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  • Machtergreifung

    Machtergreifung, die Machtübernahme Adolf Hitlers und der NSDAP, beginnend mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30.1.1933. Auf dem Weg zur Diktatur Neben Hitler waren nur noch zwei NSDAP-Mitglieder im Kabinett vertreten. Die Vorstellung, acht konservative Minister ohne NSDAP-Mitgliedschaft könnten Hitler zähmen, erwies sich bald als Irrtum. Der 30.1.1933 war nicht, wie die NS-Propaganda verbreitete, der Tag der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten, sondern der Tag der Machtübergabe aus den Händen des greisen Reichspräsidenten...

  • Made in Germany

    Made in Germany, in Großbritannien 1887 eingeführte Herkunftsbezeichnung für deutsche Waren zum Schutz der heimischen Wirtschaft. Das Ziel, durch solche Kennzeichnungen deutsche Erzeugnisse zu diskriminieren, schlug fehl. Die als abwertend gemeinte Bezeichnung entwickelt sich zu einem Qualitätsmerkmal für Waren aus Deutschland.

  • Magdeburger Halbkugeln

    Die Magdeburger Halbkugeln waren ein physikhistorisch bedeutsames Experiment, das der Magdeburger Naturforscher und Bürgermeister Otto v. Guericke Mitte des 17. Jh. hat durchführen lassen, um die Wirkung des Luftdrucks und die Möglichkeit eines Vakuums zu demonstrieren. Der Aufbau besteht aus zwei hohlen Kupferhalbkugeln mit 42 cm Durchmesser, die sich luftdicht aneinander drücken lassen. Pumpt man den Innenraum mit der ebenfalls von Guericke erfundenen Luftpumpe weitgehend luftleer, erzeugt man also im Inneren ein Vakuum, werden die Halbkugeln durch den äußeren Luftdruck zusammengepresst. Bei...

  • Magen

    Magen (Ventriculus) ist ein erweiterter, meist muskulöser Abschnitt des Verdauungskanals, der an die Speiseröhre anschließt und in dem die Proteinverdauung mit Salzsäure und Verdauungsenzymen erfolgt. Erweiterungen, in denen Nahrung nur gespeichert, durch Speichel enzymatisch aufbereitet oder mechanisch zerkleinert wird, werden als Vormägen bezeichnet, wenn der Mitteldarm die Aufgaben des Magens übernimmt (bei Insekten) oder ein eigentlicher Magen noch folgt. Der Magen des Menschen ist C-förmig, 20 cm lang und fasst rund 1,5 Liter. Die Speiseröhre mündet etwas unterhalb der höchsten Stelle des...

  • Magistrate

    Magistrate, in der römischen Republik von der Volksversammlung auf ein Jahr gewählte, ehrenamtlich tätige Beamte, darunter als oberste Beamte zwei Konsuln. Die Magistrate führten in der Republik faktisch die Regierungsgeschäfte. Allerdings waren die Befugnisse zwischen Magistraten und Senat nicht klar abgegrenzt. Mit der Zeit erlangten die Magistrate das Recht, in den Senat aufgenommen zu werden.

  • Magna Charta

    Magna Charta, das wichtigste englische Grundgesetz. Im Lateinischen heißt es Magna Charta Libertatum, die „große Urkunde der Freiheiten“. Entstehung Aufständische englische Barone nutzten 1215 die Schwäche der Monarchie, um ihre eigene Macht zu festigen. König Johann I. ohne Land (*1167, †1216, König von England seit 1199) bestätigte am 15.6.1215 den Vertretern des Adels und der Kirche in 63 Artikeln ihre angestammten Vorrechte. Wesentliche Inhalte Die Magna Charta sollte ursprünglich das Widerstandsrecht in feudalen mittelalterlichen System formulieren. Sie enthielt jedoch auch einige...

  • Magnesium

    [zu griech. magnetis lithos »Stein aus Magnesia«, »Magnet«]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Mg, OZ 12, relative Atommasse 24,31, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Silberglänzendes, relativ weiches Metall, Dichte 1,74 g/cm³, Fp. 650 °C, Sp. 1090 °C. Chemische Eigenschaften: Erdalkalimetall, unedel, wird schon von verdünnten Säuren unter Wasserstoffentwicklung aufgelöst. Es überzieht sich an der Luft mit einer dichten, mattweißen Oxidschicht und verbrennt bei über 500 °C grell weiß leuchtend zu Magnesiumoxid, MgO. Darstellung: Durch Schmelzflusselektrolyse aus...

  • Magnetische Energie

    Die in einem magnetischen Feld enthaltene Energie Emag: \(E_\text{mag} = \dfrac 1 2 \cdot B^2 \cdot V\) Dabei sind B der Betrag der magnetischen Flussdichte und V das vom Feld erfüllte Volumen. Wenn die Permeabilität bzw. Permeabilitätszahl des betrachteten Volumens berücksichtigt werden muss, d. h., wenn Magnetisierungseffekte eine Rolle spielen, muss man auch die sog. magnetische Feldstärke H in die Formel einfügen. Sie lautet dann \(E_\text{mag} = \dfrac 1 2 \cdot B \cdot H \cdot V\) Wenn das betrachtete Magnetfeld z. B. durch eine von dem Strom I durchflossene lange Zylinderspule erzeugt...

  • Magnetische Feldkonstante

    Die magnetische Feldkonstante (Induktionskonstante, absolute Permeabilität) \(\mu_0\) ist eine Naturkonstante, deren Wert allerdings von der Wahl des Einheitensystems abhängt. Während Sie im Internationales Einheitensystem (SI) den Wert \(\mu_0 = 4\pi\cdot 10^{-7} \dfrac{\text{Vs}}{\text{Am}}\) hat, beträgt sie im früher üblichen cgs-System einfach 1 (d. h., das cgs-System hat gar keine magnetische Feldkonstante). Die SI-Einheit von \(\mu_0\) ist Voltsekunde durch Amperemeter, es gilt: \(1\,\dfrac{\text{Vs}}{\text{Am}} = 1\,\dfrac{\text T \cdot \text m }{\text{A}}\) \(\mu_0\), die elektrische...

  • Magnetische Flussdichte

    Die magnetische Flussdichte (früher auch magnetische Induktion) \(\vec B\) ist die grundlegende vektorielle Größe zur Beschreibung des magnetischen Felds, insbesondere im Vakuum. In Materie, wo es zu Magnetisierungseffekten kommen kann, wird manchmal auch der Vektor \(\vec H\) benutzt, der aus historischen Gründen (und leider ziemlich missverständlich) magnetische Feldstärke genannt wird. Zwischen \(\vec B\) und \(\vec H\) gilt die Beziehung \(\vec B = \mu \cdot \vec H = \mu_0 \mu_\text r \cdot \vec H\) (\(\mu\): Permeabilität, \(\mu_0\): magnetische Feldkonstante, \(\mu_\text r\)...

  • Magnetischer Fluss

    Der magnetische Fluss \(\Phi\) ist eine der physikalischen Größen, mit denen magnetische und elektromagnetische Vorgänge beschrieben werden. Die SI-Einheit des magnetischen Flusses ist das Weber (Wb). Zu einem gegebenen (homogenen) magnetischen Feld mit der magnetischen Flussdichte \(\vec B\) ist der zugehörige magnetische Fluss durch eine Fläche A gegebenen durch \(\Phi = |\vec B| \cdot A \cdot \cos \alpha\) Dabei ist \(\alpha\) der Winkel zwischen der Flächennormalen und der Richtung des Magnetfelds. (Bei einem inhomogenen Magnetfeld erfolgt die Definition im Prinzip analog, allerdings ist...

  • Magnetisches Feld

    Ein Magnetfeld beschreibt die Wirkung von magnetischen Kräften, z. B. zwischen Dauermagneten, elektrischen Strömen oder magnetisierten Stoffen. Dieses Feld unterscheidet sich vom elektrischen Feld in zwei Punkten unterscheidet: Es keine magnetischen Punktladungen oder Monopole. Magnetische Feldlinien beginnen und enden nirgends, sondern sind immer in sich geschlossen. Auch bei Stab- oder Hufeisenmagneten enden die Feldlinien nur scheinbar an deren Oberfläche, in Wirklichkeit setzen sie sich in deren Innerem fort. Ein Magnetfeld wird immer nur durch bewegte elektrische Ladungen hervorgerufen...

  • magnetisches Moment

    Das magnetische Moment gibt die Stärke eines magnetischen Dipols an. Anders als bei elektrischen Feldern gibt es keine isolierten magnetischen Punktladungen bzw. Pole, deswegen ist das Dipolfeld die einfachste Form eines Magnetfelds. Exakte oder angenäherte magnetische Dipolfelder besitzen ein Stabmagnet, eine Leiterschleife oder auch das Wasserstoffatom im Grundzustand. Formal kann man das magnetische Moment \(\vec m\) über das Feld einer Leiterschleife definieren. Sein Betrag ist bei einer Leiterschleife mit Fläche A und Stromstärke I das Produkt \(m = I \cdot A\). Die Richtung von \(\vec m\...

  • Magnetisierung

    Die Magnetisierung hat in der Physik zwei Bedeutungen: Einerseits versteht man darunter die Ausrichtung der Elementarmagnete eines Stoffes durch ein äußeres Magnetfeld. Zum anderen ist sie eine vektorielle Größe mit dem Formelzeichen \(\vec M\), welche die Größe dieses Effekts in Betrag und Richtung beschreibt. \(\vec M\) ist definiert als das Verhältnis aus dem magnetischen Moment \(\vec m\) eines Körpers und seinem Volumen V:(man kann sich \(\vec M\) also als eine „Magnetmomentdichte“ vorstellen): \(\vec M = \dfrac {\vec m} V\) SI-Einheit der Magnetisierung ist Am2/m3 = A/m. Körpern mit der...

  • Maimonides

    Maimonides, jüdischer Universalgelehrter, der von 1135 bis 1204 lebte. Moses ben Maimon wurde im andalusischen Córdoba geboren, das damals ein bedeutsames politisches und geistig-kulturelles Zentrum war. Nach der Eroberung von Sevilla und Córdoba durch die Almohaden, die die ebenfalls sunnitischen Almoraviden aus Spanien verdrängten, musste die Familie Maimon aus der Stadt fliehen. Sie ließen sich im marokkanischen Fes nieder. Dort studierte Maimonides an der auch für Juden und Christen offenstehenden Universität Philosophie und Medizin. 1165 musste die Familie erneut nach einem Machtwechsel...

  • Main verbs / Vollverben

    Allgemein Main verbs sind selbstständig und tragen im Satz die Bedeutung. Sie drücken aus, was passiert oder was getan wird. Formen des Vollverbs Jedes englische Vollverb existiert grunsätzlich in fünf Formen. Es können Besonderheiten bei der Bildung oder bei der Schreibweise auftreten. Infinitiv 3. Person Singular Verlaufsform (ing-Form) einfache Vergangenheit (simple past) Partizip Perfekt (past participle) Der Infinitiv Der infinitive (Infinitiv) ist die Grundform des Verbs. Das Verb ist nicht konjugiert, das heißt, es fehlen Angaben zu Person und Zahl: to listen, to read, to swim / I like...

  • MAK

    Abk. für maximale Arbeitsplatzkonzentration: Die höchste zulässige Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz. Sie ist diejenige Konzentration, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnisse auch bei langfristiger Exposition die Gesundheit des Beschäftigten nicht beeinträchtigt. Die MAK-Werte werden von einer Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) alljährlich festgelegt.

  • Malpighi-Gefäße

    Malpighi-Gefäße: Ausscheidungsorgane (Exkretion) von auf dem Land lebenden Gliederfüßern, die z. B. bei Insekten zwischen Mittel- und Enddarm in den Darm münden. Ihre langen, meist unverzweigten und am Ende verschlossenen Schläuche ragen frei in die Leibeshöhle. Ihre Zellen entnehmen dem Blut v. a. Abbauprodukte des Proteinstoffwechsels, bauen sie zu Harnsäure, Harnstoff, Carbonaten und Oxalaten um und scheiden sie in den Darm aus.

