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Einen fictional text analysieren

6. Lernjahr Dauer: 180 Minuten

Wie du die Analyse eines epischen Textes planst

Bewertung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Verschaffe dir einen Überblick über den Inhalt

Lies den gesamten Text inklusive der Überschrift und ggf. der Anmerkungen ein erstes Mal aufmerksam durch. Dabei verschaffst du dir einen ersten groben Überblick über den Text: Worum geht es thematisch? Was sind die Kernaussagen?

Schritt 2: Markiere und mache Randnotizen

Lies den Text ein zweites Mal durch und verschaffe dir einen Überblick über den zu interpretierenden Text bzw. Textausschnitt sowie über unbekannte Wörter. Markierungen, die du während des Lesens machst, helfen dir später, Wichtiges wiederzufinden.

  • Schlage unbekannte Wörter, nach bzw. erschließe sie.
  • Markiere die Kernbegriffe. Wenn du mehrere Zeilen kennzeichnen willst, mache eine zusammenfassende Randnotiz.
  • Untersuche den Aufbau des Textes bzw. Textausschnitts und ermittle Sinnabschnitte.
  • Arbeite den Text im Hinblick auf die verschiedenen Analyseaspekte durch, unterstreiche wichtige Stellen oder Schlüsselwörter in dem Textauszug mit verschiedenen Farben.
  • Mache dir Notizen und halte wichtige inhaltliche Kennzeichen und Schlüsselbegriffe am Rand fest.

Analyse eines epischen Textes planen

Analyse eines epischen Textes planen

Analyse eines epischen Textes planen

Wie du die Textart und den Textstil eines epischen Textes bestimmst

Bewertung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufgabe

What kind of text is Kurosaka’s story? Which are the relevant features of the text?

Robert T. Kurosaka
A Lot to Learn
The Materializer was completed.
Ned Quinn stood back, wiped his hands, and admired the huge bank of dials, lights and switches. Several years and many fortunes had gone into his project. Finally it was ready. Ned placed the metal skullcap on his head and plugged the wires into the control panel. He turned the switch to ON and spoke: “Ten-dollar bill.”
There was a whirring sound. In the Receiver a piece of paper appeared. Ned inspected it. Real.
“Martini,” he said.
A whirring sound. A puddle formed in the Receiver. Ned cursed silently. He had a lot to learn.
“A bottle of Schlitz,” he said.
The whirring sound was followed by the appearance of the familiar brown bottle.
Ned tasted the contents and grinned.
Chuckling, he experimented further.
Ned enlarged the Receiver and prepared for his greatest experiment. With unlimited wealth, his next desire arose naturally from the lecherous D. O. M. deep within all of us. He switched on the Materializer, took a deep breath and said, “Girl.”
The whirring sound swelled and faded. In the Receiver stood a lovely girl. She was naked. Ned had not specified clothing.
She had freckles, braces and pigtails. She was eight years old.
“Hell,” said Ned Quinn.
Whirrr
The firemen found two charred skeletons in the smoldering rubble.

Annotations: Schlitz: American brand of beer; D. O. M.: dirty old man

Schritt 1: Analysiere die epische Form

Bestimme, welche epische Form bei dem Textausschnitt vorliegt. Oftmals gibt dir die Aufgabenstellung schon einen Hinweis. Rufe dir die charakteristischen Merkmale und Aussageabsichten der epischen Formen ins Gedächtnis.

Epische Formen
  • Roman (novel)
  • Erzählung (narration)
  • Kurzgeschichte (short story)
  • Fabel (fable)

Schritt 2: Untersuche den Textstil

Die Besonderheiten der sprachlichen Darstellungsweise bezeichnet man als Stil. Stilistische Eigenheiten können auf Vorlieben eines Autors beruhen, aber der Stil hängt auch von anderen Bedingungen ab. Manche Textsorten verlangen eine entsprechende Schreibweise (z. B. der nüchterne Stil der Kurzgeschichte) und in einer Epoche kann ein besonderer Stil vorherrschen (z. B. der üppige Stil des Barock). Charakterisiere den Stil des Textes. Achte dabei auf den Satzbau, die Wortwahl sowie auf auffällige Stilfiguren wie Gedankenfiguren, Satzfiguren, Klangfiguren, sprachliche Bilder.
Bei der Analyse des Satzbaus helfen dir folgende Leitfragen.

