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Erzählungen schreiben einfach erklärt

Klassenstufe:

Was ist eine Erzählung?

Ganz egal ob traurig, lehrreich, wahr oder erfunden – spannende Erzählungen schreiben lässt der Kreativität freien Lauf. Das Verfassen von fesselnden Erzählungen bedarf in erster Linie eines guten Vorstellungsvermögens. Doch das ist nicht alles.

Die Erzählung bedarf einiger spezifischer Merkmale, um auch als solche von den Lesern wahrgenommen zu werden. Dazu ist es gut, sich etwas mit Erzählungen, ihren Merkmalen und dem typischen Aufbau in unseren Lernwegen zu befassen.

Was sind die Merkmale einer Erzählung?

Eine Erzählung hat Merkmale, die die Leserschaft wissen lassen, dass es sich um genau das handelt. Du begegnest Erzählungen überall – in Büchern, in Filmen, Hörspielen, im Theater und in der Schule. Etwas haben sie alle gemeinsam: den Aufbau. Er besteht aus drei Teilen.

  1. Einleitung
    In der Einleitung der Erzählung wird der Rezipient zunächst in die Thematik eingeführt. Er erfährt, wann und wo die Erzählung stattfindet und welche Figuren eine zentrale Rolle spielen.
  2. Hauptteil
    Ist der Leser der Erzählung mit Ort, Zeit und Charakteren vertraut, beginnt die Handlung. Sie baut sich bis zum spannungsvollen Höhepunkt auf, an dem die Erzählung einen Schlüsselmoment erhält und sich danach wieder beruhigt.
  3. Schluss
    Im Schluss der Erzählung wird die Handlung zu Ende geführt. Die Spannungskurve löst sich auf und die Erzählung wird abgerundet.

 Welche Beispiele gibt es für Erzählungen?

Erzählungen gibt es nicht nur in einer Form. Je nachdem welche Mittel die Erzählung nutzen soll beziehungsweise worauf sie aufbaut, wird eine andere Erzählform gewählt.

Die Bildergeschichte

Bei einer Bildergeschichte werden zunächst die vorliegenden Bilder genau betrachtet. Um hieraus eine Erzählung zu schreiben, ist es wichtig, sich die Handlung auf den Bildern, die Stimmung, die Figuren und den Ort zu notieren. Weitere Informationen wie die Zeitform der Erzählung können möglicherweise auch in den Bildern versteckt sein. Wenn die ersichtlichen Informationen gesammelt sind, wird die Erzählung verfasst. Ziel ist es, dass die Handlung verständlich ist, auch ohne die Bilder sehen zu können.

Die Reizwortgeschichte

Das ist eine Erzählung, deren besonderes Merkmal die Verwendung von Reizwörtern ist. Reizwörter werden vorgegeben und beim Verfassen der Erzählung sinnvoll in die Handlung eingewoben.

Die Nacherzählung

Bei der Nacherzählung erzählst du den Inhalt einer Geschichte nach, die du vorher gelesen hast. Du benutzt eigene Worte, allerdings darf hier nicht hinzuerfunden werden und wichtige Stellen dürfen nicht gekürzt werden. Natürlich soll nicht abgeschrieben werden, sondern die ganze Erzählung wird selbst verfasst.

Das Weiterschreiben

In der Schule kann es vorkommen, dass Teile einer Erzählung vorgegeben werden. Beispielsweise besteht schon die Einleitung zu einer Erzählung, die nun weitergeschrieben werden soll.

 In welcher Zeitform schreibt man eine Erzählung?

Beim Lesen von Erzählungen wird eines schnell deutlich: Sie sind in der Vergangenheit verfasst. In der Regel ist die Erzählzeit im Deutschen das Präteritum. Während die Handlung in der Vergangenheit erzählt wird, ist die wörtliche Rede in Erzählungen meist im Präsens verfasst. Obwohl dieser Wechsel der Zeiten zunächst verwirrend erscheint, ist es das meistgenutzte Konstrukt für deutsche Erzählungen und liest sich flüssig und verständlich.

 Wer erzählt die Erzählung?

Eine Erzählung – das sagt der Name schon – erzählt eine Geschichte. Auf welche Weise dieses Erzählen geschieht, ist dem Autor der Erzählung freigestellt. Bei der Wahl der Erzählperspektive ist es sinnvoll, bereits ein Grundgerüst für die Handlung zu haben, um die passende Form zu wählen.

Der Ich-Erzähler

Der Icherzähler beschreibt die Handlung aus der eigenen Perspektive. Der Leser befindet sich im Prinzip im Kopf des Erzählers und erfährt die gesamte Erzählung aus der Sicht dieser Person. Achtung: Der Icherzähler kann nicht die Gedanken anderer Charaktere kennen. Der Icherzähler muss nicht die Hauptperson der Erzählung sein.

Der auktoriale Erzähler

Dieser allwissende Erzähler beobachtet die Handlung der Erzählung von außen. Er weiß über die Gedanken und Gefühle aller Charaktere genauestens Bescheid und teilt dieses Wissen mit dem Leser.

Der personale Erzähler

Ohne dass der personale Erzähler zum Icherzähler wird, schildert er die Geschehnisse aus der Sich einer oder mehrerer Charaktere. Er weiß, was die jeweiligen Personen fühlen, und kann auch im Verlauf der Erzählung von anderen Charakteren beeinflusst werden.

Der neutrale Erzähler

Dieser Erzähler beschreibt die Handlungen der Erzählung von außen. Da er neutral erzählt, ist er weder von den Gedanken oder Gefühlen der Charaktere beeinflussbar noch bringt er selbst eigene Emotionen in die Erzählung ein.

Die Erzählung schreiben

Um eine Erzählung in Deutsch zu schreiben, sollten die genannten Merkmale und Hinweise zum Aufbau berücksichtigt werden. Das Wichtigste ist aber, mit einem inhaltlichen Grundgerüst zu arbeiten, das die Ideen, Handlungsstränge und Charaktere der Erzählung umfasst. Das Schreiben von Erzählungen lässt sich üben, in dem man – natürlich – schreibt. Aber auch das Lesen von Erzählungen trägt einen großen Teil zu einem klaren Verständnis über Form und Aufbau bei.