  • Mammalia

    Mammalia = die Säugetiere: die am höchsten entwickelte Klasse der Wirbeltiere. Säugetiere sind mit mehr als 4000 Arten in 20 Ordnungen und 130 Familien weltweit verbreitet. Vor rd. 200 Millionen Jahren (also in der Trias des Erdmittelalters) lebten säugetierähnliche Kriechtiere, aus denen sich die heutigen Säugetiere entwickelt haben. Säugetiere sind warmblütige Wirbeltiere, bei denen sich die Körpertemperatur (mit Ausnahme einiger Fledermäuse und Winterschläfer) annähernd auf gleicher Höhe hält. Sie besitzen ein (mit den Vorkammern) vierkammeriges Herz, dessen vollständige Scheidewand...

  • Mangan

    [zu ital. manganese bzw. lat. magnes »Magnet«]: Chemisches Element aus der VII. Nebengruppe, Zeichen Mn, OZ 25, relative Atommasse 54,94, Reinelement. Physikalische Eigenschaften: In reinem Zustand ist Mangan ein silberweißes Metall, Dichte 7,44 g/cm³, Fp. 1246 °C, Sp. 2061 °C, hart und spröde. Chemische Eigenschaften: Unedles Metall, löst sich leicht in verdünnten Säuren unter Bildung von Mangan(II)-Salzlösungen und Wasserstoff; wird schon von Wasser bei Raumtemperatur langsam angegriffen; an offener Luft verbrennt es zu Mangan(II,III)- Oxid, Mn3O4. Gewinnung: Im Hochofen zusammen mit Eisen...

  • Mann, Heinrich

    Geboren in Lübeck am 27.3.1871, gestorben in Santa Monica bei Los Angeles am 12.3.1950: Der ältere Bruder von Thomas Mann wuchs als Spross einer gutsituierten Senatorenfamilie in Lübeck auf. Nach einer Buchhändlerlehre in Dresden war er 1890-92 Volontär im S. Fischer Verlag in Berlin. 1930 wurde er zum Präsidenten der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt. 1933 emigrierte er nach Frankreich, wo er sich gegen den Nationalsozialismus engagierte, bis er 1940 über Spanien nach Kalifornien fliehen musste. Heinrich Mann wurde 1949 erster Nationalpreisträger der DDR. Kurz vor...

  • Mann, Thomas

    Geboren in Lübeck am 6.6. 1875, gestorben in Zürich am 12.8.1955: Der vier Jahre jüngere Bruder von Heinrich Mann besuchte 1882-89 eine Privatschule, danach das Gymnasium, das er 1894 mit der mittleren Reife verließ. Sein Vater, Lübecker Senator und Konsul, leitete eine Getreidegroßhandlung. Nach dem Tod des Vaters 1891 und der Auflösung des Geschäfts siedelte die Familie 1892 nach München über. Mann besuchte 1894 während seiner Zeit als Volontär bei einer Feuerversicherungssozietät Vorlesungen verschiedener Fachrichtungen an der Technischen Universität München. Thomas Mann ist der Vater der...

  • Manometer

    Ein Manometer (von griech. manos »dünn«) ist Gerät zur Messung des Drucks in Flüssigkeiten und Gasen. Speziell bei der Messung des Luftdrucks spricht man meist von einem Barometer. Manometer zur Messung von Drücken, die (viel) kleiner sind als der Normaldruck, nennt man Vakuummeter. Bei einem Flüssigkeitsmanometer vergleicht man den zu messenden Druck mit dem Druck, den eine definierte Flüssigkeitssäule aufgrund ihrer Gewichtskraft ausübt. In der einfachsten Bauart, dem U-Rohr-Manometer, ergibt sich die Differenz zwischen dem zu messenden Druck pm und dem äußeren Luftdruck pL aus dem...

  • Mansfield, Katherine

    Katherine Mansfield, neuseeländisch-britische Schriftstellerin, geb. am 14.10.1888 in Wellington, Neuseeland, gest. am 09.01.1923 in Fontainebleau, Frankreich. Mansfield starb mit nur 34 Jahren an Tuberkulose. Werke (Auswahl) Katherine Mansfield hinterließ 70, meist kurze Erzählungen, darunter In a German Pension (1911), Bliss and Other Stories (1920), The Garden Party and Other Short Stories (1922) und Something Childish and Other Stories (1924). Themen In ihren zahlreichen Kurzgeschichten legte sie den Akzent weniger auf die äußere Handlung, als vielmehr auf die Wahrnehmungen, Gedanken und...

  • Mantellinie und Mantelfläche

    Die Mantelfläche ist die Fläche bei einem Kegel, die auf der einen Seite in der Spitze zusammenläuft auf der anderen Seite an den Grundkreis grenzt. Sie entsteht, wenn die Hypotenuse des rotierten rechtwinkligen Dreiecks einmal um die Höhe h des Kegels gedreht wird. Diese Hypotenuse ist die Mantellinie s.

  • Märchen

    Allgemein Das Märchen zählt zu den Gattungsformen der Epik. Die Hochschätzung des Märchens wird im Sturm und Drang vorbereitet. Die Märchensammlungen der Brüder Grimm und von Bechstein sowie die Märchendichtungen der Romantiker treffen noch heute auf großes Interesse. Merkmale Märchen haben ganz bestimmte Merkmale, die zwar nicht immer alle in einem Märchen vorkommen, an denen sich diese Textsorte aber dennoch immer erkennen lässt. Die Ausgangslage: Ein Märchen beginnt meistens damit, dass sich der Märchenheld in einer Notlage befindet oder eine Aufgabe bewältigen muss. Die Figuren: Es kommen...

  • Marokkokrisen

    Marokkokrisen, die Auseinandersetzung zwischen den Kolonialmächten Frankreich und Deutschland 1905/06 und 1911 um den Einfluss in Marokko. Als 1905 Frankreich versuchte, Marokko zu einem französischen Schutzgebiet zu machen, reiste Kaiser Wilhelm II. (*1859, †1941, deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) im Sinne seiner Außenpolitik des Neuen Kurses nach Tanger, um mit seinem Besuch den deutschen Wirtschaftsinteressen Nachdruck zu verleihen. In der darauffolgenden Konferenz von Algeciras wurde Deutschland isoliert und die Entente zwischen England und Frankreich gefestigt...

  • Marshallplan

    Marshallplan, das nach dem General und damaligen US-Außenminister George C. Marshall (*1880, †1959) benannte Europäische Wiederaufbauprogramm (englisch European Recovery Program, Abkürzung ERP) nach dem Zweiten Weltkrieg, das am 3.4.1948 in Kraft trat. Bis 1952 erhielten 18 westeuropäische Staaten Sachlieferungen und nicht rückzahlbare Kredite zum Aufbau ihrer Wirtschaft in Höhe von rund 14 Milliarden US-Dollar. Das ERP diente dem Wiederaufbau Europas und der Wirtschaft in den drei Westzonen Deutschlands. Dies war Teil der amerikanischen „Containment-Politik“, die sich gegen die Ausbreitung...

  • Marx

    Marx, Karl, deutscher Philosoph, Ökonom und Begründer der nach ihm benannten Gesellschaftstheorie (Marxismus). Karl Marx: Kommunistisches Manifest Marx wurde 1818 in Trier geboren und studierte zunächst in Bonn Jura. Nach einem Zwischenspiel als Redakteur einer linksliberalen Zeitung gelangte er nach Paris. Als Mitarbeiter einer Emigrantenzeitung freundete er sich mit Friedrich Engels (*1820, †1895) an und lernte fast alle führenden Revolutionäre seiner Zeit kennen. 1845 wurde er aus Frankreich ausgewiesen und zog nach Brüssel. Zusammen mit Engels wurde er 1847 vom Bund der Kommunisten...

  • Marxismus

    Marxismus, die von Karl Marx und Friedrich Engels (*1820, †1895) mit der Lehre vom historischen Materialismus begründete Betrachtungsweise der Gesellschaft. Karl Marx: Entstehung Der Marxismus versteht sich als Antwort auf die im Zuge der industriellen Revolution und der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstandene soziale Frage. Darüber hinaus stellte Engels die Lehre vom historischen Materialismus in den umfassenderen Rahmen des dialektischen Materialismus. Um sich vom utopischen Sozialismus abzugrenzen, sprachen Marx und Engels vom wissenschaftlichen Sozialismus. Kernaussagen Zum...

  • Maßanalyse

    (Titrimetrie, Volumetrie): Verfahren zur Ermittlung einer gelösten Stoffmenge durch Messung eines geeigneten Reagenzumsatzes. Für die Bestimmung (Titration) benötigt man eine Reagenzlösung (Maßlösung) bekannter Konzentration (Titer) sowie auf Auslauf geeichte Gefäße (Büretten, Pipetten usw.). Als Maßlösungen werden meist Normallösungen (z. B. 1 N, 0,1 N oder 0,01 N) verwendet. Zur Maßanalyse eignen sich Fällungsreaktionen (Fällungstitration) und Farbreaktionen. Bei den Fällungsreaktionen ist der Titrationsendpunkt erreicht, wenn bei weiterem Reagenzzusatz kein Reaktionsprodukt mehr ausfällt...

  • Maskulin

    „Maskulin“ (oder „Maskulinum“) bedeutet so viel wie „männliches grammatisches Geschlecht“. Alle Informationen zum Maskulin findest du unter Genus.

  • Masse

    Die Masse ist eine wesentlichen Grundgrößen der Physik, ihre Einheit, das Kilogramm, ist eine der sieben Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems. Anders als im Alltag kennt die Physik zwei grundsätzlich verschiedene Aspekte der Masse, deren Äquivalenz in keinster Weise selbstverständlich ist, nämlich die schwere und die träge Masse. Die schwere Masse ms ist die Ursache der Gravitation bzw. Massenanziehung (daher der Name!) zwischen zwei beliebigen Körpern. Sie spielt dabei ganz genau dieselbe Rolle wie die elektrische Ladung bezüglich der elektromagnetischen Wechselwirkungen, man...

  • Massendefekt

    Der Massendefekt eines Atomkerns die Differenz zwischen der Summe der Ruhemassen sämtlicher Nukleonen und der tatsächlichen Kernmasse. Dieser Massenunterschied lässt sich mit der Äquivalenz von Masse und Energie erklären: Er entspricht exakt der Energie, die in der Bindung der Nukleonen untereinander steckt, also der Kernbindungsenergie.

  • Massenpunkt und Punktladung

    Massenpunkt und Punktladung sind zwei Idealisierungen, mit denen sich viele Fragen in der Mechanik bzw. der Elektrizitätslehre theoretisch untersuchen lassen: Ein Massenpunkt (eine Punktmasse) hat keine Ausdehnung bzw. keine Volumen hat. Er kann deshalb nicht (um sich selbst) rotieren. Die Bewegungen vieler ausgedehnter Körper lassen sich durch die Bewegung einer Punktmasse in deren Schwerpunkt theoretisch beschreiben. Eine Punktladung ist das elektrische Analogon eines Massenpunkts. Sie besitzt kein Dipolmoment und wird in der Regel auch masselos angenommen, da die Effekte der Schwerkraft im...

  • Massenspektrometer

    Ein Massenspektrometer oder Massenspektrograf ist eine Apparatur, mit der man elektrisch geladene Teilchen unterschiedlicher Masse mithilfe von elektrischen und magnetischen Feldern trennen und die Häufigkeit der auftretenden Teilchenmassen (das sog. Massenspektrum) bestimmen kann. Das erste empfindliche Massenspektrometer war der von Francis W. Aston 1919 gebaute Aston’sche Massenspektrograf. Er hatte den folgenden Aufbau: Die Teilchen werden zunächst ionisiert (wenn nötig, müssen sie vorher noch in die Gasphase überführt, d. h. verdampft werden). Die Ionen werden dann erst in einem senkrecht...

  • Massenzahl

    Bei einem Atomkern gibt die Massenzahl bzw. Nukleonenzahl A an, wieviel Protonen und Neutronen zusammengenommen im Kern enthalten sind. Sie entspricht ungefähr der Atommasse in der atomaren Masseneinheit u, allerdings werden die Abweichungen von dieser Faustregel desto größer, je größer der Kern insgesamt ist. Mit der Ordungszahl (Kernladungszahl, Protonenzahl) Z und der Neutronenzahl N gilt: A = Z + N

  • Maßstab

    Wird eine Landkarte, eine Fotografie oder eine geometrische Figur im Ganzen vergrößert oder verkleinert, gibt der Maßstab das Verhältnis an, in dem alle Längen und Abstände vergrößert oder verkleinert werden. Wenn etwa auf einer Landkarte steht: „Maßstab 1:250.000“, sind alle Strecken auf der Karte 250.000-mal kleiner als in der Natur, also sind die 20 km Entfernung zwischen den Städten Heidelberg und Mannheim auf der Karte nur 8 cm groß. In der Geoemtrie entspricht das Maßstabsverhältnis dem Streckfaktor bei einer zentrischen Streckung.

