Direkt zum Inhalt
  • ē-Deklination

    Andere Bezeichnung: 5. Deklination Regelmäßige Deklination Unregelmäßige Deklination Nur rēs und diēs bilden sämtliche Deklinationsformen. Alle anderen Wörtern der ē-Deklination haben die Unregelmäßigkeit, dass ihnen im Plural Genitiv, Dativ und Ablativ fehlen (alle anderen Formen sind regelmäßig gebildet). Genus Die Substantive der ē-Deklination sind fast alle Feminina. Neutra gibt es nicht. Maskulina sind: diēs m. Tag (aber feminin in der Bedeutung festgesetzter Tag, Termin) und merīdiēs m. Mittag.

  • ē-Konjugation (mit langem e)

    Andere Bezeichnung: 2. Konjugation Definition Die ē-Konjugation ist eine der Konjugationen des Präsensstamms. Unter „ē-Konjugation“ versteht man den Konjugationstyp, der sich mit den auf ē auslautenden Präsensstämmen verbindet. Formen Abkürzungen in der Tabelle: Gen. = Genitiv Imp. = Imperativ Nom. = Nominativ Pl. = Plural (1.Pl. = 1.Person Plural, usw.) PPA = „Partizip Präsens Aktiv“ Sg. = Singular (1.Sg. = 1.Person Singular, usw.) Farben in der Tabelle:BRAUN = Verbalstamm: zeigt die Verbbedeutung an.LILA = Unterstamm-Kennzeichen: zeigt den vom Verbalstamm abgeleiteten Unterstamm (hier: den...

  • E-Mail

    Allgemein Als Hauptform der schriftlichen Kommunikation folgen E-Mails heute den Regeln des Briefeschreibens. Besonders der Bereich der geschäftlichen Kommunikation verlangt das Einhalten einiger formaler Regeln. Aufbau Üblicherweise hat eine formelle E-Mail sechs Teile: subject box / line (Betreffzeile): Der Betreff sollte in einer formellen E-Mail nie fehlen, z. B. your visit, travel arrangements. salutation (Anrede): Genau wie in einem Brief gibt es hier folgende Möglichkeiten: Dear Sir or Madam → sehr formell. Diese Anrede benutzt man nur, wenn man den Namen des Empfängers bzw. der...

  • Ebenen

    Unter einer Ebene versteht man in der Geometrie zweierlei: Entweder das unendlich große „Weltall“ der zweidimensionalen, flachen (euklidischen) Geometrie, also die zweidimensionale Welt, in der man Dreiecke, Kreise und andere Figuren untersucht, oder eine zweidimensionale Teilmenge des dreidimensionalen Raums. Ebenen im Raum sind durch drei Punkte festgelegt (1), deren Ortsvektoren linear unabhängig sind bzw. die nicht auf einer gemeinsamen Geraden liegen (oder komplett identisch sind). Alternativ ist eine Ebene auch durch eine Gerade und einen Punkt, der nicht auf der Geraden liegt (2), oder...

  • Ebenenschar

    Eine Ebenenschar Ea ist eine Menge von Ebenen, die sich alle durch eine gemeinsame Gleichung beschreiben lassen, die einen zusätzlichen freien Parameter a enthält. Ein einfaches Beispiel ist die Gleichung z = a: Alle Ebenen sind parallel zur z-Ebene und haben jeweils den z-Achsenabschnitt a. Wenn alle Ebenen der Schar eine gemeinsame Schnittgerade (Trägergerade) g0 haben, spricht man auch von einem Ebenenbüschel. Ein Beispiel für ein Ebenenbüschel ist die vom freien Parameter a abhängige Koordinatengleichung Ea : (a + 1)x – 2ay + 2(a – 2)z – 1 = 0 Wenn man nach Termen mit und ohne a sortiert...

  • Ebenenspiegelung

    Eine Ebenenspiegelung ist das dreidimensionale Gegenstück zur Achsen- oder Geradenspiegelung. Zwei einander entsprechende Punkte P (Urbild) und \(P'\) (Abbild, „Spiegelbild“) haben den gleichen senkrechten Abstand von der Spiegelebene. Ebenenspiegelungen sind Bewegungen, d. h. bei der Spiegelung eines Körpers an einer Ebene ändern sich Abstände und Winkel nicht. In der Analytischen Geometrie beschreibt man eine Ebenenspiegelung folgendermaßen: Wenn die Normale durch P auf der Ebene E schneidet E im Lotfußpunkt F. Für den Spiegelpunkt \(P'\) gilt dann \(\displaystyle \overrightarrow{p'} =...

  • Ebert

    Ebert, Friedrich, Politiker der Sozialdemokratie und erster Reichspräsident der Weimarer Republik. Er lebte von 1871 bis 1925. Fotografie von Friedrich Ebert: Politischer Aufstieg Ebert stammte aus einer Handwerkerfamilie. Nach der Volksschule schloss er eine Sattlerlehre an. 1889 trat er den Sozialdemokraten bei. Den begabten Redner und glänzenden Organisator betraute die Partei bald mit verschiedenen Aufgaben: 1912 wurde er Abgeordneter des Reichstags; nach dem Tod August Bebels (*1840, †1913) Vorsitzender der SPD neben Hugo Haase (*1863, †1919). Nach dessen Parteiausschluss, da Haase 1917...

  • Echnaton

    Echnaton, Pharao in der 18. Dynastie, regierte als Amenophis IV. von 1353 bis 1336 v. Chr. (andere Angaben 1364 bis 1347 v. Chr.). Er gilt als Gründer der ersten monotheistischen Religion (verehrt wurde ausschließlich der Gott Aton) und ließ mit Amarna eine neue Residenz errichten. Echnaton war verheiratet mit Nofretete, deren weltbekannte Modellbüste 1912 bei Ausgrabungen in Amarna gefunden wurde.

  • Echo

    Ein Echo (nach einer griech. Nymphe) ist ein Schallsignal, das man aufgrund von Reflexionen später hört als die direkt zum Ohr gelangende Schallwelle. Auch andere reflektierte Wellen werden als Echo bezeichnet, so etwa reflektierte Ultraschallwellen beim Echolot (siehe unten) oder auch das sog. Lichtecho, das Astronomen manchmal von fernen Galaxien aufnehmen. Ein Echolot ist ein Gerät zur Entfernungsbestimmung, das die Laufzeit eines reflektierten Schallsignals (Echo) bei bekannter Schallgeschwindigkeit dazu nutzt, die Entfernung zum Hindernis zu bestimmen, also z. B. zum Meeresboden.

  • Echolot

    Ein Echo (nach einer griech. Nymphe) ist das Signal einer reflektierten Welle, das man zur Ortung nutzen kann. Im akustischen Fall, also bei Schallwellen, spricht man dann vom Echolot, bei Radiowellen vom Radar. Das Grundprinzip der Echoortung beruht auf einer Laufzeitmessung: Kennt man die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle, kann man aus der Zeit für Hin- und Rückweg direkt den Abstand des reflektierenden Objekts bzw. Hindernisses ausrechnen.

  • Echte Brüche

    Echte Brüche (einfache Brüche, gemeine Brüche) sind Brüche, bei denen der Zähler kleiner ist als der Nenner.

  • Edelgase

    Die Elemente der VIII. Hauptgruppe im Periodensystem der Elemente: Helium (He), Neon (Ne), Argon (Ar), Krypton (Kr), Xenon (Xe) und Radon (Rn). Die Edelgase sind Bestandteile der Luft. Als einzige Elemente kommen sie unter normalen Bedingungen atomar vor, sie vereinigen sich also nicht mit sich selbst zu Molekülen. Die Erscheinung ist auf den Bau ihrer Atome zurückzuführen: Mit Ausnahme der Heliumatome besitzen alle Edelgasatome in ihren Außenschalen die Elektronenkonfiguration ns2np6, die Heliumatome haben die Elektronenkonfiguration 1s2. Diese Elektronenkonfigurationen sind energetisch...

  • Edelmetalle

    Wenig reaktive, sehr beständige Metalle, die meist gediegen vorkommen. Zu den Edelmetallen gehören die Elemente Gold, Silber, Quecksilber, Rhenium und die Platinmetalle (Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium und Platin). Von nichtoxidierenden Säuren, z. B. verdünnter Salzsäure, werden sie nicht gelöst; von oxidierenden Säuren dagegen können sie in Lösung gebracht werden, so z. B. Silber durch Salpetersäure, HNO3 , Gold und Platin durch Königswasser.

  • EEG

    Elektroencephalogramm, Abk. EEG: ein Kurvenbild, das entsteht, wenn die langsamen elektrischen Potenzialschwankungen, die die Gehirntätigkeit begleiten, durch ein geeignetes Gerät aufgezeichnet werden. Das EEG wird außen am Hirnschädel mit 15–25 Elektroden gleichzeitig gemessen. Die Größe und Frequenz der Potenzialschwankungen lässt Rückschlüsse auf den Aktivitätszustand (z. B. Wachen, Schlafen) oder auf Erkrankungen des Gehirns zu, obwohl die Herkunft dieser Spannungsschwankungen noch nicht geklärt ist.

  • Effektoren

    Effektoren (Erfolgsorgane): sind Gewebe, Drüsen oder Organe, die mit efferenten Nerven verknüpft sind und die auf die vom Gehirn kommenden Erregungen reagieren oder die Rezeptoren für bestimmte Hormone besitzen und auf deren Ausschüttung reagieren. Wird z. B. ein Muskel durch einen Nerv angeregt, sich zusammenzuziehen, so ist der Muskel ein Effektor (Erregungsleitung).

  • efferente Fasern

    efferente Fasern sind Nervenfasern, die vom Zentralnervensystem wegführen. Sie übertragen dessen Befehle zu den peripheren Erfolgsorganen (Muskeln). – Gegensatz: afferente Fasern.

  • Eich, Günther

    Geboren in Lebus (Brandenburg) am 1.2.1907, gestorben am 20.12.1972 in Salzburg (Österreich): Eich studierte Jura und Sinologie in Berlin und Paris und arbeitete seit 1932 als freier Autor. Während der Zeit des Nationalsozialismus betätigte er sich vor allem als Rundfunkautor. Eich war seit 1953 mit Ilse Aichinger verheiratet. Er war der erste Preisträger der Gruppe 47 und erhielt u.a. 1952 den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden. Von besonderer Bedeutung sind einige nach 1945 entstandene Gedichte, die dem sog. literarischen Kahlschlag zugerechnet werden. Vor allem Latrine und...

  • Eichendorff, Joseph Freiherr von

    Geboren auf Schloss Lubowitz (bei Ratibor, heute Polen) am 10.3.1788, gestorben in Neisse (heute Polen) am 26.11.1857: Eichendorff entstammte einer katholischen Adelsfamilie. Er studierte in Halle, Heidelberg und schließlich in Wien, wo er 1812 sein Jurastudium abschloss. 1813-15 nahm er an den Befreiungskriegen gegen Napoleon I. teil. Ab 1816 war Eichendorff im preußischen Staatsdienst in Breslau, Danzig, Königsberg und Berlin tätig. Parallel zu seiner Beamtenlaufbahn beteiligte er sich rege am literarischen und gesellschaftlichen Leben seiner Zeit. Er verkehrte mit vielen bedeutenden...

  • Eichung (Kalibrierung)

    Unter einer Eichung oder Kalibrierung versteht man generell das Einstellen eines Messgeräts, insbesondere des Nullpunkts der Anzeige, damit die Messwerte „stimmen“ bzw. eine vorgegebene Messfehlergrenze einhalten. Juristisch bedeutet dabei Eichung, dass das Gerät die von den Eichbehörden überwachten gesetzlichen Bestimmungen erfüllt, während eine Kalibrierung bzw. Justierung nur internen Vorschriften genügt. wichtig ist die Einhaltung der vorgegebenen Übrigens: In der theoretischen Elektrodynamik sowie in den modernen Quantenfeldtheorien verstheht unter einer Eichung auch das Festlegen eines...

  • Eigenschaften der Elemente

    Manche Eigenschaften der Elemente, z. B. ihr Aggregatzustand bei Raumtemperatur oder ihre Stabilität gegenüber Kernzerfall, sind nicht aus dem Periodensystem abzulesen. Bei Raumtemperatur gasförmig sind H (1), N (7), O (8), F (9), Cl (17) und die Edelgase (Gruppe 18). Flüssig sind Br (35) und Hg (80). Alle anderen Elemente sind Feststoffe. Pb (82) ist das schwerste Element mit stabilen Isotopen, alle schwereren Elemente sowie Tc (43) und Pm (61) sind radioaktiv. Ablesen lässt sich hingegen aus der Gruppenzuordnung die Anzahl der Valenzelektronen, zumindest in den Hauptgruppen: Z. B. haben...

  • Eigenvektor

    Ein Eigenvektor ist ein Vektor, dessen Richtung sich bei einer linearen Abbildung, d. h. bei Multiplikation mit einer Abbildungsmatrix, nicht ändert. Das bedeutet, dass der Vektor bei dieser Abbildung höchstens länger oder kürzer (also „skaliert“), aber nicht gedreht wird. Der Skalierungsfaktor heißt dann Eigenwert. Beispiel: Die Matrix A = \(\begin{pmatrix} 3 & -1 & 2 \\ 0 & 1 & 0 \\ 0 & 2 & -1 \end{pmatrix}\) hat die Eigenvektoren \(\vec v_1 = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ -2 \end{pmatrix}\), \(\vec v_2 = \begin{pmatrix} 1 \\ -2 \\ -2 \end{pmatrix}\) und \(\vec v_3 = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0...

  • Eigenwert

    Ein Eigenwert ist der Faktor, um den sich der Betrag eines Eigenvektors einer linearen Abbildung ändert, wenn er mit der Abbildungsmatrix multipliziert wird. Die Aufgabe, die unbekannten Eigenwerte ei (und Eigenvektoren \(\vec v_i\)) zu einer gegebenen Matrix A zu finden, heißt Eigenwertproblem. Es soll dabei gelten: \(A\cdot \vec v_i = e_i \cdot \vec v_i \ \ \Leftrightarrow \ \ \left( A - e_i \cdot \bf 1 \right) \cdot \vec v_i = 0\) (1 ist die Einheitsmatrix.) In Komponenten sieht dies (für dreidimensionale Vektoren) so aus: \(\begin{pmatrix} a_{11} - e_i& a_{12} & a_{13} \\ a_{21} & a_{22}-...

  • eindeutig und eineindeutig

    Eine mathematische Zuordnung (Relation) oder Abbildung heißt eindeutig, wenn jedem Element der Definitionsmenge bzw. des Urbilds X höchstens ein Element der Wertemenge (Zielmenge) bzw. des Abbilds Y zugewiesen wird. Anders ausgedrückt: Kein \(x \in X\) wird zwei (oder mehr) verschiedenen Elementen aus Y zugeordnet. Eine eindeutige Zuordnung nennt man eine Funktion. Eine Funktion hat also nie zwei verschiedene Funktionswerte zum selben x – darum kann ein Vollkreis nicht der Graph einer Funktion sein, denn dort würden fast jedem x innerhalb des Definitionsbereichs ein oberer und ein unterer Wert...

  • einengen

    (konzentrieren): Die Konzentration einer Lösung erhöhen, indem man das Lösungsmittel teilweise abdampft.

  • Einfache Maschine

    Als einfache Maschine bezeichnet man in der Mechanik die Grundformen, auf die sich alle mechanischen Apparate zurückführen lassen. Hierzu zählen Rolle und Flaschenzug, Hebel, Keil, Schraube, schiefe Ebene und hydraulische Presse.

  • Einheit (Mathematik)

    Bei einer Größenangabe, etwa nach einer Messung, bezeichnet die Einheit zum einen, was gemessen wurde (bei einer Längenmessung ist die Einheit Meter, bei einer Zeitmessung z. B. Sekunde). Zum anderen gibt die Einheit an, wie viel mehr (oder weniger) als ein allgemein anerkannter Vergleichswert das Messergebnis betragen hat. Die Aussagen: „Dieser Stock ist 4,5 m lang“ bedeutet eigentlich, dass er 4,5-mal länger als die Längeneinheit „1 m“ ist. Um bei Maßangaben keine riesigen Zahlen benutzen zu müssen, kann man Einheitenvorsätze wie „Kilo“ oder „Milli“ benutzen. In der Mathematik spielen vor...

  • Einheitenvorsätze

    Wenn bei einer Messung von Längen, Flächen, Volumina, Zeiten oder Gewichten die Maßzahl vor der Einheit einen sehr kleinen oder sehr großen Zahlenwert hat, benutzt man Einheitenvorsätze, um handlichere Zahlen zu bekommen. Dabei deckt in der Regel ein Einheitenvorsatz einen Bereich von drei Zehnerpotenzen ab, eine Ausnahme bildet der Bereich zwischen 1/1000 (10–3) und 1000 (103). Name Abkürzung (Symbol) Zehnerpotenz Nano n 10–9 (Milliardstel) Mikro \(\mu\) 10–6 (Millionstel) Milli m 10–3 (Tausendstel) Zenti c 10–2 (Hundertstel) Dezi d 10–1 (Zehntel) Deka da 101 (Zehn) Hekto h 102 (Hundert) Kilo...

