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SED, Abkürzung für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, durch Zusammenschluss von Kommunistischer Partei Deutschlands (KPD) und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD) in der Sowjetischen Besatzungszone 1946 gegründete politische Partei. Den Zusammenschluss vollzogen im April 1946 der SPD-Politiker Otto Grotewohl (*1894, †1964, Ministerpräsident der DDR von 1949 bis 1964) und der KPD-Politiker Wilhelm Pieck (*1876, †1960, Präsidenten der DDR von 1949 bis 1960).

SED als zentrales Machtinstrument

Die SED war auf Betreiben der Kommunisten und mit Unterstützung der sowjetischen Militärverwaltung zustande gekommen. Bald setzten sich die Kommunisten durch. Anfangs trat die SED noch für den „Aufbau einer antifaschistischen-demokratischen Ordnung in ganz Deutschland“ ein und verfolgte einen deutschen Sonderweg zum Sozialismus. Später durchlief sie aber einen Prozess der Orientierung am Stalinismus der Sowjetunion.

In der Deutschen Demokratischen Republik war die SED die Staatspartei, die das politische und gesellschaftliche Leben dominierte. Alle wichtigen Entscheidungen fielen in den SED-Gremien, vornehmlich im Politbüro und im Zentralkomitee (ZK). Die Partei führte den Staatsapparat und die Justiz, plante, lenkte und überwachte im Sinne der sozialistischen Planwirtschaft die gesamte Wirtschaft. Auf den Parteitagen wurden die wesentlichen Beschlüsse abgesegnet.

Im 20-köpfigen Politbüro der SED war der Generalsekretär (Erster Sekretär des ZK) die stärkste Person. Als wichtigste Generalsekretäre gelten Walter Ulbricht (*1893, †1973, Erster Sekretär bzw. Generalsekretär der SED von 1950 bis 1971, Staatsratsvorsitzender der DDR von 1960 bis 1973) und sein Nachfolger Erich Honecker. Ulbricht prägte nach 1945 in der SBZ (als Vertrauter Stalins in der „Gruppe Ulbricht“) und nach Gründung der DDR 1949 bis zu seiner Absetzung 1971 wesentlich den Aufbau des Partei- und Staatsapparat.

Ende der SED und Nachfolgeparteien

Im Verlauf der friedlichen Revolution 1989 wurde das SED-Herrschaftssystem gestürzt. Am 18.12.1989 musste Honecker zurücktreten. Anfang Dezember 1989 strich die SED den Führungsanspruch der Partei aus der DDR-Verfassung, Politbüro und ZK traten zurück. Die SED ergänzte den Namen mit Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) und wählte Gregor Gysi (*1948) zum Vorsitzenden.

Nach der Wiedervereinigung 1990 trat die PDS bei Bundestags-, Landtags- und Europawahlen an und war besonders in den neuen Bundesländern erfolgreich. 2007 schloss sich die PDS mit der in Westdeutschland entstandenen Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) zur Linkspartei (Die Linke) zusammen.