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  • Gallium

    [zu lat. Gallia »Gallien«]: Chemisches Element der III. Hauptgruppe, Zeichen Ga, OZ 31, relative Atommasse 69,72, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Silberglänzendes Metall; beim Schmelzen erfolgt wie beim Bismut und beim Eis eine Volumenkontraktion; Dichte des festen Metalls: 5,91 g/cm³, Dichte des geschmolzenen Metalls (am Schmelzpunkt): 6,1 g/cm³; Fp. 29,76 °C, Sp. 2204 °C. Chemische Eigenschaften: An der Luft ist Gallium beständig; von Wasser und Salpetersäure wird es kaum angegriffen, dagegen aber von Chlor, Brom, Iod, Kalilauge, Salzsäure und Schwefelsäure. In seinen Verbindungen...

  • Galvanisches Element

    [nach Luigi Galvani; * 1737, † 1798]: Elektrochemische Zelle, in der die freie Energie eines chemischen oder physikalischen Vorgangs in freie elektrische Energie umgewandelt wird. Ein galvanisches Element bestehen im einfachsten Fall aus zwei verschiedenen Metallen (Kathode und Anode), die miteinander sowohl elektrolytisch als auch metallisch leitend (über einen Verbraucher) verbunden sind. Zwischen den Metallen tritt dabei eine Spannung auf, die eine Folge der zwischen Metallen und Flüssigkeiten entstehenden Berührungsspannung ist. Diese Berührungsspannungen werden elektrolytische Potenziale...

  • Galvanisieren

    Gegenstände aus Metall durch elektrolytische Abscheidung mit Metall überziehen. Ein Stück Eisenblech beispielsweise kann mit Kupfer überzogen (verkupfert) werden, indem man es zusammen mit einer Kupferplatte in eine Lösung von Kupfersulfat CuSO4 hängt; dieses ist in Kupferionen Cu2+ und Sulfat-Ionen \(SO^{2-}_4\) dissoziiert. Schaltet man nun die Kupferplatte als Anode und das Eisenblech als Kathode, so wandern die Kupferionen der Lösung zum Eisenblech und werden dort unter Aufnahme von zwei Elektronen in elementares Kupfer überführt (Cu2+ + 2e– → Cu). Dieses schlägt sich auf dem Eisenblech...

  • Gasgesetze

    Gesetze, die den Zusammenhang zwischen Volumen, Druck und Temperatur eines (idealen) Gases beschreiben. Zu den Gasgesetzen gehören das Amontonssche Gesetz, das Boyle-Mariottesche Gesetz, das Gay-Lussacsche Gesetz sowie deren zusammenfassende Formulierung, die Zustandsgleichung der Gase.

  • Gay-Lussacsches Gesetz

    [nach J. L. Gay-Lussac]: Ein Gesetz, das besagt: Bei konstantem Druck p ist das Volumen V einer bestimmten Menge eines idealen Gases der absoluten Temperatur T direkt proportional (Zustandsgleichung): V/T = konst. (für p = konst.)

  • Gemisch

    (Mischung): Bezeichnung für eine (im Gegensatz zum Reinstoff) aus zwei oder mehreren Bestandteilen bestehende Substanz, die sich durch physikalische Trennmethoden, z. B. durch Sedimentieren, Extrahieren, Destillieren, Sublimieren oder Filtrieren, in ihre einzelnen Bestandteile (Komponenten) zerlegen lässt. Homogene Gemische bestehen aus nur einer Phase (z. B. Gasgemische wie Luft, Flüssigkeitsgemische, Lösungen, Legierungen), heterogene Gemische (Gemenge) aus mehreren Phasen, z. B. Suspensionen, Emulsionen, Aerosole).

