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Lexikon

Rote Armee Fraktion

1. Lernjahr ‐ Abitur

Rote Armee Fraktion, Abkürzung RAF, eine aus den Studentenprotesten Ende der 1960er-Jahre hervorgegangene gewalttätige linksextremistische Splittergruppe.

Der bewaffnete Kampf

Die 1970 von Andreas Baader (*1943, †1977), Gudrun Ensslin (*1940, †1977), Horst Mahler (*1936), Ulrike Meinhof (*1934, †1976) und anderen gegründete RAF gefährdete mit Entführungen, Attentaten und Morden zeitweise den inneren Frieden in der Bundesrepublik Deutschland und wurde vom Staat als terroristische Vereinigung betrachtet, ihre Mitglieder wie ihre Sympathisanten von Polizei und Justiz verfolgt.

Die RAF wollte mit dem bewaffneten Kampf im Untergrund („Stadtguerilla“) die parlamentarische Demokratie und das kapitalistische Wirtschaftssystem umstoßen und eine kommunistische Gesellschaft schaffen.

Das Jahr 1977

Negativer Höhepunkt war das Jahr 1977 mit der Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback (*1920, †1977) am 7.4.1977, des Bankmanagers Jürgen Ponto (*1923, †1977) am 30.7.1977 sowie mit dem „deutschen Herbst“, der mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer (*1915, †1977) am 5.9.1977 begann.

Es folgten vom 13. bis 18.10.1977 die Entführung und anschließende Befreiung einer Lufthansamaschine durch ein Sonderkommando des Bundesgrenzschutzes (GSG 9) in Mogadischu (Somalia), der Mord an Schleyer am 17.10.1977 und die Selbstmorde der in Stuttgart-Stammheim inhaftierten verurteilten RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe am 18.10.1977. Die ebenfalls in Stuttgart-Stammheim einsitzende Ulrike Meinhof hatte sich 1976 vor Prozessbeginn getötet.

Die Opfer

Bis Ende 1977 wurden 32 Menschen getötet, davon 11 RAF-Terroristen. Weitere Morde und Anschläge bis zur Selbstauflösung der RAF im Jahr 1998 folgten. Zu den weiteren Opfern der RAF zählten der Bankmanager Alfred Herrhausen (*1930, †1989) und der Chef der Treuhandanstalt Detlev Rohwedder (*1932, †1991). Insgesamt wurden 61 Menschen getötet, darunter 27 RAF-Terroristen oder RAF-Sympathisanten, und rund 200 verletzt.

Es wurde von mehreren Generationen von RAF-Terroristen nach der Baader-Meinhof-Gruppe gesprochen. In den 1980er-Jahren unterstützte die DDR-Führung das Untertauchen von RAF-Mitgliedern, die nach dem Zusammenbruch der DDR verhaftet wurden.