  • Mastzellen

    Mastzellen sind frei bewegliche Zellen im Blut und im Bindegewebe, die vor allem Heparin, aber auch Histamin und Serotonin enthalten. Diese Stoffe verhindern die Blutgerinnung und sind an Entzündungsprozessen beteiligt. Im Bindegewebe bezeichnet man diese Zellen als Mastzellen, im Blut rechnet man sie zu den weißen Blutkörperchen und nennt sie basophile Granulocyten, da sie sich mit basischen Farbstoffen anfärben lassen.

  • Materialkonstante

    Eine Materialkonstante oder Stoffkonstante ist eine physikalische Größe, deren Wert vom Material des betrachteten Körpers abhängt. Eine Materialkonstante hat für dasselbe Material unter denselben Bedingungen immer den gleichen Wert, sie kann aber durchaus von der Temperatur, dem pH-Wert oder anderne Umgebungsvariablen abhängen. Im Gegensatz zu Materialkonstanten haben Naturkonstanten immer und überall denselben Wert. Beispiele: Dichte, Wärmeleitfähigkeit, Brechungsindex, spezifischer (elektrischer) Widerstand

  • Matrizen

    Eine Matrix ist zunächst einmal einfach eine Tabelle, deren Komponenten, Einträge oder Koeffizienten Zahlen sind. Wenn eine Matrix m Zeilen und n Spalten hat, nennt man sie eine „m×n-Matrix“ (lies: „m-Kreuz-n-Matrix“). Was solch ein Schema mathematisch interessant macht, ist einerseits, dass es Rechenregeln gibt, nach denen man Matrizen z. B. addieren, subtrahieren oder multiplizieren kann, und andererseits, dass man mit Matrizen ganz unterschiedliche Probleme aus verschiedenen Teilgebieten der Mathematik beschreiben und lösen kann: In der Analytischen Geometrie entsprechen eine lineare...

  • Matrizenmultiplikation

    Die Multiplikation von zwei Matrizen ist eine Rechenoperation, deren Ergebnis wiederum eine Matrix ist. Wenn man die Matrizen als Abbildungsmatrizen (Analytische Geometrie) bzw. Übergangsmatrizen (Stochastik) auffasst, entspricht das Matrixprodukt der Hintereinanderausführung zweier Abbildungen bzw. zweier „Zeitschritte“ eines Zufallsvektors. Da man Vektoren als Matrizen mit nur einer Spalte bzw. Zeile ansehen kann, ist die Matrixmultiplikation auch für Vektoren definiert (siehe unten). Die Matrizenmultiplikation einer m×n-Matrix A mit einer n×p-Matrix B wird komponentenweise definiert. Und...

  • Maugham, William Somerset

    William Somerset Maugham, englischer Romanautor, Dramatiker und Autor von Kurzgeschichten, geb. am 25.01.1874 in Paris, gest. am 16.12.1965 in Nizza, Frankreich. Werke (Auswahl) Als wichtigste Werke gelten heute Of Human Bondage (1915), The Moon and Sixpence (1919), Cakes and Ale (1930) und The Razor's Edge (1944). Themen Kommentare zur menschlichen Natur, oft in bedrohlichen (threatening) oder exotischen Umgebungen (surroundings). Viele Werke haben eine spannende Handlung (exciting storyline) und einen verständlichen Stil (clear style), die dem Autor großen kommerziellen Erfolg einbrachten.

  • Mauser

    Mauser (Federwechsel): bei Vögeln der allmähliche Austausch von Federn, der meist in jahreszeitlichem Rhythmus, ausgelöst durch vermehrte Hormonausschüttung der Schilddrüse, erfolgt. Man unterscheidet besonders zwischen Jugendmauser ( Jungvögel bekommen das Erwachsenenkleid; meist im ersten Herbst), Brutmauser und Ruhemauser (Übergang vom Brut- ins Ruhekleid). Nur selten werden Vögel durch die Mauser flugunfähig. Auch der Haarwechsel (Haare) bei Säugetieren wird als Mauser (im weiteren Sinne) bezeichnet.

  • Maximum

    Das Maximum einer Funktion ist eine Extremstelle, an der die Funktion den größten Wert in einer Umgebung U(x0) oder einem Intervall (lokales oder relatives Maximum) oder aber sogar auf dem gesamten Definitionsbereich Df (globales oder absolutes Maximum) annimmt.

  • Maxwell-Gleichungen

    Die vier Maxwell-Gleichungen (nach James C. Maxwell) beschreiben im Prinzip alle elektrischen, magnetischen und optischen Erscheinungen und sind insofern genauso grundlegend wie die Newton’schen Axiome der Mechanik und das Newton’sche Gravitationsgesetz. Es handelt sich dabei um vier mathematisch relativ anspruchsvolle Differenzialgleichungen, deren eingehende Behandlung normalerweise nicht auf dem Lehrplan der Schule steht. Ihr physikalischer Gehalt lässt sich aber gut in der Sprache der Schulphysik formulieren und drückt sich auch in bekannten Gesetzen des klassischen Elektromagnetismus aus...

  • Maya

    Maya, lateinamerikanische Hochkultur von etwa 1000 v. Chr. bis zum 10. Jahrhundert n. Chr. Gesellschaftsstruktur Die Maya errichteten in den Dschungeln Mittelamerikas Städte. Tempel und Paläste auf Stufenpyramiden bildeten die Zentren. Tempel dienten als Fürstengräber. Städte führten gegeneinander Krieg. Die gesellschaftliche Ordnung war komplex. Ein Staatsrat, der aus Häuptlingen, Priestern und einem Kriegsminister bestand, bildete die Regierung. Kaufleute besaßen besondere Vorrechte und zahlten keine Steuern. Das Siedlungsgebiet lag im heutigen Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras. Leistungen...

  • Mechanik

    Die Mechanik (von griech. mechanikos „erfinderisch „) ist das älteste Teilgebiet der Physik. Man teilt sie in die drei Bereiche Kinematik (Beschreibung und Untersuchung von Bewegungen), Dynamik (Lehre von den Wirkungen der Kräfte) und Statik (mechanisches Gleichgewicht). Grundlage aller Gesetze der klassischen Mechanik sind die drei Newton’schen Axiome. Wenn statt Punktmassen bzw. Schwerpunktbewegungen ausgedehnte Körper untersucht werden, treten weitere Effekte auf. Neben den starren Körpern werden elastische und plastische Verformungen sowie Statik und Dynamik von Flüssigkeiten behandelt. Im...

  • Mechanische Spannung

    Als mechanische Spannung oder elastische Spannung, Formelzeichen \(\sigma\) oder \(\tau\) (s. u.), bezeichnet man das Verhältnis aus dem Betrag F der an eine Fläche angreifenden Kraft und deren Flächeninhalt A. Man kann diese Spannung in eine Normalspannung \(\sigma\) und eine Tangential- oder Schubspannung \(\tau\) zerlegen. Dabei ist \(\sigma\) die senkrecht auf die Fläche einwirkende Komponente, \(\tau\) beschreibt parallel zur Fläche angreifende Kräfte. Falls die Kraft in mehrere bzw. alle Richtungen gleichzeitig wirkt, z. B. auf die Wände eines Behälters, verwendet man statt der Spannung...

  • Mechanorezeptoren

    Sinnesorgane, die mechanische Einwirkungen aufnehmen. Mechanorezeptoren bestehen aus primären und sekundären Sinneszellen sowie freien Nervenendungen und beweglichen Haaren oder schwingenden Membranen, die durch mechanische Reize wie Druck, Berührung, Schall oder Bewegung deformiert werden. Die Deformation ist der eigentliche Vorgang der Reizaufnahme. Sie führt zur Erregung der Sinneszelle; das entstehende Aktionspotenzial wird dann zum Zentralnervensystem weitergeleitet und dort verarbeitet.

  • Median

    Der Median oder Zentralwert ist ein statistisches Lagemaß, das angibt, welcher Wert einer Stichprobe oder einer Zahlenmenge sich in der Mitte aller Werte befindet. Eine exakte Definition ist etwas komplizierter, weil man zwischen Mengen mit gerader und solchen mit ungerader Anzahl von Werten unterscheiden muss, wobei zunächst alle Werte der Größe nach geordnet werden müssen (man betrachtete also eine geordnete Stichprobe): bei ungeradem Stichprobenumfang n ist der Median der Wert in der Mitte: \(\tilde{x} = x_\frac{n+1}{2}\), bei geradem Stichprobenumfang n gibt es zwei mittlere Werte und man...

  • Mediation / Vermitteln

    Definition Unter "Mediation“ versteht man die Vermittlung von bestimmten Informationen aus einem längeren deutschen bzw. englischen Text in die Zielsprache. In Prüfungen sind die zu vermittelnden Informationen meist hervorgehoben. Merkmale Beachte: Bei der Mediation geht es ausschließlich um die Vermittlung von Inhalten von der einen Sprache in die andere. Eine wörtliche Übersetzung ist nie gefragt. Am besten ist es, Schritt für Schritt vorzugehen: Schritt1: Die Aufgabenstellung wird im Deutschen verfasst. Lesen Sie sich diese durch. Schritt 2: Zunächst lesen Sie den gesamten Text extensiv zum...

  • Medizinische Physik

    Die medizinische Physik ist ein mit der Biophysik verwandtes Fachgebiet der Physik, in dem physikalische Methoden auf Probleme der Medizin in Diagnostik und Therapie angewandt werden. Die praktische Umsetzung ist Aufgabe der Medizintechnik. Charakteristisch sind Methoden und Verfahren, in denen die Messung physikalischer Größen oder das Ausnutzen physikalischer Effekte eine Rolle spielen, z. B. die Messung von Körpertemperatur, Puls und Blutdruck, die Aufzeichnung von Herz- und Hirnströmen (EKG bzw. EEG), die Aufnahme von Röntgen- und Ultraschallbildern oder tomogrammen (computergenerierten...

  • Medulla oblongata

    Medulla oblongata (verlängertes Mark): entwicklungsgeschichtlich aus dem ventralen (unteren) Teil des Hinterhirns (Metencephalon) und dem Nachhirn (Myelencephalon) hervorgehender Teil des Gehirns.

  • mehrstufige Zufallsexperimente

    Bei einem mehrstufigen Zufallsexperiment wird entweder ein Zufallsexperiment (mehrfach) wiederholt oder es werden verschiedene Zufallsexperimente hintereinander ausgeführt und bestimmte Ergebniskombinationen der Einzelexperimente („Stufen“) als Ergebnisse bzw. Ereignisse des mehrstufigen Zufallsexperiments untersucht. Beispiele für den ersten Fall sind die verschiedenen Urnenmodelle, bei denen aus einer abstrakten „Urne“ mit mehreren, zum Teil unterschiedlich gefärbten Kugeln nacheinander Kugeln „gezogen“ werden. Als Beispiel für den zweiten Fall kann man eine Meinungsumfrage ansehen, wobei...

  • Meiose

    Meiose (Reduktionsteilung, Reifeteilung): Bei der Befruchtung verschmelzen die Kerne zweier Geschlechtszellen miteinander. Der dadurch verdoppelte Chromosomensatz muss im Laufe der Entwicklung eines Lebewesens wieder halbiert werden, da sonst die Zahl der Chromosomen pro Zelle ins Unendliche wachsen würde. Bei höheren Lebewesen geschieht dies spätestens bei der erneuten Bildung der Geschlechtszellen (Diplonten), bei weniger hoch entwickelten Organismen liegt der Zeitpunkt für die Meiose in frühen Entwicklungsstufen (Generationswechsel). Daneben dient die Meiose der zufallsgemäßen Neuverteilung...

