Direkt zum Inhalt
  • Panslawismus

    Panslawismus, Bezeichnung für das Bestreben nach kulturellem und politischem Zusammenschluss aller slawischen Völker. 1848 fand in Prag der 1. Slawenkongress statt. Russland setzte sich an die Spitze der panslawistischen Bewegung und nutzte sie z. B. in den Balkankriegen als Mittel zur Zersetzung des türkischen Reiches und des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn sowie zur Erweiterung des eigenen Einflussbereichs.

  • Papst

    Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche, das nach katholischer Glaubenslehre von Christus eingesetzt und Nachfolger des Apostels Petrus im römischen Bischofsamt ist. Papst Leo I. der Große (†461, Papst seit 440) begründete den Vorrang des Bischofs von Rom. Mit der Pippinischen Schenkung und der Entstehung des Kirchenstaates entwickelte sich die weltliche Macht des Papstes, das Papsttum.

  • Papsttum

    Papsttum: Amt und Institution des Oberhaupts der katholischen Kirche, des Papstes, der nach katholischer Glaubenslehre von Christus eingesetzt und Nachfolger des Apostels Petrus im römischen Bischofsamt ist. Papsttum im Mittelalter Papst Leo I., der Große (†461, Papst seit 440) begründete den Vorrang des Bischofs von Rom und wurde später zum universalen Geltungsanspruch des Papsttums ausgebaut. Nach dem Niedergang des Weströmischen Reichs bliebt das Papsttum Teil der oströmischen Reichskirche. Papst Gregor I. der Große (*um 540, †604, seit 590 Papst) betrieb eine eigenständige Politik in...

  • Parlament

    Parlament, ursprünglich eine Versammlung der Stände, die den König berieten (französisch parler = reden; mittellateinisch = parlare). Aus dem englischen Vorbild entwickelte sich das Parlament im heutigen Sinne als gesetzgebende Gewalt (Gewaltenteilung). Entwicklung des englischen Parlamentarismus Im 13. Jahrhundert wurde der Kreis der königlichen Berater durch Mitglieder des niederen Adels (Gentry) erweitert. Später kamen auch reiche Bürger aus den Städten hinzu. Das Parlament versuchte vor allem, Einfluss auf die Gesetzgebung und die Steuerbewilligung zu nehmen. Es dauerte jedoch lange, bis...

  • Parlamentarischer Rat

    Parlamentarischer Rat, zur Ausarbeitung einer Verfassung für die drei Westzonen gebildetes Gremium, das am 1.9.1948 erstmals in Bonn zusammentrat. Der Rat bestand aus 65 Abgeordneten, die aus den Parlamenten der damals elf Länder und Stadtstaaten der westlichen Besatzungszonen Deutschlands entsandt wurden: je 27 Vertreter der Unionsparteien CDU/CSU und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), fünf Vertreter der Freien Demokratischen Partei (FDP) und je zwei Vertreter der Deutschen Partei (DP), der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Zentrumspartei. Berlin entsandte 5...

  • Pater familias

    Pater familias, Oberhaupt einer römischen Adelsfamilie (Patrizier). Als Patron (lateinisch „Beschützer“) herrschte er über Haus, Hof, Grund, alle Güter und Personen in seinem Haushalt: seine Frau, Kinder, Enkelkinder und auch die Klienten (Plebejer) und Sklaven. Zu dieser Herrschaft gehörte auch die Hausgerichtsbarkeit. Es gab kein Gesetz, das seine Gewalt über alle Familienangehörigen einschränkte. Frei geborene Frauen verblieben grundsätzlich unter der Aufsicht eines Vormunds. Dies konnte der Vater, der ältere Bruder oder auch später der Ehemann sein. Rechtlich selbstständig wurden sie erst...

  • Patrizier

    Patrizier, der Adel in Rom. Die Patrizier stammten aus vermögenden und einflussreichen Familien mit Grundbesitz. Sie besetzten alle wichtigen Ämter wie Richter, Heerführer, hohe Priester und Konsuln. Nach Abschaffung des etruskischen Königtums in Rom um 500 v. Chr. regierten zunächst die Patrizier mit unumschränkter Macht. Die Plebejer waren von jeglichen politischen Rechten ausgeschlossen. Neben allen anderen wichtigen Ämtern stellten die Patrizier die beiden Konsuln, die höchsten Beamten der Stadt. Sie wurden vom Senat beraten, in dem nur Adlige saßen. Oberhaupt einer patrizischen Familie...

