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  • ideales Gas

    Eine für viele Untersuchungen verwendete Modellvorstellung eines Gases. Abweichend von den realen Gasen betrachtet man beim idealen Gas die Gasmoleküle als Massepunkte ohne Ausdehnung, d. h., sie haben kein Eigenvolumen; außerdem sollen keine anziehenden oder abstoßenden Kräfte zwischen den Gasteilchen wirken. Die Vorstellung des idealen Gases liegt der allgemeinen Zustandsgleichung der Gase und damit auch dem Boyle-Mariotteschen Gesetz, dem Gay-Lussacschen Gesetz und dem Amontonsschen Gesetz zugrunde. Deshalb gelten diese Gesetze exakt nur für das ideale Gas. Die Eigenschaften realer Gase...

  • Indikatoren

    (Anzeiger): Substanzen, mit deren Hilfe der Verlauf einer chemischen Reaktion (z. B. Titration) verfolgt werden kann. Sie lassen sich entsprechend der titrimetrischen Verfahren in verschiedene Gruppen einteilen: Neutralisationsindikatoren Redoxindikatoren Fällungsindikatoren Metallindikatoren

  • inerte Stoffe

    [lat. inertia »Trägheit«]: Extrem reaktionsträge Stoffe, d. h. Stoffe, die sich mit anderen Stoffen fast nicht umsetzen, wie z. B. die Edelgase, Porzellan, Glas.

  • Infrarot

    [zu lat. infra »unterhalb«], Abk. IR: der Spektralbereich, der sich zwischen dem langwelligen Ende (rot) des sichtbaren Lichts bei ca. 760 nm und dem Mikrowellengebiet bei 1 mm Wellenlänge erstreckt.

  • Iod (Jod)

    Chemisches Element aus der VII. Hauptgruppe, Zeichen I, OZ 53, relative Atommasse 126,90, Reinelement. Physikalische Eigenschaften: Dunkelgraue, metallisch glänzende, kristalline Substanz, Dichte 4,93 g/cm³, Fp. 113,5 °C, Sp. 184,35 °C. Iod sublimiert bereits etwas bei Raumtemperatur unter Bildung von violetten Dämpfen; in organischen Lösungsmitteln löst es sich mit brauner (z. B. in Alkohol, Ether) oder mit violetter Farbe (z. B. in Benzen). Chemische Eigenschaften: Iod ist wesentlich reaktionsträger als die übrigen Halogene. Gewinnung: Aus iodhaltigen Salzen im Meerwasser; aus Chilesalpeter...

  • Iodate

    Salze der in Form farbloser Kristalle auftretenden Iodsäure HIO3, z. B. Natriumiodat NaIO3. Die meisten Iodate sind, mit Ausnahme der Alkaliiodate, in Wasser schwer löslich. Beim Erhitzen entwickeln sie Sauerstoff, sind aber keine so starken Oxidationsmittel wie die Chlorate und Bromate.

  • Iodide

    Salze der Iodwasserstoffsäure HI (z. B. Silberiodid AgI). Im weiteren Sinne werden auch organische Iodverbindungen mit direkter Kohlenstoff-Iod-Bindung als Iodide bezeichnet, z. B. Methyliodid CH3I, das besser Monoiodmethan genannt wird.

  • Iodtinktur

    Ein äußerlich anzuwendendes Desinfektionsmittel, bestehend aus einer Lösung von 7 % Iod und 3 % Kaliumiodid in 90 %igem Ethanol.

  • Iodwasserstoff

    Farbloses, stechend riechendes Gas, das sich in Wasser sehr gut löst. Im Gegensatz zu den übrigen Halogenwasserstoffen ist Iodwasserstoff sehr unbeständig und zerfällt bei mäßig hoher Temperatur z. T. wieder in die Elemente. Iodwasserstoff ist eine Säure, seine Salze sind die Iodide.

  • Iodzahl

    Maßzahl aus der Fettanalyse, die über die Anzahl der in den Fettsäuren enthaltenen Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen Auskunft gibt. Die Iodzahl ist die Menge Iod (in Gramm), die von 100 g Fett addiert wird. Man bestimmt die Iodzahl heute meist mit Iodmonochlorid ICl, da dieses rascher reagiert als das Iod.

  • Ion

    [von griech. Ion »wandernd«]: Atom oder Atomgruppe, die eine oder mehrere positive oder negative elektrische Elementarladungen trägt. Ionen gehen durch Abgabe oder Aufnahme von Elektronen aus elektrisch neutralen Atomen bzw. Molekülen hervor. Der Vorgang der Ionenbildung heißt Ionisation oder Ionisierung. Je nach der Anzahl der abgegebenen bzw. aufgenommenen Elektronen spricht man von einfach, zweifach usw. positiv oder negativ geladenen Ionen. Die Ionenladung wird auch als Ionenwertigkeit bezeichnet. Zur Kennzeichnung der Ionen werden die Art und die Anzahl der Elementarladungen rechts oben...

