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  • Babylonier

    Babylonier, frühe Hochkultur in Mesopotamien. Nach dem Untergang des Reichs der Sumerer um etwa 2000 v. Chr. rivalisierten mehrere Mächte in Mesopotamien. Dem Babylonierkönig Hammurapi gelang es, rivalisierende Staaten auszuschalten und ein Großreich zu errichten, das ganz Mesopotamien mit der Hauptstadt Babylon umfasste. Babylon lag etwa 90 Kilometer südlich von Bagdad im heutigen Irak. Babylon war eine der bedeutendsten Städte der Antike.

  • Balkankonflikt

    Balkankonflikt, die jahrzehntelangen Nationalitätenkonflikte im Vielvölkerstaat Jugoslawien, die nach dem Tod Josip Titos (*1892, †1980, jugoslawischer Marschall seit 1943, Staatspräsident seit 1953) 1980 offen zutage traten. Die Konflikte weiteten sich 1991 zu einem Krieg aus, nachdem sich am 25.7.1991 die Teilrepubliken Slowenien sowie Kroatien für unabhängig erklärten. Die serbische Bevölkerung im ehemaligen Jugoslawien, die in allen Teilrepubliken mit einer Minderheit vertreten war, aber während des Kommunismus eine politisch dominierende Rolle im Land innehatte, fürchtete Machteinbußen...

  • Balkankriege

    Balkankriege, kriegerische Auseinandersetzungen auf dem Balkan 1912/13. Nach der Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn verstärkte sich der Konflikt mit Serbien, das selbst Großmacht sein wollte (Balkankrise 1908). Die Idee des Panslawismus, der Solidarität aller slawischen Völker, führte zur Unterstützung Serbiens durch Russland. Dem Zusammengehen von Russland mit Serbien entsprach die Unterstützung Österreich-Ungarns durch Deutschland. Der 1. Balkankrieg im Oktober 1912 endete mit der Niederlage der Türkei gegen die Staaten des Balkanbundes (Serbien, Bulgarien...

  • Bauernkrieg

    Bauernkrieg, der Aufstand der bäuerlichen Bevölkerung von 1524 bis 1526 in Schwaben, Franken, Thüringen und im Elsass gegen ihre adligen Landesherren. Bauernaufstand und Reformation Der Lehre Luthers folgend, wonach sie niemand außer Gott untertan seien, erhoben sich die Bauern, um für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Die Bauern trugen die Hauptlast der mittelalterlichen Gesellschaft. Schon im 14. und 15. Jahrhundert hatte es in Deutschland Aufstände von Bauern gegeben, die jedoch regional begrenzt blieben. Die sozialen Forderungen der Bauern waren größtenteils nicht neu. Im 15. und 16...

  • Befreiungskriege

    Befreiungskriege, die Kriege der europäischen Mächte gegen die Vormachtstellung Frankreichs unter Napoleon Bonaparte in den Jahren 1813 bis 1815. Nach Napoleons äußerst verlustreichem Russlandfeldzug (1812) strebten die europäischen Mächte danach, die Fremdherrschaft abzuschütteln. In der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wurde Napoleon entscheidend geschlagen. Die Armeen Preußens, Österreichs und Russlands kämpften vereint. 1815 wurde er in der Schlacht bei Waterloo (Belgien) von England und Preußen endgültig besiegt. Dort war der deutsche General Fürst Gebhard Leberecht Blücher (*1742, †1819...

  • Benediktiner

    Benediktiner, ein Orden, der sich auf Benedikt von Nursia (*um 480, †547) beruft, der um 529 am Monte Cassino in Süditalien eine Mönchsgemeinschaft um sich sammelte und ihr eine Regel (Benediktregel) gab. Diese verbindet Gebet und Arbeit (lateinisch „ora et labora“), fordert strenge Unterordnung unter den Abt, den ständigen Aufenthalt im Heimatkloster und dauernden Gottesdienst. Die Benediktiner im Frühmittelalter kümmerten sich zum einen um die Mission und nahmen zum anderen an Landesaufbau und Kolonisation. Sie waren deshalb sehr wichtig für die Christianisierung. Ein wichtiger Missionar war...

