Was ist ein Märchen?
Märchen erkennen
Vervollständige die Sätze. Ziehe die Wörter in die passenden Felder.
- Märchen haben eine lange .
- Früher erzählten sich Menschen Märchen zur .
- Ungefähr um das Jahr 1800 herum sammelten die Märchen und veröffentlichten sie.
- Märchen haben alle eine ähnliche , zum Beispiel haben Anfang und Ende stets bekannte.
Wähle die beiden richtigen Aussagen zu Märchen aus.
-
In Märchen passieren häufig wundersame Dinge.
. -
In Märchen gibt es magische Tiere, aber keine magischen Gegenstände.
. -
Märchen sind realistische Geschichten und haben genauso stattgefunden.
. -
In Märchen spielen magische Buchstaben eine große Rolle.
. -
In Märchen spielen magische Zahlen eine große Rolle.
.
Markiere in jeder Zeile das passende Beispiel für ein Märchen.
Aufbau | Held oder Heldin muss Aufgabe bewältigen und ein glückliches Ende | Spannungskurve und offenes Ende |
Ort und Zeit | letzter Augusttag 1621 auf dem Marktplatz in Pommern | dunkler Wald vor sehr langer Zeit |
Figuren | sprechende Esel, die Stiefmutter und ein junger Prinz | der Bürgermeister und eine Schülersprecherin |
Erzählweise | Jugendsprache und Dialekte | altertümliche Ausdrücke und magische Zahlen |
Bringe die drei Handlungsbausteine von Märchen in die richtige Reihenfolge.
1.
2.
3.
Ordne die Märchenfiguren der passenden Kategorie zu.
der jüngste Sohn
Schwester und Bruder
der Sohn eines armen Müllers
die böse Stiefmutter
ein gieriger Räuber
ein böser Wolf
eine weiße Taube
hilfsbereite Zwerge
ein goldener Ring
Held(in)
Gegenspieler(in)
Magische Helfer(in)
Wähle die beiden Aufgaben aus, die typisch für ein Märchen sind.
-
den König ermorden
. -
eine Prinzessin retten
. -
einen verzauberten Menschen erlösen
. -
ein Wundermedikament entwickeln
. -
den gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen
.
Bilde Gegensatzpaare. Trage das gegensätzliche Adjektiv ein.
- fleißig →
- gut →
- schön →
- arm →
- dumm →
Ordne den Sätzen aus Märchen das passende Merkmal zu.
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ | |
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. | |
Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. | |
Und so antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“ | |
Grimm, Jacob und Wilhelm: Schneewittchen. 1812 |
Ordne den altertümlichen Ausdrücken aus dem Märchen „Rotkäppchen“ die passende Bedeutung zu.
„eine kleine süße Dirne“ | |
„wie der Wolf sein Gelüsten gestillt hatte“ | |
„sie ist krank und schwach und wird sich daran laben“ | |
„dann tat er ihre Kleider an“ |
Lies den Anfang des Märchens Rotkäppchen. Wähle die beiden richtigen Aussagen aus.
„Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wußte gar nicht was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Sammet und weil ihm das so wohl stand, und es nichts anderes mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: „Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf, bevor es heiß wird, und wenn du hinauskommst, so geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Weg ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas und die Großmutter hat nichts. Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiß nicht guten Morgen zu sagen und guck nicht erst in alle Ecken herum.“
Grimm, Jacob und Wilhelm: Rothkäppchen. 1812
-
Das Märchen beginnt mit einer typischen märchenhaften Wendung.
. -
Der Anfang des Märchens ist nicht in altertümlicher Sprache verfasst.
. -
Der Anfang enthält keine märchentypischen Wendungen.
. -
Das Märchen beginnt mit einer umfangreichen Einleitung.
. -
Ort und Zeitpunkt der Handlung bleiben ungenau.
.
Lies den Auszug aus dem Märchen Rotkäppchen. Markiere alle Merkmale, die auf diesen Auszug zutreffen.
