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  • Radioaktive Altersbestimmung

    Bei der radioaktiven Altersbestimmung bzw. Datierung ermittelt man das Alter von geologischen oder archäologischen Proben mithilfe des radioaktiven Zerfallsgesetzes. Die Grundannahme ist, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit ein radioaktives Isotop in der untersuchten Probe in konstanter Konzentration vorhanden war, da es beständig nachgeliefert wurde – beispielsweise nehmen lebende Tiere und Pflanzen mit der Atemluft radioaktives C-14 zu sich. Stirbt ein Lebewesen, erhält es kein neues C-14 mehr, sodass dessen Konzentration entsprechend dem Zerfallsgesetz stetig abnimmt...

  • Radioaktives Zerfallsgesetz

    Das radioaktive Zerfallsgesetz beschreibt die zeitliche Entwicklung der Anzahl der noch nicht zerfallenen Atomkerne einer radioaktiven Substanz. Die wesentliche Erkenntnis dabei ist, dass die Anzahl der Zerfälle, dN, die in der Zeitspanne dt in einer Substanz mit N Atomkernen stattfinden, proportional zur Anzahl N der gerade vorhandenen Atomkerne und der Dauer der Zeitspanne dt ist. Mit der Proportionalitätskonstante (Zerfallskonstante) \(\lambda\) bedeutet das \(\text d N = -\lambda \cdot N \cdot \text d t\). Das Minuszeichen berücksichtigt, dass die Anzahl der noch nicht zerfallenen Kerne...

  • Radioaktivität

    [zu lat. radius »Strahl«]: Die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, spontan, d. h. unabhängig von äußeren Einflüssen wie Temperatur oder Druck, unter Aussendung von Strahlen zu zerfallen (radioaktiver Zerfall). Bei den meisten radioaktiven Zerfällen treten die folgenden drei Arten von radioaktiver Strahlung auf: Alphastrahlen (α-Strahlen), Betastrahlen (β– und β+-Strahlen) und Gammastrahlen (γ-Strahlen).

  • Radioaktivität

    Radioaktivität (von lat. radius „Strahl“) bezeichnet das Aussenden von Strahlung aufgrund einer spontanen, d. h. zufällig auftretenden Umwandlung eines instabilen Atomkerns. Auch in stabilen Kernen kann man durch äußere Einwirkung Kernreaktionen und die Emission von Strahlung auslösen, dies wird jedoch i. A. nicht als Radioaktivität bezeichnet. Klassischerweise gibt es drei Arten von radioaktiver Strahlung, die Kernphysik kennt allerdings auch noch weitere Formen (s. u.): Alphastrahlung besteht aus Helium-4-Kernen,die deshalb auch oft als Alphateilchen bezeichnet werden (\(\alpha\)). Dieser...

  • Radiowellen

    Radiowellen sind elektromagnetische Wellen mit Frequenzen zwischen 10 kHz und 30 GHz, was einem Wellenlängenbereich von 30 km bis 1 cm entspricht. Man unterteilt sie in die Wellenlängenbereiche Langwelle, Mittelwelle Kurzwelle und Ultrakurzwelle. Radiowellen dienen v. a. zur Rundfunkübertragung (daher der Name). Aus dem Weltall gelangen Radiowellen verschiedener Herkunft zur Erde. Da die Atmosphäre für viele Bereiche der Radiowellen durchsichtig ist, ist die Radioastronomie neben der Beobachtung bei sichtbaren Wellenlängen der einzige Bereich der Astronomie, der vom Erdboden aus betrieben...

  • Radium

    [zu lat. radius »Strahl«]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Ra, OZ 88, relative Atommasse des langlebigsten Isotops: 226 (Halbwertszeit dieses Isotops 1599 Jahre). Physikalische Eigenschaften: Weiß glänzendes Metall; Dichte 5 g/cm³, Fp. 700 °C, Sp. 1140 °C. Chemische Eigenschaften: Erdalkalimetall, dessen Verbindungen denen des Bariums ähneln. Radium ist gegenüber Wasser und Säuren ähnlich reaktiv wie Kalium. Darstellung: Aus Lösungen des Minerals Pechblende wird zunächst Radiumsulfat, RaSO4, durch Zusatz von Bariumchlorid, BaCl2, und Schwefelsäure, H2SO4, mit dem entstehenden...

  • Radius

    Bei einem Kreis ist der Radius r die konstante Entfernung zwischen dem Mittelpunkt und einem Punkt auf der Kreislinie. Der Radius einer Kugel ist analog dazu der konstante Abstand zwischen dem Mittelpunkt und einem beliebigen Punkt auf der Oberfläche der Kugel. Oft spricht man auch bei nur annähernd kugelförmigen Körpern wie etwa der Erde vom Radius, der „Erdradius“ variiert zwischen 6357 km an den Polen und 6378 am Äquator. Flächeninhalt und Umfang eines Kreises bzw. und Volumen und Oberfläche einer Kugel sind direkte Funktionen des Radius. Kreis Flächeninhalt \(A = \pi \cdot r^2\) Umfang \(U...

  • Radon

    [Kw. aus Radium und Emanation (Ausströmung)]: Chemisches Element der VIII. Hauptgruppe, Zeichen Rn, OZ 86, Massenzahl des stabilsten Isotops 222; radioaktives Edelgas; Dichte bei 0 °C 9,73 g/l, Fp. -71 °C, Sp. -61,8 °C; entsteht als Zwischenprodukt der radioaktiven Zerfallsreihen; wird als strahlentherapeutisches Mittel verwendet.

  • Ramses

    Ramses, Name verschiedener Pharaonen. Ramses II. war Pharao in der 19. Dynastie, lebte von etwa 1303 bis 1213 v. Chr., regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. und wird auch als Ramses der Große bezeichnet. Er war ein großer Bauherr in der ägyptischen Hochkultur, ließ z. B. den Felsentempel Abu Simbel bei Assuan erbauen. Ramses II. beendete den Krieg mit den Hethitern durch einen in Hieroglyphenschrift und Keilschrift erhaltenen Bündnisvertrag.

  • Randwerte

    Die Randwerte eines betrachteten Intervalls können in verschiedenen Zusammenhängen von besonderer Bedeutung sein: An den Rändern des Definitionsbereichs einer Funktion kann diese divergieren. Auch kann das Maximum oder Minimum, also der größte oder kleinste Funktionswert im betrachteten Intervall, am Rand liegen, in diesem Fall (und nur in diesem) liegt ein Extremum ohne Nullstelle der ersten Ableitung vor. Wenn beim bestimmten Integral der Integrand an den Rändern des Integrationsbereichs divergiert, hat man es mit einem sog. uneigentlichen Integral zu tun, das sich allenfalls mit einer...

  • Rangmerkmal

    Ein statistisches Merkmal, dessen Ausprägungen mit einer Ordinalskala in einer eindeutige Reihenfolge (Rangfolge) angeordnet werden können.

  • Rapallovertrag

    Rapallovertrag, Vereinbarung vom Deutschen Reich und der Sowjetunion über beiderseitigen Verzicht auf Kriegsentschädigung und Gebietsansprüche, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit vom 16.4.1922. Rapallo ist eine italienische Stadt. Damit gelang der erste Schritt aus der außenpolitischen Isolation nach dem Ersten Weltkrieg. Das Deutsche Reich umging nach geheimen Verhandlungen mit der Sowjetunion die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrags, indem es sowjetisches Territorium militärisch nutzte.

  • Rassenpolitik

    Rassenpolitik, Maßnahmen der nationalsozialistischen Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik mit dem Ziel, die Zahl der Menschen mit positiv angesehenen Erbanlagen zu vergrößern (positive Eugenik) und die Zahl der Menschen mit als negativ angesehenen Erbanlagen zu verringern (negative Eugenik). Die Rassenpolitik diente auch der Bildung der Volksgemeinschaft im NS-Staat. Die „germanische“ „Rasse“ bezeichnete Hitler als höherwertige „Herrenrasse“ („Arier“). Dunkelhäutige Menschen, Slawen, Juden oder Sinti und Roma („Zigeuner“) galten als minderwertige „Untermenschen“. Diese Diskriminierung bis hin...

  • Rastertunnelmikroskop

    Das Rastertunnelmikroskop ist ein spezielles, nicht optisches Mikroskop, das auf dem Tunneleffekt beruht und atomare Details von Oberflächen abbildet. Der Aufbau besteht in einer äußerst feinen Metallspitze, die im Abstand von etwa 1 nm über die abzubildende Oberfläche geführt wird. Legt man zwischen Spitze und Oberfläche eine elektrische Spannung an, „tunneln“ Elektronen durch den energetisch verbotenen winzigen Spalt zwischen Spitze und Oberfläche und es fließt ein sog. Tunnelstrom. Die Stromstärke des Tunnelstroms hängt sehr empfindlich vom Abstand der Spitze von der Oberfläche ab. Es gibt...

  • Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe

    Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, Abkürzung RgW, am 25.1.1949 als Reaktion auf die Verkündung des Marshallplans gegründete Wirtschaftsgemeinschaft der Ostblockstaaten mit Sitz in Moskau. Der RgW wurde auch Council for Mutual Economic Assistance, Abkürzung COMECON, bezeichnet. Dem RgW gehörten die Gründungsmitglieder Sowjetunion, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn sowie Albanien (ab 1962 ruhende Mitgliedschaft), die DDR (1950 bis 1990), die Mongolische Volksrepublik (1962), Kuba (1972), Vietnam (1978) und ab 1964 (als assoziiertes Mitglied) Jugoslawien an. Ziele waren...

  • Rationale Funktionen

    Rationale Funktionen sind der Oberbegriff für ganzrationale Funktionen und gebrochenrationale Funktionen, also für Funktionen, deren Funktionsterm entweder ein Polynom u(x) oder ein Bruch aus zwei Polynomen \(\displaystyle \frac{u(x)}{v(x)}\) ist. Ihre maximale Definitionsmenge ist \(\mathbb R\) mit Ausnahme von eventuellen Nullstellen des Nennerpoynoms v(x): \(D_f = \mathbb R \setminus \{x| v(x) = 0\}\).

  • Rationale Zahlen

    Die Menge \(\mathbb{Q}\) der rationalen Zahlen enthält alle Bruchzahlen und ihre Gegenzahlen. Anders ausgedrückt sind die rationalen Zahlen die Brüche mit ganzen Zahlen in Zähler und Nenner: \(\mathbb{Q} = \left\{ x \left| x = \dfrac s t,\ s,t \in \mathbb Z \right. \right\}\) In der Menge \(\mathbb{Q}\) sind die Mengen \(\mathbb N\), \(\mathbb B\) und \(\mathbb Z\) der natürlichen, ganzen und Bruchenzahlen enthalten. Anmerkung: Da man einen Bruch erweitern oder kürzen kann, ohne dass sich ein Wert ändert, ist die Darstellung einer rationalen Zahl als Bruch nicht eindeutig. Um Eindeutigkeit zu...

  • Rationalmachen des Nenners

    Unter dem Rationalmachen des Nenners versteht man das Erweitern eines Bruchs mit Wurzeltermen, sodass anschließend nur noch im Zähler Wurzelausdrücke stehen, womit man meistens leichter weiterrechnen kann. Beispiel: \(\displaystyle \frac{5}{\sqrt[4]{15}} = \frac{5\cdot\sqrt[4]{15^3}}{\sqrt[4]{15}\cdot\sqrt[4]{15^3}} = \frac{5\cdot\sqrt[4]{15^3}}{\sqrt[4]{15^4}} = \frac{5\sqrt[4]{15^3}}{15} = \frac{1}{3}\sqrt[4]{15^3}\)

  • Rauch

    Gemenge, in dem Feststoffteilchen in einem Gas oder Gasgemisch feinstverteilt (dispergiert) sind. Je nach der Größe der Feststoffteilchen handelt es sich beim Rauch um ein grobdisperses oder kolloiddisperses System (disperses System). Ein kolloidal disperser Rauch, z. B. Zigarettenrauch, zählt zu den Aerosolen.

