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  • s-Laute

    Allgemeines S-Laute S-Laute können auf zweierlei Weise ausgesprochen werden: weich (gesummt, stimmhaft) Beispiele: sauer, säuseln, Esel, Saat, leise, verreisen scharf (gezischt, stimmlos) Beispiele: Gras, Hass, grüßen, Fluss, heißen, er las Die Beispiele machen deutlich, dass der weich ausgesprochene s-­Laut immer mit einfachem s geschrieben wird. Bei dem scharf oder gezischt ausgesprochenen s-­Laut unter­scheidet man drei Schreibweisen: die Schreibung mit einfachem s, die Schreibung mit ss, die Schreibung mit ß. Schreibung mit s Die meisten scharf ausgesprochenen, doch mit einfachem s...

  • Sachtext

    Allgemein Im Vergleich zu poetischen Texten stehen bei Sachtexten vor allem der Gebrauchs- und Informationswert, der pragmatische Kommunikationszusammenhang (die Frage nach der Absicht des Verfassers und der Wirkung beim Adressaten) im Vordergrund. Man wird also bei Sachtexten u.a. zunächst die folgenden Fragen stellen: Wer sagt wem was warum mit welcher Absicht? Ähnlich wie bei poetischen Texten werden danach Gesichtspunkte wie Thema/Inhalt, Aufbau, Textsorte, sprachlich-rhetorische Wirkungsmittel einbezogen (Analyse von Sachtexten). In Sachtexten geht es vor allem um folgende Schwerpunkte...

  • Sage

    Die Sage zählt zu den erzählenden Texten und ist eine kurze volkstümliche Erzählung oder ein Bericht über ein außergewöhnliches, oftmals übernatürliches Ereignis oder Erlebnis, das an Personen, Naturerscheinungen oder bestimmte Gebäude geknüpft ist und Anspruch auf Glaubwürdigkeit erhebt. Die Sage bietet einen Erklärungsversuch mittels überirdischer Kräfte oder wunderbarer Fügungen an, weil vernünftige Erklärungen nicht hinreichend sind. Sie hat oftmals einen geschichtlichen Kern. Man unterscheidet zwischen Volkssagen, die vor allem mündlich überliefert sind und Kunstsagen, die von einem...

  • Satzgefüge

    Allgemein Hauptsatz und Nebensatz bilden zusammen ein Satzgefüge. Dabei können unterordnende Konjunktionen (als, weil, nach­dem) oder Relativpronomen Nebensatz und Hauptsatz miteinander verknüpfen oder aufeinander beziehen. Der Nebensatz kann dabei an unterschiedlichen Stellen stehen. Von einem Hauptsatz können auch mehrere Nebensätze abhängen. Beispiel: Das Buch, das ich mir ausgeliehen habe, habe ich sofort gelesen, weil es so spannend war. Von einem Nebensatz (Nebensatz 1. Grades), der selbst von einem Hauptsatz abhängt, kann wiederum ein Nebensatz (Nebensatz 2. Grades) abhängen. Beispiel...

  • Satzglieder

    Allgemein Ein Satz besteht aus einzelnen Bausteinen, den Satzgliedern. Ein Satzglied kann aus einem einzelnen Wort, einer Wortgruppe oder einem Gliedsatz bestehen. Innerhalb eines Satzes übernehmen die Satzglieder bestimmte inhaltliche Funktionen. Jedes einzelne Wort kann einer Wortart zugeordnet werden und lässt sich grammatisch genau bestimmen. Arten von Satzgliedern: Subjekt Prädikat Objekt adverbiale Bestimmung Beispiel: Subjekt Prädikat Akkusativobjekt Der Sportler nutzte die wohlverdiente Pause. Abgrenzung der Satzglieder Es gibt zwei Methoden, um festzustellen, welche Wörter...

