subjekt kann aus verschiedenen Wörtern oder Wortgruppen gebildet sein: Artikel + Substantiv (Substantivgruppe) Beispiel: Das Kind spielt mit dem Ball. Pronomen Beispiel: Es spielt mit dem Ball. Zahladjektive (Numeralien) Beispiel: Viele kaufen Eintrittskarten fürs Museum. einfacher Infinitiv mit zu Beispiel: Loszulassen fällt mir schwer. Aufzählungen...

  • Subjekt

    Über das Wort „Subjekt“ Genus, Betonung: das Subjekt (aber: Subjekt = Person) Plural: die Subjekte Abkürzung: Subj. Herkunft: von lat. subiectum das (der Aussage) Zugrundegelegte (=PPP von subicere: sub unter + iacere werfen) Definition Ein Subjekt ist ein Satzglied. Unter „Subjekt“ versteht man das gegenständliche Komplement (= Ergänzung) des Verbs, dem das Prädikat formal zugeordnet ist. Ebenfalls als „Subjekt“ zählen Nebensätze, die die Funktion eines Komplements dieser Art übernehmen können (Subjektsätze). Eigenschaften des Subjekts (1) Das Subjekt ist (laut Definition) der Gegenstand im...

  • Subjektsatz

    Definition Unter „Subjektsatz“ versteht man einen Nebensatz, der die Funktion eines Subjekts des übergeordneten Verbs erfüllt. Arten von Subjektsätzen (A) Subjektsätze, die Gegenstände beschreiben (1) finite Nebensätze • nur Relativsätze: Mit einem Relativpronomen (nicht Relativadverb) eingeleitete Relativsätze ohne Beziehungswort haben im übergeordneten Satz die Funktion eines Gegenstands in Subjekt- oder Objektfunktion (siehe auch Objektsatz). (2) Partizipialsätze können KEINE Subjektgegenstände beschreiben (siehe PC > PC ohne Subjektwort), wohl aber Objektgegenstände. (B) Subjektsätze, die...

  • Subjektsatz

    Beim Subjektsatz nimmt der gesamte Nebensatz die Stelle eines Subjekts im Satz ein. Der Subjektsatz kann, wie ein einzelnes Wort als Subjekt, mit der Frage wer oder was erfragt werden. Beispiele: Wer rechtzeitig da ist, schafft die Arbeit ohne Probleme. Wer schafft die Arbeit ohne Probleme? – Wer rechtzeitig da ist.Dass alle da sind, ist offensichtlich. Was ist offensichtlich? – Dass alle da sind.

  • Subjonctif

    Allgemein Der Subjonctif ist eine Besonderheit der französischen Sprache und hat keine Entsprechung im Deutschen. Er hat eine eigene Verbform und drückt eine bestimmte Haltung des Sprechers / der Sprecherin aus, z. B. einen Wunsch, eine Annahme, eine Notwendigkeit, eine irgendwie geartete Wertung. Der Subjonctif ist also die Ausdrucksform der Subjektivität – im Unterschied zum Indikativ. In vielen Fällen hilft die Grundregel: „Wenn das Herz spricht, steht Subjonctif.“ Bildung Man unterscheidet zwei Formen: Subjonctif présent Subjonctif passé Gebrauch Der Subjonctif steht fast ausschließlich...

  • Subjonctif passé

    Bildung Der Subjonctif passé setzt sich aus dem Subjonctif présent der Hilfsverben avoir und être und dem Participe passé des Vollverbs zusammen. Bildung mit avoir Singular Plural que j’aie travaillé que nous ayons travaillé que tu aies travaillé que vous ayez travaillé qu’il ait travaillé qu’ils aient travaillé qu’elle ait travaillé qu’elles aient travaillé qu’on ait travaillé Bildung mit être Singular Plural que je sois sorti(e) que nous soyons sorti(e)s que tu sois sorti(e) que vous soyez sorti(e)(s) qu’il soit sorti qu’ils soient sortis qu’elle soit sortie qu’elles soient sorties qu’on...

