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Wie du das Erzählverhalten in einem epischen Text analysierst


Aufgabe

Analysiere im vorgegebenen Auszug des Romans „Der Richter und sein Henker" von Friedrich Dürrenmatt das Erzählverhalten.

Hinweis

Das Erzählverhalten wird oft auch als Erzählperspektive bezeichnet. Die Analyse des Erzählverhaltens erfolgt im Hauptteil der Romananalyse.

Das musst du wissen

Der Erzähler zeigt ein bestimmtes Erzählverhalten. Das heißt, dass er einen gezielten Blickwinkel auf das Geschehen einnimmt.

Es gibt drei Formen des Erzählverhaltens:

  • auktoriales Erzählverhalten: Der Erzähler ist allwissend, das bedeutet, dass er zum Beispiel auf zukünftige Ereignisse verweisen kann. Außerdem kann er das Handeln und Verhalten der Figuren erklären, kommentieren oder bewerten, da er ihre Gedanken und Gefühle kennt. Der Erzähler ist selbst keine handelnde Figur im Roman.
  • personales Erzählverhalten: Der Erzähler ist nicht allwissend, da er nur die Perspektive einer handelnden Figur einnimmt. Diese Figur kann innerhalb des Romans zwar wechseln, er kann aber nicht in mehrere Figuren auf einmal hineinschlüpfen. Seine Sichtweise ist beschränkt auf das, was die jeweilige Figur sieht, hört und weiß.
  • neutrales Erzählverhalten: Der Erzähler tritt als Beobachter des Geschehens von außen auf. Das heißt, dass er einen berichtenden Standpunkt einnimmt, ohne die Gedanken und Gefühle der Figuren zu kennen. Er bewertet das Geschehen nicht.

Schritt 1: Bestimme das Erzählverhalten

Teil einer Romananalyse ist die Analyse des Erzählverhaltens, und um bestimmen zu können, welches Erzählverhalten in einem epischen Text vorliegt, solltest du ihn hinsichtlich folgender Fragen untersuchen:

  1. Kennt der Erzähler die Gedanken und Gefühle handelnder Figuren? Wenn ja:
    Weiß er über alle Figuren (gleichzeitig) Bescheid oder beschränkt sich dieses Wissen auf jeweils eine Figur?
  2. Bewertet der Erzähler das Geschehen oder berichtet er objektiv?

Für den vorliegenden Textauszug lassen sich die Fragen wie folgt beantworten:

  1. Ja, er kennt die Gedanken und Gefühle von Kommissär Bärlach und Tschanz.
    „Immer dasselbe, dachte er, wie es sich auch ändert, immer dasselbe“ (Z. 13 f.).
  2. Ja, er bewertet das Verhalten von Kommissär Bärlach und Tschanz.
    „Bärlachs nachlässige Art machte Tschanz wild“ (Z. 25).

→ Es handelt sich also um einen auktorialen Erzähler. Allerdings hält er sich mit Äußerungen über zukünftige Ereignisse sowie tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der beiden Figuren zurück, um den Ausgang der Geschichte nicht vorwegzunehmen.

Schritt 2: Formuliere deine Ergebnisse aus

Nachdem du das Erzählverhalten bestimmt hast, fasst du deine Ergebnisse in einem kurzen Text zusammen.

Es handelt sich im vorliegenden Textauszug um ein auktoriales Erzählverhalten. Dies lässt sich daran erkennen, dass der Erzähler die Gedanken von Kommissär Bärlach wiedergibt: „Immer dasselbe, dachte er, wie es sich auch ändert, immer dasselbe“ (Z.13f.). Des Weiteren wird das Verhalten von Kommissär Bärlach gegenüber seinem Kollegen Tschanz bewertet: „Bärlachs nachlässige Art machte Tschanz wild“ (Z. 25). Wie man an den Textbeispielen erkennen kann, hält sich der Erzähler mit Äußerungen über zukünftige Ereignisse sowie tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der beiden Figuren aber zurück, um den Ausgang der Geschichte nicht vorwegzunehmen.

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