  • Membran

    Membran (Einheitsmembran): eine ca. 10 nm dünne Grenzschicht, die jede pro- und eukaryotische Zelle als flexible Hülle (Zellmembran) umgibt und ihren Inhalt schützt (Cytoplasma). Die Membran besteht aus einer Doppelschicht von Phospholipiden. Diese Phospholipide sind aus einem Wasser anziehenden (hydrophilen) Kopf und zwei Wasser abstoßenden (hydrophoben) Schwänzen aufgebaut.

  • Mendel-Regeln

    Die von dem österreichischen Forscher Gregor Mendel um 1865 erarbeiteten Grundsätze der Vererbung. Sie mussten jedoch erst von C. E. Correns (1864–1933), E. Tschermak und H. de Vries unabhängig voneinander neu entdeckt werden, bevor man sie um 1900 zur Kenntnis nahm. Mendel hat die Gesetzmäßigkeiten bei diploiden Organismen (= Diplont) gefunden: Die Erbgänge sind hier gegenüber haploiden Organismen – für die die Regeln natürlich auch gelten – schwerer zu erkennen, weil bei Diplonten jedes Gen in zwei entweder gleichen (homozygoten) oder verschiedenen (heterozygoten) Allelen vorkommt. Setzt...

  • Mengen

    Eine Menge ist, ganz allgemein formuliert, entweder etwas, das andere Objekte (Dinge, Wesen oder was auch immer) enthält, die man die Elemente der Menge nennt. Der Begriff der Menge ist so abstrakt wie grundlegend für die Mathematik, es gelten nur die folgenden Bedingungen: Man kann von jedem Objekt sagen, ob es Element einer bestimmten Menge ist oder nicht. Ein Element kann auch mehrfach bzw. beliebig oft in einer Menge enthalten sein. Es gibt in einer Menge keine Reihenfolge oder sonstige Ordnung, wichtig ist nur „drin oder nicht“. Mengen können kein Element, endlich viele Elemente oder...

  • Mengenlehre

    Die Mengenlehre ist das Teilgebiet der Mathematik, das sich mit den Eigenschaften von Mengen beschäftigt. Früher war die Mengenlehre sogar Stoff der Grundschule und es gab Schulbücher mit Titeln wie „Lustige Mengenlehre“. Heute wird sie eher nebenbei behandelt, ihre Grundlagen sind aber nach wie vor wichtig für viele andere mathematische Teilgebiete.

  • Menschenrechte

    Menschenrechte, die Rechte, die jedem Menschen allein aufgrund seiner Menschennatur, unabhängig von seiner Stellung in Staat und Gesellschaft, zustehen. Dazu gehören das Recht auf Leben und freie Wahl der Lebensform, auf Glaubens- und Meinungsfreiheit, auf Eigentum, persönliche Sicherheit, Gleichheit vor dem Gesetz und das Recht des Widerstands gegen staatliche Unterdrückung. Die Menschenrechte fußen auf dem Gedanken des Naturrechts. Besonders der Schweizer Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau (*1712, †1778) vertrat die Ansicht, der Mensch sei von Natur aus frei und besitze...

  • Menstruation

    Menstruationszyklus (Monatszyklus, weiblicher Zyklus): Bezeichnung für die Zeit vom ersten Tag der Menstruation bis zum letzten Tag vor der nächsten. Die Menstruation (Menses, Monatsblutung, Periode, Regelblutung) ist bei der geschlechtsreifen Frau die regelmäßig etwa monatlich (im Abstand von 26 bis 35 Tagen) auftretende Blutung aus der Scheide. Zu ihr kommt es nur dann, wenn sich in der Gebärmutterschleimhaut kein befruchtetes Ei eingenistet hat. Während der Menstruation wird die obere Schicht dieser Schleimhaut durch Enzyme aufgelöst und abgestoßen. Im Menstruationszyklus bereitet sich die...

  • Merkantilismus

    Merkantilismus, das Wirtschaftssystem im Absolutismus. Der Merkantilismus wurde wesentlich vom französischen Finanzminister unter Ludwig XIV., Jean Baptiste Colbert (*1619, †1683) entwickelt und wird deshalb auch Colbertismus genannt. Die Wirtschaftspolitik im absolutistischen Staat war durch Reglementierung und Beaufsichtigung geprägt. Das Ziel war es, möglichst viel Geld in die Staatskasse zu bekommen, um somit die benötigten Geldmittel für Hof, Heer und Verwaltung zu erhalten. Dafür wurde die Wirtschaft im eigenen Land gefördert. Bürger, die ein Geschäft oder eine Manufaktur, das ist eine...

  • Merowinger

    Merowinger, Geschlecht der salischen Franken, die 751 den Königsthron an die Karolinger, das nach Karl dem Großen benannte fränkische Hochadelsgeschlecht, verloren. Der Merowinger Chlodwig I. (*466, †511) wurde 482 zum König aller Franken und damit zum Alleinherrscher. Durch Mord und Verrat hatte er die Fürsten aller anderen Teilstämme beseitigt. Er brauchte zur Reichsverwaltung jedoch gallische Geistliche mit Erfahrung unter den Römern. Chlodwig trat 496 zum Christentum über, das er und seine Nachfolger seitdem förderten. So war in späterer Zeit Bonifatius (* ca. 672, †754), 734 zum...

  • Mesenchym

    Mesenchym: bei vielen Tieren ein lockeres, aus stern- oder netzförmigen Zellen aufgebautes Bindegewebe, das zwischen den Keimblättern Ekto- und Entoderm entsteht. Platt- und Schlauchwürmer bilden als Füllgewebe nur M. aus, während höher entwickelte Tiere stattdessen meist ein Mesoderm in Form eines festen epithelialen Zellverbands aufbauen.

  • Mesonen

    Mesonen (von griech. mesos „der Mittlere“ [zwischen Leptonen und Baryonen]) sind aus zwei Quarks zusammengesetzte subatomare Teilchen. Sie bestehen immer aus einem Quark und einem Antiquark, von denen jeweils eine die Antifarbe der Farbe des anderen trägt, sodass die Partikel nach außen farbneutral sind. Mesonen haben ganzzahligen Spin, und zwar entweder s = 0 (die Spins der beiden Quarks sind antiparallel) oder s = 1 (Einzelspins parallel). Damit sind sie Bosonen. Die leichtesten Mesonen enthalten nur u- und d-Quarks. Die Spin-0-Kombinationen sind die Pionen, die es mit der Ladung +e, –e und...

  • Mesopotamien

    Mesopotamien, das Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris (heute Irak, Iran, Syrien), in dem die frühen Hochkulturen der Sumerer, Babylonier, Assyrer und Perser entstanden. Nach dem Untergang des Sumererreichs entstanden Reiche der Babylonier, Assyrer und Perser. Besonders bekannt wurde der Babylonierkönig Hammurapi.

  • Messen

    Beim Messen bestimmt man den Wert einer Größe (der Messgröße) wie z. B. Länge, Zeit, Gewicht usw. durch Vergleich mit einer standardisierten Einheit. Das geschieht oft ganz wörtlich: Man legt ein Lineal oder Geodreieck neben eine Strecke oder an einen Winkel und liest dann ab, wie viele Zentimeter oder Grad die Strecke bzw. der Winkel betragen. Die Zahl der jeweiligen gemessenen Einheiten (die Maßzahl) kann sehr groß oder sehr klein sein, z. B. beträgt der Erdradius über 600 Millionen Zentimeter. Daher gibt es Einheitenvorsätze wie "Kilo" oder "Milli", mit denen die Maßzahlen übersichtlich...

  • Messreihe

    Eine Messreihe ist die wiederholte Messung einer physikalischen Größe mit demselben Messaufbau, wobei alle übrigen relevanten Parameter unverändert bleiben bzw. mitgemessen werden, um ihren Einfluss auf das Ergebnis kontrollieren zu können. Ist die Messreihe „lang“ genug, mitteln sich statistische Fehler heraus und der zufällige Messfehler lässt sich minimieren. Mithilfe der Fehlerrechnung kann man dies sogar zahlenmäßig auswerten.

  • Messzylinder

    Glasgerät zur Abschätzung einer umzufüllenden Flüssigkeitsmenge. Die Teilstriche nennt man Graduierung. Abgelesen wird am untersten Punkt des Meniskus.

  • Metallbindung

    Die Atome der typischen Metalle besitzen nur wenige (meist 1 bis 3) Außenelektronen. Eine Atombindung zwischen Metallatomen eines (hypothetischen) Metallmoleküls würde im Unterschied zu Nichtmetallatomen nicht zu einer Edelgaskonfiguration der Atome führen. Lediglich von den Alkalimetallen existieren zweiatomige Moleküle, und zwar im gasförmigen Zustand. Nach dem klassischen Modell der Metallbindung (auch metallische Bindung genannt) werden bei Metallen und ihren Legierungen die Atome zu einem Metallgitter zusammengelagert, in dem leicht bewegliche Elektronen vorhanden sind. Auf diese ist die...

  • Metalle

    Sammelbezeichnung für solche chemischen Elemente und ihre Legierungen, die eine mit steigender Temperatur abnehmende, bei Raumtemperatur jedoch noch verhältnismäßig große Leitfähigkeit für elektrischen Strom besitzen, die auf der freien Beweglichkeit von Elektronen beruht. Die Metalle sind mit Ausnahme des Quecksilbers bei Raumtemperatur fest; sie glänzen stark und lassen sich durch Krafteinwirkung mechanisch verformen. Die Atome eines Metalls werden durch die Metallbindung zusammengehalten. Von den bis heute bekannten 118 chemischen Elementen zählen mindestens 80 zu den Metalle, nämlich alle...

  • Metallzeit

    Metallzeit, Bezeichnung für die Epochen Bronzezeit und Eisenzeit, die durch die überwiegende Verwendung von Metallen für die Herstellung von Geräten, Waffen und Schmuck gekennzeichnet sind. Lebensform In der Metallzeit bildeten sich aus Stämmen Kulturgemeinschaften wie die Kelten und Germanen. An der Spitze eines Stammes mit befestigten Siedlungen stand ein Fürst oder Häuptling. Er sorgte für Schutz und besaß die Macht über großflächige und befestigte Siedlungen. In der Eisenzeit bildeten sich erstmals aus größeren Stammesgemeinschaften Kulturgemeinschaften wie Kelten und Germanen. Zwischen...

  • Metamorphose

    Metamorphose: bei vielen Tieren das Durchlaufen jeweils anders gestalteter und vielfach anders organisierter Wachstumsstadien während ihrer Entwicklung vom Ei zum voll ausgebildeten, geschlechtsreifen Organismus (indirekte Entwicklung). Metamorphose gibt es z. B. bei Würmern, Krebsen, Manteltieren und Lurchen (Kaulquappe), besonders aber bei Insekten, d. h. bei allen Tieren, die ein Larvenstadium (Larve) durchlaufen.

  • Metapher

    Die Metapher ist ein sprachliches Bild und zählt zu den rhetorischen Figuren. Die Metapher ist eine bildhafte vergleichende Übertragung. Beispiele: ein Gesicht aus Erz, die goldene Herbstsonne, das Meer des Lebens

  • Metapher

    Über das Wort „Metapher“ Genus, Betonung: die Metapher Plural: die Metaphern Abkürzung: Met. Herkunft: von lat. metaphora Metapher, von griechisch metaphorā́ Übertragung, bildlicher Ausdruck, Metapher Definition Die „Metapher“ ist ein Stilmittel. Unter „Metapher“ versteht man einen bildhaften Ausdruck. Genauer formuliert: Eine „Metapher“ ist ein Ausdruck (A) aus einem bestimmten Themenbereich (TA), der zur Bezeichnung eines Gegenstands (G) eines fremden Themenbereich (TG) verwendet ist, wobei das Sinnverhältnis des Ausdrucks zu seinem ursprünglichen Themenbereich ähnlich ist wie das des...

  • Meteorologie

    Die Meteorologie (von griech. meteoros „in der Luft schwebend“) ist ein Teilgebiet der Geophysik, das die Physik und Chemie der Atmosphäre (bis in ca. 80 km Höhe), die Lehre von den Erscheinungen und Vorgängen in der Lufthülle sowie die Lehre vom Wettergeschehen umfasst. Dazu nutzt sie besonders die Gesetze und Beziehungen der Hydrodynamik und der Wärmelehre. Wichtigste Aufgabe der M. ist die Wettervorhersage, die auf der kontinuierlichen Beobachtung des Wetters und des Zustands der Atmosphäre beruht. Auch die Klimaforschung zählt zur Meteorologie, wird aber wegen ihrer großen aktuellen...