  • Berliner Blockade

    Berliner Blockade, die von der angeordnete Sperrung der Land- und Wasserwege für den Personen- und Güterverkehr zwischen den drei Westsektoren Berlins und Westdeutschland vom 24.6.1948 bis 12.5.1949. Die Blockade sollte die westlichen Besatzungsmächte zur Aufgabe der wirtschaftlichen und politischen Verbindungen zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen zwingen. Auslöser war die Währungsreform in den Westzonen und den Westsektoren Berlins vom 20.6.1948. Während der Berliner Blockade sicherte die Berliner Luftbrücke mit amerikanischen und britischen Flugzeugen („Rosinenbombern“) die...

  • Berliner Mauer

    Berliner Mauer, von der DDR veranlasste Sperrmaßnahmen an der Grenze zwischen dem Ostsektor und den drei Westsektoren Berlins quer durch die Stadt und um die Westsektoren herum. Der „antifaschistische Schutzwall“ Mit den Baumaßnahmen zur Abriegelung West-Berlins wurde in der Nacht zum 13.8.1961 mit Zustimmung der Mitgliedsstaaten des Warschauer Pakts begonnen. Bis auf wenige kontrollierte Grenzübergänge wurde West-Berlin hermetisch abgeriegelt. Noch am 15.6.1961 betonte Walter Ulbricht (*1893, †1973, Erster Sekretär bzw. Generalsekretär der SED von 1950 bis 1971, Staatsratsvorsitzender der DDR...

  • Berlinfrage

    Berlinfrage, die besondere Situation der Stadt Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 bis zur Wiedervereinigung 1990. Die Entstehung der Berlinfrage Aufgrund von Vereinbarungen der vier Siegermächte (z. B. Berliner Viermächteerklärung vom 5.6.1945) wurde Berlin von britischen, französischen, amerikanischen und sowjetischen Truppen besetzt und in vier Sektoren aufgeteilt sowie eine gemeinsame Verwaltung durch die Alliierte Hohe Kommandantur Berlin geschaffen. Damit lag Berlin mitten in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und erhielt einen Sonderstatus mit Rechten aller vier Siegermächte...

  • Besatzungsstatut

    Besatzungsstatut, von den drei westlichen Besatzungsmächten USA, Großbritannien und Frankreich am 21.9.1949 nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland einseitig erlassene Regelung des Verhältnisses ihrer Hoheitsorgane zu denen des neuen Staates. Das Besatzungsstatut beendete die Militärregierung in den drei westlichen Besatzungszonen. Dem Alliierten Kontrollrat folgte die Alliierte Hohe Kommission. Es übertrug Bund und Ländern eine eingeschränkte Souveränität. Die drei westlichen Besatzungsmächte behielten sich jedoch gewisse Zuständigkeit vor, etwa in den Bereichen Außenpolitik...

  • Besatzungszonen

    Besatzungszonen, die Einteilung Deutschlands und Österreichs nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft durch die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich. Dies war auf der Potsdamer Konferenz beschlossen worden. Für die Regelung aller Fragen, die Deutschlands als Ganzes betreffen, wurde als oberstes Kontrollorgan der Alliierte Kontrollrat geschaffen. Unterschiedliche Besatzungspolitik Schon bald nach der Potsdamer Konferenz setzten die Siegermächte in ihren Besatzungszonen unterschiedliche Vorstellungen durch. Auf der...

  • Bestattungsriten (ägyptische Hochkultur)

    Bestattungsriten (ägyptische Hochkultur), alle, auch religiös motivierte Handlungen rund um die Bestattung von Toten. In der ägyptischen Hochkultur musste der Verstorbene vor einem Totengericht vor dem Gott Osiris Rechenschaft über sein Leben ablegen, um im Jenseits weiterleben zu dürfen. Dies entsprach der ägyptischen Religion: Die Ägypter glaubten an viele Götter (Polytheismus) und ein Leben nach dem Tod. Schwester oder Gemahlin des menschenähnlichen Herrn des Totenreichs Osiris (grünhäutig mit Krummstab und Geißel) war die menschenähnliche Göttin Isis mit Thronhieroglyphe auf dem Kopf...

