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  • Gattungen

    Allgemein Als literarische Gattungen werden die drei Grundformen der Literatur - Epik, Dramatik und Lyrik - bezeichnet. Diese Gattungen weisen spezifische Merkmale auf und unterscheiden sich voneinander durch Stil, Wortart, Aufbau, Entstehungszusammenhang und Rezeption durch Leser. Literarisch-poetische Texte dienen nicht nur – wie Sachtexte – der praktischen Verwendung; sie haben, da sie nach künstlerischen Maßstäben gestaltet sind, einen eigenen ästhetischen Wert und verweisen auf spezifische Bedeutungszusammenhänge. Literarische Texte erfordern vom Leser besonders große Aufmerksamkeit...

  • Gattungsformen der Epik

    Epische Texte lassen sich grob - anhand ihrer Länge - in die Kategorien Kurzepik (Erzählung, Kurzgeschichte, Novelle, Anekdote, Fabel, Märchen, Parabel, Legende und Sage) und Großepik (Roman, Versepos) einteilen. Jede Erzählform hat ihre besonderen Eigenschaften und Aspekte, auf die man beim Interpretieren achten sollte. Merkmale epischer Kleinformen Erzählung Eine Erzählung ist eine epische Kleinform (bis ca 20 Seiten), deren Aufbau nicht festgelegt ist, die aber über eine in Schritten entwickelte, meist realistische Handlung und über Nebenhandlungen verfügt. Sie ist kürzer als der Roman...

  • Gattungsformen der Lyrik

    Die Lyrik hat verschiedene Gattungsformen. Dazu zählen: Elegie: In der deutschen Literatur ist die Elegie seit dem Barock ein Gedicht, das allgemein Trauer, Schwermut und Sehnsucht ausdrückt. Epigramm: Dieses kurze Sinngedicht besteht in der Regel aus einem antithetisch bzw. zugespitzt formulierten Gedanke. Es kann auch als Sinnspruch mit Pointe bezeichnet werden. Hymne: Diese Form dient dem feierlichen Lob- und Preisgesang in erhabener Sprache zur Verherrlichung von Göttern, Helden, Herrschern oder Tugenden. Ode: In der Antike wurde als Ode eine strophische, meist von Musik begleitete...

  • Gedichtinterpretation

    Allgemein Gedichte drücken meist Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Erlebnisse aus. Dafür wählen die Autoren oft die Ich-Form sowie ausdrucksvolle sprachliche Bilder. Bei lyrischen Texten ist besonders die sprachliche Form zu analysieren und mit dem Inhalt des Gedichts in Beziehung zu setzen. Kernfrage: Inwiefern unterstützt die sprachliche Gestaltung die inhaltliche Aussage des Textes? Vorgehensweise Bei einer Gedichtinterpretation geht man dreischrittig vor: Inhaltsangabe: Hierbei wird zunächst ein Einleitungssatz formuliert, welcher folgende Informationen enthält: die Textsorte, den Titel...

  • Gegenbewegungen zum Naturalismus (1880-1918)

    Kennzeichen der Epoche Der Beginn der literarischen Moderne, zu der auch der Naturalismus zählt, ist durch eine Vielfalt unterschiedlicher, zum Teil widersprüchlicher Tendenzen, Bewegungen und Gegenbewegungen gekennzeichnet. Der als krisenhaft erlebte Umbruch bedeutete auch eine Krise der sprachlichen und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Schon früh bildeten sich Gegenströmungen zum Naturalismus heraus, womit die einseitig auf Wirklichkeit bezogenen Konzepte infrage gestellt bzw. aufgegeben werden. Impressionismus Dieser Begriff bezeichnete ursprünglich eine Richtung in der französischen...

  • Gegenstandsbeschreibung

    Inhalt Die Gegenstandsbeschreibung stellt die Merkmale und Eigenschaften eines Gegenstands (auch Zustands) sachlich dar. Raum- und Landschaftsbeschreibungen gehören ebenfalls zu dieser Textform. Zunächst wird der Gegenstand als Ganzes betrachtet. Dann folgen Einzelheiten, die so beschrieben werden, dass der Gegenstand schrittweise erfasst wird. Aufbau und Form Die Einzelheiten werden in einer sinnvollen Reihenfolge angeordnet, etwa von außen nach innen, von oben nach unten, vom Großen zum Kleinen. Die Einzelheiten können, je nach Gegenstand, auch in ihrem Funktionszusammenhang oder ihrer...

  • Genitiv

    Im Deutschen gibt es vier verschiedene Kasus (Plural: Kasus = Fall): Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Mithilfe von unterschiedlichen Fragewörtern kannst du herausfinden, in welchem Kasus z. B. ein Substantiv steht. Der Genitiv stellt den 2. Fall dar und man fragt nach ihm mit wessen? Beispiele: Ich habe das Buch des Mädchens gelesen. Wessen Buch habe ich gelesen? Tom ist mit dem Auto der Firma gefahren. Wessen Auto ist Tom gefahren? Aufgepasst: Es werden nicht nur Substantive im Genitiv dekliniert, sondern auch: Pronomen Substantivierungen bestimmte Artikel unbestimmte Artikel Adjektive...

