Was du wissen musst
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Wie erkennt man ein Objekt in Latein?
Du lernst meist gleichzeitig zwei Objekte in Latein kennen. Beide haben ihre eigene Funktion im Satz. Du kannst diese Objekte also mit passenden Fragen erfragen:
- das Akkusativobjekt (wen oder was?)
- das Dativobjekt (wem? / für wen?)
Objekte lassen sich im Lateinischen leicht an ihrer äußeren Form erkennen. Denn die Nomen (Substantive und Pronomen), die Objekte sein können, folgen den Deklinationsmustern (a- und o-Deklination oder konsonantische Deklination), die du bereits kennst. Die Endung eines Nomens verrät dir also, in welchem Kasus ein Nomen steht.
Hier siehst du die möglichen Endungen für ein Akkusativobjekt im Überblick:
a-Dekl. o-Dekl. m. o-Dekl. n. kons. Dekl. m./f. kons. Dekl. n. Sg. -am -um -um -em wie Nom. Pl. -as -os -a -es -(i)a Auch Präpositionen erfordern bestimmte Kasus – häufig den Akkusativ. Diese Objekte mit Präposition nennt man Präpositionalobjekte. Solch ein Präpositionalobjekt kann stehen nach ad, ante, apud, propter, post, contra, in (auf die Frage: wohin?)
Für Dativobjekte sehen die Endungen so aus:
a-Dekl. o-Dekl. m./n kons. Dekl. m./f./n. Sg. -ae -o -i Pl. -is -is -ibus Übrigens: Auch Pronomen können Objekte sein. Beispiel: Donum pulchrum ei do. Ich gebe ihr/ihm ein schönes Geschenk. Schau dir dazu am besten noch einmal die Formen der drei wichtigsten Pronomen is, hic und ille an.
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Gibt es ein Objekt im Ablativ?
In der Regel handelt es sich bei reinen Objekten um Akkusativ- oder Dativobjekte. Im Lateinischen gibt es Objekte im Ablativ, die immer nach bestimmten Präpositionen stehen. Also handelt es sich dabei dann eher um Präpositionalobjekte. Es gibt einige Präpositionen, die den Ablativ nach sich ziehen, z.B.: ab, cum, de, ex, pro, sine und in (auf die Frage: wo?). Reine Ablative können als adverbiale Bestimmung, auch Adverbiale genannt, im Satz vorkommen.
Dennoch gibt es einige wenige Verben, die im Lateinischen ein Objekt im Ablativ erfordern. Dazu gehören u.a. uti (benutzen), potiri (sich bemächtigen) und frui (genießen). Beispiel: Sole frui mihi placet. Es gefällt mir, die Sonne zu genießen. Im Deutschen liegt hier ein Akkusativobjekt vor, das Lateinische hingegen verwendet den Ablativ.
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Warum ist das Prädikat wichtig für die Bestimmung von Objekten?
Das Prädikat ist für die Bestimmung von Objekten deshalb so wichtig, weil die Verben eines Satzes festlegen, in welchem Kasus die Nomen stehen. Man sagt, Verben regieren Objekte. Ist das Prädikat des Satzes beispielsweise paramus (wir bereiten vor), dann stellt sich automatisch die Frage: Wen oder was bereiten wir vor? Das Verb parare erfordert also ein Akkusativobjekt: Cenam paramus. Wir bereiten das Abendessen vor.
Achtung: Das deutsche und das lateinische Objekt stimmen allerdings nicht immer überein: Adiuvare (helfen) steht im Lateinischen mit Akkusativ, im Deutschen jedoch mit Dativ:
Amicas adiuvo (= Akkusativ). Ich helfe meinen Freundinnen (= Dativ). -
Wie können Übungen zum Objekt aussehen?
Eine häufige Aufgabe zu Objekten besteht darin, mögliche Objekte in einem Satz anhand ihrer äußeren Form zu erkennen, zu markieren und zu bestimmen. Im nächsten Schritt folgt meist die Übersetzung von Sätzen mit entsprechenden Objekten.
Wer Objekte wirklich verstehen und beherrschen möchte, der versucht es am besten mit rein lateinischen Übungen. Dabei gibt es meist einen kleinen lateinischen Lückentext, in dem die Nomen, die zu Objekten werden sollen, zunächst nur eingeklammert in ihrer Grundform hinter der jeweiligen Lücke stehen. Man liest dann die Sätze und überlegt sich, welches Objekt von den Verben (oder Präpositionen) im Satz gefordert werden. Wenn man das rausgefunden hat, setzt man die Nomen im passenden Kasus ein.