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  • ī-Deklination

    Andere Bezeichnung: i-Stämme der 3. Deklination Regelmäßige Deklination Wenn der Nom. Sg. die Endung -_ (= leere Endung) hat, wird wegen der Vokalkürzungsregeln der Vokal der letzten Stammsilbe kurz, z.B.: ÷ *animāl > animăl, *exemplār > exemplăr. Wortbestand und Genus (1) Feminina und Maskulina (Nom.Sg.-Endung -is): Ihre Anzahl ist sehr gering. Maskulin sind nur die Flussnamen. • gewöhnliche Substantive, vollständige Aufzählung: ÷ häufige: turris f. Turm, febris f. Fieber, puppis Heck, secūris f. Beil, sitis f. Durst, sowie das unregelmäßige vīs f. Kraft (siehe unten); ÷ seltene: ībis f. Ibis...

  • ī-Konjugation (mit langem i)

    Andere Bezeichnung: 4. Konjugation Definition Die ī-Konjugation ist eine der Konjugationen des Präsensstamms. Unter „ī-Konjugation“ versteht man den Konjugationstyp, der sich mit den auf ĭ auslautenden Präsensstämmen verbindet. Formen Abkürzungen in der Tabelle: Gen. = Genitiv Imp. = Imperativ Kjv. = Konjunktiv Nom. = Nominativ Pl. = Plural (1.Pl. = 1.Person Plural, usw.) PPA = „Partizip Präsens Aktiv“ Präs. = Präsens Sg. = Singular (1.Sg. = 1.Person Singular, usw.) Farben in der Tabelle:BRAUN = Verbalstamm: zeigt die Verbbedeutung an.LILA = Unterstamm-Kennzeichen: zeigt den vom Verbalstamm...

  • Ich-Erzähler

    Der Ich-Erzähler ist Teil der Handlung. Er scheint das Erzählte selbst erlebt oder aus erster Hand erfahren zu haben. Bei der Ich-Form wird nochmals unterschieden zwischen auktorialem und personalem Ich-Erzähler. Der auktoriale Ich-Erzähler organisiert als erinnerndes Ich im Rückblick das Geschehen. Der personale Ich-Erzähler vermittelt unmittelbar das Geschehen. Erzählendes und erlebendes Ich sind eins.

  • ideales Gas

    Eine für viele Untersuchungen verwendete Modellvorstellung eines Gases. Abweichend von den realen Gasen betrachtet man beim idealen Gas die Gasmoleküle als Massepunkte ohne Ausdehnung, d. h., sie haben kein Eigenvolumen; außerdem sollen keine anziehenden oder abstoßenden Kräfte zwischen den Gasteilchen wirken. Die Vorstellung des idealen Gases liegt der allgemeinen Zustandsgleichung der Gase und damit auch dem Boyle-Mariotteschen Gesetz, dem Gay-Lussacschen Gesetz und dem Amontonsschen Gesetz zugrunde. Deshalb gelten diese Gesetze exakt nur für das ideale Gas. Die Eigenschaften realer Gase...

  • īdem (Pronomen)

    Das Pronomen īdem gehört zur Unterwortart „Demonstrativpronomen“. Deklination Das Pronomen īdem besteht aus dem Pronomen is mit angehängtem -dem. Wo durch diese Zusammensetzung zwei Konsonanten zusammenstoßen, kommt es zu Vereinfachungen: • Im Nom.Sg. des Maskulins und Neutrums erwartet man eigentlich die Formen *is-dem und *id-dem. Stattdessen scheint der Auslautkonsonant des ersten Bestandteils ausgefallen zu sein: *is-dem > ī_-dem (mit Vokaldehnung ĭ > ī!, siehe Assimilation), *id-dem > i_-dem. Beachte also, dass das Maskulin langes ī (īdem), das Neutrum aber kurzes ĭ (ĭdem) hat! — Beim...

  • Ikosaeder

    Ein Ikosaeder (griech., wörtlich „Zwanzigflächner“) ist ein regelmäßiges Polyeder und ein platonischer Körper mit zwölf Ecken und zwanzig Seitenflächen. Die Seitenflächen sind kongruente gleichseitige Dreiecke. Das Volumen eines Ikosaeders mit der Seitenlänge a beträgt \(\displaystyle V = \frac{5(3+\sqrt 5)}{12}a^3\), der Oberflächeninhalt \(\displaystyle A = 5 \sqrt 3 \cdot a^2\). Wenn man die Seitenmitten eines Ikosaeders verbindet, erhält man ein Dodekaeder (und umgekehrt). Das Ikosaeder hat zahlreiche Dreh- und Spiegelsymmetrien und ist punktsymmetrisch bezüglich seines Mittelpunkts...

  • ille (Pronomen)

    Das Pronomen ille gehört zur Unterwortart „Demonstrativpronomen“. Deklination Der Stamm des Pronomens ille ist ill-. Seine Deklination gleicht in allen Formen dem Pronomen iste und in den meisten Formen den Adjektiven der ō/ā-Deklination. Folgende Formen weichen vom Adjektiv ab: • Der Nom.Sg. des Maskulins und Neutrums enden auf -e bzw. -ud. Dabei gehört -ud zu den typischen Pronominalendungen des Nom./Akk.Sg.n. mit Auslaut d (vergleiche ist-ud, qu-od, qu-id). Beim Neutrum muss der Akk.Sg. gleich dem Nom.Sg. sein, also ebenfalls illud. • Der Gen.Sg. und Dat.Sg. aller drei Genera haben die...

  • Imagery / Sprachliche Bilder

    Definition Imagery (sprachliche Bilder) ist ein Bestandteil der stylistic devices (Stilmittel). Die Bilder dienen dazu, Aussagen zu veranschaulichen, und bringen etwas anderes zum Ausdruck als das, was sie normalerweise bezeichnen. Imagery im Überblick Bild Beschreibung Beispiel euphemism (Euphemismus) Beschönigende Umschreibung mit dem Zweck, einen unangenehmen Sachverhalt oder eine Tatsache bzw. deren Folgen abzumildern “to pass away” is used for “to die” "joycamp" is used for "forced labour camp" (in G. Orwell,1984) metaphor (Metapher) Indirekter bzw. bildhafter Vergleich, der oft anstelle...

  • Immunglobuline

    Immunglobuline (Abk. Ig) sind von Plasmazellen synthetisierte Proteine, die meist Antikörperaktivität haben und deren Bildung durch Antigene ausgelöst wird; sie werden auch als Gammaglobuline im weiteren Sinne bezeichnet. Immunglobuline werden von B-Lymphocyten gebildet. Sie sind für die humorale Abwehr verantwortlich und für die Infektabwehr von großer Bedeutung. Alle Immunglobuline besitzen gemeinsame Strukturmerkmale. Sie bestehen aus zwei »schweren« Polypeptidketten, den H-Ketten (H=heavy; mit relativen Molekülmassen von rd. 50 000), und zwei »leichten« Polypeptidketten (L=light; mit...

  • Immunisierung

    Immunisierung: das künstliche Herbeiführen einer Immunität des Körpers zum Schutz vor Krankheiten oder Vergiftungen, auch zu deren Behandlung (siehe: Impfung).

  • Immunsystem

    Das Immunsystem ist die Gesamtheit der spezifischen Abwehrreaktionen, die dem Organismus gegen Krankheitserreger, deren Toxine oder fremde Gewebe zur Verfügung stehen, wobei das Immunsystem gegen jeden dieser als Antigen bezeichneten auslösenden Faktoren eine spezifische Reaktion entwickelt. Hierbei gibt es zwei Untersysteme, die unterschiedlich auf die Antigene reagieren; man spricht von humoraler Immunität und zellvermittelter Immunität. Die humorale Immunität besteht im Wesentlichen darin, dass von bestimmten Lymphocyten, den B-Lymphocyten, als Antikörper bezeichnete Immunglobuline...

  • Imparfait / Imperfekt

    Allgemein Das Imparfait ist eine Zeitform der Vergangenheit und lässt sich im Gebrauch nicht mit dem deutschen Imperfekt vergleichen. Bildung Das Imparfait wird aus dem Stamm der 1. Person Plural Präsens (nous) gebildet. Präsens: nous pren-ons → Imparfait: je pren-ais. An diesen Stamm werden die Imparfait-Endungen angehängt. Singular Plural je portais nous portions tu portais vous portiez il / elle / on portait ils / elles portaient Dies gilt für fast alle Verben. Ausnahmen sind être und falloir. nous sommes → j’étais il faut → il fallait Zum Erhalt der Aussprache wird in den Imparfait-Formen...

  • Imperativ

    Andere Bezeichnung: Befehlsform Über das Wort „Imperativ“ Genus, Betonung: der Imperativ Plural: die Imperative Abkürzung: Imp. Herkunft: von lat. modus imperātīvus Befehlsmodus (von imperāre befehlen) Definition Der „Imperativ“ ist ein Modus. Unter „Imperativ“ versteht man eine Kategorie der Konjugation, die den Inhalt des Satzes als Befehl oder Aufforderung kennzeichnet. Formen Im Unterschied zum Deutschen verfügt die lateinische Konjugation über zwei verschiedene Typen von Imperativen: • spezieller Imperativ (auch „Imperativ I“ oder „Imperativ Präsens“ genannt). Seine Funktion entspricht...