  • Satzreihe

    Eine Satzreihe (Parataxe) besteht im Gegensatz zu einem Satzgefüge aus einer Verbindung von zwei oder mehreren selbstständigen, gleichrangigen Hauptsätzen. Hauptsätze kann man mit Semikolon, Komma und/​oder einer nebenordnenden Konjunktion zu einer Satzreihe verbinden. Damit wird verdeutlicht, dass die einzelnen Hauptsätze inhaltlich aufeinander bezogen sind. Bei den nebenordnenden Konjunktionen und oder oder kann das Komma entfallen. Beispiele: Der Schreck fuhr uns in die Glieder, das Lachen erstarb uns auf den Lippen. (Komma) Der Film war gut, doch es fehlte der Humor. (Komma) Es schellt...

  • Satzschlusszeichen

    Der Schluss ganzer Sätze kann durch unterschiedliche Satzzeichen gekennzeichnet werden, mit denen ein Text übersichtlicher und lesbarer wird: Punkt: Am Ende eines abgeschlossenen und vollständigen Satzes, der aus mindestens einem Subjekt und einem Prädikat bestehen muss, steht ein Punkt. Der folgende Satz beginnt wieder mit einem Großbuchstaben. Beispiel: Es ist Frühling. Aber aufgepasst: Nach einer Überschrift steht kein Punkt! Ausrufezeichen: Ausrufe, Aufforderung und Befehle werden mit einem Ausrufezeichen beendet. Auch besonders wichtige Aussagen können am Ende mit einem Ausrufezeichen...

  • Satzzeichen

    Allgemein Um einen Satz zu beenden oder diesen zu strukturieren, werden verschiedene Satzzeichen benutzt. Hierbei gibt es zum einen die Satzschlusszeichen und weitere Satzzeichen, die nicht am Schluss eines Satzes stehen, wie zum Beispiel das Semikolon oder das Komma. Satzschlusszeichen Punkt: Aussagen oder Feststellungen enden mit einem Punkt. Beispiel: Gestern war ich nicht da. Ausrufezeichen: Aufforderung, Ausruf, Wunsch und besonders wichtige Aussage enden mit einem Ausrufezeichen. Beispiel: Gib mir das Heft, bitte! Fragezeichen: Der Fragesatz endet mit einem Fragezeichen. Beispiel: Kommst...

  • Schiller, Friedrich von

    Geboren in Marbach am Neckar am 10.11.1759, gestorben in Weimar am 9.5.1805: Zu Beginn seiner literarischen Tätigkeit schrieb Friedrich Schiller, der zu den bedeutendsten deutschen Dichtern zählt, im enthusiastischen Ton des Sturm und Drang. Als entschiedener Vertreter der Aufklärung beschäftigte er sich später auch mit Geschichte, Ästhetik und Moralphilosophie. Sein literarisches Spätwerk, entstanden im engen Austausch mit Johann Wolfgang von Goethe, ging als Teil der Weimarer Klassik in die deutsche Literaturgeschichte ein. Freiheitsdrang Johann Christopher Friedrich von Schiller wurde als...

  • Schreibung nach kurzen Vokalen (Schärfung)

    Allgemein Man unterscheidet zwischen kurzen und langen Vokalen. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für das Schriftbild. Die Kennzeichnung eines langen Vokals bezeichnet man als Dehnung, die eines kurzen Vokals als Schärfung. Möglichkeiten der Schärfung Konsonantenhäufung Bei einer Konsonantenhäufung folgen auf einen kurzen Vokal zwei oder mehrere Konsonanten. Anders ausgedrückt: Der Vokal erfährt eine Schärfung. Beispiele: Band, kämpfen, Kerne, Kind, Schmerz, Strumpf, welken Doppelkonsonanten Nach einem kurzen Vokal wird der nachfolgende Konsonant häufig verdoppelt. Beispiele: Brett, Ebbe...

  • Schreibung nach langen Vokalen (Dehnung)

    Allgemein Man unterscheidet zwischen kurzen und langen Vokalen. Diese Unterscheidung hat Konsequenzen für das Schriftbild. Die Kennzeichnung eines langen Vokals bezeichnet man als Dehnung, die eines kurzen Vokals als Schärfung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die dazu führen, dass ein Vokal lang gesprochen wird. Vokale, die lang gesprochen werden, haben meistens ein uneinheitlicheres Schriftbild zur Folge. Möglichkeiten der Dehnung Dehnungs-h Häufig folgt auf einen langen Vokal der Buchstabe -h, um die Dehnung anzuzeigen. Beispiele: Bohne, Hahn, Stuhl, kehren, lahm Der lange i-Laut (Tiger...

