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Figura etymologica

1. Lernjahr ‐ Abitur

Über das Wort „Figura etymologica“

Genus, Betonung:  die Figura etymologica
Plural:  die Figurae etymologicae
Abkürzung:  —
Herkunft:  = lat. figūra etymologica etymologische (Rede-)Figur („etymologica“ bezieht sich auf die etymologische Verwandtschaft der verwendeten Wörter)

 

Definition

Die „Figura etymologica“ ist ein Stilmittel. Unter „Figura etymologica“ versteht man ein Wortspiel, bei dem zwei etymologisch verwandte Wörter (also Wörter, die sowohl im Klang als auch in der Bedeutung Ähnlichkeiten haben) in ein und derselben Satzkonstruktion miteinander verbunden sind.

Beachte:  Eine Figura etymologica liegt nicht vor, wenn der Autor kein Wortspiel beabsichtigt hat, sondern nur eine übliche grammatische Konstruktion bildet. Eine übliche Konstruktion ist das sachidentische Adverbial (und das sachidentische Subjekt), bei dem das Verb mit einem Substantiv im Akkusativ oder Ablativ (bzw. Nominativ) verbunden wird, das die gleiche Bedeutung hat wie das Verb selbst.

 

Beispiele

÷ Mihī vehementer haec videntur misera atque miseranda.
   (Verbindung aus miser + miserārī)
   Diese Dinge scheinen mir überaus jämmerlich und bejammernswert.
   (Cicero: In Catilinam 4:6(12))

÷ miseriārumque tē ambārum utī misereat.
   (Verbindung aus miseria + miseret)
   … und dass (= utī) dich jammern möge der Jammerschicksale von uns beiden.
   (Plautus: Rudens 1.Akt 19)