  • Imperativ

    Der Imperativ kann eine Bitte, eine Aufforderung oder einen Befehl ausdrücken und ist eine Aussageweise des Verbs (Modus). Er wendet sich direkt an eine oder mehrere Personen und wird im Singular mit dem Präsensstamm des Verbs und der Endung -e und im Plural mit der Endung -t gebildet. Aber: Das Endungs-e der 2. Person Singular entfällt meistens. Bespiele: Geh!, Lauf!, Beeilt euch!

  • Imperative / Imperativ

    Definition Eine Aufforderung, also die Befehlsform (imperative) wird im Englischen durch das Verb im Imperativ ausgedrückt. Der Imperativ hat die Form des Infinitivs (infinitive). Der Imperativ kann auch für eine Einladung, einen Befehl oder eine Bitte verwendet werden. Ein Ausrufezeichen ist nicht immer nötig. Verneint wird er durch den Zusatz don’t. Ein Verbot kann auch mit never eingeleitet werden. Beispiele Wait! Be quiet, please! Don't go! Never do that again! Drive carefully. The roads are wet. Sit down, please. Do not forget to bring your books tomorrow. Don’t be angry, Tom. I know. Let...

  • Imperfekt

    Über das Wort „Imperfekt“ Genus, Betonung: das Imperfekt Plural: die Imperfekte Abkürzung: Impf., Imperf. Herkunft: von lat. tempus imperfectum die unvollendete Zeit (aus im- = in- nicht, + perfectum vollendet, vorzeitiges Passivpartizip (= PPP) von perficere vollenden) Definition Das „Imperfekt“ ist ein Tempus. Unter „Imperfekt“ versteht man diejenigen Verbformen, die ausdrücken, dass der beschriebene Sachverhalt • in der Vergangenheit liegt, d.h. vor der Zeit, wo der Satz gesprochen oder geschrieben wurde, und • im Textzusammenhang als noch nicht abgeschlossen (= unvollendet) angesehen wird...

  • Imperialismus

    Imperialismus, der Zeitraum zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg, als die europäischen Großmächte Großbritannien, Frankreich, Russland und das Deutsche Kaiserreich sowie Japan und die USA in Konkurrenz zueinander in Afrika und Asien neue Kolonialreiche gründeten und eine neue Form des Kolonialismus und der Kolonialpolitik schufen. Ziele und Merkmale Die eigene Stellung als Großmacht und Kolonialmacht sollte gefestigt und ausgebaut, neue Rohstoffquellen und Absatzmärkte erschlossen werden. Diese Politik ging mit dem Bewusstsein der kulturellen Überlegenheit gegenüber den kolonialisierten...

  • Imperium Romanum

    Imperium Romanum, ursprünglich die Berechtigung römischer Magistrate, Vorschriften zu erlassen. Mit der römischen Expansion wurde der Ausdruck auf das Gebiet übertragen, in dem diese Berechtigung galt, auf das Römische Reich (Imperium). Nach der Römerzeit bedeutete das Wort „Kaiserreich“ oder „Weltreich“. Für den Kolonialismus des 19. Jahrhunderts wurde der Begriff „Imperialismus“ geprägt. Großbritannien verstand sich noch im 20. Jahrhundert als British Empire.

  • Impfung

    Impfung: (Immunologie) Grundlage aller Schutzimpfungen ist die Antigen-Antikörper-Reaktion. Bei der aktiven Impfung führt man dem Körper bestimmte Antigene zu, um so die Bildung körpereigener Antikörper anzuregen. Man imitiert also den Vorgang der Infektion. Lebendimpfstoffe enthalten lebende, für den Menschen jedoch unschädliche Erreger. Beim Pockenimpfstoff z. B. sind es Kuhpockenerreger, zur Tuberkuloseschutzimpfung werden lebende Rindertuberkelbakterien verwendet. Zu den Totimpfstoffen, die abgetötete Erreger enthalten, gehören die Impfstoffe gegen Grippe, Tollwut, Keuchhusten, Typhus...

  • Implizit gegebene Funktionen

    Bei einer implizit gegeben Funktion ist der Funktionsterm nicht nach y aufgelöst, sondern auf mehr oder weniger komplizierte Weise mit x verknüpft. Um die üblichen Verfahren der Kurvendiskussion anzuwenden, muss man also erst einmal nach y auflösen. Möglicherweise werden dabei Fallunterscheidungen nötig, z. B. wenn man quadrieren muss oder durch eine Variable teilt, die 0 werden kann. Beispiel: Eine Gleichung der Form \(ax + by + c = 0\) mit \(a, b, c \in \mathbb{R}\) ist eine implizite Funktionsgleichung einer linearen Funktion, die Form \(y = mx + t\) heißt dementsprechend explizite Form der...

  • Impuls

    Ein Impuls (von lat. impulsus „Stoß“) ist allgemein ein Vorgang, bei dem eine Messgröße nur für einen kurzen Zeitraum von null abweichende Werte hat, wie in der Akustik ein Knall oder in der Elektrotechnik ein Stromstoß. Die physikalische Vektorgröße Impuls hat das Formelzeichen \(\vec p\) und ist als das Produkt aus der Masse m und der Geschwindigkeit \(\vec v\) eines Körpers definiert: \(\vec p = m \cdot \vec v\) Die Richtung des Impulsvektors stimmt also immer mit der der Geschwindigkeit überein. Sein Betrag wird manchmal auch Bewegungsgröße genannt. Die SI-Einheit des Inpulses ist \(\dfrac...

  • Indefinitpronomen

    Andere Bezeichnung: unbestimmtes Fürwort Über das Wort „Indefinitpronomen“ Genus, Betonung: das Indefinitpronomen Plural: die Indefinitpronomen oder die Indefinitpronomina Abkürzung: Indef.-Pron. Herkunft: von lat. prōnōmen indēfīnītum unbestimmtes Pronomen (von dēfīnīre abgrenzen, bestimmen, definieren; von fīnis Ende, Grenze) Definition „Indefinitpronomen“ ist eine Unterart der Wortart Pronomen, die wiederum zur Wortartengruppe Nomen gehört. Unter Indefinitpronomen versteht man ein Wort, das einen Gegenstand als unbestimmt kennzeichnet, in dem Sinne, dass der Angesprochene ihn nicht genau...

  • Indefinitpronomen

    Allgemein Es gibt viele Indefinitpronomen: einige, etliche, etwas, irgendjemand, jeder, jemand, kein, man, mancher, mehrere, niemand. Das Indefinitpronomen wird verwendet, wenn über Personen, Sachverhalte, Mengen oder Größen keine näheren Angaben gemacht werden. Beispiel: Irgendjemand spielt Klavier. Indefinitpronomen werden sowohl als Stellvertreter für ein Substantiv als auch als Begleiter verwendet. Begleiter: Gerade hat irgendein Hund gebellt. Stellvertreter: Endlich Ferien! Darüber freut sich jeder. Sie richten sich nach dem Adjektiv oder Substantiv, das sie begleiten oder ersetzen...

  • Indianerkriege

    Indianerkriege, die Unterdrückung und Bekämpfung der Ureinwohner Nordamerikas bis fast zu ihrer Vernichtung. Siedler gegen Indianer Ursprünglich lebten in Amerika mehr als eine Million Indianer. Die meisten „Weißen“ sahen jedoch in den „Rothäuten“ nur rechtlose „Wilde“. Im Jahr 1637 griffen Neuengländer eine Siedlung der Pequot an, aus Revanche für getötete Händler und Siedler, wobei sie jedoch die Feindseligkeiten nach eigenem Eingeständnis provoziert hatten. 1643 überfielen holländische Soldaten ein Indianerdorf und machten die Einwohner nieder. Daraufhin begab sich der Stamm der Algonquin...

  • Indikativ

    Andere Bezeichnung: Wirklichkeitsform Über das Wort „Indikativ“ Genus, Betonung: der Indikativ Plural: die Indikative Abkürzung: Ind. Herkunft: von lat. modus indicātīvus Aussagemodus (von indicāre anzeigen, aussagen) Definition Der „Indikativ“ ist ein Modus. Unter „Indikativ“ versteht man eine Kategorie der Konjugation, die anzeigt, dass der Sprecher den Inhalt seiner Aussage als eine der Wirklichkeit entsprechende Tatsache auffasst. Beachte: Die Definition gibt nur die Funktion an, die den Indikativ zum Indikativ macht! Eine Zusammenstellung aller seiner Funktionen findest du unten...

  • Indikativ

    Der Indikativ (Wirklichkeitsform) ist als neutraler Modus des Verbs die Grund- oder Normalform einer sprachlichen Äußerung. Der Indikativ wird verwendet, um tatsächliche Begebenheiten und Sachverhalte darzustellen. Diese Sachverhalte können aber auch wie im Märchen »nur« ausgedacht oder allgemeingültig sein. Beispiele: Die Kinder spielen im Garten. Sie werfen sich gegenseitig den Ball zu und sitzen später zusammen im Sandkasten. Vom Himmel scheint die warme Frühlingssonne auf sie herab. Sie haben ihre dicken Jacken ausgezogen. Rumpelstilzchen sprang um das Feuer und sang dabei sein Lied.

