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Hitlerjugend, Abkürzung HJ, die Jugendorganisation der NSDAP.

Unter dem Reichsjugendführer der NSDAP (seit 1933 »Jugendführer des Deutschen Reichs«) Baldur von Schirach (*1907, †1974) wurde die 1926 aus der »Großdeutschen Jugendbewegung« hervorgegangene HJ zwischen 1931 und 1940 zu einer Massenorganisation ausgebaut, deren Mitgliederzahl von (1932) 100.000 auf (1933) 3,5 Millionen gesteigert wurde.

Zur HJ im engeren Sinne gehörten die 14- bis 18-jährigen Jungen. Die gleichaltrigen Mädchen bildeten den Bund Deutscher Mädel (BDM). Im Deutschen Jungvolk (DJ) bzw. im Deutschen Jungmädelbund wurden die 10- bis 14-Jährigen erfasst.

Durch das Reichsgesetz über die HJ vom 1.12.1936 wurde der totale Anspruch des nationalsozialistischen Regimes auf die geistige und sittliche Erziehung der Jugend begründet und machte sie zur zentralen, dem Elternhaus und der Schule gegenüber bevorzugten Organisation. Die HJ wurde damit zur Staatsjugend erklärt. Vor allem durch die zwangsweise Eingliederung anderer Jugendverbände erreichte die HJ 1939 etwa 12 Millionen Mitglieder. Ab 1940 wurde die Mitgliedschaft in der HJ oder dem Bund deutscher Mädel für alle Jugendlichen Pflicht. Von Schirachs Nachfolger wurde 1940 Artur Axmann (*1913, †1996).

Seit März 1933 wurde die HJ offen in den Dienst der »vormilitärischen Ertüchtigung« gestellt. Die Aktivitäten reichten von einer vormilitärischen Ausbildung in Wehrertüchtigungslagern nach dem Befehlsprinzip bis zur Freizeitgestaltung. Die HJ entwickelte sich zu einem wirkungsvollen System der Beeinflussung und Frühmilitarisierung der Heranwachsenden. Wer diesen Drill nicht mochte, hatte es nicht einfach, sich ihm zu entziehen. Er war in seinem Schul- und Freundeskreis weitgehend isoliert.

Gegen Kriegsende erfolgt der Einsatz der Minderjährigen im Volkssturm. Die HJ wurde 1945 von den Besatzungsmächten als nationalsozialistische Organisation aufgelöst.