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Lexikon

Indianerkriege

1. Lernjahr ‐ Abitur

Indianerkriege, die Unterdrückung und Bekämpfung der Ureinwohner Nordamerikas bis fast zu ihrer Vernichtung.

Siedler gegen Indianer

Ursprünglich lebten in Amerika mehr als eine Million Indianer. Die meisten „Weißen“ sahen jedoch in den „Rothäuten“ nur rechtlose „Wilde“. Im Jahr 1637 griffen Neuengländer eine Siedlung der Pequot an, aus Revanche für getötete Händler und Siedler, wobei sie jedoch die Feindseligkeiten nach eigenem Eingeständnis provoziert hatten. 1643 überfielen holländische Soldaten ein Indianerdorf und machten die Einwohner nieder. Daraufhin begab sich der Stamm der Algonquin auf den Kriegspfad.

Enteignung und Vertreibung

1830 ermächtigte ein Gesetz den Präsidenten im Osten beheimatete Indianer zu enteignen und über den Mississippi nach Westen abzuschieben. Bei der Vertreibung der Cherokee, das war nur ein Stamm, starben 4.000 der 15.000 Indianer.

Der Homestead Act von 1862 verursachte eine gewaltige Wanderungsbewegung von weißen Siedlern nach Westen. Gegen 10 US-Dollar Gebühr konnte jeder Amerikaner 160 Acres (= 64 Hektar) Land erwerben. Von 1860 bis 1890 wehrten sich die Prärieindianer vergeblich gegen das Vordringen der weißen Siedler in ihr Land.

Bei der Schlacht am Little Bighorn gelang es 1876 den Sioux und Cheyenne unter den Häuptlingen Crazy Horse (*um 1839, †1877) und Sitting Bull (*um 1831, †1890) zum letzten Mal, amerikanische Armeeeinheiten unter General George Armstrong Custer (*1839, †1876) zu besiegen.

Auswirkungen

Das Vordringen der weißen Siedler nach Westen endete mit dem Zusammenpferchen der Indianer in Reservaten und der nahezu vollständigen Ausrottung der Büffel (Bisons), der Lebensgrundlage der Indianer. Viele tausend Indianer starben an den aus Europa eingeschleppten Krankheiten.

Am Ende des 19. Jahrhunderts lebten nur noch etwa 200.000 Indianer in den Vereinigten Staaten, zumeist in unzureichenden und abgelegenen Reservaten. Erst 1924 erhielten sie das volle Bürgerrecht.