  • Raum

    Der Raum ist der Ort der Handlung in der Literatur und hat innerhalb der Darstellung des Geschehens verschiedene Funktionen: Raum als Handlungsort: Der Raum ist der konkrete Schauplatz, an dem das Geschehen stattfindet. Raum als Gefühlsraum: Die Figur hat zu dem Ort eine besondere Beziehung entwickelt. Raum als Symbol: Ein Ort der erzählten Welt gewinnt eine eigene Bedeutung. Beispiel: In Franz Kafkas Erzählung Die Verwandlung steht die Verwandlung des Zimmers in eine Höhle symbolisch für die psychsiche Veränderung des in einen Käfer verwandelten Gregor.

  • Raumdiagonale

    Eine Raumdiagonale ist eine Linie (Diagonale), welche in einem Körper, insbesondere einem Polyeder, zwei einander räumlich gegenüber liegende Punkte verbindet, also solche, die nicht zur gleichen Seitenfläche gehören bzw. die über drei und nicht zwei Kanten verbunden sind. Die Diagonalen der Seitenflächen nennt man zur besseren Unterscheidung Flächendiagonalen.

  • Raumgeometrie

    Die Raumgeometrie (Stereometrie) ist der Teil der Geometrie, der sich mit räumlichen, d. h. dreidimensionalen Objekten (Körpern) befasst sowie mit der Lage von zwei- und eindimensionalen Objekten (Figuren, Ebenen, Geraden und Strecken) im Raum. Bei der Untersuchung von Körpern interessieren zum einen ihr Volumen (Rauminhalt) und ihr Oberflächeninhalt. Bei einfachen Körpern wie Prismen, Polyedern, Zylindern, Pyramiden, Kegeln oder Kugeln lassen sich Volumen und Oberfläche mit Formeln berechnen, ebenso bei aus solchen Objekten zusammengesetzten Körpern. Volumen und Oberfläche von komplizierter...

  • räumliches Sehen

    räumliches Sehen: Tiere, die andere Tiere durch gezieltes Zupacken im Sprung (Katzen) oder Flug (Eulen) jagen oder die im Geäst hangeln und springen (Affen), müssen Entfernungen genau abschätzen können. Dazu wird der betreffende Gegenstand mit beiden Augen zugleich angeschaut. Das Gehirn ermittelt aus den Differenzen zwischen den Bildern des linken und des rechten Auges (Parallaxe) die Entfernung. Bei Lebewesen mit räumlichem Sehen liegen die Augen vorn in einer Ebene im Kopf (Eulen, Mensch, Affen). Fluchttiere, für die ein rechtzeitiges Wahrnehmen des Feindes wichtig ist, haben die Augen...

  • Raute (Rhombus)

    Ein Raute bzw. ein Rhombus ist ein Viereck bei dem alle vier Seiten gleich lang sind. Die Raute kann man damit auch als Parallelogramm mit gleich langen Seiten oder als Drachenviereck mit zwei parallelen Seitenpaaren bezeichnen. Eine Raute hat die folgenden weiteren Eigenschaften: Die beiden Diagonalen stehen senkrecht aufeinander und halbieren sich jeweils. Beide Diagonalen sind Symmetrieachsen und halbieren jeweils die Winkel an den Ecken, die sie verbinden. Einander gegenüber liegende Winkel sind gleich groß. Benachbarte Winkel ergänzen einander zu 180°. Die Raute ist punktsymmetrisch...

  • Reading techniques / Lesetechniken

    Allgemein Texte variieren in ihrer Aufmachung, Länge und Funktion. Als Leser kann man entscheiden, mit welchem Ziel man einen Text bearbeitet und welche reading technique (Lesetechnik) dafür zur Verfügung steht. Überblick: Reading techniques reading purpose (Leseziel) reading technique (Lesetechnik) questions on the text (mögliche Fragen zum Text) Erfassen der wesentlichen Inhaltspunkte skimming ("Abschöpfen" der Hauptinformationen) What's the text about? (Sum up the content of the text in two or three sentences.) Gezielte Suche nach Informationen, die einem Thema zugeordnet werden können...

  • Reagenzglas

    (Probierglas): Glasgerät zur Ausführung chemischer Reaktionen mit kleinen Substanzmengen. Beim Erhitzen ist die Öffnung sicherheitshalber von Personen wegzuhalten.

  • Reagenzien

    Chemisch besonders reine Stoffe, die mit bestimmten anderen Stoffen unter definierten Bedingungen charakteristische Reaktionen wie Fällungen, Zersetzungen, mit Farbveränderungen verbundene Zersetzungen u. Ä. eingehen. Reagenzien wer den v. a. zum Nachweis bestimmter Elemente oder Verbindungen verwendet.

  • Reaktionsgeschwindigkeit

    Formelzeichen \(\upsilon_\ce{R}\): Begriff aus der Reaktionskinetik, der bei einer chemischen Reaktion (z. B. A + B ⇌ C) die Veränderung einer Konzentration c in einer bestimmten Zeit angibt, \(\upsilon_\ce{R}\) = dc/dt, und der sich für jede an einer Reaktion beteiligte Substanz definieren lässt. Die Reaktionsgeschwindigkeit kann von der Temperatur (RGT-Regel), der Konzentration der beteiligten Stoffe (bzw. dem Druck bei Gasen), ihrer Oberfläche sowie der Anwesenheit von Katalysatoren beeinflusst werden. Die Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration der beteiligten...

  • Reaktionskinetik

    (chemische Kinetik): Teilgebiet der physikalischen Chemie, das sich mit dem zeitlichen Ablauf von chemischen Reaktionen (Reaktionsgeschwindigkeit) und der Aufklärung von Reaktionsmechanismen befasst.

  • Reaktionswärme

    (veraltet: Wärmetönung): Die bei einer chemischen Reaktion umgesetzte Wärme, d. h. die Differenz der Bildungswärmen (Bildungsenthalpie) von Produkten und Edukten. Läuft die Reaktion bei konstantem Druck ab, so heißt diese Differenz Reaktionsenthalpie, ΔH (Enthalpie). Bei konstantem Volumen ist die Reaktionswärme die Änderung der inneren Energie ΔU und heißt Reaktionsenergie. Die gebräuchlichere Größe ist aber ΔH. Ist ΔH negativ, so wird bei der Reaktion Energie frei (v. a. als Wärme), die Reaktion verläuft exotherm. Ist hingegen ΔH positiv, so wird bei der Reaktion Energie verbraucht, und die...

  • Rechnen mit Brüchen

    Beim Rechnen mit Brüchen sind einige Besonderheiten zu beachten, auch wenn sich im Prinzip jeder Bruch auch als normale Division schreiben und berechnen ließe: \(\displaystyle \frac 3 4 + \frac {17}{49} = 3 : 17 + 17 : 49\). Gleichnamige Brüche werden addiert bzw. subtrahiert, indem man die Zähler addiert bzw. subtrahiert und den Nenner beibehält. Ungleichnamige Brüche müssen erst gleichnamig gemacht (auf ihren Hauptnenner gebracht) werden. \(\displaystyle \frac a c + \frac b c = \frac {a+b} c \ \ (c \ne 0)\) \(\displaystyle \frac 4 3 + \frac 5 7 = \frac {28+15} {21} = ​\frac {43}{21} = 2...

  • Rechteck

    Ein Rechteck ist ein Viereck mit vier rechten Winkeln (daher der Name). Es hat die folgenden Eigenschaften: Je zwei gegenüberliegende Seiten sind parallel. Je zwei gegenüberliegende Seiten sind gleich lang. Je zwei gegenüberliegende Winkel sind gleich groß. Je zwei benachbarte Winkel sind gleich groß. Die Diagonalen sind gleich lang. Die Diagonalen halbieren sich. Der Flächeninhalt A eines Rechtecks ist das Produkt zweier benachbarter Seitenlängen: A = a · b. Der Umfang U eines Rechtecks ist die doppelte Summe der (unterschiedlichen) Seitenlängen: U = 2(a + b). Ein Rechteck ist...

  • Rechtschreibung

    Grundprinzipien Unter Grundprinzipien sind allgemeine Grundlagen des Schreibens zu verstehen, die sich mit der Zeit herausgebildet haben. Jedes der folgenden Prinzipien gilt nicht absolut, sondern ist im Zusammenhang der anderen zu sehen; sie sind „grobe Handlungsanweisungen“ für das Schreiben. Lautprinzip: Schreiben, wie man spricht BEISPIELE Dem lang gesprochenen Vokal o entsprechen drei unterschiedliche Schreibungen: Ton, Sohn, Boot. Bei der Trennung werden die Silben von Wörtern berücksichtigt: spie - len, Pä - da - go - gik. Stammprinzip: Gleiches möglichst gleich schreiben BEISPIELE...

  • Rechtskrümmung

    Ein Funktionsgraph hat Rechtskrümmung (bzw. ist konvex), wenn die zweite Ableitung der Funktion negativ ist. Das Krümmungsverhalten des Graphen bestimmt unter anderem über die Art seiner Extremstellen.

  • Rechtsseitiger Hypothesentest

    Ein einseitiger Hypothesentest heißt rechtsseitig, wenn die Alternativhypothese zur Nullhypothese p = p0 besagt, dass p größer als p0 ist, also „rechts davon“ liegt.

  • Rechtwinkliges Dreieck

    Dreiecke mit einem rechten Winkel heißen rechtwinklige Dreiecke. Die Gegenseite des rechten Winkels, sie ist die längste Dreiecksseite, heißt Hypotenuse. Üblicherweise nennt man diese Seite c und den rechten Winkel \(\gamma\). Die beiden anderen Dreiecksseiten a und b heißen Katheten, die zugehörigen Winkel \(\alpha\) und \(\beta\) sind immer spitzwinklig und ergänzen sich wegen des Winkelsummensatzes zu 90°: \(\alpha + \beta = 90^\circ\). Für rechtwinklige Dreiecke gelten die Sätze der Satzgruppe des Pythagoras und der Satz des Thales. Die Winkelfunktionen Sinus, Kosinus und Tangens wurden...

  • Reciprocal pronouns / reziproke Pronomen

    Definition Each other und one another sind rezipro­ke Pronomen (reciprocal pronouns). Sie werden verwendet, wenn die Handlung auf Gegenseitigkeit beruht. Handelt es sich um mehr als zwei Personen, so kann man each other oder one another benutzen. Beispiele Romeo and Juliet fell in love with each other. Lucy and Robert were looking at each other. We couldn’t see each other / one another. The people at Doreen’s party shook hands with each other / one another. Im Englischen wird unterschieden, ob eine wechselseitige Beziehung vorliegt (each other/one another) oder die Handlung reflexiv ist...

  • Reconquista

    Reconquista, die Rückeroberung des muslimischen Spaniens, wo der Islam herrschte, durch die Christen. Unter dem Eindruck der Kreuzzüge erklärten die Christen die Rückeroberung Spaniens ebenfalls zu einem Glaubenskrieg. Mit der Eroberung des letzten islamischen Königreichs Granada 1492 wurden nicht nur die Muslime (Mauren), sondern auch alle Juden vertrieben. Die zurückbleibenden Mauren wurden zwangsgetauft. Der Begriff der Reconquista ist jedoch einseitig. Es kam je nach politischer Lage auch zu Bündnissen über die Glaubensgrenzen hinweg. Nicht zuletzt durch die Toleranz der maurischen...

  • Rede

    Merkmale Die Rede ist die gebräuchlichste Form des öffentlichen Sprechens. Im Vergleich zur dialogischen Gesprächssituation ist die Redesituation eher monologisch. Die Redekunst (Rhetorik) hat eine lange Tradition. In der Antike wurde der rhetorischen Ausbildung ein bedeutender Stellenwert zugemessen. Diese Tradition gilt in ihren wesentlichen Merkmalen noch heute und hat sogar im angelsächsischen Bereich eine lebhafte Erneuerung erfahren. Man kann heute noch (grob) die folgenden drei Arten der öffentlichen Rede unterscheiden: die Feier- oder Festrede (genus demonstrativum, von lat...