  • Pax Romana

    Pax Romana, die Friedensordnung des Römischen Reichs (lateinisch „Römischer Frieden“), die auf Kaiser Augustus zurückgeht und deshalb auch als Pax Augusta bezeichnet wird. Für die unterworfenen Völker im Reich bedeutete die Pax Romana einerseits eine Bereicherung (z.B. Architektur, Landwirtschaft ) sowie eine gewisse politische und wirtschaftliche Stabilität. Andererseits beruhte die römische Herrschaft zumindest zunächst auf Unterdrückung. Durch die Pax Romana konnte sich der Handelsverkehr auf den Straßen und Meeren des riesigen Römischen Reichs ungestört entwickeln. Gesicherte Handelswege...

  • Peleponnesischer Krieg

    Peleponnesischer Krieg, von 431 bis 404 v. Chr. dauernder Krieg zwischen Athen und Sparta um die Vorrangstellung oder Vorherrschaft (Hegemonie) in Griechenland. Kriegsgründe Durch den Aufbau einer Flotte wurde Athen zur wirtschaftlichen und politisch führenden Macht in Griechenland. Im Laufe der Zeit geriet Athen immer mehr in Rivalität zu Sparta, der stärksten Landmacht Griechenlands, und dessen Partnern im Peloponnesischen Bund. Sparta fühlte sich durch die Politik Athens provoziert und forderte 432 die Auflösung des Attischen Seebunds. Die Ablehnung dieses Ansinnens führte zum Ausbruch des...

  • Peloponnesischer Bund

    Peloponnesischer Bund, um 550 v. Chr. gegründeter Zusammenschluss von Stadtstaaten zur gemeinsamen Kriegsführung unter dem Oberbefehl Spartas. Der Name des Bundes leitet sich von der Halbinsel ab, über die Sparta sehr schnell die Hegemonie gewann. Der Peloponnesische Bund brach zusammen, als Sparta 371 v. Chr. Theben unterlag.

  • Perestroika und Glasnost

    Perestroika und Glasnost, die zentralen Schlagworte im Reformprogramm von Michail Gorbatschow (*1931, Generalsekretär der KPdSU von 1985 bis 1991 und Staatspräsident der Sowjetunion 1990/91) in der Sowjetunion. Mit Glasnost wurde eine neue gesellschaftliche Offenheit propagiert. Dazu lockerte die KPdSU 1986 unter anderem die Zensur. Es sollte eine öffentliche Information und Diskussion wichtiger politisch-gesellschaftlicher Fragen ermöglicht werden. Perestroika bedeutet Wandlung oder Umbau. Durch Reformen in Verwaltung und Wirtschaft sollte die allgemeine Krise der Sowjetunion überwunden...

  • Perikles

    Perikles, einer der wichtigsten Staatsmänner Athens und der griechischen Antike, der von etwa 500 v. Chr. bis 429 v. Chr. lebte. Mit Perikles verbindet sich der Zeitabschnitt des höchsten kulturellen Glanzes in Athen. Unter seiner Herrschaft wurde Athen zum kulturellen Mittelpunkt, wo sich Architekten, Künstler, Dichter und Philosophen einfanden. So begann man nach Beendigung der Perserkriege mit der Errichtung prächtiger Tempelanlagen auf der Akropolis. Von 443 bis 429 v. Chr. konnte Perikles die Volksversammlung für sich gewinnen und wurde jedes Jahr zu einem der zehn Strategen (Feldherrn)...

  • Perserkriege

    Perserkriege, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen griechischen Stadtstaaten (Poleis) unter Führung Athens und dem Perserreich im 5. Jahrhundert v. Chr. Das persische Großreich Seit dem 6. Jahrhundert besaßen die Perser ein Großreich, das vom Mittelmeer bis nach Indien reichte. Auch die griechischen Städte an der kleinasiatischen Küste (heute: Türkei) wurden zu Untertanen der Perser. Doch sie setzten sich dagegen zur Wehr. Im ionischen Aufstand erhoben sich 499 v. Chr. Milet und andere kleinasiatische Städte gegen das Perserreich. Trotz Unterstützung durch Athen und Eretria wurde...

