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Wenn du die Satzgliedfunktionen verstehen willst, kannst du dir einen lateinischen Satz wie einen Betrieb vorstellen, in dem jedes Satzglied eine eigene Funktion übernimmt. Jedes einzelne Satzglied erfüllt so eine bestimmte Aufgabe, die kein anderes übernehmen kann.

Einen allgemeinen Überblick über die Funktionen der Satzglieder in Latein erhältst du auf unserer Übersichtsseite Satzgliedfunktionen.

Satzglieder

  • Adverbiale Bestimmung

    Was sind adverbiale Bestimmungen im Lateinischen?

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Satzgliedfunktion – Klassenarbeiten

Wie kann man die Funktion von Satzgliedern erkennen?

Eine gute Möglichkeit, um die Satzglieder und ihre Funktionen zu ermitteln, besteht in der genauen Analyse der Kasus:

Der Nominativ ist der wichtigste Kasus, denn er darf in keinem Satz fehlen. Er kann dabei als Subjekt, als Adjektivattribut, als Substantivattribut oder als Prädikatsnomen verwendet werden.

Ein Genitiv dient immer als Attribut. Das heißt, dass es zu einem anderen Nomen Zusatzinformationen liefert, die dem Verständnis dienen, z. B. villa Caesaris – das Landhaus Cäsars. Es handelt sich nicht um ein beliebiges Haus, sondern um das bestimmte, das Cäsar gehört.

Der Ablativ liefert eine adverbiale Bestimmung, er gibt also die Umstände genauer an, unter denen etwas geschieht. Das kann beispielsweise die Zeit, der Ort, die Art und Weise oder auch anderes sein (Beispiel: antiquis temporibus – in alten Zeiten). Er kann dabei mit oder ohne Präposition stehen.

Dativ und Akkusativ fungieren als Objekte. Welcher der beiden Kasus benötigt wird, hängt vom Prädikat ab: Magister puerum (Akk.) laudat. Der Lehrer lobt den Jungen. Dagegen: Parentes liberis (Dat.) consulunt. Die Eltern helfen den Kindern.
Während das Fehlen eines Genitivattributs oder einer adverbialen Bestimmung meist nicht auffällt, merkst du schnell, wenn ein Objekt fehlt, denn dann ist der Satz meistens nicht (mehr) vollständig.

    Du merkst schon: Um in Latein die Satzgliedfunktionen zu lernen, ist es also wichtig, die Deklinationen gut zu beherrschen.

    Wie erkennt man die Satzgliedfunktion eines Verbs?

    Nicht nur Nomen können verschiedene Funktionen in einem Satz übernehmen, sondern auch Verben. In Übungen zur Satzgliedfunktion sollst du diese meist bestimmen.

      Bei finiten Verbformen handelt es sich immer um Prädikate. Verben enthalten Informationen über Zeit, Modus, Person und Zahl. Bei Verben kannst du unterscheiden, ob sie als Vollverb oder Hilfsverb verwendet sind:

      • Ist ein Vollverb das Prädikat, so trifft es allein eine Aussage und benötigt keine weitere Ergänzung: Cornelia libenter cantat. Cornelia singt gerne.
      • Handelt es sich bei der Verbform um ein Hilfsverb, muss immer eine Ergänzung folgen, z. B. ein Infinitiv (Cornelia cantare vult.) oder ein Prädikatsnomen (Cornelia magistra est.), denn wollen, können, sein und einige andere Verben können nicht allein stehen. Das ist wie im Deutschen auch: Cornelia will singen. Cornelia ist Lehrerin.

      Bei Infinitiven unterscheidet man zwischen Infinitivsubjekten und Infinitivobjekten.

      • Ein Infinitiv kann als Subjekt verwendet werden, z. B. Cantare puellis delectat. Das Singen macht den Mädchen Spaß.
      • Das Infinitivobjekt begegnet dir immer im AcI, denn dort ergänzt der Infinitiv das Akkusativobjekt, z. B.: Pueri audiunt puellas cantare. Die Jungen hören, dass die Mädchen singen / Die Jungen hören die Mädchen singen.

      Satzgliedfunktionen | Beispiele und Übungen

      In Latein, die Satzgliedfunktionen zu üben, ist deshalb wichtig, weil es dir leichter fällt, Sätze zu übersetzen, wenn du systematisch nach Funktionen der Satzglieder suchst. Nach der Übersetzung kannst du dir dann kontrollieren, ob du den jeweiligen Kasus auch im Deutschen in der richtigen Funktion wiedergegeben hast. Dies hilft dir übrigens auch für andere Fremdsprachen, aber auch für das Deutsche. Wer die Funktionen der Satzglieder kennt, beherrscht den Aufbau von Sätzen und kann auch lange Sätze ohne Probleme übersetzen.