  • Redebegleitsatz

    Ein Redebegleitsatz kann hinter, zwischen oder vor eine wörtliche Rede gesetzt werden. Wird ein Redebegleitsatz benutzt, wird dieser durch ein Komma oder einen Doppelpunkt von der wörtlichen Rede getrennt. Beispiele: "Ich fahre nach London", sagte er. Er sagte: "Ich fahre nach London." "Morgen", sagte er, "werde ich nach London fahren." Achtung: Auch bei einem Frage- oder Ausrufezeichen hinter der wörtlichen Rede steht ein Komma vor dem Redebegleitsatz. Beispiel: "Lauf weg!", rief er.

  • Redewendungen

    Eine Redewendung, auch Redensart, ist eine durch den alltäglichen Gebrauch zu einer festen Formel erstarrte Verbindung mehrerer Wörter. Die Bedeutung erschließt sich nicht unmittelbar aus der Bedeutung der einzelnen Wörter, stattdessen haben Redewendungen meist eine übertragene Bedeutung und verwenden Metaphern und andere rhetorische Figuren. Im Unterschied zum Sprichwort drückt die Redewendung keine allgemeingültige Erkenntnis oder Weisheit aus. Beispiele: von Kindesbeinen an; über den Berg sein; sich wie ein Elefant im Porzellanladen benehmen; ins Fettnäpfchen treten

  • Redoxindikatoren

    Organische Farbstoffe, die durch Oxidation oder Reduktion reversibel ihre Farbe ändern können; sie bilden selbst ein Redoxsystem. Der Farbwechsel ist z. B. bei Ferroin auf den Übergang des chelatgebundenen Eisens von der Oxidationsstufe +2 in die Oxidationsstufe +3 zurückzuführen.

  • Reduplikation

    DNA-Replikation (DNA-Reduplikation): Die Verdopplung des genetischen Code, die den molekularen Mechanismus für die vollständige Weitergabe der Erbinformation von Generation zu Generation darstellt. Vor jeder Zellteilung, der eine Verdopplung der Chromosomen vorausgeht, muss eine genaue Kopie des genetischen Code erstellt werden. Die DNA besitzt die Fähigkeit, sich identisch zu replizieren. Hierzu wird die als Doppelhelix vorliegende DNA am sog. Replikationsursprung durch Enzyme (Helicasen und Topoisomerasen) entdrillt und aufgespalten. Es bildet sich eine Replikationsgabel, die durch...

  • Reelle Zahlen

    Die Menge \(\mathbb R\) der reellen Zahlen ist der „größte“ Zahlenbereich, den man normalerweise in der Schule kennenlernt. Man kann sie folgendermaßen beschreiben: Die reellen Zahlen sind die Vereinigungsmenge aus der Menge \(\mathbb Q\) der rationalen Zahlen und der Menge der irrationalen Zahlen, für dies keinen eigenen „Mengenbuchstaben“ gibt: \(\mathbb R = \mathbb Q \cup \{\text{irrationale Zahlen} \}\) Die reellen Zahlen sind alle Dezimalzahlen: die abbrechenden (endlichen), periodischen und die nichtabbrechenden nichtperiodischen. Diese beiden Beschreibungen sind natürlich äquivalent...

  • Reflex

    Reflexe: die über das Zentralnervensystem (ZNS) ablaufenden, unwillkürlich-automatischen Antworten des Organismus auf einen Reiz. Charakteristisch für Reflexe ist, dass im ZNS immer von afferenten auf efferente Nerven umgeschaltet wird. Mindestens 2 Neuronen bilden einen Reflexbogen, der das empfangende Sinnesorgan (Rezeptor) über die zuführenden Nervenfasern mit der Schaltstation im nervösen Zentrum, meist im Rückenmark, verbindet und von dort über eine ableitende Faser zum Erfolgsorgan (Effektor) führt. Ein solch einfacher Reflex ist z. B. der Kniesehnenreflex. Die Unterscheidung in bedingte...

  • Reflexion (Spiegelung)

    Eine Spiegelung oder Reflexion (lat. reflexio „das Zurückwerfen“) bezeichnet die Erscheinung, dass ein Lichtstrahl oder allgemein eine Welle an der Grenze zwischen zwei verschiedenen Ausbreitungsmedien unter einem gewissen Winkel in das ursprüngliche Medium zurückgeworfen wird. Bei Lichtstrahlen gilt mit den Bezeichnungen aus der Abb. das folgende Reflexionsgesetz: Der Einfallswinkel ist gleich dem Ausfalls- bzw. Reflexionswinkel. Einfallender Strahl, Einfallslot und reflektierter Strahl liegen in einer Ebene. Daraus folgt z. B., dass ein senkrecht auf einen Spiegel fallender Lichtstrahl...

  • Reflexive pronoun / Reflexivpronomen

    Definition Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt eines Satzes zurück. Sie richten sich in Genus und Numerus nach dem Subjekt. Reflexivpronomen werden auf der zweiten Silbe betont. -self wird im Plural zu -selves. Achtung: Viele Verben, die im Deutschen reflexiv sind, das heißt ein Reflexivpronomen brauchen, sind im Englischen nicht reflexiv. Dazu gehören: afford (sich leisten), apologize (sich entschuldigen), argue (sich streiten), complain (sich beschweren), meet (sich treffen), remember (sich erinnern). Formen und Beispiele Singular Plural myself (mir/mich) ourselves (uns) yourself (dir...

  • Reflexivpronomen

    Andere Bezeichnung: rückbezügliches Fürwort Über das Wort „Reflexivpronomen“ Genus, Betonung: das Reflexivpronomen Plural: die Reflexivpronomen oder die Reflexivpronomina Abkürzung: Refl.-Pron. Herkunft: von lat. prōnōmen reflexīvum rückbezügliches Pronomen (eigentlich: Rückwendungspronomen, von reflexus zurückgewandt = Passivpartizip von reflectere zurückbiegen, zurückwenden) Definition Ein „Reflexivpronomen“ ist ein Pronomen, das sich auf das Subjekt des Satzes zurückbezieht in dem Sinne, dass es den Subjektgegenstand wiederaufnimmt. D.h. der im Subjekt genannte Gegenstand tritt noch einmal...

  • Reflexivpronomen

    Allgemein Das Reflexivpronomen drückt aus, dass sich ein Geschehen oder eine Handlung auf den Handelnden (das Subjekt) selbst zurückbezieht. Das Reflexivpronomen hat in der 3. Person Singular und Plural im Dativ und im Akkusativ die gleiche Form: sich. Die übrigen Formen entsprechen den Formen des Personalpronomens. Beispiele: Ich schäme mich. Er schämt sich. Zur Verstärkung kann selbst hinzugesetzt werden. Beispiel: Er bedankte sich selbst bei seinen Freunden. Deklination

  • Reformation

    Reformation, ursprünglich die Forderung nach einer Umgestaltung und Erneuerung (das lateinische Wort dafür ist „reformatio“) der katholischen Kirche nach Aufdeckung von zahlreichen Missständen in der Kirche v.a. durch Martin Luther und Jan Hus. Dies führte im Deutschen Reich zu schweren Unruhen und sogar zum Krieg zwischen dem katholischen Kaiser Karl V. und den lutherischen Landesfürsten. Kirche in der Krise Das 15. Jahrhundert war eine Zeit der Kriege, Pest, Seuchen und Hungersnöte. Für Trost und Hilfe war die Kirche zuständig, in der jedoch immer mehr Missstände zutage traten. Der Papst in...

  • Regeln der Kommasetzung

    Das Komma trennt Wörter, Wortgruppen oder Teilsätze voneinander oder vom übrigen Text des Satzes ab. Das Komma bei Aufzählungen Das Komma in Satzreihen Das Komma in Satzgefügen Das Komma bei Infinitiv- und Partizipialgruppen Das Komma bei Anrede und Ausruf Die Kann-Regel

  • Regenbogen

    Ein Regenbogen ist eine in der Atmosphäre auftretende Lichterscheinung in Form eines in den Farben des Spektrums leuchtenden Kreisbogens. Ein Regenbogen entsteht, wenn die hinter dem Beobachter stehende Sonne eine vor ihm befindliche Regenwolke oder -wand bescheint. Die Sonnenstrahlen werden in den einzelnen Regentropfen gebrochen und in ihre farbigen Bestandteile zerlegt. Außerdem werden sie reflektiert und so in das Auge des Betrachters gelenkt (Abb.). Von jedem einzelnen Regentropfen aus gelangt jeweils ein kleiner Teil des Lichtspektrums in das Auge des Bobachters. Für die Entstehung des...

  • Regieanweisung

    Die Regieanweisung zählt zu den Strukturelementen dramatischer Texte und ist ein Nebentext. Sie gibt Hinweise zu Ort, Zeit und den äußeren Bedingungen des Geschehens bzw. Anweisungen zur Umsetzung des Stücks. Jeder Akt im Drama wird in der Regel durch genaue Regieanweisungen eingeleitet, um Milieu und Atmosphäre so authentisch wie möglich darzustellen.

  • Reibung

    Unter dem Begriff Reibung bzw. Reibungskraft fasst man verschiedene Kräfte zusammen, die dazu führen, dass zwei sich berührende Körper gegenseitig abbremsen. Die Reibungskraft \(\vec F_\text R\) wirkt immer entgegen der Bewegungsrichtung oder verhindert die Bewegung komplett. Man unterscheidet zunächst die folgenden beiden Arten von Reibung: Die Haftreibung bewirkt, dass auf einer Unterlage ruhender Gegenstand zunächst in Ruhe bleibt, auch wenn eine Kraft versucht ihn zu beschleunigen. Unmittelbar bevor sich der Gegenstand mit einem Ruck in Bewegung setzt, ist die Zugkraft und damit auch die...

  • Reibungselektrizität

    Mit Reibungselektrizität (Triboelektrizität) bezeichnet man die beim gegenseitigen Reiben zweier Isolatoren auftretende entgegengesetzte elektrische Aufladung (Ladungstrennung). Beispielsweise stoßen sich menschliche Haare ab, wenn sie an Kunststoff gerieben wurden, da die Haare danach alle gleichnamige Ladungen an ihrer Oberfläche tragen. Die Reibung selbst bewirkt jedoch keine Ladungstrennung, sondern sorgt nur dafür, dass sich die Oberflächen der aneinander geriebenen Isolatoren so nahe kommen, dass eine Ladungstrennung aufgrund von Kontaktspannungen möglich wird.

  • Reichsacht

    Reichsacht, besondere Form einer weltlichen Strafe im Unterschied zum Kirchenbann. Wurde über jemanden die Acht verhängt, bedeutete dies die Recht- und Friedlosigkeit des Geächteten, seine Isolierung von der menschlichen Gemeinschaft und die Zerstörung oder Beschlagnahmung seines Besitzes. Jeder hatte das Recht, den Geächteten straflos zu töten. Bei der Reichsacht war der Geächtete im ganzen Reichsgebiet „vogelfrei“. Seit 1220 war die Reichsacht zudem Folge des Kirchenbanns (der Exkommunizierte wurde »in Acht und Bann getan«).

  • Reichsdeputationshauptschluss

    Reichsdeputationshauptschluss, das spätere Reichsgesetz über die territoriale Neuordnung in Deutschland vom 25.2.1803. Teilnehmerkreis In die Reichsdeputation wurde Vertreter von Kurmainz, Kursachsen, Kurböhmen, Kurbrandenburg sowie von den Herzogtümern Bayern und Württemberg, des Deutschen Ordens und der Landgrafschaft Hessen-Kassel berufen. Regelungen Vorgenommen wurde eine Säkularisation, die Übergabe der geistlichen Herrschaftsgebiete an weltliche Fürsten. 112 Reichsbistümer und Reichsabteien verloren ihre Selbstständigkeit. Ebenso erging es den Reichsstädten sowie 350 Reichsritterschaften...