  • Bestattungsriten (Steinzeit)

    Bestattungsriten (Steinzeit), alle, auch religiös motivierte Handlungen rund um die Bestattung von Toten. Die ersten Funde von Gräbern mit Grabbeigaben, z.B. Ketten aus Muscheln oder Tierzähnen, aber auch Nahrung und Werkzeuge, stammen von Neandertalern in der Altsteinzeit. Die Grabfunde zeigen, dass die Neandertaler schon an eine Daseins form nach dem Tod dachten. Auch Höhlenmalereien und Bestattungszeremonien anderer Menschen zeugen von ersten religiösen Vorstellungen. In der Jungsteinzeit bestatten größere Gemeinschaften ihre Toten in Großsteingräbern (Hünengräber). Die Gräber wurden mit...

  • Bettelorden

    Bettelorden, im 13. Jahrhundert entstandene Orden, zu denen die Dominikaner, Franziskaner und Augustiner zu rechnen sind. Unter Berufung auf das Evangelium lehnten sie für den Orden jeglichen weltlichen Besitz ab und strebten eine Reform des Ordenswesens an. Während die älteren Orden in der klösterlichen Abgeschiedenheit wirkten, drängten die Bettelorden in die Städte, um hier aktiv in Seelsorge, Mission und im Kampf gegen Ketzer tätig zu sein.

  • Bill of Rights

    Bill of Rights, zum einen das englische Staatsgrundgesetz, das 1689 die verfassungsrechtlichen Ergebnisse der Glorious Revolution sicherte (Englische Revolutionen). In 13 Artikeln wurde die Macht des Königs eingegrenzt und die des Parlaments gestärkt (etwa durch den Verzicht der Krone auf Außerkraftsetzung von Gesetzen, auf kirchliche Sondergerichtsbarkeit, auf Besteuerungen und Truppenaushebungen ohne Zustimmung des Parlaments, dessen Wahlen und Redefreiheit garantiert wurden). Zudem wurden das Petitionsrecht und ordentliche Gerichtsverfahren durch Geschworenengerichte gewährleistet...

  • Bismarck

    Bismarck, Otto, von, deutscher Staatsmann, der von 1815 bis 1898 lebte. Bismarck war Graf von Bismarck-Schönhausen (seit 1865), Fürst (seit 1871) und Herzog von Lauenburg (seit 1890). Als preußischer Ministerpräsident (1862 bis 1890), als Kanzler des Norddeutschen Bundes (1867 bis 1871) und als deutscher Reichskanzler (1871 bis 1890) war Bismarck lange Jahre hindurch die bestimmende Persönlichkeit in der deutschen Politik.Führender Politiker Bismarck stammte aus dem ostelbischen Kleinadel und studierte zunächst Jura in Göttingen und Berlin. Der Revolution von 1848/49 stand er ablehnend...

  • Blitzkrieg

    Blitzkrieg, zusammenwirkender massiver Einsatz von Boden-, Luft- und Seestreitkräfte in einer kriegerischen Auseinandersetzung (Angriffskrieg), um einen schnellen, überraschenden Kriegserfolg zu erzielen. Als militärische Strategie sollten mit dem Blitzkrieg lang andauernde Kämpfe, die bis zu einem totalen Krieg führen können, vermieden werden. Die Strategie des Blitzkriegs wurde im Zweiten Weltkrieg von Generalleutnant Erich von Manstein (*1887, †1973, später Generalfeldmarschall und Befehlshaber der Heeresgruppe Süd) entwickelt. Als Blitzkriege können der Überfall auf Polen am 1.9.1939, der...

  • Böhmisch-Pfälzischer Krieg

    Böhmisch-Pfälzischer Krieg, die erste Phase des Dreißigjährigen Kriegs von 1618 bis 1623. Auslöser waren der Prager Fenstersturz, die Absetzung von Kaiser Ferdinand II. (*1578, †1637, katholischer König von Böhmen seit 1617, König von Ungarn seit 1618, römisch-deutscher Kaiser seit 1619) als böhmischer König und die Wahl des Protestanten Friedrich V. (*1596, †1632, Kurfürst von der Pfalz seit 1610) als Friedrich I. zum König von Böhmen („Winterkönig“). Im Böhmisch-Pfälzischen Krieg besiegte die kaiserlich-spanische Armee unter dem Feldherrn Johann Tserclaes Graf von Tilly (*1559, †1632) das...

