Direkt zum Inhalt
  • Barium

    [nach dem Mineral Baryt, in dem es entdeckt wurde]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Ba, OZ 56, relative Atommasse 137,33, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Silberglänzendes Metall, Dichte 3,5 g/cm³, Fp. 727 °C, Sp. 1897 °C. Chemische Eigenschaften: Erdalkalimetall, das schon bei Raumtemperatur mit Sauerstoff reagiert (Aufbewahrung unter Luftabschluss). Beim Erwärmen verbrennt es zu Bariumoxid BaO und Bariumnitrid Ba3N2; bei Einwirkung von Wasser entsteht unter Wasserstoffentwicklung Ba(OH)2, Bariumhydroxid. Barium löst sich in fast allen Säuren mit Ausnahme...

  • Barytwasser

    Gesättigte wässrige Lösung von Bariumhydroxid, Ba(OH)2; es wird zum Nachweis von Kohlenstoffdioxid, CO2, verwendet, da es mit diesem das schwer lösliche Bariumcarbonat, BaCO3, bildet: Ba (OH)2 + CO2 → BaCO3 + H2O

  • Batterie

    Nicht wiederaufladbares galvanisches Element; Beispiele: Silberoxid- und Lithiumbatterie.

  • Beilstein-Probe

    [nach F. K. Beilstein]: Nachweis auf Halogene in organischen Verbindungen. Dazu wird eine kleine Menge der zu untersuchenden Substanz auf einen ausgeglühten Kupferdraht aufgebracht und in den nicht leuchtenden Teil der Brennerflamme gebracht. Falls Halogene vorhanden sind, bilden diese mit dem Kupfer flüchtige Halogenide, welche die Flamme blaugrün färben.

  • Beryllium

    [nach dem Halbedelstein Beryll]: Chemisches Element der II. Hauptgruppe, Zeichen Be, OZ 4, relative Atommasse 9,01, Reinelement. Physikalische Eigenschaften: Stahlgraues, sehr hartes, bei normaler Temperatur sprödes Metall, Dichte 1,85 g/cm³, Fp. 1287 °C, Sp. 2471 °C. Chemische Eigenschaften: Erdalkalimetall, frische Oberflächen leicht oxidierbar. Die entstehende Oxidschicht schützt vor weiterem Angriff. Beryllium löst sich gut in verdünnten Säuren und wässrigen Laugen. Sein chemisches Verhalten ähnelt dem des Aluminiums. Beryllium und seine Verbindungen sind stark giftig. Gewinnung: V. a. aus...

  • Betastrahlen

    Siehe auch Radioaktivität. Betastrahlen (β-Strahlen) sind Teilchenstrahlen. Sie bestehen aus Elektronen, die vom Atomkern unter Umwandlung eines Neutrons in ein Proton ausgesandt werden. Zerfällt ein Nuklid unter Abgabe eines hier aus historischen Gründen β–-Teilchen genannten Elektrons, so bleibt seine Massenzahl unverändert, während die Kernladungszahl um eins steigt. Der so entstandene neue Kern steht demzufolge im Periodensystem eine Stelle hinter dem Ausgangskern, z. B.: \(^{227}_{89}Ac \rightarrow ^{227}_{90}Th+e^-\). In manchen Fällen werden auch positiv geladene b+-Teilchen (Positronen...

  • Bindungsenergie

    (Bindungsenthalpie): Energiebetrag, der bei der Bildung einer Atombindung frei wird bzw. für die Spaltung einer solchen Bindung aufzuwenden ist.

  • Bindungslänge

    Der mittlerer Abstand zwischen den Atomkernen von zwei durch eine Atombindung miteinander verbundenen Atomen. Die Bindungslängen sind abhängig von der Größe der beteiligten Atome, der Polarität der Bindung und der Bindungsordnung. Die Bindungslänge gleichartiger Bindungen in verschiedenen Molekülen sind nahezu gleich, bleiben also von der Art der Nachbaratome weitgehend unbeeinflusst. Beispiele: Bindung Bindungslänge [10-10 m] F–F 1,44 Cl–Cl 1,99 Br–Br 2,28 I–I 2,67 C–C 1,54 C=C 1,35 H–F 0,92 H–Cl 1,27 H–Br 1,41 H–I 1,61

  • Bindungsordnung

    Die Anzahl der Bindungen zwischen zwei Atomen. Die Bindungsordnung gibt also an, ob eine Einfach-, Doppel- oder Dreifachbindung vorliegt.

  • Biogas

    (Faulgas): Das bei der bakteriellen Zersetzung bestimmter organischer Stoffe (Dung, Jauche usw.) entstehende Gas. Es besteht vorwiegend aus Methan (50–75 %) und Kohlenstoffdioxid (25–50 %), daneben enthält es Wasserstoff, Schwefelwasserstoff u. a. Es ist als Heizgas geeignet.

