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Präteritum und Plusquamperfekt

5. ‐ 7. Klasse Dauer: 50 Minuten

Was sind das Präteritum und das Plusquamperfekt im Deutschen?

Nachdem ich gestern im Kino gewesen war, wollte ich noch einmal schnell die wichtigsten Begriffe für den Test wiederholen. In diesem Satz werden das Präteritum und das Plusquamperfekt verwendet und du merkst automatisch, dass es sich um Vergangenheitszeitformen handelt. 

Es geht um Handlungen, die in der Vergangenheit stattfanden und die in einem bestimmten zeitlichen Zusammenhang standen. Wenn du diese Vorgänge sicher unterscheiden willst, dann kannst du gut in unseren Lernwegen dein Wissen dazu vertiefen. Willst du dein Wissen dazu testen, dann nutze unsere Klassenarbeiten zu den Zeitformen.

Wie du das Präteritum bildest

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Präteritum bilden

Präteritum bilden

Präteritum bilden

Wie du das Plusquamperfekt bildest und gebrauchst

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Wie du das Präteritum und das Plusquamperfekt bildest und gebrauchst

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufgabe

Was geschah zuerst, was danach? Setze die Wörter in der Klammer im Präteritum bzw. Plusquamperfekt in die Sätze ein.

  1. Nachdem wir uns anhand der Karte […] (orientieren), wir […] (losfahren).
  2. Die Karte […] (sein) aber veraltet, da mein Vater sie bereits als Jugendlicher […] (kaufen).
  3. So […] (wiederfinden) wir uns in einem Wohngebiet, das man auf der Karte als Landstraße […] (einzeichnen).

Das musst du wissen

Mit dem Präteritum berichtest du über ein abgeschlossenes vergangenes Geschehen. Weil es dadurch häufig beim Erzählen verwendet wird, nennt man es auch Erzähltempus: Gestern hatten wir einen schrecklichen Unfall. Wir fuhren mit dem Auto auf der Landstraße und plötzlich kam

Man bildet das Präteritum mit dem Wortstamm des Präsens und der Endung -t(e). Vergiss dabei die entsprechende Personalendung nicht.

  • kaufen → du kauf-te-st 

Bei unregelmäßigen Verben ändert sich im Präteritum meistens der Stammvokal:

  • tragen → ich trug

Außerdem gibt es noch Mischformen, bei denen du sowohl die Silbe -t(e) als auch eine Veränderung des Stammvokals findest.

  • kennen → ihr kann-t-et

Das Plusquamperfekt bezeichnet ein Geschehen, das noch vor den in der Vergangenheit erzählten Ereignissen liegt. Diese Vorzeitigkeit wird in Verbindung mit dem Präteritum ausgedrückt. Man bildet es mit einer konjugierten Form von haben oder sein im Präteritum und dem Partizip Perfekt.

  • Als sie das Essen endlich auf den Tisch stellte, war uns der Appetit bereits vergangen.
  • Nachdem wir uns alle vorgestellt hatten, konnte die Sitzung beginnen.

Schritt 1: Analysiere den Inhalt der Sätze

Im ersten Schritt schaust du auf den Inhalt der Sätze und überlegst, wie die einzelnen Sachverhalte zueinander in Beziehung stehen.

a) Im ersten Satz hast du zwei Sachverhalte, nämlich erstens die Orientierung anhand der Karte und zweitens das Losfahren. Da hier durch die Konjunktion „nachdem“ auch noch eine zeitliche Einordnung explizit gegeben wird, ist klar, dass sich die Familie zuerst orientiert hat und dann losgefahren ist.

b) Im zweiten Satz wird davon gesprochen, dass der Vater die Karte bereits als Jugendlicher gekauft hat und dass sie veraltet ist. Auch wenn hier eine Konjunktion der Begründung und nicht eine der Zeit vorliegt, ist es logisch, dass der Kauf der Karte lange her ist und sie daher jetzt veraltet ist. Also hast du auch hier die Zeitverhältnisse geklärt.

c) Die Gegebenheiten auf der Karte sind also älter als die tatsächlichen Verhältnisse in der Gegenwart. Daraus geht hervor, dass man früher etwas in der Karte eingezeichnet hat, und damit hast du auch herausgefunden, was im dritten Satz zuerst geschehen ist, nämlich dass man eine Landstraße dort eingezeichnet hat, wo heute ein Wohngebiet ist.

