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  • Nahostkonflikt

    Nahostkonflikt, die andauernden Auseinandersetzungen und kriegerischen Konflikte zwischen dem Staat Israel, Palästina und anderen arabischen Nachbarstaaten Israels. Zeitweise rangen die USA und die Sowjetunion während des Ost-­West­-Konflikts um Ausdehnung ihrer Macht in der Region. Die Wurzeln des Konflikts Im Zeichen des Zionismus gab es seit den 1880er-Jahren in Palästina eine nach Eigenstaatlichkeit strebende jüdische Siedlergemeinschaft, die in ihrem Wunsch 1917 durch die britische Zusage bestärkt wurde, sie bei der Schaffung einer »nationalen Heimstätte« für die Juden in Palästina zu...

  • Napoleon Bonaparte

    Napoleon Bonaparte, französischer General und Kaiser. Er lebte von 1769 bis 1821. Napoleon schlug schon frühzeitig eine militärische Laufbahn ein. Während der Französischen Revolution kämpfte er zunächst häufig auf Korsika, seiner Heimat. Innerhalb der Armee machte er während den Koalitionskriegen sehr schnell Karriere, war mit 24 Jahren bereits General und verfügte über eine starke, ihm treu ergebene Armee. Napoleon Bonaparte: Vom General zum Kaiser Napoleon zerschlug 1795 einen monarchistischen Aufstand gegen das revolutionäre Direktorium. Mit seinem Heer und einem großem Stab von Technikern...

  • Napoleonische Kriege

    Napoleonische Kriege, die kriegerischen Auseinandersetzungen in Europa zu Zeiten der Herrschaft Napoleon Bonapartes zwischen 1799 und 1814. Ausweitung der Macht in Koalitionskriegen Nach seiner Machtübernahme 1799 konnte Napoleon im 2. Koalitionskrieg 1800 Österreich schlagen. Frankreich erhielt das gesamte linke Rheinufer und Gebiete in Italien. Die Napoleonischen Kriege in Europa begannen Im 3. Koalitionskrieg besetzte Napoleon 1805 die österreichische Hauptstadt Wien. Zwar erlitt Frankreich bei der Seeschlacht bei Trafalgar eine Niederlage gegen Großbritannien, Napoleon siegte aber...

  • Nationalismus

    Nationalismus, das Überlegenheitsgefühl anderen Nationen gegenüber. Der Nationalismus als übersteigertes Nationalbewusstsein, das nur die Macht und Größe der eigenen Nation gelten lässt, führt oft zur Unterdrückung und Missachtung anderer Nationen. Der Nationalstaat Ein Nationalbewusstsein gewann seit der Französischen Revolution an Bedeutung und orientierte bei den Völkern Europas, die noch keinen eigenen Nationalstaat besaßen, an der Sprache und Kultur, der Abstammung sowie der historischen Rolle ihres Volkes im Verhältnis zu anderen Völkern. Dies führte auch zu den Nationalstaatsgründungen...

  • Nationalkonvent

    Nationalkonvent, die verfassungsgebende Versammlung in der Französischen Revolution. Am 21.9.1792 trat der Nationalkonvent als neu gewähltes französisches Parlament zusammen. Er löste die Nationalversammlung ab. Am 22.9.1792 proklamierte der Nationalkonvent die Französische Republik. Die Monarchie wurde abgeschafft. Die Verfassung der Republik wurde jedoch aufgrund innen- und außenpolitischer Schwierigkeiten nicht in Kraft gesetzt. Am 17.1.1793 wurde mit knapper Mehrheit (387 zu 334 Stimmen) im Nationalkonvent das Todesurteil über den König gefällt und vier Tage später vollstreckt. Im...

  • Nationalsozialismus

    Nationalsozialismus, die nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland entstandene politische Bewegung, die die gesamte Bevölkerung für die nationalsozialistische Ideologie mobilisieren und die Gesellschaft umbauen wollte, sowie die auf ihr gründende Diktatur von 1933 bis 1945. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde die deutsche Gesellschaft innerhalb weniger Jahre fast vollständig umgeformt. Alle politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen zielten auf die Zerstörung der Demokratie, die Errichtung einer totalitären Systems (Totalitarismus) und einen Eroberungs- und...