  • Reichskanzler (Deutsches Kaiserreich)

    Reichskanzler (Deutsches Kaiserreich), im Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918 der höchste, vom Kaiser ernannte Regierungsbeamter und einzige Minister des Reichs. Der Reichskanzler war zugleich der Vorsitzende des Bundesrats, in der Regel preußischer Ministerpräsident und preußischer Außenminister. Er bestimmte zusammen mit dem Kaiser die Richtlinien der Politik. Anordnungen des Kaisers (außer militärische Kommandosachen) mussten von ihm gegengezeichnet werden. Vom Vertrauen des Reichstags war er allerdings nicht abhängig. Der bedeutendste Reichskanzler im Deutschen Kaiserreich war Otto von...

  • Reichskanzler (Zeitgeschichte)

    Reichskanzler (Zeitgeschichte), in der Weimarer Republik der Chef der Reichsregierung, der Exekutive. Der Reichskanzler war aufgrund der Weimarer Reichsverfassung einerseits gegenüber dem Reichstag als Legislative verantwortlich. Andererseits verhinderte seine Ernennung und Entlassung durch den Reichspräsidenten die Herausbildung einer eigentlichen Kanzlerverfassung. Diese doppelte Abhängigkeit trug wesentlich zur Strukturkrise des Weimarer Parlamentarismus bei. Von 1930 an stützten sich die Reichskanzler zunehmend auf den Reichspräsidenten (Präsidialkabinette). Mit der Berufung Adolf Hitlers...

  • Reichskirche

    Reichskirche, im mittelalterlichen Deutschen Reich reichsunmittelbare kirchliche Institution, wobei man zwischen höheren (Bistümer, Abteien) und niederen Reichskirchen (Stifte, Pfarrkirchen) unterschied. Im weiteren Sinn wird als Reichskirche im Mittelalter und in der frühen Neuzeit auch ein umfassendes Netzwerk von Bistümern und Abteien eines Reichs bzw. Staats verstanden, das in der Regel gut organisiert und auf den Willen des jeweiligen Herrschers ausgerichtet war.

  • Reichspogromnacht

    Reichspogromnacht, die von der NSDAP und der SA in der Nacht vom 9. auf den 10.11.1938 organisierten Judenpogrome, im nationalsozialistischen Sprachgebrauch als „Reichskristallnacht“ bezeichnet. In der Reichspogromnacht wurden rund 30.000 Menschen, meist Juden, misshandelt, verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, etwa 90 ermordet, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört sowie Synagogen in Brand gesteckt. Das tödliche Attentat durch den Sohn eines von den Nationalsozialisten deportierten polnischen Juden auf einen deutschen Diplomaten diente als Anlass zum gewaltsamen Vorgehen...

  • Reichspräsident (Zeitgeschichte)

    Reichspräsident (Zeitgeschichte), das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs in der Weimarer Republik von 1919 bis 1934. Der direkt vom Volk für eine Amtsdauer von sieben Jahren gewählte Reichspräsident stand gemäß der Weimarer Reichsverfassung neben dem Reichstag und in Konkurrenz zu diesem. Er hatte den Oberbefehl über die Reichswehr, das Recht zur Auflösung des Reichstags, das Recht zur Ernennung und Entlassung des Reichskanzlers und zur Verhängung des Ausnahmezustands (Notverordnungen). Während der erste Reichspräsident, der SPD-Politiker Friedrich Ebert (Reichspräsident von 1919 bis 1925)...

  • Reichsstädte

    Reichsstädte, im Mittelalter Städte, die vom König gegründet wurden und ausschließlich ihm zu Diensten und Abgaben verpflichtet waren. Von diesen Reichsstädten müssen die freien Städte unterschieden werden. Freie Städte waren eine Reihe von bischöflichen und/oder Hansestädten, die im 13. und 14. Jahrhundert nach harten Auseinandersetzungen die Unabhängigkeit von ihrem Stadtherrn erlangten. Die Grenzen zwischen diesen Begriffen verschwammen in der Neuzeit weiter, sodass freie Städte und Reichsstädte vielfach unter der Bezeichnung Freie Reichsstädte zusammengefasst wurden. Kennzeichen der...

  • Reichsstände

    Reichsstände, im Deutschen Reich bzw. im Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation diejenigen Personen und Institutionen mit Sitz und Stimme im Reichstag. Dies waren die Reichsfürsten, Reichsgrafen, Reichsprälaten (Angehörige der Reichskirche) und Reichsstädte, die zusammen mit dem Kaiser das Reich repräsentierten. Die Reichsstände mussten persönlich oder durch Vertreter an den Reichstagen teilnehmen, die vom Reichstag bewilligten Steuern aufbringen und Truppenkontingente zum Reichsheer stellen. Zunehmend gelang es ihnen, die eigene Landeshoheit auszubauen.

  • Reichstag (Deutsches Kaiserreich)

    Reichstag (Deutsches Kaiserreich), die Vertretung des Volkes im Norddeutschen Bund von 1867 bis 1871 und im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Die 397 Abgeordneten des Reichstags wurden in allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlen von Männern als Parlament gewählt. Das Frauenwahlrecht wurde erst 1919 eingeführt. Nach der Reichsverfassung war der Reichstag neben dem Bundesrat Legislativorgan. Mit diesem stand ihm auch das Bewilligungsrecht für den Staatshaushalt zu. Er hatte das Recht zur Gesetzesinitiative und zur Beschlussfassung, ohne dass er jedoch das Veto oder die...

  • Reichstag (Mittelalter und frühe Neuzeit)

    Reichstag (Mittelalter und frühe Neuzeit), das Treffen der geistlichen und weltlichen Fürsten sowie der freien Reichsstände im Deutschen Reich. Sie hatten ein Mitspracherecht bei Krieg und Frieden, bei Verträgen und wichtigen Gesetzen. Auf dem Reichstag berieten sie in drei getrennt tagenden Gruppen (Reichsstände): die Kurfürsten, die Reichsfürsten und die freien Reichsstädte. Ab 1663 wurde der immerwährende Reichstag in Regensburg mit ständigen Gesandten eingerichtet.

  • Reichstag (Zeitgeschichte)

    Reichstag (Zeitgeschichte), das deutsche Parlament in der Zeit der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 und des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945. Der Reichstag in der Weimarer Republik hatte gemäß der Weimarer Reichsverfassung nicht nur mehr Gesetzgebungskompetenzen als der im Deutschen Kaiserreich, sondern besaß als Kontrollinstanz gegenüber der Reichsregierung die Möglichkeit des Misstrauensvotums. Diese Macht war allerdings durch die Rechte des Reichspräsidenten, den Reichstag aufzulösen und den Reichskanzler unabhängig vom Reichstag zu ernennen und zu entlassen, beschränkt. Ab 1930 war...

  • Reichstagsbrand

    Reichstagsbrand, der Brand des Berliner Reichstagsgebäudes am 27.2.1933. Der niederländische Kommunist Marinus van der Lubbe (*1910, †1934) wurde nach dem Brand inhaftiert und wegen Brandstiftung angeklagt. Die Ursache für den Brand ist allerdings bis heute ungeklärt Die Reichstagsbrandverordnung Einen Tag nach dem Reichstagsbrand brachten Hitler und Hermann Göring (*1893, †1946) die Notverordnung „zum Schutz von Volk und Staat“ im Kabinett durch. Die Notverordnung wurde vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg erlassen Diese Reichstagsbrandverordnung setzte die wesentlichen Grundrechte außer...

  • Reihen

    Die Summen über die ersten n Glieder einer endlichen oder unendlichen Zahlenfolge (an) kann man als Glieder einer endlichen bzw. unendlichen Summenfolge (sn) auffassen mit \(s_n = \displaystyle \sum_{k = 1}^n a_k= a_1 + a_2 + \ldots + a_n\). Diese Summenfolge nennt man eine endliche bzw. unendliche Reihe. Die Glieder vor allem von unendlichen Reihen heißen auch Partialsummen (Teilsummen). Beachte: Den Ausdruck mit dem „Summenzeichen“ \(\displaystyle \sum_{k=1}^n a_k\) liest man: „Summe (über) ak von k gleich eins bis n“. Es ist im Übrigen Vereinbarungssache, ob man die Summe bei 0 oder bei 1...

  • Reim

    Häufig werden die einzelnen Verse in einem Gedicht durch einen Reim zu einer Strophe verbunden. Ein Reim ist der Gleichklang zweier oder mehrerer Silben vom letzten betonten Vokal an. Nach der Position des Reims in der Zeile unterscheidet man Endreim: Gleichklang am Versende Binnenreim: Gleichklang innerhalb eines Verses Anfangsreim: Gleichklang am Anfang eines Verses. Nach der lautlichen Qualität unterscheidet man reiner Reim: hat trotz unterschiedlicher Schreibweise das gleiche Klangbild (Geld / fällt) unreiner Reim: stimmt im Klang nicht überein (Gemüt / Lied). Kadenz nennt man die...

  • Reimschema

    Das Reimschema ist die schematische Darstellung einer Folge von Reimen in einer Strophe oder eines Gedichtes. Man unterscheidet folgende Reimschemata: Paarreim (aabbcc) Kreuzreim (abab) umarmender Reim (abba) Schweifreim (aabccb) Eine Verszeile, die sich mit keiner anderen Verszeile reimt, nennt man Waise.

  • Reinelemente

    Chemische Elemente, die aus Atomen mit einheitlicher Massenzahl bestehen. Sie umfassen die 20 Elemente Aluminium, Arsen, Beryllium, Bismut, Caesium, Cobalt, Fluor, Gold, Holmium, Iod, Mangan, Natrium, Niob, Phosphor, Praseodym, Rhodium, Scandium, Terbium, Thulium und Yttrium.

  • Reinstoff

    Stoff, der rein, d. h. unvermischt, frei von andersartigen Bestandteilen (Komponenten) ist und somit nur aus einem Bestandteil besteht; er kann deshalb durch physikalische Trennverfahren nicht mehr in weitere Stoffe zerlegt werden. Ein Reinstoff ist demnach stets homogen (einphasig). Er besitzt völlig einheitliche, für ihn charakteristische Eigenschaften (Reineigenschaften), z. B. eine bestimmte Dichte, und bestimmte Schmelz- und Siedepunkte. Zu den Reinstoff zählen die Elemente und die chemischen Verbindungen. Das Gegenteil eines Reinstoffs ist ein Gemisch.

  • Relative clause / Relativsatz

    Merkmale Relativsätze sind Nebensätze, die durch ein Relativpronomen eingeleitet werden und eine Person oder eine Sache genauer bestimmen. Sie können sich auf ganze Sätze oder auf einzelne Ausdrücke beziehen. Bezieht sich ein Relativsatz auf den gesamten Satz, wird das Relativpronomen which verwendet. Häufig beinhaltet der Relativsatz dann einen Kommentar. Relativpronomen können Subjekt oder Objekt des Relativsatzes sein. Kurz gesagt: Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der durch ein Relativpronomen – who, which, whose – eingeleitet wird. Wir benutzen Relativsätze, um einen Teil des Hauptsatzes...

  • Relative Häufigkeit

    Die relative Häufigkeit gibt den Anteil der Elemente einer Menge wieder, bei denen eine bestimmte Merkmalsausprägung vorliegt. Sie wird berechnet, indem die absolute Häufigkeit einer Merkmalsausprägung in einer Stichprobe durch den Umfang dieser Stichprobe geteilt wird. Die relative Häufigkeit ist ein Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit, mit der die betreffende Ausprägung auftritt. Die relative Häufigkeit ist also eine Bruchzahl und hat einen Wert zwischen 0 und 1. Die relative Häufigkeit wird statt als Bruch oder Dezimalzahl auch häufig in Prozent angegeben. Beispiel: Häufigkeitstabelle für...