  • Einheitenvorsätze

    Das Internationale Einheitensystem SI (Système International) kennt außer den Basiseinheiten Sekunde, Meter, Kilogramm, Ampere, Kelvin, Mol und Candela und den abgeleiteten Einheiten wie Newton, Joule oder Henry auch noch die Möglichkeit, Maßangaben mithilfe von Einheitenvorsätzen übersichtlicher zu machen. Diese stehen immer für einen Dezimalfaktor, also eine Zehnerpotenz. Mit Ausnahme des Bereichs zwischen 1/1000 (10–3, Milli) und 1000 (103, Kilo) steht dabei ein bestimmter Vorsatz jeweils für einen Bereich von drei Zehnerpotenzen: Name Abkürzung (Symbol) Zehnerpotenz Yokto y 10–24...

  • Einigungsvertrag

    Einigungsvertrag, der am 31.8.1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik in Ost-Berlin geschlossene Vertrag, der den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes und die damit zusammenhängenden Fragen regelte und völkerrechtlich die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten besiegelte Der Einigungsvertrag tat am 29.9.1990 in Kraft, umfasst 45 Artikel und drei umfangreiche Anlagen. In Artikel 1 wurde die Bildung der fünf neuen Bundesländer geregelt, die am 3.10.1990 Länder der Bundesrepublik wurden. In Artikel 2...

  • Einkristall

    (Monokristall): Ein einzelner homogener Kristall. Für gewöhnlich ist kristalline Materie nicht mono-, sondern polykristallin, d. h. aus vielen kleineren Kristallen zusammengesetzt. Zur Züchtung großer Einkristalle sind besondere Methoden erforderlich. Siliciumeinkristalle haben als Ausgangsmaterial bei der Herstellung von Halbleiterchips in der Mikroelektronik große Bedeutung.

  • Einseitiger Hypothesentest

    Ein Hypothesentest bzw. Signifikanztest heißt einseitig, wenn die Veränderung der untersuchten Wahrscheinlichkeit lediglich in einer Richtung interessiert („ist p größer geworden oder nicht?“). Allgemeine Vorgehensweise beim Signifikanztest: Beispiel Ein Würfel zeigt beim Werfen auffällig oft eine Sechs. Es soll geprüft werden, ob er trotzdem ein Laplace-Würfel ist. 1. Nullhypothese – H0: Die Wahrscheinlichkeit für eine Sechs ist nicht erhöht, sondern höchstens so groß wie bei einem Laplace-Würfel \(p = p_0 = \frac{1}{6}\), die Alternativhypothese ist dann entsprechend H1: \(p > \frac{1}{6}\)...

  • Einsetzungsverfahren

    Das Einsetzungsverfahren ist eine der Standardmethoden zum Lösen von linearen Gleichungssystemen (LGS). Man löst dabei eine Gleichung nach einer Variablen auf und setzt dann den sich ergebenden Term in die anderen Gleichungen ein, in denen diese Variable dann nicht mehr auftaucht. Wenn man das bei n Gleichungen (n – 1)-mal macht, erhält man eine Gleichung mit nur noch einer Variablen, die unmittelbar gelöst werden kann. Rückeinsetzen ergibt dann Schritt für Schritt die Lösungen für die übrigen Variablen. Beispiel: \(\begin{matrix} &(\text I)& x_1 &+& x_2 &+& x_3 &=& 1 \\ &(\text{II})& 2 x_1 &-...

  • Einzeller

    Einzeller (Protista) sind ursprüngliche Lebewesen, die im Gegensatz zu den Vielzellern aus nur einer Zelle bestehen, z. B. Protozoa, viele Algen und Pilze. Die Aufgaben der Organe der Vielzeller übernehmen bei ihnen Organellen. Die Artenzahl der Einzeller ist sehr groß. Ihre ältesten Vertreter lebten schon vor etwa 3 Milliarden Jahren.

  • Eisen

    Chemisches Element der VIII. Nebengruppe, Zeichen Fe (lat. ferrum »Eisen «), OZ 26, relative Atommasse 55,85, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Grau- bis silberweißes, verhältnismäßig weiches Metall, Dichte 7,87 g/cm³, Fp. 1538 °C, Sp. 2861 °C. Chemische Eigenschaften: Eisen überzieht sich an trockener Luft mit einer zusammenhängenden Oxidhaut, die es bei Raumtemperatur gegen Sauerstoff, konzentrierte oxidierende Säuren oder trockenes Chlor schützt. In Gegenwart von Wasser geht diese Schutzschicht aber verloren. Von feuchter Luft und salz-, säure- und sauerstoffhaltigem Wasser wird...

  • Eisenzeit

    Eisenzeit, Epoche der Menschheitsgeschichte, die in Kleinasien um etwa 1400 v. Chr., in Nordeuropa um 800 v. Chr. begann und mit der römischen Antike um 400 n. Chr. endete. Die Eisenzeit zählt zur Metallzeit. Eisen hat gegenüber Bronze Vorteile: Es ist härter. So konnte man schärfere Schneiden bei Werkzeugen und Waffen produzieren. Es muss nicht mit anderen Metallen kombiniert werden. Der Übergang zur vorwiegenden Verwendung von Eisen vollzog sich, da aus Eisen Werkzeuge mit schärferen und haltbareren Schneiden hergestellt werden konnten. Außerdem musste es nicht mit anderen, zum Teil nur...

  • Eiserner Vorhang

    Eiserner Vorhang, 1946 vom damaligen britischen Premierminister Winston Churchill (*1874, †1965) geprägter Begriff zur Kennzeichnung der Maßnahmen der UdSSR, mit denen sie ihren Einfluss- und Herrschaftsbereich gegenüber den westlichen Staaten abzuschirmen suchte. Er sprach in einem Telegramm an den neu gewählten US-Präsidenten Harry S. Truman (*1884, †1972, 33. Präsident der USA von 1945 bis 1953) vom 12.5.1945 von einem Eisernen Vorhang, der längs der russischen Front in Europa niedergegangen sei. Der Begriff Eiserner Vorhang hielt sich in den Zeiten des Kalten Kriegs und des Ost-West...

  • Eiszeit

    Eiszeit, Perioden in der Altsteinzeit, in denen die Temperaturen niedriger als heute lagen und die Vergletscherung ein wesentlich höheres Ausmaß annahm. Während der lang andauernden Eiszeiten betrug die Durchschnittstemperatur in Mitteleuropa um +5 °C im Sommer und -20 °C im Winter. Durch weltweite Temperaturrückgänge kam es zur Ausbreitung von Gletschern. Während der Eiszeiten fiel das ganze Jahr über Schnee. Der Druck der Schneemassen schuf bis zu 3.000 Meter dicke Eisschichten. Der Boden vor den Gletschern taute fast nie auf (Dauerfrostboden). Durch die Zunahme des Festlandeises sank der...

  • Eiter

    Eiter: Eine grüngelbliche oder bräunliche Flüssigkeit, die aus Blutserum, weißen Blutkörperchen und abgestorbenem Gewebe besteht. Die Eiterbildung bei Entzündungen ist eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Krankheitserreger, die von den weißen Blutkörperchen aufgesucht und vernichtet werden.

  • Eizelle

    Eizelle (Ovum): die i. d. R. unbewegliche weibliche Geschlechtszelle bei Pflanze, Tier und Mensch. Eizellen sind meist sehr viel größer als die männlichen Samenzellen. Die Bildung der Eizelle erfolgt bei Pflanzen in Oogonien, Archegonien oder Samenanlagen, beim Menschen und bei mehrzelligen Tieren in Eierstöcken. Der Auf bau tierischer Eizelle ist sehr einheitlich: Das Eiplasma (Ooplasma) ist von der Dotterhaut umgeben. Es enthält bei den einzelnen Arten recht unterschiedliche Mengen an Reservestoffen, Dotter genannt (u. a. Proteine, Fette, Glykogen). Im Eiplasma befindet sich der Eikern...

  • EKG

    Elektrokardiogramm, Abk. EKG: die Messung und Aufzeichnung der Aktionsströme der Herzmuskelfasern mithilfe von Elektroden an der Körperoberfläche. Das Kurvenbild weist charakteristische Zacken und Wellen auf, die mit den Buchstaben P, Q, R, S, T bezeichnet werden. Die Abstände zwischen ihnen und ihre Form lassen Rückschlüsse auf die Erregungsbildung, die Erregungsleitung und auf den Erregungsrückgang im Herzen und damit auf dessen regelrechte oder gestörte Funktion zu. Dadurch können z. B. Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkte erkannt werden.

  • Ektoderm

    Ektoderm ist das äußere der drei Keimblätter; daraus entstehen (unter anderem) das Zentralnervensystem und die Sinnesorgane.

  • Elastische Verformung und plastische Verformung

    Verformung oder Deformation nennt man die Änderung der Gestalt eines Körpers durch Kräfte oder Druck, im weiteren Sinne jede Volumenänderung eines Körpers. Gase und Flüssigkeiten mit geringer Viskosität können praktisch beliebig verformt werden und setzen lediglich einer Kompression (Verdichtung) einen Widerstand entgegen. An Festkörpern und zähen Flüssigkeiten wird dagegen bei einer Gestaltänderung Arbeit geleistet (Formänderungsarbeit). Eine Verformung kann als Dehnung (bzw. Stauchung), Biegung, Scherung oder Torsion (Verdrillung) auftreten; es sind auch Mischformen möglich. Kehrt ein Körper...

  • Elastischer Stoß und inelastischer Stoß

    Allgemein ist ein Stoß ein physikalischer Vorgang, bei dem zwei oder mehrere Objekte, die Stoßpartner, sich aufeinander zubewegen, miteinander in Wechselwirkung treten und sich anschließend mit in Betrag und Richtung veränderter Geschwindigkeit weiterbewegen (je nach Blickwinkel kann die veränderte Geschwindigkeit auch 0 sein!). Bei Elementarteilchen spricht man auch oft von Streuung. In der Mechanik untersucht man meistens den Stoß von zwei starren Körpern. Während der sehr kurzen Stoßzeit wirken sehr große Stoßkräfte, und die Impulse der Stoßpartner ändern sich praktisch augenblicklich. Die...

  • Elektrische Energie

    Allgemein versteht man unter „elektrischer Energie“ mit elektrischen Erscheinungen verbundene Energieformen. Im engeren Sinne ist damit der der Energieinhalt des elektrischen Felds, die elektrische Feldenergie gemeint. Da sich jedes elektrische Feld als Ableitung bzw. Gradient eines elektrischen Potenzials schreiben lässt, ist der Ausdruck „elektrische Feldenergie“ äquivalent zu „elektrische potenzielle Energie“. Ein kleines, von einem homogenen elektrischen Feld \(\vec E\) erfülltes Volumenelement dV hat die Energie \(E_\text{pot, el} = \dfrac 1 2 \cdot \epsilon \cdot \vec E^2 \cdot \text d V...

  • Elektrische Feldkonstante

    Die elektrische Feldkonstante \(\epsilon_0\) ist eine Naturkonstante, deren Wert allerdings von der Wahl des Einheitensystems abhängt. Im Internationalen Einheitensystem (SI) hat sie den Wert \(\epsilon_0 = \dfrac{1}{\mu_0c^2} = \dfrac{1}{4\pi\cdot 10^{-7}\,\frac{\text{Vs}}{\text{Am}}\cdot c^2} \approx 8,854 \cdot 10^{-12}\,\dfrac{\text{As}}{\text{Vm}}\) (\(\mu_0\) ist die magnetische Feldkonstante). Die in der obigen Gleichung zum Ausdruck kommende Beziehung zwischen \(\epsilon_0\), \(\mu_0\) und der Lichtgeschwindigkeit c spiegelt den engen Zusammenhang zwischen den elektromagnetischen...

  • Elektrische Kapazität

    Die elektrische Kapazität (von lat. capacitas „Fassungsvermögen“) ist eine elektrostatische bzw. elektrodynamische Größe mit dem Formelzeichen C. Sie gibt an, wie viel elektrische Ladung ein Kondensator bei einer gegebenen Spannung U speichert: \(C=\dfrac Q U\) Die SI-Einheit der Kapazität ist das Farad (F), es gilt \(1\,\text F =\dfrac{1\,\text C}{1\,\text V}\). Aufgrund der Definitionen des Einheitensystems haben technische Kondensatoren meist sehr geringe Zahlenwerte, die typische Größenordnungen sind Nano- und Pikofarad. Achtung: Vor allem in der Elektrotechnik werden Kondensatoren oft...

  • Elektrische Ladung

    Die elektrische Ladung (früher: Elektrizitätsmenge) Q ist eine Eigenschaft von Teilchen oder Körpern, welche die Quelle, d. h. die Ursache des elektrischen Feldes und aller elektromagnetischen Erscheinungen darstellt. Das Analogon zur elektrischen Ladung bei der Schwerkraft ist die Masse eines Körpers. Der starken Wechselwirkung, die nur bei subatomaren Abständen in Erscheinung tritt, liegt die sog. Farbladung zugrunde. Der wichtigste Unterschied zwischen Ladung und Masse besteht darin, dass es nur eine Art von Masse, aber positive und negative elektrische Ladungen gibt. Gleichnamige Ladungen...

  • Elektrische Leistung

    Die elektrische Leistung Pel die pro Zeiteinheit verrichtete elektrische Arbeit. Sie ist gleich der währenddessen auftretenden Änderung der potenziellen elektrischen Energie. Die Einheit ist – wie bei der mechanischen Leistung – das Watt. Es gilt die wichtige Umrechnungsformel \(1\,\text W = 1\,\dfrac{\text J}{\text s} = 1\,\text A \cdot 1\,\text V\) Im Gleichstromkreis ist \(P_\text{el} = U \cdot I\) (U: Spannung, I: Stromstärke). Die an einem Ohm’schen Widerstand R verrichtete Leistung beträgt \(P_\text{el} = \dfrac{U^2}{R}\)Pel = U2/R. Bei Wechselstrom unterscheidet man zwischen Wirk-...

  • Elektrische Leitfähigkeit

    Die elektrische Leitfähigkeit \(\sigma\) ist der Kehrwert des spezifischen elektrischen Widerstands \(\rho\): \(\sigma = \dfrac 1 \rho\) Die SI-Einheit der Leitfähigkeit ist Siemens pro Meter, \(1\,\dfrac{\text S}{\text m} = 1\,\dfrac{1}{\Omega\text m}\). Zwischen der elektrischen Stromdichte \(\vec j\) und der elektrischen Feldstärke \(\vec E\) gilt der Zusammenhang \(\vec j = \sigma \cdot \vec E\) Achtung: Der Kehrwert des „normalen“ elektrischen Widerstands R ist nicht die elektische Leitfähigkeit \(\sigma\), sondern der Leitwert G. Die SI-Einheit des Leitwerts ist das Siemens und es ist \...

  • Elektrische Leitung

    Der Transport von elektrischen Ladungen durch ein Medium. In der Technik nennt man dieses Medium einen (elektrischen) Leiter oder auch – etwas missverständlich – eine elektrische Leitung. Das Medium kann dabei fest (z. B. ein Metalldraht, s. u.), flüssig (ein Elektrolyt) oder gasförmig (Gasentladung) sein. Ein Material, das keine oder nur verschwindend geringe Ladungsmengen transportieren kann, heißt Isolator. Leitendes oder nicht leitendes Verhalten wird durch den elektrischen Widerstand R bzw. den spezifischen Widerstand \(\rho\) oder deren Kehrwerte, Leitwert (G) und elektrische...

  • Elektrische Polarisation

    Unter elektrischer Polarisation versteht man einerseits die Erzeugung von elektrischen Dipolmomenten in einer dielektrischen Substanz durch Anlegen eines äußeren elektrischen Felds (Abb.) und andererseits eine physikalische Größe, die beschreibt, wie stark ein Dielektrikum polarisiert ist. Eine elektrische Polarisation kann je nach Substanz auf zweierlei Weise erfolgen: Bei der Verschiebungspolarisation erfolgt eine Ladungsverschiebung innerhalb der einzelnen Atome durch Deformation der Elektronenhülle. Dadurch verschieben sich positiver und negativer Ladungsschwerpunkt in den Atomen, wodurch...

  • Elektrische Spannung und elektrisches Potenzial

    Teilt man die potenzielle elektrische Energie Epot, el, die eine Probeladung Q an einem Punkt P in einem elektrischen Feld \(\vec E\) hat, durch Q, erhält man das elektrische Potenzial \(\varphi\) an diesem Ort hat: \(\varphi = \dfrac{ E_\text{pot, el} (P,\, P_0) }{ Q } = \dfrac{ \int_{P_0}^P \vec F_\text C \cdot \text d\vec s}{ Q } = \int_{P_0}^P \vec E \cdot \text d\vec s\) Dabei sind P0 der beliebig wählbare Potenzialnullpunkt und \(\vec F_\text C\) die Coulomb-Kraft. Da die Wahl des Potenzialnullpunkts keine physikalische Bedeutung hat (ählich wie die Wahl des Ursprungs in einem...