[...] „Ich will schon alles gut machen“, sagte Rotkäppchen zur Mutter, und gab ihr die Hand darauf. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Rotkäppchen aber wußte nicht, was das für ein böses Tier war und fürchtete sich nicht vor ihm. „Guten Tag, Rotkäppchen“, sprach er. „Schönen Dank, Wolf“. „Wohinaus so früh, Rotkäppchen?“ „Zur Großmutter.“ „Was trägst du unter der Schürze?“ „Kuchen und Wein, gestern haben wir gebacken, da soll sich die kranke und schwache Großmutter etwas zu gute tun und sich damit stärken.“ [...]
Grimm, Jacob und Wilhelm: Rothkäppchen. 1812
magische Zahlen
Held und Gegenspieler
schwierige Aufgabe
märchenhafte Wendungen
Wie du einen Schreibplan erstellst
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Schreibplan zum Märchen
- Abgabetermin.
- Informationen.
- Textsorte.
- Die vorgegebene Anzahl Wörter für das fertige Märchen.
- Ein bekanntes Volksmärchen.
- Die Aufgabenstellung.
- Die Handlung spielt in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft..
- .Es hat ein schlechtes Ende.
- .Leid und Schmerz kommen darin vor.
- .Eine Zahlensymbolik (z. B. 7 Geißlein, 3 Haselnüsse, 12 Schwestern) wird verwendet.
- .Ein Märchen ist einfach zu lesen, man verliert nicht den Faden.
Einleitung/Anfang | Figuren | Gefahren/Herausforderungen | Hilfsmittel | Ende/Lösung |
Wie du die Einleitung eines Märchens schreibst
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Einleitung eines Märchens
- Wieso?.
- Wo?.
- Wie viele?.
- Wann?.
- Wie?.
- Wer?.
- .Zeit, Ort, Problem, Hauptfigur
- .Hauptfigur, Ort, Zeit, Problem
- Zeit, Ort, Hauptfigur, Problem.
- Ort, Zeit, Problem, Hauptfigur.
- eine sachliche Sprache.
- eine anschauliche Sprache.
- eine neutrale Sprache.
- .eine fantasievolle Sprache
- .… gleicht niemals der Einleitung anderer Märchen.
- .… bereitet den Leser oft schon auf den Ausgang des Märchens vor.
- .… verwirrt den Leser absichtlich, um nichts von der Handlung vorwegzunehmen.
- .… gibt alle Informationen, die der Leser für ein gutes Verständnis des restlichen Märchens braucht.
Wie du den Hauptteil eines Märchens schreibst
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Hauptteil eines Märchens
- .Ich knüpfe natürlich an die Einleitung an. Das bedeutet, ich führe das Problem der Hauptfigur aus.
- Er beginnt da, wo ich in der Einleitung aufgehört habe, bei der Ortsbeschreibung..
- .Ich führe erst einmal die restlichen Figuren meines Märchens ein.
- .Ich wiederhole alles aus der Einleitung noch einmal und gehe dann näher auf jeden Punkt ein.
- .Zwerg
- Elfe.
- Fee.
- Hexe.
- .Stiefmutter
- Drache.
Wenn du dein Märchen verfasst, kommt zuerst das Hindernis und dann der Lösungsweg, um das Problem oder die Herausforderung aus der Einleitung zu lösen.
- .Der Mann ist durch Nacht und Nebel geritten, als er auf die ersten knorrigen Bäume eines alten und dunklen Waldes stößt. Auch wenn der Tag bereits angebrochen ist, fällt kein Licht durch das dichte Blätterwerk, und wer in dem Wald wandelt, ist immer in der Nacht.
- .Als das Morgengrauen gerade Einzug hielt, wurde der Mann einer Gestalt auf dem Weg gewahr. Als er näher heranritt, sah er sich einem in edle Gewänder gehüllten Mann gegenüber. Er saß mit einem bekümmerten Ausdruck auf dem Gesicht am Straßenrand, und da der Vater ein gutes Herz hatte, wollte er ihn fragen, was sein Gemüt belastete.
