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5. Klasse

Märchen

Dauer: 75 Minuten

Was sind Märchen?

Märchen kennt man fast überall auf der Welt. Sie entstanden durch mündlich überlieferte Geschichten und wurden irgendwann einmal aufgeschrieben. Heute kennen wir zwei ganz berühmte Sammlungen von Märchen.

Die eine stammt von Hans Christian Andersen, die andere von den Gebrüdern Grimm. An welchen Merkmalen du Märchen erkennen kannst, wie du selbst welche schreibst, kannst du mit interaktiven Übungen und Videos trainieren. Um dein gesammeltes Wissen auf die Probe zu stellen, ist eine Muster-Klassenarbeit zum Thema Erzählungen schreiben ideal!

Was ist ein Märchen?

, Cartoon-Moderatorin von Michael Roos, ensationaldesign/iStock via Getty Images Plus, iStock.com/sabelskaya, iStock.com/Dualororua, iStock.com/adekvat, Marisvector / Getty Images, iStock.com/tanys04, iStock.com/memoangeles, Foto kleiner Held von iStock.com/yaruta, Terriana/iStock via Getty Images, Grafik `Zauberer` zur Verfügung gestellt von ONYXprj/via Getty Images, iStock.com/snegok13

Märchen erkennen

Märchen erkennen (einfach)

Aufgabe:

Vervollständige die Sätze. Ziehe die Wörter in die passenden Felder.

Tradition
Gebrüder Grimm
Floskeln
Unterhaltung
Struktur
  • Märchen haben eine lange
    .
  • Früher erzählten sich Menschen Märchen zur
    .
  • Ungefähr um das Jahr 1800 herum sammelten die
    Märchen und veröffentlichten sie.
  • Märchen haben alle eine ähnliche
    , zum Beispiel haben Anfang und Ende stets bekannte
    .
Märchen erkennen (mittel)

Aufgabe:

Bringe die drei Handlungsbausteine von Märchen in die richtige Reihenfolge. 

schwierige Situation der Hauptfigur
das Gute wird belohnt, das Böse wird bestraft
Aufgaben, Prüfungen, Abenteuer

1.

2.

3.

Märchen erkennen (schwer)

Aufgabe:

Ordne den Sätzen aus Märchen das passende Merkmal zu.

formelhafte Sprache
magische Gegenstände
magische Zahlen
typischer Anfang
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab.
Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee.

Und so antwortete der Spiegel: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Grimm, Jacob und Wilhelm: Schneewittchen. 1812

 

Wie du einen Schreibplan erstellst

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iStock.com/fad1986, iStock.com/orsonsurf, iStock.com/neyro2008

Schreibplan zum Märchen

Schreibplan zum Märchen (einfach)
Aufgabe:
Du sollst selbst einen Text schreiben. Worauf musst du beim Lesen der Aufgabenstellung besonders achten?
Schreibplan zum Märchen (mittel)

Aufgabe:
Stell dir vor, du hast die Aufgabe, ein Märchen zu schreiben. Lies dir die folgende Aufgabenstellung durch und ergänze die Lücken im Text.

700
eine Heldin/einen Helden
Anzahl der Wörter
Märchen
unlösbare Aufgabe
Schreibe ein
über
, die/der eine
meistert. Achte auf die Merkmale eines Märchens, die im Unterricht behandelt wurden, und versuche die
auf etwa
zu beschränken.
Schreibplan zum Märchen (schwer)

Aufgabe:
Setze die Begriffe sinnvoll in den Text ein.

Guten
Märchen
Happy End
namenlos
fantastischen
Typen
Ende
Wenn du Ideen für dein Märchen sammelst, dann denk daran, dass Märchen in der Regel einen
Inhalt haben. Die Figuren sind meistens
und werden nur durch ihre
benannt. Zum Beispiel „die stolze Königin“ oder „die böse Stiefmutter“. Wenn sich ein
dem
neigt, wendet sich normalerweise alles zum
und es schließt mit einem
.

Wie du die Einleitung eines Märchens schreibst

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Einleitung eines Märchens

Einleitung eines Märchens (einfach)
Aufgabe:
Die typischen Merkmale eines Märchens kommen alle in die Einleitung. In Hauptteil und Schluss kannst du freier schreiben, da die Einleitung den Leser auf das Märchen schon vorbereitet hat.
Einleitung eines Märchens (mittel)

Aufgabe:
Vervollständige den Text. Setze die Wörter an der passenden Stelle ein.

