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Erzählende Texte einfach erklärt

Was sind erzählende Texte?

Erzählende Texte, auch Epik genannt, sind eine der drei großen literarischen Gattungen im Deutschen. Die beiden anderen sind die Dramatik und die Lyrik. Die Epik besteht aus erzählenden Texten in der Vers- oder der Prosaform. In dieser Textsorte enthaltene Erzählungen besitzen bestimmte Merkmale, anhand derer du sie leicht identifizieren kannst. Der Begriff Epik stammt aus dem Lateinischen und kommt von dem Wort Epos (Adjektiv: epikos).

Weitere Erklärungen findest du in unseren Lernwegen.

Erzählende Texte erkennen

Die Epik unterteilt sich in drei Formen: die Kurzepik, die mittlere epische Form und die Großepik. Wie du dir anhand der Bezeichnung schon denken kannst, gibt diese Unterteilung einen Hinweis auf die Länge des jeweiligen Textes. Natürlich finden sich innerhalb dieser Formen die jeweiligen Textsorten, von denen dir sicherlich schon einige begegnet sind:

Textsorten der Kurzepik

  • Kurzgeschichte

  • Märchen
  • Sage
  • Kalendergeschichte
  • Anekdote
  • Fabel
  • Parabel

Textsorten der mittleren epischen Form

  • Erzählung
  • Novelle

Textsorten der Großepik

  • Roman (in all seinen Formen)
  • Abenteuerroman: Darstellung von gesuchten/erduldeten Abenteuern
  • Bildungsroman: Bildungsgang des Helden als Prozess: Jugendjahre – Krise und Auseinandersetzung mit der Welt – Erkenntnis, das heißt Einordnung in die Welt und Anerkennung notwendiger Normen
  • Briefroman: ein Roman in Briefform, in dem die Briefe schreibende Figur die Rolle des Erzählers übernimmt
  • Entwicklungsroman: chronologische Darstellung der Entwicklung eines Helden
  • Gesellschaftsroman: realistische Darstellung von Zeitereignissen in fiktiver Handlung; psychologische Analyse der Figuren
  • Kriminalroman: auf Spannung angelegter Roman, bei dem der Verbrecher bzw. das Verbrechen im Mittelpunkt steht
  • Künstlerroman: Darstellung des problematischen Verhältnisses des Künstlers zu seiner Umwelt
  • Staatsroman/utopischer Roman: Darstellung eines meist idealisierten Gegenentwurfs zu realen gesellschaftlichen/politischen Gegebenheiten

Warum erzählende Texte analysieren?

Hast du dich schon gefragt, warum du erzählende Texte analysieren musst? Die Analyse von epischen Texten hilft dir, ein Verständnis für den Inhalt und die Merkmale des vorliegenden Textes zu bekommen. Gleichzeitig bildet die Analyse eines erzählenden Textes den Grundbaustein für eine spätere Interpretation. Bei der Analyse eines erzählenden Textes achtest du auf besondere Leitmotive oder wiederkehrende Elemente. Du untersuchst auch die Sprache des Textes und versuchst die Figuren und die Erzählperspektive herauszuarbeiten.

Erzählende Texte anhand von Beispielen lernen

Häufig ist die Handlung von erzählenden Texten (Epik) in eine Rahmenhandlung eingewoben. Solch eine Rahmenhandlung kann ein Brief sein, ein Roman, ein Tagebucheintrag, eine Parabel usw.

Bekannte Autoren dieser Stilrichtungen sind zum Beispiel:

  • Parabel – Ilse Aichinger
  • Romane und Erzählungen – Theodor Fontane
  • Prosa – Eduard Mörike
  • Brief – Johann Wolfgang von Goethe

Erzählende Texte haben einen Erzähler. Dieser ist eine fiktive Figur, wenngleich der Inhalt des Textes möglicherweise biografische Begebenheiten des Autors beinhalten kann. Auch wenn der Autor einen Ich-Erzähler wählt, ist dieser nicht mit dem Autor gleichzusetzen.

Die Techniken der erzählenden Texte

Je nachdem, aus welcher Perspektive erzählt wird (Er/Sie-Erzähler, Ich-Erzähler, auktorialer Erzähler), stehen dem Autor verschiedene Mittel zur Verfügung, Informationen einzubringen. Mit dem auktorialen Erzähler beispielsweise kann der Autor Kommentare und eigene Gedanken einfließen lassen, dem Ich-Erzähler kann er Gedanken geben, die dem Leser zugänglich gemacht werden oder Figuren in der direkten Rede bestimmte Aussagen treffen lassen.