Direkt zum Inhalt

Satzlehre in Latein – einfach erklärt

Was ist die Satzlehre?

In der Satzlehre lernst du, nach welchen Regeln ein lateinischer Satz aufgebaut ist. Der Aufbau eines Satzes wird fachsprachlich auch Syntax genannt. Für die Satzlehre ist es wichtig, dass du dir einen vollständigen Satz anschaust und nicht nur ein einzelnes Wort darin, denn es geht um das Ganze.

Alles zur Satzlehre in Latein findest du in den folgenden Lernwegen.

Satzlehre Latein – eine Erklärung

Das Gegenstück zur Satzlehre ist die Formenlehre, denn darin geht es um einzelne Wörter.

Welche Arten von Sätzen gibt es?

Es gibt Hauptsätze und Nebensätze.

  • Einen Hauptsatz erkennst du daran, dass er alleinstehen kann, zum Beispiel: Marcus clamat.
  • Ein Nebensatz kann nicht ohne den zugehörigen Hauptsatz stehen. Er wird durch ein Komma vom Hauptsatz abgetrennt: Marcus clamat, dum in foro stat. (…, während er auf dem Forum steht.)

Bei den Hauptsätzen findest du drei verschiedene Satzarten, die die Absicht des Satzes bestimmen. Es gibt im Lateinischen, wie im Deutschen auch, verschiedene Satzarten. Diese kannst du sehr gut an den jeweiligen Satzzeichen erkennen, die am Ende des Satzes stehen (Punkt für Aussagen, Fragezeichen für Fragen, Ausrufezeichen für Ausrufe).

Bei den Nebensätzen untersuchst du das Wort, das direkt nach dem Komma des Nebensatzes steht, denn dieses Wort leitet den Nebensatz ein. Dies kann eine Konjunktion, z. B. cum, ein Relativpronomen, z. B. qui, quae, quod, oder ein Fragewort, z. B. cur, sein.

Es gibt drei verschiedene Nebensatzarten:

  • Konjunktionalsätze (eingeleitet durch Konjunktionen)
  • Relativsätze (eingeleitet durch Relativpronomen)
  • Indirekte Fragesätze (eingeleitet durch Fragewörter)

Um mehr über die Funktionen von Sätzen zu erfahren, lies auf unserer Übersichtsseite Satzfunktionen weiter.

Was hängt alles von der Satzlehre ab?

Innerhalb eines Satzes nimmt jedes Wort eine bestimmte Funktion ein. Man nennt die Einzelelemente in einem Satz deshalb Satzglieder. Die wichtigsten Satzglieder sind das Prädikat und das Subjekt. Sie müssen in jedem Satz vorhanden sein: Marcus clamat. (Marcus ruft.) Marcus ist das Subjekt. Du kannst es durch die Frage „Wer?“ bestimmen: Wer ruft? – Marcus. Clamat ist das Prädikat, das die Handlung des Subjekts angibt. Andere Satzglieder können hinzutreten, müssen aber nicht immer vorhanden sein: Objekte, Attribute und Adverbiale.

Für weitere Erklärungen schau dir die Übersichtsseite zur Funktion der Satzglieder an.

Auch satzwertige Konstruktionen sind ein wichtiger Teil der Satzlehre. Das sind Infinitiv-Konstruktionen wie der AcI, Partizipialkonstruktionen wie der Ablativus Absolutus oder nd-Formen, also Gerundium und Gerundiv. Du kannst diese im Deutschen nicht eins zu eins wiedergeben. Deshalb übersetzt du sie meist mit einem Nebensatz, weshalb sie ihren Namen „satzwertige Konstruktion“ tragen.

Was hat Satzlehre mit Übersetzen zu tun?

Ohne die Satzlehre zu kennen, ist es unmöglich einen lateinischen Satz zu übersetzen, denn du musst die Satzglieder erkennen können, um zu wissen, wer, wann, wo, wie und in Bezug auf wen eine Handlung stattfindet. Außerdem musst du wissen, ob es sich um eine Frage oder eine Aussage und ob es sich um einen Haupt- oder Nebensatz handelt. Du musst diese Informationen bestimmen, um einen lateinischen Satz sinnvoll zu übersetzen.

Weitere wichtige Tipps und Hinweise zum Vorgehen bei der Übersetzung von Texten findest du auf unserer Informationsseite Umgang mit Texten.

Warum ist Satzlehre wichtig?

Die Satzlehre hilft dir, einen Überblick über den lateinischen Satz zu bekommen. Dann ist es sehr wichtig, dass du das Prädikat und das Subjekt des Satzes bestimmst, denn in ihnen steckt die Hauptaussage des Satzes. Danach kannst den Satz in sinnvolle Einheiten unterteilen.

Mithilfe deines Wissens zur Satzlehre erkennst du dann sicher satzwertige Konstruktionen, die im Lateinischen sehr häufig vorkommen. Diese kannst du nur dann sinnvoll übersetzen, wenn du dir über den Aufbau des Satzes im Klaren bist.