  • Meter

    Das Meter (von lat. metrum „Maß“), Einheitenzeichen m, ist die SI-Einheit der Länge, eine der sieben Basiseinheiten des Internationalen Einheitensystems. Die Definition des Meters ist seit 1983 sehr einfach: 1 m ist die Strecke, die das Licht im Vakuum während eines Zeitintervalls von 1/299 792 458 Sekunden durchläuft. Da der Wert der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum als Konstante definiert wurde, werden Längenmessungen im Prinzip auf Zeitmessungen zurückgeführt (aus praktischen Gründen kann es trotzdem oft sinnvoll sein, den Zollstock und nicht die Armbanduhr zur Längenmessung zu verwenden)...

  • Methanol

    (Methylalkohol), CH3OH: Einfachster Alkohol, farblose, sehr giftige, mit Wasser und organischen Lösungsmitteln mischbare Flüssigkeit, Sp. 64,5 °C. Methanol wird technisch aus Kohlenstoffmonooxid oder -dioxid und Wasserstoff unter Einwirkung von Druck und Katalysatoren hergestellt. Es ist ein wichtiges Lösungsmittel sowie Zwischenprodukt u. a. bei der Herstellung von Formaldehyd (Methanal) und Methylaminen.

  • Metöken

    Metöken, als Freie in Athen lebende fremde Menschen, ohne attische Bürger zu sein. Metöke bedeutet im Griechischen „Mitbewohner“. Sie durften kein Land in Attika besitzen und waren vor allem in Handwerk und Handel tätig. Ähnliche Gruppen gab es in vielen anderen antiken Städten. In Sparta nannte man die Bewohner der Randgebiete der Polis Periöken („Umwohnende“). Sie blieben zwar persönlich frei, aber politische Rechte waren ihnen vorenthalten.

  • Metonymie

    Über das Wort „Metonymie“ Genus, Betonung: die Metonymie Plural: die Metonymien Abkürzung: — Herkunft: von griechisch metōnymíā Umbenennung Definition Eine „Metonymie“ liegt vor, wenn der eigentlich gemeinte Begriff durch einen anderen ersetzt ist, der dem gemeinten charakteristischerweise zugeordnet ist. Die Metonymie ist oft, aber nicht immer, als Stilmittel gebraucht. Von dem Begriff, der den anderen ersetzt, sagt man, er sei „metonymisch gebraucht“. Verwendungsweisen und Beispiele Es gibt drei Verwendungsweisen der Metonymie: (1) als Stilmittel: Der metonymische Gebrauch des Wortes ist...

  • Metre / Metrum

    Definition Das Metrum (metre) ist das Klangmuster, das durch die regelmäßige Abfolge von betonten (x') und unbetonten Silben (x) entsteht. Die kleinste rhythmische Einheit ist der foot (Versfuß). Er besteht aus einer stressed syllable (betonten Silbe, x´) und mindestens einer unstressed syllable (unbetonten Silbe, x). Man unterscheidet rising metres (steigende Versfüße) und falling metres (fallende Versfüße). Versfüße rising metres falling metres iamb / iambic metre (Jambus): eine unbetonte und eine betonte Silbe (xx´ ) trochaic metre (Trochäus): eine betonte und eine unbetonte Silbe (x´ x)...

  • Metrik

    Andere Bezeichnung: Verslehre Definition Unter „Metrik“ (abgeleitet von dem Wort „Metrum“) versteht man die Gesamtheit der Regeln, nach denen Verse gebildet werden.

  • Metrische Skala

    In der Mengenlehre und der beschreibenden Statistik eine Skala, mit der sich die Elemente einer Menge bzw. die Werte einer Stichprobe nicht nur anordnen lassen, sondern mit der auch Abstände bzw. Differenzen berechnet werden können. Typischerweise hat man es dabei mit quantitativen Messdaten bzw. Merkmalen zu tun, deren Ausprägungen durch Zahlenwerte gegeben sind. Beispiele: Merkmale wie Körpergröße, Kontostand, Intelligenzquotient oder Höchstgeschwindigkeit. Gibt es für Messdaten eine metrische Skala, dann kann man nicht nur kumulative Häufigkeiten und den Median, sondern auch Mittelwerte...

  • Metrum

    Andere Bezeichnung: Versmaß Über das Wort „Metrum“ Herkunft: von lat. metrum Versmaß, dies von griechisch métron Maß, Versmaß Genus: Neutrum: das Metrum Plural: die Metren Abkürzung: — Definition „Metren“ sind die kleinsten Bausteine eines Versschemas, die mindestens eine rhythmisch betonte Silbe (= Sprechsilbe mit Versakzent) und eine rhythmisch unbetonte Silbe enthalten. Die Abfolge der Silbentypen mit ihren Variationsmöglichkeiten ist durch das Metrumsschema (Beispiele siehe unten) und das Versschema festgelegt. In Versen mit regelmäßigem Rhythmus (z.B. Hexameter) wird ein und dasselbe...

  • Metrum (Versmaß)

    Das Metrum ist die regelmäßige Abfolge von Hebungen (betonten Silben, auch x') und Senkungen (unbetonten Silben, auch x) in einem Vers. Je nach Anzahl der Hebungen (x') unterscheidet man: zweihebiges Metrum: x' x x' x oder x' x x x' x x dreihebiges Metrum: x x' x x' x x' x oder x' x x x' x x x' x x Die kleinste Einheit des Metrums ist der Versfuß. Dieser besteht aus einer festgelegten Anzahl und bestimmten Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben. Zu den Versfüßen zählen Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst. Versmaß Je nach Anzahl und Art der Versfüße ergeben sich bestimmte Versformen...

  • Michelson-Versuch

    Der Michelson-Versuch, auch Versuch von Michelson-Morley (nach Abraham A. Michelson und Edward W. Morley), war ein Schlüsselexperiment auf dem Weg zur Formulierung der Relativitätstheorie. Er wurde zuerst 1881 und dann in verbesserter Form 1887 durchgeführt und hatte zum Ziel, die Existenz des Äthers als Ausbreitungsmedium für elektromagnetische Wellen und als absolutes Bezugssystem für die Beschreibung beliebiger Bewegungen nachzuweisen. Wenn es diesen Äther gäbe, dann würde sich die Erde relativ zu ihm bewegen und eine Art „Fahrtwind“, den sog. Ätherwind spüren. Dies würde sich dann darin...

  • Migration

    Migration: die Wanderung von Individuen einer Pflanzen- oder Tierart von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in das einer anderen, artgleichen Population. Migration begünstigt die Entstehung neuer Rassen und schließlich neuer Arten. Veränderte Selektionsbedingungen und der behinderte Genaustausch mit der Stammpopulation fördern diese Entwicklung.

  • Migration

    Migration, die Wanderung von Menschen, Menschengruppen oder ganzen Völkern oder Volksgruppen innerhalb eines Landes (Binnenmigration) oder aus einem Land (Emigration, Auswanderung) bzw. in ein anderes Land (Immigration, Einwanderung). Migration kann freiwillig sein oder erzwungen werden, sie kann einmalig sein oder wie bei Saison- oder Wanderarbeitern zeitlich befristet. Begriffliches Emigration wird meist als das freiwillige oder erzwungene Verlassen des Heimatlandes aus religiösen, politischen oder ethnischen Gründen bezeichnet, wenn der jeweilige Staat einzelne Menschen oder Gruppen...

  • Mikroorganismen

    Mikroorganismen (Mikroben): kleine, einzellige, nur unter dem Mikroskop sichtbare Lebewesen. Zu den Mikroben zählen Bakterien, Cyanobakterien und Einzeller sowie einige Algen und Pilze. Mikroben haben im allgemeinen Stoffkreislauf eine wichtige Aufgabe. Sie sorgen für den vollständigen Abbau organischen Materials zu anorganischen Stoffen (Destruenten). Andererseits bilden viele Mikroben (z. B. Algen) den Anfang vieler Nahrungsketten. Viele Parasiten und Krankheitserreger sind Mikroben, die Viren jedoch nicht.

  • Mikroskop

    Ein Mikroskop (von griech. skopein „beobachten“) ist ein optisches Gerät zur vergrößerten Betrachtung kleiner Gegenstände; das Mikroskop vergrößert also den Sehwinkel, unter dem das Objekt wahrgenommen wird. Im Prinzip besteht das Mikroskop aus zwei Sammellinsen kleiner Brennweite, die man Objektiv und Okular nennt. In der Praxis werden statt der einzelner Sammellinsen Linsensysteme verwendet. Das zu untersuchende Objekt wird meist auf eine Glasplatte gebracht und von einer Lichtquelle beleuchtet (Durchlichtmikroskop). Undurchsichtige Objekte können auch von oben beleuchtet werden...

  • Mikrotubuli

    Mikrotubuli sind sehr kleine röhrenartige Strukturen des Cytoskeletts (Cytoplasma), die von Protofilamenten aus Tubulin aufgebaut werden. Sie bilden u. a. Leitstrukturen für gerichtete Bewegungen von Zellorganellen, z. B. der Chromosomen bei der Mitose.

  • Mikrovilli

    Mikrovilli sind etwa 1 mm lange und 0,1 mm dicke fingerförmige Ausstülpungen der Zellmembran an der Oberfläche von Stoffe aufnehmenden tierischen und menschlichen Epithelien (z. B. Darm, Nierentubuli). Mikrovilli vergrößern die resorbierende Oberfläche und erleichtern so den Stoffaustausch. (- Resorption)

  • Mikrowellen

    Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich zwischen etwa 1 GHz und etwa 0,3 THz (dies entspricht Wellenlängen zwischen 30 cm und 1 mm), manchmal rechnet man auch Wellen ab 300 MHz (entsprechend 1 m) dazu. Die Mikrowellen liegen damit im elektromagnetischen Spektrum zwischen Radiowellen und Infrarotstrahlung. Bei der Erzeugung von Mikrowellen ist zu beachten, dass die in der Elektronik sonst übliche Technik nur bedingt angewendet werden kann, weil die Abmessungen der Bauelemente und die Wellenlängen dieselbe Größenordnung haben. Mikrowellen geringer Leistung erzeugt man meist...

  • Miller, Arthur

    Arthur Miller, amerikanischer Dramatiker, geb. am 17.10.1915 in New York, gest. am 10.02.2005 in Roxbury, Connecticut. Werke (Auswahl) Millers zweites Stück, Death of a Salesman (1949), für das er auch den Pulitzer-Preis erhielt, begründete seinen Ruhm. Weitere wichtige Werke sind The Crucible (1953), A View from the Bridge (1955) und After the Fall (1964). Er schrieb auch das Drehbuch zu dem Film The Misfits (1961), in dem Marilyn Monroe, mit der Miller fünf Jahre lang verheiratet war, die Hauptrolle spielte. Themen Zeit- und Sozialkritik (social criticism) vor dem Hintergrund innerer...

  • Milz

    Die Milz ist ein lymphatisches Organ, das beim Menschen links seitlich des Magens liegt. Die Milz ist weich, faustgroß, blaurot gefärbt und hat die Form einer Kaffeebohne. Bei einer Länge von 10–12 cm und einer Breite von 6–8 cm wiegt sie 150–200 g. Durchschneidet man die Milz, so kann man an der Schnittfläche eine blutige Masse, die »rote Pulpa«, abwischen. Ihre Retikulumzellen zerstören defekte rote Blutzellen. Nach dem Abspülen der Schnittfläche bleiben stecknadelkopfgroße, weiße Punkte (Lymphknötchen) stehen. In ihrer Gesamtheit nennt man sie »weiße Pulpa«. Sie bildet in der Embryonalzeit...

