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Lexikon Geschichte

Otto I. der Große

Otto I. der Große (*912; †973) König des Deutschen Reichs von 936 bis 973 und Herzog von Sachsen aus dem Geschlecht der Liudolfinger. Otto war der erste in Aachen gekrönte und feierlich eingeführte König, als er 936 den deutschen Königsthron bestieg.

Christianisierung und Reichskirche

Wie Karl der Große sah auch Otto I. die Christianisierung als Aufgabe des christlichen Kaisers an. So wurde 968 das Erzbistum Magdeburg gegründet, das als Missionszentrum in die slawischen Gebiete hineinwirkte.

Die erste Regierungszeit Ottos I. war geprägt von Auseinandersetzungen mit den Herzögen. Als sie sich gegen Otto I. auflehnten, machte der König die Reichskirche zur Stütze seines Reichs. Um die großen Herzogtümer zu kontrollieren, hatte Otto I. nur „treue“ Verwandte eingesetzt, zog dann jedoch Bischöfe und Äbte zur Reichsverwaltung heran.

Als die Ungarn ins Reich einfielen, konnte Otto I., ab da „der Große“ genannt, sie 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg vernichtend schlagen. Die Ungarn, ein Nomaden- und Reitervolk, unterließen ihre Angriffe, wurden sesshaft und christlich. Sie gründeten das Königreich Ungarn. Es folgten Siege über die Slawen östlich der Elbe, die er christianisieren wollte. Zudem ließ er überall neue Kirchen, Dome und Klöster bauen.

Kaisertum und Papsttum

Im Jahr 962 folgte Otto dem Hilferuf des Papstes Johannes XII. (*937/939; †964, von 955 bis 963 Papst) aus Rom, der sich von Gegnern in Rom bedroht sah. In Rom wurde Otto vom Papst zum Kaiser gekrönt und bestätigte die Pippinische Schenkung. Kaiser und Papst, den der Kaiser absetzen konnte, schworen sich gegenseitig Treue. Ein Jahr später brach Johannes XII. den Treueeid, woraufhin Otto I. ihn absetzte. Der erste große Konflikt zwischen Kaisertum und Papsttum.

Mit der Kaiserwürde wurde Otto I. über die anderen europäischen Herrscher gestellt. Seitdem strebten alle deutschen Könige danach, in Rom zum Kaiser gekrönt zu werden. Die Ottonen (Luidolfinger) verstanden sich als Nachfolger des römischen Kaisers und Herren der Christenheit. Daraus leitete sich ein Vorrecht gegenüber Königen anderer europäischer Länder ab, das jedoch keine Rolle spielte. Ab der Kaiserkrönung Ottos I. gehörten Italienpolitik, Zug nach Rom und Kaiserkrönung zum „Regierungsprogramm“ der mittelalterlichen deutschen Könige.

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