  • Elektrische Stromstärke

    Die elektrische Stromstärke I gibt (wie der Name schon sagt) die Stärke eines elektrischen Stroms an. Ihre Einheit ist die SI-Basiseinheit Ampere (A). Die Stromstärke ist die Ableitung der elektrischen Ladung Q nach der Zeit. Sie gibt also an, um welchen Betrag \(\Delta Q\)DQ sich Q in der Zeit \(\Delta t\) ändert: \(I = \dfrac{\Delta Q}{\Delta t} \quad \text{bzw.} \quad \dfrac{\text dQ}{\text d t} \equiv \dot Q\) Die auf den Leiterquerschnitt bezogene Stromstärke ist die Stromdichte j, die oft auch als Vektor \(\vec j\) definiert wird. Die Richtung dieses Vektors ist die Richtung des...

  • Elektrischer Dipol

    Ein elektrischer Dipol (von griech. di- „zwei-“) ist eine Anordnung von zwei gleich großen, ungleichnamigen Punktladungen in einem Abstand d. Das von ihnen erzeugte elektrische Feld heißt Dipolfeld. Symmetrische Anordnungen von vier oder acht Quellen heißen Quadrupol bzw. Oktupol. Man kann ein beliebiges elektrisches Feld als eine Summe von Multipolfeldern mit zunehmender Ordnung darstellen. Sind die höheren Terme kleine, ist ein Dipol- und-/oder Quadrupolfeld eine Näherung für die unbekannte exakte Feldverteilung. Wenn die Ladungen eines Dipols \(\pm Q\) betragen, nennt man das Produkt aus...

  • Elektrischer Strom

    Der gerichtete Transport von elektrischen Ladungen. Bewegen sich die Ladungsträger durch einen ruhenden Leiter, spricht man von Leitungsstrom. Wenn sie dagegen (was in der Schule seltener behandelt wird) von einem Medium mitgeführt werden, dem gegenüber sie sich in Ruhe befinden, nennt man das einen Konvektionsstrom. Ein elektrischer Strom fließt, wenn man zwei Punkte, zwischen denen eine elektrische Spannung besteht, leitend verbindet. Als Stromrichtung definiert man dabei den Weg, den eine positive Probeladung nimmt, also von + nach – (auch wenn die tatsächlichen Ladungsträger oft Elektronen...

  • Elektrischer Widerstand

    Der elektrische Widerstand R ist eine physikalische Größe, die angibt, wie stark sich Leiter einem elektrischen Strom widersetzt. Er ist definiert als das Verhältnis aus elektrischer Spannung U zwischen den Endpunkten des Leiters und der durch ihn fließenden Stromstärke I: \(R=\dfrac U I \quad \text{bzw.} \quad U = R \cdot I\) Dies beudetet: Je größer der Widerstand, desto kleiner ist bei gegebener Spannung der Strom bzw. desto größer muss die Spannung sein, mit der ein gegebener Stromfluss erreicht wird. Die SI-Einheit des elektrischen W. ist das Ohm (\(\Omega,\ 1\,\Omega = 1\,\dfrac{\text V}...

  • Elektrisches Feld

    Das elektrische Feld legt an jedem Punkt des Raums Stärke und Richtung der Coulomb-Kraft \(\vec F_\text C\) fest, die dort auf eine punktförmige positive Probeladung Q wirkt. Die elektrische Feldstärke \(\vec E\) ist als Vektorgröße folgendermaßen definiert: \(\vec E = \dfrac 1 Q \vec F_\text C\) Im elektrischen Feld werden also die negativen Elektronen entgegen der Feldrichtung beschleunigt, positive Teilchen dagegen in Feldrichtung. Die SI-Einheit der elektrischen Feldstärke ist Newton pro Coulomb, wegen \(1\,\text{Nm} = 1\,\text{J} = 1\,\text V \cdot \text C\) gilt: \(1\,\dfrac{\text N}{...

  • Elektrochemie

    Teilgebiet der physikalischen Chemie. Die Elektrochemie beschäftigt sich mit der gegenseitigen Umwandlung von chemischer und elektrischer Energie. Sie umfasst damit alle Vorgänge, bei denen es zur Wanderung von Elektronen oder Ionen oder zur Bildung von elektrischen Potenzialen kommt, z. B. Elektrolyse, galvanische Elemente, Brennstoffzellen, elektrolytische Dissoziation.

  • elektrochemische Zelle

    Vorrichtung, die aus zwei Elektroden und einem Elektrolyten besteht, wobei die Elektroden in den Elektrolyten eintauchen. Eine elektrochemische Zelle, in der die freie Energie eines chemischen Vorgangs in elektrische Energie umgewandelt wird, bezeichnet man als galvanisches Element. Wird dagegen mithilfe einer äußeren Stromquelle eine chemische Reaktion in einer elektrochemischen Zelle hervorgerufen, so spricht man von einer elektrolytischen Zelle.

  • Elektroden

    [Kurzwort aus Elektron und zu griech. hodos »Weg«]: Feste elektrische Leiter (meist Metalle), die den Übergang elektrischer Ladungsträger zwischen zwei Medien vermitteln, so z. B. in elektrochemischen Zellen zwischen Metall und Lösung. Man unterscheidet Anode und Kathode. Im weiteren Sinne werden auch bestimmte Halbelemente als Elektroden bezeichnet (elektrochemische Elektroden), z. B. die Bezugselektroden.

  • Elektrodynamik (Elektromagnetismus)

    Die Elektrodynamik (von griech. dynamis „Kraft“) ist im engeren Sinne die Lehre von den bewegten elektrischen Ladungen (im Gegensatz zur Elektrostatik). Im weiteren Sinne behandelt sie alle Wechselwirkungen zwischen elektromagnetischen Feldern und den sie erzeugenden Ladungen. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass Elektrizität und Magnetismus keine getrennten Erscheinungen sind: Magnetfelder werden von elektrischen Strömen, also bewegten Ladungen hervorgerufen, und veränderliche Magnetfelder können elektrische Ströme und Spannungen induzieren. Die Verbindung zwischen elektrischen und...

  • Elektrolyse

    [Kurzwort aus Elektron und griech. lysis »(Auf-)Lösung«]: Eine mithilfe von elektrischem Strom hervorgerufene chemische Umwandlung eines Elektrolyten, bei der elektrische Energie direkt in chemische Energie umgewandelt wird. Der Vorgang ist somit die Umkehrung des in einem galvanischen Element ablaufenden Vorgangs. Eine einfache Elektrolysezelle besteht aus Anode (positiver Pol) und Kathode (negativer Pol), die in einen Elektrolyten (wässrige Lösung oder Schmelze; Schmelzflusselektrolyse) eintauchen. Beim Anlegen einer Gleichspannung an die Elektroden wandern die positiv geladenen Ionen...

  • Elektrolyt

    Stoff, dessen wässrige Lösungen oder Schmelzen frei bewegliche Ionen enthalten. Diese wandern beim Anlegen einer elektrischen Spannung in Richtung der Elektroden. Abhängig vom Dissoziationsgrad unterscheidet man starke und schwache Elektrolyte. Zu den starken Elektrolyten gehören alle starken Basen (z. B. Natronlauge, NaOH, Kalilauge, KOH, und Bariumhydroxid, Ba(OH)2) und Säuren (z. B. Salzsäure, HCl, Salpetersäure, HNO3 und Schwefelsäure, H2SO4), da sie in verdünnter wässriger Lösung vollständig dissoziieren, sowie alle Salze. Auch die schwer löslichen Salze wie Bariumsulfat BaSO4 und...

  • Elektromagnet

    Ein Elektromagnet ist ein Magnet, der – im Gegensatz zum Dauermagneten – nur dann ein Magnetfeld besitzt, wenn durch ihn ein (makroskopischer) elektrischer Strom fließt. Ein Elektromagnet besteht in der Regel aus einer Spule, in der sich ein Eisenkern mit möglichst großer Permeabilität befindet. Besonders starke Elektromagnete kann man mit supraleitenden Spulenwicklungen konstruieren, da dann keine Verluste durch Joule’sche Wärme auftreten.

  • Elektromagnetische Induktion

    Die elektromagnetische Induktion (von lat. inductio „Veranlassung“) ist die Erscheinung, dass zeitlich veränderliche Magnetfelder elektrischen Spannungen erzeugen. Die elektromagnetische Induktion und das Induktionsgesetz wurden 1831 von MICHAEL FARADAY entdeckt. Am besten kann man sich dies an einer Leiterschleife in einem äußeren Magnetfeld veranschaulichen. Wenn sich das Magnetfeld – genauer gesagt, den magnetischen Fluss durch die Leiterschleife –, so misst man an den Enden der Leiterschleife einen Spannungsstoß, bei kurzgeschlossener Leiterschleife einen Stromstoß. Es gibt viele...

  • Elektromagnetische Wellen

    Elektromagnetische Wellen sind sich im Raum ausbreitende elektromagnetische Felder, die wie alle Wellen Energie (nämlich elektromagnetische Feldenergie) transportieren, aber keine Materie. Anders als man bis Ende des 19. Jh. annahm, besitzen elektromagnetische Wellen kein Trägermedium, wie dies etwa bei Wasserwellen oder Schall der Fall ist, sondern pflanzen sich auch durch das Vakuum fort. Im Vakuum stehen Ausbreitungsrichtung, elektrisches und magnetisches Feld jeweils paarweise aufeinander senkrecht; es handelt sich also um Transversalwellen. Die Existenz von elektromagnetischen Wellen...

  • Elektromotor

    Eine Maschine zur Umwandlung von elektrischer in kinetische Energie. Man unterscheidet Gleichstrom- und Wechselstrommotoren. Eine mit dem gleichen prinzipiellen Aufbau umgekehrt arbeitende Maschine, die also kinetische in elektrische Energie verwandelt, nennt man Generator. Ein sehr einfaches Beispiel eines Gleichstrommotors ist eine Leiterschleife, die im Magnetfeld eines Dauermagneten drehbar gelagert ist. Wenn ein Strom durch diese „Minimalspule“ fließt, entsteht durch Induktion ein magnetisches Gegenfeld. Daraufhin richtet sich die Schleife so aus, dass sich der Nordpol des induzierten...

  • elektromotorische Kraft

    Abk. EMK: Urspannung eines galvanischen Elements. Die in einem Stromkreis tatsächlich auftretende Klemmenspannung liegt niedriger, weil der Innenwiderstand des galvanischen Elements berücksichtigt werden muss. Die EMK lässt sich durch stromlose Messung bestimmen.

  • Elektron

    [griech. Elektron »Bernstein«], Symbol e– oder e: Elementarteilchen, das neben dem Proton und dem Neutron der wichtigste Baustein aller Atome ist. Das Elektron trägt eine negative Elementarladung (e = 1,602176 x 10–19 Coulomb), seine Ruhemasse beträgt me = 9,1094 x 10–31 kg, also nur rund den 2000sten Teil der Masse eines Protons oder Neutrons. Die Ruheenergie des Elektrons ist e = 0,511 MeV. Das Elektron ist ein stabiles Elementarteilchen. Es kann als geladener Massenpunkt oder als Materiewelle betrachtet werden.

  • Elektron

    Das Elektron (griech. „Bernstein“) e– das leichteste elektrisch geladene stabile Elementarteilchen. Sein Antiteilchen ist das Positron e+. Die Ruhemasse des Elektrons (Elektronenmasse) ist \(m_\text e = 9,109 \cdot 10^{-31}\,\text{kg}\), dies entspricht einer Ruheenergie von 511 keV. Die (negative) elektrische Ladung beträgt genau eine Elementarladung , also \(e = 1,602 \cdot 10^{-19}\,\text{C}\). Der Spin oder quantenmechanische Eigendrehimpuls ist 1/2, das Elektron ist also ein Fermion. Außerdem wird es zu den Leptonen gezählt, da es farbneutral ist, d. h. die starke Wechselwirkung nicht...

  • Elektronegativität

    Abk. EN: Ein von L. Pauling eingeführtes Maß für das Bestreben eines Atoms, innerhalb eines Moleküls Bindungselektronen anzuziehen. Die Elektronegativität ist eine dimensionslose Zahl. Sie ist nicht direkt messbar, sondern nur indirekt aus verschiedenen anderen Größen wie Bindungsenergie oder Ionisierungsenergie und Elektronenaffinität zu ermitteln. Dem Atom mit der höchsten Elektronegativität, dem Fluoratom, wird willkürlich die EN 4,0 zugeordnet. Die Werte aller anderen Atome beziehen sich darauf. Die niedrigste EN hat das Alkalimetall Caesium mit 0,7. Mithilfe der Elektronegativität kann...

  • Elektronenaffinität

    [zu lat. affinis »angrenzend «, »beteiligt«, »verwandt«]: Die Energie, die bei Anlagerung eines Elektrons an ein Atom, Ion oder Molekül frei wird bzw. aufgewendet werden muss. Ein hoher Wert deutet also auf die leichte Bildung eines Anions hin. Während beim Sauerstoff oder Schwefel bei Aufnahme eines Elektrons noch Energie frei wird, muss zur Aufnahme eines zweiten Elektrons, also zur Bildung von S2–- bzw. O2–-Ionen, ein hoher Energiebetrag aufgewendet werden, da das zweite Elektron in ein bereits negativ geladenes Ion eingebaut werden muss.

  • Elektronenformeln

    (Valenzstrichformeln) sind Konstitutionsformeln, in denen nicht nur die Atombindungen, sondern auch noch die nicht an Bindungen beteiligten Außenelektronen der Atome (freie Elektronenpaare) dargestellt werden.

  • Elektronenkonfiguration

    [zu lat. configurare »gleichförmig bilden«] (Elektronenverteilung): Die Verteilung der Elektronen eines Atoms auf die Orbitale der Atomhülle. Der Aufbau der Atomhülle erfolgt nach bestimmten Prinzipien: Die Anzahl der Elektronen in der Atomhülle eines neutralen Atoms ist gleich der Anzahl der Protonen im Kern des betreffenden Atoms (Ordnungszahl Z). Jeder in der Atomhülle mögliche, durch die vier Quantenzahlen n, l , m und s festgelegte Zustand kann nur von einem einzigen Elektron besetzt werden (Pauli-Prinzip). Besonders stabil sind solche Elektronenkonfiguration, bei denen die äußeren...

  • Elektronenmikroskop

    Ein Elektronenmikroskop ist ein Mikroskop, das anstelle von Licht Elektronenstrahlen bzw. -wellen zur Abbildung benutzt. Die De-Broglie-Wellenlänge eines durch eine Spannungsdifferenz von 150 V beschleunigten Elektrons mit der Energie 150 eV beträgt 0,1 nm und damit nur etwa ein 5000stel der Wellenlänge von sichtbarem Licht. Daher kann ein Elektronenmikroskop. entsprechend kleinere Strukturen auflösen. Den Linsen eines Mikroskops (Kondensor, Objektiv und Okular bzw. Projektionslinse) entsprechen beim Elektronenmikroskop sog. Elektronenlinsen, das sind elektromagnetische Feldanordnungen, welche...

  • Elektronenröhre

    Elektronenröhren (Vakuumröhren) waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Elektronik häufig eingesetzte Steuer- und Verstärkungsgeräte für Gleich- und Wechselstrom. Man nutzte dabei man aus, dass sich die Elektronenbewegung im Vakuum durch elektrische Felder beeinflussen lässt. Typische Beispiele waren (Röhren-)Dioden und Trioden. Auch die Bildröhren (Kathodenstrahlröhren) von alten Fernsehern und Computermonitoren waren Elektronenröhren.

  • Elektronenvolt

    Das Elektronenvolt (eV) ist eine Nicht-SI-Energieeinheit, die in Atom-, Kern- und Elementarteilchenphysik sehr gebräuchlich ist. Die Energie 1 eV ist die Energie, die ein Elektron (oder ein beliebiges Teilchen, das eine elektrische Elemtarladung trägt) gewinnt oder abgibt, wenn es eine elektrische Spannung von 1 V durchläuft. Die Umrechnung zur SI-Einheit Joule erfolgt also gemäß der Gleichung \(1\,\text{eV} = 1,602 \cdot 10^{-19}\,\text J\) Typische Energiewerte von Molekülschwingungen oder -vibrationen liegen bei einigen meV, die Energieniveaus in der Atomhülle liegen bei etwa 1 eV...

  • Elektronenzahl

    Anzahl der Elektronen in der Atomhülle eines Atoms oder Ions. Bei neutralen Atomen ist die Elektronenzahl gleich der Ordnungszahl, also der Anzahl der im Atomkern enthaltenen Protonen. Bei einem positiven (einatomigen) Ion ist sie kleiner, bei einem negativen größer als die Ordnungszahl.

  • Elektronik

    Elektronik ist ein nicht eindeutig definierter Überbegriff für alle Anwendungen von elektrischen bzw. elektromagnetischen Stromkreisen, bei denen Prozesse gesteuert, geregelt oder gemessen werden (man spricht dann auch von „Schaltkreisen“). Je nachdem, ob dabei eher kleine oder große Leistungen und Frequenzen auftreten, unterscheidet man zwischen Mikroelektronik und Leistungselektronik. Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die zwischen analogen und digitalen Schaltkreisen. Die digitale Mikroelektronik umfasst insbesondere auch die Computertechnik. Aus der Verbindung mit der modernen Optik...