- .Es sollte eine schwere Aufgabe werden, dem Kinde einen wahren Vater zu finden. Doch das ward dem Mann, der nur den besten Wunsch für seinen Sohn hegte, in der Nacht noch nicht gewahr.
Setze die passenden Regieanweisungen in den Dialog ein.
Rotkäppchen:
Wolf:
Rotkäppchen:
Wolf:
Rotkäppchen:
Wolf:
Rotkäppchen:
Wie du den Schluss eines Märchens schreibst
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Schluss eines Märchens
- .… wenn alle Handlungsfäden zusammengeführt wurden.
- … wenn es den Höhepunkt erreicht hat..
- .… wenn deine Hauptfigur Glück und Reichtum erhält.
- .… wenn du alle Figuren gleichermaßen oft in der Erzählung eingesetzt hast.
- .Und als sie schön ward, kam Glück über das Königreich.
- .Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie bis an ihr Lebensende.
- .Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
- .Und sie leben glücklich bis an ihr Lebensende.
- .Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
- .Magie hilft dir, solange du daran glaubst.
- .Wenn du jemanden wirklich liebst, kannst du allem standhalten.
- .Auch wenn du dich klein und schwach fühlst, kannst du Probleme überwinden.
- .Frauen wollen gerettet werden.
- .Im Schlussteil des Märchens muss niemand sterben.
- .Das Ende ist offen.
- .Die Belohnung des Helden ist nicht die Hochzeit mit einer Prinzessin.
Wie du einen Text überprüfst
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Text prüfen – Märchen
Ergänze den folgenden Satz.
- Austauschen.
- Umstellen.
- Ergänzen.
- .Dein Märchen sollte immer zwischen drei und sieben Seiten lang sein, damit du die beiden typischen Zahlen des Märchens bereits in der Textlänge einbaust.
- .Dein Märchen sollte mindestens sechs Seiten haben: eine für die Einleitung, vier für den Hauptteil und eine für den Schluss.
- .Dein Märchen sollte nicht länger als zwei Seiten sein, da der Leser sich sonst langweilt.
- .Dein Märchen sollte genau so lang oder kurz sein, wie du es für richtig hältst.
- .Weil es eine Wiederholung ist.
- .Weil es falsch geschrieben ist.
- .Weil es im Präteritum steht.
- .Weil es ein Fremdwort ist.
- .Weil es nebensächlich ist.
Märchen
- Die Zahl 11 spielt eine Rolle im Märchen..
- Das Märchen beginnt mit einem Problem..
- Das Märchen beruht auf einer wahren Begebenheit..
- Das Märchen wird in der Zeitform Präteritum geschrieben..
- Plusquamperfekt.
- Perfekt.
- Präsens.
- Präteritum.
Die typischen Merkmale eines Märchens sind für Einleitung und Schluss wichtig. Hier benutzt du auch die entsprechenden Anfangs- und Schlusssätze „Es war einmal …“ und „Und wenn sie nicht gestorben sind …“.
- SEUA.
- AUSE.
- ESAU.
- ESUA.
Es war der Frosch, der der Prinzessin die goldene
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich
Welche Seite des Apfels, den Schneewittchen isst, ist vergiftet? Die rote oder die grüne Seite? Es ist die
- .den Helfer
- .das Hindernis
- .die zweite Hauptperson
- das Problem.
Was du wissen musst
-
Wie erkennt man die Merkmale eines Märchens?
Märchen haben besondere Merkmale, an denen du sie erkennen kannst. Mithilfe dieser Merkmale lassen Märchen sich schnell von anderen Erzählungen abgrenzen und leicht erkennen.
Ort und Zeit
In Märchen sind Ort und Zeit nicht genau angegeben. In der Regel spielen sie „vor langer Zeit“ (o. Ä.) und nicht an einem bekannten Ort, sondern beispielsweise „in einem fernen Königreich“.
Sprachliche Formeln
Märchen lassen sich gut an bestimmten Anfangs- oder Endformeln erkennen. Du kennst sicher den typischen Anfang eines Märchens Es war einmal… und das passende Ende Und wenn sie nicht gestorben sind….
