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Wie du den Hauptteil einer Textanalyse schreibst


Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie du den Hauptteil einer Textanalyse schreibst

Aufgabe

Analysiere den vorgegebenen Textauszug aus dem Roman „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt. Gehe dabei auf folgende Aspekte ein:

  • das Auftreten und Verhalten von Tschanz und Kommissär Bärlach sowie ihr Verhältnis zueinander
  • Erzählverhalten, Erzählzeit und Figurenrede
  • eigene Bewertung des Gesamteindrucks von beiden Männern

Schreibe den Hauptteil.

Hinweis

Denke daran, Erzählverhalten, Erzählzeit und Figurenrede nicht nur zu bestimmen, sondern auch deren Wirkung auf den Leser miteinzubeziehen.

Eine Analyse besteht immer aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Schritt 1: Führe kurz in die Handlung des Romans ein

Bevor du mit der Analyse der Einzelaspekte, wie beispielsweise dem Auftreten der beiden Männer, beginnst, fasst du die Geschehnisse des Romans, die für das Verständnis der Analyse des Textauszugs wichtig sind, kurz zusammen. Für den Textauszug aus „Der Richter und sein Henker“ kannst du dir folgende Stichpunkte notieren:

  • Polizeileutnant Schmied wird ermordet aufgefunden
  • Kommissär Bärlach wird mit dem Fall betraut
  • Bärlach ist schwer krank, erhält Unterstützung durch Tschanz
  • Schmied hatte Kontakt zu dubiosem Geschäftsmann Gastmann
  • Bärlach und Gastmann kennen sich → Wette: Gastmann begeht Verbrechen, ohne von Bärlach überführt zu werden

Schritt 2: Sammle die für die Analyse im Hauptteil wichtigen Informationen

Lies dir die Aufgabenstellung genau durch, damit du weißt, auf welche Aspekte du bei deiner Analyse eingehen sollst. Denn der Inhalt des Hauptteils hängt von den in der Aufgabenstellung gesetzten Schwerpunkten ab. Diese richten sich nach den spezifischen Eigenschaften des Textauszugs.

Bei unserer Aufgabenstellung gehst du auf folgende Fragen ein:

  • Wie treten Tschanz und Kommissär Bärlach auf?
  • Wie verhalten sie sich?
  • Wie ist das Verhältnis der beiden zueinander?
  • Welches Erzählverhalten liegt vor?
  • Wie ist die Erzählzeit umgesetzt?
  • Welche Form(en) der Figurenrede liegt bzw. liegen vor?

Bei der Analyse des Romanauszugs aus unserer Aufgabe kannst du dir folgende Informationen notieren:

Auftreten:

  • Tschanz: aufgebracht (vgl. Z. 54 f.),  „verzweifelt“ (Z. 32 f.), aufbrausend (vgl. Z. 63 ff.)
  • Bärlach: „ruhig“ (Z. 21), „unpathetisch“ (Z. 35), kühl (vgl. Z. 35)

Verhalten:

  • Tschanz: schreit Bärlach an (vgl. Z. 26), „hielt ihn zwischen den Fäusten“ (Z. 68 f.), verliert die Geduld und packt Bärlach bei den Schultern (vgl. Z. 54f.)
  • Bärlach: lehnt sich in seinem Autositz zurück (vgl. Z. 20), starrt Tschanz unbeweglich an (vgl. Z. 57 f.) 

Verhältnis zueinander:

  • angespannt → gegensätzliche Charaktere; Tschanz: ehrgeizig, karriereorientiert (vgl. Z. 63 ff.); Bärlach: krank, möchte Ruhe (vgl. Z. 71)

Erzählverhalten:

  • auktorial → Erzähler kennt Gedanken und Gefühle von Kommissär Bärlach und Tschanz: „Immer dasselbe, dachte er, wie es sich auch ändert, immer dasselbe“ (Z. 13 f.) und wertet: „Bärlachs nachlässige Art machte ihn wild“ (Z. 25)
  • hält sich mit Äußerungen über zukünftige Ereignisse und Einblicken in die Gedankenwelt der beiden Figuren zurück, um den Ausgang der Geschichte nicht vorwegzunehmen

Erzählzeit:

  • überwiegend Erzählzeit = erzählte Zeit; eine Zeitraffung: „Tschanz antwortete nicht sofort. Erst als sie in die Straße Biel-Neuenburg einbogen [...]“ (Z. 82)

Figurenrede:

  • durchgängig direkte Rede: „Er sagte: »Dieser Schriftsteller gefällt mir nicht«“ (Z. 3)
  • Fehlen innerer Monologe o. Ä. → kein tieferer Einblick in Gedanken insbesondere Bärlachs

Hinweis

Die Bewertung des Gesamteindrucks von den Figuren erfolgt erst im Schlussteil der Analyse.

