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  • Habsburger

    Habsburger, Adelsgeschlecht und Herrscherdynastie im Deutschen Reich, das sie von 1273 bis 1806 und dem Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation beherrschten. Die Habsburger stammten aus dem Schweizer Kanton Aargau und hatten Güter im Elsass und am Oberrhein. Ihr Aufstieg begann mit der Wahl Rudolf I. von Habsburg (*1218, †1291) zum deutschen König (1273) und der Belehnung seiner Söhne Albrecht I. (*1255, †1308, deutscher König seit 1298) und Rudolf (*1271, †1290) mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark (1282). Seit dem 15. Jahrhundert wird ihr Herrschaftsgebiet als Haus...

  • Habsburgische Umklammerung

    Habsburgische Umklammerung, Bezeichnung für die empfundene Umzingelung Frankreichs durch habsburgische Besitztümer (Burgund, Deutschland, Spanien). Der habsburgisch-französische Kampf um die Vorherrschaft in Europa bestimmte über mehrere Jahrhunderte die europäische Politik. Dabei sah sich Frankreich von den Habsburgern „umklammert“. In dieser Situation wurden auch Bündnisse von Frankreich mit dem Osmanischen Reich, je nach Erfordernissen der Auseinandersetzung, von Fall zu Fall geschlossen.

  • Hallstein-Doktrin

    Hallstein-Doktrin, die Forderung der Bundesrepublik Deutschland nach dem Alleinvertretungsrecht für alle Deutschen. Die Bundesrepublik drohte allen Ländern, außer der UdSSR, mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen, wenn diese die DDR international anerkennen würden. Diese vom Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Walter Hallstein (*1901, †1982), formulierte Hallsteindoktrin wurde zweimal angewandt: 1957 gegen Jugoslawien, 1963 gegen Kuba. Im Zuge der Ostpolitik unter Bundeskanzler Willy Brandt (*1913, †1992, Bundeskanzler von 1969 bis 1974) wurde diese stumpfe diplomatische Waffe...

  • Hambacher Fest

    Hambacher Fest, Treffen von etwa 30 000 Menschen, unter anderem Studenten (Burschenschaften) und Handwerker, die im Mai 1832 (Vormärz) mit schwarz-rot-goldenen Fahnen zur Ruine des Hambacher Schlosses bei Neustadt an der Weinstraße zogen. Unter den Farben Schwarz-Rot-Gold hatten viele gegen Napoleon gekämpft. Die Farben der Fahnen symbolisierten nationale Einheit, Freiheit und Gerechtigkeit. Ihre Forderungen entsprachen denen des Wartburgfestes und richteten sich gegen die Restauration im Deutschen Bund. Revolutionäre Stimmung Als im Juli 1830 der französische König Karl X. (*1757, †1836...

  • Hammurapi

    Hammurapi, König Babyloniens von 1728 bis 1686 v. Chr. Er schaltete rivalisierende Staaten aus und errichtete dadurch ein Großreich, das ganz Mesopotamien umfasste. Babylon war die Hauptstadt Babyloniens. Das Großreich zerfiel allerdings bereits unter seinem Nachfolger. Hammurapi ließ als erster Herrscher der Erde Gesetze, die als Codex Hammurapi bekannt sind, auf einer 2,25 Meter hohen Steinsäule für das Volk öffentlich ausstellen. Alle Betroffenen kannten damit ihr Recht. Richterwillkür war eingeschränkt, wenn auch nicht ausgeschlossen, da letztlich die soziale Stellung eines Täters...

  • Hannibal

    Hannibal, Heerführer und Politiker Karthagos, der von 247 bis 183 v. Chr. lebte. Als sein Schwager Hasdrubal einem Mordanschlag zum Opfer fiel, übernahm der 25-jährige Hannibal mit Einwilligung des karthagischen Senats die Herrschaft. Nach der Niederlage im Ersten Punischen Krieg versuchte Karthago in Spanien eine neue Handels- und Machtbasis aufzubauen. Durch die Eroberung Sagunts (Spanien) löste Hannibal den Zweiten Punischen Krieg aus. Zur Überraschung der Römer zog er mit 20.000 Soldaten, 6.000 Reitern sowie Elefanten von Spanien aus über Frankreich durch das Rhonetal und die Schweiz über...

