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  • Paarreim

    Ein Paarreim folgt immer dem Schema aabb. Das bedeutet, dass sich in einer Strophe die beiden aufeinanderfolgenden Verse reimen. Beispiel: a Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? a Es ist der Vater mit seinem Kind; b Er hat den Knaben wohl im Arm, b Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm. (Johann Wolfgang von Goethe, Erlkönig)

  • Parabel

    Allgemein Die Parabel ist eine literarische Gattung und ein zu einer selbstständigen Erzählung erweiterter Vergleich. Beispiele: Gotthold Ephraim Lessing, Ringparabel in dem Versdrama Nathan der Weise (1779), Franz Kafka Die Verwandlung (1915) Merkmale Im Gegensatz zum Gleichnis enthält sie keine direkte Verknüpfung, die durch Vergleichspartikel (z. B. so, wie) verdeutlicht ist, sodass der lehrhafte Gehalt vom Leser selbst von der Bildebene auf die Sachbene übertragen werden muss. Ihre Erzählzeit ist die Vergangenheit.

  • Partizip I

    Bildung Das Partizip I, also das Partizip Präsens, wird mit dem Wortstamm und der Endung -end gebildet. Verben, die im Infinitiv auf -eln oder -ern enden, bilden das Partizip entsprechend. Ausnahmen: sein→ seiend; tun → tuend Beispiele: les-end, schlaf-end, sing-end, lauf-end, wimm-elnd, flimm-ernd, zwitsch-ernd Gebrauch Das Partizip Präsens beschreibt ein momentanes, also ein gerade andauerndes Geschehen oder einen Zustand und wird verwendet: als Adjektiv (und wird dann auch wie ein Adjektiv dekliniert) Beispiele: Der bröckelnde Putz ärgert den Hausbesitzer. Der Ball lag im angrenzenden...

  • Partizip I und II

    Das Partizip, auch Mittelwort genannt, gehört zu den infiniten Verbformen. Infinite Verbformen sind Verben ohne Personal- und Tempusformen, ohne Modus und Genus Verbi. Sie verändern ihre Form daher nicht und sind unabhängig vom Subjekt. Je nach dem ob das Partizip im Präsens oder im Perfekt steht unterscheidet man zwischen: Partizip I Partizip II Obwohl sie infinite Formen des Verbs sind, die keine Personalform ausbilden, werden sie aber trotzdem dekliniert. Beispiele: das lesende Mädchen, die spielenden Kinder, die gerupften Hühner Partizipien stellen eine Form zwischen Verb und Adjektiv dar...

  • Partizip II

    Bildung Das Partizip II, also das Partizip Perfekt, wird in der Regel mit der Vorsilbe (Präfix) ge- gebildet. Beispiele: gemacht, gekauft, gelaufen Die Endung -t wird bei regelmäßigen Verben und Verben mit gemischter Konjugation angefügt. Bei unregelmäßigen Verben endet es auf -en. Beispiel: regelmäßige Verben gesucht, geweckt Verben mit Mischform gebrannt, genannt unregelmäßige Verben geschrieben, geschlafen, gebunden Die Partizipien der Verben mit den Präfixen be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer- werden ohne ge- gebildet. Ebenso die der Verben auf -ieren. Beispiel: bestellt, entsetzt...

  • Partizipialsatz

    Der Partizipialsatz ist ein Nebensatz und wird mit dem Partizip I (Partizip Präsens) oder einem Partizip II (Partizip Perfekt) gebildet. Der Teilsatz bezieht sich auf das Subjekt des Hauptsatzes und das Partizip wird in vielen Fällen erweitert. Beispiele: Auf einen Sieg hoffend, drückte sie ihrer Mannschaft die Daumen. Gerade angekommen, musste er schon wieder los. Vor Anstrengung keuchend, konnte er nichts sagen. Den Kopf in den Nacken gelegt, schaute er zum Himmel.

  • Passiv

    Allgemein Aktiv und Passiv sind zwei Handlungsarten bzw. Sehrichtungen des Verbs, wobei zwischen "Tatform" (Aktiv) und "Leideform" (Passiv) unterschieden wird. Passiv Im Passiv wird das Geschehen aus der Sicht des "Betroffenen" dargestellt. Beispiel: Rabea wird (von ihrer Mutter) in die Stadt gefahren. Hierbei kann der "Täter" (im Beispiel die Mutter) erwähnt werden, kann aber auch weggelassen werden. Man spricht hierbei auch von einem täterabgewandten bzw. täterlosen Passiv. Der Gebrauch des Passivs wird vor allem sinnvoll, wenn Sachverhalten im Vordergrund stehen, zum Beispiel...

