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Lexikon

Liberalismus

1. Lernjahr ‐ Abitur
Liberalismus, eine politische Strömung, die seit der Französischen Revolution an Bedeutung gewann. 

Wachsende politische Bedeutung

Die Ideen des Liberalismus wurzeln in der Aufklärung. Zu den Forderungen des Liberalismus gehören: Recht auf Privateigentum, Durchsetzung der Grundrechte, Pressefreiheit, Selbstverwaltung, Gewaltenteilung, freie Berufswahl sowie Handels- und Gewerbefreiheit. 
Der Liberalismus wurde vom Bürgertum getragen. Von der Jahrhundertmitte bis in die 80er-Jahre des 19. Jahrhunderts spricht man von der Blüte des Liberalismus. Während dieser Zeit konnten liberale Parteien in den Parlamenten viele ihrer politischen Prinzipien zur Geltung bringen.

„Väter“ des Liberalismus

Der englische Philosoph John Locke (*1632, †1704) entwickelte die theoretische Grundlage für den modernen liberal-demokratischen Staat (Nationalstaat). Der Staatsgewalt wollte er keine unbegrenzte und unbeschränkte Macht mehr zugestehen. Vielmehr sollte sie nur noch so lange im Amt bleiben, wie sie fähig war „Leben, Freiheit und Eigentum“ der Bürger, in denen er natürliche Grundrechte des Volkes sah, zu schützen. Ausgangspunkt des Staates ist bei Locke nicht mehr der Monarch, sondern das Volk (Volkssouveränität).
Der französische Schriftsteller und Staatstheoretiker Charles de Montesquieu (*1689, †1755) ergänzte Lockes Staatslehre um einen wichtigen Aspekt. Er wies auf die Bedeutung der richterlichen Unabhängigkeit hin. Damit formulierte Montesquieu das klassische Modell der Gewaltenteilung und hatte großen Einfluss auf die Herausbildung des modernen Verfassungsstaats.
Der schottische Nationalökonom und Philosoph Adam Smith (*1723, †1790) warb für Arbeitsteilung, Freihandel und ungehinderte Entfaltung der Wirtschaftskräfte als die besten Mittel zur Steigerung des Wohlstands der Völker. Obwohl Smith dabei vor allem an Kleinproduzenten und handwerkliche Betriebe dachte, lieferte er damit die theoretische Begründung für den Kapitalismus und den Wirtschaftsliberalismus des „Laisser-faire“, der allein auf das freie Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte setzt.