  • Hanse

    Hanse, im 13. Jahrhundert entstandene Vereinigung norddeutscher Kaufleute und Städte (Hansestädte) zur Wahrung ihrer Handelsinteressen und zum gegenseitigen Schutz. Die Hanse wurde allein durch gemeinsame Wirtschaftsinteressen zusammengehalten. Es gab keine gemeinsamen Gesetze. Über das gemeinsame Vorgehen wurde auf den Hansetagen beraten. Die meisten Hansetage fanden in Lübeck statt, auch der erste im Jahr 1356. Die Blütezeit der Hanse Die Städtehanse erlebte von 1250 bis etwa 1400 ihre Blütezeit und umfasste an die 200 Städte. Die wirtschaftliche Macht der Hanse ging auf die Beherrschung der...

  • Harzburger Front

    Harzburger Front, der Zusammenschluss von Deutschnationaler Volkspartei (DNVP), Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten, der Vereinigung Vaterländischer Verbände und der NSDAP auf einer Tagung in Bad Harzburg am 11.10.1931. Ziel war die Demonstration der Einigkeit der »nationalen Opposition« im Kampf gegen die mit Notverordnungen regierende Regierung unter Reichskanzler Heinrich Brüning (*1885, †1970). Das politisches Bündnis scheiterte an der Rivalität ihrer Führer Adolf Hitler, Alfred Hugenberg (*1865, †1951) von der DNVP und Franz Seldte (*1882, †1947, deutscher Fabrikant und Politiker...

  • Hatschepsut

    Hatschepsut, Pharaonin in der 18. Dynastie, regierte von 1479 bis 1458 v. Chr., Tochter des Pharaos Thutmosis I. Sie war beim Volk angesehen, führte keinen Krieg und förderte den Handel. Ihre Regierungszeit galt als blühende Epoche.

  • Hegemonie (griechische Antike)

    Hegemonie (griechische Antike), die Vorrangstellung oder Vorherrschaft eines Staates über einen oder mehrere andere Staaten. Der aus dem griechischen stammende Begriff bedeutet wörtlich „Oberbefehl“. Hegemonie kann durch Verträge abgesichert sein oder auch auf einem wirtschaftlichen, kulturellen, strategischen oder militärischen Übergewicht beruhen. In der griechischen Antike bestand seit dem Peleponnesischen Krieg die Hegemonie Spartas gegenüber Athen, später auch die Hegemonie Thebens (von 371 bis 362/338 v. Chr.), Makedoniens und Roms.

  • Heilige Allianz

    Heilige Allianz, Zusammenschluss Russland, Preußens und Österreichs nach dem Wiener Kongress 1815. Ziele der Allianz waren die Sicherung der auf dem Wiener Kongress erreichten europäischen Ordnung, die Sicherung der bestehenden Monarchien und die Abwehr demokratischer Bestrebungen (Restauration). Alle europäischen Staaten außer Großbritannien und dem Vatikan schlossen sich der Allianz an, die sich gegen jede demokratische Bestrebung richtete. Die Mitglieder versprachen, ihren Staaten Verfassungen zu geben, lösten dies aber nicht ein. Die Hoffnungen vieler Menschen auf politische Mitbestimmung...

  • Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation

    Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, seit dem späten 15. Jahrhundert die offizielle Bezeichnung für das Deutsche Reich. Im Lateinischen heißt es „Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae“). Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation endete 1806 mit der Abdankung von Kaiser Franz II. Joseph Karl (*1768, †1835, letzter römischer Kaiser seit 1792, als Franz I. Kaiser von Österreich seit 1804).