  • Relative pronoun / Relativpronomen

    Definition Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein und beziehen sich immer auf ein zuvor erwähntes Satzglied. Beispiel: This is the painting from Spain which my mother bought recently. Beim Gebrauch muss man unterscheiden, ob sich das Relativpronomen auf Personen oder auf Gegenstände bezieht. Singular und Plural werden nicht unterschieden. Relativpronomen im Überblick Diese Tabelle gibt dir einen Überblick über die Relativpronomen: Relativpronomen Deutsche Entsprechung Verwendung Beispiel who der/die/das bei Personen im Subjekt The woman who owned the house died last year. which der/die...

  • relative Zeitstufe

    Die „relative Zeitstufe“ wird auch „relatives Tempus“ genannt. Sie gibt an, welches Zeitverhältnis ein Ereignis zu einem anderen Ereignis stattfindet. Das Lateinische unterscheidet wie das Deutsche drei relative Zeiten: • Gleichzeitigkeit • Vorzeitigkeit • Nachzeitigkeit Wie diese ausgedrückt werden und weitere Informationen zu diesem Thema findest du unter Tempus.

  • Relatives Extremum

    Ein relatives (lokales) Extremum ist ein Funktionswert, der innerhalb einer Umgebung bzw. eines Intervalls entweder größer oder gleich (absolutes Maximum) oder kleiner oder gleich (absolutes Minimum) allen anderen Werten einer Funktion ist. Im Gegensatz dazu ist ein globales Extremum auf dem gesamten Definitionsbereich maximal bzw. minimal.

  • relativische Verschränkung

    Definition Eine „relativische Verschränkung“ liegt vor, wenn ein Relativwort (d.h. Relativpronomen oder Relativadverb) nicht Bestandteil des eigentlichen Relativsatzes ist, sondern eines Nebensatzes, der dem Relativsatz untergeordnet ist. Erläuterungen: • Da die Konstruktion „relativische Verschränkung“ im Deutschen kaum vorkommt, kann sie beim Übersetzen meist nicht wörtlich wiedergegeben werden. Gewöhnlich muss die Satzkonstruktion völlig geändert werden. • Eine ähnliche Konstruktion ist die „interrogativische Verschränkung“. Übersetzungstechniken Die wichtigsten Übersetzungstechniken für...

  • relativischer Satzanschluss

    Definition Ein „relativischer Satzanschluss“ liegt vor, wenn ein Relativwort (= Relativpronomen oder Relativadverb) nicht zur Einleitung eines Relativsatzes verwendet ist, sondern • (wie eine Konjunktion) den Gesamtsatz, in dem es steht, an den vorausgehenden Gesamtsatz anschließt UND • (als Pronomen/Pronominaladverb) einen Gegenstand aus dem vorausgehenden Gesamtsatz wieder aufnimmt. Eigenschaften des relativischen Satzanschlusses (1) Das Relativwort steht ganz am Anfang des Gesamtsatzes; nur eine Präposition darf ihm noch vorausgehen. (2) Das Relativwort kann sowohl in einem Hauptsatz stehen...

  • Relativpronomen

    Andere Bezeichnung: bezügliches Fürwort Über das Wort „Relativpronomen“ Genus, Betonung: das Relativpronomen Plural: die Relativpronomen oder die Relativpronomina Abkürzung: Rel.-Pron. Herkunft: von lat. prōnōmen relātīvum zum Beziehen dienendes Pronomen (abgeleitet vom vorzeitigen Passivpartizip relātus von referre zurücktragen, beziehen). Der lateinische Name ist ebenso wie der deutsche („bezügliches Fürwort“) eigentlich nichtssagend, da doch alle Wörter sich auf etwas „beziehen“ und für „Bezüge“ im Text viele Pronomen zuständig sind. Seiner Funktion nach könnte es in der deutschen Grammatik...

  • Relativpronomen

    Allgemein Die Relativpronomen der, die, das, welcher, welche, welches und wer, was leiten Relativsätze ein. Sie stellen eine Beziehung zwischen einem Satzteil des Hauptsatzes und dem Nebensatz her. Beispiel: Ich aß von dem Kuchen, der auf dem Tisch stand. Deklination Das Relativpronomen stimmt in Genus und Numerus mit seinem Bezugswort überein. Der Kasus des Relativpronomens hängt davon ab,welches Satzglied das Relativpronomen innerhalb des Relativsatzes darstellt.

  • Relativsatz

    Definition Ein „Relativsatz“ ist ein Nebensatz, der durch ein Relativwort (= Relativpronomen oder Relativadverb) eingeleitet ist. Funktionen Alle Relativsätze haben die Funktion eines Attributs, d.h. einer Beschreibung eines Gegenstands des übergeordneten Satzes. (1) identifizierender Relativsatz Der identifizierende Relativsatz wird auch einschränkender, notwendiger oder nicht-weglassbarer Relativsatz genannt. Er dient zur Identifikation desjenigen Gegenstands des übergeordneten Satzes, den das Relativpronomen wieder aufnimmt. Daher ist er für das Verständnis des übergeordneten Satzes...

  • Relativsatz

    Relativsätze werden durch ein Relativpronomen, also durch der, die, das, welcher, welche, welches, wer, was oder ein Relativadverb, also durch wo, wie, wohin, woher, wodurch eingeleitet. Dabei bezieht sich das Relativpronomen auf ein Wort aus dem Hauptsatz und stimmt mit diesem Bezugswort im Genus und Numerus überein. Der Kasus (Fall) des Relativpronomens hängt davon ab, welches Satzglied des Hauptsatzes das Relativpronomen innerhalb des Relativsatzes darstellt. Relativsätze nehmen in Hinsicht auf das Bezugswort die Stelle eines Attributes ein. Aufgepasst: Vor dem Relativpronomen im Nebensatz...

  • Renaissance

    Renaissance, Epoche, die von der Rückbesinnung auf Werte und Formen der griechisch-römischen Antike geprägt war. Das lateinisch-französische Wort bedeutet „Wiedergeburt“. Träger und Leitbild Man setzt die Renaissance vom 14. bis 16. Jahrhundert an. Mit dem Seehandel hatten sich im Mittelalter reiche Städte und damit ein selbstbewusstes Bürgertum entwickelt, besonders in Oberitalien mit den Stadtstaaten Genua, Florenz und Venedig. Humanisten suchten nach den Handschriften antiker Autoren und studierten diese. In der Kunst änderten sich Stil und Motive aufgrund einer veränderten Einstellung zum...

  • Report / Bericht

    Allgemein Ein report (Bericht) gehört zu den non-fictional texts (Sachtexte) und teilt Ereignisse und Fakten in möglichst objektiver Weise mit. Er findet v.a. im Journalismus Verwendung. Formen des report Die kürzeste Form des report ist die Nachricht (news item), die in Nachrichtensendungen oder auf dem Nachrichtenband (live-ticker) am unteren Bildschirmrand über wichtige Ereignisse (breaking news) informiert. Eine weitere Form des report ist der Zeitungsbericht (news report). News reports findet man nicht nur in der Presse, sondern auch in den Nachrichtenbeiträgen im Radio, Fernsehen oder...

  • Reportage

    Allgemein Eine Reportage vermittelt neben Sachinformationen auch persönliche Eindrücke und Stimmungen. Dem Leser soll das Gefühl gegeben werden, selbst am Geschehen beteiligt gewesen zu sein. Die Reportage vermittelt die wesentlichen Informationen auf die Fragen wer, wo, was, wann, wie und welche Folgen. Diese Sachinformationen liefern aber nur das Grundgerüst für die Reportage, sie werden ergänzt durch die Darstellung von persönlichen Eindrücken und Empfindungen. Achtung: Im Gegensatz zum Bericht werden die Sachinformationen jedoch nicht direkt am Anfang präsentiert, sondern so verteilt, dass...

  • Reported speech / Indirekte Rede

    Funktion Die indirekte Rede - reported speech - berichtet, was jemand gesagt oder gedacht hat. Hier stehen keine Anführungszeichen (bei der direkten Rede - direct speech - schon). Nach dem einleitenden Verb steht im Englischen im Gegensatz zum Deutschen kein Komma. Die Konjunktion that, die die indirekte Rede einleitet, kann häufig weggelassen werden. Merkmale Verben, die die indirekte Rede einleiten, heißen reporting verbs. Dazu zählen: add · agree · answer · believe · explain · know · mention · point out · report · say · tell someone · think · wonder. Beispiele: He mentioned (that) he wanted...

  • Republik

    Republik, Staatsform, bei der sich mehrere Personen oder Institutionen die Staatsgewalt teilen. Sie werden oft durch Wahlen bestimmt und sind an eine Verfassung gebunden. In einer Republik steht im Unterschied zur Monarchie die Staatsgewalt nicht einer einzelnen Person zu. Eine Republik ist nicht identisch mit einer Demokratie. In einer aristokratischen Republik (z. B. Römische Republik, Florenz um 1450) liegt die Staatsgewalt in den Händen einer bevorzugten Minderheit, in der demokratischen Republik in den Händen des Volkes. In einer Republik teilen sich mehrere Personen oder Institutionen...

  • Resistenz

    Resistenz ist die Widerstandsfähigkeit eines Organismus gegen Schädigung durch Parasiten, andere Schädlinge oder Umweltfaktoren wie Kälte, Hitze, Trockenheit oder chemische Gifte. Die tiefsten Temperaturen werden von trockenen Samen ertragen (–258 °C). Bei Temperaturen bis –60 °C können arktische Pflanzen leben. Sie erreichen dies, indem sie durch Wasserentzug die Salzkonzentration im Cytoplasma erhöhen, wodurch der Gefrierpunkt sinkt. Noch bei +80 °C und sogar höheren Temperaturen leben Cyanobakterien und Archaebakterien in heißen Quellen. Die Tatsache, dass Resistenz vererbt werden kann...

  • Resonanzschwingung (Eigenschwingung)

    Resonanz (von lat. resonare „nachklingen“) ist das Mitschwingen eines schwingungsfähigen Systems (Schwinger), das an ein anderes schwingendes System, den Erreger, gekoppelt ist. Speziell meint man damit meist den Fall, dass bei einer Erregerfrequenz nahe der sog. Resonanzfrequenz oder Eigenfrequenz f0 des Schwingers eine besonders starke Schwingung bis hin zur „Resonanzkatastrophe“ ausgelöst wird. Die Abhängigkeit der Amplitude A der erzwungenen Schwingung von der Erregerfrequenz f wird durch die Resonanzkurve dargestellt (Abb.). Als Beispiel betrachten wir ein senkrecht aufgehängtes...

  • Resorption

    Resorption ist die Aufnahme von Stoffen in das Blut oder in die Lymphe. Resorptionsvorgänge spielen in erster Linie bei der Aufnahme von Nahrungsstoffen eine Rolle. Fette, Kohlenhydrate und Proteine werden im Verdauungstrakt (Mund, Magen, Darm) durch Enzyme in kleine Moleküle zerlegt. Diese werden beim Menschen und bei Säugetieren z. B. im Dünndarm über die Darmzotten resorbiert; der aus Kohlenhydraten stammende Traubenzucker und die als Spaltprodukte der Proteine anfallenden Aminosäuren gelangen direkt ins Blut und damit in die Leber, während die Fettsäuren und Glycerin, in der Darmwand...

  • Restauration

    Restauration, die Wiederherstellung der politischen oder sozialen Zustände einer früheren Epoche nach revolutionären Ereignissen. Zwischen 1815 und 1848 wurden nach dem Wiener Kongress unter Führung des österreichischen Staatskanzlers Klemens Wenzel Fürst von Metternich (*1773, †1859) in fast ganz Europa die Folgen der Französischen Revolution bekämpft, um die alte Ordnung der Monarchien in Europa wiederherzustellen.

  • Restmenge

    Bei zwei Mengen A und B ist die Restmenge (Differenzmenge) \(A \setminus B\) (lies: „A ohne B“) die Menge aller Elemente, die in A, aber nicht in B enthalten sind: \(A \setminus B = \{x|\ x\in A \land x\notin B\}\) Entspricht ist \(B \setminus A = \{x|\ x\in B \land x\notin A\}\). Im Allgemeinen ist \(A \setminus B \neq B \setminus A\) (bei Schnittmenge und Vereinigungsmenge kann man dagegen die beiden Mengen vertauschen: \(A \cap B = B \cap A\) und \(A \cup B = B \cup A\)). Wenn B eine Teilmenge von A ist (\(B \subseteq A\)), dann wird \(A \setminus B\) das Komplement von B genannt, man...