  • Subjonctif présent

    Bildung Die Subjonctif-présent-Formen der regelmäßigen und auch die der meisten unregelmäßigen Verben werden gebildet aus: dem Stamm der 3. Person Plural Präsens (ils / elles) und den Endungen -e, -es, -e, -ions, -iez, -ent. Der Subjonctif-Form geht fast immer que voraus. Die regelmäßigen Subjonctif-Formen entsprechen also im Singular und in der 3. Person Plural den Präsensformen der Verben auf -er. In der 1. und 2. Person Plural entsprechen sie dem Imparfait. Singular Plural que je dorme que nous dormions que tu dormes que vous dormiez qu’il / elle / on dorme qu’ils / elles dorment Die Verben...

  • Subjunktion

    Andere Bezeichnungen: subordinierende Konjunktion, unterordnende Konjunktion, unterordnendes Bindewort Über das Wort „Subjunktion“ Genus, Betonung: die Subjunktion Plural: die Subjunktionen Abkürzung: Sbjn. Herkunft: von lat. subiūnctiō Anfügung, Unterordnung (von sub-iungere anfügen, unterordnen) Definition Eine „Subjunktion“ ist eine Partikel, die • den Satz, in dem es steht, als Nebensatz kennzeichnet und ihn an den übergeordneten Satz anschließt UND • die syntaktische und semantische Funktion ausdrückt, die der Nebensatz innerhalb des übergeordneten Satzes erfüllt. Erläuterungen: • Die...

  • Subjunktionalsatz

    Definition Ein „Subjunktionalsatz“ ist ein Nebensatz, der durch eine Subjunktion (= unterordnende Konjunktion) eingeleitet und als Nebensatz gekennzeichnet ist. ERSCHEINUNGSFORMEN (A) Subjunktionalsatztypen nach Verbform (1) Subjunktionalsätze mit finitem Verb Subjunktionalsätze werden in klassischer Zeit (Cicero und Cäsar) fast ausschließlich mit finitem Verb gebildet (= finite Nebensätze). (2) Subjunktionalsätze mit Partizip Nur in wenigen Ausnahmefällen werden in klassischer Zeit Partizipialsätze mit Subjunktion eingeleitet. Die Subjunktionen sind konzessiv: etsī selbst wenn, wenn auch...

  • Substantiv

    Andere Bezeichnung: Hauptwort Beachte: In der gleichen Bedeutung wie „Substantiv“ wird in der deutschen Grammatik die Bezeichnung „Nomen“ gebraucht. In der lateinischen Grammatik versteht man unter Nomen jedoch etwas anderes. Über das Wort „Substantiv“ Genus, Betonung: das Substantiv Plural: die Substantive Abkürzung: Sbst., Subst. Herkunft: von lat. nōmen substantīvum Benennung einer Substanz, Substanzwort, Substantiv (von substantia Substanz, d.h. das Wesen eines Gegenstands, dem die Eigenschaften – in der Sprache die Adjektive (nōmina adiectīva) – zugeordnet sind) Definition „Substantiv“...

  • Substantiv (Nomen)

    Allgemein Substantiv/Namenwort/Hauptwort; das Nomen, Plural: Nomina, lat.: Name, Nennwort; das Substantiv, Plural: Substantive, lat.: selbstständiges Wort Die beiden unterschiedlichen Bezeichnungen Nomen und Substantiv kennzeichnen unterschiedliche Sichtweisen und Leistungen. Die Bezeichnung Nomen (Namenwort) verdeutlicht, dass man mit Wörtern dieser Wortart Lebewesen, Dingen, abstrakten Begriffen dieser Welt einen Namen geben kann. Mit dem Begriff Substantiv wird dagegen hervorgehoben, dass es sich um ein selbstständiges Wort handelt, das im Satz besonders wichtig ist (Substanz). Dies drückt...

