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Generalstände, die Versammlung der drei Stände zu Zeiten des Absolutismus in Frankreich. 

Die französische Ständegesellschaft

Die französische Gesellschaft war seit dem Mittelalter in drei Stände aufgeteilt. Der Klerus (Geistliche) bildete den ersten Stand, der Adel den zweiten Stand sowie Bürger (reiche Kaufleute, Professoren, Rechtsanwälte, Ärzte, Händler, Handwerker, Tagelöhner, Knechte) und Bauern den dritten Stand. Der erste und der zweite Stand besaßen Privilegien. Sie waren weitgehend von Steuern befreit. Auf dem dritten Stand lastete fast die gesamte Steuerlast. 
Die meisten Menschen lebten als Bauern oder Tagelöhner auf dem Land. Dem Grundherrn zu leistende Dienste und Abgaben sowie Leibeigenschaft führten zu Unzufriedenheit. Die Menschen forderten Veränderungen. Das selbstbewusste Bürgertum war das Rückgrat der Wirtschaft und von den Ideen der Aufklärung beeinflusst.

Die Versammlung 1789

Am 5.5.1789 eröffnete König Ludwig XVI. (*1754, †1793, König von Frankreich von 1774 bis 1792) erstmals seit 1614 die Versammlung der Generalstände mit 1.200 Abgeordneten, um neue Steuern durchzusetzen und die Wirtschaft zu reformieren. Der Staat war vor allem infolge zahlreicher Kriege (z. B. Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, in dem Großbritannien und Preußen auf der einen Seite, Frankreich, Russland, das Deutsche Reich und Österreich auf der anderen Seite kämpften), der Unterstützung der Siedler im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und dem Verlust der französischen Kolonien fast bankrott. 
Der dritte Stand (600 Abgeordnete, erster Stand der Geistlichkeit und zweiter Stand des Adels jeweils 300 Abgeordnete) forderte vergeblich die Abstimmung nach Köpfen statt nach Ständen. Der Streit über die Abstimmungsmodalitäten verhinderte die Arbeit der Generalstände und führte zur Gründung der Nationalversammlung und zur Französischen Revolution.