  • Kommen bestimmte Satzarten häufig vor: Fragesätze (questions, interrogative sentences), Ausrufe (exclamations), Passivsätze?
  • Was fällt dir beim Satzumfang auf? Überwiegen kurze, möglicherweise unvollständige Sätze, die z. B. den Eindruck von Nervosität erwecken? Gibt es hauptsächlich lange Sätze (complex sentences), die z. B. eine intensive Beschreibung beinhalten?
  • Finden sich vor allem Satzreihen (coordinate sentences) oder Satzgefüge (compound sentences)? Werden mit Hypotaxen (Satzgefüge aus Haupt- und Nebensätzen) temporale oder kausale Zusammenhänge klar vermittelt? Werden mit Parataxen (Satzreihen aus einzelnen Hauptsätzen) Sachverhalte eher unzusammenhängend dargestellt?
  • Werden Satzfiguren (auffällige Abweichungen von der gängigen Syntax) benutzt?

Bei der Analyse der Wortwahl helfen dir folgende Leitfragen.

  • Überwiegen bestimmte Wortarten? Nominalstil kann statisch, Verbalstil eher dynamisch wirken, die gehäufte Verwendung von Adjektiven lebendig.
  • Wird Alltagssprache oder Fachwortschatz verwendet? Gibt es Wörter und Wendungen aus der informellen Sprachebene?
  • Findet man auffallend häufige Wiederholungen einzelner Wörter?
  • Werden Wortfiguren (Abweichungen von der üblichen Wortwahl) benutzt?
Sprachebenen

Die Wortwahl gibt neben der Satzstruktur und der Ausdrucksweise eines Textes immer einen Hinweis auf die vom Autor verwendete Sprachebene (register).

  • Formelle Sprachebene (formal English)
  • Neutrale Sprachebene (neutral English)
  • Informelle Sprachebene (informal English)
  • Slang words

Frage dich immer nach der Wirkung der Stilmittel: Welche Absicht verfolgt der Autor mit dem Einsatz bestimmter sprachlicher Mittel, welche Wirkung wird erzielt? Bestimme, welche ersten Informationen du aus dem Stil über den Erzähler und die Figuren ableiten kannst:

  • Der Stil in der Erzählerrede zeigt das Verhalten des Erzählers (auktorialer Erzähler vs. personaler Erzähler) und ist ein Mittel der Leserlenkung. Ein besonders emotionaler, umgangssprachlich gefärbter Stil wirkt anders als eine nüchterne Erzählweise.
  • Der Stil der Figurenrede trägt zur Charakterisierung einzelner Figuren hinsichtlich ihres Bildungsstandes, Sozialverhaltens sowie ihrer psychischen Verfassung bei und hebt sie voneinander ab.

Lösung

The text is a slightly elaborated anecdote, and therefore can be called short short story. The features of a short short story are the abrupt opening, few characters, a plot that develops a conflict and reaches a climax. This short short story shows a surprise ending.

Textart und Textstil eines epischen Textes bestimmen

Textart und Textstil eines epischen Textes bestimmen

Textart und Textstil eines epischen Textes bestimmen

Wie du den Schauplatz und die Atmosphäre eines epischen Textes untersuchst

Bewertung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufgabe

Describe the setting of the story by Kate Chopin.

Das musst du wissen

In vielen fiktionalen Texten spielt der Schauplatz (setting), an dem sich die Ereignisse zutragen, eine Rolle. Der Schauplatz ist dabei nicht nur der Ort (Where?), sondern auch der Zeitpunkt (When?) sowie die dadurch festgelegten Bedingungen, unter denen die Charaktere agieren. Häufig werden auch mehrere sehr gegensätzliche Schauplätze einander gegenübergestellt. Die Wahl eines bestimmten Ortes spiegelt häufig das Innenleben der Figuren. Somit stehen Orte für die geistige und seelische Verfassung der Charaktere.

Schritt 1: Betrachte die Funktion des Schauplatzes

Bestimme den Schauplatz des Textes und untersuche, welche Funktion er für die Charaktere bzw. Handlung hat:

  • Charakterisiert er die Figuren? Eigenarten von Figuren können sich in ihrem Lebensraum zeigen, z. B. in der Zimmereinrichtung oder einer kargen Landschaft.
  • Erzeugt er eine bestimmte Atmosphäre (atmosphere)? Die Schilderung eines Sonnenuntergangs am Meer kann z. B. eine romantische Stimmung hervorrufen.
  • Stellt er einen Kontrast dar? Der Kontrast kann für die Handlung wichtig sein, z.B. die ärmlichen Zimmer eines Dienstboten und die repräsentativen Räume der Herrschaft.