  • Germanium

    [von »Germanien« abgeleitet]: Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Zeichen Ge, OZ 32, relative Atommasse 72,61, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Sprödes, grauweißes, glänzendes Metall, Halbleiter; Dichte 5,32 g/cm³, Fp. 938,25 °C, Sp. 2833 °C. Chemische Eigenschaften: Bei gewöhnlichen Temperaturen ist Germanium an der Luft beständig; erst bei starkem Glühen im Sauerstoffstrom wird es zu Germaniumdioxid GeO2 oxidiert; es ist unlöslich in nicht oxidierenden Säuren. Darstellung: Aus Germanit Cu6FeGeS8 gewinnt man zunächst Germaniumdioxid GeO2, das durch Glühen mit Koks oder durch...

  • gesättigte Lösung

    Eine Lösung, welche die bei der betreffenden Temperatur höchstmögliche Menge eines gelösten Stoffes enthält. Eine gesättigte Lösung enthält also die Menge an gelöstem Stoff, die der Löslichkeit entspricht. Bei weiterer Zugabe des zu lösenden Stoffes ändert sich die Konzentration nicht mehr, der überschüssige Stoff fällt als fester Bodenkörper aus. In Einzelfällen kann eine Lösung übersättigt sein, dabei ist mehr Stoff gelöst, als der Löslichkeit bei dieser Temperatur entspricht. In diesem Fall kann durch kleine Störungen (z. B. Schütteln) der gesamte überschüssige Stoff auf einmal ausfallen.

  • gesättigte Verbindung

    Organische Stoffe, die keine Mehrfachbindung enthalten. Gesättigte Kohlenwasserstoffe sind die Alkane und die Cycloalkane. Ihre Kohlenstoffatome sind nur durch Einfachbindungen verbunden.

  • Geschmacksverstärker

    Stoffe, die den sensorischen Eindruck von Geschmacksstoffen verstärken. Ein häufig eingesetzter Geschmacksverstärker für den Eindruck »salzig« ist Natriumglutamat, das Natriumsalz der Glutaminsäure, einer Aminosäure.

  • Gips

    Ca(SO4) · 2 H2O: In der Natur als Mineral vorkommendes Calciumsulfat, dessen Kristallgitter 2 Mol Wasser je Mol Calciumsulfat enthält. Beim Erhitzen auf 180 °C (Brennen) verliert der Gips 3/4 seines Kristallwassers und wird zu pulverförmigem Stuckgips (gebranntem Gips). Beim Anrühren mit Wasser wird das beim Brennen abgegebene Kristallwasser innerhalb von 10 bis 20 Minuten wieder aufgenommen (Abbinden), wobei wieder das ursprüngliche Kristallgefüge entsteht. Da der Stuckgips winzige, miteinander verfilzende Kristalle bildet, die zu einer festen Masse werden, wird er den Luftmörteln zugeordnet...

  • Gitterenergie

    Die Energie, die frei wird, wenn sich ein Mol einer kristallinen Substanz aus den völlig getrennten (d. h. unendlich weit voneinander entfernt gedachten) Ionen, Atomen oder Molekülen bildet: Da die Bildung des Kristallgitters exotherm verläuft, ist die Gitterenergie immer negativ. Bei Ionengittern ist sie umso größer, je kleiner und je höher geladen die Ionen des Kristalls sind. Da sie ein Maß für die Kräfte ist, mit denen die Ionen in einem Ionengitter zusammengehalten werden, und damit für die Stabilität einer Kristallstruktur, besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Gitterenergie und...

  • Gleichgewicht

    (thermodynamisches Gleichgewicht, chemisches Gleichgewicht): Zustand in einem abgeschlossenen System, das sich makroskopisch betrachtet mit der Zeit nicht ändert, in dem mikroskopisch betrachtet jedoch eine umkehrbare Reaktion stattfindet, die mit gleicher Geschwindigkeit in beide Richtungen abläuft. Befinden sich z. B. in einem geschlossenen Gefäß Iodwasserstoff, Iod und Wasserstoff, so zerfällt ständig Iodwasserstoff zu Iod und Wasserstoff, gleichzeitig bildet sich auch ständig Iodwasserstoff neu aus Iod und Wasserstoff. Trotzdem ist im Laufe der Zeit keine Konzentrationsänderung der drei...