Präteritum
Plusquamperfekt
Erzählzeit
Präteritum
typische Merkmale
Erzählung
Einleitung
Vornamen
Vergangenheitsform
Märchen
Adjektiven
Das
unterscheidet sich durch einige
von anderen Arten der
. Wenn du ein Märchen schreibst, achtest du bereits in der
darauf, dass du eine passende Sprache wählst, z. B. verfasst du dein Märchen in einer
, nämlich dem
. Das
ist zwar auch eine Vergangenheitsform, allerdings ist das
für abgeschlossene, vergangene Geschehen. Es ist deswegen auch bekannt als
. Des Weiteren ist ein Merkmal von Märchen, dass die Namen von Figuren mit
gebildet werden. Selten heißt es „Prinzessin Alexa“ oder „Königin Sieglinde“. Vielmehr werden anstelle von
 Bezeichnungen wie „die schöne Prinzessin“ oder „die böse Königin“ genommen.
Einleitung eines Märchens (schwer)
Aufgabe:
Welche Merkmale sind typisch, welche untypisch für ein Märchen? Ordne zu.
Greifbares Element 1 von 7.
die Zahl 7
Greifbares Element 2 von 7.
glückliches Ende
Greifbares Element 3 von 7.
Der Held ist fehlerlos.
Greifbares Element 4 von 7.
die Zahl 5
Greifbares Element 5 von 7.
ungewisses Ende
Greifbares Element 6 von 7.
Der Verfasser ist meistens bekannt.
Greifbares Element 7 von 7.
Der Held hat eine Schwäche.
Ablagezone 1 von 2.
typisch
Ablagezone 2 von 2.
untypisch

Wie du den Hauptteil eines Märchens schreibst

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Hauptteil eines Märchens

Hauptteil eines Märchens (einfach)
Aufgabe:
Die Einleitung deines Märchens hast du bereits geschrieben. Du willst jetzt den Hauptteil schreiben. Womit beginnt er? Wähle aus.
Hauptteil eines Märchens (mittel)

Aufgabe:
Lies den folgenden Text. Ergänze die Wörter an der passenden Stelle.

erklärst
Hauptfigur
in Gefahr
lebt
Aufgaben
zu meistern
Hauptteil
das Problem
Im
deines Märchens beginnst du direkt damit,
deiner
aus der Einleitung weiter zu besprechen. Das bedeutet, du
die Umstände, aufgrund derer deine Hauptfigur besonders traurig, glücklich, wütend oder
ist. Das könnte zum Beispiel an der Art und Weise liegen, wie sie
, oder daran, welche
sie noch
hat.
Hauptteil eines Märchens (schwer)
Aufgabe:
Markiere die Sätze oder Satzteile, die nicht in den Hauptteil gehören.
Und so ließ die böse Königin den falschen Sohn in das Verlies bringen, auf dass er dort vor Hunger den Kopf verlieren sollte und nicht mehr weitertragen könnte, was er gesehen hatte. Es war aber einmal ein Vogel, der, wie es der Zufall so wollte, über dem Königreich seine Kreise zog. Er hatte die Gabe, mit seinem Gesang einem jeden, der ein offenes Ohr hatte, einen scharfen Verstand und gesammelte Sinne zu schenken. Dies sollte dem Königssohn in Bälde das Leben retten. Denn in nur wenigen Tagen würde ihn der dunkle Raum im hintersten Verlies des Kerkers in den Wahnsinn getrieben haben. Die böse Stiefmutter aber ging wieder ins Schloss, sicher, dass ihre bösen Taten mit dem Königssohn im Verlies sicher verwahrt wären.
Richtig!
Falsch!
Vergessen!

Wie du den Schluss eines Märchens schreibst

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Schluss eines Märchens

Schluss eines Märchens (einfach)
Aufgabe:
Wahr oder falsch? Wähle aus.
 
Im Hauptteil wird das Hindernis überwunden. Im Schluss wird dann das Problem aus der Einleitung gelöst.
Schluss eines Märchens (mittel)
Aufgabe:
Welche der folgenden Schlusssätze sind für ein Märchen untypisch?
Schluss eines Märchens (schwer)
Aufgabe:
Märchen erzählen nicht nur eine Geschichte, sondern erteilen dem Leser auch eine Lektion. Welche Lektion ist es häufig?

Wie du einen Text überprüfst

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i.Stock.com/Andrei Ermakov

Text prüfen – Märchen

Text prüfen – Märchen (einfach)

Aufgabe:

Ergänze den folgenden Satz.

ESAU
Umstellen/umstellen
Austauschen/austauschen
Ergänzen/ergänzen
Streichen/streichen
Um dein Märchen zu überprüfen, kannst du das sogenannte
-Verfahren anwenden. Das steht für:
Text prüfen – Märchen (mittel)
Aufgabe:
Wahr oder falsch?
 
Beim Überprüfen deines Märchens korrigierst du auch Rechtschreibfehler.
Text prüfen – Märchen (schwer)
Aufgabe:
Wie könntest du den folgenden Satz umstellen, damit du betonst, dass es um die Haarschleife der Prinzessin geht?
 
Die Prinzessin sprang so schnell auf, dass die Haarschleife auf den Boden fiel.
, weil

Märchen

Märchen (einfach)
Aufgabe:
Was ist typisch für ein Märchen? Wähle aus.
Märchen (mittel)

Aufgabe:
Lies den folgenden Abschnitt aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Ordne die W-Fragen den passenden Sätzen zu.

(Wann
(Wo
(Wer
Vor einem großen Walde
wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern
; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal
, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau: „Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?“ „Weißt du was, Mann“, antwortete die Frau, „wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist.“
Märchen (schwer)

Aufgabe:
Märchenquiz! Kennst du die gängigen Volksmärchen? Fülle die Lücken aus.