  • Substantive (noun) / Substantiv

    Grundregeln und Unterschiede Bei Substantiven, auch Nomen (noun; nouns) genannt, gibt es in der englischen Sprache einige Unterschiede. Im Englischen wird kleingeschrieben. Ausnahme: Eigennamen, Nationalitäten, Monatsnamen und Wochentage beginnen mit einem Großbuchstaben. Anders als im Deutschen gibt es im Englischen nur ein „natürliches“ – also kein „grammatisches“ Geschlecht. Substantive wie girl, mother, woman usw. beziehen sich auf weibliche Personen; Substantive wie boy, father, man usw. auf männliche. Beispiel: The girl told her father about the accident. Die meisten personenbezogenen...

  • Substitutionsregel

    Die Substitutionsregel der Integralrechnung ist gewissermaßen die Umkehrung der Kettenregel beim Ableiten. Der „Trick“ besteht dabei darin, eine zu integrierende Funktion als Produkt „Verkettung mal innere Ableitung“ zu schreiben. Es ist nämlich, wenn f im Intervall [g(a); g(b)] stetig und g im Intervall [a; b] stetig differenzierbar ist: \(\displaystyle \int f ( g(x) ) \cdot g' (x)\, \text dx = \int f ( t ) \, \text dt = F (x) + C\) mit t = g(x) bzw. \(\displaystyle \int_a^b\! f ( g(x) ) \cdot g' (x)\, \text dx = \int_{g(a)}^{g(b)}\! f ( t ) \, \text dt = \Big[F (x) \Big]_{g(a)}^{g(b)}\)...

  • Subtraktion

    Die Subtraktion ist eine Grundrechenart und als solche die Umkehrung der Addition. Das Rechenzeichen ist das Minus „ –“ (lateinisch „weniger“). Achtung: Das Rechenzeichen Minus ist etwas anderes als das Vorzeichen „Minus“, auch wenn beide Begriffe miteinander zu tun haben. Einen Rechenausdruck mit Minuszeichen, wie „9 – 7“ ezeichnet man als Differenz (lateinisch „Unterschied“). Vor dem Minuszeichen steht der Minuend (lateinisch „das zu Vermindernde“), dahinter der Subtrahend (lateinisch „das Abzuziehende“). Das Ergebnis einer solchen Rechnung heißt Wert der Differenz oder schlicht auch...

  • Suffixes / Nachsilben

    Definition Suffixes (Nachsilben) sind Worterweiterungen, die an ein Wort oder einen Wortstamm angehängt werden, z.B. clever - cleverness. Durch das Hinzufügen unterschiedlicher suffixes können neue Substantive, Adjektive und Verben gebildet werden (word formation). Beispiele Nachsilben nach Verben, die abstrakte Substantive bilden, sind -(a)tion, -sion, -ment und -ance/-ence: to dictate – dictation, clever – cleverness, to transmit – transmission, to assess – assessment, to perform – performance, to organize – organization Nachsilben nach Adjektiven, die abstrakte Substantive bilden, sind...

  • Sulfate

    [zu lat. sulfur »Schwefel«]: Die Salze der Schwefelsäure, H2SO4. Die neutralen (normalen, sekundären) Sulfate haben die allgemeine Formel \(\ce {M}_2^I\ce {SO_4} \), als Anion (Säurerest) enthalten sie also das Sulfat-Ion, \(\ce{SO4^2}\). Sulfate sind von nahezu sämtlichen Metallen bekannt. Bis auf die von Calcium, Strontium, Barium und Blei gehen sie in Wasser leicht in Lösung. Viele dieser Salze kristallisieren aus ihren wässrigen Lösungen mit Kristallwasser aus.

  • Sulfide

    Verbindungen des Schwefels mit stärker elektropositiven Elementen (meist Metallen). Die Sulfide können als Salze der Säure Hydrogensulfid (Schwefelwasserstoff, H2S) aufgefasst werden; allerdings sind nur die Alkali- und Erdalkalisulfide (z. B. Natriumsulfid, Na2S, oder Magnesiumsulfid, MgS) reine Ionenverbindungen. Bei allen anderen Metallsulfiden liegen Übergänge zwischen Ionen- und Atomgittern bzw. zwischen Ionen- und Metallgittern vor. Deshalb lösen sich auch nur die Alkali- und Erdalkalisulfide als echte Salze leicht in Wasser.