  • Retroviren

    Retroviren: von einer Proteinhülle umhüllte tier- und menschenpathogene RNA-Viren, die eine reverse Transkriptase (virusspezifische RNA-abhängige DNA-Polymerase) besitzen und damit an RNA-Matrizen doppelsträngige DNA synthetisieren lassen. Dabei entsteht zunächst ein DNA / RNA-Hybridstrang. Aus diesem wird die RNA enzymatisch abgebaut und mithilfe der DNA-Polymerase der Einzelstrang komplementär ergänzt. Diese DNA-Kopie baut sich dann in das Wirtsgenom ein. Retroviren (= 'rückwärts') kehren somit den üblichen genetischen Informationsfluss um. Zu den Retroviren gehören u. a. die Onkoviren, zu...

  • Revier

    Revier (Territorium) ist das Gebiet, in dem ein Tier dauernd lebt, seine Nahrung findet, sein Nest baut und sich fortpflanzt. Reviere dieser Art werden gegen Artgenossen abgegrenzt und verteidigt. Das Markieren des Reviers erfolgt bei Säugern häufig durch Absetzen von Duftmarken, bei Vögeln durch spezifischen Gesang. –siehe: Territorialverhalten.

  • Rezeptoren

    Physiologie Im einfachsten Fall marklose Endigungen von Nervenfasern oder aber besonders spezialisierte Zellen, die Reize aufnehmen und in Erregungen (Aktionspotenziale) umwandeln. Molekularbiologie Rezeptoren sind meist auf oder in der Zellmembran liegende Glykoprotein- oder Gangliosidmoleküle oder -molekülkomplexe, die die Fähigkeit besitzen, spezifische chemische Gruppen oder Zellen zu erkennen, sie spezifisch und reversibel zu binden und in der Zelle eine bis mehrere Folgereaktionen auszulösen. Letztendlich wird dann eine bestimmte Stoffwechselaktivität bewirkt. – Es gibt Hormon-...

  • RGT-Regel

    Abk. für Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel: von J. H. van’t Hoff um 1885 aufgestellte Regel, nach der eine Temperaturerhöhung von 10 °C zu einer Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit um das 2- bis 4-Fache führt. Der Grund hierfür liegt in der leichteren Überwindung der Aktivierungsschwelle bei einer höheren Reaktantenenergie (Aktivierungsenergie). Diese Regel gilt jedoch nicht generell; bei einigen komplizierten Reaktionen nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit bei höheren Temperaturen sogar ab. Eine genauere Beschreibung liefert die Arrhenius-Gleichung.

  • Rheinbund

    Rheinbund, Staatenbündnis aus deutschen Fürstentümern, die Napoleon Bonaparte ergeben waren. Mit der Gründung des Rheinbunds 1806 kam das Ende des seit dem Mittelalter bestehenden alten Deutschen Reichs. Das Ende des Deutschen Reiches Die 16 Rheinbundfürsten erkannten unter politischem Druck Napoleon als ihren Schutzherrn an und erklärten ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Das Deutsche Reich verlor damit ein Drittel seines Gebiets (z. B. Bayern, Württemberg, Baden). Nach einem Ultimatum Napoleons legte Franz II. (*1768, †1835, letzter römisch-deutscher Kaiser von...

  • Rhesusfaktor

    Rhesusfaktor (Rh-Faktor): Ein wichtiger Teilfaktor (Hauptantigen) eines Systems erblicher Blutkörperchenmerkmale des Menschen (Blutgruppen). Das wichtigste, am stärksten immunogen wirksame Erythrocytenantigen wird als D bezeichnet, die Träger als Rhesus-positiv (Rh oder Rh+), der Genotyp ist DD oder Dd; D kommt bei rd. 85 % aller weißen Menschen vor. Bei rd. 15 % fehlt das Antigen D (Genotyp dd), diese Individuen werden als Rhesus-negativ (rh oder Rh–) bezeichnet. Rhesus-negative Menschen bilden erst Antikörper, wenn ihr Blut in Kontakt mit Rh-positivem Blut kam und dadurch eine Primärantwort...

  • Rhetorische Figuren

    Allgemein Rhetorische Figuren, auch rhetorische oder sprachliche Mittel genannt, werden insbesondere in der Literatur verwendet. Sie werden nicht nur aufgelistet, sondern haben eine bestimmte Wirkung im gesamten Kontext, zum Beispiel Nachdruck ausüben, etwas veranschaulichen oder Spannung aufbauen. Bereits in der Antike wurden rhetorische Muster und Ausdruckselemente entwickelt, welche die Wirkung einer Rede verstärken sollten. Diese vom Redner zum Zwecke der Einwirkung auf seine Zuhörer verwendeten Abweichungen von der üblichen grammatischen Form nennt man Figuren. Auch in der Werbung spielen...

  • rhetorische Frage

    Die „rhetorische Frage“ ist ein Stilmittel.Alle Informationen über die rhetorische Frage findest du unter Satztypen (> (A) Aussagesatz > (4)).

  • Rhetorische Mittel in Rede und Sachtext

    Rhetorische Mittel in Rede und Sachtext Bereits in der Antike werden rhetorische Muster und Ausdruckselemente entwickelt, die die Wirkung der Rede verstärken sollen. Diese vom Redner zum Zwecke der Einwirkung auf seine Zuhörer verwendeten Abweichungen von der üblichen grammatischen Form nennt man Figuren. Man unterscheidet folgende Abweichungsmöglichkeiten, deren Anzahl durch Kombination erhöht werden kann: Erweiterung Verkürzung Umstellung Veränderung eines Einzelwortes. Der Grad der Abweichung reicht vom Einzelwort bis zu ganzen Wortgruppen und Sinnzusammenhängen. Figuren aus dem Wortbereich...

  • Rhyme scheme / Reimschema

    Definition Das rhyme scheme (Reimschema) ist die schematische Darstellung einer Folge von Reimen in Strophen bzw. in einem Gedicht. Ein Reim entsteht, wenn zwei oder mehr Wörter vom letzten betonten Vokal an gleich oder ähnlich klingen und unterschiedliche Anlaute haben. Beispiel: sun – fun, ever – never Häufige Reimschemata Das Reimschema wird mit Buchstaben dargestellt. Gleich klingende Endreime erhalten den gleichen Buchstaben. Häufige Reimschemata sind: rhyming couplet / to rhyme in pairs (Paarreim): aabb cross rhyme / alternating rhyme (Kreuzreim): abab embracing rhyme (umarmender Reim)...

  • Ribonucleinsäure

    Ribonucleinsäure (RNA) - neben der DNA die wichtigste, in jeder Zelle vorkommende Nucleinsäure. RNA ist ein Polynucleotid aus organischen Basen, Ribose und Phosphorsäure. Am Auf bau der RNA sind die Purinbasen Adenin und Guanin sowie die Pyrimidinbasen Cytosin und Uracil beteiligt. Bei einigen Viren ist die RNA anstelle der DNA Erbsubstanz. Außer bei diesen wird die RNA stets an der DNA gebildet, wobei unter Mitwirkung der RNA-Polymerase Triphosphonucleotide unter Abspaltung von Diphosphorsäure verknüpft werden. Die RNA besitzt i. A. ein Molekulargewicht zwischen 30 000 und 2 Millionen...

  • Ribose

    Die Ribose gehört wie auch die Desoxyribose zu den Bausteinen der Nucleinsäuren. Es handelt sich in beiden Fällen um Monosaccharide aus der Reihe der Pentosen. Siehe auch: Ribonucleinsäure.

  • Ribosomen

    Ribosomen sind aus ribosomaler RNA (r-RNA) und Proteinen bestehende eiförmige Zellorganellen, die v. a. am endoplasmatischen Reticulum zu finden sind, aber auch frei in der Zelle vorkommen. Die Mehrzahl der Ribosomen liegt in Form größerer Funktionseinheiten, der Polysomen, vor. Die Ribosomen enthalten zu etwa 40 % Proteine und zu etwa 60% r-RNA. Die Ribosomen sind die Orte der Translation.

  • Richard I. Löwenherz

    Richard I. Löwenherz, König von England, der von 1157 bis 1199 lebte. Der für damalige Verhältnisse sehr groß gewachsene Mann hielt sich während seiner zehnjährigen Regierungszeit (1189 –1199) nur wenige Monate in England auf, das er nach Belieben ausplünderte. Bevor er am dritten Kreuzzug teilnahm, ließ er von allen Untertanen einen „Kreuzzugszehnten“ eintreiben und versteigerte Staatsämter meistbietend. 1191 eroberte er mit anderen Kreuzfahrern die Hafenstadt Akko, deren Bevölkerung er niedermetzeln ließ. Auf seinem Rückweg aus dem Heiligen Land wurde er bei Wien von Herzog Leopold V. (*1157...

  • Richtungsvektor

    Bei der Darstellung einer Geraden in Punkt-Richungs-Form (Parameterform) \(g: \vec x = \vec p+\lambda \cdot \vec v\) ist der Vektor \(\vec v\) der Richtungsvektor, der (eventuell bis auf das Vorzeichen) in dieselbe räumliche Richtung zeigt wie die Gerade. Jeder Punkt \(\vec x\) auf der Geraden ist die Vektorsumme aus dem Aufpunkt oder Stützvektor \(\vec p\)und einem positiven oder negativen skalaren Vielfachen des Richtungsvektors. Bei der Darstellung einer Ebene gibt es zwei Richtungsvektoren, die man dann meistens Spannvektoren nennt. Es gibt noch eine andere Bedeutung des Wortes...

  • Riesenchromosomen

    Riesenchromosomen: durch wiederholte Chromosomenverdopplung ohne nachfolgende Trennung der Tochterchromosomen (Endomitose) entstandene Chromosomen. Nach höchstens 9 bis 10 Verdopplungsschritten liegen hundert bis tausend Chromatidenfäden gebündelt nebeneinander. Der Durchmesser nimmt dabei 10 000-fach, die Länge 70- bis 110-fach zu. Riesenchromosomen sind während der Interphase gut sichtbar. Nicht selten sind die Schwesterchromosomen gepaart, sodass nur ein haploider Chromosomensatz zu erkennen ist. Riesenchromosomen kommen in den Zellkernen von Speicheldrüsen und anderen Organen von...

  • Rilke, Rainer Maria

    Geboren in Prag am 4.12.1875, gestorben in Val-Mont (heute zu Montreux, Schweiz) am 29.12.1926: Nach einer als schmerzhaft erfahrenen Schulzeit an Militärerziehungsanstalten schlug Rilke nicht, wie sein Vater, die militärische Laufbahn ein, sondern studierte in Prag, München und Berlin Kunst und Literatur. Als freier Künstler begann er zu reisen: nach Russland (mit Lou Andreas-Salomé), Italien, Paris und Kopenhagen. 1900 lernte er in der Malerkolonie Worpswede seine spätere Frau, die Bildhauerin Clara Westhoff, kennen, die er schon 1902 wieder verließ. Zurück in Paris war er kurze Zeit...

  • Risse und Schnittzeichnungen

    Risse bzw. Schnittzeichnungen dienen zur exakten und maßtreuen Darstellung von dreidimensionalen Körpern, etwa in Architektur oder Maschinenbau. Dabei wird gezielt nur die Ansicht in zwei der drei Dimensionen gewählt, man sieht das gesamte Objekt also nur, wenn man drei Risse bzw. Schnitte sieht. Dabei benutzt man die Bezeichnungen Grundriss für den Blick vertikal von oben (meistens die z-Richtung) Aufriss für den Blick von vorne (eine der beiden horizontalen Richtungen) Seitriss für den Blick von links bzw. rechts (die andere horizontale Richtung) Mathematisch gesehen ist ein Riss eine...