  • Bolschewiki

    Bolschewiki, Bolschewisten, die Mehrheitsgruppe der russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die der Minderheitengruppe der Menschewiki gegenüberstand. Während sich die Menschewiki im Mai 1917 an der Provisorischen Regierung nach Beendigung der Zarenherrschaft beteiligten und für eine parlamentarische Demokratie eintraten, forderten die Bolschewiki die Überwindung der bisherigen Herrschaftsformen im Sinne des Sozialismus und die Errichtung eines sozialistischen Staates. Die Bolschewiki wollten alleine die Macht im Land übernehmen. Ihre politische Propaganda mit Losungen wie „Alle Macht...

  • Bronzezeit

    Bronzezeit, Epoche der Menschheitsgeschichte, die um etwa 1800 v. Chr. begann und bis 800 v. Chr. reichte. Die Bronzezeit zählt zur Metallzeit. In der Bronzezeit wurde Bronze das bevorzugte Material zur Herstellung von Geräten, Waffen und Schmuck. Händler sorgten für den Austausch der Waren. Bronze ist ein Sammelbegriff für Legierungen von Kupfer mit anderen Metallen. In der Regel wurden etwa neun Teile Kupfer mit einem Teil Zinn verschmolzen, da es wie kein anderes Metall die Härte und Festigkeit steigert.

  • Bundeskanzler

    Bundeskanzler, seit 1949 der Chef der Bundesregierung, der Exekutive, der Bundesrepublik Deutschland. Er wird vom Bundestag gewählt und bestimmt gemäß Grundgesetz die Richtlinien der Politik. Bundeskanzler waren von Konrad Adenauer von 1949 bis 1963 und Ludwig Erhard (*1897, †1977, Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963) von 1963 bis 1966 an der Spitze von Koalitionen aus CDU/CSU und FDP sowie Kurt Georg Kiesinger (*1904, †1988, von 1958 bis 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, von 1967 bis 1971 Bundesvorsitzender der CDU) an der Spitze einer Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Nach...

  • Bundespräsident

    Bundespräsident, das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland seit 1949. Der Bundespräsident nimmt hauptsächlich repräsentative Funktionen wahr. Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt. Diese setzt sich aus den Abgeordneten des Bundestags und aus einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Parlamenten der Bundesländer entsandt werden, zusammen. Bundespräsidenten waren der FDP-Politiker Theodor Heuss (*1884, †1963) von 1949 bis 1959, der CDU-Politiker Heinrich Lübke (*1894, †1972) von 1959 bis 1969, der SPD-Politiker Gustav Heinemann (*1899, †1976) von 1969 bis...

  • Bundesrat

    Bundesrat, die seit 1949 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vorgesehene Länderkammer in der föderalen parlamentarischen Demokratie. Über den Bundesrat wirken die Gliedstaaten bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit. Die Bundesländer als Gliedstaaten eines Bundesstaats und im Grundgesetz lediglich als Länder bezeichnet sind die teilsouveränen Einzelstaaten. Im Zuge der Wiedervereinigung kamen 1990 zu den elf »alten« Bundesländern fünf neue sowie das ehemalige Ost-Berlin hinzu, das heute zum Land Berlin gehört. 1952 waren diese fünf Länder der DDR zugunsten von 14 Bezirken...

  • Bundesrepublik Deutschland

    Bundesrepublik Deutschland, der 1949 auf dem Boden des ehemaligen Deutschen Reichs entstandene Staat, der die drei Besatzungszonen der westlichen Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich umfasste. Staatsgründung Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden politische Parteien gegründet bzw. wiedergegründet, am 11.6.1945 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in Berlin; es folgten die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Christlich Demokratische Union (CDU) bzw. in Bayern die Christlich Soziale Union (CSU). Die Liberalen der Westzonen gründen 1948 die...