Spieglein
Kugel
rote
Dornröschen
Land
Spieglein
Rumpelstilzchen
schlief 100 Jahre.
Es war der Frosch, der der Prinzessin die goldene
aus dem Brunnen holte.
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich
heiß!
,
an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen
?
Welche Seite des Apfels, den Schneewittchen isst, ist vergiftet? Die rote oder die grüne Seite? Es ist die
Seite.

Was du wissen musst

  • Märchen haben besondere Merkmale, an denen du sie erkennen kannst. Mithilfe dieser Merkmale lassen Märchen sich schnell von anderen Erzählungen abgrenzen und leicht erkennen.

    Ort und Zeit

    In Märchen sind Ort und Zeit nicht genau angegeben. In der Regel spielen sie „vor langer Zeit“ (o. Ä.) und nicht an einem bekannten Ort, sondern beispielsweise „in einem fernen Königreich“.

    Sprachliche Formeln

    Märchen lassen sich gut an bestimmten Anfangs- oder Endformeln erkennen. Du kennst sicher den typischen Anfang eines Märchens Es war einmal… und das passende Ende Und wenn sie nicht gestorben sind….

    Handlung

    In der Regel handeln Märchen von einem Kampf zwischen Gut und Böse, alternativ auch zwischen Arm und Reich. Damit die Hauptfigur glücklich werden oder siegen kann, muss sie Prüfungen bestehen.

    Namen sind selten

    Tatsächlich haben nur wenige Figuren in Märchen eigene Namen. Die meisten werden durch ihre Position oder familiäre Zugehörigkeit benannt. Hier einige Beispiele:

    • der Königssohn,
    • die (böse) Stiefmutter,
    • der Zwerg u. v. m.

    Zauberhaftes

    Märchen binden Magie in ihre Handlung ein. Diese spielt oft eine wichtige Rolle für die Erzählung und kann in unterschiedlichen Ausführungen auftreten:

    Zahlen: In vielen Märchen gibt es magische Zahlen

    ⇒ „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ 

    ⇒ „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“

    ⇒ „Der Wolf und die sieben Geißlein“

    Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

    Tiere: Tiere, die sprechen können und eine helfende Rolle für die Hauptfigur innehaben, spielen oft eine maßgebliche Rolle in Märchen.

    ⇒ z. B. das sprechende Pferd Falada in „Die Gänsemagd“ 

    Manchmal haben sie neben der Fähigkeit zu sprechen, noch weitere Kräfte.

    ⇒ z. B. der gestiefelte Kater in „Der gestiefelte Kater“

    In manchen Märchen werden Figuren in Tiere verwandelt, wie bei „Brüderchen und Schwesterchen“ oder „Der Froschkönig“ der Gebrüder Grimm.

    Gold: Gold als Material und auch als Farbe spielt in Märchen eine wichtige Rolle. Oft findet man in Märchen goldene Gegenstände wie die goldene Kugel der Froschprinzessin oder des Teufels goldene Haare.

  • Märchen ähneln auf den ersten Blick anderen Geschichten, wie Fabeln, Legenden oder Sagen. Mithilfe der Merkmale der Märchen lassen sich diese aber klar von anderen kurzen Geschichten mit Ähnlichkeiten zu Märchen abgrenzen:

    1. Märchen sind

    • frei erfunden
    • der Autor ist unbekannt (Volksmärchen)
    • Kunstmärchen und spielen an unbekannten Orten zu unbekannten Zeiten 

    Legenden und Sagen beziehen sich immer auf ein historisches Ereignis und haben klare Zeit- und Ortsangaben. Fabeln sind zwar auch frei erfunden, allerdings ist der Autor oft bekannt (zum Beispiel Äsop, um 600 v. Chr.).

    2. In Märchen ist alles möglich: 

    • die Naturgesetze werden aufgehoben
    • sprechende Tiere
    • Zauberei
    • Verwandlungen
    • Fabelwesen

    In Sagen können diese Faktoren ebenfalls auftreten, allerdings existiert eine klare Grenze zwischen der Realität und der Fantasiewelt. Legenden lassen meist keine Aufhebung von Naturgesetzen zu und Fabeln haben einzig sprechende Tiere, welche allerdings denselben Handlungsspielraum wie Menschen haben.

    3. In Märchen haben die Figuren nur selten Namen, während Legenden und Sagen ihre Figuren meistens benennen. Fabeln nennen die Figuren nach ihren Tiernamen.

  • Märchen sind jahrelang eine wichtige Methode gewesen, Menschen moralische Ideen näherzubringen. Wenn du Märchen im Unterricht liest, geht es oft darum, die tiefere Idee aus dem Erzählten herauszubekommen.

    Auch sind Märchen in ihrem Original oft sehr unterschiedlich gegenüber ihren Verfilmungen. Märchen im Deutschunterricht zu lesen, verschafft den Schülern einen Blick auf die Geschichten von früher und deren Wertvorstellungen. Es geht um die Fähigkeit, Inhalte und Ideen zu verstehen.