Schritt 3: Schreibe den Hauptteil

Nun kannst du im dritten Schritt den Hauptteil der Analyse verfassen, indem du deine gesammelten Informationen in einen Text umwandelst. Denk dabei immer daran, deine Ausführungen anhand von Textstellen zu belegen.

Zu Beginn des Romans wird Polizeileutnant Schmied erschossen aufgefunden. Kommissär Bärlach wird mit der Bearbeitung des Falls beauftragt. Da er schwer erkrankt ist, bittet er um Unterstützung durch den jungen Kollegen Tschanz. Sie finden heraus, dass Schmied vor seinem Tod Kontakt zum dubiosen Geschäftsmann Gastmann hatte. Bärlach und Gastmann kennen sich und haben vor Jahren eine makabere Wette abgeschlossen. Gastmann begeht seitdem Verbrechen, ohne von Bärlach überführt zu werden.

Innerhalb des Textauszugs ist Tschanz aufgebracht, weil Bärlach seine Meinung zum Vorgehen bei den Ermittlungen im Mordfall nicht teilt (vgl. Z. 54 f.). Er verzweifelt im Angesicht von Bärlachs Unwillen, den für ihn logischen Weg hin zur Aufklärung des Falls zu begehen: »Wir haben nichts anderes als die Wahrheit zu suchen«, rief er verzweifelt in die herannahenden Wolkenberge hinein“ (Z. 32 f.). Tschanz reagiert aufbrausend (vgl. Z. 63 ff.) und verliert im Verlauf des Gesprächs die Geduld (vgl. Z. 54 f.). Schließlich schreit er Bärlach an (vgl. Z. 26) und „hielt ihn zwischen den Fäusten“ (Z. 68 f.). Bärlach hingegen bleibt während des gesamten Gesprächs „ruhig“ (Z. 21) und „unpathetisch“ (Z. 35). Auf Tschanz Verzweiflung reagiert er kühl (vgl. Z. 35). Statt auf die Forderungen seines jungen Kollegen einzugehen, starrt er Tschanz unbeweglich an (vgl. Z. 57 f.) und lehnt sich in seinem Autositz zurück (vgl. Z. 20). Der Gegensatz zwischen dem ehrgeizigen und karriereorientierten Tschanz (vgl. Z. 63 ff.) und dem kranken Bärlach, der lieber seine Ruhe haben möchte (vgl. Z. 71), sorgt für ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden Männern.

Im vorliegenden Textauszug liegt ein auktoriales Erzählverhalten vor. Dies zeigt sich, wenn die Gedanken Bärlachs durch den Erzähler wiedergegeben werden: „Immer dasselbe, dachte er, wie es sich auch ändert, immer dasselbe“ (Z. 13f.). Zudem wertet der Erzähler das Verhalten der Männer: „Bärlachs nachlässige Art machte ihn wild“ (Z. 25). Jedoch hält er sich mit Äußerungen über zukünftige Ereignisse und Einblicke in die Gedankenwelt der beiden Figuren zurück, um den Ausgang der Geschichte nicht vorwegzunehmen. Die Erzählzeit entspricht weitgehend der erzählten Zeit. Nur an einer Stelle wird eine Zeitraffung von wenigen Minuten vorgenommen: „Tschanz antwortete nicht sofort. Erst als sie in die Straße Biel-Neuenburg einbogen [...]“ (Z. 82). Die Äußerungen von Bärlach und Tschanz werden durchgängig in der direkten Rede wiedergegeben: „Er sagte: »Dieser Schriftsteller gefällt mir nicht«“ (Z. 3). Durch das Fehlen innerer Monologe oder anderer Formen der Figurenrede bekommt der Leser keinen tieferen Einblick in die Gedanken der beiden Männer. Insbesondere die Gedanken Bärlachs bleiben ihm verwehrt. Somit wird vermieden, das Ende des Romans verfrüht preiszugeben.

Wenn du mit dem Hauptteil fertig bist, schreibst du den Schluss.

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