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  • Daktylus

    Über das Wort „Daktylus“ Genus, Betonung: der Daktylus Plural: die Daktylen (betont auf dem y!) Abkürzung: da (in metrischen Formeln) Herkunft: von lat. dactylus Daktylus, dies von griechisch dáktylos Finger, Daktylus (der Zeigefinger mit einem langen und zwei kurzen Knochen diente als Bild für die Silbenabfolge lang – kurz – kurz des daktylischen Metrums) Definition Der „Daktylus“ ist ein Metrum, das in seiner Grundform aus einer Abfolge aus „Silbe mit Versakzent“ + „zwei Silben ohne Versakzent“ besteht, Schema: ✕́ ✕ ✕. Im Lateinischen muss in der Grundform des Daktylus die Silbe mit...

  • Daktylus

    In jeder sprachlichen Äußerung gibt es eine Verteilung von betonten Silben (Hebung) und unbetonten Silben (Senkung). Die regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Silben nennt man Metrum. Vor allem in der geformten Sprache der Lyrik ist der Rhythmus oft durch ein regelmäßiges Metrum festgelegt. Der Versfuß ist die kleinste Einheit des Metrums. Er besteht aus einer festgelegten Anzahl und bestimmten Reihenfolge von betonten und unbetonten Silben, wozu auch der Daktylus zählt. Daktylus ist ein dreisilbiger Versfuß, wobei die erste Silbe betont und die letzten beiden Silben unbetont sind...

  • Daltonsche Atommodell

    (daltonsches Modell, Kugelmodell, mechanisches Modell): Das einfachste aller Atommodelle stellt die Atome als kleine, gleichmäßig mit Masse gefüllte, elastische, elektrisch neutrale Kugeln dar, auf die sich die Gesetze der klassischen Mechanik anwenden lassen. Dieses Modell erweist sich auch heute noch als geeignet zur Erklärung z. B. der Gasgesetze (kinetische Gastheorie) oder der Diffusion.

  • Daltonsches Gesetz

    Von J. Dalton gefundenes Gasgesetz. Es besagt: Der Gesamtdruck eines Gemisches idealer Gase ist gleich der Summe der Partialdrücke der einzelnen Komponenten, d. h. der Summe der Drücke, die jedes Gas ausüben würde, wenn es das Volumen, in dem sich das Gemisch befindet, allein ausfüllen könnte.

  • Dampf

    Bezeichnung für den gasförmigen Aggregatzustand eines Stoffes, wenn dieser Stoff gleichzeitig auch noch im flüssigen Aggregatzustand vorliegt und beide Phasen miteinander in Kontakt stehen. Zwischen Dampf und Flüssigkeit erfolgt dabei ein ständiger Energie- und Masseaustausch, d. h., es gehen ständig Moleküle aus der Flüssigkeit in den Dampfraum und aus dem Dampfraum in die Flüssigkeit über. Ist die Zahl der übergehenden Teilchen in einem bestimmten Zeitraum in beiden Richtungen identisch, so liegt ein thermodynamisches Gleichgewicht zwischen den beiden Aggregatzuständen vor. Der Dampf wird in...

  • Dampfdichtebestimmung

    Methode zur Bestimmung der Molekülmasse durch Messung der Dampfdichte. Das Verfahren, das v. a. für die Bestimmung von leicht verdampfbaren Flüssigkeiten und Feststoffen geeignet ist, geht auf Victor Meyer (* 1848, † 1897) zurück. Dabei wird zunächst eine abgewogene Menge der zu prüfenden Substanz verdampft; der entstehende Dampf verdrängt ein entsprechendes Luftvolumen, das in einem Gasmessrohr bestimmt wird. Der Dampf kann (besonders bei hohen Temperaturen) durch die allgemeine Zustandsgleichung der Gase beschrieben werden: pV = nRT (p Druck, V Volumen, n Anzahl der Mole, T absolute...

  • Dampfdruck und Sättigungsdampfdruck

    Der Dampfdruck eines Stoffes ist der von der Temperatur abhängige Druck der Dampfphase über der flüssigen Phase dieses Stoffes. Beispielsweise befindet sich in der Luft über einer Wasseroberfläche immer eine gewisse Menge Wasserdampf, deren Konzentration bzw. Partialdruck den Dampfdruck darstellt. Befinden sich Dampf und Flüssigkeit im thermodynamischen Gleichgewicht, so spricht man vom Sättigungsdampfdruck. Wird im Gleichgewicht die Temperatur leicht erhöht (oder der Druck erniedrigt), so beginnt die Flüssigkeit zu sieden (Verdampfen). Die Dampfdruckerniedrigung bei Zugabe einer löslichen...

  • Dämpfung

    Bei einer Schwingung oder Welle bezeichnet man als Dämpfung die Abnahme der Amplitude A durch Umwandlung der Schwingungsenergie in andere Energieformen aufgrund von Reibungseffekten. Man spricht dann von einer gedämpften Schwingung (Abb. links). Ein Maß für die Dämpfung ist der Quotient zweier aufeinanderfolgender Amplituden, das Dämpfungsverhältnis \(k = \dfrac {A_n}{A_{n+1}}\) Bei sehr hoher Dämpfung findet überhaupt keine periodische Schwingung mehr statt, sondern der Pendelkörper „kriecht“ in seine Ruhelage (aperiodische Dämpfung, Abb. rechts).

  • Daniell-Element

    [nach John Frederic Daniell; *1790, †1845]: Ein Kupfer-Zink-Element mit Zink- und Kupfersulfatlösung als Elektrolyt. Siehe Spannungsreihe. Daniell-Element

  • Darm

    Der Darm ist das Stück des Verdauungskanals, das vom Magen bis zum After reicht. Bei niederen Tieren ist der Darm oft ein glattes, durchgängiges Rohr. Er ist bei fleischfressenden höheren Tieren weniger, bei Pflanzenfressern stärker gewunden.

  • Darwinismus

    C. R. Darwin mit seinem 1859 erschienenen grundlegenden Werk »On the origin of species by means of natural selection« begründete Theorie, die die wissenschaftlichen Argumente für die Deszendenztheorie lieferte und dieser zu weltweiter Anerkennung verhalf. Die prinzipiellen Überlegungen Darwins, auf denen die von ihm erstellte Selektionstheorie beruht, sind folgende: 1. Die Lebewesen auf der Erde produzieren eine gewaltige Menge an Nachkommen; davon müssen viele vor Erlangung der Geschlechtsreife zugrunde gehen. 2. Die Nachkommen der Lebewesen weisen Unterschiede auf, die sich manchmal positiv...

  • Das lyrische Ich

    Das lyrische Ich ist ein vom Autor erfundener fiktiver Sprecher, ein Rollen-Ich. Das lyrische Ich kann sich im Ich oder im Wir zu erkennen geben, es kann ein fiktives Du ansprechen, es kann aber auch im Verborgenen bleiben. Das lyrische Ich darf nicht mit dem realen Autor des Gedichts verwechselt werden. Die dargestellten Erfahrungen sind zunächst als dichterische Fiktionen zu verstehen. Jedoch kann das lyrische Ich auch reale Erfahrungen und Zusammenhänge des autobiografischen Ichs verdeutlichen. Verlässlich angezeigt wird das lyrische Ich oft durch das Personalpronomen (ich, mir), durch...

  • das und dass

    Allgemein Bei der Schreibung der Wörter das und dass muss man sich die unterschiedlichen Wortarten und ihre Aufgaben im Satz klar­ machen. das Artikel Beispiel: Das Mädchen kommt. Ersatzprobe: Ein Mädchen kommt. Demonstrativpronomen Beispiel: Sie wissen das nicht. Ersatzprobe: Sie wissen dieses (dies,jenes) nicht. Relativpronomen Beispiel: Er vermisst das Buch, das er verliehen hat. Ersatzprobe: Er vermisst das Buch, welches er verliehen hat. Relativpronomen mit Präposition Beispiel: Das Heft, in das ich die Hausaufgaben eingetragen habe, ist mir abhanden gekommen. Ersatzprobe: Das Heft, in...

  • Date / Datum

    Bildung und Gebrauch Das Datum im Englischen kann man unterschiedlich schreiben, es wird jedoch immer mit Ordnungszahlen angegeben. Die übliche Reihenfolge im britischen Englisch ist Tag – Monat – Jahr. Die Endbuchstaben der Ordnungszahlen können, müssen aber nicht angehängt werden. Das Komma vor der Jahreszahl wird heute oft weggelassen. Beispiele: 25th June(,) 2004 oder 25 June(,) 2004 – Gesprochen: the twenty-fifth of June, two thousand and four We will meet on Friday, 25 June 2004, to discuss this issue. Die übliche Reihenfolge im amerikanischen Englisch ist Monat – Tag – Jahr. Beim...

  • Datenklassen

    In der beschreibenden Statistik kann man Merkmalsausprägungen in Datenklassen (oder Kategorien) zusammenfassen, um die Darstellung übersichtlicher oder besser handhabbar zu machen. Dies bietet sich z. B. dann an, wenn quantitative Messdaten sehr viele verschiedene Zahlenwerte aufweisen oder wenn qualitiative Daten durch das Zusammenfassen eine Ordinalskala bekommen. Ein Beispiel für den zweiten Fall wären Automarken, die nach ihrem Kraftstoffverbrauch in die Klassen „sparsames Ökoauto“, „Familienkutsche“ und „überdimensionierter Spezialschlitten“ eingeteilt werden.

  • Dativ

    Im Deutschen gibt es vier verschiedene Kasus (Plural: Kasus = Fall): Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Mithilfe von unterschiedlichen Fragewörtern kannst du herausfinden, in welchem Kasus z. B. ein Substantiv steht. Der Dativ stellt den 3. Fall dar und man fragt nach ihm mit wem? Beispiele: Der Postbote hat unserem Nachbarn ein Paket gebracht. Wem hat er ein Paket gebracht? Kim hilft ihrem Bruder. Wem hilft Kim? Aufgepasst: Es werden nicht nur Substantive im Dativ dekliniert, sondern auch: Pronomen Substantivierungen bestimmte Artikel unbestimmte Artikel Adjektive Numerale

  • Dativ

    Andere Bezeichnung: Wemfall Über das Wort „Dativ“ Genus, Betonung: der Dativ Plural: die Dative Abkürzung: Dat. Herkunft: von lat. cāsus datīvus Gebefall (zu dare geben) Definition Unter „Dativ“ versteht man den Kasus, der den Empfänger kennzeichnet. Beachte: Die Definition gibt nur die Funktion an, die den Dativ zum Dativ macht! Eine Zusammenstellung aller seiner Funktionen findest du unten. FUNKTIONEN (A) Objekt (= ein Verbkomplement) Der Dativ ist der typische Objektkasus in den Fällen, wo das Objekt eines Verbs keine Sache, sondern nur eine Person sein kann. (1) Dativ des Besitzers...

  • Dativobjekt

    Das Dativobjekt bezeichnet in erster Linie Personen und gibt Antwort auf die Frage wem? Dativobjekte sind: Substantivgruppen attributive Wortgruppen Pronomen Beispiel: Der Sohn ähnelt seiner Mutter. Die Tochter ähnelt dem gemeinsamen Vater. Der Sohn ähnelt ihr. In einem Satz mit mehreren Objekten kann auf das Dativobjekt oftmals verzichtet werden. Beispiel: Jule überreicht ihrem Großvater ein Geschenk. Jule überreicht ein Geschenk.

  • Dauermagnet (Permanentmagnet)

    Ein Dauer- oder Permanentmagnet ist ein Magnet, der im Gegensatz zum Elektromagneten sein magnetisches Moment und damit sein magnetisches Feld ohne äußere Einwirkung beliebig lange beibehält. Nur bei starker Erschütterung oder bei Erhitzen über die Curie-Temperatur (Ferromagnetismus) hinaus geht der Magnetismus verloren. Dauermagnetische Materialien sind alle Ferromagnetika, z. B. Eisen und Nickel, oder hartmagnetische Legierungen wie Cobalt-Samarium. Magnetische Werkstoffe kommen auch in der Natur vor, z. B. das Magnetit („Magneteisenstein“).

  • Dawesplan

    Dawesplan, Vereinbarung zur Sicherung der Rückzahlungsfähigkeit europäischer Schuldner an die USA nach dem Ersten Weltkrieg, benannt nach dem amerikanischen Politiker Charles Dawes (*1865, †1951). Mit Abschluss des Dawesplans, der am 1.9.1924 in Kraft trat, wurden als Präzisierung des Versailler Vertrags die Reparationszahlungen Deutschlands auf zunächst 2,5 Milliarden, ab 1927/28 auf 1 bis 1,75 Milliarden Goldmark jährlich festgelegt. Das Deutsche Reich erhielt Kredite zur wirtschaftlichen Stabilisierung. Die endgültige Höhe und Dauer der deutschen Kriegsentschädigung blieb allerdings offen...