  • Ionenbindung

    Die Ionenbindung (ionische Bindung) besteht zwischen Atomen, deren Elektronegativitäten sich stark unterscheiden, also zwischen Metallen und Nichtmetallen. Die Metalle geben ihre Außenelektronen bei der Bindungsbildung an die Nichtmetalle ab und liegen danach als Kationen vor. Sie erreichen dadurch die Elektronenkonfiguration des im Periodensystem voranstehenden Edelgases. Nichtmetalle nehmen so viele Elektronen auf, dass sie die Konfiguration des im Periodensystem nach ihnen stehenden Edelgases erreichen. Sie werden dadurch zu Anionen. Die bei dieser Reaktion entstehenden Verbindungen heißen...

  • Ionenradius

    Der Radius der als starre Kugeln gedachten Ionen. Wie die Atomradien haben auch die Ionenradien nur eine bedingte Genauigkeit. Im Allgemeinen sind die Radien positiv geladener Ionen kleiner und die der negativ geladenen Ionen größer als die Radien der entsprechenden Atome. So haben z. B. die Natriumatome, Na, einen Radius von 1,86 · 10–10 m, die Natrium-Ionen, Na+, dagegen nur einen Radius von 0,97 · 10–10 m. Generell lässt sich sagen, dass die Ionenradien mit zunehmender negativer Ladung größer und mit zunehmender positiver Ladung kleiner werden, z. B.: Mn2+: 0,80 · 10–10 m, Mn4+: 0,60 · 10...

  • Ionenverbindung

    Eine Verbindung, die aus Kationen und Anionen besteht, z. B. Natriumchlorid NaCl, Aluminiumsulfat Al2(SO4)3 oder Calciumoxid CaO. Beide Ionenarten sind stets in einem solchen Mengenverhältnis enthalten, dass sich die positiven Ladungen der Kationen und die negativen Ladungen der Anionen ausgleichen. Deshalb sind Ionenverbindung nach außen hin neutral. Ionenverbindung (Salze) sind i. A. spröde Feststoffe, die einen hohen Schmelzpunkt haben und sich (wenn auch oft nur in geringer Menge) in polaren Lösungsmitteln (z. B. Wasser) lösen. Wie die Schmelzen leiten auch diese Lösungen den elektrischen...

  • Ionisation

    Bildung von positiven Ionen durch Abtrennung eines oder mehrerer Elektronen aus einem neutralen Atom oder Molekül. Die Ionisation erfolgt bei chemischen Reaktionen, z. B. bei der Bildung von Salzen aus den Elementen, spontan durch Übertragung eines oder mehrerer Elektronen auf ein anderes Atom, das dann zum Anion wird. Bei physikalischen Prozessen wird die Ionisation durch Zufuhr von Energie, z. B. in Form von Wärme oder elektromagnetischer Strahlung, erreicht. Die zur Ionisation benötigte Energie wird Ionisierungsenergie genannt. Unter dem Begriff Ionisation wird im weiteren Sinne...

  • irreversibel

    Nicht umkehrbar. In der Thermodynamik werden Reaktionen dann als irreversibel bezeichnet, wenn sie von einem Ungleichgewichtszustand zu einem Gleichgewichtszustand führen.

  • Iso-

    [zu griech. isos »gleich«]: Vorsilbe in den Namen von chemischen Verbindungen, die anzeigt, dass eine zu einer anderen (Bezugs-) Verbindung isomere Verbindung (Isomerie) vorliegt. Zum Beispiel ist die Isocyansäure O=C=NH ein Isomer der Cyansäure HO–C≡N. Bei aliphatischen (offenkettigen) organischen Verbindungen wird dasjenige Isomer durch den Vorsatz Iso- (häufig abgekürzt i-) gekennzeichnet, dessen Kohlenstoffkette eine einzige einfache Verzweigung am Ende aufweist. Ein Beispiel dafür ist das Isobutan (nomenklaturgerechte Bezeichnung: 2-Methylpropan).

  • isobar

    [griech. baros »Schwere«, »Druck«]: Eeine Zustandsänderung eines Gases bei konstantem Druck. Isobare Zustandsänderungen eines idealen Gases werden durch das Gay-Lussacsche Gesetz beschrieben (Zustandsgleichung der Gase).

  • isotherm

    [griech. thermos »heiß«]: Der Verlauf der Zustandsänderung eines Gases bei konstanter Temperatur. Isotherme Zustandsänderungen eines idealen Gases werden durch das Boyle-Mariottesche Gesetz beschrieben.

  • Isotope

    [griech. topos »Platz« (im Periodensystem)]: Verschiedene Atomsorten eines Elements. Isotope sind also Nuklide mit gleicher Ordnungszahl (Protonenzahl, Kernladungszahl), aber verschiedener Neutronenzahl und somit auch verschiedener Massenzahl. Da die Isotope in der Anzahl von Protonen und damit auch von Elektronen übereinstimmen, verhalten sie sich chemisch gleich und gehören zum selben chemischen Element. Sie sind deshalb im Periodensystem der Elemente an der gleichen Stelle einzuordnen. Vom Element Chlor existieren z. B. zwei in der Natur auftretende Isotope, deren Kerne sich folgendermaßen...

  • IUPAC

    Abk. für International Union of Pure and Applied Chemistry (Internationale Union für Reine und Angewandte Chemie): Eine Organisation, welche die internationale Zusammenarbeit auf allen Gebieten der Chemie fördert, unter anderem durch die Erarbeitung einer international gültigen Nomenklatur für chemische Verbindungen.