  • Perfekt

    Gebrauch Das Perfekt (vollendete Gegenwartsform) bezeichnet ein Geschehen, das zwar in der Vergangenheit abgeschlossen ist, dessen Folgen oder Ergebnisse aber noch bis in die Gegenwart reichen. Es wird deshalb auch vollendete Gegenwart genannt. Beispiele: Ich habe in dieser Nacht acht Stunden geschlafen. (Folge: Ich bin jetzt fit.) Es hat die ganze Nacht geregnet. (Ergebnis: Der Rasen ist nun völlig aufgeweicht.) Außerdem kann das Perfekt, wenn es zusammen mit dem Präsens vorkommt, Vorzeitigkeit ausdrücken, also das, was vor der aktuellen Handlung passiert ist. Beispiel: Nachdem der Esel...

  • Personale Erzählsituation

    Der Erzähler fehlt als Vermittler zwischen Autor und Leser. Das Geschehen wird aus der Perspektive einer Romanfigur dargestellt und wirkt dadurch direkt und unmittelbar. Die äußere Wahrnehmung wird begrenzt, die innere jedoch erweitert, sodass die Gedanken- und Gefühlswelt dargestellt wird (Innenperspektive). Erzählweisen des personalen Erzählers sind Personenrede (direkte Rede) und innerer Monolog.

  • Personalpronomen

    Allgemein Personalpronomen steht als Stellvertreter für die sprechende Person (1. Person) die angesprochene Person (2. Person) die Person, über die gesprochen wird (3. Person) In der 3. Person Singular gibt es für jedes der drei Geschlechter eine eigene Form: er (Maskulinum), sie (Femininum) und es (Neutrum). Die 3. Person wir vor allem für ein Substantiv verwendet, das man gerade genannt hat und nicht wiederholen möchte. Beispiel: Der Mann geht über die Straße. Er geht schnell. Die 3. Person Plural wird auch als Höflichkeitsform der Anrede benutzt und immer groß geschrieben. Beispiel: Guten...

  • Personenbeschreibung

    Inhalt Eine Personenbeschreibung dient dem Erkennen oder Wiedererkennen eines Menschen. Deshalb hebt man das Typische und Auffällige sachlich und anschaulich hervor. Ziel ist es, mit Worten ein wahrheitsgetreues „Bild“ zu vermitteln. Die ersten Angaben beziehen sich auf Geschlecht, Alter, Größe und die allgemeine Erscheinung. Beispiel: weiblich, ca. 28 Jahre etwa 1,70 m groß, sportlich Aufbau Die Darstellung der besonderen Merkmale erfolgt in der Regel von oben nach unten, wobei die einzelnen Bereiche zusammenhängend beschrieben werden: Beschreibung des Kopfes Kopfform: länglich, rund...

  • Personifikation

    Die Personifikation zählt zu den rhetorischen Figuren und ist ein sprachliches Bild, wobei Begriffe, Dinge oder Tiere als menschliche Wesen dargestellt werden. Beispiele: die Natur schläft, die Sonne lacht, blinder Zufall

  • Persönlicher Brief

    Allgemein Ein persönlicher Brief übermittelt Informationen einer Privatpersonen in schriftlicher Form. Dabei spielt die persönliche Beziehung zwischen Sender und Empfänger eine wichtige Rolle. Form Ein persönlicher Brief darf Umgangssprache enthalten. Gefühle und Gedanken dürfen geäußert werden. Trotz der lockeren Form müssen bestimmte Elemente wie: Datum, Begrüßung, Grußformel und Unterschrift enthalten sein. Struktur Persönliche Briefe bestehen aus drei Teilen: Anrede, Brieftext und Verabschiedung. Die Anrede dient als Einleitung des Schreibens. Oben rechts werden Datum und Ort genannt, das...

  • Plusquamperfekt

    Gebrauch Das Plusquamperfekt (vollendete Vergangenheitsform) wird fast nur in Verbindung mit dem Präteritum gebraucht und bezeichnet dann die Vorzeitigkeit zum Geschehen in der Vergangenheit. Also einem Geschehen, das noch vor den in der Vergangenheit erzählten Ereignissen liegt. Dieses Geschehen ist in der Vergangenheit bereits abgeschlossen. Beispiele: Sie unterhielten sich noch lange. Vorher hatten sie ausgiebig gegessen. Nachdem er die Flasche ausgetrunken hatte, brachte er sie in die Küche. Bildung Das Plusquamperfekt wird gebildet mit dem Präteritum der Hilfsverben haben oder sein und...

