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Wie du die Erzählzeit in einem epischen Text analysierst


Aufgabe

Analysiere im vorgegebenen Auszug des Romans „Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt die Erzählzeit.

Hinweis

Die Analyse der Erzählzeit erfolgt im Hauptteil der Romananalyse.

Das musst du wissen

Das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit steht bei diesem Teil der Analyse im Mittelpunkt:

  • Erzählzeit: die Zeit, die man für das Erzählen/Lesen des epischen Textes benötigt
  • erzählte Zeit: der Zeitraum, in dem sich das Geschehen abspielt

Dieses Verhältnis kann eine der folgenden drei Formen annehmen:

  • Zeitdeckung: Die für das Lesen benötigte Zeit entspricht in etwa dem Zeitraum, den das erzählte Geschehen einnimmt.
    → Das heißt, die Erzählzeit und die erzählte Zeit sind gleich.
  • Zeitdehnung: Die für das Lesen benötigte Zeit geht über den Zeitrahmen des erzählten Geschehens hinaus.
    → Das heißt, die Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit.
  • Zeitraffung: Das erzählte Geschehen nimmt deutlich mehr Zeit ein, als zum Lesen des Textes benötigt wird.
    → Das heißt, die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit.

Neben dem Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit gehört der Umgang des Erzählers mit der Chronologie ebenfalls in diesen Teil der Analyse. Die Geschehnisse können entweder genau in der Reihenfolge erzählt werden, in der sie stattfinden. Oder der Autor wählt eine (oder mehrere) der folgenden Möglichkeiten:

  • Vorausdeutungen: Der Erzähler springt zu Ereignissen, die erst im späteren Verlauf der Handlung geschehen.
  • Rückblenden: Der Erzähler geht zu Ereignissen zurück, die Vorgeschichten oder Voraussetzungen für die laufende Handlung beinhalten.
  • Parallelhandlungen: Der Erzähler wechselt zwischen Ereignissen, die zeitgleich an verschiedenen Orten stattfinden.

Schritt 1: Untersuche die Erzählzeit

Um die Erzählzeit eines epischen Textes analysieren zu können, solltest du ihn hinsichtlich folgender Fragen untersuchen:

  1. Wie ist das Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit?
  2. Lassen sich Vorausdeutungen, Rückblenden oder Parallelhandlungen nachweisen?

Für den vorliegenden Textauszug lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:

  1. Überwiegend Erzählzeit = erzählte Zeit; eine Zeitraffung weniger Minuten: „Tschanz antwortete nicht sofort. Erst als sie in die Straße Biel-Neuenburg einbogen [...]“ (Z. 82).
  2. Nein, es gibt keine Vorausdeutungen, Rückblenden oder Parallelhandlungen.

Schritt 2: Formuliere deine Ergebnisse aus

Nachdem du die Erzählzeit untersucht hast, fasst du deine Ergebnisse in einem kurzen Text zusammen.

Bei dem vorliegenden Textauszug entspricht die Erzählzeit überwiegend der erzählten Zeit. Lediglich einmal lässt sich innerhalb des Geschehens eine Zeitraffung von wenigen Minuten nachweisen. Dies geschieht, während die beiden Männer schweigend Auto fahren: „Tschanz antwortete nicht sofort. Erst als sie in die Straße Biel-Neuenburg einbogen [...]“ (Z. 82).

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