  • De-Broglie-Wellen (Materiewellen)

    Jedes Teilchen mit nicht verschwindender Ruhemasse (allgemein jeder bewegten Masse) besitzt Welleneigenschaften, man spricht dabei von De-Broglie-Wellen (nach Louis de Broglie) bzw. Materiewellen. Diese Wellen wurden zunächst 1924 von de Broglie in seiner Doktorarbeit theoretisch hergeleitet, indem er die vom Photon bereits bekannten Beziehungen \(E = h \cdot f\) und p = E/c (E: Energie, h: Planck’sches Wirkungsquantum, f: Frequenz, c: Lichtgeschwindigkeit) formal auf eine mit der Geschwindigkeit \(v\) bewegte Masse m mit dem Impuls \(p = m \cdot v = \sqrt{2mE}\) übertrug. Durch Auflösen nach...

  • Decarboxylierung

    Decarboxylierung: die Abspaltung von \(CO_2\) (z. B. aus der Carboxygruppe) mithilfe des Enzyms Decarboxylase. Die Decarboxylierung spielt eine wichtige Rolle bei den Stoffwechselvorgängen. So entsteht im Citronensäurezyklus durch Decarboxylierung die Hauptmenge an \(CO_2\). Etwa zwei Drittel des anfallenden Kohlenstoffdioxids, der Kohlenhydrate sowie das gesamte \(CO_2\)der Fettsäuren entstammen der Decarboxylierung. Das durch die Decarboxylierung frei werdende \(CO_2\) ist für die tierische Zelle nicht mehr verwertbar, sondern wird als Stoffwechselendprodukt ausgeschieden. Die pflanzliche...

  • Deckgewebe

    Deckgewebe (Epithel) sind flächige, in sich geschlossene Zellverbände, die Körperoberflächen bedecken oder Körperhohlräume auskleiden. Sie haben keine Interzellularen. Nach der Strukturierung lassen sich die folgenden Formen unterscheiden: Aus einschichtigem Deckgewebe besteht bei Wirbellosen die Epidermis (Oberhaut), bei Wirbeltieren z. B. die Darmauskleidung. Dabei sind alle Zellen etwa gleich groß und berühren die Basalmembran. Im mehrreihigen Deckgewebe berühren ebenfalls alle Zellen die Basalmembran (es ist deshalb auch einschichtig), nicht alle jedoch erreichen die Oberfläche. Dadurch...

  • defektives Verb

    Andere Bezeichnung: Verbum dēfectīvum Definition Ein „defektives Verb“ ist ein Verb, das nicht sämtliche Formen der Konjugation bilden kann. BESTAND (A) Verben ohne Präsensstamm Nur im Perfektstamm kommen folgende Verben vor: (1) ōdisse hassen Die Formen des Perfektstamms haben die Bedeutung der entsprechenden Formen des fehlenden Präsensstamms, z.B.: ÷ ōdisse hassen (Inf.Aktiv des Perfektstamms > Inf.Aktiv des Präsensstamms) ÷ ōdī ich hasse (Ind.Perfekt > Ind.Präsens) ÷ ōderam ich hasste (Ind.Plusquamperfekt > Ind.Imperfekt) ÷ ōderō ich werde hassen (Ind.Futurperfekt = Futur II > Ind.Futur) ÷...

  • Defining relative clause / Notwendiger Relativsatz

    Definition Notwendige (bestimmende) Relativsätze (defining relative clauses) können nicht weggelassen werden, ohne dass der Satz seinen Sinn verliert. Sie sind für das Verständnis des Satzes unbedingt notwendig. Daher werden solche unentbehrlichen Relativsätze „notwendige Relativsätze“ (defining relative clauses) genannt. Sie werden durch Relativpronomen (relative pronouns) eingeleitet. Im Gegensatz zum Deutschen werden diese Relativsätze im Englischen nicht durch Kommas vom Hauptsatz abgetrennt. Beispiele She was the woman who taught me French. I cannot tell which subject is more important...

  • Definition / Begriffsbestimmung

    Allgemein Die definition (Begriffsbestimmung) ist die Erklärung eines Begriffs in knapper Form. Sie stellt die Hauptmerkmale eines Begriffs heraus, grenzt einen Begriff von anderen, sinnverwandten Begriffen ab, beschränkt sich auf das Wesentliche und sollte möglichst genau formuliert sein. Sie wird bei Lexikonartikeln und Wörterbüchern mit Worterklärungen verwendet. Beispiele: A bird is an animal that is able to fly. Communication is an exchange of information between communication systems, human beings or animals. A political party is an organization of people who represent the same...

  • Definitionslücke

    Wenn eine Funktion für einen einzelnen x-Wert nicht definiert ist, bezeichnet man ihn als Definitionslücke. Meist handelt es sich dabei um eine Polstelle, es kann sich aber auch um eine sog. hebbare Lücke handeln (letztere werden ebenfalls bei den Polstellen behandelt).

  • Definitionsmenge (Definitionsbereich)

    Die Definitionsmenge bzw. der Definitionsbereich einer Funktion oder Gleichung enthält alle Zahlen, die – setzt man sie für eine Variable im Funktionsterm ein –, zu einem mathematisch definierten Ausdruck führen. Dies lässt sich leichter verstehen, wenn man sagt, welche Zahlen nicht in der Definitionsmenge enthalten sein dürfen: Alles was dazu führt, dass durch null geteilt würde oder die Wurzel aus einer negativen Zahl gezogen würde. Man darf, aus welchen Gründen auch immer, die Definitionsmenge einer Funktion auch noch weiter als „mathematisch notwendig“ einschränken, etwa wenn man sich nur...

  • Dehnungsmessstreifen

    Ein Dehnungsmessstreifen (DMS) ist ein einfacher Messfühler für mechanische Größen, bestehend aus einem zickzackförmigen Draht auf einem Kunststoffstreifen als Träger, der auf die Messstelle aufgeklebt wird. Bei einer Bewegung (z. B. einer Dehnung oder Biegung) ändert sich die Länge des Drahts und damit sein Widerstand, sodass man ein elektrisches Signal erhält.

  • Dehydrogenasen

    Dehydrogenasen: mit ca. 200 Vertretern die umfangreichste Gruppe der Enzyme. Dehydrogenasen katalysieren mit der Wasserstoffübertragung in der Atmungskette eine der wichtigsten Reaktionen und sind deshalb v. a. im Hyaloplasma aller Zellen (Cytoplasma) zu finden.

  • Deklination

    Andere Bezeichnung: Beugung der Nomen Über das Wort „Deklination“ Genus, Betonung: die Deklination Plural: die Deklinationen Abkürzung: Dekl. Herkunft: von lat. dēclīnātiō Beugung, Abweichung (gemeint ist die Abweichung von der Nennform, also vom Nominativ Singular) Definition „Deklination“ ist eine Art der Flexion. Unter „Deklination“ versteht man eine Veränderung der Form eines Wortes, die dazu dient, Kasus, Numerus und Genus auszudrücken. Ein Wort zu „deklinieren“ bedeutet, seine Deklinationsformen zu bilden. „Deklination“ wird auch als abkürzende Bezeichnung für „Deklinationstyp“ gebraucht...

  • Deklination

    Allgemein Die Formveränderung von Nomen, Adjektiven, Artikeln und Pronomen nennt man Deklination. Bei der Deklination unterscheidet man: Genus (Geschlecht: männlich, weiblich, sächlich) Numerus (Einzahl, Mehrzahl) Kasus (Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ) Deklination von Substantiven Substantive verändern ihre Form, je nachdem, welche Rolle sie im Satz einnehmen. Wird ein Substantiv gebeugt, steht es in einem bestimmten Kasus. Im Deutschen gibt es vier verschiedene Kasus; mithilfe der Fragewörter kannst du herausfinden, in welchem Kasus ein Substantiv steht. 1. Fall: Nominativ: wer...

  • Demokratie (griechische Antike)

    Demokratie (griechische Antike), Staatsform, die durch die Herrschaft des Volkes charakterisiert ist. Die Art und Weise, wie die Herrschaft in einem Staat organisiert ist, nennt man Staatsform. Die Griechen unterschieden unter anderem zwischen Monarchie (Herrschaft eines Königs), Aristokratie (Herrschaft des Adels) und Demokratie. Griechenland gilt als Wiege der Demokratie. Im 5. Jahrhundert v. Chr. nahmen in zahlreichen griechischen Stadtstaaten (Poleis) alle männlichen Bürger an den Beratungen und Beschlüssen der Poleis teil. Hierin unterscheidet sich die antike oder attische Demokratie von...

  • Demonstrative determiner / Demonstrativbegleiter

    Definition Demonstrativbegleiter bzw. Demonstrativpronomen (demonstrative pronouns) weisen direkt auf einen Gegenstand oder eine Person hin. Je nach Gebrauch können this und that, these und those Demonstrativbegleiter oder Demonstrativpronomen sein. Als Demonstrativbegleiter (demonstrative determiner) stehen sie vor einem Substantiv (noun). Formen und Beispiele Singular Plural this these that those this und these weisen auf Personen oder Dinge in der näheren Umgebung zum Sprecher hin. that und those weisen auf Dinge hin, die sich vom Sprecher weiter entfernt befinden. this und that werden...

  • Demonstrative pronoun / Demonstrativpronomen

    Definition Demonstrativpronomen bzw. Demonstrativbegleiter (demonstrative determiner) weisen direkt auf einen Gegenstand oder auf eine Person hin. Je nach Gebrauch können this und that, these und those Demonstrativbegleiter oder Demonstrativpronomen sein. Als Demonstrativpronomen (demonstrative pronoun) ersetzten sie ein Substantiv und stehen deshalb allein. Formen und Beispiele Singular Plural this these that those this und these weisen auf Personen oder Dinge in der näheren Umgebung zum Sprecher hin. that und those weisen auf Dinge hin, die sich vom Sprecher weiter entfernt befinden. this und...

  • Demonstrativpronomen

    Andere Bezeichnung: hinweisendes Fürwort Über das Wort „Demonstrativpronomen“ Genus, Betonung: das Demonstrativpronomen Plural: die Demonstrativpronomen oder die Demonstrativpronomina Abkürzung: Dem.-Pron. Herkunft: von lat. prōnōmen dēmōnstrātīvum zum Zeigen dienendes Pronomen (von dēmōnstrāre zeigen) Definition „Demonstrativpronomen“ ist eine Unterart der Wortart Pronomen, die wiederum zur Wortartengruppe Nomen gehört. Unter Demonstrativpronomen versteht man ein Wort, das einen Gegenstand dadurch beschreibt, dass es „zeigend“ dessen Position angibt, und zwar: • entweder konkret: wo in Raum...

  • Demonstrativpronomen

    Allgemein Demonstrativpronomen werden verwendet, um auf eine Person, einen Gegenstand oder Sachverhalt oder einen ganzen Satz hinzuweisen. Diese Person oder Sache wird dadurch besonders hervorgehoben. Beispiel: Ich habe zwei Brüder. Diese sind beide älter als ich. Sie können sowohl als Begleiter als auch als Pronomen (Stellvertreter) verwendet werden. Begleiter: Dieses Kind hat mir den Ball zugeworfen. Stellvertreter: Dieser (gemeint ist der Ball) war rot. Die Bedeutung von dieser, diese, dieses und jener, jene, jenes ist unterschiedlich: Mit dieser weist man auf eine Person oder Sache hin...

  • Denaturierung

    Denaturierung ist die (normalerweise) irreversible Zerstörung der Struktur von Proteinen, z.B. durch Hitze, Säuren oder Salze

  • Dendriten

    Dendriten sind die kurzen, stark verzweigten Fortsätze einer Nervenzelle, die breitbasig auf der Nervenzelle entspringen.

  • Deponens / Deponentien

    Über das Wort „Deponens“ Genus, Betonung: das Deponens Plural: die Deponentien Abkürzung: Dep. Herkunft: von lat. (verbum) dēpōnēns ablegendes Verb, Deponens (gemeint ist, dass diese Art von Verb seine Aktivformen „ablegt“, also nur noch Passivformen besitzt; dēpōnēns ablegend ist gleichzeitiges Aktivpartizip (= PPA) zu dēpōnere niederlegen, ablegen) Definition Unter „Deponens“ versteht man ein Verb, das (von Partizipien abgesehen) keine Aktivformen bildet. Bedeutungsgruppen Etwa 10% aller lateinischen Verben sind Deponentien. Manche haben ihrer Form entsprechend Passiv-Bedeutung, andere haben...

  • Deportation

    Deportation, die zwangsweise Verschickung von Menschen von ihren Wohnsitzen in vorbestimmte Aufenthaltsorte durch den eigenen Staat oder eine fremde Besatzungsmacht. Die Deportierten bleiben (anders als bei Ausweisung oder Vertreibung) im Machtbereich des Staates, der die Deportation durchführt. Deportationen dienten vor allem der Beseitigung von nationalen, ethnischen oder politischen Minderheiten. Während des Zweiten Weltkriegs deportierte der NS-Staat über 4,5 Millionen europäische Juden und eine große Anzahl von Angehörigen anderer Bevölkerungsgruppen(z.B. Sinti und Roma, Polen...

  • Derivation

    Andere Bezeichnungen: Ableitung, Wortableitung Über das Wort „Derivation“ Genus, Betonung: die Derivation Plural: die Derivationen Abkürzung: Der. Herkunft: von lat. dērīvātiō Ableitung (von dērīvāre (Wasser) ableiten; von dē rīvō vom Bach) Definition „Derivation“ ist eine Methode der Wortbildung. Unter „Derivation“ versteht man die Bildung eines neuen Wortes aus einem älteren Wort, indem dem älteren Wort (genauer: dem Stamm des älteren Wortes) ein Affix (hier = Ableitungssilbe) hinzugefügt wird. Ein durch Derivation gebildetes Wort heißt „Derivat“. Weitere Informationen und Beispiele für...