  • Nationalstaat

    Nationalstaat, Begriff, der im 19. Jahrhundert im Anschluss an die Französische Revolution und die Befreiungskriege gegen die Herrschaft Napoleons in Europa zunehmend an Bedeutung gewann. Nationalstaat verbindet die Elemente Staat und Nation. Kennzeichen eines Staates Drei Elemente kennzeichnen einen Staat: Staatsgewalt, Staatsvolk und Staatsgebiet. Je nach Verfassung kann die Staatsgewalt wie in der Monarchie bei einem Einzelnen, bei einer besonderen Gruppe (z.B. Adel in der Aristokratie) oder wie in einer Demokratie beim Volk liegen (Volkssouveränität). In der Französischen Revolution sollte...

  • Nationalversammlung

    Nationalversammlung, die Zusammenkunft gewählter Volksvertreter, die oft nach einer Revolution zusammentritt, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Französische Nationalversammlung Das erste Beispiel ist die französische Nationalversammlung in der Französischen Revolution („Assemblée Nationale“) von 1789, die 1792 durch den Nationalkonvent abgelöst wurde. Auf der Versammlung der Generalstände erklärte sich der dritte Stand am 17.6.1789 zur Nationalversammlung und fordert die beiden anderen Stände auf, sich mit ihm zu vereinigen. Am 20.6.1789 schworen die Abgeordneten der Nationalversammlung...

  • NATO

    NATO, Abk. für North Atlantic Treaty Organization, nordatlantische Vertragsorganisation, Nordatlantikpakt, Verteidigungsbündnis ursprünglich westeuropäischer und nordamerikanischer Staaten auf der Grundlage des Nordatlantikvertrags vom 4.4.1949. Flagge der Nato: Mitglieder, Organisation und Zielsetzung Gründungsmitglieder der NATO waren Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, USA. Später traten bei: Griechenland und die Türkei (1952), die Bundesrepublik Deutschland (1955, seit 1990 unter Einschluss der neuen...

  • Naturrecht

    Naturrecht, bereits in der Antike existierende Vorstellung, dass es ein übergeordnetes, für jeden Menschen und jede staatliche Einrichtung verbindliches Recht gebe. Das Naturrecht begründete in der frühen Neuzeit die Forderung nach einem Widerstandsrecht gegen eine ungerechte Obrigkeit. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem Naturrechtsgedanken die Überlegung, dass jedem Menschen angeborene Rechte zustehen, die zu allen Zeiten ihre Gültigkeit behalten. Diese Idee schlug sich maßgeblich bei der Formulierung der Menschenrechte (Grundrechte) nieder.

  • Neandertaler

    Neandertaler, ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen (Homo sapiens sapiens), der vor etwa 130.000 bis 30.000 Jahren in Europa und dem vorderen Orient lebte. Vom Neandertaler (Homo neanderthalensis) stammen die ersten Funde von Gräbern mit Grabbeigaben, z. B. Ketten aus Muscheln oder Tierzähnen, aber auch Nahrung und Werkzeuge. Die Grabfunde zeigen, dass die Neandertaler schon an eine Daseinsform nach dem Tod dachten.

  • Neolithische Revolution

    Neolithische Revolution, in der Frühgeschichte der Wechsel vom Nomadentum der Jäger, Sammler und Fischer (aneignende Wirtschaft) zur Sesshaftigkeit der Bauern und Viehzüchter in der Jungsteinzeit (erzeugende Wirtschaft).

  • Neuer Kurs

    Neuer Kurs, Bezeichnung für die Abkehr Kaiser Wilhelms II. (*1859, †1941, deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) von der Außenpolitik Otto von Bismarcks nach dessen Entlassung 1890. Zerfall des Bündnissystems In der Außenpolitik wurde auf das komplizierte bismarcksche Bündnissystem verzichtet. Der Rückversicherungsvertrag mit Russland wurde 1890 nicht erneuert. Als Gegenreaktion folgte ein russisch-französisches Militärbündnis (1892). Diese katastrophale Politik führte zu einer wachsenden Isolierung Deutschlands in Europa und zu verschärften Konfrontationen mit den meisten...

