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Die Konjugationen in Latein

Was bedeutet Konjugation?

Das Wort Konjugation kommt von dem lateinischen Substantiv coniugatio und bedeutet wörtlich „Verbindung“. Ein anderes Wort für Konjugation ist Verbflexion. Das bedeutet, dass man Verben in ihrer Form verändert. Das Verb dazu ist konjugieren. Der Begriff Konjugation ist in der Grammatik oft die Kurzform von Konjugationsklasse.

In unseren Lernwegen zur Konjugation findest du viele hilfreiche Tipps und Tricks, wie du Verbformen richtig bestimmst und übersetzt. Mit unseren Klassenarbeiten zu den Konjugationen kannst du gezielt deinen Wissensstand testen.

Welche Konjugationen gibt es?

Im Lateinischen gibt es folgende 5 Konjugationen:

  • a-Konjugation
  • e-Konjugation
  • i-Konjugation
  • kurzvokalische i-Konjugation (oder konsonantische Konjugation mit i-Erweiterung)
  • konsonantische Konjugation

Warum gibt es Konjugationen für Verben?

Verben konjugieren bedeutet nichts anderes, als sie zu beugen, ihre Form zu verändern. Indem wir Verben beugen, machen wir deutlich, wer wann und wie etwas tut. Verben enthalten in ihrem Aussehen Informationen zu 

  • Person, 
  • Numerus,
  • Modus,
  • Tempus und
  • Genus verbi (aktiv/passiv).

Allein ein oder zwei ausgetauschte Buchstaben entscheiden über eine völlig andere Bedeutung der Verbform. Zum Beispiel heißt video ich sehe, vides du siehst und videor – ich werde gesehen. Im Lateinischen sind der Wortstamm und die Endungen entscheidend für die richtige Bestimmung: vide- ist der Präsensstamm, die Endung -o steht für die 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv, die Endung -s dagegen für die 2. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv und -or für die 1. Person Singular Indikativ Präsens Passiv.

Viele weitere Erklärungen rund um die Bestimmung von Verbformen erklären wir dir im Lernweg Verben einer Konjugationsklasse zuordnen.

Woher haben die Konjugationen ihren Namen?

Die Namen der a-, e- und i-Konjugationen richten sich nach der Endung des Wortstamms vor der Infinitivendung:

  • -are → a-Konjugation
  • -ēre → e-Konjugation
  • -īre → i-Konjugation

Dementsprechend gehört z. B. lauda-re zur a-Konjugation, monē-re mit lang gesprochenem -e- zur e-Deklination und audi-re zur i-Konjugation.

capere und mittere sind Beispiele für Verben der kurzvokalischen i-Konjugation und der konsonantischen Konjugation. Beide Infinitive enthalten ein kurz gesprochenes -e- vor der Infinitivendung. Diese zwei Konjugationsklassen kannst du mithilfe der im Vokabelverzeichnis immer angegebenen 1. Person unterscheiden: mitt-o und capi-o. Hier erkennst du, dass mittere ein Verb der konsonantischen Konjugation ist, weil der Wortstamm vor der Personalendung auf einem Konsonanten (Mitlaut) endet. In capio ist ein kurzes -i- zwischen Wortstamm und Personalendung eingefügt, weshalb es in Abgrenzung zur i-Konjugation „kurz-i-Konjugation“ oder „kurzvokalische i-Konjugation“ genannt wird.

Welche wichtigen unregelmäßigen Verben gibt es?

Es gibt im Lateinischen einige unregelmäßige Verben, die sich keiner Konjugation zuordnen lassen. Dazu gehören z. B.:

  • esse – sein 
  • ire – gehen
  • ferre – tragen
  • fieri  werden
  • posse – können
  • velle – wollen

Bei diesen Verben und ihren abgeleiteten Verbformen, wie etwa adesse und exire, musst du dir die Bildung gut einprägen, damit du sie im Text erkennst und richtig übersetzen kannst. 

In unserem Lernweg zu ire kannst du die Konjugation dieses wichtigen Verbs gezielt üben. Auch zu den Verben velle, nolle und malle haben wir Erklärungen und Beispiele für dich zusammengestellt.

Verben konjugieren – warum ist das wichtig?

Verben ohne Personalendungen sind Infinitive, also unveränderte Verbformen wie currere – laufen und videre – sehen. Erst wenn ein Verb eine Personalendung enthält, wird klar, ob jemand jetzt handelt oder erst in Zukunft handeln wird, ob wir oder sie handeln oder womöglich sogar über jemanden verhandelt wird. Konjugationsendungen enthalten viele Informationen, die wichtig sind, damit Bezüge und Handlungen richtig eingeordnet und verstanden werden können.