  • Description / Beschreibung

    Allgemein Die Beschreibung ist eine informierende, sachbetonte und wirklichkeitsnahe Darstellungsform. Sie dient dazu, dem Leser eine genaue Vorstellung von einem beschriebenen Gegenstand, einem Vorgang, einer Person, einem Tier oder einer Abbildung zu vermitteln. Hier die wichtigsten Merkmale einer Beschreibung auf einen Blick: Merkmale Aufbau und Form Sprachliche Gestaltung informativ sachlich nachvollziehbar klare Gliederung systematische Reihenfolge Beschränkung auf das Wesentliche Verben im simple present treffende Verben genaue und verständliche Formulierungen Redewendungen aus dem...

  • Descriptive and narrative texts / Beschreibende und erzählende Sachtexte

    Allgemein Ein beschreibender und erzählender Sachtext ist ein informativer Text, der eine chronologische Reihenfolge von Ereignissen (chronological sequence of events) darstellt. Merkmale Es wird durchweg das past tense, meist das simple past verwendet. Gelegentlich wird auch das past progressive eingesetzt: He was doing this when something happened. Wörter und Ausdrücke wie to begin with, firstly/secondly …, then, after that, later on, subsequently, as a result of this, finally usw. werden benutzt, um den zeitlichen Ablauf darzustellen.

  • Destillation

    [zu lat. destillare »herabtropfen«]: Ein Verfahren zur Trennung von Substanzgemischen, v. a. von Flüssigkeitsgemischen. Bei einer Destillation wird eine Flüssigkeit (meist durch Erhitzen) zum Sieden gebracht, die entstehenden Dämpfe werden durch Kühlen wieder verflüssigt (kondensiert) und dieses Kondensat in einer Vorlage aufgefangen. Der durch Kondensieren erhaltene Anteil wird Destillat, der nicht verdampfende Anteil Destillationsrückstand genannt. Bei der einfachen Destillation ist jedoch keine vollständige Trennung möglich, denn mit der niedrigersiedenden Substanz geht stets auch die...

  • Destruenten

    Destruenten sind das letzte Glied einer Nahrungskette, wobei insbesondere Bakterien, Pilze und viele bodenbewohnende Tiere zu den Destruenten zählen.

  • Deszendenztheorie

    Deszendenztheorie (Abstammungslehre) ist die Theorie, dass alle heutigen Lebewesen aus früheren Lebewesen hervorgegangen sind. Die Deszendenztheorie schließt auch den Gedanken an eine Weiter- und Höherentwicklung (Evolution) der Lebewesen ein, d. h. die Annahme, dass die heutigen unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten und auch der Mensch aus sehr einfach organisierten, primitiven Vorfahren entstanden sind (Evolutionstheorie). Die Deszendenztheorie steht im Gegensatz zur Vorstellung von der Unveränderlichkeit bzw. der Konstanz der Arten, die von einem einmaligen Schöpfungsakt ausgeht. Als...

  • Determinante

    Die Determinante ist eine Funktion, die jeder quadratischen Matrix auf zunächst etwas willkürlich scheinende, aber eindeutige Weise eine Zahl zuordnet. Das Besondere daran ist, dass man mithilfe der Determinante wichtige Informationen über die Matrix und ihre Spalten- bzw. Zeilenvektoren gewinnt. In zwei Dimensionen, also für die „zweireihige“ Determinante einer 2×2-Matrix A, lautet die Definition: \(\det A = \det \begin{pmatrix} a_{11} & a_{12} \\ a_{21} & a_{22} \end{pmatrix} \equiv \begin{vmatrix} a_{11} & a_{12} \\ a_{21} & a_{22} \end{vmatrix} = a_{11} a_{22} - a_{12} a_{21} \) In drei...

  • Determination

    Determination: in der Keimesentwicklung die Festlegung einer bestimmten Entwicklungsrichtung für einen bestimmten Teil des Keims. Sie erfolgt für diese Teile zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Nach der Determination verpflanzte Zellen entwickeln sich auch an ihrem neuen Ort zu dem Gewebe, für das sie determiniert sind. Vorher verpflanzt, fügen sie sich nahtlos in ein neues Gewebe ein. Verpflanzt man z. B. bei Molchlarven einige für die zukünftige Augenblase determinierte Zellen in die Bauchregion, so bilden sie herkunftsgemäß ein Auge.

  • Deuterium

    [zu griech. deuteros »zweiter«, »nächster«] (schwerer Wasserstoff): Isotop des Wasserstoffs mit der Massenzahl 2, das im natürlichen Wasserstoff zu etwa 0,016 % enthalten ist; chem. Symbol D oder 2H. Während der Kern des gewöhnlichen Wasserstoffatoms 1H nur aus einem Proton besteht, ist der Deuteriumkern (Deuteron) aus einem Proton und einem Neutron zusammengesetzt. In seinem chemischen Verhalten unterscheidet sich das Deuterium nur durch die Reaktionsgeschwindigkeit geringfügig vom gewöhnlichen Wasserstoff. Verwendet wird Deuterium z. B. als Tracer bei der Untersuchung von...

  • Deutsche Arbeitsfront

    Deutsche Arbeitsfront, Abkürzung DAF, am 10.5.1933 gegründete nationalsozialistische Organisation, die an die Stelle der Gewerkschaften trat. Die Mitglieder der Gewerkschaften wurden zwangsweise in die DAF eingegliedert. Betriebsräte wurden aufgelöst und durch DAF-Funktionäre ersetzt. Eine Unterorganisation der DAF war Kraft durch Freude. Die DAF war Teil der Umorganisation der Wirtschaft im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Das Gesetz über Treuhänder der Arbeit vom 19.5.1933 regelte die Arbeitsverträge. Die Tarifautonomie wurde durch staatlichen Zwang ersetzt. Per Gesetz vom 29.11...

  • Deutsche Demokratische Republik

    Deutsche Demokratische Republik, Abkürzung DDR, der sozialistische deutsche Staat, der von 1949 bis 1990 existierte. Staatsgründung und Staatsorgane Am 7.10.1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik ausgerufen. Bereits 1946 waren in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die SPD zur Sozialistischen Einheitspartei (SED) zusammengeschlossen worden. Damit existierten nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23.5.1949 zwei deutsche Staaten. Die Regierungen beider Staaten beanspruchten jeweils für sich, alle Deutschen zu vertreten und im...

  • Deutsche Frage

    Deutsche Frage, die Auseinandersetzung um die territoriale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Einheit deutscher Staatsgebiete (deutsche Einheit). Die Entstehung des deutschen Nationalstaats Die deutsche Frage stellte sich nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806 und dem Wunsch nach einem deutschen Nationalstaat, die sich in der Deutschen Revolution 1848/1849 ausdrückte. Der Versuch der Frankfurter Nationalversammlung 1848, ein demokratisches Deutsches Reich zu begründen, scheiterte am Widerstand der im Deutschen Bund zusammengeschlossenen souveränen...

  • Deutsche Revolution 1848/49

    Deutsche Revolution 1848/49, revolutionäre Aufbruchstimmung und Unruhe in vielen deutschen Städten ab März 1848. Revolutionäre Bestrebungen gab es auch in anderen europäischen Ländern. Vorzeichen Der Versuch des französischen Königs Louis Philippe (*1773, †1850, Herzog von Orléans, König der Franzosen von 1830 bis 1848), die Reformbewegung in seinem Land auszuschalten, löste 1848 die sogenannte Februarrevolution aus, die den König zur Abdankung zwang. Eine provisorische Regierung wurde eingesetzt. Sie rief die Republik aus und verkündet ein allgemeines Wahlrecht. Diese Februarrevolution in...

  • Deutscher Bund

    Deutscher Bund, lockerer Staatenbund aus 35 Fürstentümern und vier Städten, der als Ergebnis der Verhandlungen 1815 auf dem Wiener Kongress unter Führung Österreichs an die Stelle des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation trat. Bundesversammlung Neben den deutschen Fürsten gehörten ihm auch ausländische Herrscher, z.B. der König von Großbritannien als König von Hannover, an. In einer Bundesversammlung trafen sich die Gesandten der Mitgliedsstaaten. Sie tagte als ständiger Kongress in Frankfurt am Main. Bis 1848 wurde es zur Regel, dass sich Österreich und Preußen in allen wichtigen...

  • Deutscher Orden

    Deutscher Orden, 1202 nach Vorbild des Templerordens gegründeter geistlicher Ritterorden. Im 13. Jahrhundert verlegte der Orden seine Missionierungstätigkeit in den baltischen Raum. Auf diese Weise fassten die Ordensritter in Estland, Livland und Kurland Fuß. Ostsiedlung und Missionierung Der Orden begann 1230, von einem polnischen Fürsten beauftragt, sein Eroberungswerk im Kampf gegen die noch heidnischen Preußen. Haupt des Ordens war der Hochmeister, der ab 1309 seinen Sitz von Venedig nach Marienburg in Preußen, ab 1466 nach Königsberg. Der Deutsche Orden kultivierte das Land planmäßig...

  • Deutscher Zollverein

    Deutscher Zollverein, Zusammenschluss von 18 Staaten des Deutschen Bundes unter Führung Preußens im Jahr 1834. Sie schufen damit ein einheitliches Zollgebiet und bauten Zollschranken untereinander ab. Der Nationalökonom und Politiker Friedrich List (*1789, †1846) forderte bereits 1819 den Abbau der Binnenzölle zwischen den deutschen Einzelstaaten. Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins war in Deutschland der Grundstein für einen einheitlichen Markt mit geringen Zöllen als Voraussetzung für freien Warenaustausch gelegt. Der nun entstehende Freihandel schuf Absatzmärkte und beschleunigte die...

  • Deutsches Kaiserreich

    Deutsches Kaiserreich, deutscher Staat, der 1871 aus 22 Fürstentümern und drei freien Reichsstädten gegründet wurde und bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bestand. Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation durch Napoleon 1806 existierte nun wieder ein einheitliches Deutsches Reich, das sich bald zu einer der größten Industriestaaten der Welt entwickelte. Flagge des Deutschen Kaiserreichs: Die Reichsgründung Die Gründung des Deutschen Reichs war das Werk des preußischen Ministerpräsidenten Otto Fürst von Bismarck. Ziel der Politik Bismarcks war es, Preußens...

  • Deutsches Reich (Mittelalter)

    Deutsches Reich (Mittelalter), erstmals während der Regierungszeit Heinrich I. (*um 875, †936, Herzog von Sachsen seit 912, römisch-deutscher König seit 919) aufkommenden Bezeichnung, im Lateinischen „Regnum Teutonicum“ (Reich der Deutschen). Otto I., Heinrichs Sohn, regierte das Deutsche Reich von 936 bis 973. Zu diesem Zeitpunkt bestand es aus fünf Herzogtümern: Sachsen, Lothringen, Franken, Schwaben und Bayern. Nachdem Otto I. 962 in Rom zum Kaiser gekrönt worden war, wurde das Deutsche Reich als Heiliges Römisches Reich (lateinisch „Sacrum Romanum Imperium“) bezeichnet. Der Begriff wurde...

  • Deutsches Reich (Neuzeit)

    Deutsches Reich (Neuzeit), amtliche Bezeichnung des deutschen Staates von 1871 bis 1945. Die Gründung des Deutschen Kaiserreichs Die Gründung des Deutschen Reichs vollzog sich in mehreren Etappen: die Revolution von 1848/49, der Deutschen Krieg von 1866, die Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 und der Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Höhepunkt war dann die Ausrufung Wilhelms I. (*1797, †1888, deutscher Kaiser seit 1871 und König von Preußen seit 1861) zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles bei Paris am 18.1.1871 sowie die Reichsverfassung des Deutschen Kaiserreichs von 1871...

  • Deutschland (nach 1945)

    Deutschland (nach 1945): Nach dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland bestimmten zunächst die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs das Schicksal des Landes. Das geteilte Land wurde zu einem Angelpunkt des Ost-West-Konflikts, mit dessen vorläufigen Ende die Wiedervereinigung einherging. Die Nachkriegsordnung von 1945 bis 1949 Bereits während des Zweiten Weltkriegs hatte die Anti-Hitler-Koalition auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 über die Nachkriegsordnung beraten. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands legten die „Großen Drei“ (USA, Großbritannien und die...

  • Deutschlandlied

    Deutschlandlied, das von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (*1798, †1874) im Jahr 1841 verfasste Gedicht „Lied der Deutschen“. Hoffmann von Fallersleben war Professor in Breslau, wurde aber 1842 wegen der politischen Inhalte seiner Gedichte und Lieder entlassen. 1848 wurde er rehabilitiert, bekam jedoch keine neue Professur. In seinem Gedicht machte von Fallersleben seiner Empörung Luft, dass in Deutschland etwa drei Dutzend souveräne Staaten existierten, in denen überdies von „Recht und Freiheit“ nicht oft die Rede sein konnte. Die drei Strophen wurden nach der Melodie der Kaiserhymne...