  • Neuzeit

    Neuzeit, Bezeichnung für die an das Mittelalter anschließende geschichtliche Epoche. Frühe Neuzeit Lange Zeit galten die Entdeckung Amerikas 1492 und der Beginn der Reformation durch Martin Luther 1517 als Anfang der Neuzeit. Inzwischen werden jedoch die Jahre zwischen 1450 und 1500 als »Schwellenzeit«, als Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit, angesehen. Kennzeichen dieser frühen Neuzeit sind das Ende der Einheit der christlichen Kirche, die Säkularisierung des politischen und kulturellen Lebens, die Gedanken des Humanismus und der Aufklärung. Die mittelalterlichen universalen...

  • Nibelungenlied

    Nibelungenlied, mittelalterliches Heldengedicht, das um 1200 ein unbekannter süddeutscher Dichter aufschrieb und in singbaren vierzeiligen Strophen gedichtet wurde. Ein Teil des Lieds reicht bis in die Zeit der Völkerwanderung zurück und thematisiert die Vernichtung des Burgundenreichs am Rhein durch die Hunnen 436/437. Das Epos gibt einen Einblick in das ritterliche Leben, vor allem in das Denken und Fühlen im Mittelalter.

  • Niedersächsisch-Dänischer Krieg

    Niedersächsisch-Dänischer Krieg, die zweite Phase des Dreißigjährigen Kriegs von 1625 bis 1629. Das Eingreifen Dänemarks Unterstützt von England, den Niederlanden und norddeutschen protestantischen Fürsten griff Christian IV. (*1577, †1648, König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig und Holstein seit 1588) zur Sicherung und Erweiterung seiner Besitzungen in den Krieg ein. Er übernahm die Führung des protestantischen Heeres im Niedersächsisch-Dänischen Krieg. Siege Tillys und Wallensteins Der katholische Adlige Albrecht von Wallenstein stellte sein Söldnerheer in den Dienst des...

  • Nil

    Nil, längster Fluss der Welt (6.671 km). Vor etwa 7000 Jahren ließen sich Menschen am Nil nieder. Er bildete eine mehrere Hundert Kilometer lange und bis zu 20 km breite Oase. Die alljährlichen Überschwemmungen brachten fruchtbaren Schlamm, der sich als Ackerboden eignete. Die Menschen bauten Dämme, gruben Kanäle und erfanden Schöpfgeräte. So konnten sie Schäden durch starke Überschwemmungen und Trockenheit nach wenig Regen vermeiden (April bis Juni: Dürre; Juli bis September: Hochwasser; Oktober bis Dezember: Wachstum; Januar bis März: Ernte). Dadurch konnte mit der ägyptischen Hochkultur...

  • Nomadentum

    Nomadentum, Lebensform der Menschen in der Altsteinzeit. Die Menschen zogen als Jäger und Sammler umher (aneignende Wirtschaft) und lebten als Horden zusammen. In der Altsteinzeit lebten an Kälte gewöhnte Tiere, z. B. Mammut, Wisent, Ren und Schneehase. Die Menschen in Mitteleuropa verfügten dank dieser Tiere über Fleischnahrung. Die Menschen mussten den wandernden Tieren nachziehen und Gebiete aufsuchen, in denen auch ausreichend pflanzliche Nahrung zu finden war. Diese Lebensform änderte sich mit der Sesshaftigkeit in der Jungsteinzeit (neolithische Revolution).

  • Nord-Süd-Konflikt

    Nord-Süd-Konflikt, die Kluft zwischen den reichen Industrieländern „im Norden“ und den armen Entwicklungsländern „im Süden“ der Erde und die sich daraus ergebenden Probleme. Das Nord-Süd-Gefälle Als Erste Welt bezeichnete man zur Zeit des Ost-West-Konflikts wirtschaftlich gut entwickelte westliche Staaten mit hohem Lebensstandard. Das sind die westlichen Industriestaaten bzw. Industrieländer mit hohem Bildungsstand, guter materielle und medizinische Versorgung, gut entwickelter Wirtschaft im Norden (einschließlich Australien und Neuseeland). Zur Zweiten Welt gehörten kommunistische...