  • Pest

    Pest, eine Infektionskrankheit. Das Wort Pest bedeutet im Lateinischen Seuche. Pestwellen im Mittelalter Die erste große Pestwelle im Mittelalter zog 1347 bis 1351 von Sizilien bis Norwegen über Europa hinweg. Weitere Pestwellen folgten 1357 bis 1362 und 1370 bis 1376. Erst 1894 wurde der Pesterreger entdeckt und ein erster wirksamer Impfstoff entwickelt. Dramatische Folgen Die Pest konnte sich so schnell ausbreiten, da die Handelsbeziehungen zwischen den Städten enger wurden und die hygienischen Verhältnisse in den Städten nicht Schritt hielten. Die Beulenpest (Schwarzer Tod) kann durch Flöhe...

  • Pfalz

    Pfalz, befestigte Hofanlage der fränkischen und mittelalterlichen Könige und Kaiser (deshalb auch die Bezeichnungen Königspfalz und Kaiserpfalz), die keinen festen Herrschersitz hatten. Sie reisten mit ihrem Hofstaat von Pfalz zu Pfalz durch das Land, um zu regieren und Recht zu sprechen. Nicht das Volk kam zum König, sondern der König zum Volk und hielt Hoftage ab. Manche Herrscher bevorzugten bestimmte Gegenden: die Karolinger Aachen, Ingelheim, Frankfurt am Main, Worms, Forchheim, Paderborn, Nijmegen, die sächsischen Könige (Liudolfinger) Quedlinburg, Magdeburg, Tilleda, Pöhlde, Grona und...

  • Pharao

    Pharao, der alleinherrschender König an der Spitze des ägyptischen Staates. Er galt als Sohn des Sonnengottes Re, der die Welt erschaffen haben sollte. Als König und Gott war er das Zentrum der Macht und garantierte die Weltordnung (Theokratie). Aus Ehrfurcht wurde er nicht beim Namen genannt, sondern mit „Pharao“ angeredet, was so viel wie „großes Haus“ (Königspalast) bedeutet. Er war oberster Priester, Heerführer und Gesetzgeber. Ihm gehörten die Arbeitskraft sowie die Erträge der Bauern. Er befahl den Einsatz von Handwerkern (z.B. beim Pyramidenbau) und bestimmte über den Außenhandelsgewinn...

  • Pilger

    Pilger, ein Mensch, der aus religiösen Gründen (Buße, Erlass von Sünden, Glaubenvertiefung) auf Wanderschaft geht, eine Wallfahrt zu einem heiligen Pilgerort unternimmt. Das Pilgertum im Christentum entstand im 4. Jahrhundert mit Pilgerreisen nach Jerusalem, wo die römische Kaiserin Helena (*248/250, †um 330), die Mutter Kaiser Konstantins, die Reliquien des Kreuzes gefunden hatte, an dem Jesus Christus gestorben war. Als Reliquien werden Gegenstände oder Körperteile von christlichen Heiligen bezeichnet. Heilige sind nach christlicher Lehre Christen, die vorbildlich nach christlichen...

  • Pilgrim Fathers

    Pilgrim Fathers, zu den ersten Siedlern in Amerika gehörende größere Gruppe Puritaner. An Bord der „Mayflower“, die 1620 in der Massachusetts Bay landete, befanden sich 35 Puritaner und 67 andere Siedler. Die Puritaner forderten eine einfache Lebensführung und stärkere Hinwendung zu Gottes Geboten. In England sahen sie sich von der Kirchenpolitik des katholischen Königs Jakob I. (*1566, †1625, König von England seit 1603) enttäuscht und beschlossen daher die Auswanderung. Auf ihrem Schiff unterzeichneten sie eine Vereinbarung, der zufolge Regierung und Gesetze aus gemeinsamen Beschlüssen...

  • Pippinische Schenkung

    Pippinische Schenkung, Bezeichnung für die Übereignung des Verwaltungsbezirks von Rom und einiger weiterer Landstriche in Mittelitalien vom Frankenkönig Pippin III., des Jüngeren (*714/15, †768) an Papst Stephan II. (†757, Papst seit 752) nach erfolgreichen Feldzügen gegen die Langobarden. Aus diesen nicht genau abgrenzbaren Gebieten entstand der Kirchenstaat. Schutzherr für das Papsttum wurde der fränkische König. Zwischen dem fränkischen Herrschergeschlecht der Karolinger und den Päpsten gab es verschiedene politische Bündnisse.

  • Planwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft

    Planwirtschaft, Zentralverwaltungswirtschaft, ein Wirtschaftssystem, in dem eine zentrale Behörde Pläne für die Volkswirtschaft aufstellt, ihre Durchführung anordnet und deren Erfüllung kontrolliert. In den sozialistischen Planwirtschaften bestimmten der Staat bzw. staatliche Planungsbehörden nach politischen und wirtschaftlichen Zielvorstellungen die gesamte Produktion und Verteilung der Güter und Dienstleistungen sowie auch deren Preise. Die in Fünfjahresplänen entwickelten Anweisungen und Planvorgaben von oben waren verbindlich und ließen keine oder nur geringe Entscheidungsspielräume. In...

  • Plebejer

    Plebejer, nichtadlige Bürger, meist Handwerker, Händler, Kaufleute und freie Bauern. Viele Bauern waren arm und ohne Grundbesitz. Bei einer schlimmen Notlage begaben sich viele Bauern, um dem Schicksal eines Sklaven zu entgehen, in den Schutz eines Patriziers und wurden seine Klienten (Schützlinge). Dafür unterstützten die Klienten ihren Herrn bei Versammlungen und Wahlen. Die Plebejer stellten die Masse der einfachen römischen Soldaten. Bauern waren nach dem Kriegsdienst zumeist völlig verarmt, da sie ihre Felder nicht bestellen konnten. Deshalb forderten sie politisches Mitspracherecht...

  • Pogrom

    Pogrom, aus dem Russischen stammende Bezeichnung für die Massenverfolgung und -tötung von Menschen. Im engeren Sinne sind damit Judenverfolgungen gemeint (Judenpogrom). Bereits im 11. Jahrhundert wurden ihre Häuser zerstört und Tausende Juden ermordet. Der Aufruf des Papstes zum Kreuzzug gegen die „Ungläubigen im Heiligen Land“ wurde zum Kampf gegen die „Ungläubigen im eigenen Land“. Während der Zeit der Pest kam es in zahlreichen Städten 1348/1349 zur Verfolgung und gar Vernichtung der jüdischen Bewohner. Gängiger Vorwurf war dabei, dass die Juden die Brunnen vergiftet und somit Schuld an der...

  • Polis

    Polis, der griechische Stadtstaat. Die Polis (Plural: Poleis) war eine Gemeinschaft von jeweils mehreren Tausend Bürgern (Großgrundbesitzer, Händler, Handwerker) mit Selbstverwaltung. Zur Polis gehörte eine Siedlung und das umgebende, von Bauern bearbeitete Land. Die Poleis entwickelten sich seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. als eigenständige Gebilde und waren bestrebt, ihre Freiheit, Selbstständigkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu wahren. Politische Ordnung Die Poleis bildeten den politischen Mittelpunkt des umliegenden Gebiets und waren gewöhnlich der Tagungsort von Rat und...

  • Polnische Teilungen

    Polnische Teilungen, die mehrmalige Aufteilung Polens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter den benachbarten Mächten Preußen, Österreich und Russland, bis es als Staat aufhörte zu existieren. Bei der Ersten Polnische Teilung 1772 nutzten Preußen, Österreich und Russland einen Bürgerkrieg in Polen zum Einschreiten und verleibten sich ein Viertel des polnischen Gebiets ein. In der Zweiten Polnischen Teilung 1793 teilten sich Russland und Preußen große Stücke Polens untereinander auf. Es verblieb nur noch ein kleiner Reststaat. Mit der Dritten Polnischen Teilung 1795 verschwand Polen...

  • Popularen

    Popularen, Gruppe von Politikern im Römischen Reich, die sich nach der Ermordung von Tiberius Sempromius Gracchus 133 v. Chr. bildete und den Optimaten gegenüberstand. Die Popularen (von populus = das Volk) wollten in der römischen Republik durch Beschlüsse in der Volksversammlung Reformen durchsetzen und die Macht des Senats beschränken. Die Auseinandersetzungen beider Parteien spitzten sich im Bürgerkrieg zu. Die berühmtesten Vertreter der Popularen waren die Gracchen und Caesar.

  • Potsdamer Konferenz

    Potsdamer Konferenz, Zusammenkunft der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zur Beratung der Nachkriegsordnung nach der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschen Reichs und dem Ende der NS-Diktatur vom 17.7. bis 2.8.1945 in Potsdam. Die Teilnehmer Bereits während des Kriegs auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 hatte die Anti-Hitler-Koalition über die Nachkriegsordnung beraten. Nach der Kapitulation Deutschlands legten die „Großen Drei“ (Großbritannien, die USA und die Sowjetunion) Maßnahmen für das besiegte Deutschland fest. Für die USA saß der neue US-Präsident...

