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Lexikon

Konzentrationslager

1. Lernjahr – Abitur

Konzentrationslager, Abkürzung KZ, gefängnisartige Einrichtungen für eine große Zahl von Menschen, die Elemente eines Arbeits-, Kriegsgefangenen- und Internierungslagers (Lager, in dem zivile Personen eines gegnerischen Staates festgehalten werden) und eines Gettos vereinigten.

Die KZ vor dem Zweiten Weltkrieg

Die Errichtung von Konzentrationslagern begann auf der Grundlage der Notverordnung vom 28.2.1933 mit dem Einsatz von Einheiten der SA als Hilfspolizisten. In leeren Fabrikhallen und an anderen Orten hielten SA-Einheiten ihre politischen Gegner (rund 30.000 Kommunisten, Sozialdemokraten und Deutsche jüdischen Glaubens) in „Schutzhaft“ gefangen. Schutzhaft bedeutete willkürliche Verhaftung ohne gerichtliche Kontrolle. Es kam zu bestialischen Misshandlungen. Auf Druck der Öffentlichkeit und der Justiz endete diese Phase im April 1934. Die schwarz gekleidete SS und ihre Totenkopfverbände übernahmen die Konzentrationslager. Das erste KZ war 1933 bei Dachau errichtet worden.

Ab 1935 war Ziel von »Schutzhaft« und »vorbeugender Haft« nicht nur die Ausschaltung aller Regimegegner, sondern auch aller Personengruppen, die aus ideologischen (z.B. Bibelforscher, Geistliche), rassischen und nationalen (Juden, Polen, Emigranten) oder aus »sozialen« Gründen(»Arbeitsscheue«, »Gewohnheitsverbrecher«, Homosexuelle) zu »Volksschädlingen« deklariert wurden. Ab 1938 wurde der Zwangsarbeitseinsatz für Projekte der SS und später für die Rüstungsindustrie ein wesentlicher Zweck der Konzentrationslager.

Die KZ während des Zweiten Weltkriegs

Während des Kriegs füllten sich die Konzentrationslager mit Häftlingen aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern. Vor allem in Polen wurden weitere Lager eingerichtet. Bis März 1944 bestanden insgesamt 22 KZ mit 165 angeschlossenen Arbeitslagern (z.B. Buchenwald, Oranienburg bzw. Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Theresienstadt, Auschwitz).

Ab 1941 wurden zur „Endlösung der Judenfrage“ Vernichtungslager eingerichtet. Dies waren Konzentrationslager, in denen Menschen industriell mit Gas ermordet wurden.

Insgesamt befanden sich während der nationalsozialistischen Herrschaft 7,2 Millionen Häftlinge in KZ. In den meisten KZ wurden »wissenschaftliche« Versuche an Häftlingen durch SS-Ärzte durchgeführt. Besonders ab 1943 kam es zu Massentötungen von Geisteskranken, kranken Häftlingen, Polen und sowjetischen Kriegsgefangenen.

In den Vernichtungs- und Konzentrationslagern fanden bis 1945 mindestens zwischen 5 und 6 Millionen jüdische und mindestens 500.000 nichtjüdische Häftlinge den Tod.

Den nationalsozialistischen KZ ähnelnde Einrichtungen wurden nach 1945 in lateinamerikanischen Diktaturen und unter der Militärjunta in Griechenland errichtet; in der UdSSR existierten KZ in der Form sogenannter Arbeitslager.