  • Indikatoren

    (Anzeiger): Substanzen, mit deren Hilfe der Verlauf einer chemischen Reaktion (z. B. Titration) verfolgt werden kann. Sie lassen sich entsprechend der titrimetrischen Verfahren in verschiedene Gruppen einteilen: Neutralisationsindikatoren Redoxindikatoren Fällungsindikatoren Metallindikatoren

  • Indirekte Rede

    Mit der indirekten Rede werden Äußerungen eines anderen Sprechers wiedergegeben. Man berichtet aus der eigenen Perspektive und übernimmt die Aussage eines anderen so genau wie möglich, passt aber alle Hinweise auf Personen, Ort und Zeit an die eigene Perspektive an. Man verwendet in der indirekten Rede die Formen des Konjunktivs. Grundsätzlich werden dabei die Formen des Konjunktiv I verwendet. direkte Rede indirekte Rede Er sagt: »Sina trinkt am liebsten Milch.« Er sagt, Sina trinke am liebsten Milch. Indirekte Rede mit dem Konjunktiv II Wenn die Formen des Indikativs und des Konjunktivs I...

  • indirekte Rede (oratio obliqua)

    Andere Bezeichnungen: Ōrātiō oblīqua („schräge Rede“), (Modus) Oblīquus („schräger Modus“) Definition Unter „indirekte Rede“ versteht man jeden gesprochenen, geschriebenen oder gedachten Text, bei dem mit grammatischen Mitteln (vor allem Konjunktiv, Infinitiv) angezeigt wird, dass er nur sinngemäße Wiedergabe eines Originals ist. Hinweis: Das Gegenstück zur „indirekten Rede“ ist die „direkte Rede“. Hauptregeln (A) Modus-Tempus-Regeln im Deutschen Im Deutschen werden für die indirekte Rede Konjunktive verwendet, die nur die relative Zeitstufe ausdrücken, nämlich ob die Aussage im Vergleich zum...

  • Indirekter Fragesatz (Interrogativsatz)

    Ein indirekter Fragesatz ist ein Nebensatz und wird durch die gleichen Fragepronomen (Interrogativpronomen) eingeleitet wie der direkte Fragesatz. Zu den Fragepronomen gehören was, wann, wer, warum. Der indirekte Fragesatz kann eine Entscheidungsfrage oder eine Ergänzungsfrage sein. Eine indirekte Entscheidungsfrage wird durch die unterordnende Konjunktion ob eingeleitet. Indirekte Fragesätze, die mit ob eingeleitet werden, sind Konjunktionalsätze, werden sie mit einem Interrogativpronomen eingeleitet, handelt es sich um Pronominalsätze. Nach indirekten Fragesätzen steht kein Fragezeichen. Der...

  • indogermanische Sprachfamilie

    Andere Bezeichnung: indoeuropäische Sprachfamilie Definition Die „indogemanische Sprachfamilie“ ist die Gesamtheit aller Sprachen in einem weiten Gebiet von Westeuropa (germanisch) bis Indien (indo-), die sich aus einer gemeinsamen Ursprache entwickelt haben. Diese Ursprache wird „Ur-Indogermanisch“ (oder „Ur-Indoeuropäisch“) genannt. Abkürzungen: • idg. = indogermanisch • uidg. = ur-indogermanisch Über das Entstehen und Vergehen von Sprachen Sprachen verändern sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende. Sie zerfallen in Dialekte und die Dialekte entwickeln sich zu Sprachen weiter, die...

  • Induktivität

    Die elektrische Induktivität (von lat. inductivus „aufnahmefähig“) ist eine elektrostatische bzw. elektrodynamische Größe mit dem Formelzeichen L. Sie gibt an, wie stark das Magnetfeld B einer Spule bei einer gegebenen Stromstärke I wird: \(L=\dfrac \Phi I\) Die SI-Einheit der Induktivität ist das Henry (H, nach Joseph Henry), es gilt \(1\,\text H =\dfrac{1\,\text{Wb} }{1\,\text A}\). Man unterscheidet meist zwischen Selbstinduktivität (induktive Wirkung eines elektrischen Leiters auf sich selbst, Selbstinduktion) und Gegeninduktivität (induktive Wirkung eines Leiters auf einen anderen Leiter)...

  • Industrialisierung

    Industrialisierung, die Ausweitung des industriellen Sektors einer Volkswirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen wie Handwerk, Handel und Landwirtschaft. Der industrielle Sektor Der industrielle Sektor ist derjenige Teil der gewerblichen Wirtschaft, der sich mit der Gewinnung von Rohstoffen, der Bearbeitung und Verarbeitung von Rohstoffen und Halbfabrikaten, der Herstellung von Endprodukten für Unternehmen und Verbraucher sowie mit Montage und Reparaturarbeiten befasst. Industriebetriebe sind vor allem durch maschinelle Produktion, Arbeitsteilung, Massenfertigung in großen...

  • Industrieländer

    Industrieländer, Staaten, deren Wirtschaft vor allem durch den industriellen Wirtschaftssektor getragen wurde, seit den 1960er-Jahren vermehrt auch durch den inzwischen dominierenden Dienstleistungssektor. Die Industrieländer in Westeuropa, Nordamerika sowie Australien und Neuseeland verfügen über ein hohes Pro-Kopf-Einkommen und sind gekennzeichnet durch ein hohes technologisches Niveau mit kapitalintensiver Produktion, hoher Produktivität, einem hohen Bildungsniveau, intensivem Außenhandel und hoher Lebensqualität. Diese Staaten werden wirtschaftlich und politisch auch als westliche...

  • Industrielle Revolution

    Industrielle Revolution, die historische Entwicklung, in der die industrielle Produktion zunehmend die landwirtschaftliche und handwerkliche Produktion verdrängte. Die industrielle Revolution begann Ende des 18. Jahrhunderts in England. Sie breitete sich anschließend in Teilen Europas und der USA aus und griff Anfang des 19. Jahrhunderts auch auf Deutschland über. Revolution und Industrialisierung Wegen Schnelligkeit der Entwicklung von der merkantilistischen zur industriellen Produktionsweise und ihrer tiefgreifenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft erscheint der Begriff...

  • Industriestaat

    Industriestaat, ein Land oder eine Gesellschaft (Industriegesellschaft), in dem der größte Teil der Bevölkerung im Unterschied zum Agrarstaat im industriellen Sektor (Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, verarbeitendes Gewerbe) arbeitet und dort der überwiegende Teil der Wirtschaftsleistung des Staates erwirtschaftet wird. Industriestaaten entwickelten sich im Zeitalter der industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts und der anschließenden Industrialisierung. Industriestaaten werden auch als entwickelte Volkswirtschaften bezeichnet. Das Zeitalter der Industriestaaten endete in vielen...

  • inerte Stoffe

    [lat. inertia »Trägheit«]: Extrem reaktionsträge Stoffe, d. h. Stoffe, die sich mit anderen Stoffen fast nicht umsetzen, wie z. B. die Edelgase, Porzellan, Glas.

  • Infektion

    Infektion (Ansteckung): das Eindringen von Krankheitserregern (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) in einen lebenden Organismus, in dem sie sich vermehren. Krankheitserreger können auf unterschiedlichen Wegen übertragen werden, so durch Berührung, über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten, durch Nahrungsmittel, durch Biss, Stich u. a. Verletzungen sowie über die Einatmung; bei Pflanzen findet eine Infektion meist über natürliche Öffnungen (z. B. Spaltöffnungen) oder über Wunden statt. Je nach Erreger und Abwehrlage des Organismus kommt es nach einer Infektion zu einer mehr oder weniger schweren...

  • infinite Verbform

    „Infinite Verbform“ ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Infinitiv und Partizip. Siehe auch unter Verbformtypen.

  • Infinitiv

    Andere Bezeichnungen: Verbalsubstantiv, Nennform, Grundform Über das Wort „Infinitiv“ Genus, Betonung: der Infinitiv Plural: die Infinitive Abkürzung: Inf. Herkunft: von lat. (modus) īnfīnītīvus Aussageweise der Unbestimmtheit, Infinitiv (īnfīnītus unbestimmt ist die verneinte Form von fīnītus bestimmt; dies ist vorzeitiges Passivpartizip (= PPP) von fīnīre begrenzen, bestimmen; mit īnfīnītus unbestimmt ist gemeint, dass die Form hinsichtlich der grammatischen Person, des Modus und des absoluten Tempus unbestimmt ist). Beachte: Eine andere Bezeichnung für „Infinitiv“ ist „Verbalsubstantiv“...

  • Infinitiv

    Allgemein Der Infinitiv ist die Grundform oder Nennform des Verbs und gibt dessen Bedeutung an. Er besteht aus dem Wortstamm und der Endung -en. Einige Verben enden jedoch auch auf -eln oder -ern. Ausnahmen sind zum Beispiel die Infinitive sein und tun. Beispiele: lieben, schwimmen, gehen, laufen, schreiben Gebrauch Der Infinitiv wird zur Bildung des Futur I verwendet. Beispiel: Wir werden morgen nach Köln fahren. Er kann auch als Substantiv verwendet werden (substantivierter Infinitiv). Er wird dann großgeschrieben. Beispiel: (Das) Lesen macht mir großen Spaß. Infinitive können auch Kern...