  • Norddeutscher Bund

    Norddeutscher Bund, unter Führung Preußens mit den Bundesgenossen von 1866, Sachsen und den nördlichen Teilen des Großherzogtums Hessen 1866 gegründeter Staatenbund. Er erhielt 1867 eine Verfassung, die 1871 weitgehend als Verfassung des Deutschen Reichs übernommen wurde. Sie schrieb die Vormachtstellung Preußens fest. Der Norddeutsche Bund stellte im Prozess der deutschen Einigung eine Zwischenstufe dar. Preußens Kriege Vor der Gründung des Norddeutschen Bundes musste 1864 im Preußisch-Österreichischen Krieg Dänemark Schleswig und Holstein abtreten und aus dem Deutschen Bund ausscheiden. 1866...

  • Normannen

    Normannen, Bezeichnung für die Wikinger, die sich im Mittelalter auch in der Normandie (Frankreich) ausbreiteten.

  • Notverordnung

    Notverordnung, in Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung vorgesehene Regelung, nach der der Reichspräsident, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen, das ordentliche Gesetzgebungsverfahren durch das Parlament fast vollständig verdrängen und die Grundrechte vorübergehend außer Kraft setzen konnte. Neue Gesetze wurden per Notverordnung erlassen, nicht vom Parlament beschlossen. Die Unfähigkeit oder Unwilligkeit der Parteien zu politischen Kompromissen kennzeichnete besonders die Endphase der Weimarer Republik. Nach den Reichstagswahlen vom 14.9.1930 – die NSDAP wurde...

  • Novemberrevolution 1918/19, Deutsche Revolution 1918/19

    Novemberrevolution 1918/19, Deutsche Revolution 1918/19, der Umbruch vom Deutschen Kaiserreich zur parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Das Kriegsende Kurz vor der militärischen Niederlage bot die Regierung unter Prinz Max von Baden (*1867, †1929, Reichskanzler 1918) am 3./4.10.1918 entsprechend der Forderung der Obersten Heeresleitung (OHL) den Alliierten einen Waffenstillstand an. Die Deutschen hofften, gleichberechtigte Verhandlungspartner bei den Waffenstillstandsverhandlungen zu sein. Als am 29.10.1918 die Marineführung ohne Auftrag der...

  • NSDAP

    NSDAP, Abkürzung für Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, die parteipolitische Basis des Nationalsozialismus. Die NSDAP geht zurück auf die 1919 gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), eine antimarxistische, antisemitische und nationalistische politische Partei. Sie wurde 1920 in NSDAP umbenannt. Ab 1921 gewann Adolf Hitler als Parteivorsitzender eine beherrschende Stellung. Er verfasste auch das Parteiprogramm. In der Weimarer Republik betrieb die NSDAP mit ihrer paramilitärischen SA die Schwächung der Demokratie und die „Eroberung der Straße“ mit Straßenkämpfen und...

  • Nürnberger Gesetze

    Nürnberger Gesetze, juristische Grundlage für die Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus, auch als Nürnberger Rassengesetze bezeichnet. Durch die Nürnberger Gesetze vom 15.9.1935 wurden Heirat und Geschlechtsverkehr zwischen Nichtjuden und Juden unter Strafe gestellt. Juden wurden politisch rechtlose Staatsbürger. Am 14.11.1935 wurde den Juden zudem das Wahlrecht aberkannt. Die Nationalsozialisten versuchten so, der Diskriminierung der Juden eine weitere juristische Legitimation zu geben. Die Gesetzgebung wurde Mittel des nationalsozialistischen Antisemitismus. Bereits im April...

  • Nürnberger Prozesse

    Nürnberger Prozesse, die Kriegsverbrecherprozesse gegen überlebende Kriegsverbrecher des nationalsozialistischen Deutschland aus NS-Staat, NSDAP und Militär wegen Verbrechen gegen den Frieden, gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Militärgerichtshof oder amerikanischen Militärgerichten von 1945 bis 1949. Die Kriegsverbrecherprozesse waren wie die Entnazifizierung auf der Potsdamer Konferenz beschlossen worden. Der Hauptprozess Im Hauptprozess vor dem Internationalen Militärgerichtshof vom 20.11.1945 bis 1.10.1946 waren 24 Hauptkriegsverbrecher angeklagt. Einige...