Pubertät bei Jungen – das sollten Sie wissen

Die Pubertät – jeden trifft sie in seinen Jugendjahren. Einerseits gefürchtet von Eltern, andererseits keine leichte Zeit für Jugendliche, die eine Vielzahl von Veränderungen durchleben. Doch was passiert eigentlich genau in der Pubertät mit Jungen und was können Eltern tun? Wir geben Ihen einige allgemeine Tipps, wie Sie mit der neuen Situation umgehen können und was im Einzelnen in den Familien ausgehandelt werden sollte.

Die Veränderungen – was passiert mit meinem Sohn?

Man sagt, dass die Pubertät bei Jungen mit dem zehnten bis zwölften Lebensjahr einsetzt und in etwa drei bis vier Jahre dauert. Bei Mädchen setzt die Pubertät generell ein bisschen früher ein. Die Zeit der Pubertät bei Jungen ist geprägt von einer Reihe körperlicher Veränderungen. Zu den wichtigsten zählt eine erhöhte Testosteronproduktion, welche zu deutlichem Körperwachstum führt („hochschießen“). Dieses Wachstum verläuft oft ungleichmäßig und in Schüben. Manchmal wirken Jungen in der Pubertät mit ihren langen Gliedmaßen ein bisschen unproportioniert, meist wird der Körper aber in späteren Jahren wieder harmonisch.  Ebenso wächst der Kehlkopf und es kommt bei Jungen in der Pubertät zum Stimmbruch. Sie bekommen Körper- und auch Schambehaarung. Die Geschlechtsteile wachsen und reifen. Viele Jungen haben mit unreiner Haut bis hin zu starker Akne zu kämpfen.

Dies alles läuft nicht parallel bei Jungen im selben Alter – gleichaltrige Jugendliche können unterschiedlich weit entwickelt sein. (Es fangen auch nicht alle Kleinkinder im selben Alter an zu laufen.)

Neben den körperlichen Veränderungen gibt es eine Reihe von anderen Veränderungen, die im Verhalten und Erleben liegen. In einer frühen Phase der Pubertät können Jungen unsicher sein und Schamgefühle entwickeln. Sie zeigen sich dann nicht mehr nackt vor den Eltern. Auch beginnen Jungen in der Pubertät, Geheimnisse vor den Eltern zu haben, was im Kindesalter kaum vorkommt. Insgesamt ziehen sie sich von den Eltern zurück, die als Bezugspersonen weniger bedeutend werden. Gleichaltrige werden nun wichtiger und übernehmen diese Rolle.

Es kommt zu einem anderen Blick auf Mädchen, und Jungen in der Pubertät fangen an, Verhaltensweisen von Erwachsenen im Hinblick auf Geschlechtlichkeit und Sexualität zu übernehmen.

Für Jungen in der Pubertät geht es um das Testen der Grenzen. Diese zu überschreiten und aufgezeigt zu bekommen, ist ein Lernprozess, der auch dazu dient, eigene Positionen zu entwickeln. Jungs gehen eher Risiken ein, führen Kämpfe, messen ihre Kräfte und begeben sich in Konkurrenz zueinander. So versuchen sie festzustellen, wo sie im sozialen Gefüge stehen. Dieses Verhalten wird oft als rebellisch, aggressiv oder konfrontativ beschrieben. Es geht aber auch um Grenzauslotung. Hinter all dem verbergen sich jedoch oft der Wunsch nach Anerkennung und die Hoffnung, einen Platz in der Welt zu finden. Jungen in der Pubertät suchen nach Orientierung und stellen sich Fragen nach der Zukunft. Männliche Erwachsene können als Rollenvorbilder dienen und sollten für Gespräche bereitstehen.

Wie kannst Sie sich als Elternteil während der Pubertät Ihres Sohnes verhalten?

Wichtig ist, in der Pubertät die Privatsphäre zu respektieren und einen Rückzug zu erlauben. Versuchen Sie, Ihrem Kind mit Verständnis und Toleranz zu begegnen. Starke Kontrolle führt meist dazu, dass Heranwachsende nicht lernen, Verantwortung zu übernehmen, und es besteht die Gefahr, dass sie sich abkapseln. Andererseits sind Jugendliche eben keine Erwachsenen und bedürfen klarer Regeln und Abmachungen. Feste Regeln können in Form von konkreten, anfangs leicht zu erfüllenden Aufgaben und Zuständigkeiten  gegeben werden, z. B. den Müll rausbringen oder Rasen mähen. Auch das Verabreden und festes Einhalten von gemeinsamen Mahlzeiten kann dazugehören. Grenzen und Regeln bleiben wichtig, so lernen Heranwachsende. Das genaue Maß zwischen Lassen und Kontrollieren zu finden, ist sicherlich nicht leicht und Patentrezepte können an dieser Stelle nicht gegeben werden. Versuchen Sie, einen festen Rahmen vorzugeben, der nicht überschritten werden darf, in dem der Pubertierende sich aber frei bewegen kann. So wird er sich auf seinen eigenen Weg begeben können in einer aufregenden, teils verwirrenden Zeit voller Veränderungen.

Vielleicht erinnern Sie sich an die Zeit, in der Sie zwischen 10 und 16 Jahre alt waren, als sich Interessen verschoben haben, die Eltern einem manchmal peinlich wurden und Sie das erste Mal unglücklich verliebt waren.  Üben Sie sich in Gelassenheit, auch diese Phase Ihres Sohnes wird vorübergehen, wie alle Phasen des Lebens letztlich viel zu schnell.

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