So können Sie die Kommasetzung prüfen – damit Ihr Kind fehlerfrei schreibt

Eines der größten Probleme in der Rechtschreibung ist die korrekte Kommasetzung. Selbst viele Erwachsene sind bei diesem Thema unsicher. Kein Wunder – denn die deutsche Sprache ist ohnehin kompliziert und die Regeln der Kommasetzung sind leider eines der kompliziertesten Gebiete. Wenn Ihr Kind mit einem langen Text aus dem Deutschunterricht zu Ihnen kommt und es fehlen jegliche Kommata, sind Sie sattelfest in punkto Kommasetzung? Wir zeigen Ihnen, an welche Regeln Sie sich halten müssen und was es zu beachten gibt, damit Sie keine Schweißperlen mehr auf der Stirn haben, wenn Sie die Kommasetzung prüfen.

Kommasetzung prüfen – 6 Regeln, die Sie zum Kommaexperten machen!

Nr. 1 – Teilsätze, Wörter und Wortgruppen, die einen gleichen Rang haben, werden durch ein Komma getrennt.

©nanisimova

Beispiele:

• „Ich koche Nudeln, die Sonne scheint, beim Nachbarn wird gebohrt.“
• „Ich lernte diese Woche einen Blogtext zu schreiben, einen Kuchen zu backen, Schach zu spielen.“
• „Ihr neues, auffälliges, buntes Kleid gefällt mir sehr gut.“

Diese Regel ist noch recht einfach zu verstehen. Man trennt aneinandergereihte Hauptsätze sowie gleichrangige Wörter und Wortgruppen in Form einer Aufzählung voneinander.

Nr. 2 – Bei Teilsätzen, Wortgruppen oder Wörtern mit gleichem Rang werden keine Kommas gesetzt, wenn sie durch folgende Wörter miteinander verbunden sind:

• und
• oder
• entweder … oder
• sowie, wie (im Sinne von „und“)
• sowohl … als auch/wie
• nicht … noch
• weder … noch

©julia_sudnitskaya
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Beispiel:

• „Wir kaufen dicke Pullover sowie Stiefel für den Winter.“

Sind gleichrangige Hauptsätze durch und usw. verbunden, kann man allerdings ein Komma setzen, um die Gliederung des gesamten Satzes deutlich zu machen.

Beim Satz

• „Wir können jetzt anfangen Schach zu spielen (,) oder wir warten erst mal, bis der Tee fertig ist.“

wird durch ein fakultatives Komma die Gliederung bzw. der Satzablauf hervorgehoben. Das ist aber wie gesagt kein Muss.

Nr. 3 – Nebensätze werden durch ein Komma abgegrenzt, eingeschobene Nebensätze werden durch Kommata eingegrenzt.

Beispiele:

• „Als ich schlafen ging, war es noch hell.“
• „Mein Onkel, der im Urlaub ist, und meine Tante haben das Licht zu Hause brennen lassen.“
• „Ich kann nicht singen, weil ich heiser bin.“

Im zweiten Beispiel sehen wir auch den Sonderfall mit dem Komma vor dem und. Es markiert den eingeschobenen Nebensatz und muss deshalb gesetzt werden. Schon eine kleine Herausforderung, wenn Sie die Kommasetzung prüfen.

©gpointstudio
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Nr. 4 – Vor Infinitivgruppen wird unter folgenden Voraussetzungen ein Komma gesetzt
(Grundform des „Tu-Wortes“ = Infinitiv):

©panupong
©panupong

1. Wenn ohne, um, anstatt, statt, außer, als davorsteht.
• „Bei schlechtem Wetter nehme ich lieber das Auto, anstatt mit dem Fahrrad zu fahren.“
2. Wenn diese abhängig ist von einem Substantiv oder einem Verweiswort.
• „Ich hege die Philosophie, mehr zu lachen im Leben.“
• „Ich liebe es, gut zu essen.“

Es darf auch in anderen Fällen ein Komma gesetzt werden, wenn die Gliederung deutlich gemacht werden soll.

Nr. 5 – Kommasetzung prüfen für Fortgeschrittene!

Mit einem Komma abgegrenzt bzw. mit Kommas umschlossen werden Einschübe, Zusätze und Nachträge.

1. „Das kalte Wetter, mindestens minus 15 Grad, lässt mich gefrieren.“
2. „Meine Schwester, eine gute Köchin, nimmt an Kochwettbewerben teil.“
3. „Ich bin müde, d. h., ich werde dem Unterricht nicht folgen können.“
4. „Das Meeting findet am Mittwoch, den 6. Mai(,) statt.“
5. „Sie, ganz eifrig, zückte den Strafzettel.“

Diese Beispiele beziehen sich auf Parenthesen (= Schaltsätze) (1), nachgestellte Appositionen (2), nachgestellte Erläuterungen (3), mehrteilige Orts- und Zeitangaben ohne Präposition (4), nachgestellte Attribute.

©hasloo
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Nr. 6 – Ausrufe, Ausdrücke der Stellungnahme und Anreden werden durch ein Komma bzw. Kommata gekennzeichnet.

©astrid860
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Dabei ist die Anrede in Briefen und E-Mails selbstverständlich. Ausrufe wie ach oder oh werden ebenfalls abgetrennt. Mit Ausdrücken der Stellungnahme ist beispielsweise gemeint:

• „Ja, die Kommasetzung raubt mir den letzten Nerv.“

Komma-Chaos auf Nimmerwiedersehen!

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