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Lexikon Deutsch

Rhetorische Mittel in Rede und Sachtext

Rhetorische Mittel in Rede und Sachtext

Bereits in der Antike werden rhetorische Muster und Ausdruckselemente entwickelt, die die Wirkung der Rede verstärken sollen. Diese vom Redner zum Zwecke der Einwirkung auf seine Zuhörer verwendeten Abweichungen von der üblichen grammatischen Form nennt man Figuren. Man unterscheidet folgende Abweichungsmöglichkeiten, deren Anzahl durch Kombination erhöht werden kann:

  • Erweiterung
  • Verkürzung
  • Umstellung
  • Veränderung eines Einzelwortes. Der Grad der Abweichung reicht vom Einzelwort bis zu ganzen Wortgruppen und Sinnzusammenhängen.

Figuren aus dem Wortbereich

Alliteration (Wiederholung des Anlautes bei mehreren Wörtern),

z. B. Titel, Thesen, Temperamente

Hyperbel (Übertreibung/Überspitzung),

z. B. In der Schule war die Hölle los./Das habe ich schon tausendmal gesagt.

Fremdwort,

z. B. Feeling statt Gefühl

Modewort,

z. B. jemand outet sich

Metapher (bildhafte Übertragung),

z. B. die Glut der Liebe/Weichen für eine neue Schulpolitik

Metonymie (Umbenennung),

z. B. ein Herz (Gefühl) für Kinder/Frankreich (die französische Fußballmanschaft) wird Weltmeister

Umschreibung,

z. B. Zweitfrisur für Toupet

Euphemismus(Verharmlosung),

z. B. Nullrunde für Aussetzen einer Gehaltserhöhung

Wortspiel,

z. B. Reisen statt rasen!

Ironie/Spott,

z. B. eine tolle Leistung (das Gegenteil ist gemeint)

Personifikation,

z. B. die Sonne lacht

Emphase (Hervorhebung eines Wortes),

z. B. ich betone ausdrücklich …

Figuren aus dem Satzbereich

Anapher (gleiche Satzanfänge),

z. B. Die Europäer müssen zusammenrücken; die Europäer müssen etwas tun.

Ellipse (in einem Satz werden Wörter oder Satzglieder weggelassen),

z. B. Ende gut, alles gut. Statt: Das Ende ist gut und alles ist gut.

Chiasmus (Kreuzstellung),

z. B. Groß ist die Anstrengung, der Erfolg ist klein.

Parallelismus (benachbarte Satzglieder sind gleich gebaut),

z. B. Einer wollte es. Einer konnte es. Keiner schaffte es.

Wiederholung,

z. B. Er arbeitet, er arbeitet und arbeitet.

Figuren aus dem Gedankenbereich

Vorgriff (Bezug auf Kommendes)

Rückgriff (Bezug auf Zurückliegendes)

Exkurs (eingeschobene Erklärungen)

Rhetorische Frage (Scheinfrage: Ist das nicht schon schlimm genug?)

Parenthese (Einschub)

Sinnfiguren

Aufrütteln
Kürze versprechen
Bescheidenheit
Aufwertung, Abwertung, Beschwichtigung
Beispiel
Vergleich
Sprichwort

 

Wichtig ist es, sich die intendierten bzw. tatsächlich erreichten Wirkungen einzelner rhetorischer Figuren klarzumachen, z. B.
  • Anschaulichkeit/Unterhaltung: Metapher, Vergleich, Metonymie, Wortspiel,
  • Eindringlichkeit: Anapher, Wiederholung, Alliteration,
  • Spannung: Vorgriff,
  • Kommunikative Funktion (Hörer einbeziehen): Anrede, Gruppensprache

Arten von Argumenten

Diese sind möglich in der Form mündlicher wie auch schriftlicher Äußerungen.
BEISPIEL für eine Behauptung/These: Erfolgreiche Schullaufbahn und beruflicher Erfolg stimmen nicht immer überein.

Erfahrungsargument
Nicht verallgemeinerbar, da es durch ein entsprechendes Argument eines anderen ausgehebelt werden kann.
Ich habe ein schlechtes Abitur gemacht und bin in meinem Beruf topfit.
Autoritätsargument
Man beruft sich auf eine anerkannte Autorität, z.B. eine Person, das Grundgesetz, die Bibel.
Thomas Mann hat die Schule vor dem Abitur verlassen; er wurde später ein weltberühmter Schriftsteller.
Faktenargument
Fakten haben den Vorteil, überprüfbar zu sein; sie können jedoch in Zweifel gezogen werden.
Tatsache ist, dass ein gutes Abitur zu 90 Prozent mit guten Berufsaussichten korreliert.
Normatives Argument
Stützt sich auf gesellschaftliche Konventionen, Normen, Regeln; diese können umstritten sein.
Wer das Abitur bestanden hat, müsste im Sinne der Richtlinien und Lehrpläne eine propädeutisch-wissenschaftliche Allgemeinbildung nachweisen können.
Analogisierendes Argument
Es wird eine Parallele zu anderen Sachbereichen gezogen; dieser Vergleich hinkt manchmal.
Ein modernes Outfit ist kein Garant für gutes Aussehen, ein Abitur kein Garant für Erfolg im Leben.
Argumente, die sich auf Gefühle stützen
Diese können unsachlich wirken.
Ich habe den Eindruck, dass man bei vielen Bewerbungen mit Abitur besser dasteht.


Man unterscheidet zwischen Argumentationsformen,

  • die vor allem im strategischen Sinne zur Beeinflussung eingesetzt werden, z. B. in der Rhetorik
  • die im argumentativ-rationalen Sinne eingesetzt werden (z. B. in einem sachlich gehaltenen Gespräch, bei meinungsbildenden Texten der Medien wie Kommentar und Essay).

Die Grenzen zwischen diesen beiden Formen sind fließend.

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