  • Heliozentrisches Weltbild

    Heliozentrisches Weltbild, die Entdeckung des Astronomen und Mathematikers Nikolaus Kopernikus (*1473, †1543), dass sich die Erde wie andere Planeten um die Sonne (griechisch „helios“) bewegt. Ein halbes Jahrhundert später bestätigte der italienische Philosoph, Mathematiker und Astronom Galileo Galilei (*1564, †1643) aufgrund eigener Forschungen diese Behauptung. Damit widersprachen beide der These, dass die Erde (griechisch „geo“) der Mittelpunkt des Universums sei (geozentrisches Weltbild), eine Vorstellung, die von der Kirche trotzdem weiter gepflegt wurde. Unter der Leitung des Kartografen...

  • Hellenismus

    Hellenismus, historische Epoche, die 334 v. Chr. mit den Eroberungszügen Alexanders des Großen beginnt. Der Begriff wird von Hellenen, „die Griechen“, abgeleitet. Alexander führte das Ziel seines Vaters, des makedonische Königs Phillipp II. (*um 382, †336 v. Chr.), fort, mit dem Hellenischen Bund die kleinasiatischen Griechen von den Persern zu befreien. Im Norden Griechenlands entstand unter König Philipp II. der mächtige Staat Makedonien. Er unterwarf im Süden die griechischen Stadtstaaten, die durch die Kämpfe zwischen Athen und Sparta geschwächt waren, und schloss sie unter seiner...

  • Herzog

    Herzog, in germanischer Zeit ein Heerführer für die Dauer eines Kriegszugs, in der Zeit der Merowinger ein den Grafen übergeordneter Beamter (Amtsherzog), der vor allem militärische Aufgaben hatte. Seit dem 7. Jahrhundert entwickelten sich Stammesherzogtümer, die sich auf einen Volksstamm bezogen, erblich wurden und königliche Macht anstrebten. Um die Macht der Stammesherzöge wieder unter die Reichsgewalt zu stellen, begann das Königtum unter Otto I. den Kampf um die Umwandlung der Stammes- in Amtsherzogtümer. Die Selbstständigkeit der Herzöge wurde eingeschränkt, ihr territorialer Besitz...

  • Hexenhammer

    Hexenhammer, eine Sammlung aller Punkte zum Hexenglauben mit Begründung zur Vernichtung von Hexen in der Zeit der Hexenverfolgung. Der Hexenhammer erschien 1487 und schrieb Folter vor, um Geständnisse zu erpressen. Nach der Folter folgte normalerweise der Tod auf dem Scheiterhaufen. Beispiel für Foltermethoden Bei der Wasserprobe wurde eine „Hexe“ an Händen und Füßen gefesselt ins Wasser geworfen, wobei sie oft ertrank. Ging sie nicht unter, war der Beweis erbracht, dass sie mit dem Teufel im Bund war. Bei der Nadelprobe stach man einer „Hexe“ mit einer sogenannten „Hexennadel“ in eine Warze...

  • Hexenverfolgung

    Hexenverfolgung, die Verfolgung und Hinrichtung von Menschen, die nach Auffassung der Kirche zur Erlangung übernatürlicher Kräfte einen Bund mit dem Teufel geschlossen hätten. Die Verfolgung (Hexenwahn) grassierte ca. 350 Jahre, vor allem zwischen 1430 und 1780. Gründe für den Hexenwahn Insbesondere in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatten die Menschen in Mitteleuropa vermehrt unter Seuchen wie der Pest, starken Klimaschwankungen, Missernten und Hungersnöten zu leiden. In ihrer Not suchten viele nach Sündenböcken. Gejagt wurden nicht nur Frauen, fast jedes fünfte Opfer war ein Mann...

  • Hieroglyphenschrift

    Hieroglyphenschrift, um 3000 v. Chr. aus etwa 800 Bildzeichen von Tieren und Gegenständen (Hieroglyphen) entwickelte Schrift in der ägyptischen Hochkultur. Sie war Voraussetzung für Staat und Verwaltung sowie für die Wissenschaft. Mithilfe der Hieroglyphenschrift wurden z. B. die Befehle des Pharaos festgehalten und umgesetzt.