Schritt 2: Untersuche die symbolische Bedeutung

Die Wahl eines bestimmten Ortes spiegelt häufig das Innenleben der Figuren. Somit stehen orte für die geistige und seelische Verfassung der Charaktere. Überlege, ob Orte, Natur und Wetter, Farben und Formen eine sinnbildliche Funktion (symbolical function) besitzen:

Reflektieren sie Stimmungen und seelische Befindlichkeiten? Niedergeschlagenheit kann z.B. durch die Enge und Düsternis eines Zimmers illustriert werden.

Lösen sie Empfindungen in den Figuren aus? Der Besuch eines Friedhofs kann z. B. traurige Erinnerungen hervorrufen.

Spiegeln sie symbolisch Inhalte und Probleme wider? Die Grundidee eines Erzähltextes kann sch im Ort der Handlung zeigen, z. B. ein erfolgreicher Aufstieg zu Macht und Einfluss in einer lebhaften und modernen Stadt.

Lösung

Chopin's story is set in a house somewhere in America in the late 19th century. For the most part, the protagonist sits in her own room in a comfortable amrchair facing the open window (l.14). The world outside has symbolic value, as the newly widowed protagonist contemplates her future. It is spring, the season of new beginnings, groth and hope.

 

Schauplatz und Atmosphäre eines epischen Textes untersuchen

Schauplatz und Atmosphäre eines epischen Textes untersuchen

Schauplatz und Atmosphäre eines epischen Textes untersuchen

Wie du die Erzählerfigur eines epischen Textes analysierst

Bewertung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aufgabe

Analyse the narrative style in the short story The Story of an Hour.

Das musst du wissen

Eine Erzählung kann im Englischen genau wie im Deutschen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Dabei ist es wichtig, dass du den Erzähler nicht automatisch mit dem Autor gleichsetzt. Man unterscheidet unterschiedliche Typen von Erzählern:

Ich-Erzähler (I-narrator / first-person narrator)
  • Die Geschichte wird von einer Figur in der ersten Person erzählt, die selbst zu den fiktionalen Charakteren gehört.
  • Die Erzählgestalt ist entweder nur Beobachter des Geschehens (observer narrator / I as a witness) oder sie ist selbst Protagonist (I as a protagonist).
  • Der Ich-Erzähler kann auch Hauptfigur (main character) sein.
  • Die Erzählweise des unglaubwürdigen Erzählers (unreliable narrator) lässt den Leser im Unklaren darüber, ob die Darstellung glaubwürdig ist, da die Geschichte z. B. aus kindlicher Perspektive geschildert wird.
  • Ist der Ich-Erzähler eine Nebenfigur (subordinate character), spricht man von einem observer narrator, der als Zeuge (eye-witness) die Handlung verfolgt.
Auktorialer Erzähler (omniscient narrator)
  • Der Erzähler steht außerhalb der Welt der Charaktere und nimmt eine Position der Außenperspektive (external point of view) ein.
  • Er geht von Charakter zu Charakter, von Ereignis zu Ereignis, hat freien Zugang zu Gedanken und Gefühlen der Charaktere. Seine Perspektive ist unbegrenzt (unlimited point of view).
  • Einerseits greift er ein (intrusion; intrusive narrator), indem er durch Zwischenbemerkungen Figuren und deren Handlungsweise kommentiert (editorial omniscience), andererseits hält er sich im Hintergrund (neutral omniscience).
  • Er spricht den Leser direkt an.
Personaler Erzähler (third-person selective narrator)
  • Ein personaler Erzähler erzählt aus dem Blickwinkel einer Figur, womit auch die Wahrnehmung des Lesers auf den Erfahrungsbereich dieser Figur beschränkt ist.
  • Indem der Leser mit den Augen dieser Perspektiven- oder Reflektorfigur auf das Geschehen blickt (introspection; internal point of view), entsteht der Eindruck, dass gar kein Erzähler vorhanden ist. Der Erzähler ist verborgen hinter der Maske der Perspektivenfigur (persona). Er ist Stellvertreter der Figur (substitutionary narration).
  • Im Verlauf einer Erzählung kann die Perspektivenfigur (mehrmals) wechseln.
  • Der Erzähler mischt sich nicht in das Geschehen ein und spricht den Leser nicht an.
  • Der Erzähler gibt eine wirklichkeitsgetreue Darstellung, es entsteht der Eindruck der Nähe zum Geschehen.

 

Schritt 1: Analysiere die Erzählperspektive

Der Erzähler ist die vermittelnde Instanz zwischen der Handlung und dem Leser. Untersuche, welche Rolle der Erzähler einnimmt und welchen Blickwinkel (point of view) er auf das Geschehen hat.