  • Ritter

    Ritter, berittener Berufskrieger mit schwerer, teurer Ausrüstung (Gewicht der Ritterrüstung bis zu 60 kg). Seine Hauptaufgabe im mittelalterlichen Lehnswesen bestand darin, seinen Grundherrn im Kriegsfall zu verteidigen. Der Ritterstand Ende des 11. Jahrhunderts bildete sich der Stand des Ritters heraus. Die ersten Ritter waren beim Volk nicht sehr beliebt, da sie nicht nur gegen die Feinde kämpften, sondern auch Siedlungen im eigenen Land überfielen. Das änderte sich, als die Kirche Regeln für Ritter aufstellte. Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen verlor der Ritter an Bedeutung. Ritter bekamen...

  • Ritterorden

    Ritterorden, im Verlauf der Kreuzzüge in Palästina entstandene geistliche Orden, die Mönchsleben, Krankenfürsorge und Kreuzzugsgedanke miteinander verbanden. Die bekanntesten sind der Orden der Templer, der Johanniter und der Deutsche Orden. Sie wurden zu einer der stärksten Stützen der Kreuzfahrerstaaten. Mit dem Ende der Kreuzfahrerstaaten (1291 Verlust von Akko an die Mameluken) ging die Wirksamkeit der Orden im östlichen Mittelmeer zurück. Die Johanniter verlegten ihren Sitz über Zypern und Rhodos nach Malta. Der Orden der Templer ging zu Beginn des 14. Jahrhunderts in Auseinandersetzungen...

  • Röhmaffäre

    Röhmaffäre, die angebliche Verschwörung der SA unter Ernst Röhm (*1887, †1934), die als Vorwand diente, die SA-Führung zu beseitigen. Die Affäre wurde von den Nationalsozialisten als Röhmputsch bezeichnet. Weil Teile der SA mehr Einfluss (Übernahme der Reichswehr) beanspruchten, ließ Hitler Stabschef Ernst Röhm und die SA­-Führung unter dem Vorwand, die SA würde einen Putsch planen, von der Gestapo und der SS verhaften und ohne Verfahren erschießen. Auch zahlreiche andere politische Gegner, deren sich das Regime entledigen wollte, wurden ermordet, darunter auch der ehemalige Reichskanzler Kurt...

  • Rolle und Flaschenzug

    Eine Rolle ist mechanisch gesehen eine einfache Maschine, die aus einer kreisrunden, um ihre Achse drehbar gelagerten Scheibe oder Walze besteht. Die feste Rolle dient in Kombination mit einem Seil zur Änderung einer Kraftrichtung. An ihr herrscht Gleichgewicht, wenn die Beträge und Richtungen der auf beiden Seiten angreifenden Kräfte \(\vec F\) und \(\vec G\) gleich sind (Abb. links). Die lose Rolle hängt in der Schlaufe eines Seils, das mit einem Ende an einem festen Punkt befestigt ist (Abb. rechts). Die an ihr hängende Last mit der Gewichtskraft \(\vec G\) wird von zwei Seilabschnitten...

  • Rom

    Rom, Zentrum des Römischen Reichs. Nach der Legende geht die Gründung Roms 753 v. Chr. auf die Zwillinge Romulus und Remus zurück, die die Stadt 753 v. Chr. Die Gründung Aus antiken Berichten und Funden in Rom und Umgebung rekonstruieren Historiker und Archäologen die Anfänge der Stadt. Demnach wanderten verschiedene Stämme um 1200 v. Chr aus dem Norden nach Italien ein, darunter auch das Volk der Latiner. In der Folge entstanden am Unterlauf des Tibers mehrere Siedlungen, aus deren Zusammenschluss um 1000 v. Chr. die Stadt Rom auf dem Palatin, einem der sieben Hügel am Fluss, als Handelsplatz...

  • Roman

    Allgemein Der Roman zählt zu den Gattungsformen der Epik und ist eine epische Großform. Im Gegensatz zu den anderen, kürzeren Formen ist er von größerem Umfang, hat eine mehrsträngige und komplexe Handlung sowie zahlreiche Figurenensembles. Zudem ist er im Gegensatz zum umfangreichen Versepos in Prosa abgefasst. Der Begriff stammt von der im 12. Jahrhundert entstandenen altfranzösischen "romanz" ab und bedeutete zunächst alles Volkssprachliche, nicht in lateinischer Sprache Geschriebene. Ende des 13. Jahrhunderts verengte sich die Bedeutung auf die Erzählung in Vers und Prosa. Als...

  • Romanisierung

    Romanisierung, die Verbreitung der Sprache und Kultur der Römer unter den Völkern, die sie unterworfen hatten. Doch auch die an das Römische Reich angrenzenden Völker wie die Germanen kamen mit der römischen Lebensweise in Kontakt und übernahmen Teile davon. Die Romanisierung wirkte besonders in den Teilen des Reichs, wo heute die sogenannten romanischen Sprachen Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch gesprochen werden.

  • Romantik (um 1795-1830)

    Einführung Die Romantik als Epoche ist gekennzeichnet durch ihre relativ lange Dauer, ihre Vielfalt und ihre Widersprüchlichkeit. Man unterscheidet: die Frühromantik (1795-1805), im Zeichen der Französischen Revolution die Hochromantik (1806-1815), im Zeichen der Befreiungskriege die Spätromantik (1815-1830 ), im Zeichen der Restauration Geistesgeschichtlich stellt die Epoche die letzte Stufe des Idealismus dar. Die romantische Poetologie lehnte das im 19. Jh. noch weithin bestimmende Prinzip der Naturnachahmung in der Kunst ab. Typisch für diese Zeit war, dass sich Dichter zu Freundeskreisen...

  • Römerstädte

    Römerstädte, in der Römerzeit entstandene Städte in den Provinzen, in Deutschland viele entlang des Limes. Regensburg, Basel, Straßburg, Mainz, Trier, Köln gehen auf römische Siedlungen zurück. Oft hat sich aus einem Militärlager eine Stadt entwickelt. Trier, als Augusta Treverorum von Kaiser Augustus gegründet und älteste deutsche Stadt, wurde unter Kaiser Diokletian (*um 240, †313/316, Kaiser von 284 bis 305)zu einer der Hauptstädte des Römischen Reichs erhoben. Bei der Anlage von Städten und Siedlungen gingen die Römer planmäßig vor. Dies erkennt man an deren rechteckiger Form und den...

  • Römische Expansion

    Römische Expansion, die Phasen der Ausdehnung der Herrschaft Roms zuerst auf ganz Italien und später auf den Mittelmeerraum mit militärischen, aber auch mit wirtschaftlichen oder mit politischen Mitteln. Erste Expansionsphase Zwischen 500 und 272 v. Chr. gelang es Rom, seine Herrschaft über ganz Italien auszuweiten. Rom führte zahlreiche Kriege gegen die Stämme der Italiker und dehnte sein Herrschaftsgebiet aus: Von 498 bis 493 v. Chr. Krieg gegen die Latiner, von 406 bis 396 v. Chr. Krieg gegen die etruskische Stadt Veji, von 343 –bis 341 v. Chr. 1. Krieg gegen die Samniten, 329 v. Chr. Sieg...

  • Römische Provinz

    Römische Provinz, von Rom erobertes Gebiet, das von einem römischen Statthalter verwaltet wurde. Zur Organisation ihrer Herrschaft teilten die Römer die eroberten Gebiete in Provinzen ein. Nach dem 1. Punischen Krieg wurde Sizilien die erste Provinz. Die Bundesgenossen Roms in Italien gaben nach dere römischen Expansion ihre militärische und außenpolitische Selbstständigkeit auf, regelten ihre inneren Angelegenheiten jedoch als Provinz selbst. In unsicheren Gebieten wurden zudem Kolonien gegründet. Dies waren befestigte Siedlungen oder Städte. Sie dienten dem Schutz und auch als Mittel, die...

  • Römische Republik

    Römische Republik, Bezeichnung für die Herrschaft in Rom nach Vertreibung der etruskischen Könige um 500 v. Chr. Die Römer nannten ihren Staat „res publica“, „die gemeinsame Sache“. Sie machten damit deutlich, dass im Gegensatz zur Monarchie die politischen Entscheidungen im Staat nicht die Sache eines Einzelnen waren. Jedoch war die römische Republik keine Demokratie, sondern immer eine Aristokratie, da zunächst die Patrizier (der römische Adel) die entscheidenden politischen Ämter besetzten. Ständekämpfe Zunächst herrschten die Patrizier mit unumschränkter Macht. Die Plebejer waren von...

  • Römisches Bürgerrecht

    Römisches Bürgerrecht, das erste Beispiel für eine einheitliche Staatsbürgerschaft in der Geschichte Europas. Ursprünglich besaßen nur die männlichen Bewohner Roms das Bürgerrecht. Dieses wurde nach dem Bundesgenossenkrieg (91– 88 v. Chr.) allmählich auf alle männlichen Bewohner Italiens ausgedehnt. Im Jahr 212 n. Chr. erhielten alle freien Bewohner des Römischen Reichs das Bürgerrecht. Zu den Rechten gehörten unter anderem: Verträge abschließen und Grundeigentum besitzen können, gegen Gerichtsurteile Berufung einlegen zu können und in der Volksversammlung wählen zu können (aktives und...

  • Römisches Kaiserreich

    Römisches Kaiserreich, mit dem Prinzipat des Augustus 27 v. Chr. beginnende Blütezeit des Römischen Reichs. Augustus und seine Nachfolger wurden „Kaiser“ – abgeleitet von Caesar – genannt. Kaiser regierten auf Lebenszeit, befehligten das Heer, hatten die Führung der Außenpolitik inne und sorgten für Recht und Ordnung. Zuvor hatte die Macht bei den Konsuln gelegen, die für ein Jahr gewählt wurden. Es entstand ein „Kaiserkult“ mit Tempeln, in denen die Kaiser wie Götter verehrt wurden. Blüte des Kaiserreichs Der Senat übertrug Augustus die Befugnisse aller wichtigen verfassungsmäßigen Rechte und...

  • Römisches Reich, Imperium Romanum

    Römisches Reich, Imperium Romanum, über Jahrhunderte hinweg das größte und mächtigste Reich in Europa. Dabei war die Weltmacht um 1000 v. Chr. noch eine kleine Siedlung von Bauern und Hirten, die sich am Fluss Tiber niedergelassen hatten. Aus der latinischen Siedlung Rom entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten durch Bündnisse und Eroberungen (römische Expansion) ein Weltreich mit zahlreichen römische Provinzen. Die eroberten Gebiete wurden von römischen Statthaltern verwaltet. Um 500 v. Chr. zerfiel die Macht der etruskischen Könige in Rom und die Adligen wurden vertrieben. Rom wurde...

  • Romulus und Remus

    Romulus und Remus, Zwillinge, die nach der Legende Rom gründeten. Nach der Gründungssage war der Kriegsgott Mars ihr Vater und Rhea, die Tochter des Königs Numitor, ihre Mutter. Romulus und Remus wurden von ihrem Großonkel in einem Korb auf dem Tiber ausgesetzt, weil er ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Königsthron fürchtete. Sie wurden jedoch ans Ufer getrieben und von einer Wölfin gesäugt. Als sie älter waren, brachten sie ihren Großvater, den ursprünglichen König, wieder auf den Thron und beschlossen, auf einem Hügel, dem Palatin, eine Stadt zu gründen. Der Sage nach geschah dies im Jahr...

  • Röntgenstrahlen

    Röntgenstrahlen sind kurzwellige, d. h. energiereiche elektromagnetische Wellen, die im Spektrum zwischen der UV-Strahlung und der Gammastrahlung liegen. Röntgenstrahlung ist unsichtbar, erzeugt Fluoreszenz, hat starke chemische Wirkung (z. B. Schwärzung von Fotoplatten) und hohes Ionisationsvermögen. Sie zeigt wie das Licht Reflexion, Brechung, Beugung, Interferenz und Polarisation. Der Hauptunterschied zum Licht ist das hohe Durchdringungsvermögen für die meisten Stoffe, das den sprichwörtlichen „Röntgenblick“ sowie zahlreiche Anwendungen in der medizinischen Diagnostik ermöglicht. Die...