  • Hildegard von Bingen

    Hildegard von Bingen, Äbtissin der Benediktinerinnen, die von 1098 bis 1179 lebte und vor allem an Nahe (Disibodenberg) und Rhein (Bingen, Eibingen) tätig war. Schon zu Lebzeiten bewunderten Zeitgenossen die geistlich und politisch einflussreiche Frau. Sie wurde als zehntes Kind adliger Eltern geboren. Bereits in jungen Jahren hatte sie im Kloster Visionen, die sie aufschrieb. Während der Synode von Trier (1147/48) wurde einer Versammlung von Kardinälen und Priestern aus ihren Aufzeichnungen vorgelesen. Neben Briefwechseln mit Päpsten und Königen gehören zu ihrem umfangreichen...

  • Hindenburg

    Hindenburg, Paul von, Generalfeldmarschall (seit 1914) und Reichspräsident der Weimarer Republik (seit 1925). Er lebte von 1847 bis 1934. Der Militär Nach der Teilnahme an den Kriegen von 1866 und 1870/71 stieg Hindenburg zum kommandierenden General auf. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er Oberbefehlshaber an der Ostfront gewann er als Kriegsheld wegen der Siege Deutschlands gegen Russland große Volkstümlichkeit. Als Chef des Generalstabs des Feldheeres übte Hindenburg seit 1916 zusammen mit General Erich Ludendorff (*1865, †1937) maßgebenden Einfluss auf die politischen Entscheidungen...

  • Hitler

    Hitler, Adolf, deutscher Politiker, Vorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Reichskanzler seit 30.1.1933, nach Vereinigung der Ämter Reichskanzler und Reichspräsident am 2.8.1934 „Führer und Reichskanzler“. Hitler lebte von 1889 bis 1945. Herkunft und Aufstieg in der Weimarer Republik Hitler stammte aus einer kleinbürgerlichen Beamtenfamilie in Braunau (Österreich). In Wien (1908 bis 1913) hielt er sich mit Malen von Bildern und Postkarten finanziell über Wasser und entwickelte sein nationalistisches antisemitisch-rassistisches Weltbild. 1913 siedelte er dann...

  • Hitler-Stalin-Pakt

    Hitler-Stalin-Pakt, der Vertrag zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der kommunistischen Sowjetunion vom 23.08.1939. Hitler und Stalin schlossen für die Dauer von zehn Jahren diesen Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, der beide Länder zur gegenseitigen Neutralität verpflichtete. In einem geheimen Zusatzprotokoll wurde für den Fall einer territorialen politischen Umgestaltung Osteuropas aber auch die Aufteilung Polens vereinbart. Der Hitler-Stalin-Pakt kam den diplomatischen Bemühungen Großbritanniens und Frankreichs zuvor, ihrerseits mit der Sowjetunion einen Beistandspakt...

  • Hitlerjugend

    Hitlerjugend, Abkürzung HJ, die Jugendorganisation der NSDAP. Unter dem Reichsjugendführer der NSDAP (seit 1933 »Jugendführer des Deutschen Reichs«) Baldur von Schirach (*1907, †1974) wurde die 1926 aus der »Großdeutschen Jugendbewegung« hervorgegangene HJ zwischen 1931 und 1940 zu einer Massenorganisation ausgebaut, deren Mitgliederzahl von (1932) 100.000 auf (1933) 3,5 Millionen gesteigert wurde. Zur HJ im engeren Sinne gehörten die 14- bis 18-jährigen Jungen. Die gleichaltrigen Mädchen bildeten den Bund Deutscher Mädel (BDM). Im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. im Deutschen Jungmädelbund wurden...

  • Hitlerputsch

    Hitlerputsch, der Versuch Adolf Hitlers und General Erich Ludendorffs (*1865, †1937), am 8./9.11.1923 in Bayern die Macht an sich zu reißen und mit einem Marsch auf Berlin die Regierung von Gustav Stresemann zu stürzen. Der Hitlerputsch beendete die Frühphase der NSDAP. Frühphase der NSDAP Der Schlosser Anton Drexler (*1884, †1942) und der Sportjournalist Karl Harrer (*1890, †1926) gründeten in München am 5.1.1919 die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) mit anfangs nur 20 bis 40 Mitgliedern. Am 12.9.1919 besuchte Hitler im Auftrag der Reichswehr eine Versammlung der DAP, tritt kurz darauf bei. Auf...