  • Deutschlandvertrag

    Deutschlandvertrag, der Vertrag über die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu den drei westlichen Besatzungsmächten USA, Großbritannien und Frankreich vom 26.5.1952. Der Deutschlandvertrag beendete die seit 1945 bestehende Besatzungsherrschaft und regelte in Erweiterung des Besatzungsstatuts die Übertragung der (eingeschränkte) staatlichen Souveränität an die Bundesrepublik Deutschland, da die Rechte und Verantwortung der drei Siegermächte »in Bezug auf Berlin und auf Deutschland als Ganzes einschließlich der Wiedervereinigung Deutschlands und einer friedensvertraglichen Regelung«...

  • Deverbativ

    Andere Bezeichnung: Deverbativum Über das Wort „Deverbativ(um)“ Genus, Betonung: das Deverbativ (das Deverbativum) Plural: die Deverbative (der Plural von „Deverbativum“ ist: die Deverbativa) Abkürzung: — Herkunft: von neulat. (verbum) dēverbātīvum vom Verb abgeleitetes (Wort) (von lat. dē verbō vom Verb) Definition Ein „Deverbativ“ ist ein Wort, das von einem Verb abgeleitet ist. Hinweis: Das Adjektiv zu „Deverbativ“ lautet „deverbativ“ oder „deverbal“ = vom Verb abgeleitet. Arten von Deverbativen (1) Deverbalnomen (= deverbales/deverbatives Nomen) (nicht zu verwechseln mit „Verbalnomen“ =...

  • Dewar-Gefäß

    Ein Dewar-Gefäß (nach James Dewar) dient zur wärmeisolierten Aufbewahrung insbesondere von sehr kalten Flüssigkeiten wie flüssigem Stickstoff, Sauerstoff oder Helium in normal temperierten Räumen. Dazu wird die Außenwand doppelt ausgeführt, der Raum zwischen den beiden Wänden ist evakuiert, wodurch Wärmeleitung und Konvektion unterbunden wird. Zur Vermeidung von Verlusten durch Wärmestrahlung sind die Wände verspiegelt, sodass alle drei Wege des Wärmetransports blockiert sind. Die Abb. zeigt ein zweistufiges Dewar-Gefäß, in dem flüssgies Helium innerhalb eines Behälters mit flüssigem...

  • Dezimalbrüche

    Dezimalbrüche sind Brüche, in deren Nenner eine Zehnerpotenz steht. Jeder Dezimalbruch durch eine abbrechende Dezimalzahl dargestellt. Beispiel: \(\dfrac 7 {10} = 0,7; \ \dfrac {394} {10.000} = 0,0394\) Kürzt man einen Dezimalbruch vollständig, dann hat der Bruch im Nenner nur die Primfaktoren 2 und 5. Umgekehrt kann man jeden Bruch, in dessen Nenner nur die Primfaktoren 2 und 5 vorkommen, durch Erweitern in einen Dezimalbruch umwandeln und dann die Darstellung als Dezimalzahl direkt ablesen. Beispiel: \(\dfrac 3 8 = \dfrac {375} {1000} = 0,375\)

  • Dezimalzahlen

    Dezimalzahlen sind grundsätzlich alle Zahlen, die im Stellensystem mit der Basis \(10\) (Dezimalsystem) aufgeschrieben werden. Das ist für die meisten in der Schule und im Alltag verwendeten Zahlen der Fall. Das heißt, im weiteren Sinne ist die Zahl \(-1{,}5\) ebenso eine Dezimalzahl wie \(2\) oder \(3{,}141.592.653.589.793\dots\) In vielen Schulbüchern werden Dezimalzahlen aber in einem engeren Sinne verwendet. Dort werden häufig nur Kommazahlen gemeint. Genau genommen werden Dezimalzahlen gemeint, die in Zifferndarstellung mindestens eine Stelle hinter dem Komma haben, die nicht \(0\) ist...

  • DHMO

    Abkürzung für Dihydrogenmonoxid. Die Anwendung und Handhabung von DHMO birgt folgende Gefahren: Als sog. Hydroxylsäure ist es ein Hauptbestandteil von saurem Regen. Es trägt zur Bodenerosion bei. Es trägt zum Treibhauseffekt bei. Es beschleunigt Korrosion und den Ausfall elektrischer Anlagen und Geräte. Übermäßige Einnahme kann zu unangenehmen Folgen führen. Längerer Kontakt mit DHMO in festem Zustand bewirkt schwere Gewebeschäden. Einatmen, schon in kleinen Mengen, kann zum Tode führen. Sein gasförmiger Zustand kann schwere Verbrennungen hervorrufen. Es wurde in den Tumoren von Krebspatienten...

  • Diadochenreiche

    Diadochenreiche, die drei Nachfolgereiche (Diadochen) des Herrschaftsgebiets Alexander des Großen: das Königreich des Ptolemaios I. (*um 366, †283 v. Chr., König des hellenistischen Ägypten seit 305) entlang der nordafrikanischen Küste von Libyen nach Ägypten und Palästina, das Königreich des Seleukos I. Nikator (*um 358,†281 v. Chr., Begründer der Seleukidendynastie) über Syrien, Kleinasien, Mesopotamien und fast ganz Persien sowie das Königreich des Antigonos I. (*um 384, †301 v. Chr., König von Makedonien seit 306 v. Chr.) in Makedonien und Teilen Griechenlands. Da Alexander keine...

  • Diagonale

    Eine Diagonale verbindet zwei nicht benachbarte Punkte in einem Viereck. oder einem Polygon (Vieleck). Im Viereck heißt die Diagonale zwischen den Punkten A und C gewöhnlich e, die zwischen B und D nennt man f. Punkte, in denen sich Diagonalen schneiden, nennt man Diagonalenschnittpunkte. In einem Polygon mit mehr als vier Ecken kann es mehrere Diagonalenschnitpunkte geben. In einem Rechteck oder Quadrat (das natürlich auch ein Rechteck ist) sind beide Diagonalen gleich lang und man kann ihre Länge mit dem Satz des Pythagoras ausrechenen: \(d = (e = f =) \sqrt{ a^2 + b^2}\). Im Quadrat gilt \...

  • Diagonalmatrix

    Wenn alle Einträge einer Matrix außer für i = j null sind, also wenn \(i \ne j \ \Rightarrow \ a_{ij} = 0\), dann nennt man die Matrix eine Diagonalmatrix. Der Name kommt daher, dass nur in der von oben links nach unten rechts verlaufenden Diagonalen der Matrix von null verschiedene Einträge stehen. Beispiel: \(\begin{pmatrix} 1 & 0 & 0 \\ 0 & 5 & 0 \\ 0 & 0 & 9 \end{pmatrix}\) Wenn die Koeffizientenmatrix eines linearen Gleichungssystems (LGS) Diagonalform hat, kann man die Lösungen direkt ablesen, deswegen spielt das Diagonalisieren von Matrix in der Linearen Algebra eine große Rolle.

  • Dialog

    Allgemein Der Dialog (Wechselrede) ist das grundlegende sprachliche Element des Dramas und bewirkt den Handlungsfortschritt. Die Personen werden zum einen charakterisiert, zum anderen handeln sie sprachlich (sie fragen, bitten, befehlen, ...) und es werden dramatische Konflikte dargestellt. Wichtig sind zudem auch die Gesprächssituation die Beziehung zwischen den Redenden Beweggründe der Redenden Redestil und sprachliche Eigenart (Dialekt, Alltagssprache, gehobener Sprachstil) Einstellungen der Gesprächspartner (Moral, Menschenbild) Dialogformen Als besondere Formen des Dialogs können im Drama...

  • Diamagnetismus

    Die Erscheinung, dass ein Stoff magnetisiert wird, wenn man ein äußeres magnetisches Feld an ihn anlegt, wobei die Magnetisierung klein und dem äußeren Feld entgegengerichtet ist. Die Magnetisierung erfolgt während des Anwachsens des äußeren Magnetfelds durch Induktion. Gemäß der Lenz’schen Regel ist das induzierte Magnetfeld dem äußeren Feld entgegengerichtet, das äußere Magnetfeld wird also abgeschwächt. Bei diamagnetischen Stoffen ist damit die relative Permeabilität \(\mu_\text r\) kleiner als 1 und die magnetische Suszeptibilität \(\chi_\text m\) ist kleiner als null. Auf...

  • Diamant

    [zu griech. adamas »Unbezwingbares«]: Eine Modifikation des Kohlenstoffs. Im Diamant bilden die Kohlenstoffatome ein regelmäßiges dreidimensionales Atomgitter, in dem jedes Kohlenstoffatom tetraedrisch mit vier weiteren Kohlenstoffatomen verbunden ist. Diamant ist der härteste Stoff und wird deshalb als Schneid-, Schleif- und Bohrmaterial verwendet. In reinem Zustand ist Diamant farblos und stark lichtbrechend. Besonders gut kommt diese Lichtbrechung in geschliffenen Diamant, den Brillanten, zur Geltung. Im Gegensatz zum Grafit ist Diamant ein Nichtleiter, da er keine freien Elektronen hat. Er...

  • Diaphragma

    [griech. »Zwerchfell«]: Eine poröse Wand, die Kathoden- und Anodenraum einer Elektrolysezelle voneinander trennt. Sie verhindert ein Vermischen der Reaktionsprodukte, gestattet jedoch den notwendigen Stromtransport. Diaphragmen bestehen meist aus Ton, Asbest oder Kunststoff.

  • Diaspora

    Diaspora, die Zerstreuung einer Glaubensgemeinschaft unter die Bekenner anderer Konfessionen. 135 wurde den Juden der Zutritt nach Jerusalem verboten. Sie verteilten sich in zahlreiche Länder der antiken Welt. Es kam zur Gründung von jüdischen Gemeinden bis nach Indien und Afghanistan. Mit der arabischen Herrschaft über Jerusalem (638) endete das Zutrittsverbot für Juden. Als Volk in der Diaspora gehören die Juden den verschiedensten Kulturen an, beeinflussten sie und wurden von ihnen beeinflusst. Dabei entstand ein Netzwerk jüdischer Gemeinden, das sie als Interkontinentalhändler nutzen. Im 9...

  • Diathese

    Andere Bezeichnungen: Genus verbi (oder kurz: Genus), Verbalgenus, Handlungsform Über die Bezeichnungen „Diathese“ und „Genus (verbi)“ Genus, Betonung: die Diathese | das Genus (verbi) Plural: die Diathesen | die Genera (verbi) Abkürzung: Dth. Herkunft: von lat. diathesis Anordnung, Zustand, dies von griechisch diáthesis Anordnung, Zustand | von lat. genus (verbī) Geschlecht (des Verbs). Dahinter verbirgt sich eine Zuordnung der Diathesen zu den drei Geschlechtern: • Aktiv > männlich (maskulin), • Passiv > weiblich (feminin), • Medium (eine griechische Diathese) > weder männlich noch weiblich...

  • Dicarbonsäuren

    Gruppe der Carbonsäuren mit zwei Carboxylgruppen, –COOH. Geradkettige Dicarbonsäuren werden benannt, indem an den Namen des entsprechenden Kohlenwasserstoffs die Endung -disäure angehängt wird. Bei cyclischen Säuren werden die Kohlenstoffatome der Carboxylgruppen nicht zur Stammsubstanz gerechnet. Hier wird an den Namen der aromatischen oder alicyclischen Stammsubstanz die Endung -dicarbonsäure angehängt. Dicarbonsäuren werden analog den Carbonsäuren hergestellt, wobei man jedoch von bifunktionellen Ausgangssubstanzen ausgeht. Infolge gegenseitiger Beeinflussung der beiden Carboxylgruppen sind...

  • Dichte

    Unter der Dichte \(\rho\) versteht man einerseits das Verhältnis aus Masse m und Volumen V eines Körpers: \(\rho = \dfrac m V\) SI-Einheit der Dichte ist \(\dfrac{\text{kg} }{\text m^3}\), es gilt \(1000\, \dfrac{\text{kg} }{\text m^3} = 1\,\dfrac{\text g }{\text{cm}^3}\) Allgemein ist eine Dichte der auf ein Einheitsvolumen bezogene Werte einer gegebenen physikalischen Größe, so spricht man von der Ladungsdichte, Impulsdichte, Energiedichte usw. Übrigens: Urpsrünglich waren die Einheiten Kilogramm und Meter so definiert, dass ein Liter (ein Tausendstel Kubikmeter) Wasser genau 1 kg wiegt. Als...

  • Dichte

    Formelzeichen ρ: Quotient aus der Masse m und dem Volumen V eines Körpers: \(\rho = \dfrac m V\). Die SI-Einheit der Dichte ist »Kilogramm pro Kubikmeter«, jedoch wird die Dichte häufig auch in \(\frac {\text g}{\text{cm}^3}\) oder bei Gasen in \(\frac {\text g}{\text l}\) angegeben. Die Dichte ist eine Materialkonstante, die von der Temperatur und, insbesondere bei gasförmigen Körpern, vom Druck abhängt.