  • Ist der Erzähler Teil der Handlung? Tritt er als eigenständige, beschreibbare Figur auf?
  • Kommentiert der Erzähler das Geschehen? Kommuniziert der Erzähler mit dem Leser?
  • Hat der Erzähler Distanz zum Geschehen oder ist er involviert? Von welchem Standpunkt aus wird erzählt? Welche Kenntnisse hat der Erzähler über die Gefühle und Gedanken aller/einzelner Personen?

Bestimme anhand deiner Ergebnisse, welche Erzählperspektive (narrative perspective, focus of narration) vorliegt.

 

    Schritt 2: Untersuche die erzählerischen Mittel

    Die Erzählperspektive lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers in die vom Autor gewünschte Richtung. Untersuche die Mittel, die der Autor einsetzt, um den Leser das Erzählte wahrnehmen zu lassen. Wie berichtet der Erzähler vom Geschehen? Wird die Handlung straff und raffend oder szenisch ausgestaltet wiedergegeben? Nutzt der Erzähler Handlungsunterbrechungen, um Kommentare oder Beschreibungen anzuführen?

    Erzählerische Mittel
    • Bericht (telling / panoramic presentation)
    • Beschreibung (description)
    • Szenische Darstellung (showing / scenic presentation)
    • Kommentar (reflection)

    Lösung

    The short story is told by a third-preson narrator who has access to the thoughts and feelings of the main protagonist: "There was something coming to her and she was waiting for it, fearfully. What was it? She did not know; it was too subtle and elusive to name. But she felt it, creeping out of the sky, reaching towards her through the sounds, the scents, the color that filled the air," (ll.27ff). The narrative focus lies on Mrs. Mallard's inner conflict and mixed feelings about her husband's death, not so much on the outer action. This helps the reader to understand and empathize with her. 

    Erzählfiguren eines epischen Textes analysieren

    Erzählfiguren eines epischen Textes analysieren

    Erzählfiguren eines epischen Textes analysieren

    Wie du die Handlung und den Spannungsaufbau eines epischen Textes untersuchst

    Bewertung

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Aufgabe

    How does the author create suspense in the text? Explain the effect that is created when the conflict is resolved.

    Robert T. Kurosaka
    A Lot to Learn
    The Materializer was completed.
    Ned Quinn stood back, wiped his hands, and admired the huge bank of dials, lights and switches. Several years and many fortunes had gone into his project. Finally it was ready. Ned placed the metal skullcap on his head and plugged the wires into the control panel. He turned the switch to ON and spoke: “Ten-dollar bill.”
    There was a whirring sound. In the Receiver a piece of paper appeared. Ned inspected it. Real.
    “Martini,” he said.
    A whirring sound. A puddle formed in the Receiver. Ned cursed silently. He had a lot to learn.
    “A bottle of Schlitz,” he said.
    The whirring sound was followed by the appearance of the familiar brown bottle. Ned tasted the contents and grinned.
    Chuckling, he experimented further.
    Ned enlarged the Receiver and prepared for his greatest experiment. With unlimited wealth, his next desire arose naturally from the lecherous D. O. M. deep within all of us. He switched on the Materializer, took a deep breath and said, “Girl.”
    The whirring sound swelled and faded. In the Receiver stood a lovely girl. She was naked. Ned had not specified clothing.
    She had freckles, braces and pigtails. She was eight years old.
    “Hell,” said Ned Quinn.
    Whirrr
    The firemen found two charred skeletons in the smoldering rubble.

    Annotations: Schlitz: American brand of beer; D. O. M.: dirty old man

    Schritt 1: Betrachte die Handlungsschritte

    Die Handlung einer Erzählung (plot) besteht aus einer Kette von Ereignissen (events). Als Ereignis oder Handlung bezeichnet man dabei eine Situations- oder Zustandsveränderung in einem Zeitverlauf. Gliedere den Erzähltext in einzelne Handlungsschritte, um den Aufbau beschreibbar zu machen.

    Untersuche die Funktion der Anfangssituation und beurteile die Schlusssituation, indem du das Ende mit den Erwartungen vergleichst, die beim Leser geweckt worden sind.
    Als Ergebnisse sind diese Möglichkeiten denkbar:

    • Geschlossenes Ende – die Handlung wird so abgeschlossen, wie der Verlauf der Ereignisse es nahelegt. Es bleiben keine Fragen offen.
    • Offenes Ende (open ending) – die Handlung wird nicht bis zu einer Lösung fortgeführt, sondern endet vorher. Es bleiben Fragen offen, die der Leser aus seiner Kenntnis der Charaktere und der Geschehnisse heraus selbst beantworten muss.
    • Überraschendes Ende (surprise ending) – Die Handlung endet anders, als der Verlauf der Ereignisse dies nahelegt.