  • Bundestag

    Bundestag, seit 1949 das Parlament gemäß Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Der Bundestag geht aus allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlen hervor, die grundsätzlich alle vier Jahre stattfinden (Bundestagswahlen). Die gewählten Bundestagsabgeordneten sind alleine ihrem Gewissen unterworfen und an Weisungen nicht gebunden. Sie schließen sich entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit zu Bundestagsfraktionen zusammen. Fraktionen mit einer Mehrheit im Bundestag bilden eine Koalition, die die Bundesregierung trägt. Der Bundestag wählt den Bundeskanzler und übt...

  • Bündnis 90/Die Grünen

    Bündnis 90/Die Grünen, 1993 gegründete politische Partei, die durch den Zusammenschluss von Bündnis 90 und der Partei Die Grünen entstand. Die Grünen wurden 1980 gegründet. Die Partei ging aus verschiedenen Strömungen und Bürgerinitiativen der Friedensbewegung und der Umweltbewegung hervor und galt lange als „alternative“ Partei zu den „etablierten“ Parteien CDU, SPD, FDP und CSU. Die Grünen waren von 1983 bis 1990 im Bundestag vertreten. In der DDR wurde 1989 eine Grüne Partei gegründet, die sich nach der Volkskammerwahl 1990 mit dem Bündnis der Bürgerbewegungen in der DDR zu Bündnis 90/Grüne...

  • Bündnissystem

    Bündnissystem, das von Reichskanzler Otto von Bismarck nach der Reichsgründung 1871 geschaffene Geflecht von Bündnissen zwischen europäischen Großmächten. Das Prinzip Gleichgewicht der europäischen Mächte Bismarck schuf mit dem Deutschen Kaiserreich mitten in Europa einen wirtschaftlich und militärisch starken Nationalstaat, den die europäischen Nachbarn, insbesondere Frankreich, fürchteten. Bismarcks außenpolitischen Ziele waren die Vermeidung eines Zweifrontenkriegs für Deutschland (gegen Russland im Osten und Frankreich im Westen), die Isolation Frankreichs („Erbfeindschaft“ nach dem Krieg...

  • Burg

    Burg, im Hochmittelalter Wohnsitz, Verteidigungsanlage und Herrschaftszentrum von Adligen. Sie bauten anstelle einfacher Befestigungen damals nahezu uneinnehmbare Steinburgen auf Bergkuppen oder an anderen strategisch wichtigen Punkten wie Wasserläufen. Auch der niedere Adel folgte diesem Beispiel. Im Mittelalter gab es in Deutschland schätzungsweise 15 000 bis 20 000, in Frankreich sogar 40 000 Burgen. Komfort und Größe der Burgen waren sehr unterschiedlich. Nur reiche Adelsgeschlechter konnten sich große Burganlagen leisten. Die Wohnburgen der armen Ritter bestanden vielfach nur aus...

  • Bürger

    Bürger, im Mittelalter ausschließlich der Bewohner einer Stadt (Stadtbürger). Aber nicht alle Stadtbewohner waren zugleich Bürger. Unfreie Zuzügler konnten, wenn sie ein Jahr unbehelligt in der Stadt lebten, das Bürgerrecht erwerben („Stadtluft macht frei“). Die Bürger freier Reichsstädte wie Frankfurt waren nicht der Grundherrschaft unterworfen und entwickelten ein eigenes Rechtssystem (Bürgerrecht). Handwerker gegen Patrizier Bald bildete sich in den neuen Städten eine Oberschicht heraus. Sie entstand aus den reichen Kaufmannsgeschlechtern. Diese nannten sich in Anlehnung an römische...

  • Bürger (griechische Antike)

    Bürger (griechische Antike), Bewohner einer Polis, die die Rechte besaßen, aktiv am politischen Leben teilzunehmen. Bürger konnten ausschließlich freie und reiche Männer sein. Das Bürgerrecht war erblich, konnte aber auch an auswärtige Personen verliehen werden. Nicht politisch mitbestimmen und ohne Bürgerrecht waren Metöken, Frauen und Sklaven. Bürger waren immer auch Landbesitzer. Je nachdem, wie viel ihr Land einbrachte, wurden sie in Vermögensklassen eingeteilt. Die reichsten aus den ersten beiden Vermögensklassen stellten Soldaten zu Pferde für das Heer.