  • Schweifreim

    Ein Schweifreim folgt dem Schema aabccb. Er eignet sich besonders für sechszeilige Strophen und bewirkt eine Unterteilung der Strophe in einen Paarreim (aabb) und einen umarmenden Reim (abba). Beispiel: a Als jüngst die Nacht dem sonnenmüden Land, a Der Dämmrung leise Boten hat gesandt, b Da lag ich einsam noch im Moose. c Die dunklen Zweige nickten so vertraut, c An meiner Wange flüsterte das Kraut, b Unsichtbar duftete die Heiderose. (Annette von Droste-Hülshoff, Im Moose)

  • Sonett

    Das Sonett ist eine Gattungsform der Lyrik und entstand im 14. Jahrhundert in Italien. In Deutschland wurde das Sonett besonders im Zeitalter des Barock, der Romantik und um die Jahrhundertwende verwendet. Der formale Aufbau folgt strengen Regeln: 14 Zeilen verteilen sich auf zwei Quartette (Vierzeiler) und zwei Terzette (Dreizeiler). Das Reimschema ist abba abba cdc dcd. Es kann jedoch auf vielfache Weise variieren. Meist wird ein jambisches Metrum verwendet. Die inhaltiche Struktur prägt meist ein antithetischer Aufbau: Die Quartette bauen Spannung auf, indem sie eine Behauptung oder...

  • Sophokles

    Geboren in Athen um 496 v.Chr., gestorben in Athen um 406 v.Chr.: Der griechische Tragödiendichter stammte aus einer wohlhabenden Familie; er bekleidete hohe Ämter. 468 v.Chr. wurde er zum literarischen Rivalen des um 30 Jahre älteren Aischylos. Die Athener verehrten Sophokles nach seinem Tod als Held. Weiterentwickler der Tragödie Sophokles führte wichtige Neuerungen im Drama ein: Die Zahl der Schauspieler wurde von zwei auf drei, die Zahl der Chormitglieder von zwölf auf fünfzehn erhöht, wodurch eine größere Dramatik und eine komplexere Handlung erreicht wurden. Gleichzeitig stellte er den...

  • Storm, Theodor

    Geboren in Husum am 14.9.1817, gestorben in Hadermaschen (Schleswig-Holstein) am 4.7.1888: Der Sohn eines Advokaten studierte in Kiel und Berlin Jura und wurde selbst Advokat in seiner friesischen Heimatstadt, bevor er sein Amt nach der Einverleibung Schleswigs durch Dänemark verlor. Er arbeitete in Potsdam und Heiligenstadt, bis er 1864 mit seiner Frau Konstanze Esmarch in das preußisch gewordene Schleswig-Holstein zurückgehen konnte. Nachdem seine Frau bei der Geburt des siebten Kindes gestorben war, heiratete Storm 1866 Dorothea Jensen, wurde Landvogt und 1874 Richter in Husum. Die...

  • Stream of Consciousness

    Der Stream of Consciousness als besondere Form des inneren Monologs gibt scheinbar unmittelbare und assoziative Bewusstseinsinhalte einer Romanfigur wieder. Beispiel: Monolog der Molly Bloom in James Joyce’ Ulysses (1904)

  • Strophe

    Als Strophe bezeichnet man einen Gedichtabschnitt, der in der Regel aus mehreren Versen besteht. Eine Strophe ist durch einen Absatz von der nächsten Strophe (den folgenden Versen) getrennt. Beispiel: In Heinrich Heines Ballade Belsatzar besteht jede Strophe aus zwei Versen: Die Mitternacht zog näher schon; In stummer Ruh lag Babylon. Nur oben in des Königs Schloss, Da flackerts, da lärmt des Königs Tross. (...) Strophenformen Volksliedstrophe: jambischer Vierzeiler mit drei oder vier Hebungen, meist Kreuzreim mit abwechselnd männlichen und weiblichen Kadenzen, häufigste Strophenform Chevy...