  • Hochmittelalter

    Hochmittelalter, Bezeichnung für den Teil des Mittelalters zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, gekennzeichnet durch die Herausbildung eines deutschen Staatswesens (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) und durch gesellschaftlichen Wandel (Verbesserungen in der Landwirtschaft, Aufschwung in Handel und Handwerk, Herausbildung der Städte, neue Siedlungsgebiete, Gründung von Universitäten sowie einem verstärkten Einfluss des Papsttums).

  • Hohenzollern

    Hohenzollern, eines der bedeutendsten deutschen Herrschergeschlechter. Die Geschichte Preußens ist eng mit den Hohenzollern verbunden. Schwäbische und fränkische Linie Ihre Stammburg liegt in Süddeutschland (Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden Württemberg). 1191 erhielten sie (die fränkische Linie) den Titel des Nürnberger Burggrafen. Im Jahr 1415 ging die Mark Brandenburg als Lehen an die Herrscherfamilie, 1423 erlangten sie die Kurfürstenwürde. 1618 erbten die Hohenzollern (als brandenburgische Linie) das Herzogtum Preußen. Sie verfügten damit über ein völlig unzusammenhängendes Gebiet...

  • Holocaust

    Holocaust, die Judenvernichtung während des Nationalsozialismus. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und wurde zunächst von amerikanisch-protestantischen Theologen benutzt. Er bezeichnet ursprünglich ein vollständig vom Feuer verzehrtes Opfer. Die jüdische Welt verwendet zur Beschreibung der Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus den Begriff Shoa. Er stammt aus dem Hebräischen und bedeutet „Katastrophe“. Judenverfolgung vor dem Zweiten Weltkrieg Der Antisemitismus gemäß der Ideologie des Nationalsozialismus (Rassenpolitik) begann mit der Ausgrenzung und Diskriminierung jüdischer...

  • Homer

    Homer, griechischer Dichter, der vermutlich in der 2. Hälfte des 8. oder der 1. Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. gelebt hat. Überliefert sind seine umfangreichen Werke „Ilias“ und „Odyssee“, die in Versen geschrieben wurden. Die „Ilias“ behandelt die zehnjährige Belagerung der Stadt Troja im Trojanischen Krieg, die „Odyssee“ berichtet von der zehnjährigen Irrfahrt des Odysseus bei seiner Rückkehr von Troja in seine Heimat Ithaka. Homer gilt als der älteste Dichter Europas. Als Geburtsort vermutet man die Stadt Smyrna in Kleinasien. Obwohl es sich bei den Werken Homers um Dichtungen handelt...

  • Homo sapiens sapiens

    Homo sapiens sapiens, Bezeichnung für den heutigen Menschen (verständiger Mensch, Jetztzeitmensch). Die Entwicklung des Menschen begann vor etwa 5 Millionen Jahren. Sie war vor allem erkennbar am aufrechten Gang, an der Zunahme der Leistungsfähigkeit des Gehirns, an der Entwicklung von Sprache und am Umgang mit Feuer. Vor etwa 2 Millionen Jahren entwickelte sich der Homo habilis (geschickter Mensch), vor etwa 70.000 Jahren der Homo erectus (aufrecht gehender Mensch) und vor etwa 10.000 Jahren der Homo sapiens (einsichtiger Mensch). Ein Nebenzweig des Homo erectus war der Neandertaler.

  • Honecker

    Honecker, Erich, führender Politiker in der Deutschen Demokratischen Republik Honecker lebte von 1912 bis 1994. Weimarer Republik und Nationalsozialismus Der im Saarland geborene Honecker war seit frühester Jugend in der kommunistischen Bewegung aktiv und seit 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und führender Funktionär des kommunistischen Jugendverbands. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 ging er wie viele seiner Parteigenossen in den Untergrund. Im Jahr 1935 nahm ihn die Gestapo fest, zwei Jahre später wurde er zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt...