  • Dielektrikum

    Als Dielektrikum bezeichnet man einen elektrisch isolierenden Stoff (Isolator), der in einem äußeren elektrischen Feld aufgrund von Polarisationseffekten ein elektrisches Gegenfeld aufbaut. Bringt man ein Dielektrikum zwischen die Platten eines Kondensators, so vergrößert sich dessen Kapazität um einen Faktor \(\epsilon_\text r\), die Dielektrizitätszahl.

  • Dielektrizitätskonstante und Dielektrizitätszahl

    Die Dielektrizitätskonstante (Permittivität) \(\epsilon\) ist eine Materialkonstante, die beschreibt, wie der betreffende Stoff auf elektrische Felder reagiert. Sie wird aus historischen Gründen als das Produkt aus der elektrischen Feldkonstante bzw. Dielektrizitätskonstanten des Vakuums, \(\epsilon_0\), und der materialspezifischen dimensionslosen Dielektrizitätszahl (relative Dielektrizitätskonstante/Permittivität) \(\epsilon_\text r\) geschrieben: \(\epsilon = \epsilon_0 \cdot \epsilon_\text r; \\ \epsilon_0 = \dfrac{1}{\mu_0c^2} = \dfrac{1}{4\pi\cdot 10^{-7}\,\frac{\text{Vs}}{\text{Am}}...

  • Differenzenquotient und Differenzialquotient

    Die Ableitung einer Funktion an einer Stelle \(x_0 \in Df\) kann man sich bildlich als den Grenzwert der Sekantensteigungen vorstellen, wenn man den Abstand zwischen den beiden Schnittpunkten von Funktionsgraph und Sekante gegen null gehen lässt. Die Sekantensteigung ms ist definiert als \(m_\text s = \dfrac {f(x)-f(x_0)}{x-x_0} = \dfrac {\Delta f(x)}{\Delta x}\) und wird als Differenzenquotient bezeichnet. Lässt man x gegen x0 gehen, wird die Sekantensteigung zur Tangentensteigung mt, also zur Steigung der Tangente an Gf im Punkt P0(x0|f(x0)) und der Differenzenquotient wird zum...

  • Differenzfunktion

    Man kann Funktionen f(x) und g(x) addieren, subtrahieren, multiplizieren oder (mit Einschränkungen) durcheinander teilen, indem man jeweils die Rechenoperation für jedes x einzeln ausführt – in diesem Sinne ist die Differenzfunktion von f(x) und g(x) die Funktion d(x) = f(x) – g(x). d(x) ist definiert, wenn f(x) und g(x) den gleichen Definitionsbereich haben oder wenn Df und Dg zumindest eine Schnittmenge haben, die man dann als Dd wählen kann. Die Differenzfunktion braucht man, wenn man die Fläche F zwischen zwei Funktionsgraphen berechnen will. Diese ist durch das bestimmte Integral über die...

  • Differenzialgleichung

    Eine Differenzialgleichung ist eine Gleichung, in der sowohl eine Funktion als auch ihre Ableitung(en) vorkommen. Sie stellt also nicht eine Anforderung an eine bestimmte Zahl dar, welche die Lösung einer „normalen“ Gleichung ist, sondern an eine Funktion, für die eine bestimmte Beziehung zwischen ihr und ihrer Ableitung gelten soll. Deshalb sind die Lösungen von Differenzialgleichung immer Funktionen. Der allgemeine Fall einer Differenzialgleichung ist normalerweise kein Schulstoff (und wirklich kompliziert!). Es gibt aber, vor allem in der Physik, einfache Beispiele, an denen man zumindest...

  • Differenzialrechnung

    Die Differenzialrechnung ist, einfach ausgedrückt, der Teil der Analysis, der sich mit Ableitungen von Funktionen beschäftigt. Die Bezeichnung kommt daher, dass die Ableitung als Grenzwert des Differenzenquotienten einer Funktion bei einem gegebenen x-Wert definiert ist. Die Differenzialrechnung ist ein mächtiges Instrument bei der Untersuchung von gegebenen Funktionen oder bei der mathematischen Modellierung von realen Sachverhalten durch Funktionen. Typische Aufgaben sind die Untersuchung von Funktionsgraphen im Achsenkreuz, die sog. Kurvendiskussion, das Aufstellen einer Polynomfunktion zu...

  • Differenzierbarkeit

    Eine Funktion ist an einer Stelle x0 differenzierbar, wenn linksseitiger und rechtsseitiger Grenzwert des Differenzenquotienten an dieser Stelle existieren und übereinstimmen: \(\displaystyle \lim_{x \to x_0-0}\frac{f(x)-f(x_0)}{x-x_0} = \lim_{x \to x_0+0}\frac{f(x)-f(x_0)}{x-x_0} = \lim_{x \to x_0}\frac{f(x)-f(x_0)}{x-x_0} = f'(x_0)\) Beispiele: f(x) = x2 ist an jeder Stelle x0 differenzierbar, weil \(\displaystyle \lim_{x \to x_0}\frac{x^2-x_0^2}{x-x_0} = \lim_{x \to x_0}(x+x_0) = 2x_0 = f'(x_0)\) f(x) = |x| ist an der Stelle x = 0 nicht differenzierbar, weil \(\displaystyle \lim_{x \to 0+0}...

  • Differenzvektor

    Als Differenzvektor oder Verbindungsvektor zweier Punkte X und Y bezeichnet man die Differenz der Ortsvektoren, also den Vektor \(\vec z = \vec x - \vec y\). Der Betrag des Differenzvektors ist der Abstand zwischen den Punkten X und Y. Anders als Ortsvektoren sind Differenzvektoren unabhängig von der Wahl des Koordinatenursprungs. Würde man den Ursprung z. B. um einen Vektor \(\vec d\) verschieben, würde für die Ortsvektoren von X und Y zwar \(\vec x' = \vec x + \vec d\) und \(\vec y' = \vec y + \vec d\) gelten, der Differenzvektor bliebe aber gleich: \(\vec z' = \vec x' - \vec y' = \vec x +...

  • Diffusion

    Die Diffusion (von lat. diffusus „ausgebreitet, verstreut“) ist ein statistischer Ausgleichsprozess, in dessen Verlauf durch die zufälligen Wärmebewegungen von Teilchen (Atome, Moleküle) Konzentrationsunterschiede ausgeglichen werden – einfach weil dies wahrscheinlicher ist. Die der Diffusion zugrundeliegende Wärmebewegung der Teilchen lässt sich über die Brown’sche Bewegung sichtbar machen. Zwei Gase (oder allgemeiner Stoffe) diffundieren ineinander, bis die Teilchen beider Sorten gleichmäßig im Raum verteilt sind (Abb.). Diffusion tritt auch an der Grenzfläche zweier Phasen auf...

  • Dihärese

    Andere Bezeichnungen: Diärese (ohne h), Dihäresis, Diäresis Über das Wort „Dihärese“ Genus, Betonung: die Dihärese Plural: die Dihäresen Abkürzung: — Herkunft: von lat. di(h)aeresis Einschnitt, von griechisch di(h)aíresis Trennung Definition Unter „Dihärese“ versteht man eine Stelle in einem Versschema, an der ein Wortende erwünscht oder gefordert ist und die zwischen zwei Metren liegt. Hinweis: Vergleiche die ähnliche Definition für Zäsur. Beispiele (1) Bukolische Dihärese: In einem Hexameter kann in der sogenannten „bukolischen Dihärese“ mit dem fünften Daktylus ein neuer Satz beginnen, der...

  • Diktatur

    Diktatur, Alleinherrschaft. Der Alleinherrscher wird als Diktator bezeichnet. Das Amt des Diktators war in der römischen Verfassung für besondere Krisensituationen vorgesehen. Auf Vorschlag des Senats konnte einer der beiden Konsuln einen Diktator als außerordentlichen Beamten benennen. Seine Amtszeit war auf höchstens sechs Monate beschränkt. Ursprünglich war das Amt zur Abwehr einer Bedrohung von außen gedacht. Die Diktatoren in der späten römischen Republik hatten mit dieser Absicht nichts mehr zu tun. Sulla erhielt im Bürgerkrieg vom Senat 82 v. Chr. die Diktatur auf unbegrenzte Zeit, „für...

  • Dimension

    Über das Wort „Dimension“ Genus, Betonung: die Dimension Plural: die Dimensionen Abkürzung: Dim. Herkunft: von lat. dīmēnsiō Ausmessung (von dī-mētīrī ausmessen) Definition Unter „Dimension“ versteht man eine Menge von grammatischen Kategorien, die durch die Flexion eines Wortes ausgedrückt werden können und von denen das Wort im Satz genau eine Kategorie zum Ausdruck bringen muss. Beispiel: Ein Substantiv muss unter anderem die Dimension Kasus ausdrücken. Daher muss es jedesmal, wenn es im Text erscheint, genaue eine der Kasuskategorien (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ, Vokativ...

  • Diode

    Eine Diode (von griech. di- „zwei“ und hodos „Weg“) ist ein elektronisches Bauelement mit zwei Anschlüssen (genannt Anode und Kathode). Der elektrische Widerstand einer Diode hängt wesentlich davon ab welcher Pol der Stromquelle an welchem Anschluss liegt: In Durchlassrichtung ist der elektrische Widerstand gering, in Sperrrichtung ist er rd. 106-mal so hoch. Daher lässt eine Diode elektrischen Strom im wesentlichen nur in einer Richtung passieren (Gleichrichter). Früher wurden Dioden als Vakuumröhren gebaut (Röhrendiode), heute benutzt man fast ausschließlich Halbleiterdioden. Diese bestehen...

  • Diphthong

    Andere Bezeichnungen: Doppellaut, Zwielaut, Doppelvokal, Zwievokal Über das Wort „Diphthong“ Genus, Betonung: der Diphthong (nach der lateinischen Betonung) Plural: die Diphthonge Abkürzung: — Herkunft: von lat. diphthongus, dies von griechisch díphthongos Zwielaut (aus di- zwei-, zwie- + phthóngos Ton, Stimme, Laut) Beachte: Das Wort „Diphthong“ schreibt sich mit ph + th! Welche Bezeichnung ist die günstigste? • Die Bezeichnungen „Doppellaut“ und „Doppelvokal“ verleiten zu der irrigen Annahme, dass es sich um etwas Doppeltes handelt, also etwas, das zweimal in gleicher Gestalt auftritt. Das...

  • Diphthong

    Ein Diphthong ist ein Doppellaut (Zwielaut), der aus zwei Vokalen gebildet wird. Die Diphthonge eu und äu Ein Wort wird mit äu geschrieben, wenn es von einem Wort mit au stammt. Beispiele: der Häuptling ← das Haupt, er läuft ← laufen, der Säugling ← saugen Allerdings werden einige Wörter auch mit äu geschrieben, die nicht von einem Wort mit au abgeleitet werden. Beispiele: Knäuel, sich räuspern, Säule Die Diphthonge ai und ei Die meisten Wörter werden mit ei geschrieben. Beispiele: beißen, fleißig, Kreis Nur wenige Wörter werden mit ai geschrieben. Sie lassen sich nicht ableiten. Beispiele...

  • diploid

    Zellen, in denen jedes Chromosom doppelt (diploid) vorhanden (als mütterliches und väterliches) ist. Außer den Gameten (Geschlechtszellen), die haploid sind, haben die meisten tierischen Zellen einen diploiden Chromosomensatz (Chromosomen). siehe: Meiose.

  • Diplophase

    Diplophase: Entwicklungsphase, in der die Zellen eines Lebewesens den doppelten Chromosomensatz (Chromosomen) enthalten (Gegensatz: Haplophase). Die Diplophase dauert von der Befruchtung bis zur Bildung der haploiden Gameten (Geschlechtszellen) in der Meiose. Tiere verbringen ihre Entwicklung fast ausschließlich in der Diplophase.

  • Dipolmolekül

    (polares Molekül): Ein Molekül, in dem der Schwerpunkt der negativen Ladungen der Atomhüllen nicht mit dem Schwerpunkt der positiven Ladungen der Atomkerne zusammenfällt. Demnach hat ein Dipolmolekül eine negative und eine positive Seite, die in Formeln mit den Symbolen δ+ und δ– gekennzeichnet werden: Ein Beispiel für einen solchen permanenten Dipol ist das Fluorwasserstoffmolekül HF: δ+ δ– H – F Hier wird das bindende gemeinsame Elektronenpaar vom Fluoratom stärker angezogen als vom Wasserstoffatom. Das Fluoratom erhält dadurch eine geringe negative, das Wasserstoffatom eine geringe positive...

  • Direct speech / Direkte Rede

    Definition Die direkte Rede - direct speech - gibt wörtlich wieder, was jemand sagt oder denkt. Die wörtliche Rede steht dabei in Anführungszeichen. Bei der indirekten Rede (reported speech) stehen jedoch keine Anführungszeichen. Beispiele Anthony said: “I hate maths lessons.” / Anthony said that he hated maths lessons. Tom said: "I went to the denitst's yesterday." / Tom says (that) he went to the dentist's the day before. Helen: "I am married but I haven't any children." / Helen answered (that) she is married but she hasn't any children.