Handlung
In der Regel handeln Märchen von einem Kampf zwischen Gut und Böse, alternativ auch zwischen Arm und Reich. Damit die Hauptfigur glücklich werden oder siegen kann, muss sie Prüfungen bestehen.
Namen sind selten
Tatsächlich haben nur wenige Figuren in Märchen eigene Namen. Die meisten werden durch ihre Position oder familiäre Zugehörigkeit benannt. Hier einige Beispiele:
- der Königssohn,
- die (böse) Stiefmutter,
- der Zwerg u. v. m.
Zauberhaftes
Märchen binden Magie in ihre Handlung ein. Diese spielt oft eine wichtige Rolle für die Erzählung und kann in unterschiedlichen Ausführungen auftreten:
Zahlen: In vielen Märchen gibt es magische Zahlen
⇒ „Schneewittchen und die sieben Zwerge“
⇒ „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“
⇒ „Der Wolf und die sieben Geißlein“
⇒ „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
Tiere: Tiere, die sprechen können und eine helfende Rolle für die Hauptfigur innehaben, spielen oft eine maßgebliche Rolle in Märchen.
⇒ z. B. das sprechende Pferd Falada in „Die Gänsemagd“
Manchmal haben sie neben der Fähigkeit zu sprechen, noch weitere Kräfte.
⇒ z. B. der gestiefelte Kater in „Der gestiefelte Kater“
In manchen Märchen werden Figuren in Tiere verwandelt, wie bei „Brüderchen und Schwesterchen“ oder „Der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm.
Gold: Gold als Material und auch als Farbe spielt in Märchen eine wichtige Rolle. Oft findet man in Märchen goldene Gegenstände wie die goldene Kugel der Froschprinzessin oder des Teufels goldene Haare.
-
Wie unterscheidet man Märchen von anderen kurzen Geschichten?
Märchen ähneln auf den ersten Blick anderen Geschichten, wie Fabeln, Legenden oder Sagen. Mithilfe der Merkmale der Märchen lassen sich diese aber klar von anderen kurzen Geschichten mit Ähnlichkeiten zu Märchen abgrenzen:
1. Märchen sind
- frei erfunden
- der Autor ist unbekannt (Volksmärchen)
- Kunstmärchen und spielen an unbekannten Orten zu unbekannten Zeiten
Legenden und Sagen beziehen sich immer auf ein historisches Ereignis und haben klare Zeit- und Ortsangaben. Fabeln sind zwar auch frei erfunden, allerdings ist der Autor oft bekannt (zum Beispiel Äsop, um 600 v. Chr.).
2. In Märchen ist alles möglich:
- die Naturgesetze werden aufgehoben
- sprechende Tiere
- Zauberei
- Verwandlungen
- Fabelwesen
In Sagen können diese Faktoren ebenfalls auftreten, allerdings existiert eine klare Grenze zwischen der Realität und der Fantasiewelt. Legenden lassen meist keine Aufhebung von Naturgesetzen zu und Fabeln haben einzig sprechende Tiere, welche allerdings denselben Handlungsspielraum wie Menschen haben.
3. In Märchen haben die Figuren nur selten Namen, während Legenden und Sagen ihre Figuren meistens benennen. Fabeln nennen die Figuren nach ihren Tiernamen.
-
Warum werden im Deutschunterricht Märchen gelesen?
Märchen sind jahrelang eine wichtige Methode gewesen, Menschen moralische Ideen näherzubringen. Wenn du Märchen im Unterricht liest, geht es oft darum, die tiefere Idee aus dem Erzählten herauszubekommen.
Auch sind Märchen in ihrem Original oft sehr unterschiedlich gegenüber ihren Verfilmungen. Märchen im Deutschunterricht zu lesen, verschafft den Schülern einen Blick auf die Geschichten von früher und deren Wertvorstellungen. Es geht um die Fähigkeit, Inhalte und Ideen zu verstehen.