  • Biokraftstoffe

    Aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugte Kraftstoffe, im Gegensatz zu Kraftstoffen, die aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden. Sie werden aus Pflanzen wie Zuckerrohr oder Mais oder aus Holz(resten) u. a. durch Vergärung gewonnen. Zu den wichtigsten Biokraftstoffen gehören der sogenannte (Bio)-Alkohol (Ethanol) und der aus verschiedenen Pflanzenölen gewonnene sogenannte Biodiesel (Rapsölmethylester (RME)), der sich auch für übliche Dieselmotoren eignet. In eigens hierfür umgerüsteten Verbrennungsmotoren können Pflanzenöle auch direkt eingesetzt werden. Aus Biogas (etwa in Kompostierungsanlagen)...

  • Bismut

    (früher: Wismut) [nach Wiesen-Mutung, Abbau über Tage]: Chemisches Element der V. Hauptgruppe, Zeichen Bi, OZ 83, relative Atommasse 208,98. Das häufigste Isotop Bi-209 ist sehr schwach radioaktiv. Physikalische Eigenschaften: Rötlich weißes, sprödes Metall; Fp. 271,4 °C, Sp. 1564 °C, Dichte 9,79 g/cm³. Es schmilzt, ebenso wie Eis, unter Volumenkontraktion. Chemische Eigenschaften: In Verbindungen drei-, seltener fünfwertig; verbrennt bei Rotglut zu Bismuttrioxid, Bi2O3. Verwendung: Als Bestandteil einiger Blei- und Zinnlegierungen.

  • Blei

    Chemisches Element der IV. Hauptgruppe, Zeichen Pb (lat. plumbum), OZ 82, relative Atommasse 207,20, Mischelement, schwerstes stabiles Element. Physikalische Eigenschaften: Blaugraues, weiches Schwermetall; Dichte 11,35 g/cm³, Fp. 327,46 °C, Sp. 1749 °C. Chemische Eigenschaften: Blei ist leicht oxidierbar, an der Luft bildet sich jedoch eine schützende Oxidschicht, die weitere Oxidation verhindert. Von konzentrierter Salpetersäure wird Blei angegriffen, nicht jedoch von einigen anderen Säuren (z. B. Schwefelsäure), da die entstehenden Salze schwer löslich sind. Die meisten Bleiverbindungen...

  • Bohrsche Atommodell

    Dieses Modell basiert auf den bohrschen Postulaten, die aber z. T. im Widerspruch zur klassischen Elektrodynamik stehen. Nach dem 1. bohrschen Postulat können Elektronen nur auf bestimmten erlaubten Bahnen um den Kern kreisen. Erlaubt sind nur solche Bahnen, für die das Produkt aus dem Impuls des Elektrons (m · υ) und dem Umfang der Bahn (2πrn) gleich einem ganzzahligen Vielfachen des planckschen Wirkungsquantums h ist: 2πrn · m · υ = n · h. Die Zahl n = 1, 2, 3 usw. wird als die Hauptquantenzahl der betreffenden Bahn bezeichnet. Für n = 1 ergibt sich der sogenannte bohrsche Radius r1 = a0 = 0...

  • Bor

    [zu pers. burah »borsaures Natron«]: Chemisches Element der III. Hauptgruppe, Zeichen B, OZ 5, relative Atommasse 10,81, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: schwarzgraues, kristallines Nichtmetall; nach Diamant das härteste Element. Seine Leitfähigkeit ist gering, nimmt aber mit steigender Temperatur rasch zu (Halbleiter). Dichte 2,34 g/cm³, Fp. 2075 °C, Sp. 2550 °C. Chemische Eigenschaften: Äußerst reaktionsträge, Umsetzung mit anderen Elementen nur bei sehr hohen Temperaturen; starkes Reduktionsmittel. Gewinnung: Elektrolytisch oder durch Reduktion von Bortrichlorid mit Wasserstoff...

  • Bor-Aluminium-Gruppe

    Die Elemente der III. Hauptgruppe im Periodensystem der Elemente. Dazu gehören Bor (B), Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In) und Thallium (Tl).

  • Borax

    Na2B4O7· 10 H2O: Ein natürlich vorkommendes Natriumborat. In der Technik dient Borax zur Herstellung von hitzebeständigen Gläsern, von Email und Glasuren für Steinzeug und Porzellan. In der Analytik verwendet man Borax zum Nachweis verschiedener Schwermetalle mithilfe der Boraxperle. Hierzu schmilzt man etwas Borax, auf das nach dem Erstarren zu einer farblosen Perle die Probe aufgebracht wird. Beim Schmelzen des Gemischs kann sich eine charakteristische Färbung ergeben, die durch Schwermetallborate hervorgerufen wird.

