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Wie du einen Tagebucheintrag verfasst


Aufgabe

Schreibe einen Tagebucheintrag zu der vorgegebenen Kurzgeschichte. Berücksichtige dabei die typischen Merkmale des Tagebuchschreibens. 

Das musst du wissen

Das Tagebuch übernimmt die Funktion eines guten und vertrauten Freundes, der uneingeschränkt zuhört. Der Schreibende lässt seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf und berichtet ungefiltert von seinen Erlebnissen, Erfahrungen, Wünschen und Ängsten. Im Deutschunterricht dient der Tagebucheintrag häufig dazu, sich in das Innenleben einer literarischen Figur hineinzuversetzen.

Für das private Tagebuchschreiben gibt es keine stilistischen oder inhaltlichen Vorgaben. Bei deinem für die Schule gedachten Text solltest du aber auf einen chronologischen und nachvollziehbaren Aufbau achten. Bleibe sprachlich korrekt und vermeide allzu umgangssprachliche Ausdrücke. Und beginne deinen Eintrag mit einem konkreten Datum. 

Wir fassen als Hauptmerkmale des Tagebucheintrags zusammen:

  • gefühlsbetonter, emotionaler Text
  • erzählt in der Ichform
  • schildert persönliche Erlebnisse, Erfahrungen, Wünsche und Ängste
  • hat einen chronologischen und nachvollziehbaren Aufbau
  • beginnt mit einer Datumsangabe

Schritt 1: Lies dir die Kurzgeschichte aufmerksam durch und skizziere knapp die Handlung

Im ersten Schritt liest du dir die Geschichte konzentriert durch. Oftmals ist es hilfreich, einen Text zweimal zu lesen, da erst beim wiederholten Lesen die wichtigsten Merkmale ins Auge fallen. Skizziere die Handlung stichpunktartig auf einem Blatt Papier und markiere dafür gegebenenfalls markante Stellen im Text. 

Die Handlungsskizze für die Kurzgeschichte „Im Spiegel“ könnte so aussehen: 

  • Achim hat Streit mit den Eltern, sie machen ihm Vorwürfe.
  • Er liegt bis mittags im Bett.
  • Er hört Musik.
  • Er betrachtet sich im Spiegel.
  • Er malt sein Gesicht als Maske auf dem Spiegel nach.
  • Er zerschlägt den Spiegel. 
  • Er beschließt seine Freunde zu treffen. 

Schritt 2: Beantworte die W-Fragen

Beim inhaltlichen Aufbau deines Tagebucheintrags kannst du dich an folgenden fünf Fragen orientieren:

  1. Was ist passiert?
  2. Was denkst und fühlst du?
  3. Was beschäftigt dich?
  4. Welche Hoffnungen und Wünsche hast du?
  5. Was hast du aus dem Geschehen gelernt? 

Schlüpfe im zweiten Schritt also in Achims Rolle und beantworte die Fragen stichpunktartig.

  1. Was ist passiert?
    Eltern setzen mich unter Druck, sind enttäuscht von mir. Ich zerschlage den Spiegel, auf dem mein Gesicht gemalt ist.
  2. Was denkst und fühlst du?
    Ich langweile mich, bin aber motivationslos. Ich weiß nicht, was ich will. Ich möchte aber nicht so werden, wie meine Eltern es wünschen.
  3. Was beschäftigt dich?
    Wer bin ich? Was soll ich tun? Wohin soll ich gehen?
  4. Welche Hoffnungen und Wünsche hast du?
    Ein eigenes Leben führen, in dem ich selbst bestimmen kann. Ein abwechslungsreiches Leben, das mich glücklich macht.
  5. Was hast du aus dem Geschehen gelernt? 
    Ich muss mich von den Erwartungen freimachen und selbst entscheiden, was ich will.

Schritt 3: Schreibe einen Tagebucheintrag aus Sicht der Handlungsfigur

Im dritten Schritt nutzt du deine notierten Antworten und verfasst unter Berücksichtigung der typischen Merkmale dieser Textsorte einen Tagebucheintrag, der die persönliche Sichtweise der Handlungsfigur wiedergibt. 

Der Tagebucheintrag könnte so lauten:

25. März 2015
Gestern hatte ich wieder Streit mit meinen Eltern. Sie warfen mir vor ein Versager zu sein. Schrecklich, diese ewigen Anschuldigungen und diese ständig enttäuschten Mienen! Aber was soll ich machen? Mich bewegt nichts! Ich bin von Langeweile umgeben: Ob drinnen im Haus oder draußen auf der Straße, alles ist ständig gleich, ohne jede Abwechslung. Wenn ich nur wüsste, wie ich das ändern kann! Nur in meinem Zimmer fühle ich mich wohl! Gestern bin ich bis zur Mittagszeit im Bett geblieben. Konnte mich einfach nicht aufraffen aufzustehen. Und was soll ich auch draußen? Habe mich ein bisschen mit meiner Musik zugedröhnt, da ging es etwas besser. Unter meinem Bett fand ich noch ein paar alte Farbtuben. Die habe ich benutzt, um mein Gesicht im Spiegel nachzumalen. Ich sah aus wie ein kalter, lebloser Clown, das hat mich sehr erschreckt. Wie die Maske, die ich meinen Eltern zuliebe ständig tragen soll. Ich habe es so satt! 

Dann passierte etwas Komisches: Ohne nachzudenken, zertrümmerte ich mit einem gewaltigen Faustschlag den Spiegel! Komischerweise ging es mir danach sehr viel besser. Ich fühlte mich wieder etwas lebendiger und hatte plötzlich Lust auf die Welt da draußen. Wo waren meine Leute? Die musste ich jetzt unbedingt treffen. Ich hatte mich lange genug in meinem Zimmer vergraben. 

Vielleicht muss ich mich einfach zur Wehr setzen gegen die Ansprüche meiner Eltern, meiner Lehrer und all der anderen Leute? Vielleicht ist das mein Weg?

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