  • Mindmapping

    Lernleistungen lassen sich durch das Nutzen mehrerer Sinne steigern. Visuelle Darstellungen z. B. bieten besondere Möglichkeiten der Veranschaulichung und Einprägung. Mit einer Mindmap (Gedankenlandkarte) kann man: Ideen zu einem Thema entwickeln und gliedern das Verständnis von Texten und Schreibformen (z. B. Protokoll, Inhaltsangabe) übersichtlich gestalten, Begriffe und Zusammenhänge gedanklich gliedern, Lernstoff neben der üblichen verbalen Form auf andere Weise wiederholen und zusammenfassen, Referate gliedern, Bücher und Aufsätze zusammenfassen, in kreativer Weise Ideen sammeln und...

  • Minimum

    Das Minimum einer Funktion ist eine Extremstelle, an der die Funktion den kleinsten Wert in einer Umgebung U(x0) oder einem Intervall (lokales oder relatives Minimum) oder aber sogar auf dem gesamten Definitionsbereich Df (globales oder absolutes Minimum) annimmt.

  • Minnesang

    Minnesang, von Rittern im 12./13. Jahrhundert gedichtete und komponierte Lieder, in denen sie die Liebe (= Minne) zu einer von ihnen verehrten Frau und die ritterlichen Tugenden besangen. Als Ideal feierten sie die Liebe zur Gattin ihres Lehnsherrn, die ohne Erfüllung bleiben musste. In den Minneliedern wurde immer wieder beschrieben, wie ein vorbildlicher Ritter leben sollte. Der bekannteste deutsche Minnesänger war Walther von der Vogelweide (*um 1170, †1230). Er schuf auch die Gattung des politischen Liedes. Nach langen Wanderjahren von Burg zu Burg erhielt er um 1220 das ersehnte Lehensgut...

  • Minuspol

    [zu lat. minus »weniger« und griech. polos »Drehpunkt«]: Der Pol einer elektrochemischen Zelle, aus dem Elektronen austreten. Beim Entladen wirkt die mit dem Minuspol verbundene Elektrode als Anode (galvanisches Element). Beim Laden werden die Pole des Elements gleichnamig mit der äußeren Stromquelle verbunden und Polung und Stromrichtung kehren sich um.

  • Missing Link

    Missing Link: in der Evolutionsforschung jede Übergangsform, die nach theoretischen Erwägungen in eine entwicklungsgeschichtliche Lücke zwischen frühen Ahnen und späteren abgeleiteten Arten passen würde, als Fossil aber noch nicht entdeckt wurde. Ursprünglich wurde der Begriff etwa ab 1860 von Charles Darwin, Thomas Huxley und Ernst Haeckel für das fehlende Glied in der Entwicklungsreihe von affenartigen Vorfahren zum Menschen verwendet.

  • Mitochondrien

    Die Mitochondrien sind neben dem Zellkern die konstantesten Zellstrukturen; sie kommen in allen pflanzlichen, tierischen und menschlichen Zellen vor. Mitochondrien sind von zwei Membranen (Hüllmembranen) begrenzt. Im Inneren sind die Mitochondrien von einer Grundsubstanz, der Matrix, ausgefüllt. In diese Matrix ragen meist flächige, röhrenförmige oder unregelmäßig geformte Einstülpungen hinein (Cristae), die von der inneren Hüllenmembran gebildet werden und die der Oberflächenvergrößerung dienen. Bei zahlreichen Einzellern sowie in der Nebennierenrinde, im Gelbkörper und in der Placenta haben...

  • Mitose

    Mitose (Kernteilung, Äquationsteilung ) Die Vermehrung von Einzellern und das Wachstum von mehrzelligen Tieren und Pflanzen beruhen auf Zellteilungen, in deren Verlauf nach Selbstverdopplung (DNAReplikation) das Erbgut in den Chromosomen durch eine Mitose so auf die beiden entstehenden Tochterzellen aufgeteilt wird, dass jede i. d. R. dieselbe vollständige Erbinformation erhält. Die Teilungsfähigkeit der Körperzellen hört aus bisher unbekannten Gründen in einem bestimmten Alter endgültig auf. Einen anderen Teilungsmechanismus findet man bei der Bildung der Geschlechtszellen (Meiose). Den...

  • Mittelalter

    Mittelalter, die Epoche, die auf die Antike folgt und der Neuzeit vorangeht. Man geht davon aus, dass es in Europa ca. 500 n. Chr. bzw. dem Ende der Völkerwanderung begann und um 1500 endete. Ursprünglich nannten Gelehrte diese Zeit abschätzig Mittelalter, weil sie in der Mitte zwischen der von ihnen geschätzten Antike und ihrer eigenen Gegenwart lag, die sie für fortschrittlich und besser hielten. Vor 1000 Jahren hätten sich die Menschen jedoch gewundert, wenn man ihnen gesagt hätte, dass sie im Mittelalter lebten, denn sie fühlten sich nicht in der Mitte der Zeiten. Oft wird zwischen...

  • Mittelmächte

    Mittelmächte, die Bündnispartner Deutsches Kaiserreich und Kaiserreich Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg, später auch die Partner Osmanisches Reich und Bulgarien (deshalb auch Vierbund). Die Bezeichnung beschreibt die geografische Lage dieser beiden Großmächte zwischen den Bündnispartnern der Entente Frankreich, Großbritannien und Russland. Italien gehörte zum Dreibund mit Deutschland und Österreich-Ungarn, der Teil des Bündnissystems von Otto von Bismarck war. Die Staaten des Dreibunds wurden auch als Mittelmächte bezeichnet. Italien trat allerdings 1914 nicht in den Ersten Weltkrieg ein...

  • Mittelsenkrechte

    Die Mittelsenkrechte ist allgemein eine Gerade, die erstens senkrecht auf einer Strecke steht und zweitens diese Strecke genau in der Mitte schneidet. Beispiel: Die Gerade durch die Punkte A und B schneidet die Strecke (overline {CD}) in dem Punkt M, der von den Punkten C und D denselben Abstand hat (also tatsächlich in der Mitte liegt). Die Aufgabe, zu einer gegebenen Strecke die Mittelsenkrechte nur mit Zirkel und Lineal zu finden, ist eine der sog. geometrischen Grundkonstruktionen. Eine besondere Rolle spielen die Mittelsenkrechten im Dreieck, da ihr Schnittpunkt der Mittelpunkt des...

  • Mittelsenkrechte und Umkreis im Dreieck

    Allgemein ist die Mittelsenkrechte eine Gerade, die so auf einer Strecke senkrecht steht, dass sie diese genau in zwei gleich lange Hälften teilt. Im Dreieck gehören die Mittelsenkrechten ma, mb und mc auf den Seiten a, b und c zu den besonderen Linien. Sie schneiden sich alle in einem Punkt M, der gleichzeitig der Mittelpunkt des Umkreises des Dreiecks ist. Dies liegt daran, dass jeder Punkt auf ma gleich weit von B und C und jeder Punkt auf mb gleich weit von A und C entfernt ist. Darum ist der Schnittpunkt von ma und mb von allen drei Ecken gleich weit entfernt und damit insbesondere auch...

  • Mittelwert

    Im Speziellen ein Synonym für den arithmetischen Mittelwert (arithmetisches Mittel). Es gibt aber noch weitere Definitionen des Mittelwerts einer Stichprobe bzw. einer Menge von Zahlenwerten {x1, x2, …, xn}: geometrisches Mittel: \(\displaystyle \bar{x}_\text{geo} =\sqrt[n]{\displaystyle x_1\cdot x_2\cdot \ldots \cdot x_n}\) harmonisches Mittel: \(\displaystyle \bar{x}_\text{harm} = \frac{n}{\displaystyle \frac{1}x_1 + \frac{1}x_2 + \ldots + \ \frac{1}x_n}\) quadratisches Mittel: \(\displaystyle \bar{x}_\text{qu} = \frac{1}{\sqrt{n}} \cdot \sqrt{x_1^2 + x_2^2 + \ldots + x_n^2}\)

  • Mittelwertintegral

    In der Stochastik und auch in der Physik muss öfters über eine kontinuierlich verteilte Größe gemittelt werden. Das kann man mit dem Mittelwertintegral erledigen, das als bestimmtes Integral der Größe über ein Intervall [t1; t2], geteilt durch die Intervalllänge \(\Delta t\) definiert ist: \(\displaystyle \overline{G} = \frac{1}{\Delta t}\cdot \int_{t_1}^{t_2} G(t)\, \text dt =\frac{1}{t_2-t_1}\cdot \int_{t_1}^{t_2} G(t)\, \text dt\) Die Integrationsvariable wird hier als t geschrieben, weil eine typische Anwendung der zeitliche Mittelwert von Größen ist.

  • Mitternachtsformel

    Die Mitternachtsformel ist die allgemeine Lösungsformel für eine quadratische Gleichung der Form 0 = ax2 + bx + c. Der Name kommt daher, dass diese Formel so wichtig ist, dass man sie auch noch um Mitternacht im Tiefschlaf bzw. auf dem Höhepunkt einer Party ohne Nachdenken aufsagen können muss. Man kommt auf die Formel, indem man die Gleichung mithilfe einer sog. quadratischen Ergänzung umformt. 1. Faktor \(a \neq 0\) ausklammern \(\displaystyle ax^2+bx+c=0 \ \ \Leftrightarrow \ \ a\left (x^2+ \frac{b}{a}x+\frac{c}{a}\right )=0\) 2. „Null addieren": \(\displaystyle \Leftrightarrow a\left[ x^2+...

  • Mittlere freie Weglänge

    Die mittlere freie Weglänge (manchmal auch nur freie Weglänge) ist diejenige Strecke \(\lambda\), die ein Teilchen in einem umgebenden Medium (Festkörper, Flüssigkeit, Gas, Plasma) zurücklegen kann, ohne mit einem Teilchen des Mediums in Wechselwirkung zu treten. In einer Elektronenröhre ist \(\lambda\) z. B. die Strecke, die ein aus der Kathode ausgetretenes Elektron zwischen zwei Stößen mit einem Gasmolekül zurücklegt. In einem elektrischen Kabel die Strecke, die ein Leitungselektron ungestört „driften“ kann. Die mittlere freie Weglänge eines Gasteilchens zwischen zwei Stößen mit anderen...

  • Mittlere lineare Abweichung

    In der beschreibenden Statistik ist die mittlere lineare Abweichung \(d_\bar{x}\) ein Streuungsmaß, das als arithmetisches Mittel der Beträge der Differenzen zwischen den Datenwerten und dem Mittelwert \(\bar{x}\) definiert ist: \(\displaystyle d_\bar{x} = \frac{1}n \left( \sum_{i=1}^n \big| x_i-\bar{x} \big| \right)\) Eine alternative Definition bezieht die Abweichung auf den Median \(\tilde{x}\) der Werte: \(\displaystyle d_\text{Med} =d_\tilde{x} = \frac{1}n \left( \sum_{i=1}^n \big| x_i-\tilde{x} \big| \right)\) Insbesondere die zweite Definition ist wesentlich unempfindlicher gegen...

  • Mittlere Steigung von Funktionsgraphen

    Die mittlere Steigung (oder Änderungsrate) eines Funktionsgraphen im Intervall [x1; x0] ist die Steigung der Sekante, welche den Graphen in den Punkten (x1|f(x1)) und (x0|f(x0)) schneidet. Dagegen entspricht die momentane Änderungsrate an der Stelle x0 der Tangentensteigung in diesem Punkt und damit der ersten Ableitung \(f'(x_0)\) an dieser Stelle.

  • Modal auxiliaries / Modalverben

    Allgemein Modal auxiliaries (modale Hilfsverben) verändern die Aussage eines Satzes. Sie sagen aus, ob etwas getan werden kann, muss, darf, soll. Im Gegensatz zu den Hilfsverben be, do, have können sie nie allein, sondern nur in Verbindung mit einem main verb (Vollverb) stehen. Gebrauch Es gibt verschiedene modale Hilfsverben mit unterschiedlichen Formen des Gebrauchs, abhängig von der Bedeutung, der Zeitform und der Bejahung bzw. Verneinung im Satz. Fähigkeit (ability): Tom can swim. Möglichkeit (possibility): It may / might / could rain later. Bitte (request): Can / May I open a window...