  • Elektrophorese

    [Kurzwort aus Elektron und griech. phoresis »das Tragen«]: Die Wanderung kolloidaler Teilchen unter der Einwirkung eines elektrischen Feldes. Die Elektrophorese wird v. a. in der analytischen und präparativen Chemie zur Analyse von Stoffgemischen und zur Trennung geringer Substanzmengen verwendet. Eine besonders große Trennschärfe wird mit der Trägerelektrophorese erzielt, bei der man die zu trennenden Substanzen auf mit Lösungsmitteln getränkte Träger (Papierstreifen, Kieselgur u. a.) aufbringt. Eine besondere Form der Trägerelektrophorese ist die Gelelektrophorese, bei der z. B. Dextrangele...

  • Elektrostatik

    Die Elektrostatik (von lat. statum „gestanden“) ist die Lehre von den ruhenden elektrischen Ladungen und deren Wirkung auf die Umgebung. Elektrostatische Effekte waren bereits im Altertum bekannt. Da Magnetfelder von bewegten elektrischen Ladungen hervorgerufen werden, treten in der Elektrostatik keine magnetischen Effekte auf. Die Elektrostatik geht auf in der Maxwell’schen Theorie der Elektrodynamik.

  • Elektrotechnik

    Die Elektrotechnik ist die Lehre von der Bereitstellung und Nutzung von Elektrizität bzw. elektrischer Energie. Dazu zählen u. a. die Energieversorgung (Umwandlung von Energie aus erneuerbaren, fossilen oder nuklearen Energiequellen in Elektrizität), die Energieverteilung über Hoch- und Niederspannungsleitungen, die Nachrichtentechnik (der Übergang zur Mikroelektronik und Informationstechnik ist fließend), die elektrische Antriebstechnik für Maschinen und Fahrzeuge sowie die Steuerung und Automatisierung von Prozessen. Die Elektrotechnik ist ein eigener Ausbidlungs- bzw. Studiengang, jeder...

  • Element (Mengenlehre)

    In der Mengenlehre ist ein Element irgendetwas, das zu einer Menge gehört. Beispiele: 1; 13 und 152.936.749.370 sind Elemente der Menge \(\mathbb N\) der natürlichen Zahlen. 1 und \(-\dfrac 1 \pi\) sind Elemente der Menge \(\mathbb R\) der reellen Zahlen. Niedersachsen ist ein Element der Menge der deutschen Bundesländer. Die leere Menge ist die einzige Menge, die kein Element enthält. In einem Körper (z. B. der Menge \(\mathbb R\)) besitzen die Rechenoperationen Addition und Multiplikation je ein neutrales Element, nämlich die 0 bzw. die 1. Außerdem gibt es zu jeder reellen Zahl x ein genau...

  • Elementarladung

    Die Elementarladung \(e = 1,602 \cdot 10^{-19}\,\text C\) ist die kleinste bei einem freien Teilchen mögliche Menge an elektrischer Ladung. Existenz und Größe der Elementarladung ermittelte Robert A. Millikan 1910 in dem nach ihm benannten Öltröpfchen- oder Millikan-Versuch. Dabei werden kleine Öltröpfchen minimal ionisiert und dann in einem vertikalen Plattenkondensator zum Schweben gebracht, da sie sich im Gleichgewicht zwischen Coulomb- und Gewichtskraft befinden. Die Höhe hängt dabei nur von der Ladung der Tröpfchen ab und man beobachtet anstelle einer kontinuierlichen Verteilung einzelne...

  • Elementarladung

    Formelzeichen e: Kleinste bisher nachgewiesene und in freier Form auftretende negative oder positive elektrische Ladung: e = 1,602176 49 · 10–19 Coulomb. Träger der Elementarladung sind die Elementarteilchen. So trägt das Elektron eine negative, das Proton eine positive Elementarladung. Jede elektrische Ladung ist ein ganzzahliges Vielfaches der Elementarladung.

  • Elementarmagnete

    Elementarmagnete sind ein von Wilhelm Weber im 19. Jh. entwickeltes Gedankenmodell zur Erklärung der Magnetisierung von Stoffen wie z. B. Eisen. Demnach enthält ein Stück Eisen eine sehr große Zahl winzigster Stabmagnete (sozusagen Magnet-Atome), die im Normalfall alle zufällig angeordnet sind, wodurch sich ihre magnetische Wirkung in der Summe aufhebt. Nur wenn die Pole der Elementarmagnete alle oder mehrheitlich in eine bestimmte Richtung zeigen, besitzt das Eisenstück ein von außen messbares „makroskopisches“ Magnetfeld. Das Modell der Elementarmagnete war insofern seiner Zeit voraus, als...

  • Elementarteilchen

    Die kleinsten Bausteine der Materie. Außer den Protonen, Neutronen und Elektronen, den klassischen Elementarteilchen, aus denen die Atome aufgebaut sind, sowie den Photonen sind bis heute weit über 100 weitere Elementarteilchen bekannt. Diese können unter ganz bestimmten Bedingungen aus anderen Elementarteilchen entstehen. Zumeist sind diese Elementarteilchen instabil, d. h., sie zerfallen innerhalb kurzer Zeit spontan (ohne äußere Einwirkung) in andere Teilchen. So entstehen z. B. aus einem freien Neutron ein Proton, ein Elektron und ein Antineutrino. Bei einem Zerfall werden die...

  • Elementarteilchen

    Elementarteilchen (von lat. elementum „Urstoff, Buchstabe“) im engeren Sinn sind diejenigen Grundbausteine, aus denen sich die gesamte bekannte Materie zusammensetzt und die nicht in noch kleinene Partikel zerlegt werden können. Bis Ende des 19. Jh. dachte man, Atome seien solche elementaren Teilchen (Atom heißt wörtlich „Unteilbares“). Auch der Atomkern und seine Bestandteile, die Nukleonen Proton und Neutron sind in diesem Sinn nicht elementar. Nach heutigem Wissen sind die Quarks, aus welchen die Nukleonen aufgebaut sind, die sog. Leptonen (u. a. Elektron und Neutrinos) und die...

  • Elementarteilchenphysik

    Die Elementarteilchenphysik oder Hochenergiephysik untersucht Verhalten und Eigenschaften der kleinsten Partikel. Neben den eigentlichen Elementarteilchen (Quarks, Leptonen, Austauschteilchen) zählt man dazu auch weitere subatomare Partikel wie die Baryonen und Mesonen, manchmal auch schwere Atomkerne und Ionen (bei letzteren spricht man aber meist eher von Schwerionenphysik). Wichtigstes experimentelles Hilfsmittel der Elementarteilchenphysik sind die Teilchenbeschleuniger. Um die benötigten sehr hohen Teilchenenergien erzeugen zu können, müssen diese sehr groß angelegt werden und können in...

  • Elementsymbole

    (Indexzahlen bei Elementsymbolen): Ein Elementsymbol kann verschiedene Indexzahlen tragen. Die Ziffern der Indexzahlen haben jeweils einen für sie reservierten Platz. Bezeichnet man ein allgemeines Elementsymbol willkürlich mit »E« und die Orte, an denen die Indexzahlen stehen dürfen, mit »a« bis »d« \(^a_b E ^c_d\) Dort haben die angegebenen Indexzahlen die folgende Bedeutung: An der Stelle a wird die Zahl der Protonen eines Atoms des betreffenden Elements angegeben. Da die elektrisch einfach positiv geladenen Protonen die elektrische Ladung des Kerns bestimmen, wird die Protonenzahl auch...

  • Elfter September

    Elfter September, Datum der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und auf Teile des amerikanischen Verteidigungsministeriums (Pentagon) in Washington im Jahr 2001. Die Anschläge auf die USA Die Anschläge wurden von Selbstmordattentätern aus dem Kreis Terrororganisation al-Qaida unter Führung von Osama bin Laden (*1957/1958, †2011) mithilfe von entführten Passagiermaschinen (einschließlich ihrer Besatzung und Fluggäste) ausgeführt. Dabei wurden rund 3.000 Menschen getötet. Innerhalb der Forschung ist bisweilen umstritten, inwieweit die USA an diesem Terroranschlag selbst...

  • Eliot, T.S.

    T.S. Eliot, britischer (ursprünglich amerikanischer) Lyriker und Dramatiker, geb. am 26.09.1888 in St. Louis, Missouri, gest. am 04.01.1965 in London. 1914 zog er nach England. Werke (Auswahl) Eliots erstes bedeutendes Werk war das experimentelle Gedicht Love Song of J. Alfred Prufrock (1915). Mit The Waste Land (1922) erlangte er internationales Ansehen. Sein letztes großes Werk waren die Gedichte Four Quartets (1936-1942). Hoch gelobt wurde sein Versdrama (verse drama) Murder in the Cathedral (1935). Auf Eliots Old Possum's Book of Practical Cats (1939) basiert das Musical Cats (1981)...

  • Elision

    Über das Wort „Elision“ Genus, Betonung: die Elision Plural: die Elisionen Abkürzung: — Herkunft: von lat. ēlīsiō Ausstoßung (von ē-līdere herausstoßen) Definition „Elision“ ist der Ausfall des Auslautvokals eines Wortes. Hinweis: Das Gegenstück zur Elision ist die Aphärese. Vorkommen Im Lateinischen ist die Elision das gewöhnliche Mittel, um im Vers den Zusammenstoß (= „Hiat“) zweier Vokale zu vermeiden, wenn ein Wort auf Vokal auslautet und das nächste Wort mit Vokal beginnt. Die Auslautkombination Vokal + m gilt ebenfalls als vokalischer Auslaut, die Anlautkombination h + Vokal als...

  • Ellipse

    Die Ellipse ist eine rhetorische Figur. Hierbei ist ein Satz unvollständig und es werden ein oder mehrere Satzteile bzw. Wörter ausgelassen, die leicht zu ergänzen sind. Beispiel: Ende gut, alles gut statt Das Ende ist gut und alles ist gut.

  • Ellipse

    Über das Wort „Ellipse“ Genus, Betonung: die Ellipse Plural: die Ellipsen Abkürzung: — Herkunft: von griechisch élleipsis Auslassung, Mangel Definition Die „Ellipse“ ist ein Stilmittel. Unter „Ellipse“ versteht man die Auslassung eines oder mehrerer für die Satzkonstruktion notwendiger Wörter, ohne dass diese aus dem Zusammenhang ergänzt werden können. Häufige Fälle von Ellipse (1) esse Am häufigsten werden bestimmte Formen des Verbs esse sein weggelassen, und zwar esse, est, sunt. Z.B.: ÷ Summum iūs summa iniūria [est]. Das höchste (d.h. auf die Spitze getriebene) Recht ist das höchste...

  • Ellipse (Geometrie)

    Eine Ellipse ist eine geometrische Figur, die man als einen verallgemeinerten (einfacher gesagt: mehr oder weniger platt gedrückten) Kreis auffassen kann. Wie der Kreis ist die Ellipse ein Kegelschnitt, also eine mögliche Planeten- oder Kometenbahn (die Erdbahn ist beispielsweise eine Ellipse, deswegen ist der Erde der Sonne im Januar etwas näher als im Juli). Den längsten bzw. kürzesten Abstand zwischen Mittelpunkt und Umfang der Ellipse nennt man große und kleine Halbachse der Ellipse, a und b. Bei einem Kreis sind die beiden Halbachsen gleich lang und entsprechen dem Radius, also a = b = r...

  • Embryo

    Embryo: In der Botanik: bei höheren Pflanzen der nach der Befruchtung der Eizelle gebildete junge Organismus (Keimling). Der Embryo entsteht bei Moosen und Farnen innerhalb der weiblichen Geschlechtsorgane (Archegonium), bei Samenpflanzen im Samen, wo er sich nach der Keimung zur Keimpflanze weiterentwickelt. In der Zoologie: der aus der befruchteten Eizelle (bei Parthenogenese auch aus der unbefruchteten) hervorgehende Organismus, solange er noch von den Embryonalhüllen umgeben ist oder sich noch im mütterlichen Körper befindet. Beim Menschen spricht man nur während der ersten drei...

  • Emission

    Emission (von lat. emittere „aussenden“) ist allgemein die Abgabe von Photonen oder Teilchen aufgrund von chemischen oder Kernreaktionen. Radioaktive Strahlung lässt sich als Emission von Alpha- und Betateilchen sowie Gammaquanten auffassen. Angeregte Atome und Moleküle gehen durch Emission von Photonen im UV-, sichtbaren oder Infrarotbereich in energetisch niedrigere Zustände über; dies ist Grundlage der Spektroskopie. Die Emission von Wärmestrahlung wird durch die Strahlungsgesetze beschrieben. Auch die Abgabe von meist schädlichen Stoffen bei industriellen Prozessen oder technischen...

  • Empire, British Empire

    Empire, British Empire, Bezeichnung für das britische Weltreich des 19. Jahrhunderts, das auf der Wirtschaftsmacht Großbritanniens nach der industriellen Revolution sowie auf dem im Imperialismus und Kolonialismus entstandenen Kolonialreich und der Vorherrschaft Großbritanniens auf den Weltmeeren als Seemacht beruhte. Das Empire wurde mit der Entkolonialisierung im 20. Jahrhundert in die Form des Commonwealth übergeleitet.

  • Emulsion

    [zu lat. emulgere, emulsum »abmelken « (in Bezug auf Milch, die eine Emulsion ist)]: Ein disperses System, bei dem Flüssigkeitströpfchen in einer anderen, mit der ersten nur begrenzt mischbaren Flüssigkeit sehr fein verteilt (dispergiert) sind. Beispiele sind Milch, Mayonnaise, Latex oder Kosmetika. Flüssige grobdisperse Emulsion mit dispersen Tröpfchen größer als 100 nm entmischen sich mit der Zeit von selbst, und zwar umso schneller, je größer die dispergierten Tropfen sind. Die Stabilität (Beständigkeit) einer grobdispersen Emulsion kann durch den Zusatz kleiner Mengen sog. Emulgatoren oder...

  • Enallage

    Über das Wort „Enallage“ Genus, Betonung: Enallage Plural: — (hat keinen Plural) Abkürzung: — Herkunft: von griechisch enallagḗ Vertauschung, Verwechslung Definition Die „Enallage“ ist ein Stilmittel. Unter „Enallage“ versteht man den Sachverhalt, dass ein Attribut auf einen anderen Gegenstand bezogen ist als den, den es dem Sinn nach beschreiben müsste. In den meisten Fällen von Enallage ist ein Adjektiv statt auf seinen sinngemäßen Bezugsgegenstand auf ein Genitivattribut dieses Gegenstands bezogen. Beispiele ÷ hesternā fēlīcitāte pūgnae wörtlich: durch das gestrige Glück des Kampfes Sinn...

  • endemisch

    endemisch: Liegt der Lebensraum (Verbreitungsgebiet) von bestimmte Pflanzen oder Tieren in nur einem einzigen, meist kleinen und natürlich abgegrenzten Gebiet (z. B. auf einer Insel), bezeichnet man ihre Art oder Sippe als endemisch. Beuteltiere sind z. B. in Australien endemisch.

  • Endlager

    Unter einem Endlager versteht man in der Kerntechnik einen Ort, an dem radioaktive Abfälle sicher eingeschlossen werden und aus dem gerade langlebige Radionuklide auch über geologische Zeiträume von Zehntausenden bis viele Millionen Jahren nicht entweichen dürfen. Alternativ könnte man langlebige Isotope in solche mit kürzerer Halbwertszeit umwandeln (Transmutation), dies birgt allerdings technsiche Risiken und bedingt den Umgang mit noch intensiver strahlenden Abfallprodukten. Ein sicheres Endlager muss vollständig vom Grundwasserkreislauf abgekoppelt sein. Außerdem sind menschliche...

  • Endocytose

    Endocytose ist die Aufnahme von makromolekularen Stoffen in die Zelle. Dabei dienen bestimmte Bereiche des Plasmalemmas (z. B. Scheinfüßchen) zum Einschließen des aufzunehmenden Materials (Phagocytose). Anschließend werden diese Plasmalemmabereiche in Form von Bläschen (Vesikeln) ins Zellinnere abgeschnürt.

  • endoplasmatisches Reticulum

    endoplasmatisches Reticulum, (Abk. ER): ein stark gegliedertes Membransystem in allen tierischen und pflanzlichen Zellen. In elektronenmikroskopischen Aufnahmen erscheint es wie ein Röhrensystem, das von der äußeren Kernmembran ausgeht und sich in vielen Schleifen und Windungen bis hin zur Zellmembran erstreckt. Man unterscheidet ein raues (granuläres) und ein glattes (agranuläres) ER. Das raue ER hat an seiner Außenseite kleine Partikel angelagert, die Ribosomen, die als Orte der Proteinsynthese dienen. Sekretorische Proteine und Membranproteine, die an den Ribosomen des rauen ERs...

  • Endsieg

    Endsieg, bereits im Ersten Weltkrieg verwendetes Kurzwort für den endgültigen Sieg der eigenen Truppen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff eine Beschwörungsformel der Nationalsozialisten. Schon vor dem Wendepunkt des Krieges, der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad, und der Ausrufung des totalen Kriegs wurde in der Kriegspropaganda versucht, die besondere Opferbereitschaft der Soldaten wie der Zivilbevölkerung aufrechtzuerhalten. Volk und Armee sollten an den Sieg über die Alliierten glauben. Dies war unter anderem verbunden mit der Rassenideologie des Nationalsozialismus (Deutsche als...

