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Die Römer haben nicht nur Gebrauchstexte geschrieben, wie Ratgeber zum Gärtnern, für die Liebe etc., sondern sie liebten auch epische Erzählungen und die Dichtung. Dabei war neben dem Inhalt die Form ganz entscheidend für die Qualität. Einen Überblick darüber, was genau die sprachliche Textanalyse bedeutet, findest du auf der Übersichtsseite Texte sprachlich analysieren im Lateinischen.

Auf dieser Seite findest du Erklärungen und Hinweise, wie du lernen kannst, die Sprache in lateinischen Texten zu analysieren und Sprachanalyse zu üben.

Texte sprachlich analysieren – Lernwege

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Texte sprachlich analysieren – Klassenarbeiten

Wie kann man in Latein Texte analysieren?

Weil die Dichtung im Lateinischen weniger über Reime funktioniert wie in den modernen Sprachen, ist es wichtig, in Latein Texte analysieren zu üben. Dabei gibt es zwei zentrale Bereiche, die es zu untersuchen gilt: die Metrik und die Stilmittel. Beides sind essenzielle Bestandteile der Textarbeit, die den Inhalt entweder unterstreichen oder ihm widersprechen können. Das Untersuchen der Sprache ist also ein wichtiger Punkt der Textanalyse.

In der Antike gab der Inhalt des Textes oft das Versmaß vor: So konnte z. B. Heldendichtung nur in Hexametern verfasst sein. Die Metrik gibt an, mit welchen Längen und Kürzen man einen Text beim Vorlesen betonen soll. Denn bei den Römern wurde Dichtung vor allem laut vorgetragen. Alles Wissenswerte rund um das Lesen im Lateinischen erfährst du natürlich bei uns.

Wie untersucht man die Metrik eines Textes?

Die Metrik in Texten zu analysieren kannst du leicht lernen, selbst wenn dir die lateinische Sprache ansonsten nicht so leichtfällt. Man geht bei der metrischen Analyse eines lateinischen Textes nämlich beinahe mathematisch-logisch vor, um zu bestimmen, wo sich Längen und Kürzen in einem Vers befinden. Dafür werden Längen, Kürzen und Betonungen über den Vokalen eingezeichnet. Es gibt ein Schema, das vorgibt, wo immer und wo nur manchmal bestimmte Längen und Kürzen auftreten. Den Rest entschlüsselt man wie beim Lösen eines Kreuzworträtsels oder Sudokus: z. B. sind bestimmte Endungen immer lang (etwa -is in der o-/a-Deklination oder der Ablativ Singular), andere immer kurz, wieder andere aufgrund ihrer Position im Vers lang oder kurz. 

Alle Regelmäßigkeiten sowie viele praktische Beispiele und Übungen zur metrischen Analyse von Hexameter und Co findest du im Lernweg Metrik

Wie kann man lernen, Stilmittel zu deuten?

Stilmittel wie Alliteration, Metapher, Hyperbaton sind Gestaltungsmöglichkeiten, die du in allen Sprachen beobachten kannst. Stilmittel sind nicht ohne Grund in einen Text eingefügt, sondern haben fast immer einen Bezug zum Inhalt. Einen Text zu analysieren, bedeutet auch immer zu untersuchen, warum ein Autor ein bestimmtes Stilmittel genau an dieser Stelle eingesetzt hat. Hier ist deine Kreativität gefragt: Je nach Kontext kann ein und dasselbe Stilmittel entgegengesetzte Wirkung hervorrufen. Es hilft, sich zu überlegen, wie der Text ohne das Stilmittel wirken würde. Untersuche auch, welche Wirkung das Stilmittel auf dich als Leser hat. Du kannst dir z. B. folgende Fragen stellen: 

  • Wirkt der Text dadurch eher lustig oder erhaben?
  • Hat der Sprecher eher eine gewählte oder eine einfache Sprache?
  • Wird der Inhalt des Textes durch das Stilmittel klarer (wie z. B. durch einen Vergleich) oder rätselhafter (z. B. durch eine Metapher)?

Mit weiteren Hinweisen und Übungen in unserem Lernweg Stilmittel wird dir die Deutung von rhetorischen Mitteln in Latein bald leichtfallen.

Wie können Aufgaben zur Sprachanalyse in Latein aussehen?

Bei poetischen Texten wird meist verlangt, dass du den Text metrisch analysierst. Das bedeutet, dass du Längen, Kürzen, Versfüße, Betonungen und die Zäsur(en) einzeichnen sollst. Eng damit verbunden ist die Untersuchung der verwendeten stilistischen Mittel. Meist sollst du sie benennen und erklären, welche Aussageabsicht sie in dem Text haben. Hierbei solltest du dich auf wenige wichtige Mittel konzentrieren, diese aber gut deuten, denn nicht alles, was ein Stilmittel sein kann, wurde bewusst als solches eingesetzt (z. B. ist „Meine Mutter hat mir erzählt, ...“ zwar eine Alliteration, aber wahrscheinlich ohne künstlerische Absicht. Bei „Meine miesgelaunte Mutter Monika meckert meist.“ hingegen unterstreicht die Alliteration bewusst lautmalerisch das Gemäkel der Mutter.