Direkt zum Inhalt

Subjekt und Prädikat

1. ‐ 2. Lernjahr Dauer: 40 Minuten

Was bedeuten Kongruenz und KNG-Kongruenz?

Video wird geladen...
Bewertung

Kongruenz

Kongruenz

Kongruenz

Wie du Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat erkennst und übersetzt

Bewertung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufgabe

Bestimme in den folgenden drei Sätzen Prädikat und Subjekt anhand der Kongruenz. Übersetze die Sätze anschließend.

1. Dominus servos et servas reprehendit.

2. Pueri parvi clamant et flent.

3. Ego et mater filiam laudamus; gaudet.

Das musst du wissen

Die richtige Übersetzung eines Satzes ist nur möglich, wenn du die Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat erkennst. Das bedeutet, dass du herausfinden musst, welches Nomen das Subjekt ist und mit welchem Prädikat es kongruent ist. Die Kongruenz ist eine der wichtigsten Regeln im Lateinischen. Unter Kongruenz versteht man, dass zwei Wörter ihrer Form nach zusammenpassen. Wenn Subjekt und Prädikat kongruent sind, bedeutet das, dass sie in Numerus (Singular/Plural), Genus (maskulin/feminin/neutral) und Person (1./2./3. Person) übereinstimmen. Während du an einem Prädikat immer Numerus und Person ablesen kannst, ist das Genus meistens nicht zu erkennen, denn es wird nur deutlich, wenn du entweder ein dazugehöriges Prädikatsnomen hast oder eine Passivform des Perfektstammes vorliegt (dann kannst du es an der PPP-Endung ablesen). Außerdem musst du wissen, dass das Subjekt diejenige Person oder Sache ist, die im Satz handelt. Das Subjekt steht immer im Nominativ. Was es tut, verrät dir das Prädikat. Dieses steht meistens am Ende eines Satzes.

Schritt 1: Bestimme das Prädikat

Das Prädikat ist meist einfach zu bestimmen, denn es handelt sich um ein konjugiertes Verb – es hat also eine Personalendung. Es ist der wichtigste Bestandteil eines Satzes. Wenn du das Prädikat ermittelt hast, musst du es auf Numerus, Genus und Person hin untersuchen. Tipp: Bei den meisten Prädikaten kannst du das Genus nicht an der Form ablesen; nur bei den passiven Formen des Perfektstammes (dem PPP) ist die Person an der Endung erkennbar. 

1. Dominus servos et servas reprehendit.In diesem Satz ist reprehendit unser Prädikat. Als Bestimmung erhalten wir: 3. Pers. Sg. m./f./n. (Ind. Präs. Akt.) von reprehendere (tadeln, kritisieren).

2. Pueri parvi clamant et flent.Hier gibt es zwei Prädikate: clamant und flent. Wir müssen für jedes einzelne die Bestimmung vornehmen, denn es könnte sein, dass es in einem Satz zwei Prädikate gibt, die nicht zusammengehören und vielleicht sogar verschiedene Subjekte haben (Bsp.: „Die Mädchen spielen und der Junge lernt.“) Untersuchen wir zuerst clamant: Hier haben wir es mit der 3. Pers. Pl. m./f./n. (Ind. Präs. Akt.) von clamare (schreien) zu tun. Kommen wir nun zu flent: Wenn wir die e-Konjugation durchgehen, sehen wir, dass auch hier die 3. Pers. Pl. m./f./n. (Ind. Präs. Akt.) vorliegt, diesmal von flere (weinen). Somit ist klar, dass die beiden Prädikate zusammengehören.

3. Ego et mater filiam laudamus; gaudet.Dieser Satz besteht aus zwei Teilen, deshalb beginnen wir mit dem ersten Teil. Das Prädikat lautet laudamus. Es steht in der 1. Pers. Pl. m./f./n. (Ind. Präs. Akt.) und kommt von laudare (loben). Im zweiten Teil ist das Prädikat gaudet. Wenn wir gaudet bestimmen, erhalten wir: 3. Pers. Sg. m./f./n. (Ind. Präs. Akt.) von gaudere (sich freuen).

Schritt 2: Bestimme das Subjekt

Nachdem wir nun die Prädikate bestimmt haben, wenden wir uns den Subjekten zu. Wir erkennen sie anhand der Kongruenz, was bedeutet, dass sie in Numerus, Genus und Person mit dem Prädikat übereinstimmen müssen. Der Kasus muss immer der Nominativ sein, sonst kann es kein Subjekt sein.