  • Endstellenregeln

    Endstellenregeln nennt man die Teilbarkeitsregeln für die Zahlen 2, 4, 8 (und generell alle Zweierpotenzen), da die letzten n Ziffern einer Zahl bestimmen, ob sie durch 2n teilbar ist.

  • Endung

    Definition Die „Endung“ ist der veränderliche Teil am Ende eines Wortes, der die grammatische Funktion des Wortes im Satz anzeigt. Erläuterung: Der unveränderliche Teil des Wortes, der die (lexikalische) Wortbedeutung ausdrückt, heißt „Stamm“. Typen von Endungen Da Wörter je nach ihrer Wortart verschiedene Funktionen im Satz erfüllen können, benötigen sie auch verschiedene Endungen, um diese Funktionen auszudrücken. Es gibt zwei Haupttyen von Endungen: • Die Endungen der Nomen (Substantive, Adjektive, Pronomen) erklären wir unter Deklination. • Die Endungen der Verben erklären wir unter...

  • Energie

    Die Energie (griech. energos „wirksam“), Formelzeichen E (auch U oder W) ist die wohl wichtigste physikalische Grundgröße. Man kann sie als die Fähigkeit eines physikalischen Systems definieren, Arbeit zu verrichten. Beispielsweise hat ein gespanntes Gummiband die Fähigkeit, kinetische Energie auf eine Papierkugel zu übertragen, welche diese Energie ihrerseits in Formänderungsarbeit an einem hinreichend formbaren Objekt umsetzen kann. Die SI-Einheit der Energie ist das Joule (J), es ist \(1\ {\rm J} = 1\ \dfrac {{\rm kg} \cdot {\rm m}^2}{{\rm s}^2}= 1\ {\rm Nm} = 1 {\rm Ws}\). Die Zufuhr oder...

  • Energie

    [zu griech. energeia »wirkende Kraft«], Formelzeichen W oder E: Die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu leisten. Die Gesamtenergie eines Systems setzt sich aus den verschiedenen Energieformen zusammen, wie z. B. kinetischer Energie (Bewegungsenergie), thermischer Energie (Wärmeenergie), elektrischer Energie, potenzieller Energie (Lageenergie). Die Einheit der Energie ist das Joule (J). Gemäß des 1. Hauptsatzes der Thermodynamik bleibt die Summe aller Energiearten in einem abgeschlossenen System immer konstant (Energieerhaltungssatz), d. h., es kann keine Energie vernichtet oder neu geschaffen...

  • Energieinhalt

    Die gesamte in einem System enthaltene Energie; sie setzt sich aus potenzieller, kinetischer, elektrischer usw. Energie zusammen.

  • Energieniveau

    (Energiezustand, Energiestufe): in Bezug auf Elektronen die möglichen Energiegehalte in der Atomhülle (siehe Orbitalmodell).

  • Energiespeicher

    In der Energietechnik versteht man unter einem Energiespeicher ein Gerät oder eine Substanz, die Energie aufnehmen und über möglichst lange Zeit verlustfrei „einlagern“ und sie bei Bedarf möglichst einfach und verlustfrei wieder in nutzbare Energieformen umwandeln können. Es gibt unter anderem elektrochemische Energiespeicher: Batterien und Akkumulatoren chemische Energiespeicher: Brennstoffe wie Erdöl, Benzin, Wasserstoff oder Holzpellets mechanische Energiespeicher: Schwungräder, Pumpspeicherkraftwerke elektrische Energiespeicher: Kondensatoren

  • Energietechnik

    Die Gesamtheit aller Verfahren, Vorrichtungen und Anlagen, mit denen Energie in unmittelbar nutzbare Formen umgewandelt, transportiert oder für spätere Nutzungen gespeichert wird. Man unterscheidet dabei einerseits zwischen der von fossilen oder erneuerbaren Energiequellen gelieferten Primärenergie (Sonnenstrahlung, Wind, Erdwärme, Gezeiten, Steinkohle, Radionuklide) und der für Transport, Nutzung und/oder Speicherung „verarbeiteten“ Sekundärenergie (Strom, Benzin, Fermwärme). Eine andere wichtige Unterscheidung ist die zwischen dem nutzbaren Anteil einer vorliegenden Energiemenge (auch...

  • Energieumwandlung

    Ganz allgemein betrachtet bedeutet jeglicher physikalische Prozess eine Energieumwandlung, nämlich die Umwandlung von (chemischer, gravitativer, elektromagnetischer, nuklearer) potenzieller Energie in Bewegungsenergie und/oder Wärme und zurück. In der Energietechnik versteht man darunter die gezielte (groß)technische Umwandlung von natürlich vorhandenen Energieformen in nutzbare und/oder für Transport und Speicherung geeignete Energieformen. Typische Beispiele sind: chemisch \(\rightarrow\) kinetisch: Verbrennungsmotor elektromagnetisch \(\rightarrow\) kinetisch: Elektromotor kinetisch \(...

  • Englische Literatur

    Überblick: Epochen und Autoren Die folgende Einteilung ist nicht die einzig mögliche und nicht als verbindlich zu lesen. Einige Autoren können mehreren Epochen zugeordnet werden. Zeitverlauf (ca.) Literarische Epoche Autoren bzw. Texte (Auswahl) 449 bis 1066 Old English Bede, Beowulf, Exeter Book (Autoren unbekannt) 1066 bis 1485 Middle English Geoffrey Chaucer, John Gower, William Langland, Sir Thomas Malory 1485 bis 1660 Renaissance John Donne, Christopher Marlowe, Andrew Marvell, William Shakespeare 1660 bis 1798 Restoration John Bunyan, Daniel Defoe, Samuel Johnson, Alexander Pope...

  • Englische Revolutionen

    Englische Revolutionen, der Konflikt zwischen dem englischen König und Vertretern des Adels, der Grafschaften und der Städte, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zur ersten konstitutionellen Monarchie der Geschichte führte. Seit dem 13. Jahrhundert entwickelte sich in England ein Parlament. Diese Entwicklung des Parlamentarismus kann als Keimzelle des modernen demokratischen Verfassungsstaates betrachtet werden. Beginn des englischen Parlamentarismus In der Magna Charta von 1215 wurde den Baronen politische Mitbestimmung bei Entscheidungen zugesichert. Sie legte z. B. die Höhe der...

  • Entente

    Entente, das Einvernehmen zwischen England und Frankreich zunächst in der Kolonialpolitik. Nach der Faschodakrise zur Zeit des Imperialismus kam es im Sudanvertrag (1899) zwischen England und Frankreich zu einem Ausgleich ihrer Interessen in Afrika. Die weitere Verständigung zwischen beiden Mächten fand 1904 in der Entente cordiale („Herzliches Einvernehmen“) einen Höhepunkt. 1907 wurde das Bündnis durch die Verständigung Russlands mit England zur Triple Entente erweitert (Vertrag von St. Petersburg). Bereits 1894 gab es eine Allianz zwischen Frankreich und Russland. Im Ersten Weltkrieg stand...

  • Enthalpie

    [zu griech. enthalpein »darin erwärmen «], Formelzeichen H: Eine thermodynamische Zustandsgröße, die zur Beschreibung von Vorgängen herangezogen wird, die man bei konstantem Druck ablaufen lässt. Die Einheit der Enthalpie ist J ( Joule).

  • Entkolonialisierung

    Entkolonialisierung, die Auflösung der europäischen Kolonialreiche in Übersee seit 1945, nachdem sich die Position der Kolonalmächte durch den Zweiten Weltkrieg geschwächt hatte. Dadurch erhielten Unabhängigkeitsbewegungen in den Kolonien mit der Forderung nach eigenen Staaten auftrieb. Die Entkolonialisierung vollzog sich entweder im Einvernehmen mit der Kolonialmacht oder durch den bewaffneten Kampf der Unabhängigkeitsbewegungen gegen die Kolonialherrschaft. Der Prozess der Entkolonialisierung nach Jahrzehnten des Kolonialismus und Imperialismus dauerte nur etwa 30 Jahre und hatte eine...

  • Entnazifizierung

    Entnazifizierung, der Versuch, im Nachkriegsdeutschland das politische und gesellschaftliche Leben nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft und dem Ende des Dritten Reichs vom Gedankengut und den Einflüssen des Nationalsozialismus zu befreien. Ziele Im Mittelpunkt standen Maßnahmen der alliierten Siegermächte gegen politische und gesellschaftliche Organisationen des NS-Staats und der NSDAP Organisationen wie auch gegen Nationalsozialisten, die künftig von Schlüsselpositionen in Staat, Wirtschaft und Kultur ferngehalten werden sollten. Die Entnazifizierung oder...

  • Entoderm

    Das Entoderm ist das innere der drei Keimblätter. Daraus entsteht (unter anderem) das Verdauungssystem mit seinen Drüsen (Leber, Pankreas, Schilddrüse) und die Lunge

  • Entropie

    [zu griech. trope »Wendung«, »Umkehr«], Formelzeichen S: Thermodynamische Zustandsgröße, die als Maß für die »Unordnung« eines Systems bzw. (statistisch betrachtet) für die Wahrscheinlichkeit eines Zustandes angesehen werden kann: Die Moleküle eines Gases drängen sich in einem Gefäß aller Erfahrung nach nicht in einem kleinen Volumen zusammen, sondern füllen den ganzen ihnen zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig aus. Dieser Zustand ist der wahrscheinlichste Zustand bzw. der Gleichgewichtszustand. Gleichzeitig ist er der Zustand geringster »Ordnung« bzw. maximaler »Unordnung«.

  • Entscheidungsregel

    Bei einem Hypothesentest das Kriterium, anhand dessen man sich für die Nullhypothese H0 oder die Alternativhypothese H1 entscheidet. Meistens besteht der Test im Ziehen einer Stichprobe. Liegt dabei der Wert der Zufallsvariablen X im Annahmebereich (Akzeptanzbereich), wird H0 akzeptiert, liegt der Wert von X im Ablehnungsbereich, entscheidet man sich für H1. Die Wahl der Entscheidungsregel und damit die Größe von Annahme- und Ablehnungsbereich hängt davon ab, welches Signifikanzniveau, also welche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. bzw. 2. Art akzeptiert wird.

  • Entspannungspolitik

    Entspannungspolitik, allgemein eine Politik, die politische und besonders militärische Spannungen zwischen Staaten oder Machtblöcken abbauen will. In diesem weiten Sinn sind auch die Bemühungen um die Beilegung des Nord-Süd-Konflikts und die Bemühungen der Vereinten Nationen um weltweiten Frieden, Abrüstung und Schaffung menschenwürdiger Lebensbedingungen für alle Entspannungspolitik. Entspannungspolitik im engeren Sinn zielt seit den 1960er-Jahren insbesondere auf eine Verminderung der Spannungen zwischen Ost und West im Kalten Krieg und im Ost-West-Konflikt durch Vereinbarungen zur Sicherung...

  • Entwicklungsländer

    Entwicklungsländer, die der Zahl nach größte Gruppe von Staaten zum Großteil mit wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Problemen (z. B. unterentwickelte Infrastruktur, wenig Industrie, mangelhafte Ausbildung und medizinische Versorgung). Dazu zählten viele Staaten in Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika. Viele Entwicklungsländer sind nach der Entkolonialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Zur Zeit des Ost­-West-­Konflikts bezeichnete man die gut entwickelten Industrieländer Europas und Nordamerikas als Erste Welt, die sozialistischen Staaten des Ostblocks als Zweite...

  • Entzündungstemperatur

    (Zündtemperatur, Zündpunkt): Die Mindesttemperatur, die ein brennbarer Stoff in Kontakt mit Luft bzw. Sauerstoff erreicht haben muss, damit die Verbrennung einsetzen und weiter fortschreiten kann. Stoffe mit niedriger Entzündungstemperatur neigen zur Selbstentzündung. Bei brennbaren Flüssigkeiten wird nicht der Zündpunkt angegeben, sondern man unterscheidet zwischen dem Flammpunkt und dem Brennpunkt. Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der sich aus einer brennbaren Flüssigkeit eine genügend große Dampfmenge entwickelt hat, damit diese im Gemisch mit Luft durch eine Flamme entzündet werden...

  • Enzensberger, Hans Magnus

    Geboren in Kaufbeuren am 11.11.1929: Der Literaturwissenschaftler war unter Alfred Andersch Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk und Lektor beim Suhrkamp Verlag, danach freier Autor. Enzensbergers Werk prägte die deutsche Literatur seit den 1960er-Jahren entscheidend mit. Scharfe Zeit- und Gesellschaftskritik Enzensberger gehörte in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den jungen Sozial- und Gesellschaftskritikern in der deutschen Literatur: Seine frühen Gedichte gehen mit der satten Gesellschaft in der Nachkriegszeit ins Gericht und thematisieren die Bedrohung, die von der Verdrängung der...

  • Enzyklopädisten

    Enzyklopädisten, die Herausgeber eines großen Universallexikons zur Zeit der Aufklärung. 1751 erschien gegen den Widerstand der französischen Staatszensur der erste Band eines Lexikons, der Encyclopédie, das maßgebende Sammelwerk der europäischen Aufklärung. Ihm folgten weitere 16 Text- und elf Bildbände. Herausgeber waren der Schriftsteller, Philosoph, Literatur- und Kunsttheoretiker Denis Diderot (*1713, †1784) und der Mathematiker, Physiker und Philosoph Jean-Baptiste d’Alembert (*1717, †1783). Sie hatten fast 150 Autoren für die über 72.000 Artikel versammelt, darunter berühmte Philosophen...

  • Enzyme

    Enzyme (Fermente): die biologisch wichtigste Gruppe der Proteine. Sie sind Katalysatoren, die alle Stoffwechselprozesse der lebenden Zelle beschleunigen und auf ein Gleichgewicht einstellen. Man nennt sie deshalb auch Biokatalysatoren. Bisher sind rund 3 000 Enzyme bekannt.

  • Epidemie

    Epidemie: stark gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Auftreten einer Krankheit (v. a. Infektionskrankheiten). Sind nur kleinere örtliche Bezirke betroffen, spricht man von Endemie, bei Verbreitung über größere Gebiete (Länder, Erdteile) von Pandemie. Eine Epidemie entsteht infolge Massenansteckung mit Krankheitserregern durch verunreinigtes Wasser, Nahrungsmittel (z. B. Milch), auch durch Staub- oder Tröpfcheninfektion (beim Niesen, Husten, Sprechen) sowie durch Gebrauchsgegenstände oder Dauerausscheider. Zwischenträger von Krankheitserregern können Tiere sein, z. B. Rattenflöhe (Pest)...

  • Epidermis

    Epidermis: In der Botanik: das wichtigste primäre Abschlussgewebe der Pflanzen. Die Epidermis ist i. d. R. einschichtig und ihre Zellen sind zur Erhöhung der Reißfestigkeit ähnlich wie die Bausteine eines Puzzlespiels durch wellenförmige oder gezackte Zellwände miteinander verzahnt. Die Außenwände sind meist verdickt und mit einer Cuticula, manchmal zusätzlich noch mit einer Wachsschicht überzogen. Sie macht die Zellwände wasserabstoßend und undurchlässig für Wasser und Gase; über die Spaltöffnungen werden der Gasaustausch und die Transpiration geregelt. In der Zoologie: siehe Haut.

  • Epik

    Kennzeichen epischer Texte Die Epik gehört neben der Lyrik und der Dramatik zu den Hauptgattungen der Dichtung. Unter Epik versteht man alle fiktionalen erzählenden Texte, die sich in kleine Formen (Kurzepik) und große Formen (Großepik) einteilen lassen. Fiktion ist also das Grundelement der epischen Dichtung. Das bedeutet, dass erfundene Sachverhalte real dargestellt werden. Das erzeugt eine Wirklichkeitsillusion, d.h., das Geschehen wird so erzählt, wie es in Wirklichkeit sein könnte. Stoff als Basis der Handlung Wenn der Autor einen literarischen Text verfasst, gestaltet er darin einen...

  • Epipher

    Über das Wort „Epipher“ Genus, Betonung: die Epipher Plural: die Epiphern Abkürzung: — Herkunft: von lat. epiphora, dies von griechisch epiphorá Hinzufügung; das deutsche Wort „Epipher“ ist eine lautlich vereinfachte Form des lateinischen „epiphora“. Definition Die „Epipher“ ist ein Stilmittel. Eine „Epipher“ liegt vor, wenn der Textautor mehrere aufeinanderfolgende Sätze oder Satzteile mit dem gleichen Wort enden lässt, um die Intensität des Ausdrucks zu verstärken. Hinweis: Das Gegenstück zur „Epipher“ ist die „Anapher“. Beispiele ÷ De exsilio reducti multi a mortuo, civitas data provinciis...

  • Epische Figuren und Figurenrede

    Analysiert man eine Figur in einem erzählenden Text, wird man vor allem danach fragen müssen, welche Merkmale bzw. Eigenschaften sie aufweist (Charakterisierung) und in welcher Beziehung sie zu anderen Figuren steht (Konstellation). Zu überlegen ist auch, in welcher Weise der Autor die Figur entworfen hat (Konzeption). Figurencharakterisierung Man unterscheidet zwischen der direkten und der indirekten Charakterisierung einer Figur. Die direkte Charakterisierung einer Figur erfolgt durch den Erzähler, der sie vorstellt, bewertet usw., andere Figuren, die über sie sprechen, die Figur selbst, die...