  • Prager Fenstersturz

    Prager Fenstersturz, der Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs. Wütende Protestanten drangen 1618 in die Prager Burg ein und warfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster. Der Kaiser hatte eine Versammlung, auf der sie ihre Beschwerden vortragen wollten, verboten. Im Majestätsbrief sagte Kaiser Rudolf II. (*1552, †1612, König von Ungarn 1572 bis 1608 und Böhmen 1575 bis 1611, römisch-deutscher Kaiser seit 1576) 1609 den böhmischen Protestanten die Religionsfreiheit zu. Der Krieg brach im Deutschen Reich aus, als sein Nachfolger Ferdinand II. (*1578, †1637, katholischer König von Böhmen...

  • Prager Frühling

    Prager Frühling, Bezeichnung für das 1968 in der Tschechoslowakei eingeleitete Reformprogramm unter dem damaligen Parteichef Alexander Dubček (*1921, †1992), das einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ schaffen wollte. Im August 1968 marschierten Truppen der Sowjetunion mit Unterstützung aus Polen, Ungarn, Bulgarien und der DDR mit insgesamt 500.000 Soldaten in die ČSSR ein, um dem Prager Frühling ein Ende zu setzen. Bei diesem Einmarsch starben rund 150 Menschen. Die Bevölkerung reagierte mit einem erfolglosen Widerstand, nachdem die Regierung militärischen Widerstand ausgeschlossen...

  • Präsidialkabinette

    Präsidialkabinette, die Regierungen der Weimarer Republik nach 1930 bis zu Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Sie konnten sich auf keine parlamentarische Mehrheit stützen und waren abhängig vom Reichspräsidenten. Dieser erließ mit dem Hinweis auf Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung Notverordnungen. Merkmale und Bedeutung Neue Gesetze wurden nach Artikel 48 per Notverordnung vom Reichspräsidenten erlassen, das heißt nicht vom Parlament beschlossen. Wollte der Reichstag eine Notverordnung aufheben, konnte er von Reichspräsident Hindenburg nach Artikel 25 der Verfassung aufgelöst werden...

  • Preußen

    Preußen, Königreich und größtes Land im Deutschen Reich, hervorgegangen aus dem Herzogtum Preußen, das 1618 an die brandenburgische Linie der Hohenzollern gelangte und Ostpreußen umfasste. Ostpreußen gehörte zu dieser Zeit noch nicht zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wie das Kurfürstentum Brandenburg der Hohenzollern (Mark Brandenburg). Wichtige Ereignisse kennzeichnen den Aufstieg Preußens zur Großmacht im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. Preußische Flagge: Vom Herzogtum zum Königtum Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 entließ Kurfürst...

  • Preußische Reformen

    Preußische Reformen, die grundlegende Erneuerung des preußischen Staats nach der militärischen Niederlage gegen Napoleon Bonaparte (1806/1807). Preußen verlor im Frieden von Tilsit (1807) die Hälfte seiner Staatsfläche. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. (*1770, †1840, preußischer König seit 1797) berief neue, gebildete Beamte in die Ministerämter. Die Hauptakteure Die Staatsmänner Karl Freiherr vom und zum Stein (*1757, †1831) und Karl August Fürst von Hardenberg (*1750, †1822) waren hauptverantwortlich für die Verwaltungs-, Agrar- und Gewerbereform, der Gelehrte und Staatsmann...

  • Prinzipat

    Prinzipat, von Kaiser Augustus eingeführte Herrschaftsform. Nach außen blieb das Römische Reich weiterhin römische Republik. Tatsächlich standen jedoch Augustus und seine Nachfolger an der Spitze der Herrschaft und regierten wie Monarchen als Vertreter des römischen Kaiserreichs. Der Begriff „Prinzipat“ charakterisiert dies, denn er bedeutet Vorherrschaft und ist vom Lateinischen „princeps“, der Erste, abgeleitet. Augustus nahm im Jahr 27 v. Chr. den Titel „princeps civium“ („erster Bürger im Staat“) an.

  • Privilegien

    Privilegien, Vorrechte. In der ständischen Gesellschaftsordnung des Mittelalters verfügten die Herrschenden über mehr Rechte als ihre Untertanen. Das Münzrecht oder das Zollrecht wurden beispielsweise an Städte oder Landesherren verliehen. Oder ein Kloster bekam das Recht, Bier zu brauen. Auch im Machtkampf zwischen Kaiser und Papst oder Kaiser und Fürsten ging es um Privilegien. Ursprünglich mussten sie nach dem Tod des Begünstigten neu verliehen werden. Im 13. Jahrhundert wurde ein Teil der Rechte für immer an die Fürsten vergeben.