  • Glimmspanprobe

    Ein einfaches qualitatives Verfahren zum Nachweis von Sauerstoff. Hierzu wird ein glühender Holzspan in das mit dem zu untersuchenden Gas gefüllte Reaktionsgefäß eingeführt; bei Aufleuchten des Spans (Sauerstoffgehalt mindestens 30 Vol.-%) ist die Glimmspanprobe positiv, bei Erlöschen (z. B. bei Stickstoff) negativ.

  • Glycerin

    [zu griech. glykys »süß«] (Propan-1,2,3-triol): Einfachster dreiwertiger Alkohol, eine farb- und geruchlose, süß schmeckende, sehr viskose Flüssigkeit mit Wasser anziehender Wirkung; Sp. 290 °C. Glycerin kommt in der Natur v. a. als Bestandteil der tierischen und pflanzlichen Fetten und fetten Ölen vor und entsteht in großen Mengen als Nebenprodukt bei deren Verseifung. Synthetisch wird es aus Propen durch Chlorierung und anschließende Hydrolyse (über mehrere Verfahrensschritte) hergestellt. In seinen chemischen Eigenschaften entspricht Glycerin den einwertigen Alkoholen. Es wird als...

  • Glykol

    (Glycol, Ethylenglykol, Ethan-1,2-diol), HO–CH2–CH2–OH: Einfachster zweiwertiger Alkohol, eine farblose, süß schmeckende, giftige Flüssigkeit. Glykol findet Verwendung als Frostschutzmittel sowie bei der Herstellung von Polyestern.

  • Gold

    [ahd. »das Glänzende«, »das Blanke«]: Chemisches Element der I. Nebengruppe, Zeichen Au (lat. aurum), OZ 79, relative Atommasse 196,97, Reinelement. Physikalische Eigenschaften: Weiches, gelbrotes Edelmetall, das sehr gut walzbar ist (bis zu einer Dicke von 0,0001 mm, sog. Blattgold); Dichte 19,30 g/cm³, Fp. 1064,18 °C, Sp. 2856 °C. Chemische Eigenschaften: Gold ist gegenüber Luft und den meisten Säuren beständig. Es löst sich nur in starken Oxidationsmitteln, z. B. Königswasser. Gold bildet ein- oder dreiwertige Verbindungen. Die einwertigen sind wenig stabil, die dreiwertigen meist...

  • Grafit

    [zu griech. graphein »schreiben«]: Hexagonal kristallisierende Modifikation des Kohlenstoffs, die als Mineral in derben schuppigen oder blättrigen Massen vorkommt. Im Grafit bilden die Kohlenstoffatome ein Schichtgitter, das aus übereinander liegenden Schichten von Sechsringen besteht, die gegeneinander versetzt sind und sich relativ leicht verschieben lassen. In den Ringen sind die Kohlenstoffatome mit je drei anderen Atomen durch σ-Bindungen verbunden (sp2-Hybridisierung); die vierten Valenzelektronen befinden sich in p-Orbitalen und sind über die ganze Schicht delokalisiert. Dies bedingt...

  • grenzflächenaktive Stoffe

    Organische Verbindungen, die sich an Grenzflächen (z. B. zwischen Gefäßwand und Wasser, zwischen Schmutzteilchen und Wasser) anreichern und die Grenzflächenspannung bzw. Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen. Die Moleküle von grenzflächenaktiven Stoffen (z. B. Tenside) bestehen aus einer hydrophilen Gruppe, die Wasserlöslichkeit bewirkt, und einem hydrophoben Rest, der für die Anlagerung an einer Grenzfläche verantwortlich ist. Die grenzflächenaktiven Stoffe bewirken eine bessere Benetzbarkeit, Emulgierbarkeit und Dispergierbarkeit. Sie werden daher v. a. in Waschmitteln und...

  • Grünspan

    Basisches Kupferacetat; es entsteht als grüner, giftiger Überzug an kupferhaltigen Gegenständen, die mit Essigsäure(dämpfen) in Kontakt kamen. Früher wurde Grünspan als Pigment (»spanisches Grün«) in der Malerei verwendet. Grünspan sollte nicht mit Patina verwechselt werden.