  • Epischer Erzähler und Erzählverhalten

    Der Erzähler ist die vom Autor erfundene Figur oder Erzählinstanz, die zwischen den dargestellten Vorgängen und dem Leser vermittelt und unter Umständen ihre eigenen Ansichten dazu äußert. Erzählform Der Erzähler kann als Ich-Erzähler und als Er- oder Sie-Erzähler auftreten: Der Ich-Erzähler erzählt in der Ich-Form von dem Geschehen. Er ist eine handelnde Figur und als solche deutlich zu erkennen und zu beschreiben. Er verfügt über einen auf seine Erfahrungen beschränkten Blickwinkel und kann nur von seinen eigenen Gefühlen und Gedanken berichten. Andere Figuren werden aus der Außensicht...

  • Episches Theater

    Das Epische Theater ist eine moderne Theaterform, die in den 1920er-Jahren von Bertolt Brecht in bewusster Abkehr von den strengen Regeln des herkömmlichen klassischen Theaters begründet wurde. Kennzeichend für diese Dramenform ist die Aufhebung der Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Die Stücke bestehen aus locker aneinandergereihten Bildern und Szenen. Der offene Schluss soll den Zuschauer zum aktiven Nachdenken über das auf der Bühne Gezeigte anregen und somit zum politischen Handeln auffordern. Eine ähnliche Funktion erfüllen die Spruchbänder und eingeschobenen Lieder sowie Kommentare...

  • Er-/Sie-Erzähler

    Beim Er-/Sie-Erzähler sind die handelnde, erlebende Figur und die erzählende Figur nicht identisch. Der Er-/Sie-Erzähler kann ein allwissender Erzähler (auktorial) sein oder ein personaler Erzähler.

  • Erbkrankheiten

    Erbkrankheiten: Mutationen können die Erbanlagen so verändern, dass der genetische Defekt sich im Phänotyp als Erkrankung des Organismus auswirkt. Die mutierten Gene werden gewöhnlich nach den Mendel-Regeln an die Nachkommen vererbt. Rezessive, krank machende Anlagen bleiben oft lange unerkannt, weil sie erst im homozygoten Zustand die Krankheit hervorrufen, d. h. wenn sie von beiden Eltern weitervererbt wurden. Seltene dominante Allele führen bei den Betroffenen immer zur Erkrankung. In vielen Fällen wird nur eine vermehrte Bereitschaft für eine bestimmte Krankheit vererbt. Eindeutig als...

  • Erdalkalimetalle

    Die chemischen Elemente der II. Hauptgruppe im Periodensystem der Elemente: Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr), Barium (Ba) und Radium (Ra). Die Atome der Erdalkalimetalle besitzen nur zwei Außenelektronen. Diese Valenzelektronen bedingen, wie bei den Alkalimetallen, eine starke Reaktivität. In allen ihren Verbindungen haben die Erdalkalimetallatome die Oxidationsstufe +2. An der Luft werden die Erdalkalimetalle sehr schnell oxidiert; mit Wasser reagieren sie schon bei Raumtemperatur sehr heftig, wobei Wasserstoff und das entsprechende Erdalkalihydroxid entstehen...

  • Erdbeben und seismische Wellen

    Die Seismologie (von griech. seismos „(Erd-)Erschütterung“) ist das Teilgebiet der Geophysik, das sich mit der Registrierung und Interpretation von Bodenbewegungen befasst, die von Wellen im Erdkörper hervorgerufen werden. Erdbeben und von Explosionen (z. B. Kernwaffentests) hervorgerufene Erschütterungen pflanzen sich in der Erde als elastische Wellen fort. Seismische bzw. Erdbebenwellen sind also im Prinzip nichts anderes als sich durch den festen Erdkörper ausbreitende Schallwellen. Es gibt daher sowohl longitudinale (P-Wellen, Primärwellen, Dichtewellen) als auch transversale (S-Wellen...

  • Erde

    Die Erde ist der von der Sonne aus gesehen dritte Planet des Sonnensystems. Sie umläuft die Sonne gemäß den Kepler’schen Gesetzen auf einer fast kreisförmigen Ellipsenbahn. Der mittlere Sonnenabstand beträgt 149,6 Mio. Kilometer; diese Entfernung heißt astronomische Einheit (AE; engl. astronomical unit, AU). Die Erde dreht sich in etwa einem Tag (86 400 Sekunden) um sich selbst; kleinere Abweichungen gehen u. a. auf Gezeiteneffekte zurück. Der Erdkörper selbst hat keine exakte Kugelgestalt, sondern ist an den Polen abgeplattet; man nennt diese Form ein Geoid. Der mittlere Erdradius beträgt 6...

  • Erdgas

    Ein brennbares Gas(Gemisch), das – häufig zusammen mit Erdöl – in porösen Sanden der Erdkruste vorkommt und sich unter ähnlichen Bedingungen wie Erdöl bildet. Erdgas besteht vorwiegend aus Methan (80–95 %). Daneben enthält es Ethan, Propan, Butan, Pentan, Kohlenstoffdioxid, Stickstoff, Wasser, Schwefelwasserstoff und Helium. Während »trockenes Erdgas« fast ausschließlich aus Methan besteht, enthält »nasses Erdgas« größere Mengen höherer gesättigter Kohlenwasserstoffe, die leicht kondensieren. Aus angebohrten Lagerstätten strömt Erdgas durch Eigendruck aus. Verunreinigungen werden durch Kühlen...

  • Erdmagnetfeld

    Das Erdmagnetfeld ist das magnetische Feld der Erde. Das E. kann annähernd als Dipolfeld beschrieben werden; es ist aber zu beachten, dass der magnetische Nordpol sich in der Nähe des geografischen Südpols befindet (und umgekehrt). Die magnetischen Feldlinien stehen an den (magnetischen) Polen etwa senkrecht auf der Erdoberfläche, in Äquatornähe verlaufen sie dagegen etwa horizontal, in gemäßigten Breiten nehmen sie einen schrägen Winkel zum Erdboden ein, den man Inklination (lat. „Neigung“) nennt. Ursache des Magnetfelds sind Strömungen im elektrischen leitenden und flüssigen äußeren Erdkern...

  • Erdöl

    Ein in natürlichen Lagerstätten vorkommendes flüssiges Gemenge, das hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen besteht. Je nach Herkunft enthält es daneben noch unterschiedliche Mengen an Schwefel-, Stickstoff- und Sauerstoffverbindungen sowie Spuren von Metallverbindungen. Zu seiner Verarbeitung wird das Öl zunächst von Wasser, gelösten Salzen, Sand und Schlamm gereinigt. Die niedrigsiedenden Bestandteile werden als Erdölgas abgetrennt (ähnliche Zusammensetzung wie Erdgas, jedoch weniger Methan und mehr Ethan, Propan und Butan). In den Raffinerien wird es nach Entfernung von Schwefelverbindungen...

  • Erdölkrise, Erdölpreiskrise

    Erdölkrise, Erdölpreiskrise, die drastischen Erhöhungen der Erdölpreise durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) bzw. ihrer arabischen Mitglieder 1973/1974 und 1979/1980. Wegen der proisraelischen Haltung der meisten westlichen Industriestaaten im Nahostkonflikt erhöhten die arabischen OPEC-Länder die Rohölpreise. Dadurch wurde das Erdöl, das als „Schmierstoff der Weltwirtschaft“ bezeichnet wurde, sehr teuer. In der Folge kam es zu einer wirtschaftlichen Rezession in vielen Industriestaaten mit steigender Arbeitslosigkeit und Inflation. In Deutschland führte dies endgültig...

  • Erdung

    Bezeichnung für eine leitende Verbindung eines Gerätes oder Leiters mit dem Erdboden, der als ein unbegrenzt großes Reservoir für überschüssige Ladungen angesehen werden kann. Dadurch werden Nutzer (oder experimentierende Schüler) vor möglicherweise tödlichen Stromschlägen geschützt. Zum Erden werden vom Elektriker spezielle Schutzleiter eingesetzt. Auch über Heizrohre oder Wasserleitungen können geschulte Personen eine Erdung von Elektrogeräten einrichten.

  • Erdwärme (Geothermie)

    Die in der Erde gespeicherte Wärmenergie. Sie besteht zum einen aus einer aus der Zeit der Erdentstehung stammenden Komponente, als bei der Zusammenballung von Staub und Kleinkörpern Gravitationsenergie in Wärme umgewandelt wurde. Hierzu zählt auch die Kristallisationswärme des sich auch heute noch aus dem flüssigen äußeren auf dem festen inneren Erdkern abscheidenden Eisens. Zum anderen speist sie sich aus der Zerfallswärme langlebiger Radionuklide im Erdinneren. Die Erdwärme dringt nicht komplett gleichmäßig an die Erdoberfläche vor, sondern es gibt (abgesehen von Vulkanausbrüchen) Gegenden...

  • Ereignis

    Bei einem Zufallsexperiment ist ein Ereignis eine Teilmenge der Ergebnismenge \(\Omega\), also eine Zusammenfassung von einem oder mehreren Ergebnissen (Elementarereignissen) zu einem „kombinierten“ Ausfall des Experiments. Die Verknüpfung von Ereignissen lässt sich daher besonders gut mithilfe der Regeln der Mengenlehre beschreiben. Beispiel: Beim Roulette gibt es 37 verschiedene Ergebnisse, nämlich die natürlichen Zahlen von 0 bis 37, also ist die Ergebnismenge \(\Omega = (0, 1, 2, ... 35, 36)\). Man kann aber nicht auf eines dieser jeweils mit der Wahrscheinlichkeit \(\displaystyle \frac{1}...

  • Erfolgswahrscheinlichkeit

    Bei einem Bernoulli-Experiment die Wahrscheinlichkeit p für das „erwünschte“ (oder aus anderen Gründen interessante) Ergebnis. Die Gegenwahrscheinlichkeit (für das andere Ergebnis „kein Erfolg“ bzw. „Niete“) hat keinen besonderen Namen.

  • Ergebnis

    Bei einem Zufallsexperiment sozusagen der Grundbaustein aller möglichen Ausgänge des Experiments. Statt „Ergebnis“ sagt man auch „Elementarereignis“ oder „Ausfall“. Alle Ergebnisse bilden zusammen die Ergebnismenge \(\Omega\). Eine Teilmenge der Ergebnismenge heißt Ereignis. Es ist nicht ganz leicht, bei dieser Bezeichnungsweise den Überblick zu behalten, insbesondere, weil die Begriffe Ergebnis und Ereignis recht leicht verwechselt werden. Den Unterschied zwischen beiden macht das folgende Beispiel klar: Wurf mit einem fairen, sechseitigen Würfel Die Ergebnisse (Elementarereignisse, Ausfälle)...

  • Ergebnismenge

    Bei einem Zufallsexperiment ist die Ergebnismenge bzw. der Ergebnisraum die Menge aller denkbaren Ergebnisse (auch: Elementarereignisse oder Ausfälle) des Experiments. Das Symbol für diese Menge ist der griechische Buchstabe \(\Omega\) („Omega“). Jedes Ereignis ist eine Teilmenge von \(\Omega\). Es ist je nach Fragestellung möglich, unterschiedliche Ergebnismengen zu definieren. Wenn man z. B. beim Würfeln nur wissen möchte, ob eine 6 kommt oder nicht, kann man anstelle der Ergebnismenge \(\Omega = \{1; 2; 3; 4; 5; 6\}\) auch nur die zweielementige Ergebnismenge \(\Omega^\ast = \{6,\overline{6...

  • Erhaltungssätze und Erhaltungsgrößen

    Ein Erhaltungssatz ist ein grundlegendes physikalisches Gesetz, nach dem ein bestimmte physikalische Größe, die sog. Erhaltungsgröße, immer oder zumindest bei bestimmten Wechselwirkungen unverändert bleibt. Die wichtigsten Erhaltungsgrößen sind die Energie, der Impuls, der Drehimpuls und die elektrische Ladung. Oft sagt man statt „Erhaltungssatz der Energie“ oder „Energieerhaltungssatz" auch einfach nur „Energiesatz“ und entsprechend „Impulssatz“ und „Drehimpulssatz“. Mit Erhaltungssätzen kann man oft sehr elegante Formulierungen zur Beschreibung von physikalischen Systemen finden. Wenn etwa...

  • Erlebnislyrik

    Gedichte lassen sich nach ihrem thematischen Schwerpunkt unterscheiden. Die Erlebnislyrik verarbeitet persönliche, subjektive, reale, irreale oder traumhafte Erlebnisse. Das lyrische Ich im Gedicht bringt unmittelbar sein persönliches Erleben zum Ausdruck. Begriffe wie Herz, Schmerz, Natur, Abend, Nacht, Freundschaft, Liebe, Einsamkeit sind Schlüsselwörter, die die Unmittelbarkeit des Gefühls ausdrücken. Die unmittelbare Empfindung und das spontan gesprochene Wort stehen im Vordergrund, wofür Ausrufe und abgebrochene Sätze oft ein Beleg sind. Beispiel: Johann Wolfgang von Goethe „Willkommen...

  • Erlebte Rede

    In epischen Texten kann Gesagtes oder Gedachtes unterschiedlich wiedergegeben werden. Die erlebte Rede gibt den Gedankengang einer Person aus der Perspektive der Figur in der 3. Person im Indikativ (keine direkte oder indirekte Rede) wieder. Beispiel: Döblin Berlin Alexanderplatz

  • Erlenmeyerkolben

    [nach E. Erlenmeyer]: Feuerfester, im unteren Teil kegelförmiger Glaskolben, der im Labor zum Erhitzen von Flüssigkeiten dient.

  • Ermächtigungsgesetz

    Ermächtigungsgesetz, das Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 23.3.1933 zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur. Damit konnten Gesetze von der Regierung erlassen werden, ohne das von der Verfassung vorgesehene Gesetzgebungsverfahren zu berücksichtigen. Die Gesetze konnten auch von der Verfassung abweichen. Abstimmung im Reichstag Das Ermächtigungsgesetz wurde gegen die Stimmen der SPD mit der notwendigen verfassungsändernden Zweidrittelmehrheit angenommen. Um diese zu erreichen, wurde zuvor die Geschäftsordnung manipuliert. An der Abstimmung nahmen alle 81 KPD...

  • Erneuerbare Energiequellen

    Erneuerbare (regenerative, alternative) Energiequellen sind solche Energiequellen, die sich im Gegensatz zu den erschöflichen fossilen Energieträgern bei nachhaltigem Gebrauch im Prinzip unbegrenzt lange nutzen lassen. Fast alle technisch relevanten Nutzungen von erneuerbaren Quellen beruhen indirekt oder direkt auf der Sonnenenergie: Fotovoltaik (direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Strom mithilfe von Fotozellen) Sonnenkollektoren (Umwandlung von Sonnenlicht in Wärme) Windenergie (das atmosphärische Windsystem wird von der Sonneneinstrahlung angetrieben) Biomasseverbrennung (Pflanzen...

  • Erörterung

    Allgemein Eine Erörterung ist eine schriftliche Form der Argumentation. Mit ihr wird das Für (Pro) und Wider (Kontra) eines Sachverhalts, einer Fragestellung oder eines Problems abgewogen. Es geht also darum, sich schriftlich mit einem strittigen Thema oder einem Meinungstext auseinanderzusetzen. Der Schreiber muss das Problem erkennen, nach Lösungen suchen und seine eigene Meinung in einer schlüssigen Beurteilung vertreten. Dabei sind auch unterschiedliche Positionen zu dem Problem aufzuzeigen und Argumente abzuwägen. Eine Erörterung besteht immer aus einer Einleitung, einem Hauptteil...

  • Ersatzschaltbild

    Ein Ersatzschaltbild ist eine vereinfachte Darstellung eines Stromkreises, bei der die realen Bauteile durch Serien- und Parallelschaltungen von Grundelementen wie Widerstand, Kondensator, Spule und Spannungsquelle ersetzt werden. Das Ersatzschaltbild ist leichter zu berechnen, hat aber (annähernd) die gleichen physikalischen Parameter. Einfachstes Beispiel ist das Ersetzen einer Serienschaltung von Widerständen Ri durch einen einzelnen Ersatzwiderstand RReihe mit \(\displaystyle R_\text{Reihe}=\sum_i R_i\) bzw. einer Parallelschaltung von Widerständen Rj mit \(\displaystyle 1/R_\text{par}=...

  • Erster Weltkrieg

    Erster Weltkrieg, der erste Krieg, an dem sich viele Staaten der Erde zwischen 1914 und 1918 beteiligten. Neben europäischen Staaten traten auch Japan, China und die USA in den Krieg ein. Kriegsgründe Der Neue Kurs des deutschen Kaiser Wilhelm II. (*1859, †1941, deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) hatte das Deutsche Kaiserreich in die außenpolitische Isolation getrieben und mündete in den Weltkrieg. Dessen Verlauf und Auswirkungen legten einige der Grundlagen für den Zweiten Weltkrieg. In ganz Europa herrschte eine starke Anspannung und viele Menschen begrüßten den Krieg...