  • Infinitiv mit übernommenem Subjekt

    Andere Bezeichnungen je nach Funktion im Satz: uneigentlicher ACI, uneigentlicher NCI, DCI Über die Bezeichnung „Infinitiv mit übernommenem Subjekt“ Für den „Infinitiv mit übernommenem Subjekt“ gibt es bisher keine gängige Bezeichnung. Die Grammatiken, die ihn berücksichtigen, verwenden je nach Kasus des übernommenen Subjekts verschiedene Bezeichnungen wie „uneigentlicher ACI“, „uneigentlicher NCI“, „DCI“ (= Datīvus cum īnfīnītīvō), „bloßer Infinitiv“(!) usw. Es kann also sein, dass in deiner Schulgrammatik der Inf.m.ü.S. nicht klar vom ACI, NCI und Infinitiv ohne Subjekt unterschieden wird...

  • Infinitiv ohne Subjekt

    Andere Bezeichnungen: bloßer Infinitiv, Infinitiv Über die Bezeichnung „Infinitiv ohne Subjekt“ Für den „Infinitiv ohne Subjekt“ gibt es (wie für den Infinitiv mit übernommenem Subjekt) bisher weder eine gängige Bezeichnung noch eine eingeführte Abkürzung. Die Grammatiken sprechen meist vom „bloßen Infinitiv“ oder einfach vom „Infinitiv“: • Die Bezeichnung „bloßer Infinitiv“ ist irreführend, da der Infinitiv in der gemeinten Funktion meist Erweiterungen (Objekt, Adverbial) besitzt, also gar nicht „bloß“ ist. Es fehlt ihm lediglich immer das Subjekt. • Die Bezeichnung „Infinitiv“ für eine...

  • Infinitive / Infinitiv

    Definition Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Er gehört wie das Gerundium und die Partizipien zu den infiniten (unveränderbaren) Verbformen. Sie geben keine näheren Informationen zu Person und Numerus. Merkmale und Zeitformen Alle Verben (außer den modalen Hilfsverben) können einen Infinitiv bilden. Man unterscheidet zwei Arten von Infinitiven: den Infinitiv mit to und den Infinitiv ohne to. Zeitform Präsens Perfekt Aktiv to play to have played Verlaufsform (to) be playing (to) have been playing Passiv (to) be played (to) have been played Infinitiv mit to Infinitiv nach bestimmten Verben Der...

  • Infinitivsatz

    Andere Bezeichnung: Infinitivkonstruktion Definition Der „Infinitivsatz“ ist eine Art des Nebensatzes. Unter „Infinitivsatz“ versteht man einen Nebensatz, dessen Verb ein Infinitiv ist. Da Infinitive nicht als Hauptsatzverben verwendet werden können (außer beim sogenannten „historischen Infinitiv“), hat der Infinitiv die Funktion, den Nebensatz als Nebensatz zu kennzeichnen. Bestand an Infinitivsätzen Im Lateinischen finden sich vier Typen von Infinitivsätzen, auch Infinitivkonstruktionen genannt. Genaueres erfährst du unter den Namen der einzelnen Konstruktionen: • Infinitiv ohne Subjekt; •...

  • Infinitivsatz

    Der Infinitivsatz ist ein Nebensatz. Er wird mit dem erweiterten Infinitiv mit zu gebildet. Die Partikel zu trennt dabei den Infinitiv vom Verbzusatz. Der Infinitivsatz kann außerdem mit einem Objekt oder einer adverbialen Bestimmung erweitert werden. Beispiele: Die Mannschaft beschließt, nicht vorschnell aufzugeben. Wir haben das Recht, Fehler zu machen. Ich freue mich, heute hier zu sein. Der Infinitivsatz kann die Stelle eines Subjektsatzes Beispiel: Es ist schön, hier zu sein. (Was ist schön?), Objektsatzes Beispiel: Kira ist stolz, das Examen bestanden zu haben. (Worauf ist Kira stolz?)...

  • Informative texts / Informative Sachtexte

    Allgemein Die Intention eines informativen Sachtextes besteht hauptsächlich darin, Informationen über ein Thema ohne Kommentar zu vermitteln. Typische Beispiele sind: press reports (Zeitungsberichte), minutes of meetings (Sitzungsprotokolle) information brochures (Informationsbroschüren) Merkmale Informative Texte vermitteln konkrete Tatsachen, die alle oder einige der folgenden sechs Fragen beantworten: Who? (Wer?), What? (Was?), Where? (Wo?), When? (Wann?), How? (Wie?) und Why? (Warum?). In Zeitungsberichten werden häufig direct quotations (direkte Zitate) und eye-witnesses’ statements...

  • Infrarot

    [zu lat. infra »unterhalb«], Abk. IR: der Spektralbereich, der sich zwischen dem langwelligen Ende (rot) des sichtbaren Lichts bei ca. 760 nm und dem Mikrowellengebiet bei 1 mm Wellenlänge erstreckt.

  • Infrarotstrahlung

    Als Infrarotstrahlung (von lat. infra- „unterhalb“), Abk. IR-Strahlung, bezeichnet man den Spektralbereich der elektromagnetischen Wellen, die sich an das rote, d. h. langwellige Ende des sichtbaren Spektrums anschließt. Die Wellenlänge liegt etwa bei 0,78–1000 mm, die Frequenz entsprechend bei 0,3–400 THz. Zu noch größeren Wellenlängen hin schließen sich an den Infrarotbereich die Mikrowellen an. Die Wärmestrahlung von Körpern mit „alltäglichen“ Temperaturen (zwischen 3 und 3700 K) liegt im Infraroten, weshalb häufig die Infrarot- und Wärmestrahlung verwechselt werden. Dies ist aber...

  • Inhaltsangabe

    Allgemein Die Inhaltsangabe ist eine wichtige Form des informierenden Schreibens: Für Leser soll der Inhalt eines Textes, eines Buches, eines Filmes knapp zusammengefasst werden. Der Leser erwartet einen Gesamtüberblick und eine möglichst objektive und neutrale Darstellung ohne persönliche Bewertung. Grundsätze für die sprachliche Gestaltung sachlich schreiben; persönliche Bewertungen und Empfindungen unterlassen; Verzicht auf ausschmückende Formulierungen, keine Orientierung am Stil der Vorlage; mit eigenen Worten wiedergeben; nur wichtige Aussagen werden wörtlich zitiert; Zitate werden in...

  • Inhaltsangabe (von literarischen Texten)

    Allgemein Im Unterschied zur Nacherzählung, die anschaulich und spannend geschrieben werden soll, informiert die Inhaltsangabe den Leser sachlich nur über das Wichtigste eines Textes. Die Inhaltsangabe unterscheidet sich deshalb in der Form und in der sprachlichen Gestaltung stark vom Ausgangstext. Inhalt Die Inhaltsangabe fasst in knapper Berichtsform und ohne persönliche Wertung die wichtigsten Stationen einer Handlung und die Hauptaspekte eines Textes zusammen. Dabei sollten die W-Fragen so ausführlich wie nötig und so knapp wie möglich beantwortet werden. Tempus Die Inhaltsangabe wird...

  • Inhibitoren

    Inhibitoren (Hemmstoffe): Proteine, die mit Enzymen Verbindungen eingehen und dadurch deren katalytische Wirkung blockieren (Enzymhemmung). Auch Cytostatika, Antibiotika oder Gifte können als Inhibitoren wirken. So hemmt z. B. Curare die Erregungsübertragung an den Synapsen.

  • Inka

    Inka, lateinamerikanische Hochkultur von 1350 bis 1533 n. Chr. Gesellschaftsstruktur Das Inkareich wurde vom obersten Inka beherrscht, der nach seinem Tod als Gott galt. Daneben verehrten die Inka zahlreiche göttliche Kräfte, die nach ihrer Vorstellung in Sternbildern, Quellen, Bäumen u. a. ihren Sitz hatten. Das Siedlungsgebiet reichte vom Norden Ecuadors bis zur Mitte Chiles. Leistungen Besondere Leistungen waren ein Straßensystem, monumentale Sakralbauten und das Militärwesen zur Herrschaftssicherung. Untergang 1532 zerstörte der spanische Conquistador Francisco Pizarro (* 1476/1478, †1541)...

  • Inkreis

    In der Geometrie ist der Inkreis ein Kreis, der alle Seiten eines Polygons (Vielecks) genau einmal berührt. Eine Polygon hat immer dann einen Inkreis, wenn sich die Winkelhalbierenden aller Seiten in einem Punkt schneiden. Dieser Schnittpunkt ist dann der Mittelpunkt des Inkreises. Vierecke, die einen Inkreis haben, nennt man Tangentenvierecke. Dreiecke haben immer einen Inkreis.

  • Inkrete

    Inkrete sind im engeren Sinne die Hormone, im weiteren Sinne sämtliche vom körpereigenen Stoffwechsel gebildeten und ins Blut oder in die Lymphe abgegebenen Stoffe.

  • Inkubationszeit

    Inkubationszeit: die mehr oder weniger große Zeitspanne zwischen dem Eindringen von Erregern in den Organismus (Infektion) und dem Auftreten der ersten Anzeichen der Krankheit.