  • Horde

    Horde, familienähnliche Lebensgemeinschaft in der Altsteinzeit. Die Horde war eine wandernde Gruppe (Nomadentum) mit einem gemeinsamen Lagerplatz und bestand aus ungefähr 15 bis 20 Menschen, die meist eng miteinander verwandt waren. Eine Sippe war ein Verband mehrerer Familien. Unter einem Stamm versteht man einen Verband mehrerer Sippen mit gemeinsamen Traditionen. Nur in einer Horde gab es eine Chance zu überleben. Die Gruppe bot Schutz gegenüber wilden Tieren. Zudem war sie durch eine gute Zusammenarbeit, gemeinsame Planung und durch gegenseitige Absprachen der Jäger beim Jagen...

  • Hörige

    Hörige, im mittelalterlichen Lehnswesen die unfrei gewordenen Bauern. Zur Zeit Karls des Großen besaßen viele freie Bauern eigenes Land; sie konnten von den Erträgen leben. Um 1000 gehörte das meiste Land adligen Herren (Grundherrn). Die meisten Bauern waren damit im System der Grundherrschaft unfrei. Die Teilnahme an Kriegen führte zum Verfall von Haus und Hof. Durch Übergabe ihres Besitzes an den Grundherrn entkamen die Bauern der Heeresfolge. Die unfreien Bauern wurden damit vom Grundherrn abhängig, benötigten um zu heiraten seine Erlaubnis, mussten Naturalabgaben und Frondienste (Arbeiten...

  • Hugenotten

    Hugenotten, Anhänger einer Glaubensgemeinschaft, die sich wie die Calvinisten auf den Genfer Reformator Johannes Calvin (*1509, †1564) berief. in Frankreich bekämpften die Katholiken die Hugenotten. Obwohl auch Familien des hohen Adels zu den Hugenotten übertraten, dauerte ihr Kampf um die Anerkennung ihres Glaubens und ihrer bürgerlichen Rechte fast zwei Jahrhunderte. Von 1562 bis 1598 entbrannten zwischen der katholischen Partei und den Hugenotten Frankreichs acht konfessionellen Bürgerkriege (Hugenottenkriege). Die Hugenotten wurden verfolgt, viele getötet. Dem Massaker unter den...

  • Humanismus

    Humanismus, das Streben nach Menschlichkeit in Philosophie und Wissenschaft (lateinisch „humanus“ = menschlich). Bereits im 14. Jahrhundert breitete sich die geistige Bewegung des Humanismus in ganz Europa aus. Leitgedanke Der Humanismus stellte den Menschen selbst in den Mittelpunkt seiner Betrachtung, während man im Mittelalter den Mensch als Geschöpf Gottes mit dem Ziel des ewigen Lebens nach dem Tod sah. Er verstand den umfassend gebildeten und vernunftbegabten Menschen als ein Wesen, das seine Welt selbst gestaltet, mithilfe von Philosophie, Wissenschaften, Künsten und Politik selbst zum...

  • Hunnen

    Hunnen, mongolisches Reitervolk, das im 4. Jahrhundert nach Westeuropa vordrang und dadurch mit zur Völkerwanderung beitrug. Der Hunnenführer Attila (†453) konnte 451 auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs von einer Koalition aus Westgoten und Römern geschlagen werden (Schlacht auf den Katalaunischen Feldern in der Champagne). Danach verlor das Hunnenreich, das sich von Südrussland bis an Rhein und Donau erstreckte, an Macht und Größe.

  • Hus

    Hus, Jan, tschechischer Reformator, der von etwa 1370 bis 1415 lebte. Hus prangerte Missstände in der Kirche an und forderte die Rückkehr der Kirche zur Armut. In den Gottesdiensten sollten nicht nur die Priester, sondern jeder Gläubige aus dem Abendmahlskelch trinken dürfen. Die Kirche verlangte den Widerruf seiner Lehre. 1415 erschien er auf dem Konstanzer Konzil und wurde dort, trotz der Zusage des kaiserlichen freien Geleits, als Ketzer verurteilt und verbrannt. Sein Tod löste in Böhmen einen großen Aufstand aus. Seine Anhänger, die Hussiten, schlugen in den von 1419 bis 1436 dauernden...