Schritt 2: Setze die Prädikate in die korrekte Zeit

Nachdem du herausgefunden hast, was jeweils zuerst passiert ist, kannst du im zweiten Schritt die Prädikate in das korrekte Tempus setzen – für das, was zuerst passiert ist, nimmst du das Plusquamperfekt, für die Zeit der Erzählhandlung das Präteritum.

a) In dieser Aufgabe ist „orientieren“ das Verb der Vorzeitigkeit, dieses setzt du also ins Plusquamperfekt: Nachdem wir uns anhand der Karte orientiert hatten ...
Der zweite Teilsatz ist dann die normale Erzählzeit, also brauchst du hier das Präteritum: fuhren wir los.
→ Du erhältst folgenden Satz: Nachdem wir uns anhand der Karte orientiert hatten, fuhren wir los.

b) Im zweiten Satz hast du herausgefunden, dass zuerst die Karte gekauft worden war, also muss auch hier der Nebensatz ins Plusquamperfekt gesetzt werden: … da mein Vater sie bereits als Jugendlicher gekauft hatte.
Später kommt die Folge: Die Karte war aber veraltet …
→ Du erhältst folgenden Satz: Die Karte war aber veraltet, da mein Vater sie bereits als Jugendlicher gekauft hatte.

c) Im letzten Satz schließlich ist die Erzählsituation die, dass die Familie sich im Wohngebiet wiederfand, das man früher als Landstraße eingezeichnet hatte.
→ Dein Satz lautet also: So fanden wir uns in einem Wohngebiet wieder, das man auf der Karte als Landstraße eingezeichnet hatte.

Lösung

  1. Nachdem wir uns anhand der Karte orientiert hatten, fuhren wir los.
  2. Die Karte war aber veraltet, da mein Vater sie bereits als Jugendlicher gekauft hatte.
  3. So fanden wir uns in einem Wohngebiet wieder, das man auf der Karte als Landstraße eingezeichnet hatte.

Präteritum und Plusquamperfekt lernen

Präteritum und Plusquamperfekt lernen

Präteritum und Plusquamperfekt lernen

Schlussrunde: Präteritum und Plusquamperfekt

Schlussrunde: Präteritum und Plusquamperfekt

Schlussrunde: Präteritum und Plusquamperfekt

Was du wissen musst

  • Wie nutzt man das Präteritum?

    Das Präteritum ist die Zeitform, in der man von etwas erzählt, das in der Vergangenheit geschah und das nicht mehr bis in Gegenwart hineindauert. Ist das Geschehen also abgeschlossen, verwendest du das Präteritum.

    Darin unterscheidet sich das Präteritum von der Vergangenheitsform Perfekt, denn beim Perfekt reichen die Folgen des Geschehens noch bis in die Gegenwart hinein bzw. die Handlung liegt unmittelbar vor der Gegenwart.

    Beispiel:

    • Gestern ich vor dem Training einen Apfel. → Präteritum 
    • Gerade habe ich ein Müsli gegessen, sodass ich jetzt fit für den anstehenden Lauf bin. → Perfekt

    Was ein Präteritum ist, erkennst du am Verb. Du kannst bei der Bildung der Präteritumform zwei Kategorien unterscheiden: 

    • regelmäßige Verben mit der Endung -te (Beispiel: ich nicke  ich nickte)
    • unregelmäßige Verben mit einer Änderung des Stammvokals (Beispiel: ich esse  ich aß)

    Passiv und Präteritum

    Im Passiv zeigst du mit der Konjugation des Verbs werden an, dass etwas in der Vergangenheit liegt, zum Beispiel: Die Laterne wurde am Baum befestigt.