  • Rotation

    In der Geometrie eine andere Bezeichnung für die Drehung einer Figur oder eines Körpers.

  • Rotationsbewegung (Drehbewegung)

    Eine Bewegung ist eine Rotationsbewegung, Drehbewegung oder Kreisbewegung, wenn sich ein Massenpunkt oder Körper auf einer kreisförmigen Bahn bewegt. Ist er dazu mit mit konstanter Bahngeschwindigkeit (der Betrag \(v\) des Geschwindigkeitsvektors \(\vec v\)) unterwegs, spricht man von einer gleichförmigen Kreisbewegung. Eine Kreisbewegung, auch eine gleichförmige, ist immer eine beschleunigte Bewegung, weil sich die Richtung der Geschwindigkeit beständig ändert. Bei gleichförmiger Kreisbewegung ist die Tangentialbeschleunigung \(\vec a_\text t\) gleich null, weswegen die Bahngeschwindigkeit...

  • Rotationsenergie

    Die Rotationsenergie ist die mit einer Drehbewegung verbundene kinetische Energie. Sie ist definiert über die Gleichung \(E_\text{rot} = \dfrac 1 2 J\omega^2\) mit dem Trägheitsmoment J und der Winkelgeschwindigkeit \(\omega\). Mit dem Drehimpuls \(\vec L = J \cdot \vec \omega\) kann man dies auch so ausdrücken: \(E_\text{rot} = \dfrac 1 2 \vec L \cdot \vec \omega\) dabei steht der Malpunkt hier für das Skalarprodukt von Drehimpuls- und Winkelgeschwindigkeitsvektor.

  • Rote Armee Fraktion

    Rote Armee Fraktion, Abkürzung RAF, eine aus den Studentenprotesten Ende der 1960er-Jahre hervorgegangene gewalttätige linksextremistische Splittergruppe. Der bewaffnete Kampf Die 1970 von Andreas Baader (*1943, †1977), Gudrun Ensslin (*1940, †1977), Horst Mahler (*1936), Ulrike Meinhof (*1934, †1976) und anderen gegründete RAF gefährdete mit Entführungen, Attentaten und Morden zeitweise den inneren Frieden in der Bundesrepublik Deutschland und wurde vom Staat als terroristische Vereinigung betrachtet, ihre Mitglieder wie ihre Sympathisanten von Polizei und Justiz verfolgt. Die RAF wollte mit...

  • rote Blutkörperchen

    rote Blutkörperchen (Erythrocyten): flache, verformbare, zellkernlose und beiderseits eingedellte scheibchenförmige Zellen, die den roten, dem Sauerstofftransport dienenden Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten. 1 mm3 Blut enthält rund 5 Millionen rote Blutkörperchen, ihre Lebensdauer beträgt etwa 4 Monate. Bei Aufenthalt in größeren Höhen setzt bereits nach wenigen Tagen unter dem Einfluss des Hormons Erythropoietin eine verstärkte Produktion der rote Blutkörperchen ein und innerhalb von 3 bis 4 Wochen steigen die Zahl der rote Blutkörperchen, der Hämatokritwert und die Hämoglobinkonzentration...

  • Rote Kapelle

    Rote Kapelle, Teil des kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Über 150 Frauen und Männer rechnete man zu diesem Widerstandsnetz in Deutschland, das sich nach dem Verbot der KPD im Untergrund und im Exil bildete. Sie standen dem Kommunismus nahe und hatten enge Verbindung mit dem sowjetischen Geheimdienst. Bis zu ihrer Aufdeckung im August 1942 versorgten sie die russische Armeeführung mit militärischen Informationen, sammelten Beweismaterial gegen die Verbrecher des NS-Staates und schilderten die Untaten in anonymen Flugschriften.

  • Roy, Arundhati

    Arundhati Roy, indische Autorin, geb. am 24.11.1961 in Shillong, Indien. Werke Als eine ihrer wichtigsten Veröffentlichungen gilt der Roman The God of Small Things (1997), mit dem sie internationale Bekanntheit erlangte und für den sie den britischen Booker-Prize erhielt. Darüber hinaus umfasst das Werk der politischen Aktivistin und Globalisierungsgegnerin politsche Sachbücher, Drehbücher und Essays. Themen Politische, soziale und ökologische Themen, u.a. das Unrecht im Kastensystem, Umweltschutz, atomare Abrüstung, Gewaltfreiheit und globalisierungskritische Themen.

  • Rückenmark

    Rückenmark (Medulla spinalis): Dieser etwa bleistiftstarke Teil des Zentralnervensystems liegt im Rückenmarkskanal der Wirbelsäule und wird von den gleichen Häuten geschützt wie das Gehirn (Hirnhäute). Zwischen den Wirbeln treten 31 Paar Rückenmarksnerven in das Rückenmark ein oder aus ihm heraus. Durchschnitten zeigt das Rückenmark zum Rand hin weiße Substanz, im Innern eine schmetterlingsförmige Figur aus grauer Substanz. Die graue Substanz enthält rd. 350 000 Nervenzellen. In die auf der Rückenseite liegenden paarigen Hinterhörner dieser Figur münden je Nerv und Seite rd. 12000 sensorische...

  • Rückflusskühler

    Glasgerät, mit dessen Hilfe Lösungsmitteldämpfe, die beim Erhitzen entweichen, kondensiert werden und zurücktropfen können. Er findet insbesondere bei der Umkristallisation und Extraktion Einsatz.

  • Rückstoß

    Der Rückstoß ist die Kraft, die auf einen Körper wirkt, wenn von ihm eine Masse aus- oder abgestoßen wird. Der Rückstoß wirkt immer entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung der abgestoßenen Masse – dies ist eine direkte Anwendung von Newtons Reaktionsprinzip bzw. der Impulserhaltung. Man nutzt den Rückstoß bei Raketen und Düsentriebwerken zum Antrieb aus, er hat den Vorteil, dass er auch im Vakuum, also im Weltraum funktioniert. Bei Schusswaffen muss der Rückstoß aufgefangen werden.

  • Ruhemasse (Ruheenergie)

    Wegen der Äquivalenz von Masse und Energie entspricht der Ruhemasse \(m\) des Objekts die Ruheenergie \(E_0=mc^2\). Der Begriff der Ruhemasse wird teilweise als Unterscheidung zur relativistischen Masse eingeführt. Die Ruhemasse \(m\) oder \(m_0\) eines Objekts ist dann die Masse, die man in einem Bezugssystem misst, das sich relativ zu diesem Objekt nicht bewegt. Das Objekt ruht (Geschwindigkeit \(v = 0\)) also. Für die relativistische Masse \(m_\text{rel.}\) gilt dann: \(\begin{align} m_\text{rel.}=\frac{1}{\sqrt{1-\left(\frac{v}{c}\right)^2}}\cdot m \end{align}\) Bewegt sich das...

  • Ruhrkampf

    Ruhrkampf, die Auseinandersetzung zwischen Deutschland einerseits sowie Frankreich und Belgien andererseits um das Ruhrgebiet. Im Zuge der Auseinandersetzungen um deutsche Reparationsleistungen nach dem Versailler Vertrag besetzten am 11.01.1923 französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet, nachdem die Reparationskommission gegen den Willen Großbritanniens ein schuldhaftes Versagen Deutschlands bei Holz- und Kohlelieferungen festgestellt hatte. Beide Länder wollten sich ihre Reparationsansprüche sichern. Die Reichsregierung forderte daraufhin zum passiven Widerstand auf. Dessen...

  • Runden

    Runden bedeutet, bei einer Dezimalzahl die „hinteren“ Nachkommastellen wegzulassen bzw. auf null zu setzen. Manchmal werden auch große ganze Zahlen gerundet. Dabei gilt die folgende Regel: Liegt die erste wegfallende Ziffer zwischen 0 und 4, bleibt die letzte nicht wegfallende Ziffer unverändert (abrunden). Liegt die erste wegfallende Ziffer zwischen 5 und 8, wird die letzte nicht wegfallende Ziffer um eins erhöht (aufrunden). Achtung: Wenn die ersten beiden wegfallenden Ziffern „49“ lauten, wird abgerundet! Beispiele: \(4,5948 \approx 4,595\) \(-14,2112 \approx -14,2\) \(3,149 \approx 3,15\)...

  • Rushdie, Salman

    Salman Rushdie, britisch-indischer Romanautor, geb. am 19.06.1947 in Mumbai, Indien. Werke (Auswahl) Rushdies bekanntester Roman ist The Satanic Verse (1988). Aufgrund dieses Werks wurde das islamische Todesurteil (death sentence) über ihn verhängt und Rushdie musste sich an wechselnden Wohnorten verstecken. Im Untergrund lebend (in hiding), schrieb er Haroun and the Sea of Stories (1990) und the Moor's Last Sigh (1995). 1998 wurde die Fatwa aufgehoben. Themen Rushdie befasst sich thematisch häufig mit der Unsinnigkeit (senselessness) des Alltagslebens.

  • Russische Revolutionen

    Russische Revolutionen, die revolutionären Bewegungen der Februarrevolution und der Oktoberrevolution, die die Herrschaft der Zaren in Russland beendeten, Russland politisch und sozial umwälzten und zum ersten sozialistischen Staat der Erde führten, der UdSSR. In Russland galt bis Februar 1918 der julianische Kalender, der von unserem gregorianischen Kalender um zwei Wochen abweicht. Nach unserer Zeitrechnung fand die „Februarrevolution“ im März, die „Oktoberrevolution“ im November 1917 statt. Auslöser der Revolutionen Wiederkehrende Hungerkatastrophen seit den 1890er-Jahren führten zu einem...

  • Russlandfeldzug

    Russlandfeldzug, die französische Invasion Russland durch Napoleon Bonaparte. Nachdem das Bündnis mit Russland 1809 zerbrochen war, unter anderem weil sich Russland nicht an der Kontinentalsperre beteiligte und Bündnisse mit Großbritannien und Schweden schloss, begann 1812 der Russlandfeldzug. Zwar konnte die französische Armee Moskau besetzten, wurde dann aber zum Rückzug gezwungen. Der Russlandfeldzug scheiterte und leitete die Befreiungskriege (1813 bis 1815) gegen die französische Hegemonie ein.

  • Rutherfordsche Atommodell

    Nach diesem Kern-Hüllen-Modell besitzt das Atom in seinem Zentrum einen positiv geladenen Kern, der fast die gesamte Masse in sich vereint. Die Hülle des Atoms wird von den negativ geladenen, fast masselosen Elektronen gebildet, die sich im Abstand von maximal 10-10 m um den Kern bewegen. Die Geschwindigkeit der Elektronen ist so bemessen, dass sich die Fliehkraft und die Anziehung zwischen Kern und Elektron stets die Waage halten. Im Gegensatz zum Massemodell stimmt dieses Modell z. B. auch mit den Ergebnissen des Rutherford-Streuversuchs überein: Trifft ein Bündel von α-Teilchen auf eine...

  • Rutherford’scher Streuversuch

    Der Rutherford’sche Streuversuch (nach Ernest Rutherford) war eines der Schlüsselexperimente auf dem Weg zum heutigen Atommodell. Im Experiment werden radioaktive Alphateilchen auf eine dünne Goldfolie geschossen. Entgegen der Vorstellung, dass Atome unzerteilbare, dicht an dicht liegende Kugeln sind, durchdringen die meisten Teilchen die Folie ohne Ablenkung, einige wenige werden aber zum Teil stark abgelenkt. Dies erklärt sich dadurch, dass fast die ganze Masse des Atoms in einem sehr kleinen, elektrisch positiv geladenen Kern konzentriert ist, während die negative Ladung des Atoms über...