  • Proskription

    Proskription, Verfahren zur Vernichtung des politischen Gegners im Römischen Reich. Dabei wurden politische Gegner namentlich erfasst und auf eine öffentliche Liste gesetzt. Diese Personen verloren ihr Vermögen, wurden für vogelfrei erklärt und durften von jedermann umgebracht werden. Ihre Nachkommen wurden von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Die Proskription entwickelte sich aus Gegensätzen zwischen Popularen und Optimaten, die in blutigen Auseinandersetzungen und der Ermordung des Volkstribuns Tiberius Sempronius Gracchus (*163/162 v. Chr., † 133 v. Chr.) 133 v. Chr. mündeten. Im...

  • Protektionismus

    Protektionismus, staatliche Eingriffe in den internationalen Warenverkehr mit dem Ziel, inländische Produkte und ihre Produzenten vor ausländische Konkurrenz durch Zölle und Beschränkungen zu schützen. Maßnahmen sind z.B. Schutzzölle und Einfuhrkontingente. Im Zeitalter der industriellen Revolution und der Industrialisierung ergriffen die sich in starker Konkurrenz befindlichen Industriestaaten und Nationalstaaten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts immer häufiger zu protektionistischen Maßnahmen wie der Schutzzollpolitik. Der Protektionismus steht im Gegensatz zum Freihandel.

  • Protestanten

    Protestanten, ursprünglich die Bezeichnung für die Vertreter evangelischer Reichsstädte und evangelischer Fürsten. Der Reichstag von Speyer vereinbarte 1526, dass in Religionsfragen die Reichsstände verfahren sollen, „wie jeder solches gegen Gott und kaiserliche Majestät hofft und vertraut zu verantworten“. 1529 protestierten die Vertreter von 14 evangelischen Reichsstädten und fünf Fürsten ebenfalls auf einem Reichstag von Speyer gegen die geplante Aufhebung des früheren Beschlusses. Daher kommt die Bezeichnung „Protestanten“.

  • Protestantische Union

    Protestantische Union, 1608 gebildeter Zusammenschluss protestantischer Fürsten in Süd- und Westdeutschland unter Führung von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz (*1574, †1610, Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz seit 1583). Der Union schlossen sich die protestantischen Fürsten in Norddeutschland und Sachsen nicht an. Die Union kämpfte im Dreißigjährigen Krieg gegen die Katholische Liga, war ihr allerdings militärisch unterlegen. Sie versagte ihrem Anführer Kurfürst Friedrich V. (*1596, †1632, Kurfürst von der Pfalz seit 1610) die Unterstützung im Böhmischen Aufstand, schloss ein...

  • Punische Kriege

    Punische Kriege, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rom und Karthago zwischen 264 und 146 v. Chr. Streitigkeiten um die Stadt Messina auf Sizilien lösten den Ersten Punischen Krieg (264 bis 241 v. Chr.) aus. Die Römer gewannen durch einen entscheidenden Seesieg. Karthago musste Kriegsentschädigungen zahlen und seinen Stützpunkt Sizilien, das römische Provinz wurde, räumen. Hannibals Expansionsdrang in Spanien verursachte den Zweiten Punischen Krieg (218 bis 201 v. Chr.). Karthago verlor nach seiner Niederlage seine Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. Es musste eine...

  • Puritaner

    Puritaner, seit 1563 die Bezeichnung für die englischen Calvinisten, die sich auf den Genfer Reformator Johannes Calvin (*1509, †1564) beriefen. Sie gehörten auch zu den ersten Siedlern in Amerika (Pilgrim Fathers).

  • Pyramiden

    Pyramiden, Grabstätten der Könige in der ägyptischen Hochkultur. Zusammen mit Totentempeln bildete die Pyramide einen Gesamtkomplex. Mit dem Regierungsantritt des Pharaos begann der Bau seiner Grabpyramide und des Totentempels durch Fronarbeiter. Dies waren Einwanderer, die der Staat als Gegenleistung für Arbeit versorgte. In der Überschwemmungszeit halfen Bauern. Die Steinblöcke wurden auf Schiffen über den Nil transportiert und an Land auf hölzernen Schlitten gezogen. Beim Pyramidenbau halfen Erdrampen. Die Bauten wurden exakt nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Die größte Pyramide...