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Lexikon

Hitler

1. Lernjahr – Abitur

Hitler, Adolf, deutscher Politiker, Vorsitzender der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Reichskanzler seit 30.1.1933, nach Vereinigung der Ämter Reichskanzler und Reichspräsident am 2.8.1934 „Führer und Reichskanzler“. Hitler lebte von 1889 bis 1945.

Herkunft und Aufstieg in der Weimarer Republik

Hitler stammte aus einer kleinbürgerlichen Beamtenfamilie in Braunau (Österreich). In Wien (1908 bis 1913) hielt er sich mit Malen von Bildern und Postkarten finanziell über Wasser und entwickelte sein nationalistisches antisemitisch-rassistisches Weltbild. 1913 siedelte er dann nach München über.

Im Ersten Weltkrieg meldete er sich als Kriegsfreiwilliger an die Westfront. Er erreichte den Dienstgrad eines Gefreiten. Nach Kriegsende übernahm er im Auftrag der Reichswehr Schulungsaufgaben und wurde als Agent zur Beobachtung von politischen Gruppen in München eingesetzt. Während dieser Zeit besuchte er eine Veranstaltung der bis dahin unbedeutenden Deutschen Arbeiterpartei (DAP) und wurde kurz darauf Mitglied. In dieser setzte er sich schnell durch und wurde 1. Vorsitzender (Führer) mit fast diktatorischen Vollmachten.

1920 wurde die Partei in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannt. 1923 scheiterte ein von Hitler geführter Putsch (Hitlerputsch). Während seiner Festungshaft in Landsberg schrieb er den ersten Band von „Mein Kampf“, in dem er unter anderem die Ideologie des Nationalsozialismus beschrieb. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung gründete er 1925 die Partei neu.

Anfang der 1930er-Jahre gewann die NSDAP in dramatischer Weise an Stimmen und wurde so in kürzester Zeit zur stärksten Partei im Reichstag.

Machtübernahme und NS-Diktatur

Mit der Ernennung zum Reichskanzler am 30.1.1933 und der damit verbundenen Machtübernahme begann der Aufbau seiner diktatorischen Macht (Führerprinzip) nach innen und der Expansion nach außen. Wesentliche innenpolitische Ereignisse waren die Gleichschaltung, das Ermächtigungsgesetz, der Reichstagsbrand, die Röhmaffäre, die Nürnberger Gesetze, die Reichspogromnacht und die Rassenpolitik.

Nach außen betrieb Hitler eine Politik von Friedensbekundungen und Kriegsvorbereitungen, letztlich aber provozierte er mit seiner aggressiven Politik einer rassistisch bestimmten Vorherrschaft des Deutschen Reichs in Europa die europäischen Mächte und ihre Appeasementpolitik. Wichtige Ereignisse waren die Bekämpfung des Versailler Vertrags, der „Anschluss“ Österreichs, die Zerschlagung der Tschechoslowakei, das Münchener Abkommen und der Hitler-Stalin-Pakt.

Nach dem Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1934) übernahm Hitler auch dessen Amt und nannte sich fortan „Führer und Reichskanzler“. Die Reichswehr legte den Eid auf seine Person ab.

Der Zweite Weltkrieg und das Ende

Hitlers Rassenhass und seine mörderischen Vorstellungen von einem Kampf ums Dasein bestimmten maßgeblich die Richtung der nationalsozialistischen Politik. Am 1.9.1939 entfesselte Hitler mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg und setzte mit Deportationen, Zwangsarbeit, Konzentrationslagern, Vernichtungslagern eine beispiellose Vernichtungsmaschinerie gegen die europäischen Juden (Holocaust) und andere ethnische Minderheiten und politische Gegner in Gang.

Den Widerstand in Deutschland und den besetzten Gebieten ließ Hitler brutal bekämpfen. Alle Versuche, ihn durch ein Attentat zu töten und die NS-Diktatur zu beenden, schlugen fehl, zuletzt das Attentat am 20.7.1944 (Zwanzigster Juli).

Das Ende

Als die Truppen der Anti-Hitler-Koalition die Grenzen des Deutschen Reichs überschritten hatten, befahl er die Selbstzerstörung aller Industrieanlagen und lebenswichtigen Einrichtungen („Nero-Befehl“). Der heraufbeschworene und gewollte totale Krieg und Vernichtungskrieg sowie der geforderte Glaube an den Endsieg des nationalsozialistischen Deutschland wendete sich gegen den NS-Staat bis zur bedingungslosen Kapitulation am 7./8.5.1945.

Am 29.4.1945 ernannte Hitler Großadmiral Karl Dönitz (*1891, †1980) zu seinem Nachfolger als Staatsoberhaupt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs beging er am 30.4.1945 zusammen mit seiner Geliebten Eva Braun (*1912, †1945), die er tags zuvor noch geheiratet hatte, im Bunker der Reichskanzlei in Berlin („Führerbunker“) Selbstmord.