  • Poetischer (oder bürgerlicher) Realismus (um 1848-1890)

    Historische Zusammenhänge Das Scheitern der bürgerlich-demokratischen Revolution 1848/49 veränderte die gesellschaftlich-politische Situation; 1871 siegte mit der Gründung des neuen deutschen Reiches durch Bismarck das Prinzip der nationalen Einheit über liberal-demokratische Prinzipien. Zur Veränderung der Gesellschaft trugen auch folgende Faktoren bei: neue Erkenntnisse in den Naturwissenschaften, Erfindungen im Bereich der Technik und Medizin, damit verbunden ein teilweise naiver Fortschrittsglaube und die allmähliche Infragestellung bzw. Auflösung religiöser und ethischer Bindungen...

  • Politische Lyrik

    Gedichte lassen sich je nach ihrem thematischen Schwerpunkt unterscheiden. Die politische Lyrik thematisiert politische Ideen, Themen oder Ereignisse mit dem Ziel, auf Meinungsbildung und Vorgänge in Staat und Gesellschaft einzuwirken. Beispiele: Heinrich Heine "Die schlesischen Weber" (1844), Bertolt Brecht "Fragen eines lesenden Arbeiters" (1936)

  • Politisierung der Literatur: Die 1960er- und 1970er-Jahre

    Zeitgeschichtliche Rahmenbedingungen Die ersten 15 Jahre der Bundesrepublik standen aus der Sicht vieler Schriftsteller im Zeichen der Restauration: Wirtschaftlicher Aufschwung und Konsumorientierung waren in ihren Augen mit geistiger Verkrustung, politischer Kritiklosigkeit und angepasstem Verhalten verbunden. Eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit fand nach ihrer Ansicht kaum statt. Amerikas Krieg in Vietnam zeigte in der Bundesrepublik starke innenpolitische Wirkungen. Die außerparlamentarische Opposition (APO) war der Reflex auf die Bildung der großen...

  • Possessivpronomen

    Allgemein Das Possessivpronomen drückt aus, zu wem eine Person oder eine Sache gehört. Beispiel: Das ist meine Tasche und das ist deine Tasche. Es wird aber auch dann verwendet, wenn kein wirkliches Besitzverhältnis vorliegt. Beispiel: Ich muss gehen. Mein Zug fährt gleich. Zur Verstärkung kann zum Possessivpronomen das Adjektiv eigen hinzugesetzt werden. Beispiel: mein eigenes Buch Sie können aber auch als Stellvertreter verwendet werden und ersetzen dann ein Substantiv. Beispiel: Wessen Schlüssel ist das? Das ist meiner. Die Höflichkeitsformen Ihr, Ihre werden großgeschrieben. Beispiel: Ich...

  • Postmoderne - Literatur der 1980er-Jahre

    Kennzeichen der literarischen Bewegung Mit dem Begriff aus der Kunsttheorie werden die unterschiedlichen, z. T. widersprüchlichen Literaturtendenzen der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts gekennzeichnet, sich von Zielen und Techniken der Moderne abzuwenden und zugleich Formen aufzunehmen, die von der Moderne als veraltet abgelehnt wurden. Es ging dabei einmal um Abgrenzung gegenüber der gesellschaftlichen Moderne (Technisierung, Bürokratisierung), zum anderen um eine Abgrenzung gegenüber der ästhetischen Moderne (z. B. experimentelle Literaturansätze des Expressionismus, des Dadaismus und des...

  • Prädikat

    Das Prädikat ist der wichtigste Teil des Satzes, da sich alle Satzglieder in Inhalt, Stellung und Form nach ihm richten. Ermittelt werden kann das Prädikat mit den Fragen was geschieht oder was tut das Subjekt. Somit drückt es aus, was jemand oder etwas ist und was geschieht. Das Prädikat wird immer mit einem konjugierten Verb gebildet und steht im Satz immer an zweiter Stelle. Nur das Prädikat verändert seine Stellung bei der Umstellprobe nicht. Beispiele: Sie liest ein Buch. Es schneit.