  • Sulla

    Sulla, Kurzbezeichnung für den römischen Politiker, Konsul, Feldherrn und Diktator Lucius Cornelius Sulla Felix (*138 v. Chr.; †78 v. Chr.). Konsul Sulla gehörte der Gruppe der Optimaten an und überschritt 88 v. Chr. mit seinen Soldaten die geheiligte Stadtgrenze, an der eigentlich jeder Amtsträger seine militärische Befehlsgewalt abgeben muss und nahm gewaltsam Rom ein. Als Diktator von 82 bis 79 v. Chr. brach er die Macht der Popularen und stellte die uneingeschränkte Herrschaft des Senats in der römischen Republik wieder her. 79 v. Chr. legte Sulla freiwillig die Diktatur nieder und zog...

  • Sumerer

    Sumerer, frühe Hochkultur in Mesopotamien. Die Sumerer bauten von etwa 3200 bis 2000 v. Chr. Deiche und Kanäle. Sie erfanden auch Hebevorrichtungen, um das Wasser auf höher liegende Äcker zu leiten. Sie schlossen sich in Siedlungen zusammen. Seit 3000 v. Chr. entstanden Stadtstaaten mit riesigen Mauern zum Schutz vor Angriffen. Es existierte kein zusammenhängender Flächenstaat wie in Ägypten. Mittelpunkt einer Stadt war ein Stufentempel mit seinen Vorratshäusern. Priesterkönige regierten die Städte. Für die Verwaltung wurde eine Keilschrift entwickelt. Nach dem Untergang des Sumererreichs...

  • Summary / Inhaltsangabe

    Allgemein Eine Inhaltsangabe (oder Zusammenfassung) informiert über die wesentlichen Inhalte eines literarischen oder Sachtextes in zusammenhängender Form. Sie kürzt den Inhalt eines Textes auf ungefähr ein Drittel des Originals, den Textkern, stellt Verbindungen zwischen den wichtigsten Inhaltspunkten her und formuliert sie in geordneter Form. Eine Inhaltsangabe enthält weder Wertungen noch persönliche Stellungnahmen. Aufbau Narrative und dramatische Texte Argumentative Sachtexte Introduction (Einleitung) Hier werden Autor, Titel, Art des Textes, Art der Handlung, Hauptfiguren, Ort und Zeit...

  • Summenverteilung

    Andere Bezeichnung für eine kumulative bzw. kumulierte Wahrscheinlichkeitsverteilung, manchmal auch für die kumulierte Häufigkeit von Stichprobenwerten.

  • Superlativ

    Der Superlativ ist einer der Komparationsgrade (= Vergleichsstufen, Steigerungsstufen) des Adjektivs und Adverbs. Die drei Komparationsgrade heißen: • Positiv (= Grundstufe), z.B.: longus lang • Komparativ (= Höherstufe, Mehrstufe), z.B.: longior länger • Superlativ (= Höchststufe, Meiststufe), z.B.: longissimus der längste Alle Informationen zum Superlativ findest du unter Komparation.

  • Superlative / Superlativ

    Definition Wie im Deutschen gibt es im Englischen zwei Steigerungsstufen: den comparative (Komparativ) und den superlative (Superlativ). Der superlative (Superlativ) beschreibt bei Adjektiven (adjectives) das Limit einer Eigenschaft. Beispiele: the slowest the most beautiful the latest Bildung Bei der Bildung dieser Steigerungsstufe unterscheidet man zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Steigerungsformen. Beispiele: regelmäßig: big - bigger - biggest unregelmäßig: good - better - best

  • Superschwere Elemente

    Als superschwere Elemente bezeichnet man die schwersten Elemente des Periodensystems der Elemente, wobei die Defintion nicht ganz einheitlich ist: Entweder sind damit alle Elemente gemeint, die schwerer als Fermium sind und nicht durch Beschuss anderer Elemente mit Neutronen oder Alphateilchen erzeugt werden können (Transfermiumelemente), oder die Elemente jenseits der Aktinoiden (Transaktinoide) oder einfach die schwersten gerade herstellbaren Isotope. Die Synthese neuer superschwerer Elemente in Beschleunigerexperimenten ist nicht nur eine enorme technische Herausforderung und außerdem immer...

