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  • Radioaktivität

    [zu lat. radius »Strahl«]: Die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, spontan, d. h. unabhängig von äußeren Einflüssen wie Temperatur oder Druck, unter Aussendung von Strahlen zu zerfallen (radioaktiver Zerfall). Bei den meisten radioaktiven Zerfällen treten die folgenden drei Arten von radioaktiver Strahlung auf: Alphastrahlen (α-Strahlen), Betastrahlen (β– und β+-Strahlen) und Gammastrahlen (γ-Strahlen).

  • Radium

    [zu lat. radius »Strahl«]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Ra, OZ 88, relative Atommasse des langlebigsten Isotops: 226 (Halbwertszeit dieses Isotops 1599 Jahre). Physikalische Eigenschaften: Weiß glänzendes Metall; Dichte 5 g/cm³, Fp. 700 °C, Sp. 1140 °C. Chemische Eigenschaften: Erdalkalimetall, dessen Verbindungen denen des Bariums ähneln. Radium ist gegenüber Wasser und Säuren ähnlich reaktiv wie Kalium. Darstellung: Aus Lösungen des Minerals Pechblende wird zunächst Radiumsulfat, RaSO4, durch Zusatz von Bariumchlorid, BaCl2, und Schwefelsäure, H2SO4, mit dem entstehenden...

  • Radon

    [Kw. aus Radium und Emanation (Ausströmung)]: Chemisches Element der VIII. Hauptgruppe, Zeichen Rn, OZ 86, Massenzahl des stabilsten Isotops 222; radioaktives Edelgas; Dichte bei 0 °C 9,73 g/l, Fp. -71 °C, Sp. -61,8 °C; entsteht als Zwischenprodukt der radioaktiven Zerfallsreihen; wird als strahlentherapeutisches Mittel verwendet.

  • Rauch

    Gemenge, in dem Feststoffteilchen in einem Gas oder Gasgemisch feinstverteilt (dispergiert) sind. Je nach der Größe der Feststoffteilchen handelt es sich beim Rauch um ein grobdisperses oder kolloiddisperses System (disperses System). Ein kolloidal disperser Rauch, z. B. Zigarettenrauch, zählt zu den Aerosolen.

  • Reagenzglas

    (Probierglas): Glasgerät zur Ausführung chemischer Reaktionen mit kleinen Substanzmengen. Beim Erhitzen ist die Öffnung sicherheitshalber von Personen wegzuhalten.

  • Reagenzien

    Chemisch besonders reine Stoffe, die mit bestimmten anderen Stoffen unter definierten Bedingungen charakteristische Reaktionen wie Fällungen, Zersetzungen, mit Farbveränderungen verbundene Zersetzungen u. Ä. eingehen. Reagenzien wer den v. a. zum Nachweis bestimmter Elemente oder Verbindungen verwendet.

  • Reaktionsgeschwindigkeit

    Formelzeichen \(\upsilon_\ce{R}\): Begriff aus der Reaktionskinetik, der bei einer chemischen Reaktion (z. B. A + B ⇌ C) die Veränderung einer Konzentration c in einer bestimmten Zeit angibt, \(\upsilon_\ce{R}\) = dc/dt, und der sich für jede an einer Reaktion beteiligte Substanz definieren lässt. Die Reaktionsgeschwindigkeit kann von der Temperatur (RGT-Regel), der Konzentration der beteiligten Stoffe (bzw. dem Druck bei Gasen), ihrer Oberfläche sowie der Anwesenheit von Katalysatoren beeinflusst werden. Die Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Konzentration der beteiligten...

  • Reaktionskinetik

    (chemische Kinetik): Teilgebiet der physikalischen Chemie, das sich mit dem zeitlichen Ablauf von chemischen Reaktionen (Reaktionsgeschwindigkeit) und der Aufklärung von Reaktionsmechanismen befasst.