    Untersuche, ob sich die Handlung zu einem erzählerischen Höhepunkt (climax) steigert und
    wie er gestaltet ist.

    • Ereignet sich eine Krise (crisis) bzw. eine Katastrophe (catastrophe), die zugleich dafür ausschlaggebend ist, dass sich das Kräfteverhältnis der handelnden Figuren zueinander verschiebt?
    • Ist der Höhepunkt zugleich ein Wendepunkt (turning point) im Geschehen, woraufhin sich der Untergang der Hauptfigur anbahnt?

    Decke wiederholt auftretende Ereignisse und Ereignismuster auf. Hat ein Ereignis eine symbolische Bedeutung, z. B. die Reise als Symbol des Übergangs zwischen Jugend und Erwachsenendasein im Entwicklungsroman (coming-of-age novel).

    Schritt 2: Prüfe, ob es sich um eine äußere oder innere Handlung handelt

    Unterscheide bei der Untersuchung der Handlung zwischen den äußeren Vorgängen und der inneren Entwicklung der Figuren.

    Äußere und innere Handlung

    Als äußere Handlung bezeichnet man Vorgänge und Taten, die von außen sichtbar und hörbar sind. Bei einer Verfilmung der Erzählung kann man die äußere Handlung als Bild und Ton aufnehmen. Erzählerbericht und wörtliche Rede treiben vor allem die äußere Handlung voran.
    Die innere Handlung dagegen umfasst, was die Figuren denken, fühlen und wünschen, also alle geistigen und emotionalen Zustände und Entwicklungen. Bestimmte Formen der Figurenrede (erlebte Rede, innerer Monolog, Bewusstseinsstrom) geben innere Handlung wieder.

    Schritt 3: Untersuche die Anordnung der Ereignisse

    Der Erzähler hat verschiedene Möglichkeiten, die Ereignisse in einem Erzähltext anzuordnen. Beim kontinuierlichen Erzählen sind die Ereignisse in der chronologischen Reihenfolge ihres Geschehens angeordnet (in chronological order) oder verknüpft nach Ursache und Wirkung (linked by cause and effect). Untersuche, welche Ereignisse beim Erzählen einen breiten Raum einnehmen und damit offenbar bedeutsamer sind als andere. Achte bei einer kontinuierlichen Erzählweise auf mögliche Abweichungen von der Chronologie (z. B. Rückblenden oder Vorausdeutungen) und frage dich nach ihrem Sinn. Beim diskontinuierlichen Erzählen arbeitet der Erzähler mit Rückwende (retrospection) und Vorausdeutung.

    • Beim Rückgriff (reference to the past) werden Informationen als kurze gedankliche Erinnerungen oder als Bestandteil eines Gesprächs nachgeliefert.
    • In Rückblenden (flashbacks) wird früheres Geschehen in die erzählerische Gegenwart geholt. Das kann z. B. notwendig werden, wenn verschiedene Handlungsstränge an unterschiedlichen Schauplätzen angesiedelt sind.
    • In Vorausdeutungen (foreshadowing/anticipation) werden spätere Ereignisse und Entwicklungen vorweggenommen oder angedeutet, die Figuren äußern Befürchtungen oder Ängste. Das vorgreifende Erzählen (jumping ahead) dient häufig der Steigerung der Spannung.

    Schritt 4: Analysiere den Spannungsaufbau

    Untersuche, wie in dem Text Spannung (suspense) aufgebaut wird. Unterscheide bei der Untersuchung des Spannungsaufbaus zwischen den folgenden fünf Phasen:

    • Erzeugung von Spannung (the author generates/works up/builds up/creates suspense),
    • Steigerung von Spannung (the suspense intensifies),
    • Erhaltung von Spannung (the author upholds/maintains/delays/draws out suspense),
    • Höhepunkt von Spannung (the suspense reaches its climax),
    • Lösung von Spannung (the suspense abates/lessens).

    Bestimme, wie sich der zu untersuchende Textauszug einordnen lässt, bzw. ordne die einzelnen Abschnitte der Erzählung den verschiedenen Spannungsphasen zu.