  • Erwartungswert

    Der Erwartungswert \(E(X) = \mu\) ist die wichtigste Größe, mit der sich eine Wahrscheinlichkeitsverteilung F(X) charakterisieren lässt. Wenn die Zufallsvariable X in einem Zufallsexperiment gemessen („realisiert“) wird, wird sich der arithmetische Mittelwert bei unendlich vielen Wiederholungen beliebig dicht an den Erwartungswert annähern. Anders gesagt: E(X) ist das Ergebnis, das man „auf die Dauer erwarten kann“. Bei nur einmaliger Ausführung des Zufallsexperiments hat E(X) die höchste Wahrscheinlichkeit, je nach Breite der Verteilung kann es aber auch gut möglich sein, etwas deutlich...

  • Erythropoetin

    Erythropoetin: in der Nierenrinde gebildetes Hormon, das bei einem verringerten Sauerstoffgehalt im Blut, z. B. aufgrund einer Erkrankung, die Bildung roter Blutkörperchen (Blutbildung) im roten Knochenmark fördert. Erythropoetin ist ein Glykoprotein, das die Zellteilung und den Stoffwechsel von Vorläuferzellen der Erythrocyten steigert. Es wird heute gentechnisch gewonnen und v. a. zur Behandlung von Patienten mit Blutarmut verwendet. Außerdem wird Erythropoetin bei Tumorpatienten eingesetzt. Mit einer Erythropoetin-Behandlung kann man die Zahl der roten Blutkörperchen und damit den...

  • Erzählformen

    Der Erzähler eines epischen Textes kann das Geschehen auf unterschiedliche Weise darstellen: Im Erzählbericht wird der Handlungsverlauf sachlich, präzise und in logisch folgerichtiger Darstellung präsentiert. Da der Erzählbericht auch nicht durch persönliche Stellungnahme durchbrochen wird, hat der Erzähler durch die Berichtform die Möglichkeit, zu straffen und so das Geschehen voranzutreiben. In der Beschreibung wird der Erzähler in die Lage gesetzt, Handlungsorte oder Charaktere zu beschreiben. Im Kommentar oder in der Reflexion äußert der Erzähler eigene Überlegungen und kann so in den...

  • Erzählhaltung

    Die Erzählhaltung bezeichnet die Art, wie der Erzähler die Geschehnisse und Gestalten sieht, wie er über ihr Äußeres (Außenansicht) und ihr Inneres (Innenansicht) Auskunft gibt und über sie urteilt. Beispiele: sympathische oder unsympathische Zeichnung einer Figur, ironische Darstellung einer Person Die Erzählhaltung bestimmt die Erzählperspektive. Beide zusammen legen die Erzählsituation fest.

  • Erzählperspektive

    Der Erzähler kann in unterschiedlicher Weise zum Erzählten stehen. Grundsätzlich wird zwischen der Ich-Form und der Er/Sie-Form unterschieden. Ich-Form Er/Sie-Form

  • Erzählsituation

    Die Erzählsituation bezeichnet den Blickwinkel und den Standpunkt, von dem aus ein Geschehen dargestellt wird. Hierbei wird zwischen den folgenden Erzählsituationen unterschieden: Auktoriale Erzählsituation Personale Erzählsituation Neutrale Erzählsituation

  • Erzählung

    Der Begriff bezeichnet narrative Texte von kürzerem bis mittlerem Umfang. Da der Begriff in seiner Bestimmung eher vage ist, kommt es häufig zu Überschneidungen mit den übrigen epischen Gattungen. In Abgrenzung zu den anderen epischen Gattungen weist die Erzählung folgende Merkmale auf: Vom Roman unterscheidet sie sich durch ihre Kürze und eine weniger komplexe Handlung. Im Unterschied zur Novelle ist sie weniger scharf pointiert und weniger streng auf ein Ereignis konzentriert. Von der Kurzgeschichte unterscheidet sich die Erzählung durch eine breitere Anlage. Im Gegensatz zu Märchen, Sage...

  • Erze

    Gesteine oder Minerale, aus denen Metalle gewonnen werden können. Neben den nutzbaren Metallverbindungen haben Erze auch nicht nutzbare Bestandteile (Gangart oder taubes Gestein), die vor der eigentlichen Metallgewinnung abgetrennt werden müssen.

  • Erzeugende Wirtschaft

    Erzeugende Wirtschaft, Bezeichnung für die Wirtschaftsform in der Jungsteinzeit. Es vollzog sich ein Wandel vom Sammeln und Ernten von Wildgetreide zum gezielten Anbau. Die Menschen wurden sesshaft. Anstelle von provisorischen Wohnstätten bauten sie feste Häuser. Die erzeugende Wirtschaft entwickelte sich in der Metallzeit weiter. Land- und Hauswirtschaft Bei der Aufbewahrung des Getreides in Erdlöchern wurde die Auskeimung beobachtet. Eine planmäßige Aussaat setzte jedoch Sesshaftigkeit voraus. Die Menschen gingen dazu über, Tiere nicht nur zu jagen, sondern auch zu züchten, und Wildtiere wie...

  • Erzwungene Schwingung

    Eine erzwungene Schwingung ist eine Schwingung, die von einer periodischen äußeren Kraft erregt wird. Dem schwingenden System wird (nach einer Einschwingzeit) die Erregerfrequenz aufgezwungen. Liegen Erreger- und Eigenfrequenz des schwingenden Systems nahe beieinander, treten Resonanz-Effekte auf.

  • Essay

    Allgemein Unter Essay versteht man eine besondere Form wissenschaftlicher Sachtexte (historical / scientific / technological account / report), deren Ziel nicht die wissenschaftliche Exaktheit, sondern die durch die persönliche Einstellung des Autors gefärbte Auseinandersetzung mit einem Thema ist. Merkmale Der Aufbau eines Essays gestaltet sich folgendermaßen: Überwiegen der expositorischen / argumentativen Struktur und klare gedankliche Gliederung (composition). Aufbau in Thesen, Argumente und Gegenargumente, verdeutlichende Beispiele und persönliche Erfahrungen. Signalisierung der...

  • Essay

    Der Essay gehört zu den journalistischen Textsorten und versteht sich als kurzer, kritischer Text zu unterschiedlichen Themen aus dem gesellschaftlichen oder kulturellen Bereich. Der Autor versucht in anspruchsvoller und sprachlich einwandfreier Form dem Leser Denkanstöße zu geben, indem er das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Dabei nimmt er einen subjektiven, kritischen Blickwinkel ein und nutzt oftmals Stilmittel der Ironie und Satire.

  • ēsse / edere „essen“ (Verben)

    Dieser Lexikonartikel behandelt die Verben ēsse essen und ĕdĕre essen: • ēsse essen darf nicht verwechselt werden mit dem viel häufigeren Verb ĕsse sein; die Präsensstämme beider Verben werden nach der nichtvokalischen Konjugation konjugiert. • ĕdĕre essen darf nicht verwechselt werden mit dem viel häufigeren Verb ē-dĕre hervorbringen (das von dăre geben abgeleitet ist); die Präsensstämme beider Verben werden nach der konsonantischen/ĕ-Konjugation konjugiert. Formen des Präsensstamms Der Präsensstamm des Verbs ēsse essen verbindet sich mit der nichtvokalischen Konjugation; der Präsensstamm des...

  • esse „sein“ (Verb)

    Formen des Präsensstamms Der Präsensstamm des Verbs esse sein verbindet sich mit der nichtvokalischen Konjugation (siehe auch Konjugationen des Präsensstamms). Abkürzungen in der Tabelle: Gen. = Genitiv Imp. = Imperativ Nom. = Nominativ Pl. = Plural (1.Pl. = 1.Person Plural, usw.) PPA = „Partizip Präsens Aktiv“ Sg. = Singular (1.Sg. = 1.Person Singular, usw.) Farben in der Tabelle:BRAUN = Verbalstamm: zeigt die Verbbedeutung an.LILA = Unterstamm-Kennzeichen: zeigt den vom Verbalstamm abgeleiteten Unterstamm (hier: den Präsensstamm) an. Beim Präsensstamm von esse ist kein Unterstamm-Kennzeichen...

  • Essigsäure

    (Ethansäure), CH3–COOH: Wichtige Monocarbonsäure; farblose, hygroskopische Flüssigkeit mit durchdringendem Geruch, die mit Wasser und den meisten organischen Lösungsmitteln mischbar ist. Die stark ätzend wirkende reine Essigsäure erstarrt bei 16,6 °C zu eisähnlichen Kristallen und wird daher auch Eisessig genannt. E. kommt in Form ihrer Salze und Ester, der Acetate, verbreitet in der Natur vor; in freier Form findet sie sich in manchen Pflanzensäften und tierischen Sekreten. Im menschlichen und tierischen Stoffwechsel spielt die aktivierte Essigsäure (Acetyl-Coenzym A) eine Rolle. Essigsäure...

  • Estrogene

    Estrogene (früher: Östrogene): unter den Geschlechtshormonen eine Gruppe von Steroidhormonen.Die wichtigsten Estrogene sind Estradiol (Östradiol), Estron (Östron) und Estriol (Östriol). Die Estrogene werden in den Follikeln und im Gelbkörper sowie in der Nebennierenrinde synthetisiert. Sie kommen bei beiden Geschlechtern vor. Vor der Geschlechtsreife bewirken sie die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane und der sekundären Geschlechtsmerkmale. Bei geschlechtsreifen Frauen bewirken sie die Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Menstruationszyklus) und die Aufrechterhaltung der...

  • Ethen

    (Ethylen), CH2=CH2: Schwach süßlich riechender, gasförmiger Kohlenwasserstoff; ein Alken. Ethen ist sehr reaktionsfähig; es geht Additions- und Polymerisationsreaktionen ein. Es ist das wichtigste Zwischenprodukt der Petrochemie und dient v. a. zur Herstellung von Kunststoffen (Polyethylen und Mischpolymerisate); es ist Ausgangsstoff für die Herstellung zahlreicher wichtiger organischer Verbindungen, z. B. Acetaldehyd, Ethanol, Ethenoxid, Styren und Chlorethen (Vinylchlorid). Ethen wird technisch durch thermische Spaltung von höheren Kohlenwasserstoffen (v. a. aus Flüssiggasen) bei etwa 850 °C...

  • Ethin

    (Acetylen), CH≡CH: Der wichtigste Kohlenwasserstoff aus der Reihe der Alkine. Ethin ist ein farbloses Gas, das mit rußender Flamme brennt. Reines Ethin ist fast geruchlos, aus Carbid entwickeltes Ethin hat durch Spuren von Phosphin, Schwefelwasserstoff und anderen Verbindungen einen unangenehmen, charakteristischen Geruch. Mit Luft bildet Ethin explosive Gemische. Aufgrund seiner hohen Bindungsenergie entstehen beim Verbrennen sehr hohe Temperaturen, beim Verbrennen mit reinem Sauerstoff bis 3000 °C, was beim autogenen Schweißen genutzt wird. Ethin kommt handhabungssicher in gelben...

  • être

    Allgemein Das Verb être (sein) kann sowohl als verbe principal (Vollverb) als auch als verbe auxiliaire (Hilfsverb) im Satz verwendet werden. Das Verb ist vollkommen unregelmäßig. Das gleiche gilt für das Verb avoir. Präsens von être (sein) Singular Plural je suis nous sommes tu es vous êtes il / elle / on est ils / elles sont être als Vollverb Als Vollverb ist être selbstständig, hat eine eigene Bedeutung und wird in verschiedenen Wendungen benutzt: mit Adjektiven: Maria est espagnole. Il est gros et très amusant. mit Substantiven: Nous sommes avocats. On est place d’Italie. mit...

  • Etymologie

    Andere Bezeichnungen: Sprachgeschichte, Sprachgeschichtslehre, Sprachgeschichtswissenschaft Über das Wort „Etymologie“ Genus, Betonung: die Etymologie Plural: die Etymologien Abkürzung: Et., Etym., Etymol. Herkunft: von griechisch etymología Lehre von der Grundbedeutung der Wörter (von étymon das Wahre + lógos Überlegung + Suffix -ía „Tätigkeit von jemandem“, also eigentlich: die Tätigkeit von jemandem, der über das Wahre nachdenkt, wobei hier mit das Wahre die wahre Bedeutung gemeint ist). • Beachte, dass die heutige Bedeutung des Wortes (siehe Definition) nicht mehr genau der ursprünglichen...

  • Eukaryot

    Eukaryoten (Eukaryonten) sind alle Lebewesen, deren Zellen einen typischen, d. h. von einer Kernmembran umgrenzten Zellkern besitzen. Die meisten Lebewesen sind Eukaryoten. – Gegensatz:Prokaryoten.

  • Euler’sche Zahl

    Die irrationale Euler’sche Zahl e = 2,718.281.284.590.45… ist die Basis des natürlichen Logarithmus ln x = logex bzw. der natürlichen Exponentialfunktion ex. Sie ist nach dem schweizerischen Mathematiker Leonhard Euler benannt. Sie ist auch der Grenzwert der Zahlenfolge \(\displaystyle \left( \left[1 + \frac{1}{n} \right]^n \right)\), also \(\displaystyle \text e = \lim\limits_{n \to \infty} \left( 1 + \frac{1}{n} \right)^n\), sowie der unendlichen Reihe der inversen Fakultäten: \(\displaystyle \text e = \sum_{n =0}^\infty \frac{1}{n!} \).

  • Euphemismus

    Über das Wort „Euphemismus“ Genus, Betonung: der Euphemismus Plural: die Euphemismen Abkürzung: Euph. Herkunft: von griechisch euphēmismós Gebrauch eines glückverheißenden Wortes (von eû gut + phḗmē Ausspruch, Prophezeiung). • Beachte, dass die heutige Bedeutung des Wortes (siehe Definition) nicht mehr genau der ursprünglichen griechischen Bedeutung entspricht! Definition Der „Euphemismus“ ist ein Stilmittel. Unter „Euphemismus“ versteht man die Verwendung eines beschönigenden Ausdrucks, d.h. eines Wortes mit angenehmer(er) oder anständiger(er) Bedeutung für einen unangenehmen oder...

  • Euro

    Euro, die seit 1.1.1999 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion (EWU) geltende alleinige Währung. Seit 1.1.2002 wurde auch Bargeld (Banknoten und Münzen) ausgegeben. Mitglieder der Eurozone Die Mitglieder der EWU bilden die Eurozone. Sie sind innerhalb der Europäischen Union diejenigen Staaten, in denen die europäische Integration am weitesten fortgeschritten ist. Der Euro wurde 1999 in zunächst elf EU-Staaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Spanien) eingeführt. Die ökonomischen Beitrittskriterien...

  • Europäische Integration

    Europäische Integration, alle Bemühungen, die nationalstaatliche Zersplitterung in Europa zu überwinden, die mit zum Ersten und Zweiten Weltkrieg geführt hatten, und eine Neuordnung in Frieden und Zusammenarbeit zu erreichen. Eine Zusammenarbeit europäischer Staaten sollte ein Gegengewicht zu den Weltmächten USA, Sowjetunion bzw. Russland und Großbritannien bzw. dem Britischen Empire bilden. Der Europagedanke und die ersten Umsetzung Beim Europagedanken ging es also einerseits um ein Gleichgewicht europäischer Mächte und andererseits um eine Rechts- und Friedensgemeinschaft. Beides wurde dem...

  • Europäische Kommission

    Europäische Kommission, eines der fünf Organe der Europäischen Union mit Sitz in Brüssel. Die EU-Kommission ist die Exekutive der EU und setzt sich aus 28 Kommissaren (einschließlich des Kommissionspräsidenten) zusammen. Jedes Mitgliedsland entsendet einen Kommissar für eine Amtszeit von fünf Jahren. An der Spitze steht der Präsident der EU-Kommission, ein Kommissar ist gleichzeitig Hoher Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik (eine Art EU-Außenminister). Die EU-Kommission legt europaweit geltende Gesetze vor, die vom Europäischen Rat, dem Europäischen Ministerrat und dem Europäischen...

  • Europäische Union

    Europäische Union, Abkürzung EU, durch den am 1.11.1993 in Kraft getretenen Maastricht-Vertrag geschaffener wirtschaftlicher und politischer Zusammenschluss der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Die Gründung der EU stellte einen wesentlichen Entwicklungsschritt der europäischen Integration dar. Mitglieder Kern der Mitgliedsstaaten bilden die sechs Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Staat (EGKS, Montanunion) von 1951 sowie der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG, Euratom) in den Römischen Verträgen von...

  • Europäischer Ministerrat

    Europäischer Ministerrat, eines der fünf Organe der Europäischen Union. Der Ministerrat oder Rat der Europäischen Union setzt sich zusammen aus je einem Vertreter jedes Mitgliedsstaats auf Ministerebene. Je nach Gegenstand der Beratungen setzt sich der Ministerrat auch verschiedenen Fachministern zusammen. Der Vorsitz im Ministerrat (Ratspräsidentschaft) wechselt halbjährlich von Mitgliedsland zu Mitgliedsland. Im Ministerrat wird die Arbeit der Regierungsvertreter der EU-Staaten koordiniert, es werden Beschlüsse gefasst und es wird eng mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet. Der...

  • Europäischer Rat

    Europäischer Rat, die Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Europäische Rat ist kein Organ der EU wie etwa der Europäische Ministerrat, aber oberste Instanz für Grundsatzfragen für die Weiterentwicklung der EU, für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik oder für die Beratung bei schwerwiegenden politischen Fragen (z. B. Finanzkrise, europäische Schuldenkrise, Asyl- und Flüchtlingspolitik). Die Treffen des Europäischen Rats („Europäische Gipfel“) werden seit 2009 von einem Präsidenten des Europäischen Rats vorbereitet. An den...