  • Reaktionswärme

    (veraltet: Wärmetönung): Die bei einer chemischen Reaktion umgesetzte Wärme, d. h. die Differenz der Bildungswärmen (Bildungsenthalpie) von Produkten und Edukten. Läuft die Reaktion bei konstantem Druck ab, so heißt diese Differenz Reaktionsenthalpie, ΔH (Enthalpie). Bei konstantem Volumen ist die Reaktionswärme die Änderung der inneren Energie ΔU und heißt Reaktionsenergie. Die gebräuchlichere Größe ist aber ΔH. Ist ΔH negativ, so wird bei der Reaktion Energie frei (v. a. als Wärme), die Reaktion verläuft exotherm. Ist hingegen ΔH positiv, so wird bei der Reaktion Energie verbraucht, und die...

  • Redoxindikatoren

    Organische Farbstoffe, die durch Oxidation oder Reduktion reversibel ihre Farbe ändern können; sie bilden selbst ein Redoxsystem. Der Farbwechsel ist z. B. bei Ferroin auf den Übergang des chelatgebundenen Eisens von der Oxidationsstufe +2 in die Oxidationsstufe +3 zurückzuführen.

  • Reinelemente

    Chemische Elemente, die aus Atomen mit einheitlicher Massenzahl bestehen. Sie umfassen die 20 Elemente Aluminium, Arsen, Beryllium, Bismut, Caesium, Cobalt, Fluor, Gold, Holmium, Iod, Mangan, Natrium, Niob, Phosphor, Praseodym, Rhodium, Scandium, Terbium, Thulium und Yttrium.

  • Reinstoff

    Stoff, der rein, d. h. unvermischt, frei von andersartigen Bestandteilen (Komponenten) ist und somit nur aus einem Bestandteil besteht; er kann deshalb durch physikalische Trennverfahren nicht mehr in weitere Stoffe zerlegt werden. Ein Reinstoff ist demnach stets homogen (einphasig). Er besitzt völlig einheitliche, für ihn charakteristische Eigenschaften (Reineigenschaften), z. B. eine bestimmte Dichte, und bestimmte Schmelz- und Siedepunkte. Zu den Reinstoff zählen die Elemente und die chemischen Verbindungen. Das Gegenteil eines Reinstoffs ist ein Gemisch.

  • RGT-Regel

    Abk. für Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel: von J. H. van’t Hoff um 1885 aufgestellte Regel, nach der eine Temperaturerhöhung von 10 °C zu einer Steigerung der Reaktionsgeschwindigkeit um das 2- bis 4-Fache führt. Der Grund hierfür liegt in der leichteren Überwindung der Aktivierungsschwelle bei einer höheren Reaktantenenergie (Aktivierungsenergie). Diese Regel gilt jedoch nicht generell; bei einigen komplizierten Reaktionen nimmt die Reaktionsgeschwindigkeit bei höheren Temperaturen sogar ab. Eine genauere Beschreibung liefert die Arrhenius-Gleichung.

  • Rückflusskühler

    Glasgerät, mit dessen Hilfe Lösungsmitteldämpfe, die beim Erhitzen entweichen, kondensiert werden und zurücktropfen können. Er findet insbesondere bei der Umkristallisation und Extraktion Einsatz.

  • Rutherfordsche Atommodell

    Nach diesem Kern-Hüllen-Modell besitzt das Atom in seinem Zentrum einen positiv geladenen Kern, der fast die gesamte Masse in sich vereint. Die Hülle des Atoms wird von den negativ geladenen, fast masselosen Elektronen gebildet, die sich im Abstand von maximal 10-10 m um den Kern bewegen. Die Geschwindigkeit der Elektronen ist so bemessen, dass sich die Fliehkraft und die Anziehung zwischen Kern und Elektron stets die Waage halten. Im Gegensatz zum Massemodell stimmt dieses Modell z. B. auch mit den Ergebnissen des Rutherford-Streuversuchs überein: Trifft ein Bündel von α-Teilchen auf eine...