Bessere Noten mit Duden Learnattack Jetzt kostenlos testen
 

Sachtextanalyse (1)


Aufgabe

Analysiere den Text „Schlau dank Fußball“ von Jan-Martin Wiarda.

Den Text findest du unter diesem Link:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/bildung-kickt-bildungsinitiativ..., zuletzt abgerufen am 15.02.2016.

Lösung

Der Bericht „Schlau dank Fußball“ von Jan-Martin Wiarda erschien am 12.02.2016 auf „Spiegel Online“, dem Internetportal einer Wochenzeitung. Er beschreibt ein soziales Projekt zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund über die Kombination von Sport und Bildung.

Zunächst wird berichtet, wie ein 13-Jähriger sich bei den Förderern des Projektes „Bildung kickt“ bedankt. Anschließend werden die Projektidee und die Bedingungen für eine Teilnahme genauer geschildert. Wie die Reichweite des Projekts zu bewerten ist, erläutert der Jugendforscher Klaus Hurrelmann. Eine Schwierigkeit solcher sozialen Projekte ist laut dem Deutschen Jugendinstitut die gezielte Vernetzung untereinander. Abschließend berichtet der Autor, welche Ergebnisse und Empfehlungen es für das vorgestellte Projekt bei der Evaluation gibt.

Das Projekt „Bildung kickt“ geht davon aus, dass die Integration von Kindern gut über den Sport gelingen kann. Er wird als Anreiz genutzt, um auch Bildungsangebote wahrzunehmen. Im Rhein-Main-Gebiet unterstützt das vorgestellte Projekt jedes Jahr ca. zwölf fußballbegeisterte Jungen aus sozial benachteiligten Familien mit einem Bildungsstipendium. Als Belohnung für die Teilnahme an Schreibseminaren usw. erhalten die Kinder und Jugendlichen einmal pro Woche ein zusätzliches Fußballtraining. Die Aufnahme in das Programm ist an Bildung gekoppelt (Empfehlung eines Lehrers) und an die eigene Bereitschaft des Bewerbers (Motivationsschreiben).

Dass die Initiative erfolgreich ist, wird am Stipendiaten Yassin gezeigt: Er bedankt sich in freier Rede auf einer Veranstaltung für die Förderer des Projekts für diese Chance, also vor einem Publikum aus Politik und Wirtschaft. Allein die Situation hätte er möglicherweise vor der Programmteilnahme sprachlich und sozial nicht gemeistert. Auch hat er den Grundgedanken des Initiators Kenan Önen verinnerlicht und durch das Programm einen zweiten Berufswunsch neben dem Ziel, Fußballprofi zu werden, für sich gefunden.

Für den Erfolg der Initiative spricht aber nicht nur der Einzelfall, sondern auch eine systematische Evaluation, also eine Bewertung, inwieweit die Integrationsidee des Projekts tatsächlich auch umgesetzt ist und Wirkung zeigt. Dass eine solche Bewertung überhaupt erstellt werde, sei, so Önen, eine „absolute Ausnahme“ im Bereich der sozialen Projekte. Aus der Bewertung durch die Goethe-Universität Frankfurt seien auch Anregungen für die Weiterentwicklung des Projektes entstanden, die nun umgesetzt werden. Ziel der Initiative ist eine weitere Verbreitung auch in anderen Regionen.

Der Bericht bettet die Integrationsidee in den Kontext des gesellschaftlichen Engagements ein. Es gibt eine Vielzahl von sozialen Projekten, die laut dem Deutschen Jugendinstitut oft nichts voneinander wissen. So gehen positive Effekte verloren. Dem möchte das Start-up „Phineo“ begegnen, indem es unter anderem einen Überblick über das Angebot anbietet. Ein möglicher Grund für die mangelnde Vernetzung ist laut dem Jugendforscher Klaus Hurrelmann, dass die einzelnen Projekte im Wettbewerb um Fördergelder stünden und um den Verlust ihrer finanziellen Mittel fürchteten.

Der Text ist sachlich und leicht verständlich geschrieben. Der Autor zitiert Personen, Vereine und Unternehmen, die alle mit dem Thema „soziale Projekte“ verbunden sind und somit als seriöse und kompetente Ansprechpartner und Fachleute einzustufen sind. Die Überschrift weckt das Interesse des Lesers, weil hier zwei Inhalte miteinander verbunden werden, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen (wie bei einem Oxymoron). Der Bericht beginnt mit einem Fallbeispiel (Yassin), das am Ende wieder aufgegriffen wird. Fragen („Wie lockt man …“) und Ellipsen („Einfach so.“) gestalten den Einstieg interessant.

Die zwei Zwischenüberschriften dienen der Gliederung und geben Stichworte zum Inhalt. Zusätzlich wurde ein Foto des 13-Jährigen eingefügt, der Teilnehmer des Projektes „Bildung kickt“ ist. So ist das Fallbeispiel gut aufgegriffen.

Der Bericht veranschaulicht nicht nur, dass soziale Projekte gut und effektiv sein können, sondern auch, dass ihre Evaluation und Vernetzung noch zu einer Steigerung innerhalb der Angebote führen kann. Zudem wird deutlich, dass Bildung auch durch einfache Mittel angeregt werden kann. Das simple Prinzip der Belohnung durch Fußballtraining ist ein gutes Beispiel dafür. Durch die Zusammenschau der verschiedenen Perspektiven auf dieses Thema regt der Text zum Nachdenken und Diskutieren in einer aktuellen Debatte an.

Registriere dich, um den vollen Inhalt zu sehen!

VERSTÄNDLICH

PREISWERT

ZEITSPAREND

Weitere Deutschthemen findest du hier

Wähle deine Klassenstufe

Weitere Musterlösungen findest du hier