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Ostblockstaaten, vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs und des Ost-West-Konflikts geprägte Bezeichnung für den Einfluss- und Herrschaftsbereich der Sowjetunion von 1945 bis 1990/1991 im östlichen Europa.

Der „Ostblock“

Die Ostblockstaaten waren nach dem sowjetischen Vorbild organisiert (alleiniger Führungsanspruch der jeweiligen kommunistischen Partei; der Marxismus-Leninismus als alleingültige Herrschaftsideologie) und vertraten international den Kurs der sowjetischen Partei- und Staatsführung. Wirtschaftlich waren die Staaten durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe, militärisch durch den Warschauer Pakt, politisch durch die Ausrichtung der jeweiligen kommunistischen Parteien auf die KPdSU mit der Sowjetunion eng verbunden.

Der Arbeiteraufstand in der DDR (1953), die Entstalinisierung (ab 1956), der Prager Frühling (1968) sowie die Aufstände in Ungarn (1956) und Polen (1980/1981) bedrohten auch den Ostblock. Die Vormachtstellung der Sowjetunion rechtfertigte Leonid Breschnew (*1906, †1982, Generalsekretär der KPdSU seit 1964 und Staatsoberhaupt seit1977) mit der These von der »begrenzten Souveränität« der sozialistischen Staaten (Breschnewdoktrin).

Die demokratischen Revolutionen

Mit den Reformen der Perestroika und Glasnost unter Michail Gorbatschow (*1931, Generalsekretär der KPdSU von 1985 bis 1991 und Staatspräsident der Sowjetunion 1990/91) in der Sowjetunion (ab 1985) und dem Demokratisierungsprozess in den Ostblockstaaten und in Jugoslawien (ab 1989) löste sich der »Ostblock« auf. Die Ostblockstaaten wurden zusammen mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion sowie anderen Staaten mit sozialistischen Planwirtschaften als Transformationsländer bezeichnet.

 


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