  • Genitivobjekt

    Das Genitivobjekt beantwortet die Frage wessen? Es gibt nur wenige Verben, die ein Objekt im Genitiv verlangen, daher wird es heute nur noch selten gebraucht. Nur wenn sich das Fragewort wessen auf das Verb bezieht, wird das Objekt erfragt. Bezieht sich das Fragewort auf ein Substantiv (wessen Mantel), erfragt man ein Genitivattribut. Genitivobjekte bestehen aus: Substantivgruppen Pronomen manchmal aus Nebensätzen (Infinitivsätzen) Beispiel: Wir gedenken unserer Verstorben. Wir gedenken ihrer. Ich erinnere mich, ihn gesehen zu haben.

  • Genus

    Allgemein Der Genus (lat.: Geschlecht) ist das Geschlecht eines Nomens. Jedes Nomen hat ein grammatisches Geschlecht, welches man an dem bestimmten Artikel (Geschlechtswort oder Begleiter), der vor jedem Nomen stehen kann (der Computer, das Fahrrad, die Aufgabe) erkennt. Bei manchen Nomen kann man das Geschlecht auch an der Endung erkennen. Unterscheidung Man unterscheidet drei Geschlechter: Femininum (weiblich) Beispiele: die Lehrerin, die Sonne, die Klugheit Maskulinum (männlich) Beispiele: der Junge, der Klassenraum, der Glaube Neutrum (sächlich) Beispiele: das Mädchen, das Pferd, das...

  • Getrennt- und Zusammenschreibung

    Allgemein Die Getrenntschreibung von Wörtern ist der Normalfall. Es handelt sich dabei um die Bestandteile von Wortgruppen: Radio hören, Angst haben, getrennt schreiben. Zusammenschreibungen sind die Ausnahme und bedürfen einer Regel. Es handelt sich bei der Zusammenschreibung um Bestandteile von Zusammensetzungen: altersschwach, durchbrechen, liebäugeln, handhaben, zusammenschreiben. Manchmal kommt es bei der Frage, ob zusammengeschrieben oder getrennt geschrieben wird, auf den Zusammenhang im Satz an. Man kann dann das Wort als Zusammensetzung oder als Wortgruppe verstehen und schreibt...

  • Glosse

    Die Glosse gehört zu den journalistischen Textsorten und versteht sich als witziger, oft auch polemischer oder satirischer Kurzkommentar zu einem aktuellen Anlass oder einem kulturellen Ereignis in einer Zeitung / Zeitschrift mit einer Schlusspointe. Absicht ist, den Leser zu beeinflussen und zu einer Stellungnahme herauszufordern. Die ursprüngliche Bedeutung von „Glosse“ ist „spöttische Randbemerkung“, daher ist ihr Umfang kurz.

  • Goethe, Johann Wolfgang von

    Biografisches * 28. August 1749 in Frankfurt am Main † 22. März 1832 in Weimar Studium der Rechtswissenschaft in Leipzig und Straßburg ab 1775 am Weimarer Hof ab 1794 Freundschaft mit Friedrich Schiller Goethes Werk nimmt in der deutschen Literaturgeschichte eine herausragende Stellung ein. Goethe, der auch als Naturforscher hervortrat, prägte literarhistorische Epochen und hatte von seiner Lebenszeit bis in die Gegenwart enorme Wirkung auf die Literatur. Auch seine Persönlichkeit regte zu künstlerischen Bearbeitungen an, im 20. Jahrhundert u. a. Thomas Mann und Peter Hacks. Lebensstationen...

  • Grass, Günter

    Geboren in Danzig (heute Polen) 16.10.1927, gestorben in Lübeck am 13.4.2015: Grass stammte aus einer deutsch-polnischen Familie. 1948-56 studierte er Grafik und Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin, gleichzeitig entstanden seine ersten literarischen Arbeiten. 1956-60 lebte er in Paris. Ab 1961 engagierte sich Grass für die SPD, deren Mitglied er von 1982 bis 1992 war. 1986/87 zog er sich für ein halbes Jahr nach Indien zurück. Er lebte in Berlin oder in Schleswig-Holstein. Provokation und Bruch mit Tabus Grass' frühe Lyrik und erste Dramen, die dem absurden Theater zuzurechnen sind, fanden...

  • Grimm, Jacob und Wilhelm

    Jacob Grimm: Geboren in Hanau am 4.1.1785, gestorben in Berlin am 20.9.1863 Wilhelm Grimm: Geboren in Hanau am 24.2.1786, gestorben in Berlin am 16.12.1859: Die beiden Brüder, die auch als die Brüder oder Gebrüder Grimm in die Literaturgeschichte eingegangen sind, lebten und arbeiteten nahezu ihr gesamtes Leben zusammen. Ihre ersten Jahre verbrachten die Söhne eines Juristen in ihrem Geburtsort Hanau. 1791 übersiedelte die Familie in das hessische Städtchen Steinau, wo der Vater eine Stelle als Amtsmann annahm. Nach dem Tod des Vaters besuchten beide das Lyzeum in Kassel, bevor sie in Marburg...