  • Innenwiderstand

    Jedes elektrische Messgerät und jede Spannungsquelle besitzt einen Innenwiderstand Ri, der symbolisch alle inneren Verluste zusammenfasst. Aufgrund dieses Innenwiderstands weicht die Klemmenspannung einer belasteten Spannungsquelle von der Urspannung im unbelasteten Fall ab. Daher muss Ri bei Anwendung der Kirchhoff’schen Regeln berücksichtigt werden. Bei Messgeräten beeinflusst der Innenwiderstand die Messwerte. Bei einem Amperemeter (Strommessung) muss Ri möglichst groß sein, bei einem Voltmeter (Spannungsmessung) möglichst klein.

  • Innere Ableitung

    Bei der Kettenregel \((u \circ v)'(x_0) = u'(v(x_0)) \cdot v'(x_0)\) ist die innere Ableitung die Ableitung der als zuerst angewendeten Funktion \(v\) nach dem Argument x.

  • Innerer Monolog

    Der innere Monolog führt eine Figur im stummen, rein gedanklichen Gespräch mit sich selbst vor und zeigt somit ihren Bewusstseinszustand. Er steht im Präsens und in Ich-Form. Die lückenlose Darstellung der Gedanken bedingt, dass die Erzählzeit länger ist als die erzählte Zeit. Auch kann es zu einer Lockerung oder Auflösung der Syntax kommen. Beispiele: Alfred Döblin Berlin Alexanderplatz (1929); Thomas Mann Lotte in Weimar (1939)

  • Inquisition

    Inquisition, eigentlich ein Befragungsverfahren, um Menschen als Ketzer zu überführen. Das Verfahren wurde auf dem 4. Laterankonzil in Rom 1215 beschlossen. Ein Geständnis konnte allerdings auch unter Folter erzwungen werden und wurde fortan als gültig angesehen. Päpstliche Inquisition 1231 ordnete Papst Gregor IX. (*1170, †1241, Papst seit 1227) die systematische Aufspürung und Aburteilung von Ketzern an. Das hierzu neu geschaffene „Rechtsverfahren“ und die dafür geschaffene Organisation, die Inquisition, waren direkt der päpstlichen Autorität unterstellt. In Spanien wurde 1483 der...

  • Instinkt

    Instinkt: Gegenstand der Verhaltensforschung; ein hierarchisch organisierter, nervaler Mechanismus, der auf bestimmte vorwarnende, auslösende und richtende, innere oder äußere Impulse anspricht und sie mit wohlkoordinierten, lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet (siehe auch: Schlüsselreiz). Die verschiedenen Instinkte beeinflussen sich gegenseitig.

  • Instructive texts / Instruktive Sachtexte

    Allgemein Ein instruktiver Sachtext gibt dem Leser Handlungsanweisungen, um ein gegebenes Ziel zu erreichen. Typische Beispiele dieser Art Text sind: guides, how to-books (Ratgeber) cookery books (Kochbücher) instructions for use, users’ manuals (Gebrauchsanweisungen) Merkmale Sprachlich zeigen solche Texte folgende Merkmale: Anwendung des Imperativs (Befehlsform) Gebrauch des simple present (Präsens) Anwendung von participle and infinitive constructions (Partizip- und Infinitivstrukturen), um relative clauses (Relativsätze) zu vermeiden Anwendung des Passivs, um zu beschreiben, was mit einem...

  • Instrumentalsatz

    Über das Wort „instrumental“ Abkürzung: instr. Herkunft: mittellat. īnstrūmentālis das Mittel betreffend (von īnstrūmentum Mittel) Definition Ein „Instrumentalsatz“ ist ein Nebensatz, der das Mittel zur Verwirklichung des Sachverhalts angibt, der im übergeordneten Satz genannt ist. Arten von Instrumentalsätzen (1) finite Nebensätze Instrumentale Nebensätze mit finitem Verb kann das Lateinische nicht bilden. Im Deutschen sind sie möglich; sie werden eingeleitet mit„dadurch, dass“. (Die Verbindung eō quod bedeutet bei Cicero und Cäsar niemals dadurch dass, sondern immer nur deshalb weil.) (2)...

  • Insulin

    Insulin: aus zwei Polypeptidketten bestehendes Hormon, das von den b-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel (Blutzucker), indem es den Aufbau von Glykogen in der Leber fördert und die Durchlässigkeit der Zellmembran für Glucose, die in den Zellen verbraucht wird, erhöht. Bei chronischem Insulinmangel kommt es zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

  • Integrale in der Physik

    In der Oberstufen-Physik tauchen häufig Integrale auf (manchmal sogar bevor sie im Mathematikunterricht ausführlich besprochen wurden). Das Arbeitsintegral \(W = \displaystyle \int_a^b F(x)\, \text dx\) ist die von einer Kraft \(F\!: x \mapsto F (x),\ x \in [a; b]\), in Wegrichtung längs des Weges von a nach b verrichtete Arbeit W. Beispiel: Eine elektrische Probeladung q wird der ortsfesten Ladung Q aus großer Entfernung (dem Unendlichen) bis auf den Abstand d angenähert. Dabei ist die erforderliche Kraft F(x) gleich dem Negativen der Coulombkraft \(F(x) = - F_\text{C} (x) = \dfrac{qQ}{4\pi...

  • Integralfunktion

    Wenn eine Funktion f im Intervall I = [a; b] integrierbar ist, nennt man die auf I definierte Funktion \(\displaystyle x \mapsto F(x) = \int_a^x f(t)\,\text dt\) eine Integralfunktion von f. Jede Integralfunktion hat mindestens eine Nullstelle, nämlich die untere (linke) Integrationsgrenze a. Eine Integralfunktion ist immer eine Stammfunktion ihres Integranden. Der Zusammenhang zwischen Ableitung, Stammfunktion und Integralfunktion wird im Hauptsatz der Differenzial- und Integralrechnung formal beschrieben.

  • Integralrechnung

    Die Integralrechnung ist neben der Differenzialrechnung das zweite Hauptteilgebiet der Analysis. Sie liefert zwei Antworten auf zwei grundsätzliche Fragen, die sich in gewisser Weise als dieselbe Antwort herausstellen. Diese beiden Fragen sind: Wie groß ist die Fläche unter einer geraden oder gekrümmten Kurve, die sich als Graph einer Funktion darstellen lässt? Antwort: Der Flächeninhalt entspricht dem bestimmten Integral \(\displaystyle \int_a^b\!f(x)\,\text dx\). Wie sieht die bzw. eine Funktion aus, deren Ableitung eine gegebene Funktion f ist? Antwort: Das unbestimmte Integral \(...

  • Integrierbarkeit

    Eine Funktion f ist in einem Intervall I = [a; b] integrierbar, wenn die Grenzwerte von Ober- und Untersumme existieren und übereinstimmen, also das bestimmte Integral \(\displaystyle \int_a^bf(x)\,\text dx\) existiert. Dies ist dann der Fall, wenn f stetig oder monoton (oder beides!) ist. Damit ist die Integrierbarkeit eine schwächere Forderung als die Differenzierbarkeit. Achtung: Jede stetige Funktion ist integrierbar, die Umkehrung gilt dagegen nicht: es gibt auf einem Intervall integrierbare Funktionen, die dort nicht (überall) stetig sind! Beispielsweise ist die Signum-Funktion, die...

  • Interferenz

    Interferenz (von engl. to interfere „aufeinandertreffen, stören“) ist ein von Isaac Newton geprägter Begriff für die Gesamtheit der charakteristischen Überlagerungserscheinungen, die beim Zusammentreffen zweier oder mehrerer Wellenzüge am gleichen Raumpunkt beobachtet werden können. Zur Interferenz kommt es nur, wenn die Phasendifferenz der Wellen nicht zu groß ist. Die Interferenz beruht auf dem Prinzip der Superposition (Überlagerungsfähigkeit). Sehr anschaulich lässt sich die Interferenz anhand von Oberflächenwellen in Wasser verdeutlichen: Erregt man zwei benachbarte Punkte einer...

  • Interferone

    Interferone sind bei Wirbeltieren und beim Menschen vorkommende Proteine, die im Rahmen einer Immunreaktion gebildet werden. Man unterscheidet drei Klassen von Interferonen: alpha-, beta- und gamma-Interferone. Die nach einer Virusinfektion gebildeten Interferone schützen noch nicht infizierte Zellen nach Bindung an deren Membranrezeptoren. Sie wirken dabei weitgehend artspezifisch; ihre antivirale Wirkung richtet sich jedoch gegen zahlreiche Viren. Sie beruht auf der Bildung von Proteinen, die die Vermehrung von Viren hemmen. Weiterhin besitzen Interferone wachstumshemmende Eigenschaften...

  • Interjektion

    Andere Bezeichnungen: Ausrufewort, Empfindungswort Über das Wort „Interjektion“ Genus, Betonung: die Interjektion Plural: die Interjektionen Abkürzung: Interj. Herkunft: von lat. interiectiō das Dazwischenwerfen, Einwurf (von inter-icere dazwischenwerfen, von iacere werfen) Definition Die „Interjektion“ ist eine Wortart der Wortartengruppe Partikeln. Unter „Interjektion“ versteht man ein Wort mit folgenden Eigenschaften: • Es ist nicht flektierbar (= deklinierbar oder konjugierbar). • Seine Wortgestalt ist entweder nicht von anderen Wörtern abgeleitet oder seine Ableitung ist durch...