  • Modalsatz

    Über das Wort „modal“ Abkürzung: mod. Herkunft: mittellat. modālis die Art und Weise betreffend (von modus Maß, Art, Weise) Definition Ein „Modalsatz“ ist ein Nebensatz, der eine andere oder genauere Beschreibung desselben Sachverhalts gibt, der im übergeordneten Satz genannt ist. Arten von Modalsätzen (1) finite Nebensätze Modale Nebensätze mit finitem Verb können eingeleitet werden mit folgenden Subjunktionen: • cum indem, dadurch dass (mit Verb im Indikativ) • cum wobei, indem (mit Verb im Konjunktiv > (E2) Sinnverhältnis bei cum- und ut-Sätzen) ÷ (cum + Indikativ) Bis improbus fuistī, cum...

  • Modalsatz

    Der Modalsatz gehört zu den Unterarten des Adverbialsatzes. Er gibt die genaueren Umstände einer Handlung an und wird häufig durch die Konjunktionen indem, wobei, dadurch dass oder wie eingeleitet. Man fragt nach ihm mit wie, wodurch, mit welchem Mittel oder unter welchen Begleitumständen. Beispiele: Er begann seine Rede, indem er die Zuhörer begrüßte. Sie gaben sich die Hand, wobei sie einander in die Augen sahen. Dadurch dass er das Band zerschneidet, eröffnet der Bürgermeister die neue Straße.

  • Modalverb

    Definition Unter „Modalverb“ versteht man ein Verb mit einer Modus-ähnlichen Bedeutung, das gewöhnlich ein untergeordnetes Verb zu sich nehmen muss, das die eigentliche Bedeutung trägt. Funktionsweise und Beispiele (1) Das Modalverb übernimmt die Satzkonstruktion und Verbform des untergeordneten Verbs (d.h. die das untergeordnete Verb hätte, wenn es ohne Modalverb stände); das untergeordnete Verb steht im Infinitiv in der Konstruktion Infinitiv mit übernommenem Subjekt. Diese Konstruktionsweise existiert im Lateinischen wie im Deutschen. Ein Satz ohne Modalverb kann z.B. lauten: (a) Hodiē...

  • Modalverben

    Allgemein Es gibt im Deutschen sechs Modalverben: können, dürfen, müssen, mögen, sollen, wollen. Sie verfeinern die Aussage über die Art und Weise einer Handlung. Beispiel: Wir fangen an. Wir sollen anfangen. Modalverben stehen in der Regel in Verbindung mit einem Vollverb im Infinitiv. Beispiele: Er kann laufen. Ich darf kommen. Sie haben unterschiedliche Bedeutungen: können: Möglichkeit/Fähigkeit \(\rightarrow\) Wir könnten jetzt gehen. / Ich kann singen. dürfen: Erlaubnis \(\rightarrow\) Wir dürfen heute Nachmittag spielen. müssen: Pflicht/Notwendigkeit \(\rightarrow\) Wir müssen den Termin...

  • Modalwert

    Der Modalwert oder Modus ist ein statistisches Lagemaß, das angibt, welche Merkmalsausprägung bzw. welcher Wert in einer Stichprobe am häufigsten vorkommt. Da zur Bestimmung des Modalwerts nur die Häufigkeitstabelle aufgestellt werden muss, lässt er sich auch für Merkmale angeben, die nicht mit Zahlen ausgedrückt werden können (etwa die Farbe von Smartphones oder das Interesse am Schulunterricht).

  • Modellierung

    Ein mathematisches Modell beschreibt Vorgänge aus dem „richtigen Leben“ mit Formeln, Funktionen und Ähnlichem. Auf diese Weise lassen sich Antworten auf Fragen berechnen, die sich ohne Mathematik nicht finden ließen. Man muss aber immer sowohl prüfen, ob das mathematische Modell auch passt, also ob es die Vorgänge richtig beschreibt, als auch, ob sich die berechneten Ergebnisse wieder auf die Realität übertragen lassen. Beispiel: Wenn man mit dem Satz des Pythagoras die Länge einer Dreiecksseite berechnet, landet man bei einer quadratischen Gleichung, die in der Regel eine positive und eine...

  • Modes of presentation / Erzählweisen

    Allgemein Ein Autor kann auf verschiedenen Techniken zurückgreifen, um die Erzählhandlung zu vermitteln. Die wichtigsten Erzählweisen sind: panoramic presentation und scenic presentation. Überblick: Erzählweisen panoramic presentation (raffender Bericht) scenic presentation (szenische Darstellung) Sie fasst ausgewählte Ereignisse zusammen und vermittelt einen Überblick über ein Geschehen, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Mit den zeitgestalterischen Mitteln der compression of time (Raffung) und ellipsis (Aussparung) schafft der Autor den Eindruck der räumlichen und zeitlichen...

  • Modus

    Andere Bezeichnung: Aussageweise Über das Wort „Modus“ Genus, Betonung: der Modus Plural: die Modi Abkürzung: Mod. Herkunft: von lat. modus Art und Weise Definition „Modus“ ist eine der Dimensionen der Konjugation. Unter „Modus“ versteht man die Kategorien der Konjugation (und andere grammatische Mittel), die das Verhältnis des in einem Satz ausgesagten Sachverhalts zur Wirklichkeit bestimmen. D.h. der Modus gibt an, ob der Sprecher den Inhalt seiner Aussage auffasst als eine der Wirklichkeit entsprechende Tatsache, als ein der Wirklichkeit widersprechendes Gedankenspiel, als Möglichkeit, als...

  • Mohammed

    Mohammed, Begründer des Islams, lebte von ca. 570 bis 632. Mohammed wurde in ärmlichen Verhältnissen geboren. Er heiratete mit 25 Jahren eine reiche Kaufmannswitwe. Ab 610 sammelte er eine wachsende Anhängerschaft mit der Botschaft: Allah ist der einzige Gott, Mohammed sein Prophet, das Jüngste Gericht ist nahe. Anfangs war er sich seiner Sendung keinesfalls sicher. Erfolglos in seiner Heimatstadt Mekka, wanderte der verachtete Prophet 622 mit seinen Anhängern nach Medina aus (Hedschra). Das Datum gilt später als Beginn der arabischen Zeitrechnung. Von dort begann sein Aufstieg als religiöser...

  • Mohs’sche Härteskala

    Die Mohs’sche Härteskala (nach Friedrich Mohs) teilt die Härte bzw. Festigkeit von Festkörpern (ursprünglich nur von Edelsteinen) in zehn Klassen ein. Die Härte ist dabei definiert als ein Maß des Widerstands, den ein Körper einer Verletzung seiner Oberfläche entgegensetzt. Ein Körper 1 ist definitionsgemäß härter als ein Körper 2, wenn man mit Körper 1 den Körper 2 ritzen kann. Stoff Härtestufe Talk 1 Gips 2 Kalkspat 3 Flussspat 4 Apatit 5 Orthoklas 6 Quarz 7 Topas 8 Korund 9 Diamant 10

  • Mol

    [abgeleitet von Molekül]: Einheitenzeichen Mol, SI-Einheit der Stoffmenge (Teilchenmenge). Festlegung: Ein Mol ist die Stoffmenge eines Systems bestimmter Zusammensetzung, das aus ebenso vielen Teilchen besteht, wie Atome in 0,012 Kilogramm des Kohlenstoffnuklids 12C enthalten sind. Die in dieser Definition des Mols implizit enthaltene Teilchenzahl ist die Avogadro-Konstante NA: NA = 6,022142 • 1023 Mol–1 . Das Mol hängt eng mit der atomaren Masseneinheit u zusammen, denn es gilt: 1 g = 6,022 • 1023 u.

  • Molalität

    Konzentrationsangabe für Lösungen. Die Molalität wird gewöhnlich in der Einheit 1 Mol/kg gemessen und ist dann zahlenmäßig gleich der Anzahl der Mole, die in 1 kg Lösungsmittel gelöst sind. Beispiel: Eine 1-molale wässrige Lösung von Schwefelsäure, H2SO4, wird hergestellt, indem man 1 Mol H2SO4 (98,08 g) zu 1000 g Wasser gibt. Das Volumen spielt dabei (im Gegensatz zur Molarität) keine Rolle. Die Molalität einer Lösung ist daher temperaturunabhängig.

  • molare Masse

    Eine stoffspezifische Größe in der Einheit 1 g/Mol, deren Zahlenwert mit dem der Molekülmasse übereinstimmt.

  • Molarität

    (Stoffmengenkonzentration): Konzentrationsangabe für Lösungen; SI-Einheit: 1 Mol/m³ (gebräuchlicher: 1 Mol/l); Quotient aus der gelösten Stoffmenge (in Mol) des gelösten Stoffes und des Volumens (in m³ bzw. l) der Lösung (nicht des Lösungsmittels!). Eine einmolare Salzsäure (1 M Salzsäure) z. B. besitzt die Konzentration c = 1 Mol/l. Da die Molarität einer Lösung temperaturabhängig ist, bezieht man die Angabe der molaren Konzentration üblicherweise auf eine Temperatur von 20 °C.

  • Molekül

    [zu lat. molesculus »kleine Masse«] (Molekel): In sich abgeschlossenes, aus einer charakteristischen Anzahl gleichartiger oder verschiedenartiger Atome aufgebautes neutrales, seltener geladenes Masseteilchen, das als individuelle Einheit existieren kann. Der Zusammenhalt der Atome in einem Molekül erfolgt durch Atombindungen. Moleküle aus gleichartigen Atomen liegen z. B. in den elementaren Gasen wie Wasserstoff, H2, oder Chlor, Cl2, vor, aber auch bei anderen Stoffen, z. B. bei Phosphor P4 oder Schwefel S8. Aus verschiedenartigen Atomen sind die Molekül von Verbindungen aufgebaut. Die Art und...

  • Molekülformeln

    (Bruttoformeln, Summenformeln), sind Formeln, die neben dem Zahlenverhältnis auch angeben, wie viele Atome jeder Art am Aufbau des Moleküls tatsächlich vorhanden sind. So besitzt z. B. Ethin (Acetylen) die Verhältnisformel CH, da es Kohlenstoffatome und Wasserstoffatome im Verhältnis 1:1 enthält. Dagegen lautet die Molekülformel C2H2, da jedes Ethinmolekül zwei Kohlenstoffatome und zwei Wasserstoffatome enthält. Phosphorpentoxid hat die Verhältnisformel P2O5, aber die Molekülformel P4O10.

  • Molekülmasse

    Masse eines Moleküls, ausgedrückt in atomaren Masseneinheiten (u). Die Molekülmasse ist die Summe der Atommassen der Atome eines Moleküls. Die relative Molekülmasse ist eine Verhältnisgröße und gleicht dem Zahlenwert der in atomaren Masseneinheiten gemessenen Molekülmasse. Beispielsweise hat das Wassermolekül H2O die Molekülmasse (1 + 1 + 16) u = 18 u und die relative Molekülmasse 18.

  • Molekülverbindung

    Substanz, die aus einzelnen Molekülen zusammengesetzt ist. Dies trifft für alle gasförmigen und für viele flüssige und feste Verbindungen zu. Der Begriff dient zur Abgrenzung von Ionenverbindungen.

  • Molvolumen

    (molares Volumen), Formelzeichen Vm: Quotient aus dem Volumen V und der Anzahl n der Mole eines Stoffes (Vm = V/n). SI-Einheit: 1 m³/Mol (gebräuchlicher: 1 l/Mol). Das Molvolumen des idealen Gases bei einer Temperatur von 0 °C und einem Druck von 1013,25 hPa beträgt 22,414 l/Mol.

  • Monarchie (griechische Antike)

    Monarchie (griechische Antike), im Unterschied zur Aristokratie und Demokratie diejenige Staatsform, in der ein Einzelner, der Monarch, die Herrschaft ausübt. Die Nachfolge bei der Königsherrschaft wird durch Wahl (Königswahl) oder durch Erbnachfolge geregelt, bei der der Monarch sein Leben lang herrscht und erst nach seinem Tod von einem Erben abgelöst wird. Von der Tyrannis und einer Diktatur, die ebenfalls Alleinherrschaften sind, unterscheidet sich die Monarchie durch ihre Legitimation, die auf religiösen und charismatischen Vorstellungen beruht. Dies kann ein Gottkönigtum mit göttlicher...

