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Marokkokrisen, die Auseinandersetzung zwischen den Kolonialmächten Frankreich und Deutschland 1905/06 und 1911 um den Einfluss in Marokko.

Als 1905 Frankreich versuchte, Marokko zu einem französischen Schutzgebiet zu machen, reiste Kaiser Wilhelm II. (*1859, †1941, deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) im Sinne seiner Außenpolitik des Neuen Kurses nach Tanger, um mit seinem Besuch den deutschen Wirtschaftsinteressen Nachdruck zu verleihen. In der darauffolgenden Konferenz von Algeciras wurde Deutschland isoliert und die Entente zwischen England und Frankreich gefestigt.

1911 protestierte das Deutsche Reich gegen das militärische Eingreifen Frankreichs in innere Unruhen Marokkos und entsandte das Kanonenboot Panther in den Hafen von Agadir (Kanonenbootdiplomatie). Durch ein Abkommen über Marokko und den Kongo wurde die Krise zwischen Frankreich und Deutschland beendet. Für die Anerkennung der „Schutzherrschaft“ Frankreichs in Marokko wurde Deutschland mit der Vorherrschaft in Kamerun entschädigt.

Mit seinem kriegerischen Auftreten, seiner Weltmachtpolitik und seiner aggressiven Diplomatie festigte Deutschland allerdings weiter die Entente.