  • Direkte Rede

    Im Erzähltext wird die direkte Rede, auch wörtliche Rede genannt, einer Person zugeordnet und durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Bei der Wiedergabe wörtlicher Äußerungen ist vor allem darauf zu achten, dass die wörtliche Rede in Anführungszeichen gesetzt wird. Wenn der Begleitsatz vorausgeht, leitet er die wörtliche Rede mit einem Doppelpunkt ein. Beispiele: Fragtest du nicht: „Wann beginnt der Film“? Sag ihm endlich mal deutlich: „Lass das sein!“! Frag ihn doch mal: „Kannst du das nicht akzeptieren?“! Nach der wörtlichen Rede wird immer dann ein Komma gesetzt, wenn der Begleitsatz folgt...

  • direkte Rede

    Andere Bezeichnung: Ōrātiō rēcta Definition Unter „direkte Rede“ versteht man jeden gesprochenen, geschriebenen oder gedachten Text, bei dem nicht mit grammatischen Mitteln (vor allem Konjunktiv, Infinitiv) angezeigt wird, dass er nur sinngemäße Wiedergabe eines Originals (= „indirekte Rede“) ist. Erläuterung: Zur „direkten Rede“ zählt also zum einen die Wiedergabe einer sprachlichen Äußerung in ihrer ursprünglichen Form, d.h. jeder gesprochene oder geschriebene Originaltext, zum anderen aber auch jeder veränderte Originaltext, sofern er nicht als „indirekte Rede“ gekennzeichnet ist.

  • Direkte und indirekte Rede in epischen Texten

    Direkte (wörtliche) Rede Im Erzähltext wird die direkte Rede einer Person zugeordnet und durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Beispiel: „Und dort ist euer Haus?“, fragte er. (Adalbert Stifter, Witiko) Indirekte Rede Werden die Gedanken und Äußerungen der Figuren vom Erzähler referiert, verwendet er die indirekte Rede. Hierbei werden Verben der Redewiedergabe wie er sagte, er meinte oder er dachte benutzt. Formal ist die indirekte Rede durch den Gebrauch des Konjunktivs I gekennzeichnet. Beispiel: Auf seine Frage, ob etwa ein Gesell angekommen sei, antwortete der Herbergsvater: Dies wäre...

  • Diskriminante

    In der Mitternachtsformel für die Lösung von quadratischen Gleichungen, \(\displaystyle x_{1; \ 2} =\frac{-b \pm \sqrt{b^2-4ac}}{2a}\), nennt man den Radikanden des Wurzelterms, D = b2 – 4ac, die Diskriminante (lat. „die Entscheidende“) der Gleichung. Dies liegt daran, dass dieser Term darüber bestimmt, ob die Gleichung zwei Lösungen, eine oder keine Lösung besitzt.

  • Diskussion einer gebrochenrationalen Funktion - Anwendungsbeispiel

    Bei der „Diskussion“ einer Funktion werden elementare Eigenschaften vor allem des Funktionsgraphen aus der Untersuchung der Terme der Funktion und der Ableitungen ermittelt. Beispiel \(f (x) = \frac{2x^2-4x+2}{x^2}=2+\frac{-4x+2}{x^2}=2-\frac{4}{x}+\frac{2}{x^2}\) 1. Definitionsbereich \(D_f\) \(f (x) = \frac{2x^2-4x+2}{x^2} = \frac{u(x)}{v(x)}\) . \(f\) ist an der Nullstelle \(x = 0\) des Nenners \(v (x)\) nicht definiert: Also gilt: \(D_f =\) \(\mathbb{R}\backslash\{0\}\). 2. Symmetrieeigenschaften des Graphen \(G_f\) Es liegt keine ausgezeichnete Symmetrie vor. 3. Nullstellen von \(f\) Für...

  • Dispersion

    Die Dispersion (von lat. dispergere „zerstreuen“) ist in der Optik die Abhängigkeit der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts (und damit der Brechzahl eines optischen Mediums) von der Wellenlänge, also der Farbe des Lichts. Nur im Vakuum tritt keine Dispersion auf, in ihm ist die Lichtgeschwindigkeit für alle Wellenlängen gleich. In allen anderen Ausbreitungsmedien hängt die Ausbreitungsgeschwindigkeit dagegen mehr oder weniger stark von der Wellenlänge ab. Man spricht von normaler Dispersion, wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit mit zunehmender Wellenlänge wächst, wenn also der...

  • Dissimilation

    Dissimilation: der Energie liefernde Abbau körpereigener Stoffe (wie Fette, Proteine und Kohlenhydrate) in niedermolekulare Endprodukte mithilfe von Enzymen.

  • Dissimilation

    Andere Bezeichnung: Lautentähnlichung Über das Wort „Dissimilation“ Genus, Betonung: die Dissimilation Plural: die Dissimilationen Abkürzung: Diss. Herkunft: von lat. dissimulātiō/dissimilātiō Unkenntlichmachung, Verbergung, (neulat.:) Entähnlichung (zu dissimulāre/dissimilāre unkenntlich machen, verbergen, (neulat.:) verschieden machen; von similis ähnlich) Definition „Dissimilation“ ist eine Art der Lautveränderung in Wörtern. Unter „Dissimilation“ versteht man den Vorgang, dass die Gleichheit oder Ähnlichkeit zweier Laute im selben Wort oder in benachbarten Wörtern beseitigt wird, indem...

  • Distichon

    Andere Bezeichnung: elegisches Distichon Über das Wort „Distichon“ Genus, Betonung: das Distichon Plural: die Distichen Abkürzung: Dist. Herkunft: von griechisch dístichon Zweizeiler (aus di- zwei-, zwie- + stíchos Reihe, Zeile, Vers) Der Zusatz „elegisch“ besagt, dass dasjenige Versschema gemeint ist, das typischerweise in der antiken Elegie verwendet wurde. Eine Elegie ist ein Klagelied oder Klagegedicht. Definition Das „Distichon“ (= „elegisches Distichon“) ist eine Verbindung aus zwei Verszeilen, von denen die erste nach dem Versschema „(daktylischer) Hexameter“, die zweite nach dem...

  • Distributivgesetz

    Das Distributivgesetz oder Verteilungsgesetz ist ein grundlegendes Rechengesetz, das für die Verbindung von Addition und Multiplikation gilt. Es bildet die Grundlage der wichtigen Termumformungen Ausmultiplizieren und Ausklammern. Es lautet: \(\begin{matrix} a · (b + c) &=& a · b + a · c &\text{bzw.}& a · (b\ –\ c) &=& a · b\ –\ a · c \\ (a + b) · c &=& a · c + b · c &\text{bzw.} & (a\ –\ b) · c &=& a · c\ –\ b · c \end{matrix} \) Beispiele: \(\begin{matrix} 3 · (4 + 5) &=& 3 · 4 + 3 · 5 &=& 12 + 15 &=& \bf{27} &=& 3 · 9 &=& 3 · (4 + 5) \\ 5 · (4\ –\ 3) &=& 5 · 4\ –\ 5 · 3 &=& 20\ –\ 15 &=&...

  • Divergenz

    Divergenz: als evolutive Divergenz das Sich-auseinander-Entwickeln zweier Arten von einer gemeinsamen Stammform aus. als genetische Divergenz der Grad der Unterschiedlichkeit des Erbgutes naheverwandter Tiere oder Pflanzen. Verhindert sie deren Kreuzung, sind es verschiedene Arten.

  • Division

    Die Division bzw. das Teilen ist die Umkehroperation zur Multiplikation (Malnehmen): \(\displaystyle a \cdot b = c \ \ \Leftrightarrow \ \ a = c : b\) bzw. \(\displaystyle 5 \cdot 6 = 30 \ \ \Rightarrow \ \ 5 = 30 : 6\) Ein Rechenausdruck, in dem eine Zahl durch eine andere Zahl (oder ein Term durch einen anderen) dividiert wird, ist ein Quotient (manchmal auch „Verhältnis“). Die Zahl links vom Doppelpunkt heißt Dividend (lateinisch: „das zu Teilende“), die rechts davon Divisor (lateiner: „das, was teilt“ bzw. der Teiler). Das Ergebnis einer Division heißt Wert des Quotienten oder auch einfach...

  • DNA

    DNA, Abk. für engl. deoxyribonucleic acid (DNS, Abk. für Desoxyribonucleinsäure): der chemische Träger der Erbinformation, der bei Eukaryoten überwiegend im Zellkern lokalisiert ist. DNA findet man außerdem in den Mitochondrien, Centriolen und Chloroplasten. Die DNA ist ein Polynucleotid, wobei die einzelnen Nucleotide aus einer organischen Base, aus dem Zucker Desoxyribose und Phosphorsäure (Phosphatrest) bestehen. Am Auf bau der DNA sind 4 verschiedene Basen beteiligt: Adenin und Guanin, die Abkömmlinge des Purins sind, sowie Cytosin und Thymin, die sich vom Pyrimidin ableiten.

  • Döblin, Alfred

    Geboren in Stettin am 10.8.1878, gestorben in Emmendingen am 26.6.1957: Döblin studierte Medizin und arbeitete ab 1911 in Berlin als Arzt für Nervenkrankheiten. Gleichzeitig schrieb er Beiträge für die expressionistische Zeitschrift Der Sturm. Im Ersten Weltkrieg war er als Militärarzt im Einsatz. Nach 1933 emigrierte Döblin wegen seiner jüdischen Herkunft nach Paris, 1940 in die USA. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach Deutschland zurück. Seine im Exil entstandenen Werke wurden nun veröffentlicht, fanden aber kaum Echo. Enttäuscht und schwer krank zog er sich 1953 wieder nach...

  • Dodekaeder

    Ein Dodekaeder (griech., wörtlich „Zwölflächner“) ist ein regelmäßiges Polyeder und ein platonischer Körper mit 20 Ecken und zwölf Seitenflächen. Die Seitenflächen sind kongruente regelmäßige Fünfecke. Das Volumen eines Dodekaeders mit der Seitenlänge a beträgt \(\displaystyle V = \frac{15+7\sqrt 5}{4}a^3\), der Oberflächeninhalt \(\displaystyle A = 3 \sqrt{25+10\sqrt 5}\cdot a^2\). Wenn man die Seitenmitten eines Dodekaeders verbindet, erhält man ein Ikosaeder (und umgekehrt). Das Dodekaeder hat zahlreiche Dreh- und Spiegelsymmetrien und ist punktsymmetrisch bezüglich seines Mittelpunkts...

  • Dokumentarisches Theater

    Das dokumentarische Theater gehört zu den modernen Theaterformen und bezieht seine Wirkung insbesondere aus der Verwendung von dokumentarischem Material wie tatsächlich gehaltene Reden und tatsächlich geführte Interviews, Fotos, Filme und Flugblätter. Durch die Präsentation von authentischem Material und historischen Fakten auf der Bühne soll der Zuschauer dazu animiert werden, sich intensiv und kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das dokumentarische Theater geht auf den Theaterregisseur Erwin Piscator zurück. In ihren Bemühungen um ein politisches Theater griffen...

  • Dolchstoßlegende

    Dolchstoßlegende, nach 1918 von Nationalisten verbreitete Propaganda. Danach seien an der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg nicht das Militär und die monarchische Führung des Deutschen Kaiserreichs schuld, sondern Demokraten und Sozialisten. Diese seien der unbesiegten Armee in den Rücken gefallen. Viele Deutsche glaubten diese von führenden Militärs verbreitete Lüge, das Deutsche Reich sei nicht an der Front, sondern durch revolutionäre Tätigkeiten der Sozialisten und Sozialdemokraten in der Heimat besiegt („von hinten erdolcht“) worden. Im November 1919 hatte erstmals...

  • dominant / rezessiv

    Dominanz bezeichnet in der Genetik die vorherrschende Wirkung eines als dominant bezeichneten Allels gegenüber der Wirkung eines anderen, rezessiv genannten Allels. Das dominante Allel wird somit weitgehend merkmalsbestimmend. So ist z. B. bei der Taufliege die rote Augenfarbe des Wildtyps dominant über die weiße Augenfarbe einer Mutante. Aus der Kreuzung zwischen einer rotäugigen und einer weißäugigen Fliege gehen daher rotäugige Nachkommen hervor. Beim Menschen werden u. a. die Allele für Nachtblindheit und Kurzfingrigkeit dominant vererbt. Dominanz und Rezessivität eines Allels sind...

  • Dominikaner

    Dominikaner, von Dominikus (*1170, †1221) 1216 gegründeter Predigerorden. Ursprünglich zur Bekehrung der südfranzösischen Ketzer (Albigenser) errichtet, breitete sich der Orden bis zum Ende des 13. Jahrhunderts auch in Deutschland aus und entfaltete als erster der mittelalterlichen Bettelorden besonders in Städten seine seelsorgerische Tätigkeit. Darüber hinaus beeinflussten die Dominikaner durch ihre Ordensschulen das deutsche Geistesleben im 13. Und 14.Jahrhundert, z. B. durch den Naturforscher, Philosophen und Theologen Albertus Magnus (*um 1200, †1280). Mit Meister Eckhart (*um 1260, †1328...

