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Magna Charta, das wichtigste englische Grundgesetz. Im Lateinischen heißt es Magna Charta Libertatum, die „große Urkunde der Freiheiten“.

Entstehung

Aufständische englische Barone nutzten 1215 die Schwäche der Monarchie, um ihre eigene Macht zu festigen. König Johann I. ohne Land (*1167, †1216, König von England seit 1199) bestätigte am 15.6.1215 den Vertretern des Adels und der Kirche in 63 Artikeln ihre angestammten Vorrechte.

Wesentliche Inhalte

Die Magna Charta sollte ursprünglich das Widerstandsrecht in feudalen mittelalterlichen System formulieren. Sie enthielt jedoch auch einige allgemeine Rechtsgrundsätze. So wurde jedem Freien zugestanden, dass er nicht willkürlich verfolgt, sondern nur durch seine Standesgenossen und nach dem Gesetz des Landes abgeurteilt werden darf. Auch regelte die Magna Charta generell die politischen Beziehungen zwischen König und Vasallen als ein Rechtsverhältnis, das beide Seiten bindet. Sie legt z.B. die Höhe der Abgaben der Barone an den König verbindlich fest.

In der Magna Charta wird den Baronen politische Mitbestimmung bei Entscheidungen zugesichert. Das Parlament der Barone wird „House of Lords“ (Oberhaus) genannt. Die Kontrolle königlichen Handelns wird durch ein Gesetz festgeschrieben. Damit steht der König unter dem Gesetz.

Die Urkunde, die immer wieder von nachfolgenden Königen bestätigt wurde, konnte vor allem in der Zeit der englischen Revolutionen im 17 Jahrhundert als Grundgesetz interpretiert und zum zentralen Bestandteil der ungeschriebenen englischen Verfassung werden.


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