  • Europäisches Parlament

    Europäisches Parlament, Abkürzung EP, eines der fünf Organe der Europäischen Union. Bereits seit 1958 gibt es das Europäische Parlament, doch erst seit 1979 werden die Abgeordneten von den Bürgern der Mitgliedsstaaten alle fünf Jahre gewählt. Anfangs zur Zeiten der Europäischen Gemeinschaft hatte die Versammlung nur beratenden Charakter. Seit dem Maastrichter Vertrag sind die Mitsprache- und Kontrollrechte des Parlaments gewachsen. Der Präsident des Europäischen Parlaments und die Mitglieder der Europäischen Kommission müssen durch das Europäische Parlament gewählt werden. Bei der Mehrzahl der...

  • Europarat

    Europarat, am 5.5.1949 gegründete internationale Organisation europäischer Staaten mit Sitz in Straßburg. Die Gründung des Europarats 1949 war ein erster Versuch, die europäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg und trotz dem beginnenden Kalten Kriegs näher zusammenzubringen. Seine Mitglieder verpflichteten sich auf den Schutz und die Förderung gemeinsamer Ideale und Grundsätze. Hierzu gehörte vor allem die Achtung der Menschenrechte und der Grundfreiheiten. Zu diesem Zweck wurde der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit Sitz in Straßburg eingerichtet. Heute sind im Europarat 47...

  • Eustachi-Röhre

    Eustachi-Röhre (Ohrtrompete): ein das Mittelohr mit dem oberen Rachenraum verbindender Gang. Er kann sich beim Schlucken oder Gähnen öffnen und ermöglicht dadurch den Druckausgleich zwischen Außenluft und Mittelohr. Jeder Druckunterschied spannt das Trommelfell und erzeugt ein Druckgefühl im Ohr; Schlucken beseitigt es. Bei Erkältungen können Bakterien, seltener auch Viren, durch die Eustachi-Röhre ins Mittelohr gelangen und eine schmerzhafte Mittelohrentzündung hervorrufen.

  • Euthanasie

    Euthanasie, die systematische Ermordung von Menschen mit körperlichen und/oder geistigen bzw. psychischen Beeinträchtigungen in der Zeit des Nationalsozialismus. 1940 begannen die Nationalsozialisten geistig und körperlich Behinderte zu ermorden. Bis August 1941 wurden in speziellen Tötungsanstalten schätzungsweise 60.000 bis 80.000 Menschen umgebracht. Proteste, vor allem von kirchlicher Seite, führten zur Einstellung der Massenmorde, auch wenn heimlich weiter getötet wurde. Die „Euthanasieprogramme“ waren Teil der nationalsozialistischen Rassenpolitik.

  • eutroph

    eutroph bezeichnet in der Ökologie Bereiche (vor allem Gewässer), die nährstoffreich, v. a. reich an Stickstoff und Phosphor, sind. Typisch sind sehr geringe Sichttiefe und ein besonders in der Tiefe stark abnehmender Sauerstoffgehalt. Die Eutrophierung von Gewässern wird durch Einleiten von nährstoffreichen Abwässern oder Bodenauswaschungen und das damit verbundene starke Wachstum von Pflanzen (v. a. Algen) und tierischem Plankton sehr gefördert. Eutrophierte Gewässer werden von Saprobionten bewohnt.

  • Evangelische Kirchen

    Evangelische Kirchen, mit der Ausbreitung der Reformation unter Martin Luther im Deutschen Reich entstehende, von den jeweiligen Landesherrn geförderte Kirchen. Luthers Anhänger bezeichnete man als Evangelische, da sie nur dem Wort Christi in der Heiligen Schrift, dem Evangelium, verpflichtet waren, nicht dem Papst und den Konzilen. Das Wormser Edikt konnte die Reformation nicht aufhalten. Bücher, Flugblätter und Laienprediger verbreiteten Luthers Lehre in kurzer Zeit. In ganz Deutschland entstanden aus den evangelischen Gemeinden unter den jeweiligen Landesherren Landeskirchen, die z. B. für...

  • Evolution

    Evolution: die Entwicklung der Lebewesen von niederen, einfachen Formen zu höheren bis hin zum Menschen. Die Evolution erfolgt im Zusammenspiel verschiedener Evolutionsfaktoren, besonders Mutation, Rekombination, Selektion, Isolation und Zufall. Die von J. B. A. P. de Lamarck (1809) begründete und von C. Darwin (1859) vertiefte und verbreitete Abstammungslehre (Deszendenztheorie) hat bis heute Gültigkeit. Beweise für die Evolution liefern Funde ausgestorbener Lebewesen, die Entwicklungsgeschichte, Gemeinsamkeiten im Körperbau und die Tier- und Pflanzengeografie.

  • Exclamatio (Exklamation)

    Andere Bezeichnung: Exklamation Über das Wort „Exclamatio“ / „Exklamation“ Genus, Betonung: die Exclamatio / Exklamation Plural: die Exclamationes (mit langem ē in der letzten Silbe) / Exklamationen • Beachte: Wenn man im Singular die lateinische Originalform „Exclamatio“ mit c und ohne n verwendet, darf der Plural ebenfalls nur original-lateinisch „Exclamationes“ lauten. Abkürzung: — Herkunft: von lat. exclāmātiō Ausruf (von exclāmāre ausrufen) Definition Die „Exclamatio“ (= „Exklamation“) ist ein Stilmittel. Unter „Exclamatio“ versteht man einen gefühlsbetonten Ausruf, mit dem der Sprecher...

  • Exkretion

    Exkretion (Ausscheidung): In der Botanik: Pflanzen scheiden Stoffwechselendprodukte aus, jedoch in viel geringerem Maße als die Tiere, da die Pflanzen einen Teil dieser Stoffe entweder wieder verwenden (z. B. Kohlenstoffdioxid) oder auch innerhalb ihrer Organe ablagern können. Durch Guttation geben Pflanzen direkt Wasser ab. In der Zoologie: Tiere scheiden über Exkretionsorgane die Endprodukte ihres Stoffwechsels (Wasser, Salze und Gifte) aus. Hierzu gehört auch das Kohlenstoffdioxid, das von der Lunge ausgeatmet wird. Wichtigstes Organ der Exkretion ist bei höheren Tieren die Niere, die die...

  • Experiment

    Ein Experiment (lat.) ist ein planmäßig durchgeführter wissenschaftlicher Versuch, der unter übersichtlichen, wiederholbaren (reproduzierbaren) und vereinfachenden Bedingungen durchgeführt wird. Störende Einflüsse müssen vermieden werden oder wenigstens zu berechnen sein. Aus dem Experiment man muss unabhängig von der experimentierenden Person quantitative oder qualitative Aussagen über Naturvorgänge gewinnen können. Ein Experimentum crucis (lat. „Kreuzwegexperiment“) entscheidet zwischen konkurrierenden Theorien, so etwa der Michelson-Versuch zwischen der Vorstellung vom Äther und der...

  • Explosion

    [zu lat. explodere »unter Druck entweichen«]: Im engeren Sinne eine sich extrem schnell fortpflanzende chemische Reaktion, die mit starker Gas- und Hitzeentwicklung verbunden ist, wodurch es zu einem großen Druckanstieg kommt. Die entstehende Druckwelle kann unter lautem Knall in der Umgebung große Zerstörungen hervorrufen. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Reaktion beträgt z. B. bei Schwarzpulver 400 m/s, bei Knallgas 2820 m/s, bei Nitroglycerin 7450 m/s. Die damit verbundene Ausdehnung bzw. Verdichtung der entstehenden Gase kann eine Geschwindigkeit von bis zu 10000 m/s erreichen. Bei...

  • Exponentialfunktionen

    Eine Funktion, bei der die unabhängige Variable (das „x“) im Exponenten einer Potenz steht, heißt Exponentialfunktion. Die Basis ist dagegen eine Konstante bzw. ein Parameter, der nicht variiert wird. Formal definiert man eine Exponentialfunktion folgendermaßen: \(f\!: x \mapsto f(x) = a^x\) mit \(a \in \mathbb R^+ \setminus \{1\}\). Man schließt negative Basen aus, weil dies bei nicht ganzzahligem Exponent auf das Wurzelziehen aus einer negativen Zahl hinauslaufen würde, was verboten (genauer gesagt: mathematisch nicht definierbar) ist. Die Basen 0 und 1 würden zwar nicht zu undefinierten...

  • Exponentialgleichungen und Logarithmusgleichungen

    Unter einer Exponentialgleichung versteht man einer Gleichung, in der eine Variable im Exponenten einer Potenz, d. h. als Argument einer Exponentialfunktion auftaucht, eine Logarithmusgleichung ist dementsprechend eine Gleichung mit einer Variablen in einem Logarithmusterm bzw. als Argument einer Logarithmusfunktion. Anmerkung: Natürlich kann man beliebig komplizierte Gleichung mit Exponential-, Logarithmus- und anderen noch seltsameren Termen aufstellen, meistens hat man es in der Schule aber „nur“ mit einer Sorte komplizierte Funktion pro Gleichung zu tun, also sozusagen mit „reinen“...

  • Exponentielles Wachstum

    Bei einem exponentiellen Wachstum wird eine Größe X in gleichen Zeitabschnitten um den gleichen Faktor größer oder kleiner, also z. B. eine tägliche Verdopplung oder eine halbjährliche Drittelung. Nummeriert man die Zeitschritte mit 1, …, n, …, dann ist \(\displaystyle \frac{X_{n+1}}{X_n} = q = \text{konstant}\). Die Differenz zwischen aufeinanderfolgenden Werten ist \(\displaystyle \Delta X = X_{n+1} - X_n = (q-1)X_n \sim X_n\) Die absolute Zunahme ist also proportional zum aktuell vorhandenen „Bestand“. Vergleicht man Xn mit dem Ausgangswert X0, dann ist \(X_n = X_0 \cdot q^n\) und man sieht...

  • Exposition

    Allgemein Dem klassischen Drama liegt ein fünfstufiger Aufbau zugrunde, der als Fünf-Akt-Schema bezeichnet wird. Die Exposition ist der erste Akt eines Dramas. Sie legt die Verhältnisse und Zustände dar, aus denen der tragische Konflikt entspringt. Sie gibt Auskunft über Ort, Zeit, Handlungszusammenhang, Hintergründe und Vorgeschichte und stellt die Protagonisten vor. Einteilung in die fünf Akte Der pyramidale Bau des Dramas wurde 1861 von Gustav Freytag (*1816, †1895) grafisch dargestellt:

  • Expository texts / Erläuternde Sachtexte

    Allgemein Die Absicht eines erläuternden Sachtextes ist, einen Vorgang, ein Vorhaben (plan) oder eine Situation anhand von konkreten Fakten und Einzelheiten objektiv und wertfrei (impartially) darzustellen und zu erklären. Typische Beispiele sind: documentaries (Dokumentarberichte) technical and scientific texts (technische und naturwissenschaftliche Texte) feature articles (Zeitungsreportagen) Merkmale Der Text erklärt Sachverhalte und Vorgänge entweder synthetisch (zuordnend), also durch die Klassifizierung eines Sachverhalts unter einem Oberbegriff (definition, explanation, dictionary entry...

  • Expressionismus (um 1910-1920)

    Historische Zusammenhänge Der Expressionismus ist als eine gesamteuropäische Kunstbewegung zu verstehen, die von der Malerei ausging. Als literarische Epoche umfasst sie eine thematisch, sprachlich und stilistisch vielgestaltige Dichtung, die die allgemeine Aufbruchstimmung zu Beginn des neuen Jahrhunderts, aber auch die Fragen, Bewusstseinskrisen und Probleme der entfremdeten Verhältnisse sowie das politische Chaos der Zeit widerspiegelt. Der Erste Weltkrieg markierte einen bedeutsamen Einschnitt; durch diesen und die Zeit danach änderte sich die Welt entscheidend. Kennzeichen der Epoche In...

  • Exsikkator

    [zu lat. exsiccare »austrocknen«]: Gefäß zum Trocknen oder Auf bewahren feuchtigkeitsempfindlicher Stoffe. Im Labor wird meist ein Exsikkator in Form eines gläsernen Topfes verwendet. Im unteren Teil befindet sich ein Trockenmittel; es werden (nach zunehmender Wirksamkeit geordnet) Calciumchlorid, CaCl2, Silicagel, konzentrierte Schwefelsäure, H2SO4, oder Phosphorpentoxid, P2O5, verwendet. Darüber liegt der durchlöcherte Exsikkatoreinsatz, auf dem sich in Tiegeln oder Schalen die zu trocknenden Substanzen befinden. Durch Evakuieren des Exsikkators kann die trocknende Wirkung noch gesteigert...

  • Extraktion

    [zu lat. extractum »herausgezogen «]: Herauslösen einzelner Stoffe aus einem flüssigen oder festen Gemenge, dem Extraktionsgut, mithilfe geeigneter Lösungsmittel (Extraktionsmittel). Der herausgelöste (extrahierte) Stoff heißt Extrakt oder Auszug. Die Diffusion des Stoffes vom Extraktionsgut in das Lösungsmittel erfolgt umso schneller, je größer der Konzentrationsunterschied zwischen beiden ist. Das einfachste Extraktionsverfahren besteht darin, Extraktionsmittel und Extraktionsgut in einem dicht verschlossenen Gefäß wiederholt auszuschütteln. Dabei geht jedes Mal ein Teil des zu...

  • Extremstellen und Extrempunkte

    An einer Extremstelle nimmt eine Funktion den größten bzw. kleinsten Wert in einer Umgebung U(x0) oder einem Intervall (lokales oder relatives Extremum) oder aber sogar auf dem gesamten Definitionsbereich Df (globales oder absolutes Extremum) an. (Statt Extremum kann man auch Extremwert sagen.) Im Einzeln gilt: Wenn für alle \(x \in U(x_0)\) gilt, dass \(f(x) \ge f(x_0)\), dann liegt an der Stelle x = x0 ein lokales (relatives) Minimum vor und der Punkt T(x0|f(x0)) ist ein lokaler (relativer) Tiefpunkt. Wenn für alle \(x \in U(x_0)\) gilt, dass \(f(x) \le f(x_0)\), dann liegt an der Stelle x =...

  • Extremwertaufgaben

    Bei Extremwertaufgaben sucht man mithilfe der Differenzialrechnung möglichst große oder kleine Werte von interessierenden Größen, z. B. das kleinstmögliche Volumen eines Paketstapels, die größte Weite eines Ballwurfs oder der schnellste Weg zu einem Nichtschwimmer, der in den Badesee gefallen ist. Man nennt so etwas auch ein Optimierungsproblem. ▶ Allgemeines Vorgehen „Mathematische“ Formulierung der Aufgabe: Alltagssprachliche Begriffe in mathematische übersetzen, beschriftete Skizze, gegebene Größen und Nebenbedingungen auflisten Funktionsgleichung für die optimierende Größe in Abhängigkeit...

  • Extremwertsatz

    Der Extremwertsatz ist ein Satz über stetige Funktionen. Er besagt: Wenn eine Funktion f in einem abgeschlossenen Intervall [a; b] stetig ist, dann hat sie dort auch ein Maximum und ein Minimum. Wenn f dazu auch noch differenzierbar ist, gilt: Diese beiden Extrema liegen entweder an den Grenzen des Intervalls, also bei a oder b, oder sie sind Nullstellen der ersten Ableitung. Anmerkung: In den beiden Sätzen ist die Abgeschlossenheit des Intervalls [a; b] unverzichtbar. Beispiel: Die im offenen Intervall ]0; 3[ stetige Funktion \(f\! : x \mapsto \dfrac{1}{x}\) wächst für \(x \rightarrow 0\)...

  • Extrinsic Factor

    Extrinsic Factor: das auch als äußerer Faktor bezeichnete Vitamin B12, das mit der Nahrung zugeführt werden muss. Vitamin B12 ist für die normale Entwicklung der roten Blutkörperchen notwendig. Dabei ist die Wechselbeziehung zwischen dem Vitamin und einem körpereigenen lntrinsic Factor von Bedeutung. Er wurde im Magensekret gefunden und verbindet sich mit dem Extrinsic Factor zu einem Vitamin-Protein-Komplex, wodurch Letzterer resorbiert werden kann. Fehlt einer der Faktoren, so kommt es zur perniziösen Anämie. Diese tritt auch dann auf, wenn Vitamin B12 in verschiedenem Maße in der Nahrung...

  • E_Fictional texts / Literarische Texte

    Definition Fictional texts (literarische Texte) stellen einen Ausschnitt aus einer in sich abgeschlossenen, erdachten Wirklichkeit dar. Die Informationen über Personen, Situationen und Ereignisse sind nur anhand des Textes überprüfbar. Die Texte der Literatur bezeichnet man als fiktional. Im Gegensatz dazu werden non-ficitional texts (Sachtexte) zu verschiedenen Mitteilungszwecken hergestellt. Fictional texts im Überblick Fiktionale oder literarische Texte lassen sich abhängig von ihrer Darstellungsform einer literarischen Gattung zuordnen. Epische Texte (Epik) Lyrische Texte (Lyrik)...