  • Supinstamm

    Der Supinstamm ist einer der drei Unterstämme des lateinischen Verbs, neben Präsensstamm und Perfektstamm. Alle Informationen über die Bildung des Supinstamms findest du unter Unterstämme des Verbs. Die an den Supinstamm tretende Konjugation findest du unter Konjugation des Supinstamms.

  • Supinum

    Andere Bezeichnung: Supin Über das Wort „Supinum“ Genus, Betonung: das Supinum Plural: die Supina provisorische Abkürzung: Spn. Herkunft: von lat. (verbum) supīnum zurückgelehntes/zurückgebogenes Verb (Übersetzung von griechisch hýption zurückgelehnt, zurückgebogen, verkehrt herum; der Grund für die Benennung ist nicht geklärt; bezieht sich möglicherweise darauf, dass das u-Supinum sich auf das Subjekt zurückbezieht, indem es dieses als Objekt oder Patiens benötigt, z.B.: Rēs difficilis est intellēctū Der Sachverhalt ist schwer zu verstehen = Difficile est intellegere rem Es ist schwer, den...

  • Supplement

    Andere Bezeichnung: freie Angabe, Angabe, Adjunkt Über das Wort „Supplement“ Genus, Betonung: das Supplement Plural: die Supplemente Abkürzung: Suppl., Spl. (freie Angabe = Ang.) Herkunft: von lat. supplēmentum Ergänzung(smittel), Vervollständigung(smittel) (von supplēre anfüllen, ergänzen, vervollständigen) Beachte: „Supplement“ ist in der Grammatik das Gegenstück zu „Komplement“, obwohl beide Wörter im Lateinischen die gleiche Bedeutung haben. Die im Englischen für „Supplement“ übliche Bezeichnung „adjunct“ (= Adjunkt, Bedeutung: Hinzugefügtes) ist passender, hat aber im Deutschen nur in...

  • Suppletion

    Über das Wort „Suppletion“ Genus, Betonung: die Suppletion Plural: die Suppletionen Abkürzung: — Herkunft: von lat. supplētiō Auffüllung, Ergänzung (von sup-plē-re auffüllen, ergänzen; verwandt mit plē-nus voll) Beachte: „Suppletion“ als grammatischer Begriff hat nichts zu tun mit „Supplement“ (Abkürzung: Spl., Suppl.)! Definition Unter „Suppletion“ versteht man den Fall, dass ein Wort zur Bildung seiner Formen zwei oder mehr völlig verschiedene Wortstämme benutzt. Dies sieht so aus, als würden mehrere Wörter mit (ungefähr) gleicher Bedeutung zusammentreten, um gemeinsam all die Formen zu...

  • Supraleitung und Suprafluidität

    Supraleitung und Suprafluidität sind zwei Quanteneffekte, die bei tiefen bis extrem tiefen Temperaturen auftreten: Supraleitung bezeichnet das Verschwinden des elektrischen Widerstands unterhalb einer materialspezifischen Sprungtemperatur, die zwischen Bruchteilen von Kelvin über dem absoluten Nullpunkt und ca. –100 °C liegen kann. Dies kommt dadurch zustande, dass sich dann die Leitungselektronen zu sog. Cooper-Paaren (nach Leon Cooper) zusammenfinden. Diese Paare sind anders als einzelne Elektronen Bosonen und keine Fermionen und damit nicht dem Pauli-Prinzip unterworfen. Darum können sie...

  • Süskind, Patrick

    Geboren in Ambach (am Starnberger See) am 26.3.1949: Der Sohn des Schriftstellers Wilhelm Emanuel Süskind studierte Geschichte in München und Frankreich und war viele Jahre als Drehbuchautor für das Fernsehen tätig, eher er mit dem 1981 uraufgeführten Theaterstück Der Kontrabaß seinen ersten großen Erfolg hatte. Süskind publiziert eher zurückhaltend und hält sich weitgehend vom öffentlichen Leben fern. Er lebt in München, Paris und Südfrankreich. Skurrile Außenseiter Der Kontrabaß ist der lange Monolog eines Kontrabassisten, der an seiner untergeordneten Rolle im Orchester und im Leben leidet...

