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Lexikon Latein

Subjekt

Über das Wort „Subjekt“

Genus, Betonung:  das Subjekt (aber: Subjekt = Person)
Plural:  die Subjekte
Abkürzung:  Subj.
Herkunft:  von lat. subiectum das (der Aussage) Zugrundegelegte  (= vorzeitiges Passivpartizip (=PPP) von subicere (dar)unterwerfen, darunterlegen; aus sub unter + iacere werfen)

 

Definition

Ein „Subjekt“ ist ein Satzglied. Unter „Subjekt“ versteht man dasjenige gegenständliche Komplement (= Ergänzung) des Verbs, dem das Verb (und jedes andere Prädikat) formal als Eigenschaft zugeordnet ist. Ebenfalls als „Subjekt“ zählen alle Nebensätze, die die Funktion eines Komplements dieser Art übernehmen können (Subjektsätze).

 

Eigenschaften des Subjekts

 

(1)  Das Subjekt ist (laut Definition) derjenige Gegenstand im Satz, dem das Verb bzw. Prädikat formal als Eigenschaft zugeordnet ist. Das erkennt man an Folgendem:

(a)  Das Verb oder sonstige Prädikat muss mit dem Subjekt kongruent sein, so wie z.B. auch Adjektive mit dem Gegenstand kongruent sein müssen, dessen Eigenschaft sie angeben.

(b)  Die semantische Rolle im Satz (Handelnder = Agens, Erleidendes = Patiens, Empfänger = Rezipiens usw.), die das Subjekt erfüllt, wird nicht (wie bei den Objekten) durch den Kasus des Subjekts, sondern durch die Diathese (= Genus Verbi) des Verbs ausgedrückt.
 

(2)  Das Subjekt kann in folgenden Kasus stehen:

(a)  Als Subjekt einer finiten Verbform steht es immer im Nominativ.

(b)  Als Subjekt eines Infinitivs steht es:
— beim NCI im Nominativ: Der Nominativ des Subjekts drückt hier aus, dass der NCI im übergeordneten Satz Subjekt, also ein Subjektsatz ist.
— beim ACI im Akkusativ: Der Akkusativ des Subjekts drückt hier eigentlich aus, dass der ACI im übergeordneten Satz Akkusativobjekt, also ein Akkusativobjektsatz ist. Durch Erweiterung seines Anwendungsbereichs tritt er aber auch als Subjektsatz auf.
— beim Infinitiv mit übernommenem Subjekt im Nominativ, Akkusativ oder Dativ: Der Subjektgegenstand des Infinitivs hat schon eine Funktion im übergeordneten Satz und steht daher in dem Kasus, der diese Funktion im übergeordneten Satz ausdrückt. 

(c)  Als Subjekt eines Partizips steht es:
— beim PC in jedem Kasus: Der Subjektgegenstand des Partizips hat schon eine Funktion im übergeordneten Satz und steht daher in dem Kasus, der diese Funktion im übergeordneten Satz ausdrückt.
— beim Abl. abs. im Ablativ: Der Ablativ des Subjekts drückt hier eigentlich aus, dass der Abl. abs. einen begleitenden Umstand (Ablātīvus​ circumstantiae),  Mittel (Ablātīvus īnstrūmentī), Grund (Ablātīvus causae), Art und Weise (Ablātīvus modī) oder Zeit (Ablātīvus temporis) zum übergeordneten Satz angibt. Durch Erweiterung seines Anwendungsbereichs kann er aber auch Gegengrund (konzessiv), Bedingung (kondizional) oder Gegensatz (adversativ) angeben. Indem der Ablativ hier für fast jedes Sinnverhältnis stehen kann, ist er fast sinnentleert und nur noch Kennzeichen der Konstruktion selber.
— bei der AUC (einschließlich ACP) in jedem Kasus (ausgenommen Vokativ, Lokativ): Der Kasus des Subjekts drückt hier aus, welche Funktion die AUC im übergeordneten Satz hat (Nominativsubjekt, Akkusativobjekt usw.).
 

(3)  Das Hauptsatz-Subjekt ist der Ausgangspunkt der Satzkonstruktion. Es steht im Nominativ, dem neutralen Kasus, der keine bestimmte semantische Rolle oder Funktion im Satz anzeigt, sondern den Subjektgegenstand einzig und allein als Ausgangspunkt der Satzkonstruktion kennzeichnet. Das Verb oder Prädikat muss sich nach dem Subjekt richten, indem es per Kongruenz und Diathese Eigenschaften bzw. Funktionen des Subjekts angibt. Alle anderen Satzbestandteile hängen direkt oder indirekt entweder vom Verb oder vom Subjekt ab.
 

(4)  Das Subjekt eines Satzes wird im Normalfall vom folgenden Satz als Subjekt übernommen, wenn nicht in dem folgenden Satz ein anderes Subjekt ausdrücklich bezeichnet wird. 
 

(5)  Das Subjekt ist NICHT immer „der, der das tut“, also der Handelnde (= Agens) im Satz. Wenn das Verb im Passiv steht, ist das Subjekt die Person oder Sache, „die das erleidet“, also der/das Behandelte (= Patiens); siehe (1)(b) und (3). Außer von der Diathese hängt die Rolle des Subjekts von der Verbbedeutung ab: So ist z.B. das Subjekt von cadere fallen oder timēre (sich) fürchten (= in Furcht versetzt werden) eindeutig passivisch betroffen, es hat normalerweise keine Kontrolle über den Vorgang (obwohl timēre mit Akkusativobjekt stehen und auch ein Passiv timērī gefürchtet werden bilden kann!).

 

Arten von Subjekten

(1)  Subjektwörter
Diese sind Substantive oder gegenständlich gebrauchte Pronomen oder Adjektive in einem der oben genannten Kasus.

(2)  Subjektsätze
Dies sind Nebensätze mit Subjektfunktion im übergeordneten Satz. Wir erklären sie unter dem Stichwort „Subjektsatz“. 

(3)  Subjekt im Verb
Wenn kein eigenständiges Subjektwort und kein Subjektsatz vorhanden ist, ist das Subjekt in der Personalendung des Verbs enthalten.

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