    Wie du das Passiv bildest, kannst du in unserem Lernweg zum Passiv noch einmal wiederholen. 

    Modalverben und Präteritum

    Oft nutzt man Modalverben, um von eigenen Handlungen und Überlegungen zu erzählen. Auch diese können natürlich in die Vergangenheitsform Präteritum gebracht werden.

    • können: Ich konnte die Riesenportion nicht essen. 
    • mögen: Ich mochte die Riesenportion nicht essen.
    • dürfen: Ich durfte die Riesenportion nicht bestellen. 
    • müssen: Ich musste die Riesenportion zum Glück nicht aufessen. 
    • sollen: Ich sollte mir erst einmal die Riesenportion anschauen. 
    • wollen: Ich wollte diese Riesenportion auf keinen Fall bestellen. 

    Übungen zum Präteritum helfen dir, diese Zeitform richtig einzusetzen und zu verwenden. 

  • Wie wird das Plusquamperfekt gebildet?

    Das Plusquamperfekt als Vergangenheitsform eines Verbs wird gebildet aus zwei Teilen: 

    • eine Form von haben oder sein 
    • das Partizip II des Verbs

    Das erkennt man am besten an Beispielen: 

    • Die Schriftstellerin schrieb das Kapitel in einem Stück. (Präteritum) 
    • Die Schriftstellerin hatte das Kapitel in einem Stück geschrieben, bevor sie eine Pause einlegte. (Plusquamperfekt)

    Hier erkennst du auch gut, dass es beim Plusquamperfekt um ein Geschehen geht, das vor einer anderen Handlung in der Vergangenheit stattfand, man nennt das auch Vorzeitigkeit.

    Beim Passiv im Plusquamperfekt musst du einfach entsprechend die Form von werden anpassen, zum  
    Beispiel:

    • Präteritum Passiv: Das Kapitel wurde in einem Stück geschrieben.
    • Plusquamperfekt Passiv: Das Kapitel war in einem Stück geschrieben worden, bevor eine Pause eingelegt wurde.  

    Wenn du noch unsicher bist, wie du Verben und ihre Formen bestimmst, findest du eine gute Erklärung dazu in unserem Lernweg Wortarten bestimmen

    In der Umgangssprache, also im Mündlichen, begegnet dir manchmal das sogenannte doppelte Plusquamperfekt. Damit wird versucht, die Handlung noch eindeutiger als vorzeitig zu kennzeichnen. 
    Beispiel: Am Bahnsteig war die Aufregung in der Gruppe groß, obwohl der Schaffner die Verspätung des nachfolgenden Zugs bereits gesagt gehabt hatte.

    Im Schriftlichen, wie zum Beispiel auch in einer Klassenarbeit, findet sich diese Form aber eher nicht. 

  • Warum werden das Präteritum und Plusquamperfekt in Deutsch gelernt?

    Die Vergangenheitsformen im Deutschen sind wichtig, um deutlich zu machen, wie Geschehen in der Vergangenheit miteinander zusammenhängen. Zum Beispiel ist es wichtig, wenn du ausdrücken möchtest, in welcher Reihenfolge du etwas gemacht hast: Nachdem ich für die Deutscharbeit alles Wichtige gelernt hatte, schlief ich beruhigt ein.

    Wenig Sinn ergibt dagegen diese Reihenfolge: Nachdem ich eingeschlafen war, lernte ich alles Wichtige für die Deutscharbeit. 
    Übungen zur Verwendung von Präteritum, Plusquamperfekt und anderen Zeitformen lassen dich immer sicherer in der richtigen Anwendung dieser Vergangenheitsformen werden.