  • Monocotyledonen

    Die Monocotyledonen (Monocotyledonae) sind ein-keimblättrige Pflanzen (z.B. Gräser, Liliengewächse, Orchideen, Palmem)

  • Monogamie

    Monogamie (Einehe): das Zusammenleben von zwei Geschlechtspartnern für eine Fortpflanzungsperiode oder im Extrem für die Lebensdauer eines Partners. Der Mensch und auch viele Tiere leben in der Regel zeitlebens mit nur einem Geschlechtspartner zusammen. Die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau nennt man monogam. In anderen Kulturen ist auch die Vielehe (Polygamie) möglich oder üblich.

  • monoklonale Antikörper

    monoklonale Antikörper: genetisch identische Antikörper, die mit der sog. Hybridomtechnik hergestellt werden: Entartete Lymphocyten (sog. Myelomazellen) werden mit Antikörper bildenden Lymphocyten verschmolzen. Diese Hybridome sind fast unbegrenzt lebensfähig und bilden große Mengen des Antikörpers, auf den die Lymphocyten »programmiert« waren.

  • Monolog

    Der Monolog ist ein Selbstgespräch in literarischen Texten, in welchem die Figur persönliche Einstellungen, Pläne, Gefühle sowie Beziehungen zu anderen Figuren preisgibt. Eine spezielle Art des Monologs ist der innere Monolog.

  • Monophthong

    Andere Bezeichnungen: einfacher Vokal, Einfachvokal Über das Wort „Monophthong“ Genus, Betonung: der Monophthong (nach der lateinischen Betonung) Plural: die Monophthonge Abkürzung: — Herkunft: von lat. monophthongus, dies von griechisch monóphthongos Einfachlaut (aus mónos allein, einzeln, einzig + phthóngos Ton, Stimme, Laut) Beachte: Das Wort „Monophthong“ schreibt sich mit ph + th! Definition Ein „Monophthong“ ist ein einzeln stehender Vokal, d.h. ein Vokal, der in seiner Silbe (= Sprechsilbe) nicht mit einem weiteren Vokal verbunden ist. Hinweis: Gegenstücke zu „Monophthong“ sind...

  • Monosyndeton

    Andere Bezeichnung: Monosyndese Über das Wort „Monosyndeton“ Genus, Betonung: das Monosyndeton (Betonung auf dem y) Plural: die Monosyndeta Abkürzung: — Herkunft: von griechisch monosýndeton Einfachverbundenes (aus mónos ein einziger + syn- zusammen + de- binden + -t- resultatives Passivpartizip + -on Nom.Sg.Neutrum) Definition Das „Monosyndeton“ ist eine Aneinanderreihung (Aufzählung) syntaktisch gleichwertiger Ausdrücke mit einer einzigen Konjunktion, die gewöhnlich bei dem letzten Aufzählungsglied steht. Erläuterungen: • Gegenstücke zu „Monosyndeton“ sind „Polysyndeton“ und „Asyndeton“. •...

  • Monotonie

    Eine Funktion \(f:\! x \mapsto g(x) \ \ (x\in D_f)\) heißt auf einem Intervall \(I \subset D_f\) genau dann monoton steigend (zunehmend), wenn für alle \(x_1, x_2 \in I\) gilt: \(x_1< x_2 \ \ \Rightarrow \ \ f(x_1) \le f(x_2)\) streng monoton steigend (zunehmend), wenn für alle \(x_1, x_2 \in I\) gilt: \(x_1< x_2 \ \ \Rightarrow \ \ f(x_1) < f(x_2)\) monoton fallend (abnehmend), wenn für alle \(x_1, x_2 \in I\) gilt: \(x_1< x_2 \ \ \Rightarrow \ \ f(x_1) \ge f(x_2)\) streng monoton fallend (abnehmend), wenn für alle \(x_1, x_2 \in I\) gilt: \(x_1< x_2 \ \ \Rightarrow \ \ f(x_1) > f(x_2)\)...

  • Montague, John

    John Montague, irischer Lyriker, geb. am 28.02.1929 in New York. Montague zog im Alter von vier Jahren zu seiner Tante nach Irland. Werke Der erste von vier Gedichtbänden, durch die Montague Anerkennung erlangte, war Forms of Exile (1958). Andere Werke sind The Rough Field (1972), A Slow Dance (1975), The Dead Kingdom (1984), Time in Armagh (1993) und Smashing the Piano (1999). Themen In den früheren Gedichten übt Montague harsche Kritik an der puritanischen Engstirnigkeit (narrow-mindedness) des irischen Lebens. Spätere Werke befassen sich mit der politischen Situation in Nordirland und den...

  • Mörike, Eduard

    Geboren in Ludwigsburg am 8.9.1804, gestorben in Stuttgart am 4.6.1875: Der Sohn eines Amtsarztes studierte ab 1822 Theologie am Tübinger Stift und war danach als Vikar tätig. Der Versuch, als freier Schriftsteller zu leben, scheiterte, weshalb er 1834 eine Pfarrstelle in Cleversulzbach annahm. Noch im gleichen Jahr ließ sich der kränkelnde Mörike in den Ruhestand versetzen. Er heiratete 1851, siedelte nach Stuttgart über und wurde Lehrer für Literatur (bis 1866). Mörike, der mit seinem Werk zwischen Romantik und Realismus steht, sah sich der deutschen Klassik verpflichtet, v.a. seinem Vorbild...

  • Morphologie

    Über das Wort „Morphologie“ Genus, Betonung: die Morphologie Plural: die Morphologien Abkürzung: Morph. Herkunft: von Goethe für die Biologie gebildetes griechisches Wort: morphologíā Gestaltlehre, Formenlehre (von morphḗ Gestalt, Form) Definition „Morphologie“ ist die zusammenfassende Bezeichnung für Wortbildung und Flexion.

  • Mörser

    (Reibeschale): Gerät, das zusammen mit dem stempelförmigen Pistill zur Zerreibung und Durchmischung grobkörniger Substanzen dient.

  • Morula

    Morula (Maulbeerkeim) ist die Bezeichnung für den Zellhaufen als Ergebnis der mitotischen Zellteilung; erster Schritt der Keimesentwicklung.

  • Multiplikation

    Die Multiplikation (das „Malnehmen“) ist eine der Grundrechenarten. Das Rechenzeichen ist der Malpunkt „·“. Manchmal (und in englischsprachigen Ländern in der Regel) wird auch das Malkreuz „ד benutzt. Man kann sich die Multiplikation als eine wiederholte Addition vorstellen: 25 + 25 + 25 + 25 = „vier Mal die 25“ = 4 · 25 = 100. Anmerkung: Eine wiederholte Multiplikation kann man als Potenz schreiben. Einen Rechenausdruck mit Malzeichen, wie 12 · 11, bezeichnet man als Produkt. Die einzelnen Zahlen, die miteinander multipliziert (malgenommen) werden, heißen Faktoren. Sie werden der Reihenfolge...

  • Mumifizierung

    Mumifizierung, Verfahren zur Haltbarmachung des menschlichen Körpers nach dem Tod in der ägyptischen Hochkultur. Die Körper vornehmer Toter wurden nach Entnahme der Organe mittels Natronsalz 40 bis 70 Tage lang ausgetrocknet und danach einbalsamiert. Die Mumifizierung zählte wie die Vorstellung vom Totengericht zu den Bestattungsriten. Die Mumifizierung sollte im Jenseits eine Rückkehr der Seele in den Körper ermöglichen. Dem Toten wurden deshalb alltägliche Gegenstände ins Grab gelegt. Die Mumifizierung des Pharaos war besonders wichtig, da er auch im Jenseits für seine Untertanen sorgte.

  • Münchener Abkommen

    Münchener Abkommen, der am 29./30.September 1938 in München abgeschlossener Vertrag zwischen Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich über die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete in der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich. Hitler, Benito Mussolini (*1883, †1945), der britische Premierminister Arthur Chamberlain (*1869, †1940) und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier (*1884, †1970) beschlossen die Abtretung des Sudetengebiets an Deutschland zum 1.10.1938. Hitler beteuerte, dass dies seine letzte Forderung sei. Er beanspruchte die deutschsprachig dominierten...

  • Müntzer

    Müntzer, Thomas, deutscher evangelischer Theologe, der von etwa 1490 bis 1525 lebte. Der evangelische Theologe war einer der Anführer in Thüringen, zunächst auch ein Anhänger von Luthers Lehre. Später versuchte er jedoch, mit Waffengewalt eine „christliche Demokratie“ zu errichten. Er setzte den Kampf gegen die Obrigkeit mit der Verwirklichung des Reiches Gottes gleich. Nach der Niederlage der aufständischen Bauern bei der Schlacht bei Frankenhausen in Thüringen wurde Müntzer gefangen genommen und hingerichtet.

  • Münzmetalle

    Die Metalle der ersten Nebengruppe des Periodensystems: Kupfer, Silber, Gold. Aus diesen wurden früher Münzen hergestellt. Heute verwendet man dazu Legierungen oder Verbundstoffe aus Kupfer, Nickel, Zink und Eisen.

  • Münzwurf

    Ein Münzwurf, also der Wurf einer flachen kreisförmigen Münze mit unterschiedlicher Vorder- und Rückseite („Kopf“ und „Zahl“), ist ein klassisches Beispiel für ein Zufallsexperiment. Da es nur zwei mögliche Ausgänge gibt, handelt es sich hierbei um ein Bernoulli-Experiment, und weil alle, d. h. beide Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind, auch ebenso um ein Laplace-Experiment. Streng genommen gilt der letzte Satz allerdings nur für eine „ideale“ Münze, die unendlich dünn und perfekt symmetrisch ist. Eine reale Münze kann dagegen sehr selten auch mal auf der Seite landen (kein Bernoulli...

  • Musil, Robert Edler von

    Geboren in Klagenfurt (Österreich) am 6.11.1880, gestorben in Genf (Schweiz) am 15.4.1942: Musil besuchte 1892-1897 militärische Bildungsinstitute und studierte ab 1898 in Brünn Maschinenbau, ab 1903 in Berlin Philosophie, Psychologie sowie Mathematik und promovierte 1908. Nach der Zeit als Bibliothekar an der Technischen Hochschule in Wien (1911-13) war Musil bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Redakteur der Neuen Rundschau und Mitarbeiter der expressionistischen Zeitschrift Die Aktion in Berlin. Ab 1923 lebte Musil als freier Schriftsteller, Kritiker und Essayist in Berlin und Wien und...

  • Muskeln

    Muskeln: Alle Tiere mit Ausnahme der Einzeller und Hohltiere besitzen einkernige Muskelzellen und meist auch vielkernige, quer gestreifte Muskelfasern. Die Muskeln können sich zusammenziehen (Muskelkontraktion) und dienen dadurch der Fortbewegung. Sie halten den Körper im Schwerefeld der Erde aufrecht, können Hohlorgane verengen (Darm, Harnblase, Blutgefäße) oder wirken als Pumpe für die Körperflüssigkeit bzw. das Blut (Herzmuskel). Muskeln, die Gliedmaßen vom Körper wegbewegen, heißen Abspreizer (Abduktoren). Diejenigen Muskeln, die Gliedmaßen zum Körper hinbewegen, werden Adduktoren genannt...

  • Mutation

    Eine plötzliche spontane oder durch Mutagene hervorgerufene Veränderung des Erbgutes. Mutationen kommen bei jedem Lebewesen sowohl in Körperzellen als auch in Zellen der Keimbahn vor. Durch eine Mutation wird ein Allel (oft das Wildallel) eines Gens in ein anderes, manchmal sich nachteilig auswirkendes Allel umgewandelt. Meistens verhalten sich die neuen Allele rezessiv (Rezessivität) gegenüber dem Wildtyp.

  • Myon und Tauon

    Myon und Tauon sind als geladene Leptonen die „großen Geschwister“ des Elektrons. Außer in ihrer Masse und Lebensdauer sind die drei Teilchen identisch. Das Myon ist mit einer Masse (genauer: Ruheenergie) von 106 MeV das leichstete nicht stabile Elementarteilchen. Seine Lebensdauer ist mit 2,2 ms extrem lang für die Verhältnisse der Elementarteilchenphysik, aber dennoch zu kurz, um mit annähernd Lichtgeschwindigkeit von der Hochatmosphäre bis zum Erdboden zu gelangen. Dass man trotzdem Myonen aus der kosmischen Strahlung am Erdboden beobachtet, ist ein direkter Beweis der von der Speziellen...