  • Sturm und Drang (um 1770-1785)

    Kennzeichen der literarischen Bewegung Der Begriff Sturm und Drang geht zurück auf den Titel eines Dramas von Maximilian Klinger. Man spricht auch von Geniezeit, weil in dieser Epoche Kreativität und Genialität des künstlerischen Individuums betont werden. Der Sturm und Drang war eine neue Bewegung junger Literaten, die eine unmittelbare Empfindung für die Natur entwickelten und hergebrachte dichterische Formen infrage stellten. Das Ideal der Zeit war nicht mehr (wie in der Aufklärung) der vernünftige Mensch, sondern der natürliche und unverbildete Mensch mit seiner Individualität. Betont...

  • Subjekt

    Das Satzglied Subjekt (Satzgegenstand) spielt im Satz eine wichtige Rolle. Es drückt aus, wer oder was im Satz etwas ist, etwas tut oder etwas veranlasst, daher steht es immer im Nominativ (1. Fall) und man erfragt es mit „wer oder was?“. Das Subjekt kann aus verschiedenen Wörtern oder Wortgruppen gebildet sein: Artikel + Substantiv (Substantivgruppe) Beispiel: Das Kind spielt mit dem Ball. Pronomen Beispiel: Es spielt mit dem Ball. Zahladjektive (Numeralien) Beispiel: Viele kaufen Eintrittskarten fürs Museum. einfacher Infinitiv mit zu Beispiel: Loszulassen fällt mir schwer. Aufzählungen...

  • Subjektsatz

    Beim Subjektsatz nimmt der gesamte Nebensatz die Stelle eines Subjekts im Satz ein. Der Subjektsatz kann, wie ein einzelnes Wort als Subjekt, mit der Frage wer oder was erfragt werden. Beispiele: Wer rechtzeitig da ist, schafft die Arbeit ohne Probleme. Wer schafft die Arbeit ohne Probleme? – Wer rechtzeitig da ist.Dass alle da sind, ist offensichtlich. Was ist offensichtlich? – Dass alle da sind.

  • Substantiv (Nomen)

    Allgemein Substantiv/Namenwort/Hauptwort; das Nomen, Plural: Nomina, lat.: Name, Nennwort; das Substantiv, Plural: Substantive, lat.: selbstständiges Wort Die beiden unterschiedlichen Bezeichnungen Nomen und Substantiv kennzeichnen unterschiedliche Sichtweisen und Leistungen. Die Bezeichnung Nomen (Namenwort) verdeutlicht, dass man mit Wörtern dieser Wortart Lebewesen, Dingen, abstrakten Begriffen dieser Welt einen Namen geben kann. Mit dem Begriff Substantiv wird dagegen hervorgehoben, dass es sich um ein selbstständiges Wort handelt, das im Satz besonders wichtig ist (Substanz). Dies drückt...

  • Süskind, Patrick

    Geboren in Ambach (am Starnberger See) am 26.3.1949: Der Sohn des Schriftstellers Wilhelm Emanuel Süskind studierte Geschichte in München und Frankreich und war viele Jahre als Drehbuchautor für das Fernsehen tätig, eher er mit dem 1981 uraufgeführten Theaterstück Der Kontrabaß seinen ersten großen Erfolg hatte. Süskind publiziert eher zurückhaltend und hält sich weitgehend vom öffentlichen Leben fern. Er lebt in München, Paris und Südfrankreich. Skurrile Außenseiter Der Kontrabaß ist der lange Monolog eines Kontrabassisten, der an seiner untergeordneten Rolle im Orchester und im Leben leidet...

  • Synonyme

    Wörter mit annähernd gleicher Bedeutung, die miteinander austauschbar sind, nennt man Synonyme. Das Gegenteil von Synonymen sind Homonyme. Beispiele: klug - weise eilen - hetzen

  • Szene

    Die Szene ist die kleinste Gliederungseinheit des Dramas. Im klassischen Drama ist die Szene meist durch den Auf- bzw. Abtritt einer oder mehrerer Personen bestimmt. Die Szene wird daher auch als Auftritt bezeichnet.