  • donner son opinion / Meinungsäußerung

    Allgemein Eine Meinungsäußerung (donner son opinion) ist immer subjektiv. Sie kann spontan sein und wird häufig von den eigenen Gefühlen bestimmt. Aufforderungen zur Meinungsäußerung sind z. B.: Qu'est-ce que tu penses de …? Quel est ton point de vue / ton opinion? Merkmale Die Meinungsäußerung verlangt oft nur eine einfache Begründung. Einer begründeten Meinungsäußerung geht die Suche nach Argumenten für oder gegen die eigene Meinung voraus. Die Meinungsäußerung kann Teil einer Argumentationskette sein. Eine Meinungsäußerung kann eingeleitet werden durch: Je pense que … Je trouve que … Je...

  • Doppelbrechung

    Doppelbrechung ist die Erscheinung, dass in anisotropen Körpern wie z. B. Kalkspatkristallen einfallende Lichtstrahlen in zwei Teilstrahlen zerlegt werden. Trifft der Strahl senkrecht auf die Kristallfläche, so spaltet er sich beim Eindringen in zwei Strahlen auf. Der eine behält die ursprüngliche Strahlrichtung bei und heißt deshalb ordentlicher Strahl (o-Strahl). Der zweite, der außerordentliche Strahl (e-Strahl oder ao-Strahl) wird entgegen dem Brechungsgesetz beim Eintritt in den Kristall gebrochen. Beim Austritt wird er ein zweites Mal gebrochen und verläuft dann parallel zum ordentlichen...

  • Doppelbrüche

    Wenn im Zähler und/oder Nenner eines Bruchs selbst Brüche stehen, spricht man von einem Doppelbruch. Man löst ihn auf, indem man den Zählerbruch mit dem Kehrwert des Nennerbruchs multipliziert: \(\displaystyle \frac {\frac a b}{\frac c d} = \frac a b \cdot \frac d c = \frac {ad}{bc}\)

  • Doppelhelix

    Doppelhelix: siehe DNA. Helixstruktur ist die schrauben- bzw. wendelförmige räumliche Anordnung der Bausteine (niedrigmolekulare Molekülreste) von Makromolekülen, die durch intramolekulare, zwischen benachbarten Windungen auftretende Bindungskräfte (z. B. Wasserstoffbrückenbindungen) stabilisiert ist. Sie tritt u. a. bei den Polynucleotidketten der Nucleinsäuren und den Polypeptidketten der Proteine als Sekundärstruktur auf.

  • Doppler-Effekt

    Diese nach Christian Doppler benannte Erscheinung tritt im Alltag vor allem bei Schallwellen auf, kann aber prinzipiell bei allen Arten von Wellen beobachtet werden. Sie äußert sich darin, dass die Frequenz einer Welle sich ändert, wenn sich die Quelle und der Beobachter gegeneinander bewegen. Beispiel: Wenn ein Feuerwehrwagen mit Sirene (Quelle) auf einen ruhenden Beobachter (Spaziergänger am Straßenrand) zufährt, so hört der einen höheren Ton, als wenn er neben einem ebenfalls ruhenden Wagen stehen würde. Entfernt sich der Feuerwehrwagen, nimmt er dagegen einen tieferen Ton war. Bei...

  • Dorf

    Dorf, ländliche Siedlung mehrerer Hausgemeinschaften von ursprünglich landwirtschaftlich Beschäftigten (Bauern). Siedlungsformen Hauptsiedlungsform im Frühmittelalter waren Einzelhof und Weiler (kleine, unregelmäßige Gruppen von Einzelhöfen). Vereinzelt gab es im Fränkischen Reich auch schon geregelte Ansiedlungen von Königsfreien (Leibeigene des Königs) auf Königsgütern. Mit der wachsenden Bevölkerungszahl im Hochmittelalter setzte ein Konzentrationsprozess ein. Es entstand das Reihendorf oder Haufendorf, das unplanmäßig angelegt und dicht bebaut war. Aus dem Reihen- oder Haufendorf...

  • Dosimeter

    Ein Dosimeter ist ein Gerät zur Bestimmung der Strahlendosis. Dies ist insbesondere wichtig, um die Strahlenbelastung von Personen zu überwachen, die im Beruf mit Röntgenstrahlung, radioaktiven Präparaten oder an Reaktoren und Teilchenbeschleunigern arbeiten. Die meisten Dosimeter nutzen die ionisierende Wirkung der Strahlung aus (z. B. Ionisationskammer) oder beruhen auf durch die Strahlung ausgelösten chemischen Reaktionen (z. B. Filmdosimeter, bei dem eine Fotoschicht geschwärzt wird).

  • Dosisgrößen

    Als Dosis (griech. „Schenkung, Gabe“) oder Strahlendosis bezeichnet man verschiedene Maße für die einem Körper zugeführte Strahlungsmenge, insbesondere bei ionisierender oder radioaktiver Strahlung. In allen Fällen unterscheidet man im Strahlenschutz zwischen der vom ganzen Körper aufgenommene Ganzkörperdosis und der von einzelnen Körperteilen aufgenommene Teilkörperdosis. Die einzelnen Dosisgrößen sind: Die Energiedosis oder absorbierte Dosis D ist das Verhältnis von aufgenommener Energie \(\Delta E\) zu bestrahlter Masse \(\Delta m\): \(D = \dfrac{\Delta E}{\Delta m}\). SI-Einheit ist das...

  • Dotierung

    Dotierung (von lat. dotare „ausstatten“) ist die kontrollierte Zugabe von Fremdatomen zu einem Halbleiter, um so Bereiche verschiedener elektrischer Leitfähigkeit zu erzeugen und dazu die geringe elektrische Leitfähigkeit eines kristallinen Halbleiters wie Silicium zu steigern. Typischerweise kommt dabei auf eine Million Halbleiteratome ein Fremdatom, entsprechend rein muss der Halbleiter zuvor sein. Wenn z. B. ein Element der V. Hauptgruppe wie z. B. Arsen (As) als Fremdatom den Platz eines Siliciumatoms einnimmt, so können von seinen fünf Valenzelektronen nur vier die Elektronenpaarbindungen...

  • Dotter

    Dotter: bei allen Tieren eine im Ei (Eizelle) befindliche Nährsubstanz, die der Ernährung des Embryos dient. Zusammensetzung, Menge und Verteilung des Dotter sind bei den einzelnen Eitypen verschieden.

  • Downsyndrom

    Down-Syndrom ist eine angeborene Form der geistigen Behinderung, die von bestimmten körperlichen Merkmalen begleitet ist. Ursache ist die Trisomie des Chromosoms 21, eine Form der Genommutation. Die Trisomie 21 ist die Folge eines Fehlers bei der Verteilung der Chromosomen während der Meiose. Dadurch werden Eizellen gebildet, die zwei Chromosomen 21 enthalten. Neben Störungen der geistigen Entwicklung zeigen Menschen mit Down-Syndrom Funktionsstörungen der inneren Organe und des Immunsystems. Menschen mit Down-Syndrom haben bei früh einsetzender Entwicklungsförderung und guter medizinischer...

  • Drachenviereck

    Ein Drachenviereck ist ein Viereck, bei dem jeweils zwei benachbarte Seiten gleich lang sind – etwa so wie bei einem Papierdrachen, den man im Herbst steigen lässt. Ein Drachenviereck hat die folgenden weiteren Eigenschaften: Die beiden Diagonalen stehen senkrecht aufeinander. Eine Diagonale ist Symmetrieachse. Die Symmetrieachse halbiert die Winkel an den Ecken, die sie verbindet. Die beiden anderen Winkel sind gleich groß. Das Drachenviereck hat sowohl einen Inkreis als auch einen Umkreis, ist also sowohl Tangenten- als auch Sehnenviereck. Der Flächeninhalt ist das halbe Diagonalenprodukt: \...

  • Dramatic dialogue / Figurenrede

    Allgemein Die Figurenrede bildet den Kern eines Dramentextes. Im Bühnengespräch findet die Interaktion zwischen den Figuren statt, aus der die Beziehungen zwischen den Personen erkennbar werden und sich die dramatische Handlung entwickelt. Formen Man unterscheidet verschiedene Formen der Figurenrede: Hauptform des dramatischen Textes ist der dialogue (Dialog), der in Form von Rede und Gegenrede die Handlung vorantreibt. Längere Redeanteile einer Figur nennt man monologue (Monolog). Bei der Redeform soliloqui (Selbstgespräch) ist nur der Sprechende auf der Bühne anwesend. Wendet sich eine...

  • Dramatic texts / Dramatische Texte

    Allgemein Dramatische Texte gehören neben lyrischen und epischen Texten zu den drei Hauptgattungen der Literatur. Ein Drama ist in erster Linie zur Aufführung auf einer Bühne bestimmt. Nur selten tritt ein Sprecher, Erzähler oder Chor auf, der z.B. vergangenes oder gleichzeitig ablaufendes Geschehen erläutert; vielmehr ist das Bühnengespräch der Hauptlieferant für alle wichtigen Informationen. Die Zuschauer (audience, spectators) erleben die Handlung zeitgleich wie ein reales Geschehen auf der Bühne mit. Merkmale Dramengattungen Dramen lassen sich nach folgenden Kriterien unterscheiden...

  • Dramatik

    Kennzeichen dramatischer Texte Beim Drama handelt es sich in erster Linie um eine Textvorlage für eine auf der Bühne von verschiedenen Figuren direkt in Rede und Gegenrede (Figurenrede im Drama) dargestellte Handlung. Ein Drama besteht nicht nur aus dem Text, den die Schauspieler auf der Bühne sprechen, sondern auch aus dem Bühnenbild, aus den Requisiten und Kostümen. Dramenaufbau Ein Dramentext ist klar und übersichtlich aufgebaut und weist deutliche Gliederungseinheiten auf: Der Akt ist ein geschlossener Handlungsabschnitt des Dramas. Seine Funktion besteht in der Strukturierung des...

  • Dramatische Gattungen

    Seit der Antike werden die Dramengattungen Tragödie und Komödie unterschieden, die sich unter anderem im Hinblick auf ihren Ausgang voneinander abgrenzen:Die Tragödie (auch Trauerspiel) beruht auf dem tragischen Moment, d. h. der unlösbaren Verstrickung des Helden bzw. der Heldin in sein/ihr Schicksal. Grundthemen sind Fragen nach Ich und Welt, Freiheit und Zwang, Schuld und Vergeltung. Im Laufe der Geschichte entwickelte sich auch die Dramatik weiter und neben die klassische griechische Tragödie traten andere Formen wie die Tragödie der Aufklärung und der Klassik, das bürgerliche Trauerspiel...

  • Drehimpuls

    Der Drehimpuls \(\vec L\) gibt bei einer Rotationsbewegung Stärke, Drehsinn und Richtung der Rotationsachse an. Er entspricht in vielem dem „normalen“ Impuls \(\vec p\) bei der geradlinigen Bewegung. entspricht. Ein Massenpunkt der Masse m, der sich mit der Geschwindigkeit \(\vec v\) auf einer Kreisbahn mit dem Radius r bewegt, hat den Drehimpulsbetrag \(L = r \cdot m \cdot v = r \cdot p\) L ist umso größer, je größer der Impuls des Körpers und je weiter entfernt er sich von der Drehachse befindet. Für ein System aus mehreren Massen, die um eine Drehachse kreisen (z. B. ein sich drehender...

  • Drehmoment

    Das Drehmoment \(\vec M\) gibt bei einer Rotationsbewegung die zeitliche Änderung des Drehimpulses \(\vec L\) an, d. h., ein Drehmoment bewirkt, dass sich Tempo und/oder Orientierung und Richtung der Drehachse ändern (noch anders gesagt: ein Drehmoment beschleunigt oder bremst eine Drehung): \(\vec M = \dfrac{\text d \vec L}{\text d t} = \dot{\vec L}\) Damit spielen Drehmoment und Drehimpuls bei Rotationen dieselbe Rolle wie Kraft und Impuls bei linearen Bewegungen. Vektoriell berechnet man das Drehmoment als Kreuzprodukt aus der angreifenden Kraft \(\vec F\) und dem Abstandsvektor \(\vec r\)...

  • Drehstrom (Dreiphasenstrom)

    Drehstrom oder Dreiphasenstrom ist das in der öffentlichen Stromversorgung übliche System aus drei Wechselströmen (den sog. Phasen), die um 120° gegeneinander verschoben über dasselbe Kabelsystem transportiert werden. Drehstrom kann bei gleichem Leitungsquerschnitt \(\sqrt 3\)-mal so viel Leistung übertragen wie Einphasenwechselstrom. Dafür sind dann allerdings drei Leitungen nötig statt ansonsten zwei. Starke Verbraucher im Haushalt wie z. B. Elektroherde werden an alle drei Phasen angeschlossen (sowie an den geerdeten Schutzleiter), da sie die Spannung \(\sqrt 3 \cdot 230\,\text V \approx...

  • Drehsymmetrie

    Eine Figur oder ein Körper ist drehsymmetrisch, wenn sie bzw. er bei einer Drehung unverändert bleibt (auf sich selbst abgebildet wird). Dies kann immer der Fall sein – bei einem Kreis bzw. einer Kugel – oder nur bei bestimmten Drehwinkeln. Beispielsweise hat ein Seestern fünf (annähernd) gleich aussehende Körpersegmente und Arme. Deshalb ist er drehsymmetrisch bei Drehung um den Drehwinkel \(\alpha = 360^\circ : 5 = 72^\circ\). Man sagt auch, der Seestern habe eine fünfzählige Drehsymmetrie. Ein gleichseitiges Dreieck hat eine dreizählige Drehsymmetrie (\(\alpha = 120^\circ\)), ein Quadrat...