  • Prädikativ

    Das Prädikativ ist ein Satzglied und eng mit dem Prädikat verbunden. Es kommt nur im Zusammenhang bzw. als Ergänzung zu folgenden Verben vor: sein, werden, bleiben, heißen, scheinen. Es bezeichnet eine Gleichsetzung, die sich auf das Subjekt bezieht und kann aus verschiedenen Wortarten bestehen. Nomen im Nominativ: Er ist Hausmeister. Adjektiv: Sie bleibt lange. Pronomen: Er war es. Numerale: Sie waren nur wenige. Adverb: Das war damals anders. 4

  • Präposition

    Allgemein Präpositionen (Verhältniswort/Fügewort; Plural: die Präpositionen, von lat.: präponere = voranstellen) fügen Satzglieder in den Satz ein. Dies drückt auch die deutsche Bezeichnung Fügewort aus. Sie können vor einem Nomen (Substantiv), einem Pronomen oder auch vor einem Adverb oder Adjektiv stehen. Im Satz geben die Präpositionen Beziehungsverhältnisse an. Präposition und Kasus Die meisten Präpositionen fordern im Satz einen bestimmten Kasus (Fall). Genitiv: infolge, jenseits, während, wegen Dativ: außer, bei, mit, nach, seit, zu Akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um, wider Dativ...

  • Präpositionalobjekt

    Ein Präpositionalobjekt wird mit einem Fragewort und einer Präposition erfragt. Diese Präposition ist nicht frei wählbar, sondern hängt vom Verb ab und bestimmt den Fall (Kasus) der gesamten Ergänzung. Es gibt verschiedene Formen des Präpositionalobjekts: präpositionaler Ausdruck Frage: Womit (mit was) rechnen sie? Infinitiv mit zu Frage: Worauf (auf was) hoffen wir? Pronominaladverb Frage: Worüber (über was) freut er sich? Gliedsatz Frage: Woran (an was) zweifelt sie?

  • Präsens

    Gebrauch Das Präsens (Gegenwartsform) bezeichnet ein Geschehen, das sich gerade ereignet, und Aussagen, die allgemein und immer gültig sind. Beispiele: Er liest ein Buch. Der Juli hat 31 Tage. Mit dem Präsens können aber auch Geschehen bezeichnet werden, die in der Zukunft liegen. Häufig drückt ein Zeitadverb im Satz aus, dass es sich um ein zukünftiges Geschehen handelt. Beispiel: Morgen gehe ich wieder in die Schule. Bildung Das Präsens wird mit dem Wortstamm (Präsensstamm) und den Personalendungen -e, -st, -t, -en, -t, -en gebildet. Es wird allein durch das Vollverb gebildet und daher auch...

  • Präteritum

    Gebrauch Das Präteritum bezeichnet zum einen ein vergangenes und abgeschlossenes Geschehen und zum anderen ist es das sogenannte Erzähltempus, wie es in Märchen, Erzählungen oder Romanen verwendet wird. Beispiel: Ich aß gestern einen Apfel. Es war einmal ein König, der lebte in einem alten Schloss. Bildung Konjugationsklassen des Verbs An der Bildung der Präteritumformen erkennt man die Konjugationsklasse, zu der ein Verb gehört: Regelmäßige Verben bilden das Präteritum mit dem Präsensstamm und der Silbe -te. Beispiel: ich glaubte, du glaubtest Unregelmäßige Verben bilden das Präteritum mit...

  • Pro- und Kontradiskussion

    Eine Diskussion ist eine Sonderform eines Gesprächs. Hierbei wird sich über ein bestimmtes Thema auseinandergesetzt, wobei die Rollen von Sprecher und Zuhörer wechseln. Das Diskussionsziel bestimmt die Form der Diskussion, die Techniken sowie die Anzahl und Zusammensetzung der Teilnehmer. Bei der Pro- und Kontradiskussion werden zu einem meist strittigen Thema bzw. zu einer Ausgangsfrage unterschiedliche Auffassungen (das Pro und Kontra bzw. auch Für und Wider) begründet vorgetragen und diskutiert. Die Aufgabe der Diskussionsteilnehmer ist es, sich Kenntnisse über ein Thema zu verschaffen...

  • Pronomen

    Allgemein Ein Pronomen kann im Satz für ein Nomen stehen. Beispiel: Karin füttert den Hund. Sie füttert ihn. Viele Pronomen können auch, wie der Artikel, das Nomen begleiten. Beispiel: Dieser Hund gehört Carina. Es ist ihr Hund. Es gibt mehrere Arten von Pronomen, die jeweils unterschiedliche Funktionen haben. Beispiel: Der Friseur rasiert ihn. (Personalpronomen) Deklination Pronomen lassen sich mit dem Nomen zusammen oder allein deklinieren. Beispiel: Demonstrativpronomen im Maskulinum Weitere Arten von Pronomen sind: Personalpronomen Possessivpronomen Reflexivpronomen Demonstrativpronomen...