  • Interjektionen

    Eine Interjektion ist ein Ausrufe- und Empfindungswort. Sie steht im Satz isoliert und wird deshalb oft von einem nachfolgenden Satz mit einem Komma oder Ausrufezeichen abgetrennt. Interjektionen werden vor allem in Gesprächen gebraucht und drücken unterschiedliche Empfindungen oder auch Aufforderungen aus. Auch nachgeahmte Laute sind Interjektionen. Beispiele: Ach, wäre ich doch jetzt bei dir! Brrrr! Bäh! Pssst! Aua! Miau! Peng!

  • Internationales Einheitensystem (SI)

    Das Internationale Einheitensystem SI (Système international) führt alle gebräuchlichen und (in Deutschland) gesetzlichen physikalischen Einheiten auf sieben Basiseinheiten zurück: Meter, Kilogramm, Sekunde, Ampere, Kelvin, Mol, Candela. Alle übrigen erlaubten Einheiten sind entweder Produkte bzw. Quotienten aus den Basiseinheiten oder entstehen durch Multiplikation mit Einheitenvorsätzen. Beispiele: Ein Kilonewton (kN) ist eine Einheit der Kraft. Sie setzt sich aus dem Vorsatz „Kilo“ für 103 und der abgeleiteten Einheit Newton zusammen. Es ist daher \(1\,\text{kN} = 1000\,\text N = 1000\...

  • Interphase

    Interphase: Zustand des Zellkerns zwischen zwei Teilungen (Arbeitskern, Mitose). Die Chromosomen sind nicht sichtbar. Der Kern steuert die Synthese von Proteinen und verdoppelt seinen DNA-Gehalt (Zellteilung).

  • Interregnum

    Interregnum, die Epoche zwischen dem Erlöschen des Herrscherhauses der Staufer in Deutschland (1254) und der Wahl Rudolf I. von Habsburg (*1218, †1291, König seit1273). Dabei handelte es sich keinesfalls um eine „königslose“ Zeit. Mehrere Fürsten im Deutschen Reich beanspruchten die Königskrone. Jedoch fehlte ihnen eine allseitig anerkannte Autorität, was zu einem rechtlosen Zustand führte, bis die Habsburger zur Herrscherdynastie aufstiegen.

  • Interrogatio

    „Interrogātiō“ bedeutet als gewöhnliches lateinisches Wort: Frage.Als Bezeichnung für ein Stilmittel ist es eine ungenaue andere Bezeichnung für „rhetorische Frage“.Alle Informationen über die rhetorische Frage findest du unter Satztypen (> (A) Aussagesatz > (4)).

  • interrogativische Verschränkung

    Definition Eine „interrogativische Verschränkung“ liegt vor, wenn ein Fragewort (d.h. Fragepronomen oder Frageadverb) nicht Bestandteil des eigentlichen Fragesatzes ist, sondern eines Nebensatzes, der dem Fragesatz untergeordnet ist. Erläuterungen: • Da die Konstruktion „interrogativische Verschränkung“ im Deutschen kaum vorkommt, kann sie beim Übersetzen meist nicht wörtlich wiedergegeben werden. Gewöhnlich muss die Satzkonstruktion völlig geändert werden. • Die Konstruktion kann sowohl im Fragehauptsatz als auch im Fragenebensatz auftreten. • Eine ähnliche Konstruktion ist die „relativische...

  • Interrogativpronomen

    Andere Bezeichnungen: Fragefürwort, Fragepronomen Über das Wort „Interrogativpronomen“ Genus, Betonung: das Interrogativpronomen Plural: die Interrogativpronomen oder die Interrogativpronomina Abkürzung: Int.-Pron. Herkunft: von lat. prōnōmen interrogātīvum zum Fragen dienendes Pronomen (von interrogāre fragen). Definition „Interrogativpronomen“ ist eine Unterart der Wortart Pronomen, die wiederum zur Wortartengruppe Nomen gehört. Unter Interrogativpronomen versteht man ein Pronomen, das einen Haupt- oder Nebensatz als Frage markiert und im Satz die Stelle eines Substantivs oder Adjektivs...

  • Interrogativpronomen

    Allgemein Interrogativpronomen leiten Fragen ein. Dies können Ergänzungsfragen oder indirekte Fragesätze sein. Beispiel: Wer hat da gerufen? Die Interrogativpronomen wer und was werden in einem Fragesatz als Stellvertreter gebraucht und können das Substantiv eines Satzes ersetzen. Dabei steht wer für eine Person, während was für eine Sache steht. Beispiele: Der Museumswärter schläft. Wer schläft? Das Telefon klingelt. Was klingelt? Die Interrogativpronomen welcher, welche, welches kommen als Begleiter und als Stellvertreter des Substantivs vor. Sie bezeichnen eine Auswahl oder eine Art und...

  • Intersexe

    Intersexe: Bezeichnung für Individuen, die nach ihren Geschlechtsorganen und sekundären Geschlechtsmerkmalen nicht eindeutig männlich oder weiblich sind, sondern zwischen den Geschlechtern stehen. Die Ursache für ihre Entstehung kann ein Versagen der Geschlechtsbestimmung durch Gene oder Hormone und andere Einflüsse sein. –siehe Zwitter.

  • Intervall

    Ein Intervall ist eine zusammenhängende Teilmenge der reellen Zahlen, also eine Strecke auf der Zahlengeraden. Man unterscheidet abgeschlossene (Anfangs- und Endwert gehören dazu) und offene Intervalle. Halboffene Intervalle sind entsprechend auf einer Seite offen und auf einer abgeschlossen. Ein Intervall wird durch seine Grenzen sowie eckige (oder runde) Klammern angegeben: abgeschlossenes Intervall mit Grenzen a, b:\(\ \quad\)[a; b] offenes Intervall mit Grenzen a, b:\(\quad\)]a; b[; \(\quad\)alternative Schreibweise:\(\quad\)(a; b) halboffenes Intervall mit Grenzen a, b:\(\quad\)]a; b] bzw...

  • Intervallschachtelung

    Intervallschachtelungen dienen zur exakten Definition von irrationalen Zahlen bzw. allgemein von reellen Zahlen. Eine Intervallschachtelung ist eine Folge (In) von Intervallen, wobei das nächste Glied immer im vorigen Glied der Folge enthalten ist und nur eine Zahl in allen Folgengliedern enthalten ist. Diese Zahl ist die rationale oder irrationale Zahl, welche durch diese Intervallschachtelung eindeutig festgelegt ist. Die Intervallfolge wiederum wird definert durch die monoton steigende Zahlenfolge (an) und die monoton fallende Zahlenfolge (bn), welche jeweils die Intervallgrenzen bilden...

  • Interview

    Allgemein Es kann vorkommen, dass im Rahmen des Schreibens von nicht-fiktionalen Texten bzw. innerhalb des creative writing ein Interview vorbereitet und durchgeführt werden soll. In einem Interview können die Informationen aus einem oder mehreren Sachtexten neu strukturiert und zusammengestellt werden. Aufbau eines Interviews Begrüßung des Interviewpartners und Vorstellung der eigenen Person Anlass des Interviews exakte Formulierung des Anliegens geordnete Darstellung des Wissens über das Thema durch den Befragten Gliederung des Interviewverlaufs durch weitere Fragen Abschluss und...

  • intransitiv

    Andere Bezeichnung: nicht-zielend Definition • Ein „intransitives“ Verb ist ein Verb, das nicht mit Akkusativobjekt gebraucht werden kann. • Eine „intransitive“ Bedeutung eines Verbs ist eine Bedeutung, bei der das Verb nicht mit Akkusativobjekt stehen kann. • Ein „intransitiver“ Gebrauch eines Verbs ist ein Gebrauch, bei dem das Verb ohne Akkusativobjekt steht. Erläuterung: „Intransitiv“ ist das Gegenteil von „transitiv“. Alle weiteren Informationen über „intransitiv“ findest du unter „transitiv“.

  • Inverses Element

    Wenn es bei einer Rechenoperation zu einer Zahl (oder sonstigen mathematischen Sache) eine andere Zahl (Sache) gibt, sodass bei der Rechenoperation das neutrale Element der Operation herauskommt, dann nennt man dieses Element das zum ersten Element inverse Element der Operation. Beispiele: Bei der Addition ist das inverse Element zur Zahl x ihre Gegenzahl –x, denn x + (–x) = 0 (\(x \in \mathbb R\)). Bei der Multiplikation ist das inverse Element zu x sein Kehrwert \(\dfrac 1 x\), denn \(x \cdot \dfrac 1 x = 1 \ \ (x \in \mathbb R)\). Bei der Vektoraddition ist das inverse Element zum Vektor \(...

  • Inversion / Inversion

    Definition Die ansonsten so strenge Wortstellung in Aussagesätzen (Subjekt – Verb – Objekt) ändert sich, wenn eine adverbiale Bestimmung zur Betonung an den Satzanfang gestellt wird. Der Aussagesatz nimmt dann die Wortstellung eines Fragesatzes an, Hilfsverb und Subjekt tauschen Plätze (inversion): adverbiale Bestimmung + Hilfsverb + Subjekt + Vollverb + Ergänzung. Wenn kein anderes Hilfsverb vorhanden ist, wird eine Form von do zur Umschreibung verwendet. Zu den adverbialen Bestimmungen mit Inversion gehören: hardly · little · never · no sooner · not only · rarely · under no circumstances...