  • Drehung

    Eine Drehung (Rotation) ist eine der grundlegenden Abbildungen zwischen geometrischen Objekten, sie gehört zu den sog. Bewegungen (Kongruenzabbildungen) sowie zu den Ähnlichkeitsabbildungen. Wird eine Figur bzw. ein Körper um einen gewissen Drehwinkel rotiert, dann ändern sich die inneren Abstände und Winkel nicht. Jede Drehung hat in zwei Dimensionen einen sog. Fixpunkt, also einen Punkt, der auf sich selbst abgebildet wird. In drei Dimensionen, also der Raumsymmetrie, bleibt eine ganze Gerade unverändert, die Drehachse oder Rotationsachse. Eine formale Definition für Drehungen ist die...

  • Dreieck

    Ein Dreieck ist bestimmt durch drei Punkte A, B und C, die nicht auf einer Geraden liegen. Sie heißen Eckpunkte oder Ecken. Dabei werden die Ecken wie bei allen Polygonen (Vielecken) immer gegen den Uhrzeigersinn (im mathematisch positiven Drehsinn) nummeriert! Die Seiten sind die Strecken zwischen jeweils zwei Ecken Die Seiten werden durch je zwei Eckpunkte bestimmt. Sie werden jeweils mit dem Kleinbuchstaben bezeichnet, der dem gegenüberliegenden Eckpunkt entspricht, d. h. a, b bzw. c (siehe Bild oben). Die Innenwinkel liegen im Innern des Dreiecks und werden von je zwei Seiten...

  • Dreiecksmatrix

    Wenn alle Einträge aij einer Matrix A = (aij) unterhalb der von oben links nach unten rechts verlaufenden Diagonalen null sind, nennt man die Matrix eine obere Dreiecksmatrix. Es gilt also in diesem Fall \(i > j \ \Rightarrow \ a_{ij} = 0\) Beispiel: \(\begin{pmatrix} 1 & 2 & 3 \\ 0 & 5 & 6 \\ 0 & 0 & 9 \end{pmatrix}\) Bei einer unteren Dreiecksmatrix gilt entsprechend \(i < j \ \Rightarrow \ a_{ij} = 0\). Wenn man es schafft, die Koeffizientenmatrix eines linearen Gleichungssystems (LGS) in obere Dreiecksform zu bringen, hat man sozusagen gewonnen, denn dann kann man durch sukzessives...

  • Dreiecksungleichung

    Die Dreiecksungleichung macht zunächst einmal nur die wenig spektakuläre Aussage, dass bei einem Dreieck die Summe zweier Seitenlängen immer mindestens so groß ist wie die dritte Seitenlänge: \(a \le b+c\); \(b \le a+c\); \(c \le a+b\) Dies gilt auch für allgemeinere Abstände von geometrischen Objekten wie Vektoren und Beträge von Zahlen, tatsächlich spielt die Dreiecksungleichung in der höheren Mathematik eine bedeutende Rolle. Für die Summe zweier reellen Zahlen lautet die Dreiecksungleichung \(|a + b| \le |a|+|b|\) und für Vektoren \(|\vec a + \vec b| \le |\vec a|+|\vec b|\)

  • Dreifelderwirtschaft

    Dreifelderwirtschaft, im Mittelalter aufkommende Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft. Da die meisten Menschen von der Landwirtschaft lebten (rund 80%) und auch die Bevölkerungszahl zunahm, mussten auch Wege zur Ertragssteigerung gefunden werden. Bei der Dreifelderwirtschaft wird das Ackerland eines Dorfs dreigeteilt. Auf einem Feld wird Wintergetreide, auf einem anderen Sommergetreide angebaut, das dritte bleibt ungenutzt (Brache). Dabei wechselten die Anbauformen jährlich, das Feld kann sich also in jedem dritten Jahr erholen. Diese Neuerung bedeutete eine wesentliche Verbesserung im...

  • Dreifuß

    Metallenes Laborgerät, das meist einen Aufsatz in Form eines Drahtnetzes oder Tondreiecks trägt, unter dem ein Brenner platziert wird

  • Dreiklassenwahlrecht

    Dreiklassenwahlrecht, für die Wahl zum Preußischen Landtag geltendes Wahlrecht. Die Wählerschaft wurde nach ihrem Steueraufkommen in drei Klassen eingeteilt. Im Jahr 1893 gehörten 4 Prozent der Wähler zur ersten, 14 Prozent zur zweiten und 82 Prozent zur dritten Gruppe. Das Wahlrecht bevorzugte den zahlenmäßig geringeren, besitzenden Teil der Bevölkerung, während es die ärmere Masse der Bevölkerung politisch benachteiligte. 1903 erhielt die SPD 19 Prozent der Stimmen, jedoch kein einziges Mandat!

  • Dreipunkteform

    Eine Ebenengleichung in Dreipunkteform ist ein Spezialfall der Parameterform mit drei Aufpunkten, von denen zwei benutzt werden, um die Spannvektoren zu ermitteln. Diese Form bietet sich an, wenn man bereits drei Punkte A, B und C kennt, welche sicher in der Ebene E, aber nicht alle auf derselben Geraden liegen. Die Ortsvektoren \(\overrightarrow{a}\), \(\overrightarrow{b}\) und \(\overrightarrow{c}\) sind dann also linear unabhängig. Es sei jetzt X sei ein beliebiger Punkt von E. Dann erhält man die Ebenengleichung von E in Parameterform, indem man z. B. \(\overrightarrow{a}\) als Aufpunkt...

  • Dreisatz

    Der Dreisatz ist ein mathematisches Lösungsverfahren zur Bestimmung eines unbekannten vierten Wertes aus drei gegebenen Werten und wird als Lösungsverfahren für Aufgaben mit proportionalen oder antiproportionalen Zuordnungen angewendet. Anderen Namen sind Schlussrechnen, Regeldetri (lateinisch „Dreierregel“) oder bürgerliches Rechnen, wobei zu letzterem auch noch andere einfache Rechenverfahren gezählt werden. Das Verfahren gliedert sich, nicht überraschend, in drei Sätze: 1.Satz: Bedingung 2.Satz: Schluss von der Vielheit auf die Einheit 3.Satz: Schluss von der Einheit auf die gesuchte...

  • Dreißigjähriger Krieg

    Dreißigjähriger Krieg, die von 1618 bis 1648 andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zunächst im Deutschen Reich, dann in ganz Europa. Anhaltende Glaubensfeindschaft Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 hatte die Feindschaft zwischen Lutheranern und Katholiken nicht beseitigen können. Zur Verteidigung ihrer Interessen schlossen sich die evangelischen Landesfürsten 1608 zur „Union“ (Protestantische Union) und ein Jahr später die katholischen Fürsten zur „Liga“ (Katholische Liga) zusammen. Beide Bündnisse stellten Heere auf und suchten nach Verbündeten. Frankreich unterstützte die...

  • Drittes Reich

    Drittes Reich, auf den politischen deutschen Schriftsteller Arthur Moeller van den Bruck (*1876, †1925) zurückgehendes politisches Schlagwort. Er prophezeite nach dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dem Deutschen Kaiserreich unter Otto von Bismarck den Beginn eines Dritten Reichs auf deutschem Boden. Die Nationalsozialisten machten sich diesen Begriff einer politischen Heilserwartung zu eigen, ersetzten ihn jedoch 1939 durch »Großdeutschland« oder »Großgermanisches Reich«. Auch vom „Tausendjährigen Reich“ als Endzustand der deutschen Geschichte und der ewigen Herrschaft des...

  • Drogen

    Drogen war ursprünglich die Bezeichnung für vor allem pflanzliche Heilmittel. Inzwischen wird der Begriff Drogen laut Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) für Substanzen gebraucht, die eine direkte Einwirkung auf das Zentralnervensystem haben.

  • Droste-Hülshoff, Annette

    Geboren auf Schloss Hülshoff bei Münster am 10.1.1797, gestorben in Meerburg am 24. 5.1848: Droste-Hülshoff stammte aus altem westfälischem Adel und wurde streng katholisch und äußerst konservativ erzogen. Die Schriftstellerin lebte auf dem großen Schloss Hülshoff, nach dem Tod des Vaters dann im Haus Rüschhaus bei Münster. Aus gesundheitlichen Gründen verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre in Meersburg am Bodensee. Sie war in unglücklicher Liebe mit dem Schriftsteller Levin Schücking verbunden. Droste-Hülshoff beteiligte sich an den Märchensammlungen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie...

  • Druck

    Der Druck p ist definiert als der Quotient aus dem Betrag F einer senkrecht auf eine Fläche wirkenden Kraft und der Größe A dieser Fläche: \(p = \dfrac F A\) Wirkt die Kraft nicht senkrecht auf die Fläche, so zerlegt man sie in zwei Komponenten parallel Fpar und senkrecht (Fsenkr) zur Fläche. Nur die senkrechte Komponente Fsenkr, die sog. Normalkraft, trägt dann zum Druck bei: p = Fsenkr/A. Die durch einen Druck auf eine Fläche hervorgerufene Kraft (z. B. bei einer hydraulischen Presse) bezeichnet man als Druckkraft. Die SI-Einheit des Drucks ist das Pascal (Pa). Veraltete Druckeinheiten sind...

  • Drüsen

    Drüsen: bei Tieren und beim Menschen Einzelzellen, Zellgruppen oder Organe, die Sekrete produzieren und absondern. Die Zellen dieser Drüsen sind in der Regel reich an endoplasmatischem Reticulum und Mitochondrien. Nach der Art des Sekrets unterscheidet man seröse Drüsen, die eiweißhaltige Stoffe (Enzyme) absondern, muköse Drüsen, die Schleime abgeben, und gemischte Drüsen. Exokrine Drüsen sondern ihr Sekret nach außen oder in Körperhohlräume ab (z. B. Speicheldrüsen), endokrine Drüsen bilden Hormone und geben sie in die Blutbahn oder in die Lymphe ab (Hormondrüsen). Bei Pflanzen einzellige...

  • Dunkle Materie und dunkle Energie

    Dunkle Materie und dunkle Energie sind zwei Konzepte aus der Kosmologie, die zu den größten Rätseln der modernen Physik zählen: Dunkle Materie ist die nicht leuchtende und daher unsichtbare Materie im Universum, die sich nur durch ihre Gravitationswirkung bemerkbar macht. Gäbe es keine dunkle Materie, wäre die Masse der bekannten Galaxien zu klein, um die enthaltenen Sterne per Schwerkraft an sich zu binden. Verschiedene, von einander unabhängige Messungen deuten darauf hin, dass es etwa dreimal so viel dunkle wie sichtbare Materie im Kosmos gibt. Woraus sie besteht, ist allerdings noch...

  • Dünnschichtchromatografie

    Ein physikalisch-chemisches Trennverfahren. Bei der Dünnschichtchromatografie bringt man eine aus feinkörnigem Material (z. B. Kieselgel oder Aluminiumoxid) bestehende Trennschicht (stationäre Phase) auf eine Trägerplatte aus Glas, Metall oder auf eine geeignete Folie. Dann wird am unteren Rand die Lösung der zu trennenden Substanzen punkt- oder bandförmig aufgetragen und die Trägerplatte oder Folie in eine dicht schließende Trennkammer gestellt, deren Boden mit einem Laufmittel (mobile Phase) bedeckt ist. Durch das Laufmittel werden dabei die verschiedenen Bestandteile unterschiedlich weit...

  • Duplikation

    Duplikation: die Verdopplung eines Chromosomenabschnittes. Duplikationen werden als Grundlage für die Bildung neuen genetischen Materials angesehen. Sie haben daher eine große Bedeutung für die Evolution. Unmittelbar nach dem Ablauf einer Duplikation sind die nun doppelt vorliegenden Regionen identisch. Durch Mutationen kann eine dieser Regionen ihre biologische Aktivität verlieren. Die nicht mutierte Region übt ihre Funktion jedoch noch voll aus. Als mögliche Konsequenz ergibt sich eine Anreicherung mutativer Veränderungen in dem funktionslosen Chromosomenabschnitt. Wird dieser infolge von...

  • Durchschnitt

    In der beschreibenden Statistik ist der Durschnitt ein Synonym für das arithmetische Mittel. Bei Mengen dagegen verwendet man diesen Ausdruck manchmal für die Schnittmenge zweier Mengen.

  • Dürrenmatt, Friedrich

    Geboren in Konolfingen bei Bern (Schweiz) am 5.1.1921, gestorben in Neuenburg (Schweiz) am 14.12.1990: Dürrenmatt, Spross einer Pfarrersfamilie, studierte Philosophie, Literatur- und Naturwissenschaften. Er arbeitete zunächst als Zeichner, Grafiker und Theaterkritiker, entschied sich dann aber schon früh für den Beruf des Schriftstellers. Zusammen mit Max Frisch gilt Dürrenmatt als bedeutendster Vertreter der deutschsprachigen Literatur in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg. Er erhielt u.a. 1983 den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur und 1986 den Georg-Büchner-Preis...