1. Dominus servos et servas reprehendit. Aufgrund der Analyse des Prädikats wissen wir, dass wir ein Substantiv im Nominativ suchen, das zu dem Prädikat in der 3. Pers. Sg. passt. Wir bestimmen also die übrigen Nomina, indem wir die verschiedenen Deklinationen durchgehen:dominus: o-Dekl.: Nom. Sg. m.servos: o-Dekl.: Akk. Pl. m.servas: a-Dekl.: Akk. Pl. f.Wir sehen, dass nur dominus als Subjekt infrage kommt, weil es das einzige Nomen ist, dass die Bedingungen für Kongruenz mit dem Prädikat reprehendit erfüllt. Also ist das Subjekt dominus und das Prädikat reprehendit.

2. Pueri parvi clamant et flent.Wir haben bei der Bestimmung der Prädikate festgestellt, dass beide zusammengehören. Für die Kongruenz heißt das, dass das Subjekt, das wir suchen, in der 3. Pers. Pl. m./f./n. stehen muss.Wenn wir uns jetzt den übrigen Satz anschauen, stellen wir fest, dass noch zwei Nomina übrig bleiben, die wir noch bestimmen müssen: ein Substantiv und ein Adjektiv. Wir erhalten:pueri: o-Dekl.: Nom. Pl. m.parvi: o-Dekl.: Nom. Pl. m.Hier können wir sehen, dass die beiden Beziehungsnomina untereinander kongruent sind. Aber sie sind auch zu den Prädikaten clamant und flent kongruent, weil sie beide die gesuchten Voraussetzungen (3. Pers. Pl. m./f./n.) erfüllen, sie bilden also unser Subjekt.

3. Ego et mater filiam laudamus; gaudet.Bei der Prädikatsanalyse haben wir herausgefunden, dass wir einen Nominativ Plural suchen müssen, aber jetzt sehen wir, dass der Satz scheinbar kein Subjekt im Plural besitzt. Hier ist es wichtig, dass du daran denkst, dass ein Prädikat im Plural steht, wenn zwei Personen das Subjekt sind, hier ego und mater. Es liegt dann trotzdem Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat vor. Weil ein Ich (ego) von sich und einer weiteren Person spricht, nämlich der Mutter, wählt es die 1. Person Plural. (Das machen wir auch im Deutschen so: „Meine Mitschüler [3. Ps. Pl.] und ich [1. Ps. Sg.] lernen Latein.“ = „Wir [1. Ps. Pl.] lernen Latein.“)Kommen wir nun zum zweiten Teil des Satzes. Weil der Satz nur aus einem Prädikat besteht, können wir kein kongruentes Subjekt finden. Das bedeutet für die Übersetzung, dass das Subjekt schon im Prädikat enthalten ist. Das kommt im Lateinischen relativ häufig vor. Weil wir also kein explizites Subjekt haben, das uns verrät, wer die handelnde Person ist, müssen wir es aus dem Zusammenhang erschließen.

Schritt 3: Übersetze die Sätze

Beim eigentlichen Übersetzen solltest du immer mit Subjekt und Prädikat anfangen, denn das sind die wichtigsten Bestandteile des Satzes. Danach übersetzt du die übrigen Satzglieder.

1. Dominus servos et servas reprehendit.

reprehendit: er/sie/es kritisiert

→ Wer oder was kritisiert? (Nom.): dominus: der Herr kritisiert

→ Wen oder was kritisiert der Herr? (Akk.): servos et servas: der Herr kritisiert die Sklaven und die Sklavinnen

2. Pueri parvi clamant et flent.

clamant et flent: sie schreien und weinen

→ Wer oder was schreit und weint? (Nom.): pueri parvi: die kleinen Jungen schreien und weinen

3. Ego et mater filiam laudamus; gaudet.

laudamus: wir loben

→ Wer oder was lobt? (Nom.): Ego et mater: ich und die Mutter

→ Wen oder was loben ich und die Mutter? (Akk.): filiam: die Mutter und ich loben die Tochter

gaudet: sie freut sich

Lösung

1. Dominus servos et servas reprehendit. Der Herr kritisiert die Sklaven und Sklavinnen.

2. Pueri parvi clamant et flent. Die kleinen Jungen schreien und weinen.

3. Ego et mater filiam laudamus; gaudet. Ich und die Mutter loben die Tochter; sie freut sich.

Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat erkennen

Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat erkennen

Kongruenz zwischen Subjekt und Prädikat erkennen