  • Investiturstreit

    Investiturstreit, Auseinandersetzung zwischen König und Papst bzw. zwischen Kaisertum und Papsttum von 1073 bis 1122 um das alleinige Recht der Amtseinsetzung (Investitur von lateinisch „investitura“ = „einkleiden“) von Bischöfen und Äbten, die auch weltliche Aufgaben hatten. Vorangegangen war das Papstwahldekret von 1059, nach dem Kardinäle den Papst wählen und Geistliche ihre Ämter nicht aus der Hand von Laien empfangen sollten. Machtkampf und Kirchenbann Während Papst Gregor VII. (*1019/1030, †1085) nach seiner Wahl 1073 die Investitur als innerkirchliche Angelegenheit ansah, bestand der...

  • Iod (Jod)

    Chemisches Element aus der VII. Hauptgruppe, Zeichen I, OZ 53, relative Atommasse 126,90, Reinelement. Physikalische Eigenschaften: Dunkelgraue, metallisch glänzende, kristalline Substanz, Dichte 4,93 g/cm³, Fp. 113,5 °C, Sp. 184,35 °C. Iod sublimiert bereits etwas bei Raumtemperatur unter Bildung von violetten Dämpfen; in organischen Lösungsmitteln löst es sich mit brauner (z. B. in Alkohol, Ether) oder mit violetter Farbe (z. B. in Benzen). Chemische Eigenschaften: Iod ist wesentlich reaktionsträger als die übrigen Halogene. Gewinnung: Aus iodhaltigen Salzen im Meerwasser; aus Chilesalpeter...

  • Iodate

    Salze der in Form farbloser Kristalle auftretenden Iodsäure HIO3, z. B. Natriumiodat NaIO3. Die meisten Iodate sind, mit Ausnahme der Alkaliiodate, in Wasser schwer löslich. Beim Erhitzen entwickeln sie Sauerstoff, sind aber keine so starken Oxidationsmittel wie die Chlorate und Bromate.

  • Iodide

    Salze der Iodwasserstoffsäure HI (z. B. Silberiodid AgI). Im weiteren Sinne werden auch organische Iodverbindungen mit direkter Kohlenstoff-Iod-Bindung als Iodide bezeichnet, z. B. Methyliodid CH3I, das besser Monoiodmethan genannt wird.

  • Iodtinktur

    Ein äußerlich anzuwendendes Desinfektionsmittel, bestehend aus einer Lösung von 7 % Iod und 3 % Kaliumiodid in 90 %igem Ethanol.

  • Iodwasserstoff

    Farbloses, stechend riechendes Gas, das sich in Wasser sehr gut löst. Im Gegensatz zu den übrigen Halogenwasserstoffen ist Iodwasserstoff sehr unbeständig und zerfällt bei mäßig hoher Temperatur z. T. wieder in die Elemente. Iodwasserstoff ist eine Säure, seine Salze sind die Iodide.

  • Iodzahl

    Maßzahl aus der Fettanalyse, die über die Anzahl der in den Fettsäuren enthaltenen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen Auskunft gibt. Die Iodzahl ist die Menge Iod (in Gramm), die von 100 g Fett addiert wird. Man bestimmt die Iodzahl heute meist mit Iodmonochlorid ICl, da dieses rascher reagiert als das Iod.

  • Ion

    [von griech. Ion »wandernd«]: Atom oder Atomgruppe, die eine oder mehrere positive oder negative elektrische Elementarladungen trägt. Ionen gehen durch Abgabe oder Aufnahme von Elektronen aus elektrisch neutralen Atomen bzw. Molekülen hervor. Der Vorgang der Ionenbildung heißt Ionisation oder Ionisierung. Je nach der Anzahl der abgegebenen bzw. aufgenommenen Elektronen spricht man von einfach, zweifach usw. positiv oder negativ geladenen Ionen. Die Ionenladung wird auch als Ionenwertigkeit bezeichnet. Zur Kennzeichnung der Ionen werden die Art und die Anzahl der Elementarladungen rechts oben...

  • Ionenbindung

    Die Ionenbindung (ionische Bindung) besteht zwischen Atomen, deren Elektronegativitäten sich stark unterscheiden, also zwischen Metallen und Nichtmetallen. Die Metalle geben ihre Außenelektronen bei der Bindungsbildung an die Nichtmetalle ab und liegen danach als Kationen vor. Sie erreichen dadurch die Elektronenkonfiguration des im Periodensystem voranstehenden Edelgases. Nichtmetalle nehmen so viele Elektronen auf, dass sie die Konfiguration des im Periodensystem nach ihnen stehenden Edelgases erreichen. Sie werden dadurch zu Anionen. Die bei dieser Reaktion entstehenden Verbindungen heißen...

  • Ionenradius

    Der Radius der als starre Kugeln gedachten Ionen. Wie die Atomradien haben auch die Ionenradien nur eine bedingte Genauigkeit. Im Allgemeinen sind die Radien positiv geladener Ionen kleiner und die der negativ geladenen Ionen größer als die Radien der entsprechenden Atome. So haben z. B. die Natriumatome, Na, einen Radius von 1,86 · 10–10 m, die Natrium-Ionen, Na+, dagegen nur einen Radius von 0,97 · 10–10 m. Generell lässt sich sagen, dass die Ionenradien mit zunehmender negativer Ladung größer und mit zunehmender positiver Ladung kleiner werden, z. B.: Mn2+: 0,80 · 10–10 m, Mn4+: 0,60 · 10...

  • Ionenverbindung

    Eine Verbindung, die aus Kationen und Anionen besteht, z. B. Natriumchlorid NaCl, Aluminiumsulfat Al2(SO4)3 oder Calciumoxid CaO. Beide Ionenarten sind stets in einem solchen Mengenverhältnis enthalten, dass sich die positiven Ladungen der Kationen und die negativen Ladungen der Anionen ausgleichen. Deshalb sind Ionenverbindung nach außen hin neutral. Ionenverbindung (Salze) sind i. A. spröde Feststoffe, die einen hohen Schmelzpunkt haben und sich (wenn auch oft nur in geringer Menge) in polaren Lösungsmitteln (z. B. Wasser) lösen. Wie die Schmelzen leiten auch diese Lösungen den elektrischen...

  • Ionisation

    Im engeren Sinn ist die Ionisation oder Ionisierung die Bildung eines elektrisch positiv geladenen Ions (Kations) durch Abtrennung eines oder mehrerer Elektronen von einem neutralen Atom oder Molekül, wobei die abgetrennten Elektronen zumindest eine gewisse Zeit lang frei existieren. Im weiteren Sinn zählt man auch die Anlagerung eines oder mehrerer Elektronen an ein neutrales Atom oder Molekül, in diesem Fall entsteht ein negatives Ion (Anion). Um ein Elektron abzutrennen, also ein positives Ion zu erzeugen, muss dem neutralen Teilchen mindestens die sog. Ionisierungsenergie zugeführt werden...

  • Ionisation

    Bildung von positiven Ionen durch Abtrennung eines oder mehrerer Elektronen aus einem neutralen Atom oder Molekül. Die Ionisation erfolgt bei chemischen Reaktionen, z. B. bei der Bildung von Salzen aus den Elementen, spontan durch Übertragung eines oder mehrerer Elektronen auf ein anderes Atom, das dann zum Anion wird. Bei physikalischen Prozessen wird die Ionisation durch Zufuhr von Energie, z. B. in Form von Wärme oder elektromagnetischer Strahlung, erreicht. Die zur Ionisation benötigte Energie wird Ionisierungsenergie genannt. Unter dem Begriff Ionisation wird im weiteren Sinne...

  • Ionisierende Strahlung

    Unter ionisierender Strahlung versteht man Strahlung, deren Energie ausreicht, um in bestrahltem Material oder Gewebe Atome oder Moleküle zu ionisieren, also Elektronen aus ihnen herauszulösen. Ionisierende Strahlung ist die Hauptursache von Strahlenschäden. Sie wird aber auch in Fertigung, Materialprüfung und Strahlentherapie gezielt eingesetzt.

  • ipse (Pronomen)

    Das Pronomen ipse gehört zur Unterwortart „Demonstrativpronomen“. Deklination Der Stamm des Pronomens ipse ist ips-. Seine Deklination gleicht in den meisten Formen den Pronomen ille und iste und den Adjektiven der ō/ā-Deklination. Folgende Formen weichen vom Adjektiv ab: • Der Nom.Sg. des Maskulins endet auf -e. • Der Gen.Sg. und Dat.Sg. aller drei Genera haben die Pronominalendungen -īus bzw. -ī. Folgende Formen weichen von ille und iste ab: • Der Nom.Sg. des Neutrums endet auf -um wie bei den Adjektiven. Beim Neutrum muss der Akk.Sg. gleich dem Nom.Sg. sein, also ebenfalls ipsum. Bedeutung...

  • īre (Verb)

    Formen des Präsensstamms Der Präsensstamm des Verbs īre gehen verbindet sich mit der ī-Konjugation (siehe auch Konjugationen des Präsensstamms), weist aber zahlreiche Unregelmäßigkeiten auf. Abkürzungen in der Tabelle: Gen. = Genitiv Imp. = Imperativ Nom. = Nominativ Pl. = Plural (1.Pl. = 1.Person Plural, usw.) PPA = „Partizip Präsens Aktiv“ Sg. = Singular (1.Sg. = 1.Person Singular, usw.) Farben in der Tabelle:BRAUN = Verbalstamm: zeigt die Verbbedeutung an.LILA = Unterstamm-Kennzeichen: zeigt den vom Verbalstamm abgeleiteten Unterstamm (hier: den Präsensstamm) an. Wo das Unterstamm...