    Lösung

    Conflict: Ned turns the switch to “on” and “orders” several items (a ten-dollar bill, a Martini, a bottle of Schlitz) which are promptly delivered. It is only after ordering “girl” that things start to develop in a way Ned has not expected. Having failed to point out specifications such as clothing or age Ned finds himself confronted with a “result” that is out of step with his expectations: an eightyear- old girl with braces and pigtails is standing in front of him. This is the critical moment, or conflict, which leads directly to the resolution or catastrophe.
    Resolution or catastrophe: Ned, frustrated at his failure, utters the word “Hell”, which the Materializer promptly interprets as his wish. Consequently, Ned winds up in hell. The story ends with a punchline: firemen find Ned’s charred bones in the rubble.
    Effect: This story contains a typical example of black humour: it disturbs us rather than arouses amusement. It discovers cause for laughter in what is generally regarded as a subject too serious for frivolity, the death of a man.

    Handlung und Spannungsaufbau eines epischen Textes untersuchen

    Handlung und Spannungsaufbau eines epischen Textes untersuchen

    Handlung und Spannungsaufbau eines epischen Textes untersuchen

    Wie du die Figuren und Figurenkonstellation eines epischen Textes untersuchst

    Bewertung

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Aufgabe

    Describe the main character of the short story. Which effect do his actions have on the reader?

    Robert T. Kurosaka
    A Lot to Learn
    The Materializer was completed.
    Ned Quinn stood back, wiped his hands, and admired the huge bank of dials, lights and switches. Several years and many fortunes had gone into his project. Finally it was ready. Ned placed the metal skullcap on his head and plugged the wires into the control panel. He turned the switch to ON and spoke: “Ten-dollar bill.”
    There was a whirring sound. In the Receiver a piece of paper appeared. Ned inspected it. Real.
    “Martini,” he said.
    A whirring sound. A puddle formed in the Receiver. Ned cursed silently. He had a lot to learn.
    “A bottle of Schlitz,” he said.
    The whirring sound was followed by the appearance of the familiar brown bottle. Ned tasted the contents and grinned.
    Chuckling, he experimented further.
    Ned enlarged the Receiver and prepared for his greatest experiment. With unlimited wealth, his next desire arose naturally from the lecherous D. O. M. deep within all of us. He switched on the Materializer, took a deep breath and said, “Girl.”
    The whirring sound swelled and faded. In the Receiver stood a lovely girl. She was naked. Ned had not specified clothing.
    She had freckles, braces and pigtails. She was eight years old.
    “Hell,” said Ned Quinn.
    Whirrr
    The firemen found two charred skeletons in the smoldering rubble.

    Annotations: Schlitz: American brand of beer; D. O. M.: dirty old man

    Schritt 1: Betrachte die Figurencharakteristik

    Sammle möglichst viele Merkmale und Eigenschaften (characteristics) aus folgenden Kategorien über die zu charakterisierende Figur; nicht immer finden sich in einem Text Informationen zu allen Bereichen.

    • Erscheinungsbild: Alter, Körperbau, Aussehen, Kleidung usw.
    • Lebensumstände: Beruf, Bildung, gesellschaftliche Stellung, Beziehungen usw.
    • Verhalten: Gewohnheiten, Verhaltensmuster, Sprechweise usw.
    • Denken und Fühlen: Einstellungen, Interessen, Denkweise, Wünsche und Ängste usw.

    Informationen über die Merkmale und Eigenschaften einer Figur erhältst du sowohl durch direkte als auch durch indirekte Charakterisierung.

    Direkte Charakterisierung: Welche Merkmale und Verhaltensweisen einer Figur beschreibt der Erzähler: Aussehen (outward appearance), Gewohnheiten (habits), Verhalten (behaviour), Einstellungen (attitudes) und Meinungen (opinions) werden aus der Sicht des Erzählers beschrieben. Auch die Figurenrede (was die Figur sagt), die Bewusstseinswiedergabe (introspection) und die Sprechweise (wie sie es sagt) enthält direkte Informationen über den Charakter einer Figur.

    Indirekte Charakterisierung: Wie wird das Verhalten einer Person aus der Sicht einer anderen Figur dargestellt und bewertet? Der Erzähler beschränkt sich auf die kommentarlose Wiedergabe dieser Beschreibung. Der Leser ist daher gezwungen, sich ein eigenes Urteil über die Figur zu bilden.