  • Grimmelshausen, Jakob Cristoffel von

    Geboren in Gelnhausen um 1621, gestorben in Renchen am 17.8.1676: Grimmelshausen verlor vermutlich durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) seine Eltern. Später diente er im Krieg u.a. als Regimentsschreiber. Nach dessen Ende war er Gutsverwalter und ab 1667 Bürgermeister in Renchen bei Offenburg. Der bedeutendste deutsche Roman der Barockzeit In Renchen schrieb Grimmelshausen sein Hauptwerk, den Schelmenroman Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch (1669), dem weitere Romane folgten. Im Simplicissimus wurde erstmals die Entwicklung eines Individuums in einer Erzählung vorgestellt. Deshalb...

  • Groß- und Kleinschreibung

    Die Groß- bzw. Kleinschreibung zählt zu den Grundelementen unserer Sprache. Großschreibung Grundsätzlich gilt: Großgeschrieben wird das erste Wort einer Überschrift, eines Titels, einer Anschrift und einer Grußformel, Beispiele: Der Zauberlehrling, Kleines Wörterbuch für die Schule, Sehr geehrte/r ... das erste Wort eines Satzes, Beispiel: Heute waren wir ... das erste Wort eines selbstständigen Satzes nach einem Doppelpunkt, Beispiel: Das ist die Vereinbarung: Wir fahren morgen. das erste Wort einer direkten Rede. Beispiel: Mit seinem ständigen „Ich mag dich“ nervt er. Zudem werden auch Nomen...

  • Groß- und Kleinschreibung von Orts- bzw. Herkunftsangaben

    Die von geografischen Eigennamen abgeleiteten Wörter auf -er schreibt man immer groß. Beispiel: der Kölner Dom Auch Adjektive, die von geografischen Namen abgeleitet sind und Teil eines Eigennamens sind, werden großgeschrieben. Beispiel: der Bayerische Wald Aufgepasst: Die von geografischen Namen abgeleiteten Wörter auf -isch, -ische, -ischer, -sch schreibt man klein, wenn sie nicht Teil eines Eigennamens sind. Beispiel: der westfälische Schinken

  • Groß- und Kleinschreibung von Zeitangaben

    Treten Tageszeiten als Substantiv auf, werden sie großgeschrieben. Man erkennt sie meist am Artikel oder an einem Pronomen. Beispiele: der Abend, am Vormittag Manchmal fehlen der Artikel oder ein Pronomen als Erkennungszeichen, stattdessen steht eine Präposition. Beispiele: zu Mittag essen, gegen Abend Die Zeitangaben können auch im Genitiv stehen, ihnen wird dann ein -s angehängt. Beispiele: eines Tages, des Abends Tageszeiten, die nach den Adverbien vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen stehen, werden großgeschrieben. Beispiele: gestern Morgen, heute Abend Auch Wochentage sind...

  • Großschreibung von Eigennamen

    Eigennamen werden großgeschrieben. Beispiele: Peter, Berlin, Nordstraße Bei mehrteiligen Eigennamen und festen Verbindungen aus Adjektiv und Nomen (Substantiv) als begriffliche Einheit schreibt man das erste Wort und alle weiteren Wörter groß, sofern es keine Artikel, Konjunktionen oder Präpositionen sind. Beispiele: der Heilige Abend, die Gelbe Karte

  • Großschreibung von Substantivierungen

    Allgemein Groß schreibt man auch alle Wörter, die als Substantive gebraucht werden (Substantivierungen), auch dann, wenn sie ursprünglich zu einer anderen Wortart gehören. Ausschlaggebend für die Großschreibung eines Wortes ist nämlich immer seine Aufgabe im Satz. Substantivierte Verben Als Substantiv gebrauchter Verben werden großgeschrieben. Häufig ist hierbei ein Artikel vorangestellt. Aber: Wenn der Artikel fehlt, kann man groß- oder kleinschreiben. Beispiele: Das Lesen von Comics, In der Schule lernt man Schreiben/schreiben (beides möglich, da der Artikel fehlt) Substantivierte Adjektive...

  • Großstadtlyrik

    Die Großstadtlyrik thematisiert die – meist negativen – Erfahrungen des Menschen in der modernen Großstadt. Sie ist eine dichterische Antwort auf die historische Entwicklung nach der industriellen Revolution. Beispiel: Georg Heym „Der Gott der Stadt“ (1910)

  • Grundformen des Dramas

    Dramatische Texte weisen zwar bestimmte einheitliche Merkmale auf, dennoch grenzt man innerhalb dieser Gattung anhand bestimmter Kriterien verschiedene Dramenformen voneinander ab. So lassen sich Dramen rein formal betrachtet nach der Anzahl der Akte unterteilen. Man unterscheidet in der Regel: Einakter, in denen in einem Akt die Handlung konzentriert ist und kaum Szenenwechsel zu beobachten sind, üblich ist diese Form seit Mitte des 18. Jahrhunderts; seit Beginn des 20. Jahrhunderts beliebte Form des Dramas; Dreiakter, in denen im ersten Akt die zu dem Konflikt führenden Umstände dargestellt...