  • Ironie

    Über das Wort „Ironie“ Genus, Betonung: die Ironie Plural: die Ironien (sprich: I-ro-ni-en) Abkürzung: — Herkunft: von griechisch eirōneíā Schalkhaftigkeit, Spott, Ironie Definition Die „Ironie“ ist ein Stilmittel. Eine „Ironie“ liegt vor, wenn der Autor in spöttischer Absicht das Gegenteil von dem sagt, was er meint, in einem Zusammenhang, wo der Leser oder Hörer klar verstehen kann und soll, dass das Gegenteil des Gesagten gemeint ist. Beispiele ÷ Gallia vāstātur – quae pāx potest esse certior? Gallien wird verwüstet – welcher Frieden könnte sicherer sein? Gemeint ist: Durch die Verwüstung...

  • Irrationale Zahlen

    Die irrationalen Zahlen sind alle Zahlen, die sich nicht als Quotient bzw. Verhältnis (lateinisch „ratio“) aus zwei ganzen Zahlen schreiben lassen, also nicht zur Menge \(\mathbb Q\) der rationalen Zahlen gehören. Die irrationalen und die rationalen Zahlen bilden zusammen die Menge \(\mathbb R\) der reellen Zahlen. (Es gibt keinen speziellen „Mengenbuchstaben“ für die Menge der irrationalen Zahlen, man kann sie beispielsweise als \(\mathbb R \setminus \mathbb Q\) schreiben. Den Unterschied zwischen rationalen und irrationalen Zahlen erkennt man an ihrer Darstellung als Dezimalzahlen: Es gibt...

  • Irregular verbs / Unregelmäßige Verben

    Unregelmäßige Verben (irregular verbs) unterscheiden sich in ihrer 2. Form, dem simple past, und in der 3. Form, dem past participle. Hier findest du eine Übersicht der wichtigsten unregelmäßigen Verben. Infinitive Simple Past Past Participle be was / were been sein beat beat beaten schlagen, besiegen become became become werden begin began begun anfangen blow blew blown blasen, wehen break broke broken (zer)brechen bring brought brought bringen build built built bauen buy bought bought kaufen catch caught caught fangen choose chose chosen (aus)wählen, aussuchen come came come kommen cost cost...

  • irreversibel

    Nicht umkehrbar. In der Thermodynamik werden Reaktionen dann als irreversibel bezeichnet, wenn sie von einem Ungleichgewichtszustand zu einem Gleichgewichtszustand führen.

  • is (Pronomen)

    Das Pronomen is gehört zur Unterwortart „Demonstrativpronomen“. Deklination Der Stamm des Pronomens is ist scheinbar in den meisten Formen e- (entstanden aus i- durch Assimilation von Vokalen). Seine Deklination gleicht in den meisten Formen den Adjektiven der ō/ā-Deklination. Folgende Formen weichen davon ab: • Der Nom.Sg. scheint beim Maskulin und Neutrum nur aus Endungen zu bestehen: is und id entsprechen den Endungen des Interrogativpronomens qu-is, qu-id. Beim Neutrum muss der Akk.Sg. gleich dem Nom.Sg. sein, also ebenfalls id. • Der Gen.Sg. und Dat.Sg. aller drei Genera haben die...

  • Islam

    Islam, eine der drei monotheistischen Religionen neben Christentum und Judentum. Als Religionsgründer gilt Mohammed, der von 570 bis 632 lebte. Heilige Schrift ist der Koran. Gott wird als Allah bezeichnet, das Gotteshaus ist die Moschee, Geistliche heißen Imame. Angehörige des Islam werden als Moslems oder Muslime bezeichnet. Islamische Herrschaft im Mittelalter Zwischen 632 und 634 stellte Abu Bakr (*um 573, †634), Schwiegervater des Propheten, als Kalif nach Mohammeds Tod und inneren Wirren von Medina aus die Einheit des Islam wieder her. Der zweite Kalif Omar I., auch Umar I. bezeichnet (...

  • Iso-

    [zu griech. isos »gleich«]: Vorsilbe in den Namen von chemischen Verbindungen, die anzeigt, dass eine zu einer anderen (Bezugs-) Verbindung isomere Verbindung (Isomerie) vorliegt. Zum Beispiel ist die Isocyansäure O=C=NH ein Isomer der Cyansäure HO–C≡N. Bei aliphatischen (offenkettigen) organischen Verbindungen wird dasjenige Isomer durch den Vorsatz Iso- (häufig abgekürzt i-) gekennzeichnet, dessen Kohlenstoffkette eine einzige einfache Verzweigung am Ende aufweist. Ein Beispiel dafür ist das Isobutan (nomenklaturgerechte Bezeichnung: 2-Methylpropan).

  • isobar

    [griech. baros »Schwere«, »Druck«]: Eeine Zustandsänderung eines Gases bei konstantem Druck. Isobare Zustandsänderungen eines idealen Gases werden durch das Gay-Lussacsche Gesetz beschrieben (Zustandsgleichung der Gase).

  • Isochore Zustandsänderung

    Die Zustandsänderung eines Gases nennt man in der Wärmelehre isochor (sprich: „isokohr“, von griech. isos „gleich“ und choros „Raum“), wenn sich dabei das Volumen des Gases nicht ändert. Bei einer isochoren Zustandsänderung wird keine Arbeit geleistet, da die Arbeit \(W = p\Delta V\) proportional zur Änderung des Volumens ist.

  • isotherm

    [griech. thermos »heiß«]: Der Verlauf der Zustandsänderung eines Gases bei konstanter Temperatur. Isotherme Zustandsänderungen eines idealen Gases werden durch das Boyle-Mariottesche Gesetz beschrieben.

  • Isotherme Zustandsänderung

    Die Zustandsänderung eines Gases nennt man in der Wärmelehre isotherm (von griech. isos „gleich“), wenn sich dabei die Temperatur des Gases nicht ändert. Dies ist (außer für den Fall, dass sich gar nichts ändert), nur möglich, wenn kontrolliert Wärme zu- oder abgeführt wird.

  • Isotope

    [griech. topos »Platz« (im Periodensystem)]: Verschiedene Atomsorten eines Elements. Isotope sind also Nuklide mit gleicher Ordnungszahl (Protonenzahl, Kernladungszahl), aber verschiedener Neutronenzahl und somit auch verschiedener Massenzahl. Da die Isotope in der Anzahl von Protonen und damit auch von Elektronen übereinstimmen, verhalten sie sich chemisch gleich und gehören zum selben chemischen Element. Sie sind deshalb im Periodensystem der Elemente an der gleichen Stelle einzuordnen. Vom Element Chlor existieren z. B. zwei in der Natur auftretende Isotope, deren Kerne sich folgendermaßen...

  • iste (Pronomen)

    Das Pronomen iste gehört zur Unterwortart „Demonstrativpronomen“. Deklination Der Stamm des Pronomens iste ist ist-. Seine Deklination gleicht in allen Formen dem Pronomen ille und in den meisten Formen den Adjektiven der ō/ā-Deklination. Folgende Formen weichen vom Adjektiv ab: • Der Nom.Sg. des Maskulins und Neutrums enden auf -e bzw. -ud. Dabei gehört -ud zu den typischen Pronominalendungen des Nom./Akk.Sg.n. mit Auslaut d (vergleiche ill-ud, qu-od, qu-id). Beim Neutrum muss der Akk.Sg. gleich dem Nom.Sg. sein, also ebenfalls istud. • Der Gen.Sg. und Dat.Sg. aller drei Genera haben die...

  • Italiker

    Italiker, die auf der Apenninenhalbinsel lebenden Stämme der Latiner, Umbrer, Sabiner, Samniten und Volsker. Sie sprachen ursprünglich nicht lateinisch, sondern hatten ihre eigenen Sprachen. Rom führte zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr. zahlreiche Kriege gegen diese Stämme und dehnte sein Herrschaftsgebiet durch die römische Expansion aus. Um 250 v. Chr. hatten die Römer alle italischen Stämme unterworfen und zu Bundesgenossen gemacht. Im Bundesgenossenkrieg 91 bis 88 v. Chr. siegt Rom über die aufständischen Italiker. Zur endgültigen Befriedung wird der freien Bevölkerung Italiens...

  • Iteration

    Iteration bzw. iteratives Vorgehen bedeutet, beim Lösen einer Gleichung zunächst einen relativ groben Näherungswert zu bestimmen, und von diesem aus durch wiederholtes Anwenden desselben Ansatzes auf eine bessere Lösungswerte zu kommen. Ein bekanntes iteratives Verfahren ist das Newton-Verfahren zur Bestimmung von Nullstellen.

  • IUPAC

    Abk. für International Union of Pure and Applied Chemistry (Internationale Union für Reine und Angewandte Chemie): Eine Organisation, welche die internationale Zusammenarbeit auf allen Gebieten der Chemie fördert, unter anderem durch die Erarbeitung einer international gültigen Nomenklatur für chemische Verbindungen.