    Figurenrede und Bewusstseinswiedergabe
    • Direkte Rede (direct speech)
    • Indirekte Rede (reported speech)
    • Erlebte Rede (reported thought / substitutionary narration)
    • Innerer Monolog (interior monologue)
    • Bewusstseinswiedergabe (stream-of-consciousness narration)

    Schritt 2: Analysiere die Figurenkonstellation

    Die Figuren in einem Erzähltext sind Teil eines mehr oder weniger umfangreichen Beziehungsgeflechts, das als Figurenkonstellation bezeichnet wird und für den Handlungsverlauf grundlegend ist. Arbeite anhand der Figurenkonstellation heraus, in welchem Verhältnis (relationship) die Figuren zueinander stehen bzw. welche Haltung (attitude) sie zueinander haben. Dabei helfen dir die folgenden Fragen:

    • Zwischen welchen Figuren besteht eine freundschaftliche oder partnerschaftliche Verbundenheit (affection, close relationship, friendship, support, loyalty)? Worauf gründet diese sich? Was haben die Figuren gemeinsam?
    • Bestehen Konflikte oder Abneigungen (dislike, distant relationship, rivalry, hostility, tense relationship) zwischen den Figuren? Woher rühren diese Konflikte? Welche unterschiedlichen Interessen haben die Gegner?
    • Gibt es innerhalb einer Gruppe von Figuren eine bestimmte Rangordnung (hierarchy)? Wer muss sich wem unterordnen? Woraus entsteht diese Hierarchie?
    • Sind die Beziehungen stabil oder sind sie Veränderungen oder einer Entwicklung (development) unterworfen? Wodurch werden Veränderungen ausgelöst? Ist die Entwicklung langsam (gradual development) oder plötzlich (abrupt change)?

    Lösung

    Ned Quinn seems to be a scientist who invented the Materializer. In the short story he is presented as a humourous character. The humour arises from his actions and from what he says. Ned is funny in what he does. For one thing, the way of tampering with the Materializer appears funny. For another, the wishes he makes produce a comical effect. When his wish for a girl is fulfilled and the girl that appears is but an eight-year old child with braces and pigtails, the reader cannot refrain from laughing because the situation is both funny and ironic: when wishing for a girl Ned had another “materialization” in mind than the one in front of him. The profanity (“Hell”) that he utters is misunderstood by the Materializer which takes Ned’s exclamation for a wish. This creates a humorous effect. The humour persists when Ned winds up in hell and the firemen find his charred remains. But it has gone absolutely black, black as Ned’s charred remains.

    Figuren und Figurenkonstellation eines epischen Textes untersuchen

    Figuren und Figurenkonstellation eines epischen Textes untersuchen

    Figuren und Figurenkonstellation eines epischen Textes untersuchen

    Wie du die Zeitgestaltung eines epischen Textes untersuchst

    Bewertung

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Schritt 1: Untersuche die zeitlichen Bedingungen

    Für viele Texte ist es von Bedeutung, wann die Ereignisse einer Geschichte zeitlich angesiedelt sind. Häufig haben die zeitlichen Bedingungen einen symbolischen Gehalt oder sind für die Charakterisierung von Figuren wichtig. Folgende Leitfragen helfen dir bei der Untersuchung der zeitlichen Bedingungen.

    • Zeitalter: In welcher Zeit ist das Geschehen historisch angesiedelt? Welches Weltbild hatten die Menschen zu dieser Zeit? Welche politischen und sozialen Gegebenheiten kennzeichnen die Epoche?
    • Tages- und Jahreszeit: Steht eine Tages- oder Jahreszeit für eine bestimmte Entwicklung, z. B. Morgen – Neubeginn, Herbst – Verfall? Erzeugt sie eine besondere Atmosphäre?
    • Lebensabschnitt der Figuren: Welchen Lebensabschnitt erleben die Figuren gerade (Jugend, Alter usw.)? Haben sie daher eine bestimmte Haltung zur Zeit?

    Schritt 2: Analysiere die Zeitebenen und die Zeitstruktur

    Erfasse die Zeitstruktur der Handlung, indem du die beiden Zeitebenen des Textes, Erzählzeit (narrating time / reading time) und erzählte Zeit (acting time), untersuchst. Untersuche anschließend das Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit, um die Zeitstruktur des Textes zu beschreiben. Anhand der Zeitstruktur kannst du ablesen, welchen Teilen des Geschehens der Erzähler Bedeutung beimisst. Erzählzeit und erzählte Zeit können in folgenden Verhältnissen zueinander stehen.