  • Suspension

    [lat. suspensio »Unterbrechung «] (Aufschwemmung): Gemenge aus unlöslichen Feststoffteilchen und einer Flüssigkeit, z. B. Lehm oder Sand in Wasser. Die Teilchen, die in der Flüssigkeit feinst verteilt (dispergiert) sind (disperses System), haben dabei einen Durchmesser von 10–5 cm (100 nm) und mehr und setzen sich im Laufe der Zeit am Boden ab, was durch Zentrifugieren noch beschleunigt werden kann.

  • Symbiose

    Symbiose: das Zusammenleben zweier Organismen verschiedener Artzugehörigkeit, wobei jeder Partner (Symbiont), im Gegensatz zum Parasitismus, Nutzen aus dieser Verbindung zieht.

  • Symmetrie

    Eine Figur oder ein Körper heißt symmetrisch, wenn sie bzw. er bei einer Bewegung (Kongruenzabbildung) auf sich selbst abgebildet werden kann. Man unterscheidet drei Arten von Symmetrien: Wird die Figur bei einer Geradenspiegelung an der Symmetrieachse (Spiegelachse) auf sich selbst abgebildet, ist sie axial- bzw. achsensymmetrisch. Beispiele: Im dreidimensionale Raum entspricht die Ebenenspiegelung der Achsenspiegelung. Wird die Figur bzw. der Körper bei einer Punktspiegelung an einem Punkt Z, dem Symmetriezentrum, auf sich selbst abgebildet, ist sie bzw. er zentral- bzw. punktsymmetrisch...

  • Symmetrie von Funktionsgraphen

    Funktionsgraphen können, wie jedes geometrische Objekt, grundsätzlich ganz verschiedene Symmetrien aufweisen. Bei einer Kurvendiskussion interessiert man sich aber vor allem für die folgenden beiden Symmetrien: Punktsymmetrie zum Ursprung. Dies ist genau dann der Fall, wenn im ganzen Definitionsbereich D, also für alle \(x \in D\) gilt: f(–x) = –f(x) Achsensymmetrie zur y-Achse. Dies liegt genau dann vor, wenn für alle \(x \in D\) gilt: f(–x) = f(x) Ein einzelner Funktionsgraph kann nicht symmetrisch zur x-Achse sein, weil es zu jedem x nur höchstens einen Funktionswert geben darf. Zwei...

  • Synapsen

    Synapsen sind die Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen bzw. zwischen Sinneszellen und Nervenzellen oder zwischen Nervenzellen und einem Erfolgsorgan (Drüsenzelle, Muskelfaser). Die Synapse besteht aus Präsynapse und Postsynapse, dazwischen befindet sich der synaptische Spalt. Bei der (häufigeren) chemischen Synapse erfolgt die Erregungsübertragung mithilfe von Transmittern. Die Präsynapse wird durch ein ankommendes Aktionspotenzial depolarisiert, was – nach Einströmen extrazellulärer Ca2+-Ionen – eine Freisetzung der Transmittersubstanz (z.B. Acetylcholin) in den synaptischen Spalt bewirkt...

  • Synchrotronstrahlung

    Als Synchrotronstrahlung bezeichnet man die Bremsstrahlung, welche geladene Teilchen in einem Teilchenbeschleuniger abgeben. Der Name kommt von dem Beschleunigertyp „Synchrotron“, mit dem erstmals so hohe Teilchenenergien erreicht wurden, dass diese Strahlung eine Rolle zu spielen begann. Oft wird Synchrotronstrahlung auch als Synonym für Bremsstrahlung allgemein benutzt. Bremsstrahlung wiederum sind ganz allgemein elektromagnetische Wellen, die emittiert werden, wenn bewegte elektrische Ladungen ihren Bewegungszustand ändern. Früher wurde Synchrotronstrahlung vor allem als unerwünschter...