  • Boudouard-Gleichgewicht

    [nach Octave Leopold Boudouard; * 1872, † 1923]: Druck- und temperaturabhängiges Gleichgewicht, das sich zwischen Kohlenstoff (C), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Kohlenstoffmonooxid (CO) einstellt: CO2 + C → 2 CO; ΔH = 172 kJ/Mol. Das Gleichgewicht verschiebt sich mit steigender Temperatur und fallendem Druck nach rechts. Bedeutung hat es bei der Erzeugung von Generatorgas.

  • Boyle-Mariottesches Gesetz

    Von Robert Boyle (* 1627, † 1691) und Edme Mariotte (* 1620, † 1684) für ideale Gase gefundene Beziehung: Bei konstanter Temperatur T ist das Produkt aus dem Druck p und dem Volumen V konstant.

  • Brandbekämpfung

    Löschen und Verhinderung der Ausbreitung von Bränden durch die folgenden Maßnahmen: Entfernen aller brennbaren Gegenstände aus dem Bereich des Brandes; Abkühlen des brennenden Materials unter die Entzündungstemperatur, z. B. mit Wasser; Entzug von Sauerstoff, z. B. mit einer Löschdecke. Bei kleineren Bränden werden Feuerlöscher eingesetzt. Es gibt verschiedene Typen von Feuerlöschern: Nasslöscher, Trocken- oder Pulverlöscher, Kohlenstoffdioxid-Löscher, Schaumlöscher

  • Brenner

    Ein chemisches Laborgerät zum Erhitzen in offener Flamme (daher nicht für feuergefährliche Substanzen geeignet). Es gibt für Brenner eine Vielzahl von Bauarten, beispielsweise den Bunsenbrenner und den Teclu-Brenner. In den meisten wird ein Erdgas-Luft-Gemisch verbrannt. Solche Brenner sind in Form eines Rohres konstruiert, an dessen unterem Ende man über ein regelbares Ventil das Gas einströmen lässt. Von der Seite tritt, durch eine Regulierungsplatte oder durch bewegliche Schlitze geregelt, Luft ein und strömt im Gemisch mit dem Gas nach oben. Am oberen Ende verbrennt das Gemisch. Um zu...

  • Brom

    [von griech. bromos »Gestank«]: Chemisches Element der VII. Hauptgruppe, Zeichen Br, OZ 35, relative Atommasse 79,90, Mischelement. Physikalische Eigenschaften: Braune, giftige Flüssigkeit (Dichte 3,12 g/cm³), deren rotbraune Dämpfe beißend riechen; Fp. -7,2 °C, Sp. 58,78 °C. Chemische Eigenschaften: Reagiert als Halogen, aber weniger reaktiv als Chlor. In Verbindungen treten die Oxidationsstufen -1, +1, +3, +5 und +7 auf. Gewinnung: Aus Meerwassersolen; das Brom wird durch Einleiten von Chlor aus den gelösten Bromiden freigesetzt: MgBr2 + Cl2 → MgCl2 + Br2 Verwendung: Zur Herstellung vieler...

  • Bromate

    Salze der nur in wässriger Lösung beständigen Bromsäure, HBrO3, z. B. Kaliumbromat, KBrO3. Das Brom liegt hier in der Oxidationsstufe +5 vor.

  • Bromide

    Verbindungen, in denen Brom in der Oxidationsstufe -1 auftritt. Das sind zum einen die Salze der Bromwasserstoffsäure, HBr, z. B. Natriumbromid, NaBr, zum anderen organische Bromverbindungen, z. B. Alkylbromide, die korrekt aber als Bromalkane zu bezeichnen sind.

  • Bromwasserstoff

    Farbloses, stechend riechendes Gas. Seine wässrige Lösung ist eine starke Säure und wird als Bromwasserstoffsäure bezeichnet. Ihre Salze sind die Bromide.

  • Brownsche Bewegung

    Die völlig regellose Bewegung sehr kleiner bis mikroskopischer Teilchen, die in Gasen oder Flüssigkeiten suspendiert sind, etwa Rauchpartikel in der Luft. Diese Bewegung wurde erstmals von dem schottischen Botaniker Robert Brown (* 1773, † 1858) beschrieben. Sie kommt durch Stöße zustande, welche die Teilchen durch das Gas bzw. Flüssigkeitsmoleküle erfahren. Infolge der brownschen Bewegung verteilen sich die Teilchen nach einiger Zeit über das gesamte Volumen, und zwar derart, dass die Teilchendichte mit der Höhe über dem Gefäßboden stetig abnimmt.

  • Bürette

    Ein mit geeichter Skala versehenes, am unteren Ende durch einen Hahn verschlossenes Glasrohr, das zum Messen kleiner Flüssigkeitsmengen dient. Büretten werden v. a. in der Maßanalyse verwendet.