    • Zeitdeckung (simultaneity): Erzählzeit und erzählte Zeit sind (in etwa) gleich lang. Der Leser hat den Eindruck, unmittelbar am Geschehen teilzuhaben, wenn z. B. in wörtlicher Rede Dialoge wiedergegeben werden.
    • Zeitraffung (compression of time): Die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit, wenn längere Zeiträume zusammengefasst dargestellt werden. Bei der Zeitraffung entsteht Distanz zum Dargestellten, da der Erzähler es für wenig bedeutsam hält.
    • Zeitdehnung (expansion of time): Die Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit. Gedehnt wird die Zeit häufig bei der ausführlichen Wiedergabe von Gedanken und Gefühlen (stream-of-consciousness narration). Solche Passagen sind meist bedeutsam.
    • Zeitpause (pause): Kommentare eines auktorialen Erzählers oder Beschreibungen benötigen Erzählzeit, bringen aber die erzählte Zeit nicht voran. Die Handlung steht während solcher Einschübe still.
    • Aussparung (ellipsis): Wenn der Erzähler einen Zeitabschnitt der Handlung überspringt, greift er auf das Stilmittel der Aussparung zurück. Die Aussparung ist die extreme Form der Zeitraffung.

    Zeitgestaltung eines epischen Textes untersuchen

    Zeitgestaltung eines epischen Textes untersuchen

    Zeitgestaltung eines epischen Textes untersuchen

    Wie du die Interpretation eines epischen Textes verfasst

    Bewertung

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Schritt 1: Verfasse die Einleitung

    Nenne die Grundinformationen zu dem zu analysierenden Text wie Autor, Titel, Entstehungszeit und Thema. Nenne bei einem Auszug aus einem bekannten Text relevante Angaben zu den handelnden Figuren, dem Schauplatz und den unmittelbaren Voraussetzungen der Handlung.

    Schritt 2: Schreibe den Hauptteil

    Stelle deiner Analyse bei längeren Texten eine kurze Inhaltsangabe (summary) voran und gib darin das erzählte Geschehen wieder. Häufig ist die Inhaltsangabe Teil der Arbeitsanweisung.

    Inhaltsangabe
    • Formuliere einen einleitenden Satz über das Thema, benenne die Textsorte und nenne den Namen des Autors.
    • Widme dich im Hauptteil den Hauptfiguren, dem Ort und der Zeit der geschilderten Ereignisse bzw. der Handlung. Beantworte die fünf W-Fragen: Who? What? Where? When? Why?
    • Fasse in der Schlussbetrachtung (conclusion) ggf. zusammen, was im Originaltext (also nicht deine eigene Meinung!) als Schluss formuliert wird.
    • Die Zeitform des summary ist das present tense. Beschreibst du vorzeitiges Geschehen, greifst du auf past-tense-Formen zurück.
    • Verwende in der Inhaltsangabe keine direkte Rede; sie wird nicht in der Ichform verfasst.
    • Gib den Inhalt der Textvorlage mit eigenen Worten wieder. Schlüsselwörter des Textes kannst du übernehmen – nicht aber Teile von Sätzen oder ganze Sätze.
    • Verfasse die Inhaltsangabe in einem sachlichen Stil. Verzichte auf die Wiederholung sprachlicher Bilder.
    • Die Inhaltsangabe beschränkt sich auf die wesentlichen Einzelheiten der Vorlage. Sie umfasst etwa ein Drittel des Originaltextumfangs.
    • Die Inhaltsangabe enthält keine Bewertungen, Kommentare oder Interpretationsansätze.

    Entscheide, ob sich eine lineare oder eine aspektorientierte Darstellung deiner Untersuchungsergebnisse für die geforderte Analyse anbietet.

    • Deute den Text beim linearen Verfahren Abschnitt für Abschnitt. Das ist sinnvoll, wenn etwa die Entwicklung einer Figur aufgezeigt werden soll.
    • Gliedere den Text beim aspektorientierten Verfahren nach den einzelnen Deutungsaspekten. Das ist sinnvoll, wenn in der Aufgabe mehrere Aspekte angegeben werden. Beziehe dich dabei in jedem Abschnitt auf den gesamten Text(ausschnitt).

    Wähle eine angemessene sprachliche Darstellung deiner Ergebnisse, gliedere deinen Aufsatz sinnvoll, belege deine Aussagen mit Zitaten und achte auf die richtige indirekte Redewiedergabe.

    Schritt 3: Formuliere den Schluss

    Fasse deine Ergebnisse zusammen und gib eine abschließende Deutung ab. Möglich ist auch – je nach Aufgabenstellung – der Blick auf übergreifende Zusammenhänge.

    Interpretation eines epischen Textes verfassen

    Interpretation eines epischen Textes verfassen

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