  • Synergisten

    Synergisten sind Muskeln, Nerven oder andere Teile des Organismus, die gleichsinnig zusammenwirken, also sich gegenseitig unterstützen. (Gegenspieler: Antagonisten)

  • Synonyme

    Wörter mit annähernd gleicher Bedeutung, die miteinander austauschbar sind, nennt man Synonyme. Das Gegenteil von Synonymen sind Homonyme. Beispiele: klug - weise eilen - hetzen

  • Syntactical devices / Satzfiguren

    Definition Als syntactical devices (Satzfiguren) bezeichnet man alle stylistic devices (Stilmittel), aus denen eine besondere syntaktische Struktur entsteht. Sie verändern den Satz als Ganzes. Die Abweichungen vom Satzbau sind je nach Stilmittel unterschiedlich. Syntactical devices im Überblick Figur Beschreibung Beispiel accumulation (Akkumulation, Reihung) Häufung einer Wortart mit dem Ziel, einen Sachverhalt zu veranschaulichen und/oder zu betonen Enter the amazing, thrilling, breathtaking world of fantasy! anaphora (Anapher) Wortwiederholung zur Hervorhebung am Satz- oder Zeilenanfang “In...

  • Syntax

    Andere Bezeichnung: Satzlehre Über das Wort „Syntax“ Genus, Betonung: die Syntax (Betonung auf dem y) Plural: die Syntaxen (Betonung auf dem y) ​Abkürzung: — Herkunft: von griechisch sýntaxis ordnende Zusammenstellung, Ordnung (zu syntássein ordnend zusammenstellen, ordnen) Definition Die „Syntax“ ist ein Teil der Grammatik. Sie besteht aus der Gesamtheit der in einer Sprache gültigen Regeln, nach denen aus Wörtern korrekte Sätze und Satzverbindungen gebildet werden können.

  • Synthese

    [griech. synthesis »Zusammensetzung«]: In der Chemie Bezeichnung für die Herstellung von anorganischen und organischen chemischen Verbindungen. Man unterscheidet die Totalsynthese, bei der man von den Elementen oder einfach gebauten Verbindungen ausgeht und diese in mehr oder weniger zahlreichen Reaktionsstufen umsetzt, und die Partialsynthese (Teilsynthese), bei der man von Substanzen ausgeht, in denen das Molekülgerüst des herzustellenden Stoffs bereits vorgebildet ist. Synthesen werden in chemischen Laboratorien sowie in der Großtechnik durchgeführt. Der Aufbau organischer Substanzen im...

  • Systematik

    Systematik ist ein Teilgebiet der Biologie, das sich mit den verwandtschaftlichen Beziehungen der Lebewesen und ihrer hierarchischen Gliederung beschäftigt. Die systematische Grundeinheit ist die Art. In einer Art werden die Organismen zusammengefasst, die in allen wesentlichen Merkmalen übereinstimmen. Die nächsthöhere Einheit ist die Gattung, bestehend aus mehreren Arten. Mehrere Gattungen bilden eine Familie, mehrere Familien eine Ordnung, mehrere Ordnungen eine Klasse und mehrere Klassen eine Abteilung. Die zoologische Systematik kennt die Kategorie Abteilung nicht oder verwendet diesen...

  • Szene

    Die Szene ist die kleinste Gliederungseinheit des Dramas. Im klassischen Drama ist die Szene meist durch den Auf- bzw. Abtritt einer oder mehrerer Personen bestimmt. Die Szene wird daher auch als Auftritt bezeichnet.

  • Szintillationszähler

    Ein Szintillationszähler (von lat. scintillare „funkeln“) erfasst energiereiche Teilchen und Photonen (Gammaquanten) und misst gleichzeitig deren Energie. Kernstück der Apparatur ist ein sog. Szintillator oder Szintillationskristall (z. B. NaI, Anthracen oder ZnS), in dem eindringende Teilchen schwache Lichtblitze auslösen, die mit einem nachgeschalteten Sekundärelektronenvervielfacher (SEV) registriert werden. Der Aufbau eines S. gleicht daher dem eines SEV mit vorgeschaltetem Szintillator. Für die meisten Teilchenarten ist die Lichtausbeute proportional zum Energieverlust im Szintillator...